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Zentralalpine Ganggesteine

Petrogenetische Untersuchungen

an Ganggesteinen

der zentralen Ostalpen

Dipl.-Geol.
Andreas NEUMAIR
1994

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Zentralalpine Ganggesteine

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Zentralalpine Ganggesteine

INHALTSVERZEICHNIS

Seite

Zusammenfassung 5
Summary 5

1 Einführung 6
1.1 Ziel der Arbeit 6
1.2 Geologischer Rahmen 6
1.3 Problematik 9
1.4 Frühere Arbeiten 9

2 Analytische Methodik 11
2.1 Röntgenfluoreszenzanalyse 11
2.2 Elektronenstrahlmikrosonde 11

3 Petrographie und Geochemie der Ganggesteine 12


3.1 Granitische Ganggesteine 13
3.2 Granodioritische Ganggesteine 16
3.3 Tonalitische Ganggesteine 19
3.4 Quarzdioritische Ganggesteine 22
3.5 Lamprophyre 25
3.6 Alterierte Ganggesteine aus dem Pustertaler und Landecker Quarzphyllit 27

4 Ganggesteinsassoziationen der Gebiete 29


4.1 Ganggesteine des Silvrettakristallins 29
4.2 Ganggesteine des Rojen- und Ötztalkristallins 29
4.3 Ganggesteine des Campokristallins 32
4.4 Ganggesteine desAltkristallins südlich des Tauernfensters und alpidische
Plutone in diesem Gebiet 35
4.5 Ganggesteine des Pustertaler und Landecker Quarzphyllites 37
4.6 Ganggesteine des Iffinger und Brixener Granites 37

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Zentralalpine Ganggesteine

5 Gegenüberstellung der Ganggesteinsassoziationen der Gebiete 38

6 Vergleich mit periadriatischen Plutonen 43

7 Diskussion der Ergebnisse 48


7.1 Magmengenese 48
7.2 Entwicklung der Variationsbreite 52
7.3 Einordnung in die alpine Orogenese 54

8. Ausblick 55

Literatur 56
Danksagung 62
Abkürzungen 63

Anhang
I Probenverzeichnis 64
II Modalanalysen 67
III Chemische Analysen 68
IV Mineralanalysen 77
V Analysen der Seltenen Erden 89
VI Isotopenmessungen 89
VII Fundortkarten 90

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Zentralalpine Ganggesteine

Zusammenfassung

In den zentralen Ostalpen intrudierten Gänge mit granitischer bis lamprophyrischer Zusammen-
setzung in verschiedene tektonische Einheiten. Trotz petrographischer und geochemischer
Unterschiede der regionalen Gesteinsassoziationen ergibt sich ein gemeinsamer kalkalkalischer
bis schwach tholeiitischer Entwicklungstrend, wie er für Intrusiva in Orogengebieten typisch ist.
Als Ursprung der Magmen sind kleinräumige subduktionsinduzierte Teilschmelzen im oberen
Mantel anzunehmen, die während ihres Aufstiegs fraktionierten. Diese Schmelzen assimilierten
Krustenmaterial und differenzierten, mit räumlichen und zeitlichen Unterschieden, weiter bis zur
Platznahme.
Isotopische Altersbestimmungen an Ganggesteinen der Ötztalmasse ergaben ein Alter von 316±7
Ma, die Gänge im Altkristallin südlich des Tauernfensters und im Campokristallin besitzen
oligozänes Alter. Dieser Unterschied ist, analog wie bei den Plutonen an der periadriatischen
Naht, auch geochemisch zu zeigen.

Summary

The tectonic units of the Eastern Central Alps are cut by a lot of dikes with granitic to lamprophyric
composition and a common calc-alkalic to weak tholeiitic trend, typical for orogene magmatism.
Small subduction induced partial melting areas in the upper mantle are supposed for their origin.
Fractionation, assimilation of crustal material and differentiation while ascending produces
various rock types with spatial and temporal differences and individual dyke populations for every
investigated area.
Dykes of the Ötztalkristallin have an isotopic age of 316±7 Ma, dykes south the Tauernwindow
and from Campokristallin are of Oligocene age. This difference, analogous to plutons at the
periadriatic line, can be displayed in geochemistry.

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Zentralalpine Ganggesteine

1 Einführung

1.1 Ziel der Arbeit


war, zentralalpine Ganggesteine von der Silvrettagruppe im Westen bis zur Kreuzeckgruppe im
Osten auf ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede bezüglich ihrer petrographischen und geoche-
mischen Eigenheiten hin zu untersuchen und eine Übersicht zu erstellen. Weiter sollten die
Ganggesteine der verschiedenen regionalen tektonischen Einheiten einander und Plutonen im
untersuchten Gebiet gegenübergestellt und deren Beziehungen untereinander dargestellt werden.
Dabei war die geologische Situation der Rahmengesteine (Metamorphose, Geodynamik) sowie
das jeweilige Alter zu berücksichtigen. Aus den jeweiligen Ergebnissen, ihrer Kombination
miteinander und den geologischen Gegebenheiten sollte der Ursprung und die Entwicklung der
Magmen ermittelt werden, sowie eine mögliche Einordnung in die Vorgänge der alpinen
Orogenese untersucht werden.

1.2 Geologischer Rahmen


Die in dieser Arbeit untersuchten Ganggesteine intrudierten in mehrere tektonische Einheiten der
zentralen Ostalpen (Abb. 1.1.1). Die Fundorte neben Kartendarstellungen sind im Anhang I und
VII enthalten. Die verschiedenen Einheiten werden aufgrund ihrer tektonischen und regionalen
bzw. geographischen Gliederung getrennt behandelt, um Eigenheiten der jeweiligen Gang-
gesteinsassoziationen aufzeigen zu können. Die tektonischen Einheiten sind in einfacher Form
folgendermaßen zu charakterisieren:
- oberostalpines Altkristallin (= “Cryst. basement; South Upper Austroalpine” in Abb. 1.1.1), zu
dem das Rojen-, Ötztal-, Silvretta- und Campokristallin , sowie das Altkristallin südlich des
Tauernfensters gehört.
In das Rojenkristallin, das die westlich des Reschensees bis zu den Engadiner Dolomiten
vorhandenen Gebirgsstöcke um das Rojental umfaßt, intrudierten Ganggesteine granitischer,
granodioritischer und quarzdioritischer Zusammensetzung diskordant in Paragneise, Schiefer
und Augen- und Flasergneiszüge. Die Gänge sind im Gelände teilweise über Kilometer zu
verfolgen (TROLL et al. 1988). Der Hauptfundort ist das Gebiet zwischen Zehnerkopf und
Griankopf (Anhang VII). Als maximaler Metamorphosegrad der Nebengesteine ist nach TROLL
et al. (1988) eine druckbetonte Amphibolitfazies erreicht worden. Die Schiefer und Paragneise,
vermutlich ehemalige tonige bis sandige Ablagerungen, besitzen nach SÖLLNER & HANSEN
(1987) vermutlich ein oberproterozoisches Sedimentationsalter.
Im Unterschied zu den Gängen im Rojenkristallin sind sämtliche in das Ötztalkristallin
intrudierten Ganggesteine von granodioritischer bzw. quarzdioritischer Zusammensetzung stark
deformiert und metamorph überprägt, daher werden die Ganggesteine dieses Gebietes getrennt

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Zentralalpine Ganggesteine

von denen des Rojenkristallins behandelt, da ein deutlicher petrographischer bzw. geologischer
Unterschied vorhanden ist. Hauptfundorte sind hier das Ötztal und das Kaunertal (Anhang VII).
Zu den im Bereich des Rojenkristallins auftretenden Nebengesteinen (s.o.) erscheinen noch Para-
und Orthoamphibolitzüge (MOGESSIE & PURTSCHELLER 1986), Migmatite, vereinzelt
Eklogite und Marmorzüge. Aus dem Ötztalkristallin sind alpidische Mineralalter bekannt, welche
im Rojenkristallin fehlen. Die metamorphe Gliederung des Ötztalkristallins ergibt eine zuneh-
mende alpidische Metamorphose von Nordwesten nach Südosten (DACHS et al. 1991) mit
deutlichen Isograden auch für die präalpidische (varistische) Metamorphose.
Die Gang- wie die Nebengesteine im Silvrettakristallin (Fundorte Zernez, Kappl und Val d´Uina,
Anhang VII) entsprechen petrographisch im allgemeinen denen des Ötztalkristallins.
Das Altkristallin südlich des Tauernfensters wird hauptsächlich von tonalitischen Gängen
durchschlagen. Nur untergeordnet finden sich Lamprophyre und quarzdioritische Ganggesteine.
Hauptfundorte sind das Umfeld des Rieserfernerplutons und der Bereich des Iseltales nordwest-
lich von Linz (Anhang VII). Die Nebengesteine entsprechen denen des Ötztalkristallins.
Beprobte Lokalitäten im Campokristallin (Hauptfundorte hinteres Ultental und Gaviapaß)
zeigen eine Zweiteilung in der Art des Nebengesteins: das Altkristallin, das dem südlich des
Tauernfensters entspricht, und Phyllite (Gaviapaß), welche dem Pustertaler Quarzphyllit
ähneln.Nach der Literatur (LAUB 1989) wird außerdem aufliegendes Mesozoikum von Gängen
durchschlagen. Im Ganzen entspricht die Bandbreite der Ganggesteine jener des Altkristallins
südlich des Tauernfensters.
- Phyllite des Oberostalpins (= “Paleoz. cover series; North and South Upper Austroalpine” in
Abb. 1.1.1):beprobte Gebiete sind der Landecker und Pustertaler Quarzphyllit. Stark alterierte
Ganggesteine vermutlich tonalitischer bis quarzdioritischer Ursprungszusammensetzung und
untergeordnet Lamprophyre durchschlugen die Nebengesteine. Diese sind kalkige bis quarzitische
Phyllite und Grünschiefer mit einer grünschieferfaziellen Überprägung, deren Ursprungsmaterial
ähnlich das der Paragneise des Altkristallins anzunehmen ist. Hauptfundort ist das Gebiet
zwischen St. Lorenzen und Bruneck.
- periadriatische Intrusiva (schwarz dargestellt in Abb. 1.1.1): Granite bis Diorite im näheren
Umfeld der periadriatischen Naht. Beprobte Ganggesteine stammen aus dem Iffinger Pluton, dem
Brixener Granit (beide mit varistischen Altern), und dem jungalpidischen Rieserferner Pluton.
Diese Plutone sind nicht einheitlich zusammengesetzt, sondern zeigen eine interne Strukturie-
rung in verschiedene Gesteinstypen (mit unterschiedlichen Altern), welche gegen eine Platznahme
in einem Vorgang, aber für eine mehrphasige Magmenentwicklung spricht (Brixener Granit:
DEL MORO & VISONA 1982, Rieserferner Pluton: GRATZER 1984). Hauptfundorte im
Iffinger Pluton ist die Umgebung des Ski- und Wandergebietes Meran 2000, im Brixener Granit
sind es die Lokalitäten Mühlbach, Terenten und Kiens. In den varistischen Plutonen sind
Lamprophyre und seltener Aplite vorhanden, in die alpidischen Plutone intrudierten vorwiegend

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Zentralalpine Ganggesteine

tonalitische Gänge und Lamprophyre (Hauptfundort ist der östliche Teil des Rieserferner Plutons
um den Staller Sattel).
Diese Einheiten, mit Ausnahme der Plutone, sind weiter durch großräumige Störungen (z.B.
Schliniglinie, Defereggen-Antholz-Vals-Linie) unterteilt, die durch Metamorphosesprünge ge-
kennzeichnet sind bzw. jüngere Bewegungen darstellen (siehe z.B. SCHULZ 1989).
Für tiefergehende Beschreibungen der einzelnen tektonischen Einheiten wird auf einschlägige
Werke (z.B. FLÜGEL (1987): Geodynamics of the Eastern Alps,) verwiesen.

Abb. 1.1.1: Schematische tektonische Karte der Ostalpen (verändert nach FRANK (1987), Fig.
9, schwarz: Plutone) mit den Probengebieten: 1 - Silvrettakristallin, 2 - Landecker Quarzphyllit,
3 - Rojenkristallin, 4 - Ötztalkristallin, 5 - Campokristallin, 6 - periadratische Intrusiva, 7 -
Pustertaler Quarzphyllit, 8 - Defereggen- und Schoberkristallin, 9 - Kreuzeckkristallin

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Zentralalpine Ganggesteine

1.3 Problematik
Ganggesteine verschiedenster Zusammensetzung intrudierten in die zentralen Ostalpen. Eine
grobe Unterteilung kann schon im Handstück getroffen werden: die Ganggesteine sind in drei
Gruppen gliederbar (basisch, intermediär und sauer), die wiederum in verschiedene Gefügetypen
(gleichkörnig, porphyrisch) eingeteilt werden können. Die Klassifizierung wird durch regional
variierende spätmagmatische Alterierung, tektonische Überprägung und/oder Metamorphose
erschwert. Ein weiteres Hindernis ist der inhomogene Aufbau der Ganggesteine, der modale und
chemische Analysen eines Gangtyps bereits in einem Aufschluß streuen läßt.
Eine zusätzliche Einschränkung für Vergleiche ergibt sich aus unterschiedlichen Gangge-
steinsassoziationen der verschiedenen tektonischen Einheiten. Da nicht aus allen Gebieten
kleinräumige Kartierungen oder Beschreibungen vorliegen, sind möglicherweise einige Vor-
kommen vernachlässigt, die überraschende Ergebnisse liefern könnten.
Aus den o. g. Gründen ist demnach eine Gegenüberstellung verschiedener Ganggesteine bzw.
ihrer Assoziationen nur mit Lücken möglich, die durch weitere Bearbeitungen geschlossen
werden können.

1.4 Frühere Bearbeitungen


der Ganggesteine beziehen sich auf regional begrenzte Vorkommen. Nur in der jüngeren Literatur
gibt es überregionale Vergleiche, die fachlich aber nur Teilgebiete (z.B. Geochemie) berücksich-
tigen. Im Folgenden sind die wichtigsten Arbeiten aufgeführt.
Die Gänge des Silvrettakristallins wurden von BEARTH (1932) bearbeitet und von HELLER-
MANN (1990) geochemisch untersucht. Bisherige Arbeiten über die Gänge im Rojenkristallin
stammen von STACHE & v.JOHN (1877), HAMMER (1912) und TROLL et al. (1988). Die
Gänge im Hauptteil des Ötztalkristallins diese Gebietes wurden von RAMMELMAIR (1980)
untersucht. Weitere Beschreibungen der Ganggesteine sind in den Erläuterungen einiger Blätter
der Österreichischen geologischen Spezialkarte 1:75.000 enthalten.
Erste Bearbeitungen der Gänge im Campokristallin wurden von STACHE & v.JOHN (1879) und
HAMMER (1903) veröffentlicht. Regional eng begrenzte Vorkommen sind das Thema der
Arbeiten von MINGUZZI (1940), TOMBA (1948), TOMASI (1950) und ZANETTIN-
LORENZONI (1964). Eine erste Übersicht über das gesamte Gebiet gab ANDREATTA (1953).
HRADIL (1909), ALBERTI (1963) und COMIN-CHIARAMONTI & STOLFA (1981b) bearbei-
teten Ganggesteine in den varistischen periadriatischen Plutonen. Die Gänge im Pustertaler
Quarzphyllit wurden bisher nur von CATHREIN (1898) und SPECHTENHAUSER (1898)
beschrieben.
Frühe Arbeiten über die Ganggesteine im südlich des Tauernfensters gelegenen Altkristallins
stammen von TELLER (1886), BECKE (1893) und GRUBENMANN (1896). KUGEL (1988)
arbeitete an Ganggesteinen am SW-Rand des Tauernfensters. Tonalitische Gänge in der Umge-

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Zentralalpine Ganggesteine

bung des Iseltales untersuchte AMARANTIDIS (1985). Im Kärntner Altkristallin untersuchte


DEUTSCH (1980, 1984, 1986) verschiedene Ganggesteine.
Eine erste Zusammenfassung über Gänge aus Südwesttirol veröffentlichte GATTO (1976).
Ganggesteine aus verschiedenen Gebieten verglichen BECCALUVA et al. (1979): Silvretta-,
Campo- und Rojenkristallin und PURTSCHELLER & MOGESSIE (1988): Campokristallin,
Brixener und Iffinger Pluton.
In den älteren Veröffentlichungen tauchen häufig Lokalnamen wie ‘Vintlit’ (Spessartit bei Vintl,
Pustertal) und ‘Töllit’ (porphyrischer Gangtonalit bei Töll, unterer Vintschgau) auf. Diese
Bezeichnungen werden in dieser Arbeit bei den einzelnen Ganggesteinen mit erwähnt, aber durch
allgemein verbreitete Namen ersetzt (Kap. 3).
Geochronologische Daten wurden von BORSI et al. (1978) aus Osttirol, DEL MORO et al. (1981)
aus dem Campokristallin, DEUTSCH (1984) aus Kärnten und TROMMSDORFF et al. (1990)
aus den nördlichen Kalkalpen veröffentlicht.

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Zentralalpine Ganggesteine

2 Analytische Methoden

Für die Aufbereitung zur Geochemie wurden 5-15 kg Probenmenge genommen. Dieses Material
wurde nach der Entrindung und der Entfernung von Kluftbelägen mit Hilfe einer hydraulischen
Presse bzw. dem Backenbrecher zerkleinert und ein Aliquot (jeweils 50-100 g) mit einer
Scheibenschwingmühle analysenfein gemahlen. Der Glühverlust (LOI) wurde gravimetrisch
nach einstündigem Glühen bei 1050° C bestimmt. Haupt- und Spurenelementmessungen erfolg-
ten mit der Röntgenfluoreszenzanalytik, Mineralanalysen mit der Elektronenstrahlmikrosonde.

2.1 Röntgenfluoreszenzanalyse
Zur Herstellung von Schmelztabletten wurden 0,8 g Gesteinspulver und 4,8 g Spectromelt A10
(Fa. Merck) eingewogen, homogenisiert und in einem Schmelzgerät (Fa. Claisse, Modell Fluxer
bis) programmgesteuert geschmolzen und in Kokillen gegossen. Die Analyse erfolgte mit einem
computergestützten, wellenlängendispersiven Röntgenfluoreszenzspektrometer (Fa. Philips,
Modell PW 1480) und dem Analysenprogramm FUSE. Dabei dienten internationale Standards
zur Kalibrierung.

2.2 Elektronenstrahlmikrosonde
Für Mineralanalysen mit der Mikrosonde wurden polierte und mit Kohlenstoff bedampfte
(Schichtdicke 15-20 nm) Dünnschliffpräparate verwendet. Die Messung erfolgte an einer
computergestützten Mikrosonde (CAMECA SX50) mit mineralspezifischen Meßprogrammen.
Als Referenzproben wurden Mineralstandards verwendet.

