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Alles bio... alles psycho...

Neue Einseitigkeit
oder Update der forensischen Psychotherapie?
Kritischer Überblick über Stand und Rezeption
biologisch-psychiatrischer Forschung (Teil I)*

Ulrich Kobbe

Zusammenfassung

Die forensischen Wissenschaften befinden sich in einer Krise. Denn die - scheinbar - neuen
Antworten der biologischen Psychiatrie auf forensische Herausforderungen reinszenieren eine
vor Jahren ad acta gelegte Anlage-Umwelt-Debatte. Sie stellen interdisziplinäre Verstehens-
und Thcrapiezugänge zum Subjekt in Frage. Insbesondere das Comeback der Psychopathie-
Konzepte akzentuiert biologisch-psychiatrische Determinanten antisozialen / dissozialen
Verhaltens.
Der Überblicksartikel referiert umfassend den aktuell publizierten Stand der Erforschung
neuronaler Netze und Systeme, psychophysiologischer Zusammenhänge von Fühlen, Denken,
Verhalten und Handeln sowie der sog. Psychopathie-Forschung (über 550 Literaturstellen).
Skizziert werden psychoanalytische Modelle als Hrgebnis.se eines Dialogs von Neurowissen-
schaften und Psychoanalyse. Angesichts der reduktionistischen Ergcbnisinterpretation einer
Reihe biologisch-psychiatrischer und psychophysiologischer Forscher werden die Defizilori-
entierung und das Ignorieren insb. entwicklungspsychologischer, psychodynamischer und
psychasozialer Aspekte kritisiert. Der Autor fordert einen kritisch-integrierenden, interdiszipli-
nären Dialog der Psychowissenschaflen, um der (Selbst-)lnstrumentalisierung einzelner Diszi-
plinen, der Aufgabe fachlicher wie ethischer Standards und den Risiken der wissens-
chaftsspezifischen wie -ideologischen Verkürzung im forensischen Praxisfeld Einhalt zu
gebieten.

Schlüsselwörter

biologische Psychiatrie - physiologische Psychologie - forensische Psychologie - Psychopa-


thie - antisoziale / dissoziale Persönlichkeit - Ethik

Summary

Forensic science finds itself in a crisis. The - apparently - new answers to forensic demands
found in biologic psychiatry have given rise to a reslaging of the inherited factors versus
environment debate of some years back, which in the meanlime had been put away in the files.
This questions the interdisciplinary access to an understanding and therapy of the subject.

WsFPP 7.Jg. (2000) H.2 l 35


Particularly ihe comeback of the psychopalhy concept accenluates bioiogic-psychiatric deter- ., Wäre es nicht so betrüblich, könnte man es durchaus komisch finden,
minunts of antisocial / dissocial behaviour. wenn heute der Psychoanalytiker ein hysterisches Symptom
'l'his article reviews at length Ihe publicised posilion of research to datc on neuronal networks deutet und dadurch häußg auflöst,
and Systems, psychophysiological relationships belween leeling, thinking, behaving and inter- während nebenan der Psychiater einen Wahn wegwischt,
acting äs well äs so-called psychopathy research (more than 550 literature rcfercnces). Outlines indem er eine sorgfältig dosierte besondere Substanz verordnet,
of psychoanalytic models of results of dialogue between the neurosciences and psychoanalysis während der Philosoph in einem dritten Flügel des Gebäudes
are given. In the light of the reductionist manner in interpreting the results of a number of einen Diskurs über das Verhältnis von Seele und Körper hält. "
bioiogic-psychiatric and psychophysiologic rescarchers, deficit orientation and in particular ihe (Castoriadis 1981, 172)
ignoring of development psychological, psychodynamic and psychosocial aspects are criti-
cised. The author encourages a critical, but integrating, interdisciplinary dialogue amongst the
psycho-sciences, in Order to keep in check the (self-)instmmcnlalisation of single disciplincs,
the surrendering of specialist äs well äs ethical Standards and specific scicntific risks such äs
Einleitung
idiological abhreviation in the forensic field of practise.
In den letzten paar Jahren finden sich wiederholt Ankündigungen, neuere
Key words and phrases Erkenntnisse der biologischen Psychiatrie ermöglichten ein besseres Ver-
ständnis bestimmter psychischer Störungen und damit auch differenziertere
biologic psychiatry - physiological psychology - forensic psychology - psychopathy - antiso- oder adäquatere Therapiemöglichkeiten. So war es nur folgerichtig, dass
cial / dissocial pcrsonality - ethics bspw. die Veranstalter der Forensischen Herbsttagung 1999 in München das
Thema aufgegriffen**. Unabhängig von den dort vorgetragenen For-
schungsergebnissen stellen sich jedoch allgemeine Fragen, die das Verhält-
Resume nis von Biologie, Medizin und Psychologie, die Beziehung von Psychiatrie,
Psychologie und Psychotherapie betreffen. Denn gerade anhand dieses
Les sciences judiciaircs sont en crise. En effet, les reponses que la psychialrie biologique
neuen Diskurses wird deutlich, dass die über Jahre hinweg vertretene Ar-
apportent aux defis judiciaires, nouvelles cn apparence, mettent en scene un debat sur le
rapport entre dispositions et environnement, classe depuis des annees. Elles remettent en gumentationsfigur, psychische Erkrankung sei ein sogenanntes „bio-psy-
question les acces au sujet par le biais de la therapie et de la comprehension. Le retour des cho-soziales" Geschehen, aufgegeben zu werden scheint. Finzen (1998, 65)
concepts psychotherapeuliques, en particulier, accentue les determinantes biopsychiatriques du hat hierzu sehr deutlich formuliert, dieses „Plastikwort" sei „ob seiner har-
comportement antisocial / dissocial. monisierenden Wirkung (...) bestens dazu geeignet [gewesen], vorhandene
L'article expose de facon approfondie l'etat actuel des publications de la recherche sur les
Gegensätze zu überdecken, notwendige Auseinandersetzungen zu verhin-
reseaux et systemes de neurones, les rapports psychophysiologiqiies entre le touche, la pensee,
le comportemenl et l'aclion ainsi que sur la psychopathie (plus de 550 articles). II esquisse les dern und fruchtbare Spannungsverhältnisse vorschnell aufzulösen".
modeles psychanalytiques qui resullent du dialogue entre les neurosciences et la psychanalyse.
Vu l'interpretation reductrice des resultats formulee par une serie de cherchcurs en psychiatrie Aus anderer Perspektive hält kritisiert bereits Adorno (1973, 105), der
biologique et psychophysiologie, l'orientation sur les deficits et l'ignorancc des aspects lies ä la „biologisch-soziologisch-ökonomische Pluralismus" der neofreudianischen
Psychologie du developpement et ä la dynamique psychologique sont la cible de criliqnes.
Reformulierung der Psychoanalyse durch Horney verbaue „die Einsicht,
L'auteur revendique un dialogue interdisciplinaire critique et integrateur au sein des sciences
de la psychologie, afin de juguler l'inslrumentalisation de disciplines inde'pendantes, l'abandon dass der Narzissmus in seiner heutigen Form nichts anderes ist als eine
de Standards professionncls et ethiques et le risque d'une reduction du contexte de la pratique verzweifelte Anstrengung des Individuums, wenigstens zum Teil das Un-
judiciaire, specifique ä l'ideologie scientillque. recht zu kompensieren, dass in der Gesellschaft des universalen Tauschs
keiner je auf seine Kosten kommt".
Mots-cles

psychiatrie biologique - psychologie physiologique - psychologie judiciaire - psychopathie -


