Sie sind auf Seite 1von 6

Psychotherapie im Maßregelvollzug - Eine ethische Springprozession

VonDipl.-Psych. Ulrich Kobbe, Lippstadt*

Zusammenfassung: Psychotherapie psychisch kranker Rechtsbrecher unterliegt äu- ßerst widersprüchlichen systemimmanenten Bedingungen. Ethische Fragen betreffen die Verantwortbarkeit von Psychotherapie, Probleme bedingter Freiwilligkeit, gefährde- ter Arbeitsbündnisse, therapeutischer Diskretion, in Frage gestellter Abstinenz und Funktion(alität) des Therapeuten. Die explizite/implizite WerteVermittlung stellt An- sprüche an die Professionalität des Therapeuten, seinen reflektierten Umgang mit der Archaik des ,bös-kranken' Patienten und den hiermit verbundenen Straf- und Racheim- pulsen. Individualisierung, Reduzierung des Delinquenten auf das Psychologische, Dis- ziplinierung und psychosoziale Machtausübung gefährden die Behandlung, die zugleich institutionsbedingte Artefakte mitbehandeln und innerhalb des Anstaltsrahmens einen Freiraum des Widerspruchs, der exzentrischen dritten Position schaffen muß. Hieraus ergeben sich kritische Fragen an die Therapieziele.

l. Prolog

Was bleibt von den ethischen Grundsätzen und Prämissen, die jeder Psycho- therapie eigen sind? Hieran ethische Fragen zu richten, also meta-ethisch das

11 Neben den „Grundsätzen für das Leben und Arbeiten in den v. Bodelschwinghschen Anstalten Bediel", die schon mehrere Jahre in Anwendung sind, ist als Ergebnis eines längeren Klärungsprozesses zu nennen: Von,aktivierender Pflege' bis,Zuwendung'. Die Henriettenstiftung auf dem Wegzu einer Corporate Identity, Hannover 1991.

" Überarbeiteter Vortrag auf der 6. Eickelborner Fachtagung zu Fragen der Forensi- schen Psychiatrie.

WzM, 44. Jg., S. 213-126, ISSN 0043-2040 © Vandenhoeck & Rucrecht IOOT

213

System Psychotherapie im Maßregelvollzug und seine systemimmanenten Bedingungen kritisch und mit philosophischer Skepsis zu hinterfragen, ist Ziel dieses Vortrags.Insofern geht es weder um die Begründungnoch um die Recht- fertigung moralischer Prinzipien oder gesetzter Handlungsziele, also nicht um Fragestellungen der Moralphilosophie, der sittlichen oder der normativen Ethik - mir geht es darum, mich dogmatisch-undogmatisch philosophisch nachdenkend über mich/uns selbst zu belehren: Im Sinne der (Auf-[Forderung von Marx, Philosophen hätten die Welt nicht nur zu interpretieren, sondern auch zu verändern (Marx 1958, 535), läßt philosophische Ethik „also das, worüber sie nachdenkt, nicht, wie es ist. Sie mischt sich ein" (Spaemann 1989, n).

2. Psychotherapie und

Verantwortung

Zunächst: Drewermann (1982) schreibt, Psychotherapie an sich sei ethisch- moralisch nicht zu rechtfertigen. Der Mensch wird in der Nachfolge Darwins, Marx' und Freuds nicht mehr metaphysisch begründet, sondern setzt sich im Sinne Hegels „List der Vernunft" selbst [Hegel 1807), d.h. er geht über meta- physische Setzungen hinaus. Die Psychotherapie befindet sich so laut Drewer- mann „mit dem einzelnen gewissermaßen im Zustand der Anklage" (Schrenk 1976, 150) und ist gezwungen, eine ethische Haltung zu entwickeln, die allein im Selbstverständnis des Menschen begründet ist (Hoffe 1985, 27). „Worauf eigentlich vertraut die Psychotherapie, wenn sie den einzelnen anhält, sich selber zu vertrauen?"fragt Drewermann (1982, 94). Nun rechtfertigen wir Psychotherapie nicht nur dennoch als mit der Men- schenwürde vereinbar, als statthaft und verantwortbar. Sie ist vielmehr auch im Sinne existentialistischer Philosophie und Psychotherapie, im Sinne einer Ethik der Aufklärung, im Sinne einer marx'schen Philosophie des Protests „gegen die Entfremdung des Menschen, gegen den Verlust seiner selbst und seiner Verwandlung in ein Ding" (Fromm 1980, 7) als eine Grundlage zur Verwirklichung der menschlichen Würdezu verstehen. Die Psychotherapie nun selbst - siehat bestimmte Grundbedingungen oder Grundhaltungen, die in Institutionen und erst recht im Maßregelvollzuger- hebliche Variationen und Deformationen erleiden.

3.

