Sie sind auf Seite 1von 26

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften

Institut für Kommunikationswissenschaft

BA-IV-Seminar „Wahlkampfkommunikation“

Hausarbeit

BA-IV-Seminar „Wahlkampfkommunikation“ Hausarbeit Wahlempfehlungen in der deutschen Qualitätspresse Eine

Wahlempfehlungen in der deutschen Qualitätspresse

Eine quantitative Inhaltsanalyse der Wahlberichterstattung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Süddeutschen Zeitung zur Bundestagswahl 2013

Betreuer

Dr. André Haller

Bearbeiter

Jonas Nikola Kühn Wassermannstaße 14 96052 Bamberg Jonas-nikola.kuehn@stud.uni-bamberg.de Matrikelnummer 1625666 10. Fachsemester Studienordnung vom 30. September 2010

Eingereicht am:

16.09.2015

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Einleitung

 

1

1.

Implizite und explizite Wahlempfehlungen in der Printberichterstattung.3

2.

News-Bias in

der Medienberichterstattung

4

2.1.

Ansätze der News-Bias-Forschung

4

2.2.

Konstruktionsmechanismen von News Bias

5

2.2.1.

Publizistische Prominenz

6

2.2.2.

Bewertung

7

2.2.3.

Einsatz opportuner Zeugen

8

2.2.4.

Instrumentelle Aktualisierung

9

3.

Analyse der Printberichterstattung zur Bundestagswahl 2013

9

3.1.

Forschungsdesign und Methode

10

3.2.

Ergebnisse

12

3.2.1.

Publizistische Prominenz

12

3.2.2.Bewertung

 

14

3.2.3.Opportune Zeugen

16

4.

Zusammenfassung und Fazit

17

Literatur

 

20

(Ehrenwörtliche) Erklärung

23

Abkürzungsverzeichnis

FAZ

Frankfurter Allgemeine Zeitung

SZ

Süddeutsche Zeitung

FR

Frankfurter Rundschau

taz

Die Tageszeitung

Einleitung

Das Mediensystem einer freien demokratischen Gesellschaft erfüllt eine Viel- zahl von Aufgaben und Funktionen. Eine der wichtigsten dieser Aufgaben ist die Versorgung der Bürger und Bürgerinnen mit aktuellen, verlässlichen und unab- hängigen Informationen. Die Massenmedien fungieren einfach ausgedrückt als Bindeglied zwischen dem Volk und dem politischen System. Da die politischen Institutionen und Akteure unmöglich aus eigener Kraft alle Bürger und Bürge- rinnen erreichen könnten, bedarf es einer ebensolchen Vermittlungsinstanz: die Medien leiten Informationen zwischen der politischen und der zivilgesellschaft- lichen Ebene weiter. Vor Allem vor bedeutenden Wahlen, wie zum Beispiel Bundes- oder Landtagswahlen, spielt die Informationsfunktion der Massenme- dien eine immens wichtige Rolle. Ohne sie könnte ein moderner Wahlkampf, wie man ihn spätestens seit der „Medienwahl 2002“ (Brettschneider 2002) in Deutschland kennt, nicht stattfinden, da der Kontakt der politischen Akteure zum Wahlvolk nur noch in sehr begrenztem Maße, etwa durch direkten Kontakt mit- tels Wahlveranstaltungen oder durch die postalische Versendung von Parteipro- grammen und Positionen zu den wichtigsten Sachthemen, erfolgen könnte. Dies wäre aber mit hohem Zeit- und Kostenaufwand verbunden und würde zudem vergleichsweise wenig Effekt erzielen. Die Medien haben einen direkten Ein- fluss auf die öffentliche Meinung und bestimmen so auch, wie diese sich wäh- rend eines Wahlkampfes entwickelt. Bürger, die den Wahlkampf mittels der Massenmedien verfolgen, sind darüber hinaus besser informiert als diejenigen, die die Massenmedien nicht nutzen. Die Medien tragen zur Gestaltung der Wahl- kampagnen bei und legen fest, welche Kandidaten von den Wählern als wichtig erachtet werden und was über sie bekannt ist (Becker/McCombs 1978: 306 f.). Die Medien spielen im Wahlkampf eine besonders zentrale Rolle. Ein Wahlkampf lässt sich auch als Konflikt – wenn auch in nicht-gewaltsamem Sinne - zwischen mindestens zwei miteinander konkurrierenden Parteien und deren eventuellen Spitzenkandidaten modellieren. Unterscheidet man zwischen privaten, öffentlichen und publizistischen Konflikten, so lässt sich der medial aufgegriffene und veröffentlichte Wahlkampf der letzten Konfliktform zuschrei- ben. Unter publizistischen Konflikten versteht Hans Mathias Kepplinger „Kont- roversen zwischen mindestens zwei Kontrahenten […] mit Informationen […] über einen Konflikt-Gegenstand […] via Massenmedien […] vor einem Publi- kum […]“ (Kepplinger 1989: 201). Im Kontext einer Bundestagswahl lassen sich die Kontrahenten auf die zur Wahl stehenden Parteien und deren Spitzen- kandidaten reduzieren.

1

Der Journalismus ist - manifestiert im Pressekodex - dazu aufgerufen, möglichst neutrale und objektive Informationen an die Öffentlichkeit weiterzugeben. Die- ser verpflichtet Journalisten zur Achtung der Wahrhaftigkeit und der Sorgfalt, zur Richtigstellung von missverständlichen oder falschen Aussagen sowie zur Trennung von Werbung und Redaktion. Die Wahlkampfberichterstattung wird durch eine eigene Richtlinie stark hervorgehoben: „Zur wahrhaftigen Unterrich- tung der Öffentlichkeit gehört, dass die Presse in der Wahlkampfberichterstat- tung auch über Auffassungen berichtet, die sie selbst nicht teilt“ (Deutscher Presserat 2015).Verstöße gegen diese Auflagen kommen immer wieder vor, je- doch besitzen sie vor Allem in der Politikberichterstattung, insbesondere wäh- rend Bundestagswahlkämpfen, viel Brisanz. Die Informationen über die zur Wahl stehenden Parteien und deren Kandidaten, die durch die Massenmedien ans Wahlvolk weitergeleitet werden, sind eine wichtige Grundlage für die spä- tere Wahlentscheidung oder die Entscheidung von Individuen, überhaupt an der Wahl teilzunehmen. Eine unausgewogene oder verzerrte Berichterstattung zu- gunsten oder zu Lasten einer Partei oder eines Kandidaten kann als Verstoß ge- gen diese Richtlinien verstanden werden. In den USA und Großbritannien ist es nicht unüblich, dass Zeitungen entschieden für oder gegen eine der zur Wahl stehenden Parteien oder deren Präsidentschaftskandidaten plädieren. Wenn dies geschieht, spricht man von einer sogenannten Wahlempfehlung, eine Parteier- greifung seitens der Journalisten. Dieses Vorgehen kann angesichts des Objek- tivitätsgebots im Journalismus nicht kritiklos hingenommen werden. Einen be- sonders fruchtbaren Nährboden dafür stellen Boulevardzeitungen dar, die eine hohe Auflage und eine Leserschaft ohne stark gefestigte Wahlentscheidung auf- weisen, welche offen für Medieneiflüsse sind (Semetko/Schoenbach 2003: 56). Bisher existiert jedoch nur eine ungenügende Menge an Evidenz für das Vor- kommen von Wahlempfehlungen in der Qualitätspresse. An dieser Forschungs- lücke soll diese Arbeit sich orientieren. Anspruch dieser Arbeit ist es, für die Existenz von Wahlempfehlungen in der deutschen Qualitätspresse aktuelle em- pirische Evidenz zu finden und Ursachenforschung zu betreiben, sofern dies in diesem begrenzten Umfang möglich ist. Kam es während der Printberichterstat- tung zur Bundestagswahl 2013 zur Abgabe von impliziten oder expliziten Wahl- empfehlungen? Hierzu soll zuerst eine klare Beschreibung dessen erfolgen, was man konkret unter einer Wahlempfehlung verstehen kann, wobei begrifflich zwischen impliziten und expliziten Wahlempfehlung differenziert wird. Im An- schluss daran sollen Ansätze der News-Bias-Forschung vorgestellt und auf das Gebiet der Wahlkampfberichterstattung übertragen werden, mit deren Hilfe sich Unausgewogenheit in der Berichterstattung erklären lässt. Zentral in diesem