personnalite antisociale / dissociale - ethique

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Von der sozialen zur biologischen Psychiatrie render und psychiatrisch-instrumcnteller Art und Weise betont (Maisondieu
o.J.)? Schwingt das „Pinelsche Pendel" (Finzen) zurück und sind wir einem
Unter diesem Gesichtspunkt eröffnen die aktuellen biologisch-psychia- restaurativen Paradigmenwechsel ausgesetzt, der eindimensionale Antwor-
trischen Wissensiinporte aus den Neurowissenschaflen zweifelsohne Chan- ten auf komplexe Herausforderungen versucht? Lassen sich also aktuelle
cen zu einer tatsächlichen Weiterentwicklung forensisch-psychologischer Beschreibungen neuronaler Netze und Systeme (Medoff & Mclntosh 2000;
und -psychiatrischer Praxis, doch tendieren manche ihrer Promoter dazu, Medoff & Holcomb 2000), psychophysiologischer Zusammenhänge usw.
die zwangsläufig erforderliche Diskussion einseitig aufzulösen, sprich, eine für die Fundierung komplexen psychotherapeutischen Anwendungswissens
vor Jahren ad acta gelegte Anlage-Umwelt-Debatte zu reinszenieren und konstruktiv nutzen? Dies, ohne Medizin und Psychologie berufs- und
deterministische Konzepte Wiederaufleben zu lassen. Insofern befinden sich machtpolitisch gegeneinander auszuspielen?
die Psychowissenschaflen - und mit ihnen die forensischen Wissenschaften
- in einer Krise (vgl. Louys 2000). Die entstandene .Pendelbewegung' Wenn in diesen Rahmenbedingungen etwa zeitgleich eine Diskussion um
skizziert Finzen (1998, 63) dahingehend, dass „die Sechziger- und frühen die sog. , nicht behandlungsfähigen' Patienten geführt wird, über Fragen der
Siebzigerjahre durch eine Psychoanalytisierung des Sozialen und eine So- Verlegung dieses strategisch vergrößer- oder verkleinerbaren Klienteis in
ziologisierung des Biologischen gekennzeichnet" waren1 und nunmehr „spä- Strafvollzugsanstalten nachgedacht und auch sonst (willkürlich?) Unter-
testens seit Mitte der achtziger Jahre eine Tendenz zur Biologisierung des gruppen - „Sexualstraftäter", „Nicht-Behandelbare" - konstruiert werden,
Sozialen" zu verzeichnen sei (s. a. Eisenberg 1995). verweist dies auf nicht nur auf den Zeitgeist, sondern eben auch auf den
interessierten Gebrauch der Vernunft. In seiner - man könnte sagen - sozi-
Nun wissen wir spätestens seit der Arbeit von Habermas (1973) über den alpsychiatrischen Streitschrift verweist denn auch Finzen (1998, 76) darauf,
Zusammenhang von Erkenntnis und Interesse, dass - erkenntnistheoretisch dass und wie sehr „moralische Wertungen auf einem entsprechenden sozia-
formuliert - die Einheit von Vernunft und interessiertem Gebrauch der Ver- len Hintergrund diagnoseträchtig sind: Die Homosexualität hat die Bühne
nunft einer möglichst autonomen und undogmatischen Reflektion der Er- der psychischen Störungen mit dem Erscheinen von DSM-III verlassen; die
kenntnis entgegensteht, die darüber hinaus ja als Selbsterkenntnis des Men- antisoziale Persönlichkeit hat sie betreten". Gerade die Beschreibung dieser
schen ohnehin beschränkt ist und i. S. Wheelers (1991) so formuliert wer- neuen Klassifikationskategorie aber sei „voller Ressentiments, die jener des
den könnte: "Die Welt begann, als nichts sich selbst im Spiegel sah" (N0r- klassischen »Psychopathen« in vieler Hinsicht recht nahe kommt". Ähnlich
retranders 1994, 504). skizziert Wilson (1993), mit dem DSM-III sei ein Wechsel von einem kli-
nisch fundierten, biopsychosozialen Modell, das sich psychoanalytisches,
So konnte sich die in gesellschafts-, gesundheits-, sozial- und berufspoliti- soziologisches und biologisches Grundlagenwissen gleichermaßen einbezo-
sche Interessenbündel eingebundene institutionelle Praxis der forensischen gen habe, zu einem forschungsbezogenen medizinischen Modell deskripti-
Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie im Maßregelvollzug ab Mitte ver Psychiatrie vorgenommen worden, mit dem eine signifikante Veren-
der achtziger Jahre professionalisieren, konnte sie kustodiale Psychiatrie gung des psychiatrisch-klinischen Blicks 2 einhergehe.
durch qualifizierte Behandlung ablösen und sich auf die Ressourcennutzung
bzw. -Schaffung von Rehabilitations- und Reintegrationsmöglichkeiten
konzentrieren. Genauso aber droht dieser Fortschritt nunmehr seit einiger Dissozial - antisozial - psychopathisch: Mummenschanzbegriffe?
Zeit durch forcierte Sicherungsdiskussionen entwertet bzw. infrage gestellt
zu werden. Lassen sich normative Einseitigkeiten einzelner Disziplinen, läßt In der Tat muss sowohl für die antisoziale Persönlichkeitsstörung< des
sich die Auflösung des integrierenden „bio-psycho-sozialen" Diskurses DSM wie für die mit ihr parallelisierte >dissoziale Persönlichkeitsstörung<
noch aufhalten? Oder wird nunmehr .Differenz' in durchaus diskriminie- des ICD-10 (vgl. Dittmann et al. 1992, 104, Tab. 5) kritisch nachgefragt

! vgl. aber Richter (l986) ! im Original: „a signißcanl narrowing ofpsychiatry's clinical gaze"

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werden, ob es sich hier nicht um eine Art sozialer Diagnosestellung im Das Retro des wissenschaftlichen Fortschritts'
klinischen Gewand handelt, die keineswegs eine Pathologie oder Erkran-
kung bezeichnet, sondern eine - sich durchaus zeitgeistabhängig verän- „Schon das Wort: Psychopath,
dernde - soziale Norm als Referenz hat, mitnichten also die klinische Dia- ein bequemes Etikett, um im Sinne des Gesetzesrechts
zu erklären, zu definieren und zu kategorisieren,
gnostik einer psychischen Störung beinhaltet (s. bspw. Pfohl 1978; Sass et was eigentlich nicht erklärbar ist:
a!. 1994). Erkenntnistheoretisch laßt sich anhand der Arbeiten von Canguil- das unergründliche Geheimnis des Bösen im Menschen."
hem (1977) über das Normale und das Pathologische aufzeigen, daß und in (James 2000, 626-627)
welcher Weise es sich einerseits um klinische Diagnosebegriffe handelt, die
eine „Pathologie" oder „Krankheit" bezeichnen, und sich diese grundlegend
von den sich auf das auf eine Norm bezogene „Anormale" der Sozio- und In gewisser Weise lässt die Psychiatrie, die als Wissenschaft der Moderne
Psychopathie-Konzepte unterscheiden (vgl. Zagury 1998). Da es sich so- den Tod des «homo delinquens», des geborenen Verbrechers Lombrosos,
wohl beim DSM als auch beim ICD um „allzu oft durch Abstimmung er- proklamierte, diesen damit aktuell in medikalisierter oder psychologisierter
zielte Kompromißbildungen" handelt (Finzen 1998, 76), kommt es in den Gestalt wieder auferstehen (Strasser 1984, 84), zumal die „Kontamination
pseudoexakten Algorithmensystemen dieser Kriterienkataloge zu einer im der psychiatrischen Funktion der Diagnosestellung mit juristischen und
Grunde skandalösen „wissenschaftlichen Unscharfe" der o. g. Art. Immer- kriminologischen Funktionen der Urteilsbildung" (Fiedler 1995, 190) durch
hin handelt es sich mitnichten um eine Krankheit („disease"), sondern um diese diagnostischen Kategorien mehr gefördert denn verhindert wird (vgl.
eine Störung („disorder"): Gerade dieses „standardisierte, im DSM [und im Reed 1996):
ICD]1 benutze Allzweckwort [...] ist ein Kode für die Sicht einer Welt, die
»orderly« sein sollte, (wohl)geordnet. Ordnung ist wünschenswert; sie ist „Die große Zeit der erbbiologischen und persönlichkeitsdiagnostischen Verbrecherforschungen
gesund, sie ist ein Ziel", skizziert Hacking (1996, 26-27) derartige „Ideen- steht noch bevor; das Heer der kriminellen Psychopathen wird, in der Nachfolge der Gestalt
des moralisch Irrsinnigen, Einzug halten in das Labyrinth der Kriminologie" (Strasser 1984,
konfigurationen", mit denen man sich „nicht auf rein medizinischem Bo- 84).
den" bewege, sondern „mitten in Fragen der Moral" involviert sei, ohne
dies als solches auszuweisen (Hacking 1996, 24). Wie sehr gerade die aktuellen neuroanatomisch-neurophysiologische Be-
„Diagnostizieren entsprecht also zunächst dem Ordnungsbedürfnis des Menschen, dem Be-
fundinterpretationen der biologischen Psychiatrie zur sog. >Psychopathie<
dürfnis, in einem bisher undurchschaubaren, chaotischen, freien, vielleicht auch sozial gefahr- (s. u.) derart antiquierte Vorurteils-Konzepte reaktualisieren, kommentiert
lichen und angstauslösenden Bereich Ordnung zu schaffen durch Hinordnen, Klassifizieren, Krieger (2000) in einer Literaturumschau zum Schwerpunklheft „Violence"
Systematisieren. Der andere Anspruch des Diagnostizierens besteht darin, Handlungsanwei- der Zeitschrift,Science':
sungen zu schaffen" (Dörner 1971, 138-139).
„The hunt for the biological roots of violent behavior is äs füll of false clues, misleading evi-
„Im Grunde handelt es sich bei der Normopathie 4 und Soziopathie um die zwei Seiten der dence and unexpected complications äs any murder inquiry. But despile the difficulties, more
gleichen Medaille, um das Leiden an den - vielfach vermittelten und vielfach verschleierten - and more scientists are taking up the search. The challenge will bc figuring out how all the
Widersprüchen der [...| Gesellschaft, ob dies Leiden nun in der irrationalen Befolgung oder many single pieces of the puzzle fit together. [...] There's one problem: Except for a few ex-
aber in der irrationalen Sprengung der Normen seinen wesentlichen »symptomatologischen« Ireine cases, no one has proved lhat damage to a specific part of the brain can be linked to a
Ausdruck findet" (Wulff 1971, 320). violent personality, according to the Journal authors. They compure brain scans of murderers to
(he discrediled practice of phrenology, the 19th-century technique of analyzing bumps on the
skull to identify personality types."3