Freiwilligkeit

Die Prämisse der Freiwilligkeit des Patienten anzusprechen mag banal er- scheinen. Patienten im Maßregelvollzug sind zwangsuntergebracht, erdulden/ erleiden einen Freiheitsentzug, den sie durch ein Sich-Einlassen auf Therapie verkürzen könn(t)en. Darüber hinaus: Zumindest zum Zeitpunkt der Straftat, die zur Unterbringung führte, waren sie in ihrer Schuldfähigkeit erheblich eingeschränkt oder schuldunfähig; bedeutet dies auch,unfrei' in der hypotheti- schen Wahl zwischen Impulskontrolle undAusleben des - bösen - Handlungs- impulses (Fromm 1986, 179)? Und was bedeutet dies für die Entscheidung für oder gegen eine Therapie? Wie sehr darf ich jemanden psychotherapeutisch

214

antasten, der mir im Maßregelvollzug behandlungsmotiviert erscheint und dies auch von sich sagt?

4. Arbeitsbündnis

Die (Un-)Freiwilligkeit des Patienten in der forensischen Psychiatrie wirft auch die Frage nach dem Arbeitsbündnis auf: Das Einverständnis, auch bei Schwierigkeiten auf dem Behandlungswege weiterzugehen, ist es in dieser Form herstellbar? Wann aber gerät es in Gefahr? Und: Wie reduzierbar dürfen die basalen Erwartungen an ein solches Bündnis sein? Ist es ethisch, sog. gefährliche Patienten aufgrund des fehlenden Minimalvertrauens auf seilen des Therapeuten, daß diese Patienten bestimmte Basisregeln einhalten, nicht zu behandeln? Oder verstößt es vielmehr gegen die Menschenwürde, statt dessen durch das Gitter hindurch miteinander Gespräche zu führen? Der Ge- sprächspartner dürfte nicht ,böswillig' sein, heben Kamiah und Lorenzen (1967, 188) hervor, was aber hier zumindest nicht ausgeschlossen ist. Wird da nicht Psychotherapie noch mehr als sonst zur Exklusivware stilisiert, nämlich als eben „nicht boshaftes, nicht ironisches, nicht aggressives Eingehen auf den anderen" (Schneider 1973, 143)? D.h. zur Luxusware des ersehnten und rar gewordenen „menschlichen, verständnisvollen, unverstellten Kontakts"?

5.

Psychoterrorpiei

„Je verdinglichter, abstrakter und unmenschlicher die gesellschaftlichen Verkehrsformen werden, je mehr indessen die psychische Verelendung zu- nimmt, umso größer wird auch die Nachfrage", schreibt Schneider. Ist es unter derartigen Extrembedingungen statthaft, Patienten quasi zur Behandlung zu verführen, d.h. ihren Widerstand, ihre angstvolle Abwehr vor Klärung eben nicht zu respektieren, sondern zu unterlaufen? Da bleibt in diesem Spannungs- feld von Psychotherapie und Terror in der totalen Institution die Frage, ob sich sog. Probebehandlungen,deren Scheitern oder Abbruch ursächlich dem Patien- ten zugeschrieben wird und für ihn unter Umständen die Umkehr der Voll- streckungsreihenfolge, Strafhaft also, bedeutet, ob sich diese experimentellen Behandlungen nicht verbieten (Kobbe 1992, 10). Stellen sie nicht entweder Psychotherapie-Versuche gegen die - erzwungene - Wahl des Patienten (Sartre 1962, 71711.) oder aber eine zu große Ungeduld des „therapeutischen" oder „erzieherischen Ergeizes" dar (Freud r9i2)? Hinrichs arbeitet in einem Aufsatz über „indirekte Formen iatrogener Gewalt in der klinischen Pychiatrie" die Provokation, die aggressive Versuchung des Therapeuten durch diese Patien- ten heraus. Sie mobilisieren die ihm unbewußten Äquivalente, bezieht doch die Versuchung,den Erfolg reaktiv herbeizuführen, Zwang oder Gewalt in der Psychotherapie mit ein (Hinrichs 1988, 169).

215

6.

Veisuch(ung)ssituationen

Was also wird aus den Patienten, die nicht sofort als ,therapierbar' einge- schätzt werden, die beispielsweise allzu leicht als ,therapieresistent',, therapie- unfähig' oder als ,refraktär' stigmatisiert und ausgegrenzt werden? Wieviel Geduld und welch unter Umständen vorsichtiges Abtasten des anderen brin- gen wir auf und lassen wir zu? Wieviel Chance geben wir und gibt die repressive Struktur einer Maßregelvollzugseinrichtung den sog. schwierigen Patienten? D. h. denen, die als psychisch Krankeund als Straftäter ohnehin schon zweifach etikettiert sind, die schon immer durch das psychosoziale Netz gesiebt wur- den? Wie vertreten wir, wenn unser Behandlungsauftrag und -impetus nur dahin- gehend zu verwirklichen ist, daß als Kehrseite der Erfolgsmedaille aus dem ursprünglich unzurechnungsfähigen psychisch kranken Rechtsbrecher ein bei erneuter Straffälligkeit zurechnungsfähiger Straftäter geworden ist? Ein ethisch-moralisches Dilemma, das Psychotherapeuten im Maßregelvollzug letztlich nicht auflösen können (Kobbe 1992).