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Zentralalpine Ganggesteine

3.Petrographie und Geochemie der Ganggesteine

Die verwendete Nomenklatur basiert auf den Vorschlägen der IUGS (in LE MAITRE 1989) für
Plutonite (Q-A-P-Diagramm); erweitert für Ganggesteine nach WIMMENAUER (1985, S.52-
53). Hier bedeuten die Präfixe Mikro- bzw. Gang -feinkörnige bzw. gröberkörnige Gesteine. In
das Q-A-P-Diagramm projizierte Modalanalysen (Anhang II, AMARANTIDIS 1985 und TROLL
et al. 1988) eines Gesteins überstreichen z.T. mehrere Felder, da die Gesteine nicht homogen
zusammengesetzt sind. Einige Gänge sind aufgrund der Veränderung des primären Mineral-
bestands durch autometasomatische und/oder metamorphe Überprägung, die u.a. eine
Serizitisierung der Feldspäte und Chloritisierung der Mafite zur Folge hatte, nicht mehr modal
klassifizierbar. Ihre Einteilung erfolgt daher aufgrund der chemischen Zusammensetzung und der
Projektion in das Alkali-SiO2-Diagramm nach LE MAITRE (1989) für Vulkanite. Unter
granitischen Ganggesteinen werden solche eingegliedert, die der/den o.g. Nomenklatur/en für
Granite im modalen Sinn entsprechen. Gleiches gilt entsprechend für Granodiorite, Tonalite und
Quarzdiorite, wobei die beiden letzteren aufgrund ihrer auffälligen Unterschiede in ihrer Mineral-
zusammensetzung, die bereits im Gelände feststellbar ist und durch chemische Analysen
untermauert werden kann, im Folgenden getrennt behandelt werden. Als Lamprophyre werden
hier Ganggesteine bezeichnet, die nicht allgemein typischen Intrusiv- bzw. vulkanischen Gestei-
nen entsprechen und basischen Chemismus aufweisen.
Die untersuchten Ganggesteine durchschlagen durchwegs diskordant zu Materialwechsel und
tektonischem Gefüge das Nebengestein. Der Kontakt ist scharf, Salbänder sind selten und nur
schwach ausgebildet. Eine Aufspaltung in mehrere Gänge und Apophysen sind z.B. im Bereich
des Rojenkristallins zu beobachten (TROLL et al. 1988). In diesem Gebiet, wie auch im
Campokristallin (Lokalität Grünsee) und im Defereggen-Schoberkristallin, enthalten einige
Gänge gerundete Xenolithe älterer Intrusivgesteine.
In einigen Gängen überschreitet die Materialinhomogenität die Probengröße (Schlieren im cm-
bis dm-Bereich aufgrund von turbulenten Strömungen, bis cm-große Xenokriste und makrosko-
pisch nicht trennbare Bereiche mit unvollständig assimiliertem Material) und läßt somit nur
bedingt repräsentative Analysen zu. Als Beispiel dienen die Analysen der Proben 9906a und
9906b (siehe Anhang III), die einer Großprobe entstammen (ca. 25 kg) und erst bei der
Zerkleinerung korngrößenabhängig getrennt aufbereitet wurden. Bei Diagrammen mit fest
definierten Feldern (z.B. das Rb-Sr-Ba-Diagramm) ist zu berücksichtigen, daß Grenzfälle, die
durch Inhomogenitäten (s.o.) verursacht werden, von einzelnen Autoren vernachlässigt worden
sind (Diskussion in RICKWOOD 1989). Die Anwendung des Rb-Sr-Ba-Diagramms zur Klassi-
fizierung ist nach EL BOUSEILY & EL SOKKARY (1975) für Plutonite mit über 10% modalem
Quarz zulässig, also für alle Ganggesteine bis auf die Lamprophyre. Das SiO2-A/CNK-Diagramm

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Zentralalpine Ganggesteine

nach CHAPPELL & WHITE (1974) hinsichtlich des tektonischen Ursprungs wurde für Gänge
mit über 20% modalem Quarz verwendet. Für die Variationsdiagramme wurden die Hauptele-
mente auf 100 Gew.-% ohne Glühverlust umgerechnet. Die unterschiedliche Anzahl von
Projektionspunkten der Diagramme, welchen die modale Zusammensetzung zugrundeliegt,
gegenüber den Variationsdiagrammen, die auf der chemischen Analyse basieren, beruht auf der
verschiedenen Analysenanzahl der jeweils benutzten analytischen Technik.
An ausgewählten Typgesteinen wurden über 700 Mikrosondenanalysen verschiedener Mineral-
phasen durchgeführt. Dabei wurden nur solche Minerale analysiert, die kein Anzeichen von
Alteration zeigten. Im Anhang IV sind repräsentative Analysen und die Kationenformeln einer
Mineralphase eines Präparates angegeben, bzw. mehrere Analysen, falls eine bi- oder trimodale
Verteilung auftritt.

3.1 Granitische Ganggesteine


Ganggesteine granitischer Zusammensetzung intrudierten in das Rojenkristallin (Mikrogranite)
und das nordöstliche Campokristallin (Ultental: Mikrogranite, Ganggranite und porphyrische
Mikrogranite). Ältere Bezeichnungen dieser Ganggesteine sind ‘Quarzporphyrit’, ‘Aplitporphyrit’
und ‘Quarzglimmerporphyrit’. Die Mächtigkeiten der Gänge reichen von 0,5 m bis über 10 m.
Oligoklas, Quarz und Orthoklas sind Haupt-, Muskowit und Biotit Nebengemengteile, mit einer
panallotriomorphen bis panidiomorphen Struktur. Akzessorisch enthalten die Ganggesteine
Zirkon, Apatit, Titanit und Minerale der Epidotgruppe, sowie Spuren opaker Minerale.
Die Gänge im Rojenkristallin zeigen stellenweise eine durch tektonische Beanspruchung verur-
sachte Paralleltextur (TROLL et al. 1988) mit eingeregelten Hellglimmern und undulös aus-
löschendem Quarz. Porphyrische Varietäten aus dem Ultental führen in der feinkörnigen Matrix
idiomorphe, bis 3 mm große mehrfach zonierte Oligoklas- bis Andesin-, buchtige Quarz- und
geknitterte Biotiteinsprenglinge. Ein grobkörniger Ganggranit im varistischen Kreuzbergpluton
zeigt graphische Verwachsungen von Orthoklas, Oligoklas und Quarz.
Im Q-A-P-Diagramm liegen die granitischen Gänge im Granitfeld (plagioklasbetont) (Abb.
3.1.1). Bestätigt wird dies durch das Alkali-SiO2-Diagramm, in dem die Projektionen im
Rhyolithfeld liegen (Abb. 3.1.2).
Das Rb-Sr-Ba-Diagramm (Abb. 3.1.3) zeigt für die granitischen Gänge eine Zweiteilung: die
Mikrogranite des Rojenkristallins und der Ganggranit aus dem Kreuzbergpluton liegen im
Bereich Rb-betonter ‘differenzierter Granite’, während die anderen granitischen Gänge aus dem
Campokristallin im Bereich der ‘Quarzdiorite-Granodiorite’ bis ‘anomale Granite’ liegen. Im
SiO2-A/CNK-Diagramm liegen die Projektionspunkte an der Grenze von I- und S-Typ Granit
(Abb. 3.1.4).

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Zentralalpine Ganggesteine

Abb. 3.1.1: Q-A-P-Diagramm: granitische Ganggesteine ( :Rojenkristallin, :Campokristallin


(Loc. Grünsee), :Campokristallin (Loc. Kuppelwies ))

Abb. 3.1.2: Variationsdiagramm SiO2 vs. Na2O+K2O (Gew.-%): granitische Ganggesteine


( :Rojenkristallin, :Campokristallin (Loc. Grünsee), :Campokristallin (Loc. Kuppelwies),
1:Rhyolith)

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Zentralalpine Ganggesteine

Abb. 3.1.3: Rb-Sr-Ba-Diagramm: granitische Ganggesteine ( :Rojenkristallin,


:Campokristallin (Loc. Grünsee), :Campokristallin (Loc. Kuppelwies ))

Abb. 3.1.4: Variationsdiagramm SiO2 (Gew.-%) vs. A/CNK: granitische Ganggesteine


( :Rojenkristallin, :Campokristallin (Loc. Grünsee), :Campokristallin (Loc. Kuppelwies))

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Zentralalpine Ganggesteine

Analysen der Biotiteinsprenglinge des porphyrischen Mikrogranites aus dem Ultental (Probe
9921, Anhang IV) besitzen ein MgO/MgO+FeO-Verhältnis, das zu dem entsprechenden Verhält-
nis im Gesamtgestein im Gleichgewicht steht und damit - unter Berücksichtigung ihres über-
prägten Erscheinungsbildes - eine postintrusive Reequilibrierung anzeigt.
Feldspateinsprenglinge des gleichen granitischen Gangs sind sehr schwach zoniert und besitzen
Anorthitgehalte von 37 +- 5 Mol% (Andesin), die auf eine Kristallisation vor der Bildung des
granitischen Magmas hinweisen; nach den vorliegenden Gegebenheiten (Vergesellschaftung mit
basischeren Gangtypen, vgl. Kap.4) erscheint dies wahrscheinlich.

3.2 Granodioritische Ganggesteine


sind aus dem Rojen- und südlichen Ötztalkristallin bekannt und durchweg porphyrisch ausgebil-
det, mit Mächtigkeiten im Zehnermeterbereich. Frühere Autoren bezeichneten diese Gang-
gesteine als ‘granitischer Quarzporphyr’ oder ‘Granitporphyr’.
Die porphyrischen Mikrogranodiorite enthalten idiomorphe Oligoklas-, Orthoklas- und
Quarzeinsprenglinge, letztere mit buchtigen Resorptionserscheinungen. In der feinkörnigen
Grundmasse, die der Zusammensetzung der granitischen Gänge weitgehend entspricht, nehmen
die Einsprenglinge (bis 1 cm Größe) 30 - 50 Vol.-% ein. Diese Ganggesteine weisen wie die
granitischen stellenweise eine starke Paralleltextur auf (TROLL et al. 1988), die bis zu gneisartigem
Gefüge (undulös auslöschende Quarze mit Subkornbildung und eingeregelte Hellglimmer)
reichen kann, aber keinen Einfluß auf die chemische Zusammensetzung zeigt. Ähnliche Erschei-
nungen sind von KRUHL (1986) an granodioritischen Gängen in den Westalpen beobachtet
worden, der als Ursache eine Scherbewegung subparallel zum Gangrand annimmt. Einschlüsse
von älteren dioritischen Ganggesteinen sind im Gebiet der Elferspitze (Rojenkristallin) häufig.
Ein Gang nördlich des Zwölferkopfes (Rojenkristallin) enthält Quarz- und vererzte Karbonat-
blöcke bis zu Kubikmetergröße.
Die granodioritischen Gänge nehmen im Q-A-P-Diagramm eine eng beieinanderliegende Posi-
tion im Granodioritfeld (Abb. 3.2.1) ein. Dagegen liegen sie im Alkali-SiO2-Diagramm wie die
granitischen Gänge im Rhyolithfeld (Abb. 3.2.2).
Im Rb-Sr-Ba-Diagramm liegen die granodioritischen Gänge des Rojenkristallins im Zwickel
zwischen den Feldern ´normaler´ und ´anomaler´ Granite, während der stark deformierte und
alterierte porphyrische Mikrogranodiorit des südlichen Ötztalkristallins im Bereich ´normaler´
Granite liegt (Abb. 3.2.3). Wie bei den granitischen Gängen ist im SiO2-A/CNK-Diagramm keine
Zuordnung zu I- oder S-Typ Granit möglich (Abb. 3.2.4).

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Zentralalpine Ganggesteine

Abb. 3.2.1: Q-A-P-Diagramm: granodioritische Ganggesteine ( :Rojenkristallin, GD:


Granodiorit)

Abb. 3.2.2: Variationsdiagramm SiO2 vs. Na2O+K2O (Gew.-%): granodioritische Ganggesteine


( :Rojenkristallin, :Ötztalkristallin; 1: Rhyolith, 2: Dacit)

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Zentralalpine Ganggesteine

Abb. 3.2.3: Rb-Sr-Ba-Diagramm: granodioritische Ganggesteine ( :Rojenkristallin,


:Ötztalkristallin)

Abb. 3.2.4: Variationsdiagramm SiO2 (Gew.-%) vs. A/CNK: granodioritische Ganggesteine


( :Rojenkristallin, :Ötztalkristallin)

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Zentralalpine Ganggesteine

3.3 Tonalitische Ganggesteine


intrudierten in das Campo-, Defereggen-Schober- und Kreuzeckkristallin mit einer Mächtigkeit
von 0,5 m bis über 60 m. Die klein- bis mittelkörnigen, meist porphyrischen Gangtonalite (in
älterer Literatur auch ‘Töllite’, ‘Ortlerite’ und ‘Suldenite’), führen häufig Granateinsprenglinge
bis cm-Größe und enthalten Biotit und grüne Hornblende als mafische, Quarz, Andesin und
untergeordnet Orthoklas als salische Gemengteile mit einer hypidiomorphen Struktur. Zu den
Akzessorien Apatit und Zirkon wie bei den sauren Ganggesteinen treten opake Phasen (im
wesentlichen Sulfide) auf. Hornblende, die auch schwach zoniert ausgebildet sein kann, Biotit
und zonierter Plagioklas erreichen als Einsprenglinge bis zu 5 mm, Hornblende selten auch bis
10 cm Größe (LAUB 1989). Nahezu idiomorphe Granateinsprenglinge, die bis zu 4 cm Größe
erreichen, besitzen einen Reaktionssaum aus Quarz, Plagioklas ± Biotit ± Hornblende und
Korrosionskanäle.
Ein Gang im Rieserferner Gebiet ist tektonisch zerschert; trotz einer starken Mylonitisierung sind
Reste von oszillierend zonierten Plagioklasen erkennbar. Quarzdioritische bis tonalitische
Xenolithe in Gangtonaliten sind gerundet und erreichen Größen bis zu 25 cm. In Gängen im
Campokristallin (Lokalität Grünsee) sind auch Xenolithe des metamorphen Nebengesteins zu
beobachten.
Im Q-A-P-Diagramm fallen die tonalitischen Gänge hauptsächlich in das Tonalitfeld, ebenfalls
die Xenolithe (Abb. 3.3.1). Mit wenigen Ausnahmen bestätigt dies die Lage im Alkali-SiO2-
Diagramm: die Gänge fallen vorwiegend in das Andesitfeld (Abb. 3.3.2).

Abb. 3.3.1: Q-A-P-Diagramm: tonalitische Ganggesteine ( : Campokristallin (Loc. Grünsee),


:Defereggen-Schoberkristallin, : Xenolithe in tonalitischen Gängen des Defereggen-Schober-
kristallins; T: Tonalit, QD: Quarzdiorit und QMD: Quarzmonzodiorit)

19
Zentralalpine Ganggesteine

Abb. 3.3.2: Variationsdiagramm SiO2 vs. Na2O+K2O (Gew.-%): tonalitische Ganggesteine ( :


Campokristallin (Loc. Grünsee), :Defereggen-Schoberkristallin, : Xenolithe in tonali-
tischen Gängen des Defereggen-Schoberkristallins, :Kreuzeckkristallin, :C ampokristallin,
(Loc. Töll) , : Campokristallin (Loc. Gaviapaß), : Campokristallin (ohne vorgenannte
Lokalitäten); 2: Dacit, 3: Andesit, 4: basaltischer Andesit, 8+9: Trachyandesit)

Abb. 3.3.3: Rb-Sr-Ba-Diagramm: tonalitische Ganggesteine ( : Campokristallin (Loc.


Grünsee), :Defereggen-Schoberkristallin, : Xenolithe in tonalitischen Gängen des
Defereggen-Schoberkristallins, :Kreuzeckkristallin, : C ampokristallin (Loc. Töll), :
Campokristallin (Loc. Gaviapaß), : Campokristallin (ohne vorgenannte Lokalitäten); 2:
Dacit, 3: Andesit, 4: basaltischer Andesit, 8+9: Trachyandesit)

20
Zentralalpine Ganggesteine

Die tonalitischen Ganggesteine belegen im Rb-Sr-Ba-Diagramm das Quarzdiorit-Granodioritfeld


(Abb. 3.3.3). Ein deutlicher I-Typ Charakter ist im SiO2-A/CNK-Diagramm zu erkennen, in dem
sich die tonalitischen Gänge der Campodecke (Lokalitäten Grünsee und Gaviapaß) größtenteils
von denen der anderen tektonischen Einheiten trennen lassen (Abb. 3.3.4).

Abb. 3.3.4: Variationsdiagramm SiO2 vs. A/CNK: tonalitische Ganggesteine ( :


Campokristallin (Loc. Grünsee), :Defereggen-Schoberkristallin, : Xenolithe in tonali-
tischen Gängen des Defereggen-Schoberkristallins, :Kreuzeckkristallin, : C ampokristallin,
(Loc. Töll) : Campokristallin (Loc. Gaviapaß), : Campokristallin (ohne vorgenannte
Lokalitäten); 2: Dacit, 3: Andesit, 4: basaltischer Andesit, 8+9: Trachyandesit)

Tonalitische Ganggesteine des Campo- und Defereggen-Schoberkristallins enthalten Magnesio-


Hornblenden, bis auf eine Probe (Lokalität Gaviapass), die Magnesio-Hastingsit führt. Ein
Gangtonalit aus Kärnten (Lokalität Wöllabach) enthält Pargasit. Die Amphibole in den tonali-
tischen Gängen stehen mit ihrem MgO/MgO+FeO-Verhältnis mit dem entsprechenden Verhält-
nis im Gesamtgestein nahezu im Gleichgewicht, was auf eine Primärkristallisation bzw.
Reequilibrierung nach postintrusiven Vorgängen schließen läßt. Gleiches gilt für die analysierten
Biotite der tonalitischen Gänge.
Plagioklasanalysen (vgl. Anhang IV) zeigen eine typische Verteilung mit Anorthitgehalten von
An44 - An74 mit einer deutlichen Zonierung.
Granatanalysen (Anhang IV) wurden an einem Granateinsprengling eines tonalitischen Gangs
(Iseltal, Osttirol, Probe 9030) vorgenommen. Der megaskopisch zoniert erscheinende Granat ist
nach den Mikrosondeanalysen homogen zusammengesetzt, nur MnO und MgO zeigen eine
geringfügige Zunahme bzw. Abnahme von Rand zum Kern (MnO 2,22 - 4,05; MgO 4,67 - 3,56
Gew.-%). Nach BELLIENI et al. (1979) sind die Granate des Rieserferner Plutons stärker zoniert

21
Zentralalpine Ganggesteine

und besitzen eine gegenläufige MnO-Verteilung (Abnahme von Rand zum Kern) als der hier
untersuchte. Die an den Granateinsprenglingen aller granatführenden Gänge zu beobachtenden
Reaktionssäume (Plagioklas, Quarz ± Biotit ± Hornblende) und Korrosionskanäle sind auf den
hohen Grossular- (>10 Mol-%) und niedrigen Spessartingehalt (<6 Mol-%) im Randbereich
zurückzuführen. Nach GREEN (1977) wird Granat mit diesen Gehalten bei ≤3-7 kbar instabil und
reagiert mit der Schmelze. Kleinere Granatkörner werden dadurch ganz aufgelöst, größere - es
wurden bis zu 4cm Größe beobachtet - behalten äußerlich ihre nahezu idiomorphe Form.Daraus
folgt, daß bei der Kristallisation der Granate Drucke >3 kbar geherrscht haben.

3.4 Quarzdioritische Ganggesteine


intrudierten in alle beprobten Gebiete, bis auf die Plutone mit einer Mächtigkeit von 0,2 bis 15m.
Ihre Ausbildung reicht von Mikroquarzdiorit über porphyrischen Mikroquarzdiorit bis zu
mittelkörnigem Gangquarzdiorit. In älterer Literatur sind diese als ‘Proterobas’, ‘Labrador-
porphyr’ oder ‘Aphanit’ beschrieben, in der neueren Literatur auch als ‘Diabas’ bezeichnet. Bei
den gleichkörnigen Varietäten reicht die Korngöße von fein- bis mittelkörnig, mit einer
hypidiomorphen Struktur. Diese Ganggesteine sind in frischem Zustand aus Plagioklas (Oligoklas),
Hornblende und/oder Biotit neben Augit zusammengesetzt. Wechselnde Gehalte der verschiede-
nen Mafite sind für die Gänge im Rojenkristallin typisch. Kleine nadelige Kristalle in Quarz und
Feldspat konnten als Amphibole identifiziert werden. Eine häufige opake Phase neben Sulfiden
sind skelettförmige Ilmenite.Als Nebengemengteile treten in Zwickeln Quarz und Orthoklas,
akzessorisch Apatit, Zirkon und Orthit auf. Je nach Vorkommen (siehe Kap. 5) ist der primäre
Mineralbestand frisch bis vollkommen alteriert; die Ursache reicht von spätmagmatischen
fluiden Phasen bis zur metamorphen/tektonischen Überprägung. Als Sekundärminerale erschei-
nen Albit, Quarz, Chlorit, Serizit, Titanit, Epidot, Kalzit und Hämatit in einer filzig verzahnten
Ausbildung. Eine tektonisch verursachte Deformation (Paralleltextur) ist bei einigen Gängen aus
verschiedenen Gebieten (Ötztal-, Silvretta- und Defereggen-Schoberkristallin) vorhanden.
Kennzeichnend für die porphyrischen Varietäten (im Rojenkristallin) ist das Auftreten von
Plagioklas- (oszillierend An65-40, mikroskopische Bestimmung), Hornblende- oder Augit-, selte-
ner Hyperstheneinsprenglingen in einer ophitisch-intergranularen Struktur. Quarzeinsprenglinge
besitzen einen Reaktionssaum (Hornblende und Albit), der darauf hindeutet,daß die Quarze
Fremdkristalle sind.
Die quarzdioritischen Gänge haben ihren Schwerpunkt im Q-A-P-Diagramm im Quarzdioritfeld,
reichen aber auch in das Granodiorit-, Tonalit- und Quarzmonzodioritfeld (Abb. 3.4.1). Diese
Streuung ist im Alkali-SiO2-Diagramm ebenso vorhanden (Abb. 3.4.2).