Ähnlich diskutieren auch die Herausgeber des .American Journal of Psychintry' in einem
3 Ergänzung d. Verf. Kditorial (AJP 1999) die neurobiologisch-psychiatrischen Forschungsansätze als „twenty-
4 s. hierzu - geradezu realsatirisch - In der Beek (1981) first Century phrenology or psychobiological advancefor ihe rnillennium ?"

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Überdeutlich formuliert denn auch Hare (1996a), >Psychopathie< sei ein • dass beides zwangsläufig zur „Konfusion" und zur Überdiagnostik führe
„klinisches Konstrukt, dessen Zeit gekommen ist". Mit diesem Ansatz geht (Cunningham & Reidy 1998; Schotte et al. 1998).
die ,neue' Psychopathie-Diskussion zweifelsohne wieder hinter Konzepte
sozialwissenschaftlicher Devianzforschung zurück (vgl. Diatkine 1983), die Hinzu komme, dass die Bezugs- und Normpopulationen der diagnostischen
das Verhalten neben Faktoren der Persönlichkeitsentwicklung als zwar / klassifikatorischen Inventare sich im allgemeinen wegen gewalttätiger
dysfunktional, jedoch individuell verstehbar und damit subjektiv sinnvoll Verhaltensweisen in psychiatrischen oder Vollzugsanstalten befänden (vgl.
begriff und wird jede psychodynamisch orientierte Hermeneutik (vgl. Co- Hare & Cox 1978; bspw. Andersen et al. 1999; Brandt et al. 1997), woraus
nacher & Fleming 1996) ignoriert. Was wir vorfinden, ist ein wissenschaft- nicht nur ein unüberwindbares Problem dieser Forschung und Diagnostik
licher bzw. wissenschaftsideologischer Salto rückwärts (vgl. Moser 1971; resultiere, sondern angesichts hoch selektiver Untersuchungsdesigns (Ste-
1972). Während in ICD und DSM der historische Ansatz einer kategorialen vens 1993; 1994; Arboleda-Flörez et al. 1996 Appendix) eben auch deren
Systematik nach klar voneinander abgrenzbaren Krankheitseinhciten zu- tautologischer Charakter .
gunsten einer typologischen Systematik (Prototypenperspektive) auf-
zugeben versucht wurde, beinhaltet die Psychopathie-Klassifikation des Problematischerweise erfolgt parallel eine Amalgamierung der einerseits
PCL-R - wieder - ein zwar zweifaktorielles 6 , aber dennoch nur eindimen- inhaltlich voneinander zu unterscheidenden und in ihrer - z. T. eindimensi-
sionales Konstrukt und dessen homogene Messung 7 . Wenngleich also die onalen, z. T. multiaxialen - Konzeption qualitativ mehr oder weniger in-
antisoziale Persönlichkeit(sstörung)< des ICD und die >dissoziale Persön- adäquaten, andererseits aber unweigerlich auf einander bezogenen und sich
lichkeil(sstörung)< des DSM konzeptionell und methodisch wissen- gegenseitig referenzartig bestätigenden Konstrukte der >Psychopathie<, der
schaftlicher' sind bzw. zu sein scheinen (vgl. Kobbe 1993), triggert ihre >antisozialen Persönlichkeitsstörung< des DSM und der >dissoziale Persön-
Einführung inhaltlich die Renaissance des Psychopathie-Themas (Zagon lichkeitsstörung< des ICD (s. u.)
1995) und führt sie - nolens volens - wissenschaftsideologisch wie prak-
tisch zu recluktionistischen Klassifikationen über ... Hinzu kommt, dass dem o. g. Reduktionismus auf theoretischer und wissen-
schaftsideologischer Ebene im Bereich der korrespondierenden Prognose-
instrumenten auch eine sog. „Datenreduzierung", d. h. eine diagnostische
Kriterienreduktion und wissenschaftliche Mythenbildung? Kriterienreduktion entspricht, die - so kürzlich Nedopil (1999, 125) über
20-Item-Skalen wie den HCR-20, den SVR-20, aber eben auch die Psycho-
Bereits wenn Hodgins (1998) für die von ihr diagnostizierte >Psychopathie< pathy Checklist PCL - neben „einer Erhöhung der Prägnanz der Einzel-
angibt, diese sei deckungsgleich oder identisch mit >antisozialem< Verhal- merkmale" speziell „zu einer verbesserten Akzeptanz bei den Anwendern"
ten8, ist dies nicht nur tautologisch, sondern in seiner Gleichsetzung von führen soll, die sich sonst „nicht auf die Komplexität eines Sachverhalts
Verhalten und klassifikatorisch unterstellten Persönlichkeitseigenschaften einlassen wollen" (sie!) . Es kommt - wie im DSM und ICD - zu einer
reduktionistisch (Villerbu 1992). Deutlich stellen bspw. Arboleda-Flörez et primär oder ausschließlich kriteriellen Persönlichkeitsbeurteilung 12 , obwohl
al. (1996), fest, die Einbeziehung delinquenter und anderer aggressiver die - vermeintlich eindeutigen - Psychopathie-Konzepte mitnichten so fun-
Verhaltensweisen als Schlüssel»symptome« impliziere,
• dass einerseits Aggressivität nicht mehr unabhängig von (antisozialen)
Persönlichkeitsstörungen und psychiatrischer Krankheit gesehen werde, 9 So verwenden bspw. Pham et al. (1998) in einer Maßregelvollzugsanstalt die Klassifikation
durch dort beschäftigte Personal als Aussenkriterium zur Validierung des PCL-R.
• dass andererseits durch dieses Kriterium die Wahrscheinlichkeit der
10 bzgl. der »antisozialem Persönlichkeit bereits im Wechsel von DSM-1I1 zu DSM-IV (Widi-
Diagnosestellung inadäquat erhöhe (vgl. Swanson et al. 1990) und g e r e t a l . 1996)
" s. dagegen Serin (1993) oder Wong (1988) zur diagnostischen Relevanz umfassender Vorin-
6 vgl. Haipur et al. (1989) formation
7 im Original: ,,une mesure homogene d'un construit unidimen.'sionnel" (Laroche 1998) " im Original: „a reductionistic anü purely criteriological assessment of persemality" (Sass et
8 Zitat: „anlisocial behaviour averlaps totally with psychopathy" (eigene Mitschrift) al. 1994)