7.

Hoffnung

Ein weiteres Merkmal und eine im Maßregelvollzug wohl unerläßliche Vor- aussetzung für Psychotherapie ist die Hoffnung der Therapeuten, der Patient könne nach der/durch die Therapie ein zufriedeneres/normaleres Leben füh-

ren. Es ist eine Philosophie des „Noch-Nicht" wie des „Real-Möglichen" im Sinne des Prinzips Hoffnung von Block (1973). Die meisten unserer Patienten jedoch können von sich aus nur hoffnungslos-depressiv gestimmte Sichtwei- sen haben angesichts eines bisherigen, als permanentes Scheitern und als

chancenlos erlebten Lebens. So wird

ger für den Patienten, wird Hoffnung nicht über das eigene Wissen des Patien- ten um Möglichkeiten von einem erfüllten Leben vermittelt, sondern durch die

Zuversicht des Therapeuten. Wann aber schlägt diese in Illusionsbildung um? Wieviel Hoffnung darf und kann ich Patienten machen? Insbesondere denen, die aufgrund der Schwere ihrer Störung und ihrer Deliktdynamik als schwer therapierbar gelten? Dieser für die Therapie entscheidende Wirkfaktor Hoff- nung aber „läßt sich verstärken, krude ausgedrückt, manipulieren", warnt Hoffmann (1989, 116). Er warnt davor, daß weder die vor falschen Hoffnungen schützende Distanz noch die bewußt Verantwortung übernehmende und Zu- versicht wie Skepsis äußernde Haltung als „ethisch-saubererAusweg" odergar „ethischer Weißmacher" geeignet sei!

der Psychotherapeut zum Hoffnungsträ-

8. Diskretion

fede Psychotherapie basiert auf dem Prinzip der Diskretion, der Verschwie- genheit des Therapeuten. Der Patient kann absolut auf seine Integrität vertrau- en, er muß es können. Im Maßregelvollzug aber sind die Behandlungsnotizen und Aufzeichnungen nur allzu schnell Bestandteil der Krankengeschichte, die

216

ihrerseits eine Behördenakte ist, die ggf.von anderen Therapeuten eingesehen oder an diese weitergegeben wird, auf deren Grundlage externe Gutachter Prognosegutachten erstellen. Einerseits also bedarf es der Verlaufsdokumenta- tion aus Behandlungsgründen, andererseits aber erwartet gerade die Institution dasselbe aus Gründen, die in der Zwangsunterbringung liegen. Das Führen sog. Zweitakten - es ist nicht statthaft. Und dennoch muß der Psychotherapeut verhindern, daß Intimitäten des Patienten aktenkundig werden, jederzeit und über fahre hinaus zugänglich sind. Denn sonst greift Bürokratie katalogisie- rend/klassifizierend/registrierend in die persönliche Biographie des Menschen ein und erdrückt so das Individuum. Zudem - die Psychotherapie soll ,Besserung' bewirken, geht also mit ein in die Bewertungund Kriterien im Rahmen von Stellungnahmen, Beurteilungen über Therapiefortschritt, Gefährlichkeit und Vollzugslockerungen. Wieviel kann der Therapeut, wieviel darf er hier mitteilen? Nicht aus juristischen Gründen, was auch schon schwer genug zu beurteilen ist, sondern aus Gründen des Persöiilichkeitsschutzes, der therapeutischen Verschwiegenheit und Dis- kretion. Hier üben wir den Spagat zwischen strukturell-zusammenfassender Beschreibung und inhaltlich-detaillierter Information.

9.

Funktion(alität)en

Mit der Erwähnung von Stellungnahmen, vom Maßregelvollzug als Behörde stellt sich die nächste Frage: Als was tritt der Psychotherapeut dem Patienten gegenüber? Etwa - wie Wagner (1989) formuliert - „als Repräsentant einer Behörde" und keineswegs „als Person mit subjektiven Rechten", so daß thera-

peutische Handlungen „aus rechtlicher

maßnahmen" wären? Als funktionales Subjekt also, das einer dritten Partei, dem Staat beispielsweise, verpflichtet ist (Goldberg 1980, 28]? Oder dennoch als autonom entscheidendes, kritisches Individuum, das in der Lage und befä- higt ist, eine sog. exzentrische Position einzunehmen? Eine Position also, die darin begründet ist, daß eine reflektierte Position der Neutralität des Therapeu- ten unabdingbar ist. In der kafkaesken Welt der forensischen Psychiatrie (Beck 1988, 53, 85) aber entzündet sich auch das System der Anstalt an einem autonomen Therapeuten, der nach den Erfahrungen Mannonis nur soweit

Sicht nichts anderes als Verwaltungs-

toleriert werde, wie er sich dem System, das die Psychotherapie entfremde, unterwerfe: Der Anstaltsrahmen, in dem sich Psychotherapie entfalten müsse, „gefährdet fast immer ihre eigenen, unerläßlichen Existenzbedingungen" (Mannoni 1973, 2,32). Hier also die Frage: Wie frei, wie unabhängig ist der Therapeut in seinen Entscheidungen, dies speziell im Rahmen der Institution? Und: Wie authentisch ist er im Sinne einer persönlichen Begegnung [Levinas 1986, 64-71)?