2

Kontext sind vor allem vier spezifische Konstruktionsmechanismen von News Bias – Publizistische Prominenz, Bewertung, der Einsatz opportuner Zeugen so- wie die instrumentelle Aktualisierung. Zur Überprüfung der theoretischen Be- funde wird die Wahlkampfberichterstattung zweier überregionaler deutscher Ta- geszeitungen während der letzten Woche vor der Bundestagswahl 2013 mittels einer quantitativen Inhaltsanalyse verglichen. Es soll herausgefunden werden, ob und in welchem Ausmaß deutsche Qualitätszeitungen Wahlempfehlungen aussprechen.

1. Implizite und explizite Wahlempfehlungen in der Printbe- richterstattung

Wie soeben erwähnt, stellen Wahlempfehlungen in US-amerikanischen und bri- tischen Printmedien keine Ausnahme dar. So hat die New York Times seit 1852 bei jeder Präsidentschaftswahl einen Kandidaten empfohlen, während andere US-Zeitungen die Abgabe von Empfehlungen lediglich im Kommentarteil ein- geführt haben. Dies spiegelt sich jedoch kaum im Nachrichtenteil der Zeitungen wieder, weshalb dieses Vorgehen zu keinen politischen Auseinandersetzungen führt. Auch in Großbritannien sind diese sogenannten „Endorsements“ seit Be- ginn des 20. Jahrhunderts – mit einer kurzen Pause während des zweiten Welt- kriegs - fester Bestandteil der Printberichterstattung und werden seit den 70er Jahren vor Allem von Massenblättern und Boulevardzeitungen verwendet. Wis- senschaftliche Beweise für den hohen Einfluss der Massenmedien auf den Aus- gang von Wahlen gibt es zu Hauf. Dass Massenmedien mitunter wahlentschei- dend sein können, weiß man spätestens seit den US-Präsidentschaftswahlen aus dem Jahr 1960, als John F. Kennedy nur um Haaresbreite gegen seinen Mitbe- werber Richard Nixon gewinnen konnte. Noch kurz zuvor hatte Kennedy mit knapp zwei Millionen Stimmen zurückgelegen. Ein deutlicher Rückstand, den er jedoch durch überzeugende Auftritte in einer gleich viermal durchgeführten Fernsehdebatte wettmachen konnte. Kennedy kommentierte seinen Wahlsieg mit den Worten „It was TV more than anything else that turned the tide“ (White 1961: 294). Der Wahlsieg von Tony Blair’s Labour Party im Jahr 1997 konnte zumindest zum Teil auf die Unterstützung der Printmedien zurückgeführt wer- den (Seymour-Ure 1997: 603 f.). In Deutschland sind solch klar ausgesprochene Wahlempfehlungen jedoch verpönt und stoßen auf breite Ablehnung bei Medi- envertretern und Wissenschaftlern (Brettschneider/Wagner 2008: 226). Denn „[e]in Blatt, das sich mit einer Empfehlung in das politische Geschäft einmische,

3

so der allgemeine Tenor, verliere seine Unabhängigkeit und damit seine Glaub- würdigkeit“ (Rettich 2002: 10). Auch in einer Umfrage der Bildzeitung sollen hochrangige deutsche Journalisten dieser ablehnenden Grundhaltung gegenüber Wahlempfehlungen Ausdruck verliehen haben (Brettschneider/Wagner 2008:

225). Doch auch in Deutschland kam es während des Wahlkampfes zur Bundes- tagswahl 2002 erstmals dazu, dass sich mit dem Hamburger Wirtschaftsblatt „Fi- nancial Times Deutschland“ ein Printmedium offen für die Wahl einer bestimm- ten Partei und deren Kanzlerkandidaten aussprach und somit klar gegen die Auf- lagen des Pressekodex verstieß (vgl. Financial Times Deutschland 2002). Durch die Abgabe einer solchen Wahlempfehlung werden die Journalisten von reinen Beobachtern selbst zu politischen Akteuren, was einen Eingriff in die freie Ent- scheidungsfindung der Wähler darstellt. Ziel ist es, die öffentliche Meinung so zu beeinflussen, dass für die bevorzugte Partei oder ihren Spitzenkandidaten ein Vorteil entsteht (Brettschneider/Wagner 2008: 228). Wie bereits erwähnt unter- scheidet die Forschungsliteratur zwischen expliziten und impliziten Wahlemp- fehlungen. Eine explizite Wahlempfehlung ist eine direkte, also solche auf den ersten Blick erkennbare Empfehlung durch ein Medium oder einen Journalisten, weshalb der Leser den bevorzugten Politiker wählen und den Kontrahenten nicht wählen sollte. Entsprechend verhält es sich auch mit Empfehlungen für eine bestimmte Partei oder Koalition. Die oben genannten Wahlempfehlungen der US-amerika- nischen und britischen Blätter stellen in den meisten Fällen solche expliziten Wahlempfehlungen dar. Als implizite Wahlempfehlung bezeichnet man eine indirekt ausgedrückte Be- vorzugung eines Kandidaten oder einer Partei in der Medienberichterstattung. Dies wird auf den ersten Blick jedoch nicht deutlich und bedarf einer umfassen- den Medieninhaltsanalyse. Solche impliziten Wahlempfehlungen stellen keine Seltenheit dar, wie in verschiedenen Untersuchungen bereits herausgestellt wurde (vgl. Klein/Maccoby 1954; Kepplinger 1989).