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diert, qualifiziert und kriterienstabil sind, wie dies ein - sog. objektiver - Zum Teil ahnlich global übereinstimmende, jedoch differentiell uneindeutige - und stati-
stisch überinterpretierte - Zusammenhänge berichten a) Douglas et al. (1999) für die Psy-
20-Punkte-Kurztest erfordern würde. Denn dieses Konzept dürfte keines-
chopalhy Checklist: Screening Version (PCI.:SV) und den o.g. HCR-20, b) Valliant et al.
wegs so eindeutig, wissenschaftlich und interdisziplinär konsensfähig sein, (1999) für die PCL-R, die Violence Risk Scale-Experimenlal Version l, das Minnesota
wie es angesichts der publizistischen ,Bugwelle' angloamerikanisch- Multiphasic Personality Inventory-168 und den Portern Maze Test, c) Edens et al. (1999)
kanadischer und einiger deutschsprachiger Autoren (s. Literaturverzeichnis) für den PCL-R und das Psychopathie Personality Inventory (PPI) als „self-report measure
erscheinen mag: of psychopathy", d) Edens et al. 2000 für die Antisocial Features Scale des Personality As-
sessment Inventory (PAI) mit einerseits dem PCL-SV, andererseits dem PCL-R sowie e)
Loving und Russell (2000) für den Rorschach Test und den PCL-R bzw. die „youth vert-
• So handelt es sich unter psychodynamischen Gesichtspunkten" bspw. bei den als antiso-
on" PCL-YV von Forth.
ziale Persönlichkeit etikettierten Patienten - wie Rauchfleisch (1997, 91) ausführt - um
Hinzu ergaben Untersuchungen von Andersen et al. (1999) kulturabhängige Unterschiede
„Menschen mit einer Borderline-Organisation, erheblichen narzisstischen Störungsanteilen
von PCL-R-Werten, mithin interkulturell nicht vergleichbare Populationen sog. >Psycho-
und ausgeprägten antisozialen Verhaltensweisen".
patheiK (s. a. Cooke 1996; Cooke & Michie 1999), und diskutieren Harpur und Hare (1994)
• Bereits früher beschrieb Coid (1993) „an affective syndrome in psychopaths with borderli-
die Psychopathie-Diagnostik als altersabhängig, sprich, auch als fragliches Artefakt.
ne personality disorder", sprich, psychodynamische und diagnostische Unklarheiten einer
Ähnlich ergab die Vergleichsuntersuchung von Saletkin et al. (1997) mit der Antisocial
kombinierten Borderline- und Psychopathie-Diagnose.
Scale des Personality Assessment Inventory von Morey und der Antisocial Scale der Perso-
• So berichtet auch Fiedler (1995, 201) in seinem Übersichtsartikel, in den Komorbiditäts-
nality Disorder Examination mit dem PCL-R unterschiedliche PCL-R-Faktorenstrukturen
Studien gemäß DSM-Jll(-R) fänden sich „konsistent beträchtliche Überlappungen oder Ko-
für Männer und Frauen (s. a. Rutherford et al. 1996b; 1998; Forth et al. 1996; Hamburger et
Diagnosen vor allem zwischen antisozialer, Bordeiiine-, narzisstischer, histrionischer und
al. 1996; Pajer 1998).
passiv-aggressiver Persönlichkeitsstörung"" (vgl. Blackburn & Coid 1999; Hollweg et al.
Dem entsprechend weisen Rogers et al. (2000) darauf hin, dass sich aus ihren Untersuchun-
1996; Hart & Hare 1997; Lilienfeld 1998; Stalenheim & Von Knorring 1996; Zlotnick
gen des PCL und der Nachfolgeversionen PCL-R bzw. PCL:SV teilweise wenig zufrieden-
1999; auch Johnson et al. 2000).
stellende Ergebnisse hinsichtlich der kriteriellen Validität ergeben (s. a. Lilienfeld 1998),
• Ähnlich kritisiert Monzani (1999) die nosologische Unklarheil und schwammigen Gren-
konstatieren Smith et al. (1997) eine Helerogenität der PCI.-R-klassifizierten Personen und
zen' 5 des antisozialen Syndroms< innerhalb der psychiatrischen Klassifikationen (vgl.
berichtet Lilienfeld (1999) aufgrund von PCL-R-Explorationen mit Hilfe der MMPI-2 Psy-
Frances et al. 1990; Cunningham & Reidy 1998; Davies & Feldman 1981; zur Differenzie-
chopathie fleviate (Pd) Harris-Lingoe.s Sttbscales von „markedly different facets of psycho-
rung bzw. Konfusion von antisozialer Persönlichkeitsstörung< und >Psychopathie<; Cöle' et
pathy".
al. 1998; Hare 1996b; Hare et al. 1991).
Parallel skizzieren Cunningham und Reidy (1998) die Generalisierbarkeit von PCL-
• Auch bezüglich der diagnostischen Implikationen macht bereits Fiedler (1995, 198) auf
klassifizierenden Zuschreibungcn als gegenwärtig begrenzt" und machen Edens et al.
erhebliche Unterschiede zwischen DSM-IV und ICD-10 aufmerksam, da sich „die 1CD-10
(2000) aktuell darauf aufmerksam, dass bspw. die Antisocial Features Scale des Persona-
in ihrer Beschreibung sehr weit von dem .klassischen' Konzept der US-amerikanischen
lity Assessmenl Inventory (PAI) und die PCL-SV die >Psychopathie< einmal als „Dimensi-
Psychopa(hie-/Soziopathie-Diagnostik entfernt [...], wenn nicht gar radikal mit ihm bricht"
on", zum anderen als „Kategorie" messen.
(vgl. hierzu Kraus et al. 1999).
Ergänzend diskutieren Gerslley et al. (1990) die Frage, ob es in der Gruppe der »antisozia-
• Dass die Klassifikation einer sich scheinbar selbsterklärenden 16 - und in den Konzepten der
len Persönlichkeitsstörung< nicht sog. „echte Psychopathen" und sog. „symptomatische
>antisozialen< und/oder >dissozialen< Persönlichkeitsstörung implizit enthaltenen - >Psy-
Psychopathen mit geringer Psychopathie" gäbe"1 (zur „high- and iow-psychopathy" s. a.
chopathie< von dein jeweiligen Instrument abhängig und demzufolge nicht vergleichbar ist
Nurrie & Cornell 2000; zur „primary and secondary psychopathy" s. Blackburn 1975;
(vgl. Untersuchungsunterschiede mit DSM-1II-R und DSM-IV, mit DSM-IV und ICD-10),
McHoskeyetal. 1998).
dieses Konstrukl demzufolge mitnichten eindeutig und damit missbrauchsgefährdet ist bzw.
Offensichtlich gibt es klassifikatorische Probleme der Unterscheidung einer Dimension
die Instrumente unzureichende Kriterienvalidität aufweisen, belegen Saletkin et al. (1997)
antisozialer Lebensführung von der Dimension herzlos-unempathischer Psychopathie".
anhand der Vergleichsuntersuchungen (a) des Antisocial Scale of the Personality Assess-
In einer Meta-Analyse von 99 Studien mit insgesamt 4.589 Personen kommen Morgan und
ment Inventory von Morey, (b) der Psychopathy Checklist-Revised (PCl.-R) von Hare und
Lilienfeld (2000) bezüglich des Zusammenhangs von antisozialem Verhalten und neu-
der (c) Antisocial Scale der Personality Disorder Examination von Loranger (s. a. Serin
ropsychologischen Untersuchungen handlungsrelevanter Funktionen zu dem Schluss, es be-
1993).

13 zur Psychodynamik siehe insb. Rauchfleisch (1981; 1986; 1997; 1999) 17im Original: „but generalization is currcntly limited"
'* Hervorhebung im Original 18 im Original: „>true< psychopalhic individuals and syniptomatic psychopalhs with liltle
15 im Original; «l'incertituile nosologique et le flau des frontieres entre ces syndromes au sein psychopathy /...] psychoneurolic Symptoms andfavorable treatment responses"
des classificalions psychiairiques» " im Original: „to separate the antisocial lifestyle dimension frorn the callous and unemotional
16 nach dem Motto: Psychopathie kurz erklärt (s. Van Mossevelde 1997) di/nension of psychopathy" (Frick et al. 1999)