10. Abstinenz

Diese Fragestellung wiederum rührt an das Prinzip der Abstinenz, das eben- falls zu den (auch ethisch begründeten) Fundamenten von Psychotherapie

12,9-13°), was machen wir dann mit dem kranken Rechtsbrecher, der dem strafenden Staat und uns als seinen Repräsentanten entgegenhält:,Meine Seele gehört mir!'? Er kann sich immerhin auf Feuerbach, auf die freiheitliche Denktradition der französischen Revolution und auf Artikel i des Grundgesetzes berufen. Auf was berufen wir uns ?Auf die Maxime des ,nil nocere' = niemandem zu schaden im Eid des Hippokratesl Auf die Erklärungvon Hawaii „gegen den Mißbrauch der Psychiatrie" (1977)? Auf den Besserungsauftrag des Strafgesetzbuches? Auf die Behandlungsdefinitionen und -garantien im Maßregelvollzugsgesetz? Und selbst wenn wir lauter und mit hehren Absichten psychotherapeutisch tätig werden wollen: Wann gerät diese Arbeit durch Beobachtung, Problemati- sierung, Introspektion und Deutung zur Psychologisierung des Alltags des Patienten, zum Psychoterror in allen Lebensbereichen? Dies ist zwar für totale Institutionen üblich, jedoch wohl kaum im Sinne einer Ethik, die die Achtung und den Schutz der Menschenwürde, d.h. das Respektieren des freien Willens des Patienten beinhaltet. Dieser total(itär)en Struktur ebenso total Therapie entgegenzusetzen, könnte/sollte die Aufhebung der kustodialen Bedingungen ermöglichen (Kobbe 1989); wann aber schlägt diese Therapeutisierung der Anstalt um? Wann potenziert sie nur noch deren Totalität, indem sie selbst zum machtvoll-repressiven Instrument wird (Strasser 1984, 190)?

14.

Individualisierung

Neben dem Vorwurf der Psycho(patho)logisierung von Delinquenten! und/ oder Alltagsverhalten (Strassei 1984, 30, 145 ff.) muß sich Psychotherapie auch mit dem Vorhalt auseinandersetzen, sie sei ,individualistisch'. Ein solcher Vorwurf muß erst recht die Behandlung psychisch kranker Straf täter betreffen,

werden auch hier anscheinend das Delinquente und

logische reduziert. Nun haben wir es in der Tat mit konkreten Individuen und nicht mit dem abstrakt-isoliert-menschlichen Individuum im Sinne der Kritik Marx'in der 6. These über Feuerbach (Marx 1958, 534) zu tun, so daß nur in der individuellen Therapie die Entfremdung durchbrochen werden kann, in der die menschlichen Beziehungen versteinert sind (Caruso 1972,, 59-61). Zugleich aber bleibt - mit Caruso (1972,172-173)- dieser Lösungsversuch des individu- ell-allgemeinen menschlichen Konflikts insofern,absurd', als der Psychothera- peut „unermüdlich am Individuum flickt" und auch seine ideologischen Kriti-

das Soziale auf das Psycho-

ker „nichts anderes tun, als an der zerrissenen Menschheit zu flicken".

15.

Disziplinierung

Hier noch einmal zurück zur Frage der Autonomie des Therapeuten: Wer kann er für sich wie für die Patienten als Angestellter im Maßregelvollzug sein ? Fungiert er als Sozialisationsagent mit dem Auftrag, die „Disziplin des Wil- lens" zu stärken oder „psychiatrische Traktier-Methoden" (Schrenk 1976,147) einer „moralischen Behandlung" (Castel r979J anzuwenden? Als sog. Intellek- tueller also, der durch „Anbindung und Selbstanbindung an individuelleInter-

essenlagen" deformiert und „ausgestattet mit abgeleiteter oder geborgter Auto- rität und unter Berufung auf sie, sich an ,Entmündigungs- und Domestizie- rungsprojekten'" beteiligt (Basaglia u. a. 1980, o. S.)? Als „Techniker der Sozial- wissenschaften" folglich, der zum „Legitimationsbeschaffer" (Ziebura 1988, 21), zum „Legitimationsagenten" sozialer Kontrolle geworden ist und der so dienstfertig die Kluft zwischen der Ideologie des Krankenhauses als Einrich- tung zur Heilung und der Praxis des Krankenhauses als Ort des Ausschlusses und der Gewalt verschleiern hilft?