2. News-Bias in der Medienberichterstattung

2.1. Ansätze der News-Bias-Forschung

Durch die News-Bias-Forschung lässt sich, wie auch durch die Gatekeeper- und die Nachrichtenwert-Forschung, die journalistische Nachrichtenauswahl unter-

4

suchen und erklären (Bachl/Vögele 2013: 346). Das Erkenntnisinteresse der so- genannten News-Bias-Forschung lässt sich bereits aus ihrem Namen ableiten. „News Bias“ kommt aus dem Englischen und bedeutet frei übersetzt so viel wie „Nachrichtenverzerrung“. Ziel dieser Forschungsrichtung sind die Identifikation und Erklärung einseitiger oder tendenziöser Berichterstattung, was besonders häufig in der politischen Berichterstattung vorkommt. Dazu wird versucht, Zu- sammenhänge zwischen der politischen Einstellung von Medienakteuren – das können sowohl auf der Individualebene einzelne Journalisten als auch auf Orga- nisationsebene ganze Redaktionen oder Zeitungsverlage sein – und der von die- sen Akteuren veröffentlichten Berichterstattung aufzudecken (Staab 1990: 27). Den Beginn dieser Forschungsrichtung markierte eine Studie zur Objektivität von Zeitungen im US-Präsidentschaftswahlkampf von 1952. Die Forscher ver- glichen die Berichterstattung über die beiden Präsidentschaftskandidaten Eisen- hower und Stevenson mit der redaktionellen Linie der jeweiligen Tageszeitung und erbrachten auf diese Weise den ersten wissenschaftlich fundierten Beweis einer unausgewogenen und einseitigen Berichterstattung (vgl. (Wagner 2007:

151; Klein/Maccoby 1954). Im Jahr 1977 hat der Zeitungsforscher Klaus Schönbach, während er in einer Studie das Verhältnis zwischen Nachricht und öffentlicher Meinung untersuchte, offengelegt, dass die Berichterstattung häufig einseitig erfolgt, was er als „Syn- chronisation“ bezeichnet. Dies treffe jedoch nicht auf die gesamte Berichterstat- tung zu, sondern besonders für Boulevardzeitungen sowie Regionalzeitungen mit kleiner Auflage oder in Gebieten mit einem hohen Zeitungswettbewerb (Staab 1990: 36 ff.; Kunczik/Zipfel 2001: 268 f.). Die News-Bias-Forschung sucht somit nach der Antwort auf die Fragen, ob die Medienberichterstattung verzerrt oder einseitig ist, und wie es zu einer solchen Verzerrung kommt.

2.2. Konstruktionsmechanismen von News Bias

Für die Herstellung von News Bias existieren verschiedene Konstruktionsme- chanismen. Zur Analyse von Wahlempfehlungen in Printmedien unterscheidet man zwischen den vier Mechanismen der „a) Publizistischen Prominenz, b)Be- wertung, c) dem Einsatz opportuner Zeugen und d) der instrumentellen Aktuali- sierung“ (Brettschneider/Wagner 2008: 227). Man könne aber erst dann von ei- ner wirklich überzeugenden impliziten Wahlempfehlung sprechen, wenn alle vier Mechanismen angewendet würden. Von einer impliziten Wahlempfehlung

5

in vollem Umfang könne man ausgehen, wenn die Konstruktionsmechanismen in der Berichterstattung durchgehend einem Akteur nutzen und gleichzeitig sei- nem Kontrahenten schaden (Wagner 2007: 146). Im Folgenden werden die vier Konstruktionsmechanismen näher ausgeführt.

2.2.1. Publizistische Prominenz

Einem Akteur wird publizistische Prominenz verliehen, indem über ihn häufiger beziehungsweise intensiver berichtet wird als über dessen Kontrahenten. Eine höhere Präsenz in der Medienberichterstattung kann einem Akteur einen klaren Vorteil gegenüber potenziellen Mitbewerbern verschaffen, da die gesteigerte Medienbeachtung das politische Gewicht sowie die Wichtigkeit des Akteurs im- pliziert (Brettschneider/Wagner 2008: 230). In Folge dessen kann den vernach- lässigten weiteren Akteuren durch die ausbleibende Medienresonanz ein Nach- teil entstehen. An dieser Stelle ist es jedoch wichtig zu betonen, dass eine nied- rigere Medienpräsenz für einen Akteur nicht per se einen Nachteil bedeuten muss. Darüber, ob ein Akteur durch eine höhere oder niedrigere Medienpräsenz einen Vor- oder Nachteil hat, entscheidet die wertende Tendenz der Aussagen. Publizistische Prominenz sei nämlich nur dann von Vorteil, wenn diese mit einer mindestens neutralen, am besten positiven Bewertung eines Akteurs einhergehe (Wagner 2007: 147 f.) . Wenn ein Akteur jedoch durch häufige negative Aussa- gen in der Berichterstattung hervorgehoben wird, kann dies auch schnell zu des- sen Nachteil werden. Laut Bettina Wagner lassen sich drei verschiedene Formen der publizistischen Prominenz unterscheiden. Normalerweise genießen die jeweiligen Regierungsparteien und der amtierende Bundeskanzler mehr Aufmerksamkeit in den Medien als deren Herausforderer, was auch „Kanzlerbonus“ genannt wird. Die regierungsbeteiligten Parteien so- wie der Bundeskanzler geben während ihrer Legislaturperiode die Richtung der Politik und die politische Agenda vor (Holtz-Bacha 1996, zit. nach Wagner 2007: 152). Die Umgehung oder übertriebene Darstellung dieses Amtsbonus kann als eine implizite Wahlempfehlung für oder gegen den betreffenden Akteur verstanden werden. Die zweite Form lässt sich beobachten, wenn sich nicht nur Einzelpersonen, sondern Gruppen in einem Wettstreit miteinander befinden. Durch die mediale Konzentration auf Gruppen mit positivem Image entsteht die- sen Gruppen ein Vorteil. Fokussieren die Medien sich jedoch auf Gruppen mit einem negativen Image, so geschieht dies zu Lasten der betreffenden Gruppen. Die dritte Form betrifft die Platzierung von Aussagen in den Medien. Werden

6

Akteure an prominenter Stelle genannt, resultiere dies in einer höheren Auf- merksamkeit für diese Akteure (Donsbach 1991, zit. nach Wagner 2007: 152). Dies treffe besonders auf Boulevardzeitungen zu, da die Botschaft hier nicht nur zu den Käufern, sondern auch zu Passanten transportiert werde. News Bias werde somit generiert, indem der oder die bevorzugten Akteure besonders oft in Überschriften platziert werden und der oder die Kontrahenten an diesen Stellen unterrepräsentiert bleibt. Und auch der Kontext, in dem die Akteure genannt werden, sei im Wahlkampf entscheidend. Wird ein Akteur oft in einem positiven Kontext genannt, so bedeute dies für ihn einen Vorteil. Ist die Nennung eines Akteurs jedoch häufig negativ konnotiert, so könne von einem Nachteil für die- sen Akteur ausgegangen werden (Wagner 2007: 152).