22
Zentralalpine Ganggesteine

Abb. 3.4.1: Q-A-P-Diagramm: quarzdioritische Ganggesteine ( : Rojenkristallin; T: Tonalit,


GD: Granodiorit, QD: Quarzdiorit und QMD: Quarzmonzodiorit)

Abb. 3.4.2: Variationsdiagramm SiO2 vs. Na2O+K2O (Gew.-%): quarzdioritische Ganggesteine


( : Rojenkristallin, :Ötztalkristallin, :Silvrettakristallin, :Campokristallin (Loc. Grün-
see), :Campokristallin ohne Loc. Grünsee, :Defereggen-Schoberkristallin; 3: Andesit, 4:
basaltischer Andesit, 5: Basalt, 8+9: Trachyandesit)

23
Zentralalpine Ganggesteine

Abb. 3.4.3: Rb-Sr-Ba-Diagramm: quarzdioritische Ganggesteine ( : Rojenkristallin,


:Ötztalkristallin, :Silvrettakristallin, :Campokristallin (Loc. Grünsee), :Campokristallin
ohne Loc. Grünsee, :Defereggen-Schoberkristallin)

Im Rb-Sr-Ba-Diagramm kommen die quarzdioritischen Gänge vom Dioritfeld bis in das Feld
‘anomaler Granite’ zu liegen, mit einer Anhäufung im Feld der Quarzdiorite bis Granodiorite
(Abb. 3.4.3).
Die Variation der Amphibole der quarzdioritischen Gänge reicht von Fe-tschermakitischer
Hornblende (Silvrettakristallin) über tschermakitische Hornblende (Ötztal- und Defereggen-
Schoberkristallin) bis zu Magnesio-Hornblende (Ötztalkristallin und Iffinger Pluton). In den
MgO/MgO+FeO-Verhältnissen stehen die Amphibole der verschiedenen quarzdioritischen Gän-
ge nahezu im Gleichgewicht mit dem jeweiligen Gesamtgestein,dies deutet auf eine Primär-
kristallisation bzw Reequilibrierung bei postintrusiven Vorgängen hin. Gleiches gilt für Biotit in
den entsprechenden Gesteinen.
Die quarzdioritischen Gänge enthalten nach den Analysen (Anhang IV) Plagioklase mit Anort-
hitgehalten von 21 - 26 Mol% (Oligoklas), was auf eine im Mikroskop festzustellende spät-
magmatische Albitisierung zurückgeführt werden kann.
In diesen Gängen enthaltene Pyroxene (Einsprenglinge wie Grundmasseminerale) erwiesen sich
als Augite bzw. Salite, wie auch in der Literatur (PURTSCHELLER & MOGESSIE) beschrieben.

24
Zentralalpine Ganggesteine

3.5 Lamprophyre
sind selten, kommen aber in fast allen Einheiten vor: in den Plutonen an der periadriatischen Naht
(im Brixener Granit früher ‘Vintlit’), in der nordöstlichen Campodecke, im Defereggen-Schober-
kristallin, im Pustertaler Quarzphyllit und in der Kreuzeckgruppe, jeweils mit einer Mächtigkeit
von 0,2 m bis 1,5 m. Bei den untersuchten Lamprophyrgängen handelt es sich um zur kalk-
alkalischen Reihe gehörende Spessartite. Mafische Einsprenglinge sind basaltische Hornblende
(auch zoniert), selten Biotit. Die Grundmasse besteht aus Plagioklas, Orthoklas und Augit,
brauner Hornblende und selten Biotit.
Mantelxenolithe (Harzburgit), Olivineinsprenglinge bzw. Pseudomorphosen von Talk nach
Olivin und Krustenxenolithe (Gneise und Glimmerschiefer) können am Vorkommen Michlbach
(Defereggen-Schoberkristallin) beobachtet werden. In einem Spessartit dieses Gebietes finden
sich von brauner Hornblende gesäumte Ocelli, gefüllt mit Kalzit, Kalifeldspat, Quarz und Epidot.
Eine Erklärung für diese sphärischen Gebilde gibt CARSTENS (1982), der sie als späte
Phasenentmischungen in volatilreichen unterkühlten Schmelzen ansieht.
Bei den Lamprophyrgängen, die den Brixener Granit durchschlagen, ist der Übergang zu
Ganggabbros aufgrund des schlierigen Gefüges (porphyrisch bis gleichkörnig) im cm- bis dm-
Maßstab und vereinzelter Plagioklaseinsprenglingen stufenlos. Hier sind Partien mit
Quarzeinsprenglingen (bis cm-Größe), die wahrscheinlich aus dem Brixener Granit stammen, zu
finden. Diese Gänge zerlegen den Brixener Granit in kantige Schollen (Lokalität Mühlbach).
Im Alkali-SiO2-Diagramm streuen die Lamprophyre vom Andesit- bis zum Basaltfeld (Abb.
3.5.1).
Lamprophyre enthalten Hastingsit bzw. hastingsitische Hornblende, beide Mg-betont. Die
Spessartite aus dem Campokristallin und dem Iffinger Pluton führen Tschermakit bzw. Magnesio-
Hornblende. In je zwei Proben aus dem Brixener Granit (9728 und AN172) und dem Defereggen-
Schoberkristallin (9192 und 9205) wurden zonierte Hornblenden beobachtet, die sich durch einen
zweimaligen Wechsel des MgO-FeO*-Verhältnisses und einer Zunahme des TiO2-Gehalts zum
Rand hin auszeichnen. Randlich kann der Anteil an TiO2 soweit ansteigen, daß sich nach der
LEAKE’schen Nomenklatur Kaersutit ergibt. Gemittelte Analysen von Kern, Rand und Hülle
(Anhang IV) aller Proben (Abb. 3.5.3) zeigen ein ähnliches Bild für die vier Proben. Die
Hornblenden der Lamprophyre aus dem Brixener Granit sind dabei K2O-ärmer als die der
Spessartite aus dem Defereggen-Schoberkristallin. Daß diese Zonierung bei TiO2 sprunghaft
verläuft, bei MgO und FeO* nahezu stufenlos, zeigt ein Detailprofil (Abb. 3.5.3). Nach HELZ
(1973) ist der TiO2-Gehalt positiv mit der Bildungstemperatur korreliert. Diese Annahme ist
aufgrund der o.a. TiO2 -Zonierung hier nicht anwendbar, da eine Temperaturzunahme vom Kern
zum Rand hin unwahrscheinlich ist.

25
Zentralalpine Ganggesteine

Abb. 3.5.1: Variationsdiagramm SiO2 vs. Na2O+K2O (Gew.-%): Lamprophyre ( : Defereggen-


Schoberkristallin, :Campokristallin, :Kreuzeckgruppe, :Pustertaler Quarzphyllit,
:Brixener Granit; :Iffinger Pluton, 3: Andesit, 4: basaltischer Andesit, 5: Basalt, 8+9:
Trachyandesit, 10: Trachybasalt, 11: Tephrit und Basanit) hier k5.1 u. e 3-4

Abb. 3.5.2: MgO-, FeO*-, TiO2- und K2O-Variation (Gew.-%) zonierter Amphibole von Rand,
Hülle und Kern (gemittelte Analysen) der Lamprophyre aus dem Defereggen-Schoberkristallin
(links) und dem Brixener Granit (rechts)

26
Zentralalpine Ganggesteine

Abb. 3.5.3: MgO-, FeO*-, TiO2- und K2O-Variation (Gew.-%, a-c,l-n: Rand, d-f,i-k: Hülle, g,h;
Kern) eines zonierten Amphibols der Probe 9192 (Defereggen-Schoberkristallin)
Die MgO/MgO+FeO-Verhältnisse der Amphibole der lamprophyrischen Gänge stehen nahezu
im Gleichgewicht mit den entsprechenden Verhältnissen des Gesamtgesteins (Ausnahme:
zonierte Amphibole), so daß eine Primärkristallisation bzw. Reequilibrierung bei postintrusiven
Vorgängen als wahrscheinlich erscheint. Gleiches gilt für Biotite aus den Lamprophyren.
Plagioklase, die in den Lamprophyren enthalten sind, zeigen in den Spessartitgängen der
Lokalitäten Kiens und Staller Sattel (Brixener Granit bzw. Defereggen-Schoberkristallin) typi-
sche Anorthitgehalte von 80 - 90 Mol% (Bytownit). In den weiteren untersuchten Gängen liegen
diese in einer weiten Streuung von 7 - 60 Mol%, was auf eine sekundäre Alteration zurückzufüh-
ren ist, wie im Mikroskop festgestellt werden kann.
Analysierte Pyroxene liegen typischerweise im Augit bzw. Salitfeld.

3.6 Alterierte Gänge aus dem Landecker und Pustertaler Quarzphyllit


CATHREIN (1898) und SPECHTENHAUSER (1898) beschrieben die Ganggesteine des
Pustertaler Quarzphyllites als “Diorit- bis Noritporphyrite”. Alle beprobten Gänge (aufgefunden
nach Ortsbeschreibungen der obengenannten Autoren) sind stark alteriert. Die Mächtigkeiten
betragen zwischen 1 m und 10 m. Megaskopisch ist nur ein vergrüntes feinkörniges Gestein zu
erkennen, unter dem Mikroskop ist es ein Filz aus Albit, Chlorit, Titanit, Quarz, Serizit und Kalzit,
welcher auch als Einsprengling in einigen Gängen vorhanden ist. Ursache für diese Alteration ist

27
Zentralalpine Ganggesteine

eine grünschieferfazielle Metamorphose oder eine sehr starke autometasomatische Überprägung.


Nach der chemischen Zusammensetzung, unter der Annahme einer isochemen Alteration, war
das Ausgangsmaterial quarzdioritisch bis tonalitisch. Bei der Projektion in das Alkali-SiO2-
Diagramm liegen sie im Andesitfeld (Abb. 3.6.1), Im Rb-Sr-Ba-Diagramm (Abb. 3.6.2) ent-
spricht der Gang aus dem Landecker Quarzphyllit einem Diorit, die Ganggesteine aus dem
Pustertaler Quarzphyllit Quarzdiorit bis Granodiorit.

Abb. 3.6.1: Variationsdiagramm SiO2 vs. Na2O+K2O (Gew.-%): alterierte Gänge des Landecker
und Pustertaler Quarzphyllites ( :Pustertaler, :Landecker Quarzphyllit, 2: Dacit, 3:
Andesit)

Abb. 3.6.2: Rb-Sr-Ba-Diagramm: alterierte Gänge des Landecker und Pustertaler Quarzphyllites
( :Pustertaler, :Landecker Quarzphyllit)

28
Zentralalpine Ganggesteine

4 Ganggesteinsassoziationen in den Gebieten

In die verschiedenen tektonischen Einheiten (Kap. 1.2) intrudierten Ganggesteinsassoziationen,


die petrographisch bzw. geochemisch unterscheidbar sind. Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der
Darstellung der individuellen Eigenheiten dieser Assoziationen hauptsächlich mit Hilfe von
Variationsdiagrammen.
Die geochemischen Merkmale von Ganggesteinen in den regionalen Einheiten sind jeweils mit
den Literaturdaten verglichen (ALBERTI 1963, BECCALUVA et al. 1979, 1983, BORSI et al.
1978, COMIN-CHIARAMONTI & STOLFA 1981b, DEUTSCH 1980, 1984, 1986, v.GIZYCKI
1977, PURTSCHELLER & MOGESSIE 1988, RAMMELMAIR 1980, TOMASI 1950, TOMBA
1948 und ZANETTIN-LORENZONI 1964).

4.1 Ganggesteine des Silvrettakristallins


Hier intrudierten quarzdioritische Ganggesteine, wie sie schon BEARTH (1932) als ‘Diabasgänge’
beschrieben hat und in das Perm einstufte. HELLERMANN (1990) stellte bei diesen Gängen eine
große Ähnlichkeit mit denen des Ötztalkristallins (RAMMELMAIR 1980) fest. Beprobte
Lokalitäten sind Zernez, Kappl und Val d’Uina. Diese Ganggesteine ähneln petrographisch wie
geochemisch den Gängen im Ötztalkristallin. Wie jene sind sie durch autometasomatische und
metamorphe Einflüsse überprägt. Aus diesen Gründen werden die Gänge dieses Gebietes in den
Variationsdiagrammen zusammen mit den Ganggesteinen des Rojen- und Ötztalkristallins
dargestellt.

4.2 Ganggesteine des Rojen- und Ötztalkristallins


In der Ötztaldecke kann petrographisch eine Zweiteilung der Einheiten über die hier intrudierten
Ganggesteine vorgenommen werden: das Kristallin östlich des Etschtales (Rojenkristallin) gegen
das westlich davon gelegene Ötztalkristallin, mit einer Überschneidung im Bereich des Langtauferer
Tales. Die Gänge westlich des Reschensees (‘Rojener Gangschar’ nach TROLL et al. 1988) sind
in ihrem primären Mineralbestand und Gefüge gut erhalten und variieren von quarzdioritischer
(porphyrisch bis gleichkörnig) bis zu granitischer Zusammensetzung. Kennzeichnend für dieses
Gebiet sind ‘zusammengesetzte’ Gänge: nach der Intrusion basischer Ganggesteine erfolgte eine
weitere Dehnungsphase, in der saurere Magmen teilweise dieselben Wegsamkeiten benutzten.
Die älteren quarzdioritischen Gesteine werden von den jüngeren granodioritischen bis granitischen
Gängendabei parallel bis senkrecht zur älteren Kontaktfläche durchschlagen (siehe auch TROLL

29
Zentralalpine Ganggesteine

et al. 1988). Vereinzelt auftretende Paralleltextur betrifft nur die granodioritischen und granitischen
Ganggesteine. Eine deutliche metamorphe Überprägung ist auszuschließen, da alterierte Berei-
che, für die das Auftreten von Serizit und Chlorit typisch ist, stufenlos in nicht alterierte
übergehen.
Die Ganggesteine im Hauptteil der Ötztalkristallins sind deutlich alpidisch metamorph überprägt
(PURTSCHELLER & RAMMELMAIR 1982) mit einer Zunahme des Metamorphosegrades von
NW nach SE (PURTSCHELLER et al. 1987). Eine tektonische Beanspruchung einiger Gänge
(Lokalitäten Kaunertal, Obergurgl, Melag und Talatsch) wird durch die extreme Paralleltextur
belegt. Dagegen sind die Gänge von Zwieselstein und Gänsekragen ungeregelt. Vorherrschend
sind quarzdioritische Gänge, nur im südlichen Teil intrudierte ein später stark deformierter
porphyrischer Mikrogranodiorit (Lokalität Talatsch).
Geochemisch sind die beiden in der Petrographie der Ganggesteine unterschiedlichen Bereiche,
wie auch im Vergleich mit dem Silvrettakristallin, nicht zu trennen, wie das SiO2-TiO2-Diagramm
(Abb. 4.2.1) zeigt.

Abb. 4.2.1: Variationsdiagramm SiO2 vs. TiO2 (Gew.-%): Ganggesteine des Ötztal- und
Silvrettakristallins ( :granitisch, :granodioritisch; quarzdioritisch: : Rojen-, :Ötztal-
und :Silvrettakristallin; :Literaturwerte)

30
Zentralalpine Ganggesteine

REE-Analysen (Anhang V) von Ganggesteinen der ‘Rojener Gangschar’ zeigen im


chondritnormierten Verteilungsdiagramm (Abb. 4.2.2) eine deutliche Verstärkung der negativen
Europiumanomalie von quarzdioritischen zu granitischen Ganggesteinen, wie es für
Feldspatfraktionierung typisch ist. Die Ursache der Abnahme der leichten REE kann in der
Amphibol- und Biotitfraktionierung liegen, die Ursache der sehr starken Erniedrigung der
schweren REE von quarzdioritischer bis zu granodioritischer Zusammensetzung kann mit
Granatfraktionierung erklärt werden (WILSON 1989, S.13ff). Nachdem Granat in diesen
Gesteinen nicht zu beobachten ist, muß eine Absaigerung oder Umwandlung in Glimmerminerale
gefolgert werden. Die schweren REE nehmen von den granodioritischen Gängen zu den
granitischen aufgrund des Abschlusses der Granatfraktionierung und weiterer Anreicherung in
der Restschmelze zu.

Abb. 4.2.2: REE-Verteilungsmuster (chondritnormiert): Ganggesteine des Rojenkristallins


( :granitisch, :granodioritisch, : quarzdioritisch)

BECCALUVA et al. (1983) und TROLL et al. (1988) vermuteten für die Gänge dieses Gebietes
ein oligozänes Alter. Eine Altersbestimmung (Rb-Sr-Gesamtgesteine, durchgeführt vom Alters-
labor München unter Herrn Prof. Köhler) ergab für granitische bis dioritische Gesteine der
‘Rojener Gangschar’ ein Alter von 316 ± 7 Ma mit einem Sr-Initialwert von 0,7061 (Abb. 4.2.3).
Altersdaten (K-Ar) nach HARRE et al. (1968) für ‘Diabase’ aus dem Ötztalkristallin schwanken
von 88 Ma bis 409 Ma und zeigen damit den Einfluß fluider Phasen während der alpidischen
Metamorphose.

31
Zentralalpine Ganggesteine

Abb. 4.2.3:Isochronendiagramm 87Rb/86Sr vs. 87Sr/86Sr: Ganggesteine des Rojenkristallins (qd:


quarzdioritische, gd: granodioritische, g: granitische Zusammensetzung)

4.3 Ganggesteine des Campokristallins


Das Campokristallin wird von zahlreichen Gängen durchschlagen, die vorwiegend tonalitische,
untergeordnet granitische, quarzdioritische oder lamprophyrische Zusammensetzung besitzen.
Sie intrudierten auch in das sogenannte Ortlermesozoikum (STACHE & v.JOHN 1877, HAM-
MER 1903, ANDREATTA 1953 und LAUB 1989). Eine metamorphe Überprägung konnte nicht
festgestellt werden.
Die tonalitischen Gänge im nordöstlichen Campokristallin (Lokalitäten Töll und Aschbach)
ähneln in ihrer chemischen Zusammensetzung und in der Granatführung den porphyrischen
Gangtonaliten südlich des Tauernfensters. In die Umgebung des varistischen Kreuzbergplutons
intrudierten auch ein porphyrischer Mikrogranit (Lokalität Kuppelwies), ein Mikroquarzdiorit
(Lokalität Quadrathöfe) und ein Spessartit (Lokalität Töll). Den Pluton selbst durchschlägt ein
grobkörniger Ganggranit (Lokalität Plawiglbahn).
Ein Gebiet vielfältiger Ganggesteine mit granitischer bis quarzdioritischer Zusammensetzung ist
am Südende des Staudamms Grünsee (hinterstes Ultental) aufgeschlossen. Auffallend sind hier

32
Zentralalpine Ganggesteine

verschiedene Varietäten von tonalitischen bis quarzdioritischen Gängen, die sich durch Unter-
schiede in der Korngröße und im porphyrischen bis gleichkörnigen Gefüge ergeben. Ältere
feinkörnigere und daher dunkler erscheinende Intrusiva sind gerundet in gröberkörnigen Gang-
gesteinen zu finden. Granitische Gänge mit einer Mächtigkeit von bis zu 1,5 m durchschlagen die
tonalitisch-quarzdioritischen “Intrusivkonglomerate” dieses Gebietes. Auffallend sind hier im
Dünnschliff bräunliche Apatite.
Den intermediären Gängen in diesem Gebiet gleichen diejenigen vom Gaviapaß und Val Cedec.
Sie unterscheiden sich petrographisch von den oben beschriebenen durch geringere Gehalte an
Plagioklaseinsprenglingen und durch schwach zonierte Hornblendeeinsprenglinge. Im Val Forno
ist neben einer solchen Intrusion ein stark alterierter Gang mit mandelartigen Hohlräumen
(ausgelöste Kalzitfüllungen ?) aufgeschlossen.
Geochemisch unterscheiden sich die intermediären Gänge vom Grünsee und Gaviapaß von denen
des restlichen Campokristallins durch höhere Ba- und P2O5-Gehalte (Abb. 4.3.1) und durch einen
stärkeren I-Typ Charakter (Kap. 3.3). Im SiO2-TiO2-Diagramm (Abb. 4.3.2) ist dagegen ein
gemeinsamer Trend vorhanden.