16. Psychosoziale

Machtausübung

„Besteht nicht der einzige Dienst, den er verrichtet, darin, daß er Mächt und Gewalt ausübt, die ihm übertragen wurden, um eine ,Gewalt' zu zähmen, die man nicht einzuschätzen weiß? Und sind jene Macht und jene Gewalt nicht schon in den Mitteln enthalten, die ihm die Psychiatrie als Wissenschaft zur Gewährleistung der Kontrolle und zugleich der Zustimmung dessen, dem Gewalt angetan wird, zur Verfügung stellt?" Basaglia und Basaglia-Ongaro (1980,14) fragen noch weiter: Es sei doch „grotesk und tragisch, daß Intellektu- elle, indem sie sich an die Institutionen der Macht anbinden, unter dem Schein der Hilfeleistung die Opfer der Macht vollends entwaffnen: In der Pose des Samariters geben sie ihnen den tödlichen Kuß" (Basaglia/Basaglia-Ongaro 1980, 22). Wie also steht es mit unserer psychotherapeutischen Bereitschaft, uns in den Dienst staatlicher Autorität nehmen zu lassen, uns „gleichsam selber ent-verantworten zu wollen" (Bastian 1990, 1145)?

17.

Artefaktbewäkigung

Abgesehen von dieser Legitimationsfuiiktion nach außen bleibt auch die der Rechtfertigung nach innen: Stationäre Psychotherapie und erst recht die im Maßregelvollzug droht immer wieder zur Auseinandersetzung über die Unter- bringungsbedingungen zu degenerieren bzw. zur Behandlung von Unterbrin- gungsartcfakten zu geraten (Kobbe 1992, 2). Dur Verweis auf den Eigenantcil, die Mitverantwortungdes Patienten mag unter Umständen sinnvoll und thera- peutisch sein, hat jedoch keineswegs immer seine Berechtigung. Wie"lange lassen sich die realen Bedingungen, die doch in die psychotherapeutische Situation hineinragen, effektiv ausklammern?Und: Muß dies nicht aufKosten der Lebenswirklichkeit des Patienten gehen und seine vielleicht ohnehin ge- störten Realitätsbezüge noch mehr beeinträchtigen? Wenn Patienten dann zum Ausagieren, zur ungezielten Entladung aggressiver Affekte auf der Hand- lungsebene neigen, ist dies dann Ausdruck von individueller Pathologie oder ist dies einfühlbar, vielleicht als zwar anarchischer, aber doch ,gesunder' Pro- test gegen ohnmächtige Verhältnisse?Wenn Patienten aus Platzgründen, aus Personalmangel im Einzelzimmer bleiben oder nicht von der einen auf die nachfolgende Station verlegt werden können - dann schlägt die Stunde der psychotherapeutischen Durchhalteideologie. Wiederholung von früheren Frustationserlebnissen, Durcharbeiten alter Konflikte mit Vcrsagungs- und

Willkürentscheidungen, erneute Konfrontationmit Vaterrepräsentanzen, nun

, mistischen Legitimierungs- und motivationalen Rettungsversuch?

ja

aber wie leicht geraten derartige Erklärungen und Deutungen zum euphe-

i8. Psychotherapie und Institution

Entfremden nicht das enge Verhältnis zur Macht der Institution einerseits und zur Betroffenheit wie Archaik des Patienten andererseits den Psychothera- peuten beide? Sicher: In dieser bedingten wie Doppelzugehörigkeit mag er ja eine dritte, eine autonome Position gewinnen, in der er als selbständiges Individuum und als nicht-funktionales Subjekt erlebt werden kann; doch für oder gegen wen schließt er in Konfliktsituationen sein Arbeitsbündnis? Mit Lacan (1975, 2:0) ist Psychologie lediglich „das Vehikel von Idealen", indem die Psyche „nur Pate" steht, wenn es um ihren Rang als akademische Wissen- schaft geht. Das Ideal aber sei „Sklave der Gesellschaft". So leiste Psychologie Handlangerdienste, beute sie die Psychoanalyse und Freud aus, so daß jene primitive „Art Interesse, dem sich die Psychologie in unserer Gesellschaft als Dienerin anbietet, seinen Schnitt" mache (Lacan 1975, 2,11). Mannoni (1973, 91) lehrt uns, das Einpassen des Rahmens der Psychotherapie in den überlap- penden institutionellen Rahmen der psychiatrischen Anstalt könne nur dann zum Erfolg führen, wenn das institutionelle Milieu „flexibel genug ist, die Breschen, die der Patient in dem institutionellen Rahmen zu schlagen versucht ist, hinzunehmen."