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ständen nach wie vor ungelöste Probleme der Konzcptualisierung wie Operationalisierung Führungen von Freese und Born (1995, 91) zur angeblichen „Fehl-
der - behaupteten / scheinbaren - Verbindung beider Parameter (s. a. Dolan 1994).
plazierung" der von ihnen so genannten „aktiv antisozialen, grenzbegabten
• Unter anderen Gesichtspunkten widerlegen Schmitt und Newman (1999) den herkömmli-
Schwachsinnigen", weiter der „intellektuell ganz unbeeinträchtigten, kühl
chen Erklärungsansat? des Psyehopathie-Kon/.epts bezüglich der angeblichen Angstl'reiheit
aller sog. >Psychopathen< (vgl. Patrick 1994; 2000) mit der Schiiissfolgerung, der PCL-R berechnenden, hemmungs- und skrupellosen Psychopathen" und auch der
sei kein adäquates Instrument. Ähnlich kommen auch Schmitt et al. (1999) zu anderen Er- „störenden, gefühlskalten, triebstarken und reizbaren psychopathischen
gebnissen bezüglich sog. somalischer Marker (vgl. Bechara 1999) für eine Risikobereit- Rückfallskriminellen". Diese Terminologie stammt aus einer Arbeit des
Schaft versus Risikovermeidung bei als >psychopalhisch< diagnostizierten Personen (vgl. Jahres 1995, doch wird ihr biologistisch.es Fundament dann explizit, wenn
Simourd & Hoge 2(X)0).
sich die Autoren u.a. auf Schottky beziehen, der 1941 von „Anlageverbre-
chcrn" als „durch Erbanlagen weitgehend in ihrer Entwicklung und sozialen
In einem zusammenfassend-kritischen Beitrag kennzeichnet Sutker (1994) Eingliederungslahigkeit von Anfang an festgelegte Grundpersönlichkeiten"
das Psychopalhie-Konstrukt als Mythenbildung bzw. als ein „judginent schreibt. Zwar wollen Freese und Born (1995, 90-91) den „historisch be-
label", das ein gesellschaftliches Management 20 anstößiger und widerwärti-
lasteten Begriff des Anlageverbrechers" relativiert wissen, doch „stehen
ger Verhaltensweisen rechtfertigen solle (vgl. Schopp & Slain 2000; s. a. diese Einschränkungen" ihres Erachtens „der Richtigkeit im Grundtenor"
Merikangas 1999, anders Gordon 2000). Sutker referiert eine Reihe von
der Aussagen Schottkys „nicht entgegen"!
Autoren, die diese Terminologie als wissenschaftlich wertlos erachten, was
hei Durchsicht der empirischen Literatur zunächst nur wenig deutlich wer- ,,Die Frage, wie es passieren konnte, dass in der forensischen Psychiatrie des 20. Jahrhunderts
de. Dass der Psychopathie-Begriff nicht abgeschafft, sondern verstärkt ein- sich ein Wesen konstituiert, das zugleich krank ist und böse, ein Wesen, das böse ist, weil es
geführt werde, müsse demzufolge andere Gründe als wissenschaftliche abnorm und krank ist - der sogenannte Psychopath -, findet hier eine Antwort: der Blick des
haben. Zu diskutieren wäre bspw., in wie weit die forcierte naturwissen- forensischen Psychiaters auf den Verbrecher, genauer, auf Verbrecher eines bestimmten Typs,
Verbrecher, die im Betrachter sehr intensive Abwehr- und Rache-Impulse auslösen, unterliegt
schaftliche Auseinandersetzung mit dieser Personengruppe eine u. U. pri-
der Archaik des Bösen. Diese ermöglicht es, die böse delinquente Handlung auf hochselektive
mär griffig-strategische Angstabwehrmaßnahme wissenschaftlicher Metho- Weise als Ausfluss einer bösen Krankheit, einer Abnormität der Seele oder des Gemüts wahr-
dik (vgl. Devereux 1967; Moser 1971; Lagos et al. 1977) darstellt, deren zunehmen.
anderer angstbannender Pol die - mediale Verarbeitung der - Faszination So ist also das Gegebene in der Kriminologie, soweit es sich dabei um den Rechtsbrecher und
des Grauens ist (vgl. Jaffe & DiCataldo 1994; Uzych 2000). Diesbezüglich sein Tun handelt, keineswegs immer das, was der Kriminologe vorfindet, oder besser gesagt:
das, was er vorfindet - Menschen und Handlungen, die er zunächst gemäss den Standards des
lassen sich Justizvollzugs- und Psychiatriesysteme quasi als kommunizie-
Common sense erfahrt und begreift -, wird im Prozess der kriminologischen Exploration nicht
rende Röhren beschreiben, in deren Interdependcnz die Klassifikation als bloß verschieden interpretiert, sondern in gewisser und mitunter radikaler Weise auch neukon-
>antisoziale<, >dissoziale< oder >psychopathische< Persönlichkeit(sstörung) stituiert" (Strasser 1984, 34).
eine quasi strategische Rolle spielt (vgl. Arboleda-Flörez 1993; Holley &
Arboleda-Flörez 1988; Kunjukrishnan & Bradford 1985; Ogloff 1996; Ein derart deterministisches, forensisch-psychiatrisches Psychopathologie-
Weller & Weiler 1988). Konzept jedoch dient mit seiner Begrifflichkeit vom >psychopathischen<
Individuum lediglich dazu, über die gesamte Biographie ein Kausalitätsnetz
zu spannen (Foucault 1989, 324). Es ist gewissermaßen die erneute „ge-
Biologik der Delinquenz?21 fährliche Wiederkehr" des Konzepts der „gefährlichen Klassen" (Gebhardt
et al. 1996), die bspw.
Dass derartige Reduzierungen des straffälligen und ggf. psychisch gestörten • durch Untersuchungen zur sozialen Klassenbedingtheit der (Un-)Fähig-
Subjekts auf dessen Delinquenz manifeste Auswirkungen haben bzw. dem keit zum Lernen aus Fehlern (Dikman & Allen 2000);
interessierten Gebrauch dienen (können), belegen beispielsweise die Aus- • durch rassenspezifische Untersuchungen (Slowell-Smith & McKeown
1999; Kosson et al. 1990; vgl. dazu aktuell: Coid & Kahtan 2000),
20 s.a. R&EA(1995)
21 Kobbe(l994)