2.2.2. Bewertung

Wie soeben beschrieben wurde, reicht die publizistische Prominenz eines Ak- teurs allein nicht aus, um einen Vorteil gegenüber Mitbewerbern zu genießen, sondern muss mit einer guten Bewertung des Akteurs kombiniert werden. Bezo- gen auf Printmedien versteht man darunter nicht die vollkommen legitim wer- tenden Aussagen im Kommentarteil, sondern „manifeste Bewertungen im Nach- richtenteil einer Zeitung oder einer Nachrichtensendung“ (Brettschneider/Wag- ner 2008: 227). Es liege dann eine implizite Wahlempfehlung vor, wenn ein Kandidat oder eine Partei deutlich positiver dargestellt wird als seine Kontra- henten oder andere Parteien. Dieser Effekt kann dadurch verstärkt werden, dass Kontrahenten und andere Parteien simultan dazu negativ dargestellt werden. Die Bewertung von Politikern durch die Medien orientiert sich an verschiedenen Charaktereigenschaften der konkurrierenden Spitzenkandidaten. Bettina Wag- ner unterscheidet zwischen vier verschiedenen Merkmalen: die Problemlösungs- kompetenz des Akteurs - also dessen Eignung zur Lösung politischer Probleme; dessen Leadership-Qualitäten – die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und die Führungsqualitäten eines Akteurs; die Integrität eines Akteurs – damit sind des- sen Glaubwürdigkeit, Vertrauenswürdigkeit und dessen Ehrlichkeit gemeint; und nicht zuletzt die unpolitischen Eigenschaften eines Akteurs, wozu zum Ei- nen das äußere Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit, zum Anderen private Dinge wie Familie, Hobbys und unpolitische Charaktereigenschaften gehören (Wagner 2007: 153).

7

2.2.3. Einsatz opportuner Zeugen

Unter „opportunen Zeugen“ versteht man medienexterne Akteure, die die eigene Meinung der Journalisten, des Verlegers oder der redaktionellen Linie vertreten und im Nachrichtenteil einer Zeitung zitiert werden, während andere Stimmen deutlich unterrepräsentiert oder gar nicht vertreten sind. Wagner betont auch die Möglichkeit, dass Journalisten selbst parteiisch berichten, zusätzlich opportune Zeugen zur Rechtfertigung oder Bestätigung ihrer Meinung benutzen und sich dadurch zusätzliche Glaubwürdigkeit verschaffen (ebd.: 153). In einer Studie über die Printberichterstattung zur Volkszählung, durchgeführt vom Kommunikationswissenschaftler Lutz Hagen an der Friedrich-Alexander- Universität Erlangen-Nürnberg, konnte der Einsatz opportuner Zeugen in den Zeitungen FAZ, SZ, Welt, FR sowie taz nachgewiesen werden:

„Die Richtung der Argumente, die die Zeitungen veröffentlichten, war stark von der redaktionellen Linie beeinflußt. Das Konstrukti- onsprinzip von Bias bestand darin, daß die Zeitungen mehr Argu- mente von solchen Gruppen und Personen veröffentlichten, die im Sinne ihrer redaktionellen Linie argumentierten: die opportunen Zeugen.“ - (Hagen 1992: 455 f.)

Hagens Folgerung aus diesem Tatbestand lautete, dass die Nachrichten in Zei- tungen nicht mittels einzelner Argumente, sondern anhand von Personen und Gruppen konstruiert würden. In einer jüngeren Studie über die Berichterstattung zur Causa Guttenberg legten Marco Bachl und Catharina Vögele dar, dass die wertenden Aussagen der zitier- ten medienexternen Akteure umso negativer ausfielen, je negativer die von den Journalisten eigens veröffentlichten Aussagen waren. Während die BILD-Zei- tung Karl-Theodor zu Guttenberg insgesamt positiv darstellte, schnitt er bei den übrigen untersuchten Zeitungen, darunter Qualitätszeitungen wie die „Frankfur- ter Allgemeine Zeitung“ und „Süddeutsche Zeitung“ sowie die Boulevardblätter „Berliner Kurier“ und „Abendzeitung“ deutlich schlechter ab. Außerdem kamen Gruppen, die Guttenberg kongruent zur jeweiligen redaktionellen Linie der Zei- tungen bewerteten, insgesamt häufiger zu Wort als jene, die eine abweichende Meinung vertraten (Bachl/Vögele 2013: 355 f).

8

2.2.4. Instrumentelle Aktualisierung

Bei der instrumentellen Aktualisierung wird gezielt über Ereignisse und Themen berichtet, die einem Akteur nutzen oder dessen Gegner schaden. Man bezeichnet dies auch als Agenda-Setting. Außerdem werden Gegebenheiten in der Bericht- erstattung vernachlässigt, die dem bevorzugten Akteur schaden oder dessen Gegner nutzen, was man auch als Agenda-Cutting bezeichnet. Dadurch lässt sich die Aufmerksamkeit der Leser auf ein bestimmtes Themen- oder Politikfeld len- ken, was von Vorteil für ebendiese Partei ist, der die größte Kompetenz in die- sem Bereich zugeschrieben wird. Durch diese Vorgehensweise können Journa- listen die Themenberichterstattung so formen, dass sie vorteilhaft für die bevor- zugten Akteure und zugleich nachteilhaft für deren Gegenspieler wirken (Wag- ner 2007: 154). Die Folgen dieses Vorgehens sind zum einen die Verringerung oder Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten der Kontrahenten und zum an- deren die Stärkung oder Abschwächung der Legitimität der Kontrahenten. Da die Idee der instrumentellen Aktualisierung außerdem der Logik eines Nullsum- men-Spiels folgt, Nutzen und Kosten also restlos zwischen den Konfliktparteien verteilt werden, entspricht der Stärkung eines Kontrahenten automatisch eine Schwächung des anderen Kontrahenten (Kepplinger 1989: 204 f.). Wird diese instrumentelle Aktualisierung von einem Nachrichtenmedium nun systematisch angewendet, so dass einer der Kontrahenten im Großen und Ganzen einen deut- lichen Vorteil gegenüber den Gegenspielern genießt, so lässt sich auf eine im- plizite Wahlempfehlung des Mediums für den bevorzugten Akteur schließen.

3. Analyse der Printberichterstattung zur Bundestagswahl

2013

Wie zu Beginn dieser Arbeit bereits an einigen Stellen erläutert wurde, konnten verschiedene Studien im Bereich der „News Bias“-Forschung Beweise für ein- seitige oder verzerrte Berichterstattung liefern. Vor Allem für die Wahlbericht- erstattung konnten Beweise gefunden werden, dass Zeitungen im In- und Aus- land nicht immer objektiv berichten. Frank Brettschneider und Bettina Wagner fanden Beweise für implizite Wahlempfehlungen der britischen „Sun“ und der deutschen „Bild-Zeitung“ im Vorfeld der britischen Unterhauswahl 2001 und der Wahl des deutschen Bundestags im Jahr 2002 (Brettschneider/Wagner 2008:

9

228 f., 240 ff.). Bettina Wagner konnte in einer Analyse der Wahlberichterstat- tung der Bild-Zeitung zur Bundestagswahl 2005 eine implizite Wahlempfehlung des Boulevardblattes nachweisen:

„Die Bild-Zeitung unterstützt mit ihrer Berichterstattung das schwarz-gelbe Lager und benachteiligt Rot-Grün, indem sie zum ei- nen den Regierungsbonus verweigert und zudem positiv über die schwarz-gelben Akteure und deutlich negativ über die Regierungs- koalition berichtet.“ – (Wagner 2007: 167)