19. Therapieziel Verhaltensnormi

In der Tat geht es der Gesellschaft, der Justiz, dem Maßregelvollzug ja darum, Gefahr abzuwenden, d.h. „Konflikten vorzubeugen, Unruhe abzuwenden, Dis- sens zu entschärfen, kurz, die ,Normalisierung' der Verhältnisse voranzutrei- ben" (Basaligia und Basaligia-Ongaw 1980, 22). Welche Rolle nimmt hier der Psychotherapeut in dieser institutionell-gesellschaftlich angelegten Nahtstel- le ein? Welche Werte und Normen kann, darf, soll und/oder muß ervertreten? Wie bürgerlich integriert muß er, wie alternativ darf er sein? Was ist für ihn abweichendes Verhalten, was Verhaltensnorm? Konkret scheint dies doch in den Kriterien und versteckten Vorgaben juristischer Praxis auf: Fester Wohn- ort, ordentliches Aussehen, regelmäßige Arbeit, kurz: „das Beibringen von Regelmäßigkeit, Gehorsam, Arbeit" (Caste.1 1979, 102 —109) sind Basisbedin- gungen für Beurlaubung, Entlassung, erfolgreiches Durchlaufen der Bewäh- rungszeit. Muß dies auch Therapieziel sein? Ist diese verordnete Form ver- meintlicher Freiheit dann nicht - wieKorff meint - wieder legalistisch deter- miniert als „Welt einer Moral, die keine Zweifel mehr zuläßt und in der alles nahtlos aufzugehen scheint. Mögliche Konflikte sind bereits kasuistisch aufge- schlüsselt und vorweg geregelt oder autoritativ gelöst. Gewissenskompetenz reduziert sich auf peinlich genaue Erfüllung des vom Gesetz Geforderten" (Korff 1985,13). Würdenicht eine derartige -mißverstandene-Maßnahme den Patienten als Individuum „zu einem reinen Funktionsobjekt der Gesellschaft

222

degradieren und ihm damit dem Wegzur eigenen Selbstfindung und Selbstver- antwortlichkeit als Voraussetzung aller wirklichen Resozialisierung versper-

würde

ren", indem „aus dem Ordnungsstörer Kori82i ?

die Ordnungsmarionette"

20. Therapieziel Autonomief

Und dennoch bleibt die Frage nach Integration und Anpassung als Therapie- ziel, nach dem Zwingen in die Wieder-Regelhaftigkeit (Knoll 1985,117) und ist das Recht auf Faulheit weiterhin ein - wie Benz (1983, 9) es formuliert - „ethisch wie pädagogisch gleichermaßen anstößiges Thema". Reicht es und ist es statthaft, den Patienten dazu zu befähigen, die alternative Wahl zwischen verschiedenen Lebenswelten, zwischen angepaßt-integriertem versus rand- ständig-exzentrischem Zukunftsentwurf in relativer Autonomie zu treffen? Andererseits jedoch: Ist dieses Therapieziel individueller Autonomie im Maß- regelVollzug erlaubt und gerechtfertigt? Es geht ggf. weit über die Vorausset- zungen des § 67 d Abs. 2 des Strafgesetzbuches hinaus, dessen Formulierung lediglich voraussetzt, der Patient müsse in der Lage sein, außerhalb des Maßre- gelvollzugs keine rechtswidrigen Taten mehr zu begehen.

21.

Therapieziel

(Selbst-)Disziplinierung!

Und im Einwand hier gegen: Darf ein Psychotherapeut sich auf derart ver- kürzte Behandlungsziele einlassen? Auf Vorgaben,die nur Verhaltenskontrolle und -korrektur mit disziplinierendem Charakter zu erfordern scheinen, hierbei unter Umständen aber dem Leid und Leiden des Patienten in keiner Weise gerecht werden {Kobbe 1992, 12)? Entscheidet man sich hiergegen, darf man dann im Maßregelvollzug weitertherapieren, obwohl das juristische Behand- lungsziel erreicht ist? Also juristisch ungerechtfertigten Freiheitsentzug gegen psychotherapeutisch notwendige Fortsetzung stationärer Behandlung abwä- gen? Ist Autonomie durch Loslösung und Individuation nicht auch „verinnerlich- te Gewalt als innere Freiheit", d.h. Fähigkeit zur Selbstdisziplinierung (und -entfremdung), um äußerer Disziplinierung zu entgehen, und insofern illusori- sche ,Freiheit'? Welche Freiheitsideologie der quasi „imaginären Überzustän- digkeit" des Individuums für sich und welche Normalitätskonzepte sozialer und psychischer Selbstbestimmung durch Anpassung verfolgt Psychotherapie mit dem Versuch, der Ausgeliefertheit an Lebensbedingungen durch die Erlan- gung von Selbstkontrolle zu entkommen?

22.