Abb. 4.3.1: Variationsdiagramm P2O (Gew.-%)5 vs. Ba (ppm): intermediäre Ganggesteine des
Campokristallins ( :Grünsee, :Gaviapaß, :nordöstliches Campokristallin )

REE-Analysen zeigen im chondritnormierten Verteilungsdiagramm (Abb. 4.3.3) eine große


Ähnlichkeit der Kurven (auch bei der negativen Eu-Anomalie) für tonalitische und granitische
Gänge, die nur durch gleichförmig niedrigere Werte des mikrogranitischen Gangs aufgrund von

33
Zentralalpine Ganggesteine

Fraktionierungsvorgängen gekennzeichnet ist. Der Lamprophyr liegt ebenfalls in diesem Be-


reich, ist aber genetisch nicht mit den beiden anderen dargestellten Gängen verknüpft.

Abb. 4.3.2: Variationsdiagramm SiO2 vs. TiO2 (Gew.-%): Ganggesteine des Campokristallins
(tonalitisch: :Grünsee, :Gaviapaß, :nordöstliches Campokristallin; granitisch::
:Grünsee, :Ultental; lamprophyrisch : :Töll; :Literaturwerte: )

Abb. 4.3.3: REE-Verteilungsmuster (chondritnormiert): Ganggesteine des Campokristallins


(tonalitisch: : Grünsee; granitisch: : Grünsee; lamprophyrisch : : Töll)

DEL MORO et al. (1981) bestimmten das Alter eines tonalitischen Gangs dieses Gebietes (Rb-
Sr-Methode) mit 31 Ma.

34
Zentralalpine Ganggesteine

4.4 Ganggesteine im Altkristallin südlich des Tauernfensters und alpidische Plutone dieses
Gebietes
Vorzugsweise intrudierten in dieses Gebiet tonalitische Ganggesteine, neben Spessartit und
quarzdioritischen Gängen. Wie im Campokristallin sind in den Gängen keine Anzeichen
metamorpher Überprägung vorhanden. Die porphyrischen Gangtonalite, im Gebiet des Iseltales
und südwestlich davon bis zum Villgratental detailliert von AMARANTIDIS (1985) bearbeitet,
durchschlagen nicht nur das Altkristallin, sondern auch den Rieserferner Pluton und den
Granodiorit von Wöllatratten. Ein tonalitischer Gang westlich des Staller Sattels wird von der
Defereggen-Antholz-Vals-Linie gequert und ist als Mylonit aufgeschlossen.
In den porphyrischen Gangtonaliten (z.B. Lokalität Steinbruch Oblasser) treten gerundete,
quarzdioritische Xenolithe auf. Deren Gefüge ist feinkörniger und deutlich porphyrischer mit
einem höheren Verhältnis von Plagioklas- zu Mafiteinsprenglingen. Wie die tonalitischen Gänge
enthalten sie Granateinsprenglinge. Sowohl ihre chemische als auch modale Zusammensetzung
ist den tonalitischen Gängen sehr ähnlich.
Die Lamprophyre (Spessartit) durchschlagen ebenfalls die tertiären Intrusivkörper. Ein Spessartit
(Lokalität Michlbach) führt als einziger Mantel- (Harzburgit) und Krustenxenolithe (Gneise und
Glimmerschiefer).
Das bis jetzt einzige bekannte Vorkommen von Mikroquarzdioritgängen, ähnlich denen des
Ötztalkristallins, ist im Winkeltal (Lokalität Tilliach) aufgeschlossen.
Autometasomatische Einflüsse sind in allen Gängen bis auf die Lamprophyre häufig und variieren
innerhalb eines Gangs im Meterbereich.
Im SiO2-TiO2-Diagramm lassen sich die verschiedenen Gesteinstypen gut auftrennen (Abb.
4.4.1).
Die REE-Kurven in einem chondritnormierten Verteilungsdiagramm (Abb. 4.4.2) eines tonali-
tischen Gangs und eines magmatogenen Xenoliths ergeben eine schwache negative Europium-
anomalie aufgrund einer wenig ausgeprägten Feldspatfraktionierung sowie eine hohe Ähnlich-
keit, die auch chemisch und modal belegt ist (Kapitel 3). Davon unterscheidet sich der Lamprophyr
durch seinen höheren Anteil an leichten REE, verursacht durch fehlende Biotit- bzw.
Amphibolfraktionierung.
Einen porphyrischen Gangtonalit aus dem Iseltal bestimmten BORSI et al. (1978) isotopisch (Rb-
Sr) mit 28,9 ± 1,3 Ma. K-Ar-Datierungen von DEUTSCH (1984) an Lamprophyren aus der
Kreuzeck- und Goldberggruppe ergeben Alter von 24 bis 42 Ma.

35
Zentralalpine Ganggesteine

Abb. 4.4.1: Variationsdiagramm SiO2 vs. TiO2 (Gew.-%): Ganggesteine des Altkristallins
südlich des Tauernfensters ( :tonalitisch, :quarzdioritisch, :lamprophyrisch,
:quarzdioritischer Einschluß, :Literaturwerte)

Abb.4.4.2: REE-Verteilungsmuster (chondritnormiert): Ganggesteine im Altkristallin südlich


des Tauernfensters ( :tonalitisch, :lamprophyrisch, :quarzdioritischer Einschluß)

36
Zentralalpine Ganggesteine

4.5 Ganggesteine im Pustertaler und Landecker Quarzphyllit


Die Gänge dieses Gebietes (im Bereich St. Lorenzen bis östlich von Bruneck und bei Grins) sind
bis auf die Spessartite (Lokalitäten Ehrenburg und Niederwielenbach) sehr stark durch fluide
Phasen oder eine grünschieferfazielle Metamorphose umgewandelt. Im Dünnschliff sind nur
noch Albit, Quarz, Serizit, Chlorit, Epidot, Titanit, Kalzit, welcher auch als Einsprengling mit
Epidot in einigen Gängen festzustellen ist, in inniger Verwachsung festzustellen. Die Geochemie
und der Mineralbestand geben einen Hinweis auf die mögliche primäre Zusammensetzung, die
den dioritischen bis tonalitischen Gängen am nächsten liegt (Diagramm Kap. 3.6). Im Landecker
Quarzphyllit ist nur ein alterierter dioritischer Gang bekannt, der aus Chlorit, Titanit und
serizitisierten Plagioklasen zusammengesetzt ist.

4.6 Ganggesteine im Iffinger und Brixener Granit


In die varistischen Plutone intrudierten Spessartite, die sich von den Lamprophyren im Altkri-
stallin durch ihren höheren Alterationsgrad, die schlierige Textur und einer wesentlich gröberen
Matrix unterscheiden. Außerdem ist eine Zonierung der Hornblendeeinsprenglinge, die häufig ei-
nen buchtigen Rand aufweisen, zu beobachten. Ein weiteres Merkmal sind Quarz- und seltene
Plagioklaseinsprenglinge; beides möglicherweise Xenokristalle aus dem umgebenden Pluton.
Lamprophyre im Brixener Granit sind an den Lokalitäten Mühlbach, Terenten und Kiens, im If-
finger Pluton bei der Lokalität St. Oswald aufgeschlossen. Nicht beprobt wurden aplitische Gän-
ge, wie von ALBERTI (1963) und v. GIZICKY (1977) im Brixener Granit und granitische bis di-
oritische Gänge, wie von v. GIZYCKI (1977) und KUGEL (1988) in alpidischen Plutonen
beschrieben. Der Spessartit aus dem Iffinger Pluton unterscheidet sich von den Gängen im
Brixener Granit durch seinen wesentlich höheren TiO2-Gehalt (Abb. 4.6.1).

Abb. 4.6.1: Variationsdiagramm SiO2 vs. TiO2 (Gew.-%): Ganggesteine aus dem Brixener und
Iffinger Pluton ( :Iffinger, :Brixener Pluton; Literaturwerte: : Iffinger , :Brixener Pluton)

37
Zentralalpine Ganggesteine

5 Gegenüberstellung der Ganggesteinsassoziationen der Gebiete

Trotz der unterschiedlichen Petrographie und Geochemie zeigen alle Gebiete im AFM-Dia-
gramm einen gemeinsamen kalkalkalischen Trend (Abb. 5.1), bis auf einige Lamprophyre, die
einem schwach tholeiitischen Charakter entsprechen. Im Verteilungsmuster der REE
(chondritnormiert) haben alle Ganggesteinsassoziationen einen gemeinsamen Trend (Abb. 5.2),
auch wenn sie genetisch nicht miteinander verknüpft sind. Nur die granitischen bis granodioritischen
Gänge des Rojenkristallins weichen etwas davon ab.
Intrusionen verschiedener Ganggesteine sind in fast allen Gebieten zu beobachten (+: vorhanden,
?: vermutliche Zusammensetzung):

Gestein L QD T GD G
Gebiet

Silvrettakristallin +
Rojenkristallin + + +
Ötztalkristallin + +
Campokristallin + + + +
Altkristallin südlich des Tauernfensters + + +
Quarzphyllite + ? ?
periadriatische Plutone + +

Deutlich unterscheiden sich das Silvretta-, Rojen- und Ötztalkristallin von den anderen Gebieten
aufgrund höherer TiO2-Gehalte der intermediären Gesteine (Abb. 5.3) und ihr höheres Intrusionsalter
(Kap. 4.2). Tonalit- und Lamprophyrgänge fehlen hier, dagegen sind in den anderen Bereichen
quarzdioritische Gänge selten, granodioritische bis jetzt nicht beobachtet.
Die tonalitischen Ganggesteine aller Gebiete, mit Ausnahme der in Kap. 4.3 beschriebenen mit
höheren Ba- und P2O5-Gehalten, sind sowohl petrographisch als auch geochemisch als gleich
anzusprechen.
Lamprophyre aus den Plutonen unterscheiden sich von den Spessartiten des Altkristallins durch
ihre schlierige Textur und den niedrigeren (Brixener Granit) oder höheren (Iffinger Pluton) TiO2-
bzw. Ba-Gehalt (Abb. 5.4).

38
Zentralalpine Ganggesteine

Abb. 5.1: A-F-M-Diagramm der Ganggesteine ( :granitisch, :granodioritisch,


:tonalitisch, :quarzdioritisch, :lamprophyrisch, :alterierte Gänge)

Abb. 5.2: chondritnormiertes Verteilungsmuster der REE (MG: mikrogranitisch, GD:


granodioritisch, T: tonalitisch, QD: quarzdioritisch, L: lamprophyrisch, E: Einschluß, Campo:
Campo-, Def: Defereggen-Schober-, Rojen: Rojenkristallin)

39
Zentralalpine Ganggesteine

Abb. 5.3: Variationsdiagramm SiO2 vs. TiO2 (Gew.-%): Ötztal- und Silvrettakristallin:
,Campo-, Defereggen-Schober- und Kreuzeckkristallin: , Pustertaler und Landecker Quarz-
phyllit: )

Abb. 5.4: Variationsdiagramm TiO2 (Gew.-%) vs. Ba (ppm): Lamprophyre aus dem Altkristallin
südlich des Tauernfensters und den Plutonen ( : Brixener Granit, : Iffinger Pluton,
:Pustertaler Quarzphyllit , :Defereggen-Schober-, :Campo- und : Kreuzeck-kristal-
lin)

40
Zentralalpine Ganggesteine

K2O-Ba-Diagramme weisen auf eine mehrphasige Magmenentwicklung hin. Während der


fraktionierten Kristallisation wird Ba bevorzugt vor K in Kalifeldspat und Biotit eingebaut.
Daraus ergibt sich zunächst eine positive Korrelation. In Spätdifferentiaten erhöht sich dagegen
das K-Ba-Verhältnis, da der größte Anteil von Ba in den früher gebildeten Phasen gebunden ist,
wie es von v.GIZYCKI (1977) am Beispiel des Rensenplutons beschrieben wurde. Aus den
Abbildungen 5.5 bis 5.7 wird deutlich, daß eine ähnliche fraktionierte Kristallisation in jedem der
untersuchten Gebiete stattfand. Jeder Gangtyp in einem Gebiet zeigt dabei eine eigene Entwick-
lung, wobei sich die Spätdifferenziate des Rojenkristallins dem Ganggranit des Ultentales
gleichen, wie auch die granodioritischen den anderen granitischen Gängen des Campokristallins
mit Ausnahme des porphyrischen Mikrogranits aus dem Ultental. Aufgrund der niedrigen K2O-
Gehalte und fehlender, weiterer Differentiationsprodukte werden die basischen Ganggesteine aus
dem Ultental nicht dargestellt. Die Streuung bei den einzelnen Gangtypen ist auf die unterschied-
liche Mobilität von K und Ba bei einem lokal unterschiedlichen Einfluß von postmagmatischen
fluiden Phasen zurückzuführen.

Abb. 5.5: Variationsdiagramm K2O (Gew.-%) vs. Ba (ppm): Ganggesteine im Altkristallin


südlich des Tauernfensters und des Pustertaler Quarzphyllits (Defereggen-Schoberkristallin:
:Lamprophyre, :Quarzdiorite, :Tonalite, :Einschluß; Pustertaler Quarzphyllit:
:Lamprophyre, :alterierte Ganggesteine)

41
Zentralalpine Ganggesteine

Abb. 5.6: Variationsdiagramm K2O (Gew.-%) vs. Ba (ppm): Ganggesteine im Campokristallin


( :Lamprophyr, :Quarzdiorit, :Granite; Tonalite: : Gaviapaß, :Grünsee, :
Val Forno, Val Zebru)

Abb. 5.7: Variationsdiagramm K2O (Gew.-%) vs. Ba (ppm): Ganggesteine im Ötztal-, Rojen- und
Silvrettakristallin (Quarzdiorite: : Silvretta-, : Rojen-, : Ötztalkristallin; Granodiorite:
:Rojen-, :Ötztalkristallin, Granite: :Rojenkristallin)

42
Zentralalpine Ganggesteine

6 Vergleich mit periadriatischen Plutonen

Entlang der periadriatischen Naht im untersuchten Gebiet intrudierten Plutone vorwiegend


granitischer bis tonalitischer Zusammensetzung (siehe auch EXNER 1976). Altersbestimmungen
dieser Intrusionen zeigen eine bimodale Häufigkeitsverteilung: ca. 280 Ma für den Brixener,
Kreuzberg und Iffinger Pluton; ca. 35 Ma für die Plutone zwischen Tauernfenster und der
periadriatischen Naht (Übersicht in v.GIZYCKI 1977, BORIANI et al. 1985 und SASSI et al.
1985). Eine mehrstufige Magmengenese ist zumindest für den Rieserferner Pluton anzunehmen
(BELLIENI et al. 1980, GRATZER & KOLLER 1990).
Die Literaturwerte für den geochemischen Vergleich stammen von BELLIENI et al. (1980, 1981,
1984), BORSI et al. (1978), COMIN-CHIARAMONTI & STOLFA (1981a), v.GIZYCKI (1977)
und GRATZER (1982). In den Variationsdiagrammen sind die alpidischen und die varistischen
Intrusiva mit einer unterschiedlichen Umhüllung dargestellt (ohne Berücksichtigung einzelner
Ausreißer).
Im SiO2-A/CNK-Diagramm (Abb. 6.1) zeigen die alpidischen Plutone einen stärkeren I-Typ-
Charakter als die varistischen. Nach dem AFM-Diagramm (Abb.6.2) liegen sie, deutlich einander
überlagernd, im kalkalkalischen Feld.

Abb. 6.1: Variationsdiagramm SiO2 (Gew.-%) vs. A/CNK: varistische und alpidische Plutone

43
Zentralalpine Ganggesteine

Abb. 6.2: AFM-Diagramm alpidischer (durchgezogen) und varistischer (gestrichelt) Plutone;


CA: kalkalkalischer Trend; TH: tholeiitischer Trend

Eine klare Unterscheidung der alpidischen von den varistischen Plutonen ist mit binären
Variationsdiagrammen darstellbar (NEUMAIR & TROLL 1990). So enthalten die varistischen
Plutone im berücksichtigten Gebiet bei gleichem SiO2-Gehalt mehr an TiO2 als die alpidischen
(Abb. 6.3).

Abb. 6.3: Variationsdiagramm SiO2 vs. TiO2 (Gew.-%): alpidische und varistische Plutone

44
Zentralalpine Ganggesteine
Für den Vergleich wurden alle Ganggesteinsanalysen bis auf die der Lamprophyre benutzt. Wie
aus dem SiO2-TiO2-Diagramm (Abb. 6.4) hervorgeht, ist die Unterscheidung bei tonalitischer bis
quarzdioritischer Zusammensetzung am deutlichsten. Die Gänge aus dem Altkristallin südlich
des Tauernfensters und dem Campokristallin mit den niedriegeren TiO2-Gehalten liegen im Feld
alpidischer Plutone, die Ganggesteine aus dem Ötztal- und Silvrettakristallin mit den höheren
TiO2-Gehalten im Bereich über dem Feld varistischer Plutone. Für die alterierten Gänge aus dem
Pustertaler und Landecker Quarzphyllit ist keine Zuordnung möglich.

Abb. 6.4: Variationsdiagramm SiO2 vs. TiO2 (Gew.-%): alpidische und varistische Plutone (wie
in Abb. 7.3) und Ganggesteine ohne Lamprophyre; : Silvretta-, Rojen- und Ötztalkristallin,
:Campokristallin, :Altkristallin südlich des Tauernfensters, : Pustertaler und Landecker
Quarzphyllit
Wie im TiO2-SiO2-Diagramm zeigt eine Eintragung der Plutone in das K2O-Ba-Diagramm eine
Zweiteilung (Abb. 6.5) mit K2O-Ba-Verhältnissen von ca. 1:300 für alpidische und 1:200 für
varistische Intrusiva. Da die Ba- und K2O-Konzentrationen im Iffinger Pluton eine starke
Schwankung zeigen, deren Grund unbekannt ist, wurden zum Vergleich mit den Ganggesteinen
nur Analysen des Brixener Granits berücksichtigt.
BORSI et al. (1978) vermuteten aufgrund von Rb-Sr-Isotopenuntersuchungen, daß die tonali-
tischen Gänge im Bereich des Iseltales eine Ganggefolgschaft des Rieserfernerplutons darstellen.
Abbildung 6.6 zeigt, daß die tonalitischen und quarzdioritischen Ganggesteine aus dem Alt-
kristallin südlich des Tauernfensters in keinem Bereich der Plutone liegen, was auch für Gänge
aus anderen Gebieten zutrifft, so daß eine genetische Verwandtschaft nicht angenommen werden
kann.

45
Zentralalpine Ganggesteine

Abb. 6.5: Variationsdiagramm K2O (Gew.-%) vs. Ba (ppm): alpidische Plutone (durchgezogen),
Brixener Granit (gestrichelt) und Iffinger Pluton ( )

Abb. 6.6: Variationsdiagramm K2O (Gew.-%) vs. Ba (ppm): alpidische Plutone (durchgezogen)
und Brixener Granit (gestrichelt) mit tonalitischen ( ) und quarzdioritischen Gängen ( ) des
Altkristallins südlich des Tauernfensters

46
Zentralalpine Ganggesteine

Das weitverbreitete Auftreten der intermediären Ganggesteine läßt einen ähnlichen Ursprung
vermuten: wäre ein Pluton die Quelle, müßte er häufiger an der Oberfläche aufgeschlossen sein.
Auch sind die alpidischen Plutone nördlich der periadriatischen Naht unterschiedlich in ihrer
Genese (GIZYCKI 1977). In der Umgebung des nahegelegenen, dem Rieserferner ähnlichen,
Rensenplutons sind keine tonalitischen Gänge bekannt. Die Granatzonierung in Ganggesteinen
differiert von der in Plutonen (vergl. Kapitel 4.4).
Die chondritnormierten REE-Verteilungsmuster (Analysen von BELLIENI et al. 1980) der
alpidischen Plutone (Abb. 6.7) zeigen gegenüber den Ganggesteinen (Kap.5 Abb. 6.5.2) schwä-
chere Eu-Anomalien. Dies weist auf eine nahezu fehlende Feldspatfraktionierung gegenüber den
Ganggesteinen hin.