146 WsFPP 1.3g. (2000) H.2 WsFPP 7.Jg. (2000) H.2 147
• durch Untersuchungen von „psychopathic undergraduates", sog. >psy- folgt als nächste?" 25 . Denn immerhin untersuchen Lilienfeld und Andrews
chopathischen< Schulvcrsagern also (Lilienfeld & Andrews 1996; Lilien- (1996) >psychopathische< Persönlichkeitseigcnschaften bereits auch bei
feld 1999) bzw. deren Vergleich mit inhaftierten >Psychopathen<, „in- nicht-straffälligen Personen (vgl. Babiak 1995).
carceratedpsychopaths" (Lynam et al. 1999);
• durch Kohortenuntersuchungen zur genetischen Bedingtheit von Krimi- Anders ausgedrückt handelt es sich fraglich - wie Mouloud (1978, 49) für
nalität (Mednick & Finello 1983; Mednick et al. 1984); vergleichbare Ansätze „einer Pseudo-Genctik" und des „politischen Prag-
• durch Untersuchungen zum - deterministischen - Zusammenhang von matismus" ausführt - um eine „lamarckistisch deformierte Biologie". Allein
kombiniert niedriger Intelligenz und sexueller Deprivation mit sog. >Psy- zum Instrument des PCL-R weist selbst Hare (1999) auf das Missbrauchsri-
chopathie< hinsichtlich gewaltsamer Delinquenz 22 (Walsh et al. 1987; siko dieser Klassifizierungsm(elh)ode in einem skandalisierten öffentlichen
Heilbrund & Heilbrund 1985)23 Klima hin.
neue Nahrung erhält und aus ethnomethodologischer Sicht als Effekt einer
Art (intra-/inter-)kultureller Gegenübertragung (vgl. Patrick 2000) verstan- Der verkürzenden, emwicklungspsychologische und psychodynamische Bedingungen ignorie-
renden oder verzerrenden, Kausalitätsstruktur stellt bspw. Geliert (1983) eine ontogcnetische
den werden könnte. Untersuchung entgegen. Er arbeitet anhand des sog. .Prinzips der dominierenden Tätigkeit' in
der Ontogenese heraus,
Biologismus jedoch diskreditiert potentiell jede moderne neurobiologische • dass in der Ontogenese adäquate soziale Enlwicklungsbedingungen individuelle Kooperati-
Grundlagenforschung (Bittar & Bitlar 2000) und ignoriert, dass „bei unse- onsfähigkeil ermöglichen und frühe Kooperationsunmöglichkeil eine „psyehopathische"
rem heutigen Wissensstand" - so Dittmann (1995, 108) - „nur ein mög- Kooperationsunfähigkeit /.ur Folge hat (vgl. Brennan & Shaver 1998),
• dass aggressives Verhallen und Handeln aus weder >psyehopathischer< Konstitution noch
lichst breiter bio-psycho-sozialer Ansatz [...] zum Erfolg führen kann". Dass bedingenden Triebfaktoren resultiert, sondern prozesshaft und ganzheitlich als eine Form
es sich um komplexe onto- und soziogenetische, biologische und psychody- der Auseinandersetzung mit sog. isolierenden Bedingungen begriffen werden muss (vgl.
namische Zusammenhänge - mit keineswegs per se inhärent pathologischer generell Moser 1987, 184-222).
Bedeutung - handelt, wird bspw. durch das faktorenanalytische Resultat
von Moss (1989) deutlich, der bei einer Untersuchung fraglich >psychopa- Ähnlich findet sich in anderen Studien,
thischem Kriegsveteranen folgende Faktorenstruktur erhielt: • dass als >psychopathisch< klassifizierte Personen ggf. Provokationen oder Bedrohungen
durch andere als ungerechtfertigten Angriff interpretieren, sodass ein kognitives Seheina
• Faktor I Impulsivität / Narzissmus / Soziopathie der Erwartung bösartiger Absichten anderer (Blackburn & Lee-Evans 1985) eine zentrale
• Faktor II offensiv-spontane Aggression („assaultive aggression") Rolle in den Ubertragungs- und Interaktionsmodi dieser Personengruppe spielt und diese
* "" ^4
• Faktor III reaktive Aggression („irritative aggression") Kognition („violenl thoughts") entsprechende Handlungsbereitschatten triggern (Grisso et
• Faktor IV Intelligenz. al. 200(1);
• dass - wie Marshall und ("ookc (1999) anhand einer Untersuchung von n = 50 „psycho-
piilhx" und n = 55 „nonpsychopaths" mit dem PCL-R und Childhood Experience of Cure
Dittmann (1995, 108) führt weiter aus, wir alle müssten „uns diesem Prob- and Ahnst' als halbstrukturiertem Interview zeigen konnten - derartige Verhaltensweisen
lem stellen und uns gefährlichen Ausgrenzungstendenzen schwieriger Pati- hoch mit Faktoren familiärer und sozialer Bedingungen während der Kindheit korrelieren
entengruppen entgegenstellen", denn sonst sei „eine Art .umgekehrter (s. a. Marshall & Cooke 1996; Laroche 1998) und sich hieraus integrativc „soziobiologi-
Dammbruch' zu befürchten: Zuerst werden die .nicht kranken Psychopa- schc" Entwicklungsmodelle ableiten lassen (Mealey 1995);
• dass bspw. bereits kleine physische Anomalien (des Mundes) nicht nur Entwicklungs-
then' als fehlplaziert eingestuft - und", so fragt er nach „welche Gruppe
sondern auch Beziehungsstörungen zwischen Kind und Bezugspersonen zur Folge haben
und bei diesen Kindern aus verschiedenen additiven - z. B. auch neurologischen - Gründen
22 Kommentar im Original: „severely love-deprived, low-intellectual-functioning psychopaths u. a. Aggressionskontrollstörungen zu finden sind (Arseneault et al. 2000);
were the inost violenl" • dass also unterschiedliche frühkindliche und innerfamiliäre Beziehungserfahrungen (John-
23 Zusammenfassung im Original: „The presenl study confirmed the dangerousness of the low son 1987; Krohn et al. 1992) liinfluss auf zukünftige Delinquenz.entwicklung haben können
IQ and wilhdrawn psychopaths in their prison behaviour and the low IQ psychopath on pa- (Kolvin et al. 1988; Koivislo & Haapasalo 1996);
roU'."
24 vgl. Cornell et al. (1996) zur instnimentellen versus reaktiven Aggression 2S s. a. die Beiträge im Sammelhand von Millon et al. (1998)

148 WsFPP 7 Jg. (2000) H.2 WsFPP 7 Jg. (2000) H.2 149
• dass sich folglich das Wissen um familiäre Einflussfaktoren (vgl. Raine 1995; Raine et al. 101-102) unterstreicht, einerseits sei| jeder Einzelfall ein originäres For-
1994; 1997a; auch Cernkovich & Oiordano 1987) bei der Vielzahl biologischer und sozia- schungsprojekt für sich, das mithin nicht generalisiert werden könne, ande-
ler Bedingungsfakloren sog. >Psychopathie< nach wie vor im Anfangsstadium befindet (La-
roche 1998)26;
rerseits müsse - da „die Biochemie den sozialen Verhältnissen gegenüber
• dass auch aus gänzlich anderer Sicht (Collins & Bagoz./i 1999) die Bedeutung der Soziali- hochempfindlich ist" gerade dieses soziale System „Untersuchungsobjekt
sationsprozesse für die Entwicklung pro-soz.ialer wie anti-sozialer Verhaltensweisen zu be- sein, nicht das Individuum, das man daraus extrapoliert" (Laing 1969, 104).
stätigen ist (vgl. auch Hastings & Hambcrger 1994; McMillan et al. 1999; Cooke & Michie
1999);
• dass Aggressionsverhalten auch in einer Mehrgenerationenperspeklive zu verstehen ist
(Huesmannet al. 1984);
Das psychophysische Problem
• dass es sich bei der sog. «pennnnalite antisociale (psychopalhie)» nicht um statische,
sondern um dynamische Persönlichkeitseigenschaften bzw. Handlungstendenzen handelt Klaus Holzkiimp, prominenter Vertreter der sog. Kritischen Psychologie,
(Honta 1997; Gendreau et al. 1996; auch Mofl'it 1993). schrieb in seiner Arbeit zur sinnlichen Erkenntnis: „Wenn man verschie-
dene Wissenschaften \...] samt ihren Gegenständen in ihrem Verhältnis
Anders ausgedrückt besteht ein ,Trick' der biologisch-psychiatrischen Psy- zueinander richtig begreifen will, so ist es nicht hinreichend, wenn man [...]
chopathiemodelle (Howard 1986) darin, eine symptomatisch primär an annimmt, in den unterschiedlichen wissenschaftlichen Angehensweisen
sozialen Normen bzw. an sozialer Devianz festgemachte Klassifizierung werde jeweils am Gesamtprozess nur eine »Seite« herausgehoben, von den
nunmehr dergestalt durch diverse biologische Substrate und physiologische anderen dagegen gedanklich abstrahiert." Denn dieser Ansatz reduziere
Funktionsmuster zu unterlegen und dabei die körpermedizinischen Aspekte „die Wechselwirkung zwischen »stofflichen« Vorgängen und Bewusst-
so sehr in den Vordergrund zu rücken, dass nicht nur die angreifbaren sozi- seinsvorgängen im Organismus auf die Relation zweier Sprachsysteme, des
alen Kriterien ,vergessen', sondern darüber hinaus soziogenetische Faktoren physiologischen und des psychologischen Sprachsystems". Anders ausge-
ignoriert und bestritten werden können. drückt, seien die Physiologie und die Psychologie des Bewusstseins „nicht
nur verschiedene wissenschaflssprachliche Systeme, sondern haben [sie] es
Dabei führte Dörner (1971, 141) bereits vor Jahren aus. „dass unter wissenschaftlichen Ge-
nüi verschiedenen Tatsachen zu tun, die allerdings Bestandteil eines über-
sichtspunkten die gan/e Einrichtung der Diagnostik nach dem Modell der Körpermedizin
fragwürdig geworden ist und ihrem eigenen Anspruch, Ordnung und Handlungsanweisungen greifenden materiellen Prozesses sind" (Holzkamp 1976, 163).
zu vermitteln, nicht gerecht wird. Die gesamte Eorschung, die auf den Fiktionen der psychiatri-
schen Diagnostik basiert, ist entweder überflüssig oder in ihrem Aussagewert erheblich einge- Hinsichtlieh des psychophysischen Problems und des Verhältnisses der bio-
schränkt." psycho-sozialen Wissenschaften zueinander führt der Psychologe und
Ethologe Norbert Bischof unter der bezeichnenden Überschrift ,»Reduktio-
Diesem Dilemma scheint die Psychiatrie nunmehr durch neurologische und nismus« und kein Ende' eine Diskussion, der zufolge der Mensch nicht
physiologische , Unterfütterung' einschließlich eines Rückgriffs in körper- durch seine biologische, seine „leibliche Ausstattung, sondern sein reflektie-
medizinischc Typisierungen entkommen zu wollen: Gerade bezüglich der rendes Bewusstsein" zum Menschen wird, „und der Anspruch dieses zu
aus biologisch-psychiatrischer Sicht z. T. dezidiert bestrittenen soziogencli- klären, sich nun einmal durch keine biologische Kausalanalyse einlösen"
schen Faktoren dieser Syndromatik lautet die Schlussfolgerung von Studien lasse (Bischof 1989, 586). „Sprachliche Kommunikation, Symbolsysteme,
oft, soziale Faktoren spielten keine Rolle27. Derartige Untersuchungen je- Kultur" seien „die Fundamente und Gestalter des menschlichen Bewusst-
doch weichen von Art des versuchten methodischen Zugangs her aus, da sie seins", sodass dieses reflektierende Bewusstsein zwar psychologischer Na-
die relevanten Sachverhalte nicht zu erfassen geeignet sind: Laing (1969, tur sei, sich jedoch naturwissenschaftlicher Begründbarkeit keineswegs
entziehe: „Der biologische Ursprung des Bewusstseins schließt seine Eman-
26 im Original: *Finalemenl, les connaissances sur la psychopalhie juvenile et les variables zipation von Biologie nicht aus! Für den Menschen charakteristisch und
ffimiliales associees sonl embryonnaires.» konstituliv ist doch gerade, dass er die biologische Evolution durch die
27 s. aber Copas & Whiteley (1976) zur Rolle sozialer Bedingungen hzgl. des Behandlungser-