3.1. Forschungsdesign und Methode

Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden, ob es im Zuge der Printberichterstat- tung der Qualitätszeitungen „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) und „Frankfurter All- gemeine Zeitung“ (FAZ) über die Bundestagswahl 2013 zur Abgabe impliziter Wahlempfehlungen gekommen ist. Dazu wurde eine quantitative Medienin- haltsanalyse der Wahlkampfberichterstattung dieser Zeitungen in der Woche vor dem Wahlsonntag durchgeführt. Die Medieninhaltsanalyse „betrachtet eine große Zahl von Botschaften vergleichbarer Natur“, wie zum Beispiel die Artikel innerhalb einer Zeitung zu einem bestimmten Thema. Diese werden „auf darin auffindbare Muster und Tendenzen […] hin durchsucht. Ziel ist es, wesentliche Tendenzen herauszufiltern und dadurch „allgemeine oder verallgemeinerbare Aussagen“ zu erhalten. Dies bedeute eine „Kombination aus qualitativen urtei- len über Botschaften, die quantitativ verdichtet und ausgewertet werden“. Dies resultiert in einer Reduktion von Komplexität und ermöglicht es, die zentralen Muster der Berichterstattung herauszuarbeiten (Rössler 2010: 18). Durch die Analyse veröffentlichter Medienberichte zu wichtigen gesellschaftlichen The- men können verschiedene Standpunkte herausdestilliert und verschiedene zu Wort kommende Akteure identifiziert werden (Rössler 2010: 30). Dieses Vor- gehen ermöglicht Inferenzschlüsse auf den Kommunikator, welcher die Verant- wortung für die veröffentlichten Medienberichte trägt (Rössler 2010: 32). Für die Inhaltsanalyse von Tageszeitungen eignet sich die sogenannte hierarchi- sche Zerlegung. Im Falle der Wahlberichterstattung eignet sich als oberste Ana- lyseebene, der Auswahleinheit, ein bestimmter Teil einer Tageszeitung, welcher sich vorwiegend auf die politischen Themen konzentriert. Dies kann ein be- stimmtes Ressort sein, wie zum Beispiel das Ressort „Politik“. Auf der darun- terliegenden Ebene, der Artikelebene, lassen sich dann alle Zeitungsartikel zum

10

interessierenden Thema, zum Beispiel einer Bundestagswahl, codieren. Noch eine Ebene weiter unten befindet man sich dann auf der Aussagenebene. Hier lassen sich verschiedene Aussagen unterscheiden, die von unterschiedlichen Kommunikatoren zum Thema des Interesses formuliert werden (Rössler 2010:

78 ff.). Als Untersuchungseinheiten gingen alle Artikel, die zwischen dem 15. und dem 22. September 2013 von den beiden Zeitungen im Ressort „Politik“ veröffent- licht wurden und den Suchbegriff „Bundestagswahl“ mindestens einmal bein- halteten, in die Analyse ein. Da der 15. Und der 22. September Sonntage waren und sonntags keine Zeitungsausgabe der beiden Zeitungen erscheint, erstreckt sich der effektive Untersuchungszeitraum auf die Tage vom 16. Bis zum 21. September 2013. Dies resultierte in einer Auswahlgesamtheit von 88 Zeitungs- artikeln unabhängig von deren Umfang und der eigentlichen Thematik. Davon entfielen 27 Artikel auf die SZ und 51 Artikel auf die FAZ. Die Zeitungsartikel wurden anhand von drei der vier existierenden Konstruktionsmechanismen ana- lysiert. Um das Vorkommen publizistischer Prominenz für einen Akteur nachvollziehen zu können, wurden die Artikel in drei Kategorien aufgeteilt. Artikel, die sich verstärkt auf Einheiten der Unionsparteien bezogen, wurden mit „überwiegend Union“ codiert. Solche, die sich tendenziell auf Einheiten der stärksten Opposi- tionspartei, der SPD, bezogen, erhielten den Code „überwiegend SPD“. Artikel, in denen Einheiten beider Lager ungefähr mit derselben Häufigkeit thematisiert wurden, wurden mit „ausgeglichen“ codiert. Um herauszufinden, ob und in welchem Ausmaß es zur Bewertung von Akteuren seitens der Autoren - also der Journalisten der jeweiligen Zeitung - gekommen ist, wurden die fokussierten Akteure und Gruppen in sechs verschiedene Kate- gorien unterteilt, die auf potentielle Wahlsieger und Koalitionen hin gebildet wurden: die beiden Kanzlerkandidaten Angela Merkel (CDU) und Peer Stein- brück (SPD), deren Parteien CDU und SPD selbst, sowie mögliche Bündnisse nach der Wahl, nämlich eine große schwarz-rote Koalition aus Union und SPD und die bestehende schwarz-gelbe Regierungskoalition aus Union und FPD. Alle wertenden Aussagen zu diesen Kategorien wurden nochmals unterteilt, je nach- dem ob eine positive oder negative Tendenz in Bezug auf ihr Ziel vorlag. Der dritte Konstruktionsmechanismus, der Einsatz opportuner Zeugen, wurde anhand von Aussagen externer Akteure über die vier Subkategorien Angela Mer- kel, Per Steinbrück, sowie Union und SPD überprüft. Auch diese Aussagen wur- den jeweils noch einmal in positive und negative Äußerungen der externen Ak- teure untergliedert.

11

3.2.

Ergebnisse

3.2.1. Publizistische Prominenz

Bei der Untersuchung des Konstruktionsmechanismus „publizistische Promi- nenz“ konnten insgesamt 53 der zur Verfügung stehenden 88 Zeitungsartikel als relevant markiert werden, da sie jeweils mindestens eine Aussage über mindes- tens einen der beiden aussichtsreichsten Anwärter auf das Kanzleramt, Angela Merkel und Peer Steinbrück, die Union – bestehend aus CDU und CSU – sowie die SPD beinhalteten. Die restlichen Artikel bezogen sich zum Teil auf europä- ische oder andere wahlrelevante Themen, wobei sie jedoch keine verwertbaren Aussagen zu den hier untersuchten Akteuren beinhalteten, sowie auf andere Par- teien, wie zum Beispiel die FDP, die Grünen, die Linke sowie die AfD, welche jedoch den Rahmen dieser Arbeit sprengen würden und deshalb nicht in die Un- tersuchung einbezogen werden konnten. Zeitungsübergreifend lassen sich die Ergebnisse folgendermaßen darstellen: ins- gesamt 23 Artikel (50,0 Prozent) befassten sich überwiegend mit der Union - beziehungsweise mindestens einer der beiden Mitgliedsparteien - und deren Spitzenkandidatin Angela Merkel. Damit entfiel der Großteil der Berichterstat- tung auf die Kanzlerin und ihr politisches Lager. In Anbetracht dessen, dass An- gela Merkel die amtierende Bundeskanzlerin ist und die Unionsparteien sich in einem Regierungsbündnis mit der FPD befanden, überrascht dieses Ergebnis zu- nächst nicht und spiegelt lediglich den „Kanzlerbonus“ wieder. Mit lediglich zehn Artikeln (21,7 Prozent), die vorwiegend über Merkels Herausforderer Peer Steinbrück sowie die SPD berichteten, fällt der Anteil des Hauptkonkurrenten der amtierenden Regierung nur halb so stark aus wie der Anteil des amtierenden Regierungslagers. In den übrigen 13 Artikeln (28,3 Prozent) wurde keine klare Tendenz zugunsten einer der beiden Seiten hinsichtlich deren Berichterstat- tungsanteilen erkennbar. Hinsichtlich der zeitungsunabhängigen publizistischen Prominenz lässt sich also feststellen, dass Union und Merkel deutlich mehr Aufmerksamkeit durch die bei- den Zeitungen erhielten als SPD und Steinbrück.