Abb. 6.7: REE-Verteilungsmuster (chondritnormiert) der alpidischen Plutone (Altenberg: ,


Rensen: ,Rieserferner: und Zinsnock: )

Daher ist eine gemeinsame Genese von den untersuchten Ganggesteinen und den betrachteten
Plutonen nicht anzunehmen.

47
Zentralalpine Ganggesteine

7 Diskussion der Ergebnisse

Die vielfältige Petrographie und Geochemie der Ganggesteine belegt die verschiedenen Entwick-
lungen der jeweiligen regionalen Assoziationen (Kap. 4 und 5). Der unterschiedliche
Alterierungsgrad ist auf die Aktivität spätmagmatischer fluider Phasen und, gegebenenfalls,
alpidische Metamorphose zurückzuführen, die den primären Mineralbestand bis zur Unkennt-
lichkeit veränderte, wie auch HELLERMANN (1990) feststellte.

7.1 Magmengenese
Obwohl die Ganggesteine der verschiedenen Gebiete sehr unterschiedliche Zusammensetzung
besitzen, zeigen sie im AFM-Dreieck einen gemeinsamen kalkalkalischen Trend (Abb. 7.1.1), der
auf ihren orogenen Ursprung hinweist. Weiter spricht für ihn die petrographische Variationsbreite
(vorwiegend tonalitische bis quarzdioritische Gesteine). Das für alle untersuchten Ganggesteine
ähnliche REE-Verteilungsmuster (Abb. 7.1.2) deutet auf einen gemeinsamen Ursprung hin.
Im Y+Nb-Rb-Diagramm nach PEARCE et al. (1984) können granitische Gesteine verschiedenen
tektogenetischen Ursprungs unterschieden werden. Alle beprobten granitischen bis granodiori-
tischen Gänge, sowohl alpidische als auch varistische, liegen hier im Übergang der Felder
“syncollision granite” und “volcanic arc granite” (Abb. 7.1.3); in diesen Bereich fallen aber auch
“postcollision granites” wie der Rieserferner Pluton (PEARCE et al. 1984).

Abb. 7.1.1: AFM-Diagramm der Ganggesteine; CA: kalkalkalisch, TH: tholeiitisch,


: granitische, :granodioritische, : tonalitische, :quarzdioritische, :lamprophyrische,
:alterierte Gänge

48
Zentralalpine Ganggesteine

Abb. 7.1.2: REE-Verteilungsdiagramm der Ganggesteine (MG: granitische, GD: granodioritische,


T: tonalitische, QD: quarzdioritische und L: lamprophyrische Zusammensetzung, E: Einschluß,
Campo: Campo-, Def: Defereggen-Schober-, Rojen: Rojenkristallin)

Abb. 7.1.3: Variationsdiagramm Y+Nb vs. Rb (ppm): links granitische ( :Rojenkristallin,


:Campokristallin (ohne Grünsee), :Campokristallin (Grünsee)) und rechts granodioritische
Ganggesteine ( :Rojenkristallin, :Ötztalkristallin)

Da die Ganggesteine jünger als die vom Alter her entsprechenden Plutone sind, bis auf die Gänge
unbekannten Alters aus dem Pustertaler Quarzphyllit, können sie ebenfalls als syn- bis postorogen

49
Zentralalpine Ganggesteine

eingestuft werden. Bei den Lamprophyren ist wahrscheinlich, daß die Spessartite in den varistischen
Plutonen eine Spätphase der Magmenentwicklung darstellen, die Spessartite des Altkristallins
hingegen mit den von DEUTSCH (1980, 1984, 1986) untersuchten zu korrelieren sind. Für ihn
handelt es sich dabei um “alkalibasaltische Ganggesteine”, die im Zeitraum vor 24-42 Ma
intrudierten, also auch als syn- bis postorogen einzustufen sind. Die Harzburgitxenolithe im
Spessartit von Michlbach, der den anderen Spessartiten im Altkristallin sehr ähnlich ist, bezeugen
eine Herkunft aus dem oberen Mantel.
Wie für die Lamprophyre ist als primäre Quelle der anderen Ganggesteine nach dem Y-Cr-
Diagramm nach PEARCE (1982) eine Teilschmelzbildung im oberen Mantel mit einem Schmelz-
anteil von etwa 15-20% anzunehmen (Abb. 7.1.4); BECCALUVA et al. (1983) nahmen für diese
Gesteine einen Teilschmelzanteil von 10-20% spinellführendes Material des oberen Mantels an.
PEARCE (1982, S. 531ff.) interpretiert eine Entwicklung subparallel zur Ordinate als
Fraktionierungstrend ohne Zufuhr von subduzierten Material.

Abb. 7.1.4: Variationsdiagramm Y vs. Cr (ppm): Trend zentralalpiner Ganggesteine ( :


granitische, :granodioritische, : tonalitische, :quarzdioritische, :lamprophyrische,
:alterierte Gänge)

Als Ursprung der basaltischen Schmelzen ergibt sich hierfür als einfachste Annahme eine durch
H2O-Zufuhr aus subduziertem Material induzierte Teilschmelzbildung im oberen Mantel (sche-
matisch dargestellt in Abb. 7.1.5), wie es auch BOETTCHER (1973) zur Bildung andesitischer
Schmelzen für wahrscheinlich hält und GATTO (1976) für den zentralalpinen Magmatismus
vermutete.

50
Zentralalpine Ganggesteine

Abb. 7.1.5: Schematisches Modell zur Bildung von Schmelzen im oberen Mantel an aktiven
Kontinentalrändern (aus WILSON 1989, S. 202)

51
Zentralalpine Ganggesteine

Die Schmelzen haben Krustenmaterial assimiliert, wie Zirkonuntersuchungen von BARTH et al.
(1989) und TONDAR et al. (1990) an verschiedenen Intrusivgesteinen und Krustenfragmente in
Lamprophyren und tonalitischen Gesteinen des Campokristallins (Lokalität Grünsee) belegen.Das
Fehlen übernommener Nebengesteinsirkone zeigt, daß die Assimilation von krustalem Material
nicht im Bereich der Platznahme, sondern der Magmengenerierung stattfand (TONDAR et al.
1990). Dies vermuteten schon BECCALUVA et al. (1979, 1983) und HELLERMANN (1990)
aufgrund der Spurenelementverteilung. Auch die Sr-Initialverhältnisse um 0,705 bis 0,71 für die
Plutone wie für die Gänge sind Anzeichen für einen krustalen Einfluß.
Der Ursprung der in den östlichen Zentralalpen vorhandenen Ganggesteine ist nach den oben
angestellten Betrachtungen das Ergebnis einer Teilschmelze des oberen Mantels, welche
Kontinentalkruste assimiliert hat.
Nach den Zirkonuntersuchungen von TONDAR et al. 1990 sind folgende Temperaturintervalle
(± 50° C) für die Kristallisation der Zirkonaußenhülle anzunehmen: Mikrogranit (Rojenkristallin):
700° - 600° C, porphyrischer Mikrogranodiorit (Rojenkristallin): 700° - 600° C, tonalitische
Ganggesteine: 750° - 600° C (Campokristallin) bzw. 850° - 650° C (Defereggen-Schober-
kristallin). Aus den niedrigeren Temperaturen ergibt sich, daß Zirkon bis zum Solidus der
jeweiligen Schmelzzusammensetzung auskristallisiert ist, bzw. eine weitere Hülle erhalten hat.
Das Auftreten von almandinreichem Granat als Liquidusphase in orogenen Basalten und
Andesiten ist nach GILL (1981) bei H2O-Gehalten > 5 Gew.-% und Drucken von 20 - 30 kbar
möglich.

7.2 Entwicklung der Variationsbreite


Die Schmelzbildung, wie sie in Kap. 7.1 dargestellt wurde, ist nicht als großräumiger Prozeß zu
verstehen, sondern als punktueller, regional begrenzter Vorgang. Für den Schmelzchemismus
nach der Assimilation spielt die Zusammensetzung des assimilierten Materials eine wichtige
Rolle, d.h. aus ursprünglich sehr ähnlichen Schmelzen können sich geochemisch sehr unter-
schiedliche Schmelzen entwickeln. Im Folgenden wird versucht, dies weiter auszuführen.
Bei einem weiteren Aufstieg differenzierten die Schmelzen, außer den Lamprophyren, weiter von
quarzdioritischer bis hin zu granitischer Zusammensetzung mit regionalen Unterschieden. Nach
PEARCE & NORRY (1979, S. 42ff) ist für einen Trend, wie er in Abb. 7.2.1 gezeigt ist (relativ
zu Zr starke Abnahme an TiO2 von basischen zu sauren Gesteinen), eine kombinierte Plagio-,
klas-, Biotit- und Amphibolfraktionierung, neben einem geringen Einfluß von Zirkon, maßgeb-
lich. Dies ergibt sich auch aus den chondritnormierten REE-Diagrammen (Kap.5).

52
Zentralalpine Ganggesteine

Abb 7.2.1: Variationsdiagramm Zr (ppm) vs. TiO2 (Gew.-%) der Ganggesteine ( : granitische,
:granodioritische, : tonalitische, :quarzdioritische, :lamprophyrische, :alterierte
Gänge)

Neben diesem Vorgang sind weitere, wie Assimilation von Kruste, lokale Schwankungen im
H2O-Gehalt, fO2 und gravitatives Absaigern dichter Minerale (z.B. Granat), nicht auszuschließen.
Ein anderer Hinweis auf die Änderung des Schmelzchemismus’ während des Aufstiegs der
Magmen sind zonierte Hornblende- und Granateinsprenglinge. Die Unterschiede sind aus dem
Arbeitsmodell (Kap. 7.1) folgendermaßen abzuleiten: zeitlich und regional unabhängige
kleinräumige Teilschmelzbildungen und die darauffolgende individuelle Entwicklung jeder
dieser Magmen, inklusive aller oben beschriebener Faktoren, kann dieselbe Richtung einschlagen
und zum gleichen Endprodukt führen (z.B. tonalitische oder lamprophyrische Gesteine). Jede
Änderung von Parametern (unterschiedliches assimiliertes Material, Gehalt an Volatilen, Zeit-
unterschied im Aufsteigen oder Auskristallisieren, anderes Intrusionsniveau, variierende post-
magmatische Alteration) erzeugt hierbei unterschiedliche Gesteine (z.B. Korngrößenunterschiede,
kontrastierende Ba- und P2O5-Gehalte der tonalitischen Gänge im Campokristallin). Belegt wird
dies auch durch zirkonmorphologische Untersuchungen von NEUMAIR et al. (1991) an den sehr
ähnlichen tonalitischen Ganggesteinen (Lokalitäten Aschbach im unteren Vintschgau und
Pölland im Iseltal). Als Schwierigkeit ergibt sich, daß die o.a. Parameter entweder unbekannt
(Zusammensetzung der assimilierten Kruste, zeitliche Faktoren u.a.) oder durch postintrusive
Vorgänge verändert werden können (metamorphe Überprägung, Einfluß fluider Phasen u.v.m.).
Diese Voraussetzungen treffen für die zentralalpinen Ganggesteine zu, da nur so die große

53
Zentralalpine Ganggesteine

individuelle Variationsbreite zu erklären ist. Dabei zeigen die spätvaristischen Gänge (Rojen-,
Ötztal- und Silvrettakristallin) im Gegensatz zu den spätalpidischen Ganggesteinen
(Campokristallin und Altkristallin südlich des Tauernfensters eine eingeschränktere Variations-
breite (siehe Kap. 4).
Das Auftreten feinkörniger, dunklerer Xenolithe wie an einigen Gängen beobachtet werden kann,
welche nahezu dieselbe Zusammensetzung besitzen wie das umgebende Material, erklärt
AYRTON (1988) durch beim Aufstieg eines Magmas mitgerissene, in einem tieferen Stockwerk
kristallisierte Salbandbruchstücke. Die Rundung erfolgt anschließend in der Schmelze, die im
chemischen Gleichgewicht mit dem “Xenolith” steht.

7.3 Einordnung in die alpine Orogenese


Wie aus den radiometrischen Altersbestimmungen hervorgeht, können die untersuchten Gang-
gesteine zwei orogenen Phasen der Ostalpen zugeordnet werden. In der varistischen Phase
intrudierten die Ganggesteine des Silvretta-, Rojen- und Ötztalkristallins, in der alpidischen
Phase die des Campo- und des Defereggen-Schoberkristallins. Ihr Aufsteigen dürfte aufgrund
des jeweils etwas jüngeren Alters als das der entsprechenden Plutone auf syn- bis
postorogene, stellenweise mehrphasige Dehnungsvorgänge zurückgeführt werden. Hier nicht
eingeordnet werden können die alterierten Ganggesteine im Pustertaler bzw. Landecker
Quarzphyllites.

54
Zentralalpine Ganggesteine

8 Ausblick

Aus den bisherigen Ergebnissen ist eine räumlich und zeitlich getrennte komplexe Genese der
zentralalpinen Ganggesteine ersichtlich.
Weitere detaillierte Untersuchungen (ESM-, REE-, Spuren- und Isotopenanalysen, sowie zirkon-
morphologische Bearbeitungen nach TONDAR et al. (1990)), auch eng begrenzter Gebiete, sind
durchzuführen, um die bisherigen Ergebnisse zu prüfen und ggf. zu untermauern. Außerdem
sollten die periadriatischen Plutone ebenfalls mit diesen Methoden bearbeitet werden, um
Unterschiede bzw. Ähnlichkeiten mit den Ganggesteinen festzustellen.
Tektonische Arbeiten, die Gänge, Plutone und Nebengestein berücksichtigen, könnten die
dynamischen Vorgänge, die zur Intrusivtätigkeit und räumlichen Verteilung der magmatischen
Gesteine führten, weiter eingrenzen und erklären.

55
Zentralalpine Ganggesteine

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Zentralalpine Ganggesteine

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61
Zentralalpine Ganggesteine

Danksagung

An erster Stelle gilt mein Dank Herrn Prof. Dr. G. Troll (verst. 05.09.1991) für die Übertragung
dieser interessanten Arbeit und seine Unterstützung bei problematischen Fragen.
Herrn Prof. Dr. H.G. Huckenholz danke ich für die Erlaubnis zur Benutzung der Institutsein-
richtungen.
Die Isotopenmessungen wurden freundlicherweise von der Arbeitsgruppe Geochronologie unter
Herrn Prof. Dr. H. Köhler durchgeführt.
Herrn Dipl.-Min. R. Lampl danke ich für die Überlassung der ICP-Messungen der Seltenen Erden.
Bei Herrn Dipl.-Chem. T. Dorfner bedanke ich mich für seine Hilfe bei der RFA-Analytik.
Weiter förderten zahlreiche Institutsmitglieder, von denen ich unter anderen Dr. E. Linhardt, Dr.
P. Tondar, Dipl.-Min. C. Böhm, Dr. P. Horn und Dr. V.v. Drach danken möchte, diese Arbeit
durch fruchtbare Diskussionen.
Für den freundlichen Gedankenaustausch, der manch andere Perspektive aufzeigte, danke ich den
Geologen und Mineralogen aus Erlangen, Innsbruck, Salzburg und Wien.

Diese Arbeit wurde zeitweise von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Projekt Tr 61/47-1
“Zentralalpine Ganggesteine”) finanziell unterstützt.

62
Zentralalpine Ganggesteine

Abkürzungen

A/CNK [Al2O3]/[CaO]+[Na2O]+[K2O] molar


Acc Akzessorien
Adr Andradit
Alm Almandin
Bt Biotit
Chl Chlorit
Cpx Klinopyroxen
Eas Eastonit
ESM Elektronenstrahlmikrosonde
FeO* Fe-Gehalt als FeOgesamt
Grs Grossular
Hbl Hornblende
Hgl Hellglimmer
Kf Kalifeldspat
Loc. Lokalität
NWG Nachweisgrenze
Ol Olivin
Opak Opakminerale
Opx Orthopyroxen
Plg Plagioklas
ppm parts per million (10-3 kg/103kg)
Prp Pyrop
Qu Quarz
REE Seltene Erden
REM Rasterelektronenmikroskop
RFA Röntgenfluoreszenzanalytik
Sid Siderophyllit
Sps Spessartin
Tit Titanit
WR Whole Rock (Gesamtgestein)

63
Zentralalpine Ganggesteine

Anhang I:

Probenverzeichnis
G: granitisch, GD: granodioritisch, T: tonalitisch, QD: quarzdioritisch, X: vermutlich tonalitisch
bis dioritisch, L: lamprophyrisch, E: Einschluß, fk: feinkörnig-aphanitisch, kk: kleinkörnig, mk:
mittelkörnig, gk: grobkörnig, hp: hiatalporphyrisch, sp: serialporphyrisch, d: deformiert, Alt.:
Alterationsgrad (0: frisch, 1: schwach [beginnende Alteration], 2: mittel [30-70% Alterations-
produkte], 3: stark [>70% der Minerale alteriert]), Geb.: Probenahmegebiet (entspricht den
Gebietnummern in Abb. 1.1.1), Koordinaten: östl. Länge/nördl. Breite

Probe Gestein Alt. Lokalität Geb. Koordinaten


AN150 QD fk 2 Vallungspitze 3 10°27’37"/46°46’44"
AN151 L fk hp 2 Mühlbach 6 11°40’10"/46°48’22"
AN160 GD fk hp d 3 Reschensee 3 10°31’51"/46°49’14"
AN161 QD fk hp 3 Reschensee 3 10°32’42"/46°47’50"
AN172 L fk sp 2 Mühlbach 6 11°40’10"/46°48’22"
AN173 QD fk 3 Zwieselstein 4 11°02’13"/46°54’40"
AN174 QD kk 3 Zwieselstein 4 11°02’13"/46°54’40"
AN176 QD fk hp 3 Reschensee 3 10°31’54"/46°49’14"
AN178 QD fk 3 Val d’Uina 1 10°22’42"/46°48’22"
AN181 QD kk 2 Reschensee 3 10°31’55"/46°49’14"
AN182 GD fk hp 2 Reschensee 3 10°31’54"/46°49’14"
AN183 QD fk hp d 3 Reschensee 3 10°31’55"/46°49’14"
AN185 G fk 3 Gamperkar 3 10°29’22"/46°47’24"
AN186 GD fk hp 2 Gamperkar 3 10°29’22"/46°47’10"
AN187 QD mk 2 Gamperkar 3 10°29’22"/46°47’04"
AN189 L fk 3 St. Oswald 6 11°16’23"/46°41’31"
AN204 X fk 3 St. Lorenzen 7 11°14’08"/46°46’31"
AN205 X fk 3 St. Lorenzen 7 11°44’27"/46°46’38"
AN206 X fk 3 Pflaurenz 7 11°41’54"/46°46’44"
AN207 X fk 3 St. Lorenzen 7 11°43’15"/46°46’57"
AN208 X fk 3 St. Lorenzen 7 11°44’08"/46°47’17"
AN209 L fk sp 2 Niederwielenb. 7 11°58’34"/46°47’17"
AN210 X fk 3 Stegen 7 11°55’05"/46°44’34"
AN212 L fk sp 2 Ehrenburg 7 11°51’46"/46°46’31"
AN214 X fk 3 Kniepass 7 11°42’13"/46°47’10"
AN215 L fk hp 2 Ehrenburg 7 11°51’46"/46°46’31"
AN219 QD fk 3 Gänsekragen 4 11°02’04"/47°05’07"
AN220 T fk hp d 3 Staller Sattel 8 12°12’04"/46°53’48"
AN222 L fk hp 2 Roßhornscharte8 12°10’00"/46°55’22"
AN223 L kk 2 Barer Hütte 8 12°10’00"/46°55’39"
AN224 QD fk sp d 3 Kaunertal 4 10°44’36"/46°58’03"
AN225 QD fk d 3 Zernez 1 10°04’46"/46°41’38"
AN229 L fk sp 2 Wöllabach 9 13°03’58"/46°53’29"
AN232 G gk 1 Plawiglbahn 5 11°06’59"/46°36’38"
AN234 T fk hp 3 Gavia 5 10°30’04"/46°22’50"