Epilog

Viele Fragen und kaum Antwort, werden Sie denken. Statt dessen nichts als Dilemmata, d.h. Situationen kognitiver Dissonanz und emotionaler Zwiespäl- tigkeit/Zerrissenheit. Soll man derartiges mitmachen, aushaken? Bleibt die

22 3

Alternative des Flüchtens oder Standhaltens, so scheint es zumindest zunächst

- doch entpuppt sich auch dies als Scheinalternative. Obwir dableibenunduns

auseinandersetzen; ob wir weggehen und uns distanzieren; ob wir dableiben, aber in die innere Emigration flüchten - wir sind zur Wahl gezwungen, werden in jedem Falle schuldigund müssen diese Schuld ertragen. Denn: „Wenn keine

Behandlung stattfindet, wird das Krankenhaus zum Gefängnis" (Castel u.a. 1982, 115). Wenn dem so ist, dann scheint nur ein bewußter Umgang mit unserer Verführbarkeit und den verführenden Autoritäten und Strukturen das Stand-

halten möglich und ethisch verantwortbar zu machen. Der Therapeut ist genötigt, „sich auch selber zum Gegenstand seiner Untersuchung machen zu können: An ihm selber bedürfen Abwehrniechanismen der Aufklärung, aber auch (der), Einsicht in seine faktische Ohnmacht" (Kiovoza und Schneidet 1986, 41). Mit diesem Selbstzweifel aktiv umzugehen, bedeutet ethische Fra- gen des Maßregelvollzugs und die „Situation der unvermeidlichen ethischen

Selbstüberforderung" (Sloterdijk] in der Tat nicht

oder als Teil eines bundesdeutschen Ethik-Booms sozusagen alibihaft als „mit-

marschierende Gegenkapelle" (Beck 1988,57) zu thematisieren, sondern auch weiterhin zubewegen. Dies wohl wissend, daß es die Ethik im Maßregelvollzug nicht gebenkann,

daß es also bei Fragen bleiben muß. Das ist gewiß gewagt und nicht zufriedenstellend, doch konnte ich mir in meiner Rolle als Philosoph eigener professioneller Praxis, der - so Marquard (1990, 165) —"nicht Experte ist, sondern Stuntman des Experten", waghalsig sein. Ein philosophisch-skeptischer £Xskurs bleibt dieser Vortrag allemal, doch ist diese Skepsis- um Marquard weiter zu zitieren - „konsequentgemachte Verzweiflung. Die nicht konsequent gemachte Verzweiflung bleibt nur Ver-

Die konsequent gemachte Verzweiflung hingegen ist dieSchule

der Wahrnehmung des vorhandenen Positiven, die allerdings Mut verlangt:

zweiflung

z.B. den Mut, angesichts der überall flottierenden Haßbereitschaften auch die

kleinen Remedien nicht zu verachten" (Marquard 1990,171).

nur hier und heute als Mode

Literatur

F. Basaglia/F. Basaglia-Ongaro, Befriedungsverbrechen, in: F. Basaglia u.a., aaO.,

1980, n-6i ; Basaglia u.a. (Hrsg.), Befriedungsverbrechen.Über die Dienstbarkeit der Intellektuellen, Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt a. Main 1980; T. Bastian, Alles verstehen, alles verzeihen? Vom Umgang mit dem,radikalen Bösen', in: Universitas 45 (1990), H. 12, 1138-1145; U. Beck, Wir Fatalisten. Im Labyrinth der Risikogesellschaft, in: Th. Schmid (Hrsg.), Entstaatlichung. Neue Perspektiven auf das Gemeinwesen, Klaus Wagenbach, Berlin 1988, 51-66; E. Benz, Das Recht auf Faulheit oder: Die friedliche Beendigung des Klassenkampfes (Lafargue Studien), Klett-Cotta/Ullstein, Frankfurt a. Main u. a. 1983; E. Bloch, Das Prinzip Hoffnung, Bd. i (1959), Suhrkamp Verlag, Frank- furt a.Main 1973; /. A. Caruso, Soziale Aspekte der Psychoanalyse (1962), Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbekb. Hamburg 1972; F. Castel/R. Castel/A. Lovell, Psychia- trisierung des Alltags. Produktion und Vermarktung der Psychowaren in den USA, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. Main 1982,- R. Castel, Die psychiatrische Ordnung. Das goldene Zeitalter des Irrenwesens, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. Main 1979; E. Dtewet-

224

mann, Psychologie und Moraltheologie, Bd. i: Angst und Schuld (1981), Matthias Grüne- wald, Mainz 1989, insbes. 92-94,- M. Foucault, Überwachen und Strafen.Die Geburt des Gefängnisses, Suhrkamp Taschenbuch Verlag, Frankfurt a.Main 1977; S. Freud, Rat- schläge für den Arzt bei der psychoanalytischen Behandlung (1912), in: Ges. Werke, Bd. VIII, 375-387; E. Fromm, Das Menschenbild bei Marx (r96 r), Europäische Verlagsan- stalt, Frankfurt a. Main 1980; ders., Psychoanalyse und Ethik. Bausteine zu einer huma- nistischen Charakterologie (1947), Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1986; G. W. F. Hegel, Phänomenologie des Geistes (1807), Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. Main r 975 ; R- Hinrichs, Indirekte Formen iatrogener Gewalt in der klinischen Psychiatrie, in:

Psychiat. Prax. 15 (1988), H. 5, 165-170; O. Hoffe, Strategien der Humanität. Zur Ethik öffentlicher Entscheidungsprozesse (1975), Suhrkamp Taschenbuch Verlag, Frankfurt a. Main 19851 S. O. Hoffmann, Die Beziehung von Arzt und Patient aus der Sicht eines Psychotherapeuten. Anmerkungen zur Frage der Werte und der Menschenwürde in der Psychotherapie, in: G. M. Borsi (Hrsg.), Die Würde des Menschen im psychiatrischen

Alltag, Verlag für Medizinische Psychologie,

Wege in der Psychoanalyse (r951), München o.J.; W. Kamiah/P. Lorenzen, Logische Propädeutik, Mannheim 1967; U. Kobbe, Alltag in der Zwangsunterbringung. Der tota- len Institution mit totaler Milieutherapie begegnen, in: DKZ 42 (1989), H. 4, 212—220;

ders., Psychotherapie im Maßregelvollzug. Diskursive Bemühungen zwischen Ein- schluß, Zwang, (Wieder)Anpassung, Emanzipation und Selbstbestimmung (1992), in: M.

Hermer (Hrsg.), Wege zu einer klinikorientierten

Westfalen-Lippe, Münster 1992; W. Koiff,

der Ethik, Piper Verlag, München 1985-, A. Kiovoza/Chr. Schneider, Anmerkungen zum

Verhältnis von psychoanalytischer Technik und Sozialpsychologie,

Schriftenreihe zur Psychoanalyse 22 (1986), 29-48; /. Lacan, Die Stellung des Unbewuß-

ten (1960/1964), in: J. Lacan, Schriften II, Walter, Olten/Freiburgi.Br. 1975, 205-230,- /.

Göttingen 1989, i r -22; K. Horney, Neue

Psychotherapie, Landschaftsverband

Wie kann der Mensch glücken? Perspektiven

in: fragmente.

Pontalis, Das Vokabular der Psychoanalyse, Bd. i und 2, Suhrkamp

Taschenbuch Verlag, Frankfurt a. Main 1972; E. Levinas, Ethik und Unendliches. Ge- spräche mit Philippe Nemo, Edition Passagen, Graz/Wien 1986; M. Mannoni, Der Psych- iater, sein Patient und die Psychoanalyse, Walter Verlag, Olten/Freiburg i.Br. r973; O. Marquard, Grenzreaktionen. Haß als Kehrseite der Brüderlichkeit, in: E. Herdieckerhoff u.a. (Hrsg.), Hassen und Versöhnen. Psychoanalytische Erkundungen, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1990, 165-171; K. Marx, Thesen über Feuerbach (1888), in: Marx

Laplanche//.-B.

533-535; E.Neumann, Tiefenpsychologie

und neue Ethik (1948), Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a.Main 1985,- IV. Welt- kongreß für Psychiatrie, Erklärung von Hawaii: Gegen den Mißbrauch der Psychiatrie, in: Deutsches Ärzteblatt 48 (1977), 2872-2873; Th. Reik, Hören mit dem dritten Ohr, Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg 1976; /. /. Rohde, Unterm Glassturz? Zum Problem relativer Ausblendung und Verdrängung der,sozialen Dimension'. Ihre Konse- quenzen in psychoanalytischer Praxistheorie und Praxis, in: Gruppenpsychother. Grup- pendynamik 18 (1982), H. i, 50—59; J.-P. Sartre, Das Sein und das Nichts. Versuch einer phänomenologischen Ontologie, Rowohlt Verlag, Reinbek b. Hamburg 1962; M. Schnei- der, Neurose und Klassenkampf, Materialistische Kritik und Versuch einer emanzipier- ten Neubegründung der Psychoanalyse, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek b. Ham-

burg 1973; M. Schrenk, Der Patient im Akkusativ. Über das Arzt-Patient-Verhältnis in

der sprachlosen Sprechstunde, in: Psychiat. Prax. 3 (1976), H. 3, 144—152; P. Sloterdijk, Kritik der zynischen Vernunft, Bd.2, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. Main 1983; R. Spa- emann, Was ist philosophische Ethik?, in: R. Spaemann (Hrsg.), Ethik-Lesebuch. Von Platon bis heute, Piper Verlag, München 1989, 9-23; M. Stingelin, Der Körper als Schauplatz der Historie. Albert Hermann Post, Friedrich Nietzsche, Michel Foucault, in:

fragmente - Schriftenreihe zur psychoanalyse 31 (1989), 119-131; P. Strasser, Verbre-

chernaenschen. Zur kriminalwissenschaftlichen

Frankfurt a. Main 1984; B. Wagner, Sind psychiatrische Therapiemethoden,gerecht'? Für

Engels Werke, Bd. 3, Dietz Verlag, Berlin 1958,

Erzeugung des Bösen, Campus Verlag,

22«;