12

Doch wie verhielt sich dieser Tatbestand, wenn man die jeweiligen Berichter- stattungsanteile der SZ und

Doch wie verhielt sich dieser Tatbestand, wenn man die jeweiligen Berichter- stattungsanteile der SZ und der FAZ miteinander vergleicht? Von den 33 in die Analyse einbezogenen Artikeln in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung berich- teten noch lediglich 12 Artikel (44,4 Prozent) mehrheitlich über die Union und Angela Merkel. Dem gegenüber stehen sechs Artikel (22,2 Prozent), die über- wiegend über Peer Steinbrück und dessen SPD berichteten. Eine ausgeglichene Bilanz zwischen Merkel/Union und Steinbrück/SPD weisen neun Artikel (33,3

Merkel/Union und Steinbrück/SPD weisen neun Artikel (33,3 Prozent) auf. In der Süddeutschen Zeitung berichteten

Prozent) auf. In der Süddeutschen Zeitung berichteten folglich elf Artikel (45,8 Prozent) mehrheitlich über die Union und Angela Merkel, vier Artikel (40 Prozent) fo- kussierten stärker auf SPD und Peer Steinbrück und ebenfalls vier Artikel (30,8 Prozent) wiesen eine ausgeglichene Bilanz zwischen beiden Lagern auf.

13

In beiden Zeitungen wird demnach der Kanzlerbonus sichtbar. Auffällig ist hier, dass in der FAZ

In beiden Zeitungen wird demnach der Kanzlerbonus sichtbar. Auffällig ist hier, dass in der FAZ die Differenz zwischen den Lagern Union/Merkel (d = 0,5) und SPD/Steinbrück deutlicher als in der SZ (d = 0,36) ist. Das heißt, obwohl als Zielgruppe der traditionell als rechtskonservativ geltenden FAZ eher die Wähler der Union in Frage kommen (Eilders 2004: 145), berichtet sie im Saldo stärker über SPD und Peer Steinbrück als die SZ, deren Zielgruppe als traditionell links- liberale Zeitung eher SPD-Wähler darstellen (vgl. Hagen 1992). Publizistische Prominenz an sich besitzt jedoch noch keine große Aussagekraft in Bezug auf die potentielle Abgabe einer Wahlempfehlung, sondern erst, wenn sie mit einer am besten positiven, mindestens aber neutralen Bewertung einher- geht, und die Gegenseite in dieser Hinsicht schlechter davonkommt. Publizisti- sche Prominenz kann in Verbindung mit einer schlechten Bewertung sogar schädlich sein.

3.2.2.

Bewertung

Bei der Bewertung der Akteure durch die Journalisten - die Verfasser der Artikel - zeigt sich, dass sowohl die Union als auch die SPD in der Berichterstattung überwiegend negativ präsentiert werden. Bei der Union fallen auf jede positive Bewertung (insgesamt 5 positive Bewertungen) 2,4 negative Bewertungen (ins- gesamt 12 negative Bewertungen), während die SPD summa summarum neun- mal negativ bewertet wurde und lediglich dreimal positiv, was einem Verhältnis von 3,0 entspricht. Damit kann konstatiert werden, dass die SPD in der Bericht- erstattung alles in Allem etwas schlechter bewertet wurde als die Union.

14

Mit Blick auf die beiden Konkurrenten um das Kanzleramt - die amtierende Bun- deskanzlerin Angela Merkel und ihren Herausforderer Peer Steinbrück – lässt sich ein klarer Nachteil für Letzteren beobachten. Er wurde zwar nur ein einziges Mal negativ bewertet, jedoch bleibt es auch bei dieser negativen Bewertung, da absolut keine positive Bewertung existiert. Dem gegenüber stehen fünf negative Bewertungen von Angela Merkel, welche jedoch durch acht positive Bewertun- gen mehr als ausgeglichen werden. Im Saldo lässt sich daher festhalten, dass Angela Merkel insgesamt leicht positiv bewertet wurde, wohingegen Peer Stein- brück jedoch negativ bewertet wurde. In Bezug auf die verschiedenen politischen Lager wurde die amtierende Regie- rung im Gesamtbild der Berichterstattung mit fünf negativen und keiner positi- ven Bewertung klar abgestraft. Eine mögliche große Koalition zwischen der Union und der SPD wurde hingegen nicht ganz so kritisch gesehen und erhielt gegenüber drei negativen Bewertungen auch in zwei Fällen eine positive Bewer- tung. Vergleicht man wiederum die Berichterstattung von SZ und FAZ, so werden deutliche Unterschiede erkennbar. Während die bereits genannten fünf negati- ven Bewertungen der Personalie Merkel allesamt in der SZ angesiedelt waren, wurde sie in der FAZ kein einziges Mal negativ bewertet. Positiv bewertet wurde sie in der SZ drei Mal, in der FAZ sogar fünf Mal. Merkel erhält also in der Süddeutschen Zeitung deutlich weniger Zuspruch als in der Frankfurter Allge- meinen Zeitung. Peer Steinbrück hingegen wurde wie bereits erwähnt nur einmal explizit erwähnt, und zwar mit negativer Tendenz in der SZ. Von den 12 negativen Bewertungen des politischen Lagers der Union entfallen elf auf die SZ und nur eine auf die FAZ, während sich die fünf positiven Bewer- tungen mit derer zwei auf die SZ und drei auf die FAZ verteilen. Die Union wurde also in der Süddeutschen Zeitung signifikant schlechter bewertet als in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Von den insgesamt neun negativen Be- wertungen der SPD entfallen drei auf die SZ und sechs auf die FAZ. Dem ge- genüber wurden alle drei positiven Bewertungen der SPD in der SZ veröffent- licht. Während alle negativen Bewertungen der großen Koalition auf die SZ entfielen, wurden beide positiven Bewertungen in der FAZ veröffentlicht. Außerdem wur- den alle fünf negativen Bewertungen eines schwarz-gelben Regierungsbündnis- ses in der SZ veröffentlicht.

15

3.2.3.