64
Zentralalpine Ganggesteine

Probenverzeichnis (Fortsetzung)
AN236 T fk hp 3 Val Forno 5 10°31’54"/46°24’34"
AN243 T fk hp 2 Gavia 5 10°30’38"/46°21’31"
AN245 T mk sp 1 Grünsee 5 10°47’56"/46°28’42"
AN246 T gk 1 Grünsee 5 10°47’56"/46°28’42"
AN247 G mk 1 Grünsee 5 10°47’56"/46°28’42"
AN249 T fk hp 1 Grünsee 5 10°47’56"/46°28’42"
AN250 T fk hp 1 Grünsee 5 10°47’56"/46°28’42"
AN251 QD mk 1 Grünsee 5 10°47’56"/46°28’42"
AN252 T kk sp 1 Grünsee 5 10°47’56"/46°28’42"
AN254 QD mk 2 Val Zebru 5 10°34’27"/46°27’50"
AN255 G mk 2 Val Zebru 5 10°34’27"/46°27’50"
AN256 T kk 3 Weißbrunn 5 10°48’25"/46°28’29"
AN257 T kk 3 Weißbrunn 5 10°48’25"/46°28’29"
AN258 T fk hp 3 Val Zebru 5 10°34’27"/46°27’50"
AN259 T gk 2 Grünsee 5 10°47’56"/46°28’42"
AN260 T kk hp 2 Grünsee 5 10°47’56"/46°28’42"
L39 T kk sp 2 Rainer 8 12°36’50"/46°54’15"
L195A T mk sp 2 Oblaß 8 12°37’00"/48°55’50"
G365 E kk 2 Oblaß 8 12°36’30"/46°55’30"
7529 L fk hp 2 Terenten 6 11°45’52"/46°49’27"
7700 T kk hp 3 Rainer 8 12°36’56"/46°54’19"
7803 T mk sp 1 Pölland 8 12°43’22"/46°50’20"
8242 T mk sp 2 Ganitzsee 8 12°33’16"/46°52’01
8628 T mk sp 2 Oblaß 8 12°36’54"/46°55’01"
8631 T kk sp 1 Oblaß 8 12°36’30"/46°55’01"
8885 T kk hp 3 Wöllabach 9 13°03’58"/46°53’31"
8892 L fk 3 Jakober Alm 8 12°36’43"/46°50’11"
8893 L kk sp 3 Thalerbach 8 12°36’47"/46°49’55"
8902 T mk sp 2 Edenwiese 8 12°43’26"/46°49’54"
8903 T mk sp 2 Pölland 8 12°43’22"/46°50’20"
8909 T kk sp 3 Rainer 8 12°36’56"/46°54’19"
8914 T kk sp 3 Rainer 8 12°36’50"/46°54’13"
8915 T kk sp 2 Lauster 8 12°36’38"/46°54’34"
8916 T kk sp 2 Lauster 8 12°36’38"/46°54’34"
8918 T kk hp 2 Oblaß 8 12°36’44"/46°55’10"
9020 T mk sp 1 Tobelbrücke ? ? ?
9021 QD mk sp 2 Arnbach 8 12°28’10"/46°50’27"
9023 T mk hp 3 Gasser 8 12°38’15"/46°52’36"
9029 T kk sp 1 Oblaß 8 12°36’35"/46°55’34"
9030 T mk hp 2 Oblaß 8 12°37’00"/48°55’57"
9192 L fk hp 2 Staller Sattel 8 12°14’02"/46°54’31"
9197 L fk 2 Leibnigbach 8 12°39’05"/46°55’55"
9198 T kk hp 2 Rantscher 8 12°37’13"/46°57’09"
9205 L fk sp 2 Leibniger Törl 8 12°39’19"/46°55’53"
9669 T kk hp 2 Michelbach 8 12°36’25"/46°54’15"

65
Zentralalpine Ganggesteine

Probenverzeichnis (Fortsetzung)
9670 L fk 1 Michelbach 8 12°35’42"/46°53’49"
9674 T mk hp 2 Pölland 8 12°43’22"/46°50’20"
9684 QD kk 3 Tilliach 8 12°27’58"/46°49’15"
9685 QD fk 3 Tilliach 8 12°27’56"/46°49’15"
9686 QD fk 2 Tilliach 8 12°28’10"/46°49’12"
9728 L fk hp 2 Terenten 6 11°45’52"/46°49’27"
9738 T fk hp 3 Töll 5 11°05’52"/46°40’39"
9774 G fk 1 Gamperkar 8 10°29’22"/46°47’24"
9775 GD fk hp 2 Gamperkar 3 10°29’22"/46°47’10"
9776 QD mk 1 Gamperkar 3 10°29’22"/46°47’04"
9777 QD mk 2 Gamperkar 3 10°29’22"/46°47’04"
9779 QD mk hp 1 Gamperkar 3 10°29’22"/46°46’43"
9790 G fk 1 Griankopf 3 10°26’40"/46°46’25"
9791 QD fk hp 3 Griankopf 3 10°26’40"/46°46’25"
9906A L fk hp 3 Mühlbach 6 11°40’10"/46°48’22"
9906B L fk sp 3 Mühlbach 6 11°40’10"/46°48’22"
9921 G fk hp 1 Kuppelwies 5 10°56’59"/46°31’57"
9927 QD fk hp 3 Reschensee 3 10°31’51"/46°49’14"
9928 GD fk hp d 2 Reschensee 3 10°31’54"/46°49’14"
9934 QD mk 3 Grins 2 10°30’34"/47°08’55"
9953 GD fk hp 1 Elferspitze 3 10°29’22"/46°46’41"
9954 QD fk 3 Elferspitze 3 10°29’22"/46°46’41"
10028 L fk sp 1 Kiens 6 11°50’40"/46°48’30"
10030 L kk sp 1 Kiens 6 11°50’40"/46°48’30"
10034 GD fk sp d 3 Talatsch 4 10°46’31"/46°38’35"
10036 QD fk d 3 Melag 4 10°39’41"/46°50’48"
10053 QD fk sp d 1 Obergurgl 4 11°01’16"/46°51’31"
10171 L kk 3 St. Oswald 6 11°16’23"/46°41’31"
10172 L fk sp 1 Töll 5 11°04’55"/46°40’13"
10173 QD kk 2 Quadrathöfe 5 11°05’24"/46°40’11"
10174 T kk hp 2 Aschbach 5 11°04’55"/46°39’40"
10177 QD kk 3 Kappl 1 10°22’51"/47°04’01"
10205 T kk 2 Göriach 8 12°38’44"/46°52’56"

66
Zentralalpine Ganggesteine

Anhang II:

Modalanalysen (in Vol.-%)

Probe 9921 AN247 AN250 AN245 AN251 AN254

Qu 25,0 35,6 32,7 9,5 8,2 15,1


Plg 29,6 22,1 25,5 34,5 46,5 53,6
Kf 17,3 35,9 2,7 2,3 7,0 1,6
Cpx 0,0 0,0 0,5 1,0 5,0 0,5
Opx 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Ol 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Hbl 0,0 0,0 7,0 33,0 14,7 21,2
Bi 6,6 5,6 30,0 17,5 16,2 6,6
Hgl 17,3 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Chl 0,3 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Tit 2,6 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Opak 0,0 0,3 0,2 0,0 0,0 1,0
Acc 1,0 0,3 1,2 2,2 1,7 0,0

Probe 9927 9934 10172 AN172 7529 9670

Qu 7,6 1,8 2,8 4,4 4,0 2,3


Plg 61,0 46,4 31,5 28,8 43,0 23,8
Kf 6,0 2,4 6,2 5,8 2,4 3,3
Cpx 0,0 0,0 12,4 0,0 0,8 0,0
Opx 0,0 0,2 0,0 0,0 0,0 1,4
Ol 0,0 0,0 0,0 3,6 1,0 10,7
Hbl 0,0 0,0 31,2 39,8 29,0 42,3
Bi 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 6,8
Hgl 2,8 0,0 0,0 0,0 0,0 0,9
Chl 11,2 37,0 12,8 14,0 13,8 4,5
Tit 6,8 1,6 0,0 1,4 3,4 0,0
Opak 3,2 9,2 2,4 0,2 0,6 2,2
Acc 1,4 1,6 1,0 2,0 2,0 1,8

Weitere Modalanalysen sind den Diplomarbeiten von C.Böhm, A.Hofstetter und A.Neumair (am Institut für
Mineralogie und Petrographie, Univ. München vorliegend) entnommen.

67
Zentralalpine Ganggesteine

Anhang III:

Chemische Analysen (Hauptelemente in Gew.-%, Spuren- in ppm)

Silvrettakristallin (Geb.1) Rojenkristallin (Geb. 3)


Probe AN225 AN178 10177 AN176 AN150 AN161

SiO2 52,29 54,32 57,50 49,07 51,44 52,33


TiO2 1,21 1,71 1,51 1,43 2,15 1,28
Al2O3 18,58 16,14 15,74 16,72 15,60 17,06
FeO* 7,06 7,99 7,91 8,27 8,68 4,76
MnO 0,13 0,17 0,14 0,16 0,16 0,11
MgO 5,24 4,14 2,64 6,74 3,29 2,91
CaO 5,43 6,22 5,39 9,32 6,81 7,05
Na2O 4,03 4,34 4,18 3,32 3,26 4,62
K2O 1,96 1,77 1,60 0,88 1,66 1,76
P2O5 0,23 0,30 0,41 0,18 0,30 0,22
LOI 2,86 1,98 1,53 2,47 5,55 6,94
Summe 99,01 99,08 98,55 98,65 98,99 99,09

Rb 72 79 60 38 80 77
Sr 202 217 239 281 214 169
Ba 338 339 441 187 297 385
Zr 163 216 243 116 185 164
Y 24 27 26 23 27 25
Nb 5 8 8 4 7 8
Cr 93 13 <NWG 208 1 94
V 133 151 126 185 175 139
Ni 59 51 13 46 15 30
Zn 68 89 72 58 73 24

Probe AN181 9777 9791 9779 AN183 9776

SiO2 53,82 55,11 55,19 55,45 55,55 56,29


TiO2 1,29 1,43 1,08 1,65 1,17 1,42
Al2O3 17,21 17,05 16,88 17,58 17,02 16,81
FeO* 6,73 7,08 6,33 6,65 7,62 6,91
MnO 0,12 0,13 0,13 0,11 0,15 0,13
MgO 4,78 4,29 4,06 3,28 3,02 3,76
CaO 8,00 7,29 6,94 7,42 5,98 6,63
Na2O 3,28 3,38 3,56 3,89 2,71 3,47
K2O 1,68 2,05 1,38 1,73 1,51 2,33
P2O5 0,20 0,25 0,19 0,27 0,28 0,26
LOI 2,01 0,73 2,69 1,04 3,25 1,31
Summe 99,19 98,87 98,50 99,14 98,34 99,39

Rb 38 85 80 57 84 96
Sr 281 283 296 265 293 283
Ba 187 312 197 302 370 346
Zr 152 182 155 205 157 189
Y 25 26 25 25 27 26
Nb 4 12 6 7 9 11
Cr 103 20 19 47 6 13
V 145 122 126 138 152 103
Ni 46 23 21 31 16 17
Zn 67 80 91 68 121 76

68
Zentralalpine Ganggesteine

Chemische Analysen (Fortsetzung)

Probe AN187 9954 AN160 AN185 9774 9928

SiO2 56,50 58,46 66,33 70,58 70,66 71,04


TiO2 1,36 1,33 0,51 0,16 0,16 0,23
Al2O3 16,44 15,53 14,50 14,54 14,54 14,41
FeO* 6,70 7,96 2,28 1,72 1,62 1,95
MnO 0,12 0,14 0,07 0,08 0,07 0,05
MgO 3,57 1,76 0,96 0,76 0,72 0,53
CaO 6,44 4,81 3,78 1,50 1,48 1,59
Na2O 3,35 3,61 2,98 4,11 4,21 3,49
K2O 2,22 2,42 3,08 3,44 3,36 4,29
P2O5 0,24 0,44 0,15 0,12 0,12 0,13
LOI 1,67 1,94 4,60 2,14 2,16 1,63
Summe 98,78 98,48 99,24 99,17 99,12 99,36

Rb 82 81 144 341 346 201


Sr 264 202 96 55 52 114
Ba 322 430 280 25 20 333
Zr 176 232 142 49 53 124
Y 26 28 27 35 35 29
Nb 11 11 7 7 9 8
Cr 15 <NWG 11 33 18 15
V 103 97 38 23 17 17
Ni 23 6 14 21 12 8
Zn 72 91 17 62 65 42

Probe 9775 AN182 AN186 9953 9790

SiO2 71,38 71,54 71,84 74,31 74,93


TiO2 0,21 0,22 0,22 0,16 0,03
Al2O3 14,22 14,13 14,20 13,61 14,61
FeO* 1,89 1,87 1,84 1,64 0,94
MnO 0,05 0,04 0,05 0,03 0,05
MgO 0,45 0,44 0,39 0,29 0,09
CaO 1,52 1,21 1,35 0,84 0,43
Na2O 3,40 3,36 3,44 3,41 4,32
K2O 4,21 4,51 4,33 4,63 3,93
P2O5 0,12 0,12 0,12 0,10 0,11
LOI 1,95 1,22 1,42 1,12 0,90
Summe 99,42 98,68 99,22 100,16 100,34

Rb 211 201 195 212 315


Sr 102 115 117 86 57
Ba 285 341 316 364 25
Zr 122 115 116 84 36
Y 29 29 29 27 34
Nb 8 6 7 8 8
Cr 8 16 19 21 7
V 12 15 12 7 2
Ni 9 10 13 12 13
Zn 46 32 47 39 30

69
Zentralalpine Ganggesteine

Chemische Analysen (Fortsetzung)

Ötztalkristallin (Geb. 4)
Probe AN174 AN173 AN219 AN224 10036 10053

SiO2 46,97 47,61 51,71 54,41 55,42 55,78


TiO2 1,64 1,67 2,26 1,96 1,35 1,60
Al2O3 17,37 17,78 14,20 15,70 16,71 17,30
FeO* 8,70 9,17 10,82 8,28 6,47 7,44
MnO 0,16 0,13 0,20 0,14 0,14 0,12
MgO 7,27 7,55 3,00 3,65 4,12 3,82
CaO 8,94 8,44 5,81 6,77 5,93 6,03
Na2O 3,14 3,26 3,38 4,12 3,34 4,19
K2O 0,59 0,63 2,28 1,72 2,43 1,52
P2O5 0,20 0,22 1,07 0,46 0,24 0,27
LOI 2,92 2,34 2,97 2,15 2,70 0,81
Summe 98,00 98,90 97,82 99,45 98,92 98,96

Rb 33 33 86 69 91 53
Sr 320 277 242 238 334 173
Ba 213 175 842 366 351 338
Zr 132 132 218 170 176 198
Y 24 24 29 26 27 25
Nb 4 7 12 10 12 9
Cr 83 85 <NWG 15 15 32
V 180 186 175 212 106 149
Ni 70 47 26 22 18 33
Zn 97 131 99 84 74 96

Campokristallin (Geb. 5)
Probe 10034 AN245 10172 AN251 AN254 AN236

SiO2 69,48 51,79 52,67 53,95 55,86 56,19


TiO2 0,30 0,87 0,70 0,87 0,63 0,63
Al2O3 14,01 16,93 15,38 17,27 17,91 17,38
FeO* 2,76 8,52 7,81 7,54 5,86 6,44
MnO 0,05 0,20 0,15 0,16 0,12 0,16
MgO 0,14 5,16 8,73 4,08 3,69 3,42
CaO 1,28 8,94 7,54 7,53 7,80 7,06
Na2O 4,05 2,74 1,56 2,99 2,69 3,29
K2O 5,12 1,97 2,33 2,64 1,77 1,01
P2O5 0,07 0,47 0,11 0,51 0,15 0,14
LOI 1,25 0,58 2,90 0,84 2,10 2,90
Summe 98,54 98,26 99,97 98,46 98,64 98,68

Rb 162 82 76 113 60 34
Sr 84 573 172 689 268 288
Ba 562 506 351 806 327 264
Zr 479 48 83 160 91 84
Y 34 26 24 26 22 21
Nb 15 13 6 14 5 5
Cr 13 24 520 48 19 11
V 6 233 214 199 162 171
Ni 17 18 120 32 18 29
Zn 58 73 78 70 44 64

70
Zentralalpine Ganggesteine

Chemische Analysen (Fortsetzung)

Probe AN246 AN234 9738 AN259 AN260 AN243

SiO2 56,89 57,13 57,19 58,40 58,45 58,78


TiO2 0,75 0,59 0,73 0,68 0,73 0,52
Al2O3 17,84 16,63 17,10 16,90 16,29 15,79
FeO* 6,58 5,26 5,63 5,39 5,47 4,90
MnO 0,13 0,13 0,12 0,12 0,09 0,12
MgO 3,52 3,39 2,73 3,15 3,11 3,60
CaO 6,82 4,47 5,54 6,43 5,91 5,82
Na2O 2,76 3,59 2,48 2,67 2,84 3,19
K2O 2,14 3,38 2,77 4,53 3,76 3,82
P2O5 0,46 0,32 0,16 0,42 0,39 0,37
LOI 1,70 3,19 4,09 0,63 2,38 1,84
Summe 99,66 98,14 98,60 99,38 99,48 98,81

Rb 105 146 101 172 220 161


Sr 726 567 305 784 805 767
Ba 780 960 525 1128 1139 1162
Zr 154 110 127 118 137 108
Y 25 27 25 28 29 26
Nb 13 8 11 13 11 11
Cr 29 55 24 28 32 78
V 168 149 70 166 159 145
Ni 24 25 17 26 13 21
Zn 72 59 80 46 43 51

Probe AN257 AN249 AN256 AN250 10174 AN252

SiO2 59,12 59,24 59,30 59,60 59,67 59,86


TiO2 0,56 0,66 0,55 0,71 0,67 0,67
Al2O3 15,53 15,94 15,69 16,60 17,66 16,24
FeO* 4,70 5,79 4,72 6,01 5,43 5,60
MnO 0,10 0,13 0,10 0,12 0,11 0,12
MgO 2,30 3,19 2,26 3,27 2,69 2,82
CaO 4,79 5,57 4,68 6,40 6,14 5,65
Na2O 2,71 2,93 2,64 2,54 2,48 2,89
K2O 3,58 3,79 3,72 2,37 2,27 3,66
P2O5 0,31 0,41 0,31 0,42 0,16 0,38
LOI 5,45 0,83 5,44 0,64 1,87 0,82
Summe 99,20 98,54 99,41 98,74 99,21 98,78

Rb 160 138 157 120 88w 141


Sr 506 575 508 635 284 578
Ba 680 844 690 812 415 792
Zr 145 148 140 145 120 145
Y 27 26 27 26 24 26
Nb 12 12 10 13 12 13
Cr 33 43 18 27 24 24
V 115 148 111 160 74 145
Ni 20 19 19 21 11 14
Zn 58 68 61 63 76 61

71
Zentralalpine Ganggesteine

Chemische Analysen (Fortsetzung)

Probe 10173 AN258 9921 AN255 AN247 AN232

SiO2 59,97 63,06 70,36 71,72 73,75 76,96


TiO2 0,68 0,38 0,22 0,30 0,17 0,03
Al2O3 18,50 17,16 15,30 13,85 13,45 12,48
FeO* 4,88 3,80 2,35 1,90 1,14 0,77
MnO 0,10 0,09 0,05 0,03 0,02 0,04
MgO 1,56 1,41 0,73 0,86 0,50 0,08
CaO 6,31 4,22 2,53 1,72 1,35 0,39
Na2O 2,60 3,65 3,32 2,75 2,24 3,21
K2O 2,25 2,39 3,09 5,09 6,04 5,10
P2O5 0,21 0,16 0,11 0,13 0,10 0,02
LOI 2,06 3,96 1,11 0,62 0,35 0,48
Summe 99,17 100,32 98,99 98,99 99,12 99,56

Rb 94 103 130 126 173 245


Sr 273 370 271 140 239 29
Ba 461 440 595 458 566 17
Zr 153 100 96 107 71 91
Y 23 23 23 27 28 38
Nb 12 8 12 8 9 <NWG
Cr 6 12 9 19 9 10
V 12 71 11 38 22 4
Ni 6 10 11 9 12 11
Zn 86 51 88 18 15 16

Brixener Granit und Iffinger Pluton (Geb.6)