folgs sog. »Psychopathen«

150 WsPPP 7Jg. (2000) H.2 WsFPP7.Jg. (2000) H.2 151


kulturelle ersetzt hat" und insofern eine Dialektik und Parallelität vorliege Erkenntnisgrenzen hat, an denen der Gegenstand - so Devereux (1972, 23-
(Bischofl989, 587). 24) - quasi „automatisch durch einen, ausschliesslich dem komplementären
Diskurs zugehörigen Gegenstand ersetzt wird".
Diese Auseinandersetzung um die psydiophysische Problematik ist keineswegs neu, doch ist
die ihr inhärente Spannung offensichtlich weiter derart virulent, dass immer wieder versucht Konkret bedeutet dies angesichts des ,,Aufstieg[s] der Biologie in der psy-
wird, sie sozusagen einseitig 7,u lösen. Dabei beschrieb bereits fingen Uieuler 1915 über .Phy-
chiatrischen Forschung" (Finzen), dass Psychologen und Psychotherapeuten
sisch und psychisch in der Pathologie' (Titel),
• dass selbst bei den Psychosen „häufig beiderlei Ursachen zusammenwirken" sich unbedingt für diese neuen Forschungsergebnisse interessieren und auf
• wie eben bereits „bei den Neurosen [...] fast immer eine Disposition in der Anlage (beste- sie eingehen sollten. Und ein solches Aufgreifen dieser Befunde sollte nicht
he|, auf der veranlassende Ursachen die Krankheit auslösen, aber nur dann, wenn noch be- nur von den der Neurophysiologie und biologischen Psychiatrie naheste-
stimmte psychisch disponierende Momente hinzukommen" henden Forschern der physiologischen Psychologie realisiert werden, son-
• und andererseits u.U. „ein psychischer Einfluss einen physiologisch oder erworben vorge- dern auch das konkrete Interesse der klinisch-praktisch tätigen Psychologen,
bildeten Funktionskomplex in Bewegung" setzen könne (Bleuler 1915, 474).
Psychotherapeuten und Psychoanalytikern finden, da es i. S. einer adäqua-
So kommentiert Ferenczi (1916, 108-109) diesen Aufsatz aus psychoanalylischcr Sicht als ten therapeutischen Methode, Strategie und Haltung zweifelsohne einer
„Vorgeschmack einer glücklicheren Zeit, wo der sinnlose Negativismus gegenüber den Fort- Integration bedarf (s. Kandel 1998).
schrillen der Psychologie überwunden sein wird und Psychiater und Pathologen mit vereinten
Kräften an Problemen arbeiten werden, die weder von der psychischen noch wenn der organi- „Das Ziel einer Tiefen-Neuropsychologie ist es nicht, unser psychisches Modell der Seelentä-
schen Seite her restlos zu lösen sind." tigkeit durch ein somalisches zu ersetzen. Vielmehr geht es darum, die traditionellen Sichtwei-
sen der Metapsychologie durch einen weiteren, »physiologischen« Gesichtspunkt zu ergänzen
und somit eine zusätzliche Perspektive unseres Forschungsgegenstandes, das Unbewusste, zu
gewinnen. [...] Es ist meine Überzeugung, dass uns das Gehirn, ähnlich wie unsere Wahrneh-
Dialog der Wissenschaften mungsakte, eine zweite »Leuchte im Dunkel der Tiefenpsychologie« (Freud 1923, 245) liefert
"(Solms 1998,425).
Damit kommen wir hinsichtlich der eingangs genannten Disziplinen im
forensischen Feld - gerade auch, weil die "glücklichere Zeit" nicht in Sicht Folgt man der grundsätzlichen Kritik an jeder zu weit geführten Analyse
ist - zwangsläufig zu einer Skizze der Möglichkeiten wie Notwendigkeiten, des hierdurch zerstörten Untersuchungsgegenstandcs („Abtötungsprinzip")
die diesen Wissenschaften eigene Differenz angemessen zum Tragen kom- und der Ableitung des o.g. Komplementaritätsprinzips bei Devereux (1972,
men zu lassen. Hierfür scheint es geboten, den Widerstreit der beiden Wis- 18-20), so rechtfertigen sich sehr weit getriebene empirische Forschungen
senschaften - wie Lyotard (1989) sich ausdrücken würde - im Dialog mit- (der Physiologie, der Psychologie) nur in ausbalancierter Rückkopplung mit
einander, nicht gegeneinander, deutlich zu machen und von einer Modell- entsprechend breiter angelegten Untersuchungen (der Psychodynamik, der
vorstellung auszugehen, die Devereux (1972, 11) explizit als „doppelte" systemischen Prozesse). Zwar ist das Ausmaß der Reduktion zwar zunächst
Diskurse charakterisiert: Gemeint ist die Notwendigkeit, das bereits auf eine mehr ein empirisches denn philosophisches Problem (Van den Hout 1999),
Weise erklärte menschliche Verhalten oder gesellschaftliche Phänomen doch schlägt jeder neurophysiologische Reduktionismus ab einem be-
auch auf eine zweite, andere Weise zu erklären, ja, erklären zu müssen, um stimmten Punkt zwangsläufig von der Erhöhung der Präzision der Erkennt-
zu einer vollständigeren, sprich, komplementären Sicht des Phänomens zu nis in marginal-irrelevantes Dctailwissen um. So formuliert u. a. Freedman
kommen (Pardes 1986; Sabelli & Carlson-Sabelli 1989). Dass es insofern (1992) bzgl. der biologisch-psychiatrischen Forschung:
auch keinen herrschaftsfreien Diskurs innerhalb der Wissenschaften geben
kann, der Streit „nicht durch friedliche Übereinkunft" beigelegt werden „In asscssing our advances and future, wc consider the history of biological issues in psychia-
könne, sondern „(als Prozess) einer Sentenz, d.i. des rechtskräftigen Spru- try and the ,sins' of biologism or reductkmism. We will see that research questions and strate-
ches eines Richters (der Vernunft)" bedürfe, definiert bereits Kant (1798, gies in the currenl study of disease and therapeulics have not fundamentally shitted from Freud
and Meyer to modern molecular ncurobiology. The tensiun between thc socially conditioned
31) im .Streit der Fakultäten'. Damit erkennt diese Praxis zugleich auch an,
dass jedes wissenschaftliche Untersuchungs- und Erklärungssystem seine