Opportune Zeugen

Bei der Untersuchung des Einsatzes opportuner Zeugen hat sich herausgestellt, dass insgesamt 29 externe Akteure sich wertend über einen der Kanzlerkandida- ten, eine Partei oder ein politisches Lager geäußert haben. Davon richteten sich

ein politisches Lager geäußert haben. Davon richteten sich zeitungsübergreifend neun gegen Angela Merkel im Vergleich

zeitungsübergreifend neun gegen Angela Merkel im Vergleich zu fünf Aussa- gen, die Merkel in positivem Kontext erwähnten. Zu Peer Steinbrück ließen sich

Kontext erwähnten. Zu Peer Steinbrück ließen sich lediglich fünf Äußerungen finden, die ihn allesamt in ein

lediglich fünf Äußerungen finden, die ihn allesamt in ein schlechtes Licht rück- ten. Die Union wurde sechsmal positiv und nie negativ, die SPD hingegen vier- mal negativ und in keinem Fall positiv erwähnt. Drei der neun positiven Äußerungen zu Angela Merkel entfielen auf die Süd- deutsche Zeitung, sechs hingegen auf die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Von

16

den Äußerungen, in denen Merkel negativ bewertet wurde, befand sich jedoch lediglich Eine in der

den Äußerungen, in denen Merkel negativ bewertet wurde, befand sich jedoch lediglich Eine in der SZ, die anderen vier wurden in der FAZ veröffentlicht. Zu Steinbrück wurden in der SZ zwei medienexterne Akteure zitiert, die sich nega- tiv über ihn äußerten, in der FAZ waren es drei. Die sechs positiven Aussagen externer Akteure zur Union wurden ausnahmslos in der FAZ veröffentlicht, ebenso wie alle vier negativen Äußerungen bezüglich der SPD.

4. Zusammenfassung und Fazit

Ziel und Anspruch dieser Arbeit war es, die Frage nach der Existenz einer im- pliziten Wahlempfehlung in der Printberichterstattung zum Bundestagswahl- kampf 2013 zu klären. Eine implizite Wahlempfehlung ist eine indirekt ausge- drückte Bevorzugung eines Kandidaten oder einer Partei in der Medienbericht- erstattung. Für die Analyse der Berichterstattung in der Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurden die drei Konstruktionsmecha- nismen von „News Bias“, die publizistische Prominenz, die Bewertung sowie der Einsatz opportuner Zeugen, untersucht. Aus den Ergebnissen der Analyse folgte, dass Union und Merkel deutlich mehr Aufmerksamkeit durch die beiden Zeitungen erhielten als SPD und Steinbrück (vgl. 3.2.1). Sowohl in der SZ als auch in der FAZ wird deutlich mehr über Angela Merkel und die Union berichtet als über Peer Steinbrück und die SPD. Merkel und Union genießen also deutlich mehr publizistische Prominenz als Steinbrück und die SPD. Dies allein ist jedoch

17

noch kein Hinweis auf eine implizite Wahlempfehlung zugunsten der amtieren- den Kanzlerin und ihres politischen Lagers. Nur in Kombination mit einer min- destens neutralen, besser noch positiven Bewertung, käme die publizistische Prominenz der Kanzlerin zugute. Umso deutlicher und nachdrücklicher würde die implizite Wahlempfehlung ausfallen, wenn der Kontrahent - in diesem Fall Peer Steinbrück und die SPD – negativ bewertet würden. Auch hier sprechen die Ergebnisse eine deutliche Sprache. Zwar wurden sowohl die Union als auch die SPD insgesamt relativ schlecht bewertet, jedoch wurde Angela Merkel insgesamt etwas besser bewertet als Peer Steinbrück, der zwar nur eine Bewertung erhielt, diese jedoch negativ ausfiel, während Merkels Be- wertung deutlich in den positiven Bereich tendierte. Zusammen mit der Tatsa- che, dass Merkel deutlich höhere publizistische Prominenz genoss, weist dieser Tatbestand auf eine implizite Wahlempfehlung zugunsten der amtierenden Bun- deskanzlerin hin. Auffällig ist auch, dass die Süddeutsche Zeitung Merkel durchweg negativ be- wertet, die Frankfurter Allgemeine Zeitung hingegen sie tendenziell positiv be- wertet. Verbindet man dies mit den Ergebnissen bezüglich der publizistischen Prominenz, so spricht die Süddeutsche Zeitung eine klare Wahlempfehlung ge- gen Merkel aus, während die FAZ ihren Lesern implizit dazu rät, an der amtie- renden Kanzlerin festzuhalten. In Bezug auf den Einsatz opportuner Zeugen lässt sich zeitungsunabhängig für Angela Merkel ein klarer Vorteil gegenüber Peer Steinbrück feststellen. Auch die Union schnitt insgesamt deutlich besser ab als die SPD, welche von medien- externen Akteuren in keinem Fall positiv, aber dafür viermal negativ bewertet wurde. In der FAZ wurden wie erwartet deutlich mehr positive als negative Stimmen zu Angela Merkel veröffentlicht, wohingegen Steinbrück insgesamt leicht negativ bewertet wurde. Auch die externen Stimmen zur Union waren durchweg positiv, zur SPD jedoch ausnahmslos negativ. Diese Befunde bestätigen, dass sich die zu Wort kommenden externen Akteure entsprechend der redaktionellen Linie der FAZ äußern. Sie verhalten sich wie opportune Zeugen, was als implizite Wahl- empfehlung für Merkel und die Union und gegen Steinbrück und die SPD ge- wertet werden kann. In der SZ widersprechen die Befunde dem erwarteten Szenario, wonach die Be- wertungen von SPD und Peer Steinbrück durch externe Akteure deutlich positi- ver gewesen sein müssten als die zur Union und ihrer Spitzenkandidatin Angela Merkel. Entgegen der redaktionellen Linie der linksliberalen Zeitung wurden je- doch ausschließlich negative externe Stimmen zu Peer Steinbrück veröffentlicht.

18

Zudem erhielt Angela Merkel von den zitierten zeitungsexternen Akteuren dop- pelt so viel Zuspruch wie Schelte. Somit kam es zwar dennoch zum Einsatz op- portuner zeugen, jedoch nicht zugunsten von SPD und Steinbrück, sondern zu- gunsten von Angela Merkel und der Union. Dies weist auf eine implizite Wahl- empfehlung für Merkel und die Union hin. Insgesamt lässt sich jedoch feststel- len, dass während des gesamten Untersuchungszeitraumes, unabhängig von ei- ner redaktionellen Linie, Angela Merkel und die Union besser abschnitten als Peer Steinbrück und die SPD, was einen Hinweis auf eine implizite Wahlemp- fehlung zugunsten der amtierenden Kanzlerin und zu Lasten ihres Herausforde- rers darstellt. Somit kann die Forschungsfrage, ob es zur Abgabe von Wahlemp- fehlungen während der Bundestagswahl 2013 gekommen ist, mit „Ja“ beantwor- ten. Möglicherweise hat dies auch zu dem immensen Vorsprung beigetragen, mit dem die Union letztendlich die Wahl für sich entscheiden konnte. CDU und CSU erhielten zusammen sowohl 45,3 Prozent der Erststimmen als auch 41,5 Prozent der Zweitstimmen. Die SPD kam lediglich auf 29,4 Prozent der Erststimmen und 25,7 Prozent der Zweitstimmen und war der Union damit klar unterlegen (vgl. Der Bundeswahlleiter 2015). Mit endgültiger Sicherheit lässt sich dies jedoch nicht schlussfolgern. Zudem muss bei der Bewertung der Befunde berücksichtigt werden, dass die instrumentelle Aktualisierung nicht in der Analyse berücksichtigt wurde, durch deren Nachweis sich die Befunde dieser Arbeit noch deutlich hätten verschieben können. Außerdem muss die Frage gestellt werden, inwiefern die Leser von FAZ und SZ sich durch implizite Wahlempfehlungen in ihrer Wahlentscheidung be- einflussen ließen. Diese Zeitungen besitzen zwar ebenfalls eine hohe Auflage, doch ist davon auszugehen, dass deren Leserschaft im Großen und Ganzen in ihrer Wahlentscheidung relativ stark gefestigt ist. Wahlempfehlungen können jedoch lediglich bis zu einem gewissen Maß das Wahlverhalten von Nicht- oder Wechselwählern beeinflussen. So könnten sich zum Beispiel Wechselwähler mit schwächeren Parteibindungen an einer Wahlempfehlung orientieren. Insbeson- dere unter Berücksichtigung der Verstärkerhypothese muss jedoch unterstrichen werden, dass Wahlempfehlungen keinen grundlegenden Wandel der Wahlent- scheidung herbeiführen können.