Probe 10171 10030 9906a 9728 AN151 10028

SiO2 37,79 47,18 47,30 48,05 48,90 49,99


TiO2 3,46 0,89 0,85 0,94 1,55 0,77
Al2O3 9,37 16,79 17,11 16,98 17,04 16,20
FeO* 11,91 8,47 8,40 8,38 7,83 7,54
MnO 0,15 0,17 0,18 0,16 0,14 0,16
MgO 11,69 9,40 9,28 9,15 7,52 8,28
CaO 13,55 10,23 9,07 9,61 9,18 8,21
Na2O 1,41 1,78 1,98 1,88 2,25 2,62
K2O 2,28 0,57 0,73 0,21 0,94 2,26
P2O5 1,06 0,14 0,11 0,15 0,13 0,09
LOI 4,00 2,72 3,49 3,02 3,23 2,34
Summe 96,84 98,43 98,59 98,62 98,80 98,54

Rb 59 28 35 16 42 101
Sr 422 140 173 244 227 193
Ba 1571 136 146 152 236 291
Zr 157 63 62 66 80 53
Y 27 21 22 21 22 24
Nb 36 8 7 9 10 6
Cr 306 460 441 350 199 304
V 277 221 207 217 284 232
Ni 185 119 137 138 74 91
Zn 81 68 71 69 62 64

72
Zentralalpine Ganggesteine

Chemische Analysen (Fortsetzung)

Defereggen-Schoberkristallin (Geb.8)
Probe 9906b 9670 9197 9674 8893 9685

SiO2 50,73 45,53 47,29 48,75 48,83 49,02


TiO2 0,88 1,53 1,91 0,86 2,16 0,38
Al2O3 17,66 12,90 13,99 21,68 15,91 17,03
FeO* 7,13 8,52 8,38 8,78 10,69 6,10
MnO 0,15 0,14 0,13 0,10 0,18 0,12
MgO 5,76 10,97 8,64 4,06 5,48 7,84
CaO 7,58 7,15 7,52 5,43 8,19 7,50
Na2O 3,86 2,70 2,93 2,64 4,30 1,28
K2O 2,04 1,36 2,36 4,01 1,24 1,82
P2O5 0,11 0,43 0,71 0,19 0,40 0,09
LOI 3,06 6,38 4,18 2,11 2,41 7,45
Summe 99,04 97,70 98,13 98,70 99,90 98,69

Rb 82 37 54 243 51 103
Sr 254 592 762 270 300 193
Ba 235 717 1214 455 348 277
Zr 64 161 209 143 160 55
Y 24 22 24 30 25 24
Nb 8 26 36 11 9 5
Cr 215 495 371 16 51 359
V 212 149 179 122 246 234
Ni 51 344 170 14 39 107
Zn 60 77 80 72 96 60

Probe 9021 AN223 AN222 G365 9686 8902

SiO2 50,68 52,44 54,20 55,80 56,51 57,38


TiO2 0,41 1,10 1,11 0,80 0,60 0,79
Al2O3 15,96 15,71 15,79 16,65 16,15 17,39
FeO* 6,80 6,59 6,15 7,23 5,82 6,69
MnO 0,14 0,14 0,11 0,13 0,11 0,15
MgO 9,95 7,23 6,23 3,80 5,78 3,30
CaO 8,83 7,01 5,68 6,88 6,23 6,70
Na2O 1,79 2,74 2,89 2,12 2,99 2,49
K2O 1,02 2,55 2,01 2,81 1,36 2,28
P2O5 0,08 0,39 0,32 0,11 0,14 0,19
LOI 3,22 2,22 4,05 1,74 3,31 1,22
Summe 98,95 98,19 98,61 98,14 99,06 98,65

Rb 45 80 93 110 52 87
Sr 227 843 580 230 284 280
Ba 183 881 659 509 171 422
Zr 52 187 209 60 77 122
Y 21 24 24 25 21 25
Nb 5 22 22 10 8 11
Cr 571 275 225 61 268 37
V 230 178 130 134 148 135
Ni 153 111 124 25 82 12
Zn 63 71 72 98 79 74

73
Zentralalpine Ganggesteine

Chemische Analysen (Fortsetzung)

Probe L195A 8242 7700 8915 L39 9669

SiO2 58,72 58,84 59,04 59,14 59,33 59,43


TiO2 0,66 0,70 0,68 0,69 0,66 0,65
Al2O3 17,21 17,63 17,75 17,66 17,33 18,13
FeO* 5,42 5,72 5,49 5,70 5,56 5,22
MnO 0,11 0,12 0,11 0,12 0,12 0,10
MgO 2,50 2,71 2,46 2,69 2,59 2,34
CaO 5,93 6,11 6,17 6,23 6,14 6,03
Na2O 2,50 2,59 2,67 2,45 2,55 2,46
K2O 2,15 2,14 2,27 2,24 2,11 2,43
P2O5 0,15 0,17 0,17 0,17 0,17 0,16
LOI 1,38 2,23 0,87 1,79 1,38 2,40
Summe 96,79 99,02 97,74 98,94 98,00 99,40

Rb 84 80 88 85 81 93
Sr 273 274 278 272 270 284
Ba 428 412 449 433 397 456
Zr 118 121 142 124 108 130
Y 23 24 24 24 23 23
Nb 12 13 14 11 12 13
Cr 78 31 64 81 96 16
V 67 74 53 67 71 52
Ni 29 11 14 9 21 12
Zn 80 80 88 84 78 83

Probe 9030 8914 7803 9198 8918 8628

SiO2 59,48 59,54 59,82 60,18 60,24 60,34


TiO2 0,62 0,64 0,69 0,66 0,66 0,64
Al2O3 18,15 17,74 17,28 17,86 17,05 17,73
FeO* 5,09 5,21 5,68 5,30 5,59 5,21
MnO 0,11 0,11 0,13 0,11 0,13 0,11
MgO 2,46 2,29 2,76 2,38 2,56 2,48
CaO 6,28 6,04 6,23 5,99 5,85 6,12
Na2O 2,65 2,52 2,54 2,81 2,46 2,60
K2O 2,24 2,26 2,38 2,39 2,25 2,33
P2O5 0,16 0,15 0,17 0,16 0,16 0,16
LOI 1,61 2,24 2,13 1,06 1,79 1,45
Summe 97,30 98,79 99,87 98,95 98,80 99,22

Rb 85 90 87 96 86 89
Sr 299 280 280 274 270 283
Ba 414 445 429 461 440 416
Zr 112 134 111 127 124 133
Y 23 23 24 23 23 24
Nb 11 10 13 13 11 11
Cr 56 34 49 38 59 34
V 62 47 100 51 72 68
Ni 15 13 7 9 23 15
Zn 74 85 76 86 83 83

74
Zentralalpine Ganggesteine

Chemische Analysen (Fortsetzung)

Probe 8909 9029 8631 8903 8916 9023

SiO2 60,45 60,46 60,66 60,87 60,93 61,20


TiO2 0,62 0,63 0,65 0,72 0,61 0,63
Al2O3 17,42 17,64 17,63 17,34 18,63 17,84
FeO* 5,12 5,30 5,37 6,04 4,80 5,14
MnO 0,11 0,12 0,12 0,14 0,10 0,12
MgO 2,41 2,47 2,50 2,83 2,03 2,34
CaO 5,70 5,95 6,14 6,18 6,32 5,67
Na2O 2,59 2,57 2,52 2,57 2,65 2,78
K2O 2,42 2,18 2,32 2,46 1,90 2,35
P2O5 0,16 0,17 0,16 0,17 0,16 0,16
LOI 2,08 1,48 1,32 0,78 1,21 1,18
Summe 99,13 99,02 99,44 100,17 99,39 98,70

Rb 90 82 87 90 80 75
Sr 281 285 282 277 296 292
Ba 434 442 440 433 382 445
Zr 112 119 123 124 130 115
Y 24 23 24 24 23 23
Nb 11 13 12 9 11 12
Cr 44 84 66 46 28 103
V 67 67 71 104 43 64
Ni 12 13 10 21 13 15
Zn 90 80 82 94 79 74

Pustertaler Quarzphyllit (Geb. 7)

Probe AN220 9020 DW1 AN212 AN209 AN207

SiO2 62,01 62,04 68,25 48,98 49,27 52,02


TiO2 0,48 0,63 0,31 1,00 1,38 0,91
Al2O3 15,63 17,46 15,93 17,65 17,60 16,00
FeO* 3,75 5,17 2,77 9,15 9,10 7,67
MnO 0,08 0,11 0,08 0,17 0,16 0,14
MgO 1,68 2,33 0,99 6,50 5,27 4,77
CaO 3,85 5,83 3,51 8,89 8,36 4,51
Na2O 2,69 2,61 3,06 2,33 2,48 2,64
K2O 3,66 2,39 3,63 0,94 0,49 1,97
P2O5 0,15 0,15 0,14 0,16 0,18 0,18
LOI 4,50 0,91 0,98 3,61 4,09 7,50
Summe 98,52 99,69 99,68 99,45 98,47 98,39

Rb 145 94 142 39 22 78
Sr 376 269 388 446 542 377
Ba 637 386 523 257 188 500
Zr 122 115 107 70 98 112
Y 26 24 25 22 23 24
Nb 12 12 13 5 9 9
Cr 23 57 47 77 38 53
V 46 56 27 251 284 219
Ni 38 17 15 33 21 20
Zn 63 77 64 63 77 90

75
Zentralalpine Ganggesteine

Chemische Analysen (Fortsetzung)

Probe AN215 AN210 AN205 AN214 AN206 AN204

SiO2 52,05 54,52 54,97 55,82 55,82 62,28


TiO2 0,65 0,71 0,96 0,85 0,83 0,52
Al2O3 15,40 17,84 18,16 17,39 16,40 17,44
FeO* 6,64 6,03 7,62 6,62 6,41 4,53
MnO 0,14 0,12 0,14 0,14 0,14 0,12
MgO 8,14 2,01 3,46 2,76 2,48 1,23
CaO 7,66 5,62 4,91 4,84 5,45 3,69
Na2O 2,41 1,62 3,09 2,08 3,09 3,81
K2O 2,47 3,32 2,06 3,12 2,26 3,06
P2O5 0,14 0,20 0,18 0,18 0,22 0,16
LOI 2,67 7,12 3,48 5,83 5,36 2,09
Summe 98,44 99,17 99,11 99,70 98,53 98,98

Rb 100 119 63 131 94 101


Sr 293 189 435 258 406 620
Ba 441 384 588 425 554 960
Zr 77 129 125 131 145 179
Y 24 26 25 27 26 27
Nb 5 8 9 9 12 12
Cr 423 3 14 58 <NWG 30
V 173 66 206 76 124 32
Ni 116 18 13 31 12 17
Zn 61 68 75 72 77 109

Landeck (Geb. 2) Kreuzeckkristallin (Geb. 9)

Probe AN208 9934 AN229 8885

SiO2 62,94 53,41 56,64 63,38


TiO2 0,60 1,99 0,63 0,43
Al2O3 16,56 12,94 15,77 17,50
FeO* 4,53 8,87 5,42 3,62
MnO 0,11 0,19 0,13 0,09
MgO 2,04 4,17 5.,29 1,67
CaO 3,87 5,54 6,25 4,87
Na2O 3,15 4,18 3,11 3,39
K2O 2,59 0,13 2,76 1,94
P2O5 0,17 0,46 0,23 0,13
LOI 2,34 6,68 2,23 1,80
Summe 98,95 98,66 98,46 98,82

Rb 97 18 97 68
Sr 322 332 616 397
Ba 526 173 753 395
Zr 144 162 132 98
Y 25 23 24 21
Nb 9 10 13 10
Cr 14 <NWG 208 33
V 80 190 138 70
Ni 9 11 58 <NWG
Zn 75 103 64 70

76
Zentralalpine Ganggesteine

Anhang IV:

Mineralanalysen
Hornblendeanalysen (in Gew.-%, auf 15 Kationen [ohne A-Position] berechnet)

Probe AN173 10053 10177 AN236 AN245 AN234 10174

SiO2 44,70 42,88 42,28 44,73 45,12 40,26 44,58


TiO2 0,29 0,39 0,34 1,09 1,37 1,51 1,13
Al2O3 14,42 16,23 13,55 10,98 9,55 13,69 10,69
FeO* 15,22 16,81 21,71 15,71 15,53 14,06 18,03
MnO 0,28 0,11 0,14 0,52 0,48 0,29 0,44
MgO 10,30 8,34 6,31 12,59 11,49 11,90 10,10
CaO 10,96 11,06 11,38 10,06 11,70 11,48 9,96
Na2O 1,54 1,34 1,32 1,45 1,21 1,65 1,43
K2O 0,39 0,45 0,69 0,38 1,01 1,32 0,52

Summe 98,10 97,61 97,72 97,51 97,46 96,16 96,88

Si 6,507 6,328 6,411 6,502 6,703 6,030 6,643


Al 1,493 1,672 1,589 1,498 1,297 1,970 1,357

Al 0,983 1,153 0,835 0,384 0,377 0,449 0,521


Fe3+ 0,362 0,323 0,316 0,854 0,222 0,617 0,585
Ti 0,032 0,043 0,039 0,119 0,153 0,170 0,127
Mg 2,234 1,834 1,426 2,727 2,544 2,656 2,243
Fe2+ 1,372 1,641 2,376 0,884 1,673 1,089 1,497
Mn 0,017 0,007 0,009 0,032 0,030 0,018 0,027

Fe2+ 0,119 0,111 0,061 0,172 0,034 0,055 0,165


Mn 0,017 0,007 0,009 0,033 0,030 0,019 0,028
Ca 1,709 1,749 1,849 1,567 1,863 1,842 1,590
Na 0,154 0,133 0,080 0,201 0,073 0,084 0,204

Na 0,281 0,250 0,308 0,208 0,275 0,395 0,210


K 0,072 0,085 0,133 0,070 0,191 0,252 0,099
∑A 0,353 0,335 0,441 0,278 0,467 0,648 0,308

∑Kat 15,353 15,335 15,441 15,250 15,467 15,648 15,295


∑O 23,057 23,045 23,000 23,000 23,001 23,000 23,041

77
Zentralalpine Ganggesteine

Hornblendeanalysen (Fortsetzung)

Probe 10172 10030 AN189 10205 9684 9670

SiO2 42,17 40,44 45,83 44,64 43,78 42,83


TiO2 2,53 2,69 1,84 1,06 1,67 3,51
Al2O3 12,99 13,98 9,60 11,00 11,97 13,01
FeO* 12,37 12,57 10,54 18,50 13,31 10,03
MnO 0,22 0,20 0,34 0,41 0,38 0,09
MgO 13,28 13,49 15,56 10,07 13,54 14,19
CaO 10,88 11,47 11,41 9,48 10,66 11,07
Na2O 1,65 2,11 1,44 1,33 1,79 2,10
K2O 0,66 0,31 0,34 0,54 0,39 1,02
Summe 96,75 97,26 96,90 97,03 97,49 97,85

Si 6,175 5,902 6,615 6,620 6,347 6,219


Al 1,825 2,098 1,385 1,380 1,653 1,781

Al 0,419 0,308 0,249 0,544 0,394 0,447


Fe3+ 0,568 0,764 0,521 0,718 0,684 0,269
Ti 0,279 0,295 0,200 0,118 0,182 0,383
Mg 2,898 2,934 3,347 2,226 2,925 3,071
Fe2+ 0,823 0,686 0,662 1,369 0,791 0,825
Mn 0,014 0,012 0,021 0,025 0,023 0,005

Fe2+ 0,124 0,084 0,089 0,207 0,138 0,125


Mn 0,014 0,012 0,021 0,026 0,024 0,006
Ca 1,707 1,794 1,765 1,506 1,656 1,722
Na 0,155 0,110 0,125 0,188 0,182 0,147

Na 0,313 0,487 0,278 0,195 0,321 0,444


K 0,123 0,058 0,063 0,102 0,072 0,189
∑A 0,436 0,545 0,341 0,297 0,393 0,633

∑Kat 15,436 15,545 15,341 15,297 15,393 15,633


∑O 23,000 23,000 23,000 23,041 23,000 23,093

78
Zentralalpine Ganggesteine

Hornblendeanalysen (Fortsetzung)

Probe 8892 AN223 AN215 8885

SiO2 43,06 40,24 42,74 41,09


TiO2 2,51 1,50 1,58 1,57
Al2O3 10,38 13,64 12,17 15,38
FeO* 17,21 14,01 10,71 13,98
MnO 0,38 0,29 0,16 0,21
MgO 11,46 12,00 14,64 11,47
CaO 9,97 11,48 11,27 10,85
Na2O 2,40 1,64 1,78 1,72
K2O 0,63 1,31 0,95 1,00

Summe 98,00 96,11 96,00 97,27

Si 6,386 6,026 6,280 6,040


Al 1,614 1,974 1,720 1,960

Al 0,201 0,435 0,389 0,706


Fe3+ 0,580 0,643 0,536 0,539
Ti 0,280 0,169 0,175 0,174
Mg 2,533 2,678 3,206 2,513
Fe2+ 1,383 1,057 0,684 1,056
Mn 0,024 0,018 0,010 0,013

Fe2+ 0,172 0,055 0,096 0,123


Mn 0,024 0,018 0,010 0,013
Ca 1,584 1,842 1,774 1,709
Na 0,220 0,084 0,120 0,154

Na 0,470 0,392 0,387 0,336


K 0,119 0,250 0,178 0,188
∑A 0,590 0,642 0,565 0,523

∑Kat 15,590 15,642 15,565 15,523


∑O 23,048 23,000 23,000 23,000

79
Zentralalpine Ganggesteine

Hornblendetraverse (Defereggen-Schoberkristallin Probe 9192)

Punkt a b c d e f g

SiO2 38,07 38,67 40,31 43,17 42,67 41,58 43,10


TiO2 3,39 3,48 3,61 2,04 2,05 1,82 1,27
Al2O3 14,46 13,95 13,11 12,74 12,89 13,44 14,46
FeO* 14,75 12,22 9,67 7,42 6,86 10,93 16,52
MnO 0,17 0,08 0,17 0,08 0,09 0,19 0,17
MgO 11,71 12,87 14,83 17,04 16,64 14,67 9,32
CaO 11,74 11,90 12,09 11,45 11,25 11,36 10,63
Na2O 2,03 1,94 2,04 2,15 2,16 2,24 2,15
K2O 1,07 1,07 1,07 1,23 1,31 1,14 0,90

Summe 97,39 96,18 96,90 97,32 95,92 97,37 98,52

Si 5,675 5,784 5,920 6,193 6,216 6,057 6,370


Al 2,325 2,216 2,080 1,807 1,784 1,943 1,630

Al 0,217 0,245 0,192 0,349 0,430 0,367 0,891


Fe3+ 0,692 0,522 0,413 0,449 0,354 0,574 0,263
Ti 0,380 0,391 0,399 0,220 0,225 0,199 0,141
Mg 2,601 2,869 3,246 3,643 3,612 3,185 2,053
Fe2+ 1,099 0,969 0,740 0,334 0,373 0,664 1,641
Mn 0,011 0,005 0,011 0,005 0,006 0,012 0,011

Fe2+ 0,048 0,038 0,035 0,108 0,109 0,094 0,138


Mn 0,011 0,005 0,011 0,005 0,006 0,012 0,011
Ca 1,875 1,907 1,903 1,760 1,756 1,773 1,683
Na 0,067 0,050 0,052 0,127 0,130 0,121 0,168

Na 0,520 0,513 0,529 0,471 0,480 0,512 0,448


K 0,203 0,204 0,200 0,225 0,243 0,212 0,170
∑A 0,724 0,717 0,729 0,696 0,724 0,724 0,618

∑Kat 15,724 15,717 15,729 15,696 15,724 15,724 15,618


∑O 23,000 23,000 23,000 23,000 23,022 23,000 23,129

80
Zentralalpine Ganggesteine

Hornblendetraverse (Fortsetzung)

Probe h i j k l m n

SiO2 41,32 41,96 42,86 42,89 41,08 38,13 40,61


TiO2 1,28 2,13 2,10 2,17 3,17 3,45 3,47
Al2O3 13,76 13,89 13,09 12,85 12,94 12,84 13,42
FeO* 17,20 8,30 7,51 7,31 8,78 10,11 12,05
MnO 0,20 0,13 0,12 0,24 0,06 0,07 0,18
MgO 10,22 15,65 17,04 16,68 15,32 13,35 13,34
CaO 10,72 11,03 11,05 11,52 12,12 13,97 11,76
Na2O 2,19 2,18 2,10 2,15 2,17 2,04 2,14
K2O 0,83 1,19 1,30 1,27 1,05 0,93 0,97