19

Literatur

Bachl, Marko und Catharina Vögele. 2013. Guttenbergs Zeugen? Eine Replika- tion und Erweiterung von Hagens (1992) „Die opportunen Zeugen“ an- hand der Berichterstattung über Karl-Theodor zu Guttenberg im Kontext der Plagiatsaffäre. M&K: 345-367. Becker, Lee B. und Maxwell E. McCombs. 1978. The Role of the Press in De- termining Voter Reactions to Presidential Primaries. Human Communica- tion Research 4: 301-307. Brettschneider, Frank. 2002. Die Medienwahl 2002: Themenmanagement und Berichterstattung. Aus Politik und Zeitgeschichte: 36-47. Brettschneider, Frank und Bettina Wagner. 2008. „And the winner should be…” Explizite und implizite Wahlempfehlungen in der Bild-Zeitung und der Sun. In: Silke Adam und Barbara Pfetsch (Hrsg.), Massenmedien als politische Akteure. Konzepte und Analysen. Wiesbaden: VS, Verl. für So- zialwiss, 225-244. Bundesergebnis. Endgültiges Ergebnis der Bundestagswahl 2013. 2015.

http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswah-

len/BTW_BUND_13/ergebnisse/bundesergebnisse/. 16.09.2015.

Der Pressekodex. 2015. http://www.presserat.de/pressekodex/pressekodex/.

14.08.2015.

Donsbach, Wolfgang. 1991. Medienwirkung trotz Selektion. Einflußfaktoren auf die Zuwendung zu Zeitungsinhalten. Köln, Weimar, Wien: Böhlau. Eilders, Christiane. 2004. Von Links bis Rechts – Deutung und Meinung in Pressekommentaren. In: Christiane Eilders (Hrsg.), Die Stimme der Me- dien. Pressekommentare und politische Öffentlichkeit in der Bundesrepub- lik. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 129-166. Financial Times Deutschland. 2002. Wahl im Netz. FTD-Wahlempfehlung. Fi- nancial Times Deutschland. Hagen, Lutz. 1992. Die opportunen Zeugen. Konstruktionsmechanismen von Bias in der Zeitungsberichterstattung über die Volkszählungsdiskussion. Publizistik 37: 444-460. Holtz-Bacha, Christina. 1996. Massenmedien und Wahlen. Zum Stand der deutschen Forschung - Befunde und Desiderata. In: Christina Holtz-Bacha und Lynda L. Kaid (Hrsg.), Wahlen und Wahlkampf in den Medien. Unter- suchungen aus dem Wahljahr 1994. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwis- senschaften, 9-45.

20

Kepplinger, Hans M. 1989. Instrumentelle Aktualisierung. Grundlagen einer Theorie publizistischer Konflikte. In: Kaase, Max, Schulz, Winfried (Hrsg.), Massenkommunikation. Theorien, Methoden, Befunde. Opladen:

Westdeutscher Verlag, 199-220. Klein, Malcolm W. und Nathan Maccoby. 1954. Newspaper Objectivity in the 1952 Campaign. Journalism Quarterly 31: 285-296. Kunczik, Michael und Astrid Zipfel. 2001. Publizistik. Ein Studienhandbuch. Köln: Böhlau. Rettich, Markus. 2002. Wahlempfehlungen – eine Frage der Glaubwürdigkeit. Medien Tenor: 10-13. Rössler, Patrick. 2010. Inhaltsanalyse. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH. Semetko, Holli A. und Klaus Schoenbach. 2003. News and Elections: German Bundestag Campaigns in the Bild, 1990-2002. The Harvard International Journal of Press/Politics 8: 54-69. Seymour-Ure, Colin. 1997. Editorial Opinion in the National Press. Parliamen- tary Affairs 50: 586-608. http://pa.oxfordjournals.org/content/50/4/586.ci- tation. Staab, Joachim F. 1990. Nachrichtenwert-Theorie. Formale Struktur und empi- rischer Gehalt. Freiburg [im Breisgau]: K. Alber. Wagner, Bettina. 2007. „Bild - unabhängig· überparteilich"? Die Wahlbericht- erstattung der erfolgreichsten Boulevardzeitung Deutschlands. In: Frank Brettschneider (Hrsg.), Die Bundestagswahl 2005. Analysen des Wahl- kampfes und der Wahlergebnisse. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwis- senschaften, 141-170. White, T. H. 1961. The Making of the President 1960. New York: Atheneum House.

21

Anhang: Codebuch

A

Printmedium

A01

Frankfurter Allgemeine Zeitung

A02

Süddeutsche Zeitung

B

Publizistische Prominenz

Untersuchungszeitraum: 15.-22.09.2013 Untersuchungseinheit: Artikel aus dem Ressort Politik, die den Suchbegriff „Bundestagswahl“ beinhalteten

B01

überwiegend Union/Merkel

B02

überwiegend SPD/Steinbrück

B03

ausgeglichen

C

Bewertung

Untersuchungszeitraum: 15.-22.09.2013 Untersuchungseinheit: Artikel aus dem Ressort Politik, die den Suchbegriff „Bundestagswahl“ beinhalteten

C01

pro große Koalition

C02

contra große Koalition

C03

pro Schwarz-Gelb

C04

contra Schwarz-Gelb

C05

pro SPD

C06

contra SPD

C07

pro Union

C08

contra Union

C09

pro Steinbrück

C10

contra Steinbrück

C11

pro Merkel

C12

contra Merkel

D

Opportune Zeugen

Untersuchungszeitraum: 15.-22.09.2013 Untersuchungseinheit: Artikel aus dem Ressort Politik, die den Suchbegriff „Bundestagswahl“ beinhalteten

22

D01

Pro SPD

D02

contra SPD

D03

pro Union

D04

contra Union

D05

pro Steinbrück

D06

contra Steinbrück

D07

pro Merkel

D08

contra Merkel

(Ehrenwörtliche) Erklärung

„Ich erkläre hiermit, dass ich die vorliegende Arbeit gemäß §19 Abs. 2 der All- gemeinen Prüfungsordnung (APO) selbständig verfasst habe, sämtliche verwen- deten Quellen angegeben habe und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt wurden, dass Zitate kenntlich gemacht sind und die Ar- beit noch in keinem anderen Kurs (auch an anderen Universitäten und Einrich- tungen) vorgelegt wurde.“

Datum

Unterschrift

23