Summe 97,72 96,46 97,17 97,08 96,69 94,89 97,94

Si 6,147 6,101 6,145 6,186 6,024 5,822 5,954


Al 1,853 1,899 1,855 1,814 1,976 2,178 2,046

Al 0,562 0,483 0,359 0,371 0,262 0,135 0,274


Fe3+ 0,524 0,436 0,471 0,371 0,303 0,312 0,380
Ti 0,143 0,233 0,226 0,235 0,350 0,396 0,383
Mg 2,266 3,391 3,641 3,585 3,348 3,038 2,915
Fe2+ 1,493 0,449 0,295 0,422 0,733 0,979 1,037
Mn 0,012 0,008 0,007 0,015 0,004 0,009 0,011

Fe2+ 0,124 0,124 0,135 0,088 0,041 0,000 0,060


Mn 0,013 0,008 0,007 0,015 0,004 0,000 0,011
Ca 1,709 1,718 1,698 1,780 1,904 2,000 1,847
Na 0,154 0,149 0,160 0,117 0,051 0,000 0,081

Na 0,477 0,465 0,424 0,484 0,566 0,604 0,527


K 0,158 0,221 0,238 0,234 0,196 0,181 0,181
∑A 0,635 0,686 0,661 0,718 0,762 0,940 0,708

∑Kat 15,635 15,686 15,661 15,718 15,762 15,940 15,708


∑O 23,000 23,011 22,965 23,000 23,000 23,078 23,000

81
Zentralalpine Ganggesteine

gemittelte Hornblendetraversen (Defereggen-Schoberkristallin)

rd: Rand; hl: Hülle; ke: Kern

Probe 9192rd 9192hl 9192ke 9205rd 9205hl

SiO2 40,32 42,43 42,17 38,75 40,61


TiO2 3,32 2,20 1,33 4,84 4,18
Al2O3 12,97 12,77 14,34 14,75 13,55
FeO* 10,86 7,86 15,27 12,63 9,78
MnO 0,10 0,11 0,15 0,15 0,14
MgO 14,14 16,26 10,42 12,08 14,45
CaO 11,94 11,51 10,75 11,63 12,22
Na2O 2,10 2,13 2,13 2,22 2,19
K2O 1,01 1,27 1,07 1,04 1,11

Summe 96,67 96,54 97,63 98,09 98,23

Si 5,948 6,171 6,259 5,726 5,914


Al 2,052 1,829 1,741 2,274 2,086

Al 0,210 0,362 0,769 0,297 0,241


Fe3+ 0,426 0,369 0,322 0,249 0,204
Ti 0,369 0,241 0,148 0,538 0,458
Mg 3,116 3,524 2,305 2,660 3,136
Fe2+ 0,872 0,497 1,447 1,247 0,952
Mn 0,006 0,007 0,009 0,009 0,009

Fe2+ 0,044 0,090 0,127 0,065 0,035


Mn 0,006 0,007 0,010 0,009 0,009
Ca 1,892 1,794 1,710 1,841 1,907
Na 0,058 0,110 0,154 0,085 0,050

Na 0,544 0,491 0,459 0,552 0,569


K 0,191 0,236 0,203 0,196 0,206
∑A 0,735 0,727 0,661 0,748 0,775

∑Kat 15,735 15,727 15,661 15,748 15,775


∑O 23,000 23,000 23,077 23,005 23,000

82
Zentralalpine Ganggesteine

gemittelte Hornblendetraversen (Brixener Granit)

Probe 9728rd 9728hl 9728ke AN172rd AN172hl AN172ke

SiO2 42,64 41,81 43,66 43,43 43,17 43,97


TiO2 2,84 1,40 1,76 1,91 1,33 0,93
Al2O3 12,03 15,28 14,22 12,05 14,06 13,79
FeO* 12,92 8,71 14,09 13,01 9,20 15,00
MnO 0,30 0,17 0,19 0,25 0,13 0,28
MgO 13,80 15,95 11,09 13,86 16,09 11,68
CaO 10,84 11,80 11,00 11,08 11,64 10,69
Na2O 2,21 2,32 1,52 1,79 2,08 1,38
K2O 0,27 0,34 0,61 0,36 0,39 0,40

Summe 97,85 97,78 98,14 97,74 98,09 98,12

Si 6,188 5,945 6,355 6,280 6,116 6,351


Al 1,812 2,055 1,645 1,720 1,884 1,649

Al 0,248 0,508 0,796 0,335 0,465 0,701


Fe3+ 0,605 0,731 0,344 0,703 0,723 0,652
Ti 0,310 0,150 0,193 0,208 0,142 0,101
Mg 2,985 3,380 2,406 2,987 3,397 2,514
Fe2+ 0,834 0,220 1,250 0,753 0,266 1,015
Mn 0,018 0,010 0,012 0,015 0,008 0,017

Fe2+ 0,129 0,084 0,122 0,118 0,101 0,145


Mn 0,019 0,010 0,012 0,015 0,008 0,017
Ca 1,686 1,798 1,716 1,717 1,767 1,655
Na 0,167 0,108 0,151 0,150 0,124 0,183

Na 0,455 0,532 0,278 0,351 0,447 0,204


K 0,050 0,062 0,113 0,066 0,070 0,074
∑A 0,505 0,594 0,391 0,418 0,518 0,277

∑Kat 15,505 15,594 15,391 15,418 15,518 15,277


∑O 23,000 22,985 23,061 23,000 22,990 23,000

83
Zentralalpine Ganggesteine

Biotitanalysen (in Gew.-%, auf 22 O berechnet)

Probe AN173 10053 10177 AN223

SiO2 37,20 36,95 34,85 37,25


TiO2 1,34 1,85 2,02 1,65
Al2O3 17,81 17,59 17,45 17,20
FeO* 16,62 18,57 23,71 14,43
MnO 0,10 0,13 0,28 0,23
MgO 13,26 11,83 8,06 14,14
Na2O 0,08 0,19 0,15 0,07
K2O 8,77 8,17 7,98 9,46

Summe 95,18 95,28 94,50 94,43

Si 5,56 5,39 5,44 5,58


Al 2,44 2,61 2,56 2,42

Al 0,70 0,60 0,65 0,62


Fe 2,08 2,40 3,09 1,81
Mg 2,95 2,72 1,87 3,16
Ti 0,15 0,22 0,24 0,19
Mn 0,01 0,02 0,04 0,03

Na 0,02 0,06 0,05 0,02


K 1,67 1,60 1,59 1,81

Probe 9919 AN245 9030

SiO2 34,39 36,00 34,89


TiO2 2,38 3,74 3,58
Al2O3 17,98 14,89 14,84
FeO* 23,24 20,37 22,73
MnO 0,49 0,24 0,40
MgO 7,59 10,82 8,99
Na2O 0,08 0,21 0,13
K2O 8,84 9,27 8,91

Summe 94,99 95,54 94,74

Si 5,36 5,51 5,49


Al 2,64 2,49 2,51

Al 0,67 0,19 0,24


Fe 3,03 2,61 2,99
Mg 1,76 2,47 2,11
Ti 0,28 0,43 0,42
Mn 0,07 0,06 0,05

Na 0,02 0,06 0,04


K 1,76 1,81 1,79

84
Zentralalpine Ganggesteine

Feldspatanalysen (in Gew.-%, auf 32 O berechnet)

Probe 9919 8885a 8885b AN245 10174a 10174b 9030a

SiO2 59,18 56,75 51,43 56,71 57,03 64,32 53,78


Al2O3 26,99 28,16 31,86 28,21 28,08 19,20 29,36
FeO* 0,04 0,06 0,19 0,12 0,05 0,12 0,13
CaO 7,68 9,19 13,07 9,13 8,92 0,01 11,49
Na2O 6,93 5,81 3,58 6,14 6,13 1,17 4,97
K2O 0,27 0,29 0,43 0,22 0,17 15,13 0,17

Summe 100,53 100,38 99,95 99,90 101,09 100,26 100,56

Si 10,45 10,15 9,30 10,13 10,17 11,87 9,74


Al 5,62 5,93 6,79 5,94 5,91 4,17 6,27
Ca 1,45 1,76 2,53 1,75 1,71 0,01 2,23
Na 2,37 2,01 1,26 2,12 2,12 0,42 1,74
K 0,06 0,07 0,10 0,05 0,04 3,57 0,04

Ab 61,1 52,4 32,4 54,1 54,8 10,5 43,4


An 37,4 45,8 65,0 44,6 44,2 0,3 55,6
Or 1,5 1,8 2,6 1,3 1,0 89,2 1,0

Probe 9030b 9030c 10053 AN181 10177 9684 10030

SiO2 49,14 65,42 63,27 67,80 67,33 59,44 45,16


Al2O3 33,40 19,09 24,16 20,61 21,41 26,82 35,80
FeO* 0,07 0,16 0,16 0,75 0,55 0,74 0,53
CaO 15,36 0,03 4,37 0,33 1,54 4,91 18,41
Na2O 2,85 0,54 9,00 10,94 10,66 6,73 1,08
K2O 0,09 15,60 0,09 0,04 0,07 1,56 0,03

Summe 100,91 100,84 101,05 100,47 101,57 100,20 101,01

Si 8,90 11,96 11,08 11,85 11,00 10,62 8,29


Al 7,13 4,11 4,99 4,25 5,06 5,65 7,74
Ca 2,98 0,01 0,82 0,06 0,95 0,94 3,62
Na 1,00 0,19 3,05 3,71 2,87 2,33 0,38
K 0,02 3,64 0,02 0,01 0,02 0,36 0,00

Ab 25,0 5,0 78,4 98,2 74,7 64,2 9,5


An 74,5 0,3 21,1 1,6 24,7 25,9 90,5
Or 0,5 94,7 0,5 0,2 0,6 9,9 0,0

85
Zentralalpine Ganggesteine

Feldspatanalysen (Fortsetzung)

Probe AN172a AN172b AN189 AN215a AN215b 9670a 9670b

SiO2 60,39 66,62 66,86 69,27 63,37 57,83 52,39


Al2O3 25,15 18,08 21,27 19,71 19,11 27,34 30,30
FeO* 0,12 0,05 0,24 0,36 0,32 0,43 0,57
CaO 6,34 0,08 1,46 3,16 0,08 8,27 12,05
Na2O 7,71 1,00 10,75 7,35 0,39 6,13 4,14
K2O 0,33 14,14 0,10 0,51 15,70 0,58 0,29

Summe 100,04 99,97 100,68 100,36 98,97 100,58 99,74

Si 10,75 12,16 11,67 12,03 11,86 10,33 9,55


Al 5,28 3,89 4,38 4,04 4,22 5,76 6,51
Ca 1,21 0,02 0,27 0,59 0,02 1,58 2,35
Na 2,66 0,35 3,64 2,48 0,14 2,12 1,46
K 0,07 3,29 0,02 0,11 3,75 0,13 0,07

Ab 67,5 9,6 92,6 78,0 3,6 55,4 37,6


An 30,7 0,6 6,9 18,6 0,5 41,2 60,6
Or 1,8 89,8 0,5 3,4 95,9 3,4 1,8

Probe AN223 8892 9192a 9192b 9205

SiO2 61,77 53,94 64,01 47,91 61,72


Al2O3 24,58 30,14 24,06 34,16 25,50
FeO* 0,34 0,82 0,04 0,50 0,50
CaO 4,58 11,70 4,21 16,52 5,67
Na2O 8,62 4,72 8,98 2,18 7,26
K2O 0,12 0,23 0,10 0,05 1,22

Summe 100,01 101,55 101,40 101,32 101,87

Si 10,96 9,67 11,14 8,71 10,83


Al 5,14 6,37 4,94 7,32 5,27
Ca 0,87 2,25 0,79 3,22 1,07
Na 2,97 1,65 3,03 0,77 2,47
K 0,03 0,05 0,02 0,01 0,27

Ab 76,7 41,8 78,9 19,3 64,8


An 22,5 57,0 20,6 80,5 28,1
Or 0,8 1,2 0,5 0,2 8,1

86
Zentralalpine Ganggesteine

Granatanalysen (Gew.-%, auf 24 O berechnet)

Probe 9030 (Traverse)

Punkt a b c d e

SiO2 36,95 37,01 36,80 37,11 36,70


TiO2 0,06 0,13 0,23 0,26 0,03
Al2O3 21,52 21,64 21,35 21,41 21,55
FeO* 29,35 28,70 29,54 28,66 28,39
MnO 2,46 2,48 2,30 2,22 3,11
MgO 4,57 4,42 4,67 4,47 4,04
CaO 5,67 5,39 5,59 5,65 5,96

Summe 100,58 99,77 100,48 99,78 99,78

Si 5,85 5,88 5,84 5,90 5,86


Al 4,02 4,06 3,99 4,01 4,06
Fe 3,89 3,82 3,92 3,81 3,79
Ti 0,01 0,02 0,03 0,03 0,00
Mg 1,08 1,05 1,10 1,06 0,96
Mn 0,33 0,33 0,31 0,30 0,42
Ca 0,96 0,92 0,95 0,96 1,02

Alm 60,8 61,9 61,0 61,5 60,3


Prp 17,8 17,4 18,2 17,6 15,9
Grs 10,8 13,0 10,0 13,4 13,2
Sps 5,5 5,5 5,1 5,0 7,0
Adr 5,2 2,2 5,7 2,6 3,7

Punkt f g h i j

SiO2 37,15 37,35 36,53 36,65 36,74


TiO2 0,15 0,22 0,13 0,15 0,25
Al2O3 21,38 21,10 21,12 21,09 21,18
FeO* 28,55 28,45 28,48 29,02 28,53
MnO 3,53 3,76 4,05 3,41 2,48
MgO 3,87 3,70 3,56 3,92 4,38
CaO 5,97 5,67 5,80 5,70 5,89

Summe 100,34 100,25 99,67 99,94 99,45

Si 5,90 5,94 5,87 5,87 5,87


Al 4,00 3,96 4,00 3,98 3,99
Fe 3,79 3,78 3,83 3,89 3,81
Ti 0,02 0,03 0,02 0,02 0,03
Mg 0,92 0,88 0,85 0,94 1,04
Mn 0,47 0,51 0,55 0,46 0,34
Ca 0,97 0,97 1,00 0,98 1,01

Alm 60,8 61,0 60,2 60,7 60,5


Prp 15,2 14,6 14,1 15,5 17,3
Grs 13,0 13,2 11,9 10,9 12,6
Sps 7,9 8,4 9,1 7,7 5,6
Adr 3,2 2,9 4,6 5,2 4,1

87
Zentralalpine Ganggesteine

Pyroxenanalysen (in Gew.-%, auf 6 O berechnet)

Probe AN180 AN181a AN181b 10172 9728 10030 AN223

SiO2 49,92 50,42 51,59 51,65 49,92 48,50 51,29


TiO2 0,79 0,83 0,31 0,28 0,69 0,89 0,16
Al2O3 2,57 3,48 1,20 3,05 4,07 5,79 4,93
FeO* 7,98 9,09 9,90 6,02 8,23 7,17 12,06
MnO 0,23 0,30 0,42 0,19 0,23 0,12 0,37
MgO 16,22 15,64 12,81 16,67 15,08 14,24 15,32
CaO 18,85 17,75 21,87 20,02 21,42 22,44 12,67
Na2O 0,27 0,33 0,23 0,25 0,23 0,20 0,53
K2O 0,02 0,08 0,02 0,01 0,03 0,02 0,15

Summe 98,00 97,92 98,35 98,14 99,90 99,28 97,48

Si 1,92 1,90 1,97 1,93 1,86 1,81 1,94


Al 0,08 0,10 0,03 0,07 0,14 0,19 0,06

Al 0,03 0,06 0,02 0,06 0,04 0,07 0,18


Ti 0,02 0,02 0,01 0,01 0,02 0,03 0,00
Mg 0,91 0,88 0,73 0,93 0,84 0,80 0,86
Fe 0,25 0,29 0,32 0,19 0,26 0,22 0,38
Mn 0,01 0,01 0,01 0,01 0,01 0,00 0,01
Ca 0,76 0,72 0,90 0,80 0,85 0,90 0,51
Na 0,02 0,02 0,02 0,02 0,02 0,02 0,04
K 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,01

88
Zentralalpine Ganggesteine

Anhang V:

Analysen der Seltenen Erden (Analytiker R. Lampl, Methode: ICP) in ppm

Probe 9774 AN247 9953 AN245 8631

La 4,00 19,13 15,85 36,22 66,24


Ce 9,69 34,00 29,05 83,14 54,75
Pr <NWG 4,03 4,00 12,41 65,45
Nd 4,76 12,73 13,72 44,16 35,92
Sm <NWG 3,20 3,83 9,79 26,56
Eu 0,16 0,74 0,58 2,08 15,62
Gd 2,48 2,78 3,64 9,60 19,23
Dy 2,31 2,15 1,81 6,53 11,53
Ho 0,76 0,66 <NWG 1,75 12,69
Er 1,20 1,55 0,48 3,10 8,90
Yb 1,07 1,49 0,44 2,97 8,18
Lu 0,10 0,20 <NWG 0,37 6,76

Probe 9779 9670 10172 G365

La 23,53 53,42 15,25 15,49


Ce 45,82 90,81 30,69 35,14
Pr 7,09 11,24 4,68 7,17
Nd 26,93 36,99 16,04 23,70
Sm 6,37 7,25 3,80 6,38
Eu 1,75 1,65 0,95 1,38
Gd 8,11 6,16 4,39 6,82
Dy 6,14 4,25 3,87 5,04
Ho 1,46 0,81 0,60 0,91
Er 3,33 2,12 2,48 2,54
Yb 3,41 1,83 2,25 1,85
Lu 0,45 0,21 0,30 0,21

Anhang IV:

Isotopenmessungen (Alterslabor München)

Probe AN182 AN185 AN186 AN187

Rb (ppm) 211,2 320,4 202,6 91,3


Sr (ppm) 110,2 44,6 110,4 300,4

Sm (ppm) 4,893 n.b. 4,592 6,297


Nd (ppm) 22,240 n.b. 20,574 28,057

87
Rb/86Sr 5,559640 20,954900 5,323390 0,879120
87
Sr/86Sr 0,731456 0,795703 0,731157 0,710000

89
Zentralalpine Ganggesteine

Anhang VII:

Fundortkarten (vergrößerte Ausschnitte aus: Die Generalkarte 1990/1991, 1:200.000,


Mairs Geographischer Verlag, Bl. Südtirol, Bl. Österreich 6, 8)

Lokalität Val d´Uina

Lokalität Kappl

Lokalität Grins Lokalität Zernez

Lokalitäten Griankopf, Vallungspitze, Gamperkar, Elferspitze, Reschensee und Melag


(von links nach rechts)

90
Zentralalpine Ganggesteine

Fundortkarten (Fortsetzung)

Lokalität Kaunertal

Lokalität Obergurgl und


Zwieselstein
Lokalität Talatsch

Lokalität Kuppelwies

Lokalitäten Töll, Quadrathöfe, Aschbach


und Plawiglbahn

Lokalität Grünsee und Weißbrunn

91
Zentralalpine Ganggesteine

Fundortkarten (Fortsetzung)

Lokalität St. Oswald

Lokalitäten Val Cedec, Val Forno und Lokalität Wöllatratten


Gaviapaß

Lokalitäten Mühlbach, Terenten und Kiens

92
Zentralalpine Ganggesteine

Fundortkarten (Fortsetzung)

Lokalitäten im Pustertaler Quarzphyllit

Lokalitäten Roßhornscharte,
Barer Hütte und Staller Sattel

Lokalitäten im Defereggen-Schoberkristallin

93
Zentralalpine Ganggesteine

Lebenslauf

Name Andreas Fritz Neumair

geboren 17.02.1960

Geburtsort München

1966-1970 Besuch der Volksschule an der Fürstenriederstraße in München

1970-1979 Besuch des Erasmus-Grasser-Gymnasiums in München, Abschluß mit Abitur

WS 1979 - Studium der Chemie an der Technischen Universität München


SS 1981

WS 1981 - Studium der Geologie an der Ludwig-Maximilians-Universität, München


SS 1987 Abschluß mit Diplom

WS 1987- Studium der Mineralogie (Promotion) an der Ludwig-Maximilians-


SS 1992 Universität, München

01.03.89 - wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Mineralogie und


28.02.91 Petrographie der Universität

01.04.92- Mitarbeiter bei Umwelt-Energie-Technik GmbH, München


Abt. Deponietechnik, Altlasten und nichtthermische Abfallbehandlung

94