152 WsFPP 7 Jg. (2000) H.2 WsFPP 7 Jg. (2000) H.2 153
purposive seif and impersonal biological processes is an inescapable intrinsic tcnsion for physiologischen Veränderungen als Stressphänomene bei sozial nicht
psychiatry of which we musl he cognizant äs we continue the search."
angepassten Personen interpretiert werden 35 ,
• wenn diese physiologischen Befunde auch nicht einfach als „biochemi-
• Wenn bspw. psychische Störungen ,mehr' sind als nur eine „>biologic
sche Indikatoren psychosozialer Vulnerabilität" fungieren (Af Klinteberg
disregulatioiu dne to >chemical imbalances< , eine Stoffwechselstö-
1996),
rung,
• wenn physiologische Typisierungen unweigerlich vorläufig (Margolin et
• wenn speziell die sog. >Psychopathie< ,mehr' bzw. anderes ist als eine
al. 1995) und als biopsychiatrische Konzepte nicht mehr und nicht weni-
biochemische Störung, die sich in unnormalen Schwankungen der Neu-
ger sind als ehrgeizig-vorschnelle Hypothesen (Hrdina 1998),
rotransmitterfunktionen, der Aktivität des autonomen Nervensystems und
• wenn die Persönlichkeitseigenschaften und Verhaltensweisen der als
des Verhaltens manifestiert 29 ,
>psychopathisch< klassifizierten Personen wie auch sonst in der Medizin
• wenn die Beziehung von aggressivem Verhalten zu serotonen (Dis-)
(Praetorius 1990, 60-61) nicht linear-kausal, sondern „polyätiologisch",
Funktionen komplex - und z. T. uneindeutig - ist (bspw. Stanley et al.
d. h. ,mehr' sind als Programme eines Funktionskreis-Modells der theo-
2000), auch Impulskontrollstörungen kaum hinreichend als scrotone
retischen Biologie a la Von Uexküll (Knecht 1996),
Neurotransrnitterdysfunktion (Lewis 1991; allgemein Ho et al. 1982) be-
• wenn - wie bereits Freud (1891, 99) formulierte - „die Kette der phy-
schreibbar sein dürften 30 ,
siologischen Vorgänge im Nervensystem [...] nicht im Verhältnis der
• wenn die statistisch konstruierte Beziehung zwischen sog. ,freiem Testo-
Kausalität zu den psychischen Vorgängen steht" und das Psychische
steron' ' mit Psychopathie-Skalen der Karolinska Scales of Personality
„somit ein Parallelvorgang des Physiologischen" ist, das heisst,
(KSP) sowie zwischen dem Gesamttestosteron32 und Sexualhormon-
• wenn klinische Psychopathologie, psychometrisch operationalisierbare
bindendem Globulin 33 mit dem PCL-R (Stalenheim et al. 1998a) kein
Handlungsdisposition und konkretes Verhalten nicht direkt auf biologi-
Beleg für biologischer Marker sog. >Psychopathie< sein kann,
sche Funktionen reduzierbar, diese auch nicht synonym miteinander sind
• wenn >Psychopathy< bzw. >antisoziale Persönlichkeitsstörungen< keines-
(Baruchetal. 1992,58),
wegs pauschal-kausal auf dopamine Rezeptorstörungen (Smith et al.
• wenn sog. >Psychopathie< keineswegs pauschal-kausal auf hirnorganische
1993; Alm et al. 1996a; b) oder andere „biologische Marker" (Stalen-
heim et al. 1997; 1998h) zurückgeführt werden können 34 , sondern diese Schäden (Hart et al. 1990)36, ebensowenig >Soziopathie< auf Mangel-
zustände während der Schwangerschaft mit oder ohne mütterliche Zu-
rückweisung (Brennan et al. 1997; Raine et al. 1994; 1997; Raine 1995)37
zurückgeführt werden kann,
„Nachdem >Regulation< zunächst allein ein Konzept der Mechanik gewesen war, wurde es • wenn vorhandene neurologische Befunde im Gegensatz zu Lapierre et al.
fortan zu einem Konzept der Biologie; vermittelt über den Begriff der Homöostase sollte es (1995)38 mitnichten Einflüsse sozialisationsbedingter Faktoren ausschlie-
bald zu einem Konzept der Kybernetik werden" (Canguilhem 1974, 107)
im Original: „biochemicai disturbance manifested in abnormal oscillations in neurolrans-
ßen (s. a. Shoham 1995),
mitterfitnctioning, antonomic activity, and behavior" (Mawson & Mawson 1977) • wenn Aggressivität und herabgesetzte / fehlende Wahrnehmung von
30 „Hormone spielen also eine wesentliche Rolle im Hinblick auf ein aggressives Verhalten, Gefahr im Gegensatz, zur Auffassung von McBurnett (Fidler 2000) eben
wobei jedoch, wie zu erwarten, keine einlinigen Beziehungen vorliegen", mithin in der The-
rapie der Aggression „eine pharmakologische Wirkung [...] zu unspezifisch" sei und Hor- 15 im Original: „elevated T3 levels represenlinf; a compensalory or stress phenomenon for low
mone „nicht sicher auf die Aggressivität" wirkten (Adler 1979, 210). social adaptive abiiity of individuals who display persistent criminal hehaviour" (Alm et al.
31 im Original: „free testoslerone (FT-DF'C) " 1996h)
32 im Original: „total testosterone (77)" 3<] im Original: „The resulls provide no support for traditionell brain-damage explanations of
33 im Original: ,,sex hormone-binding globulin (SHBG)" psychopathy."
„The conclusion is that, dne tu its dose relationship with siable personulity truits, platclet 37 Molto: „Stai-ve afetus, feeda sociopath" (o. Verf. 1999)
MAO activity serves a marker for vulnerability also in forensic psychiatric populations. On w im Original: „The laller fmding is partirularly importanl in the sense lhat it cannot readily
the olher handit is not a marker für c/inical or personality disorders, or behavior per se" be explained sociocullurally, thus presenting a new and convincing argument for brain-based
(Stalenheim et al. 1997) i'liology ofthis disorder."

154 WsFPP 7Jg. (2000) H.2 WsI-'PP 7Jg. (2000) H.2 155
nicht ausschließlich eine - zudem „therapieresistente" - „biologisch be- als dritter großer Schule psychiatrischer Theorie bezüglich der Erwartung
dingte Neigung" darstellt 39 , als „wave of the future" enge Grenzen gesetzt: In Ermangelung eines adä-
• wenn sog. >Psychopathie< also der eine Zeitlang vermiedenen Diskussion quaten Theoriegerüsts könne die unausweichliche Schiiissfolgerung nur
um die physiologische versus psychologisch-soziologische Bedingtheit lauten, dass (biologische) Psychiatrie nichts als eine „Protowissenschaft"
des Bewusstseins neu auflegt (Levenson 1992; 1995), (Kühn) sei ', die sich in die bspw. von Simon und Kaplan (1989) skizzierten
dann muss gerade auch psychologische Wissenschaft dazu beitragen, diese kognitiven Wissenschaften 42 integrieren müsse. Andernfalls dürfte sie als
Lücke zwischen Neurotransmittergeschehen und menschlichem Verhalten eine Art „PseudoWissenschaft" (Ross 1997) paradoxerweise zum Hindernis
zu schließen (vgl. auch Harten 1977) und dem verobjektivierten Individuum für verbesserte Behandlungsmöglichkeiten und Fortschritt in der Psychiatrie
seines Subjektstatus wieder zu verschaffen. geraten (Gersabeck 1999)43.

Diese Selbstbeschränkung wissenschaftlicher Forschung beruht zugleich


Die Neue Einseitigkeit: Biologismus versus Pluridisziplinarität aber auch auf der Komplementarität wissenschaftlicher Diskurse, die nach
Bohr (1936) darin begründet ist, dass jede zu weit getriebene Untersuchung
In der öffentlichen wissenschaftlichen Auseinandersetzung wird immer eines Phänomens das zerstört, was sie zu bestimmen sucht. Insofern plädiert
wieder ein ontologischer Reduktionismus im vorgenannten Sinne vertreten Devereux (1972, 12) anstelle „der traditionellen Interdisziplinarität- die nur
(s. hierzu Küppers 1990, 165-170), so bspw. von Cabot (1997) mit dem auf einem recht undifferenzierten praktischen Niveau nützlich sein kann -
Ausspruch: „There are no >psychosocial< factors in mental illness. If it's [für] die des obligatorischen »doppelten« Diskurses". Es handelt sich dem-
mental illness, it's chemicaVM. Derartige Positionen spiegeln eine - zumin- zufolge um autonome interdepenclenle Wissenschaftsdiskurse, die hier als
dest unreflektierte - Verwechslung mit einem methodisch indizierten Re- „nicht-fusionierende und »nicht-simultane« Pluridisziplinarität" von Neuro-
duktionismus biologischer Forschung, u. U. aber gerade auch dessen be- physiologie und Psychologie verwirklicht werden müsste. Devereux unter-
wusste dogmatische Verzerrung wider (Kaiser 1999). Denn ein solcher streicht hierzu, „dass gerade die Selbständigkeil und die Komplementarität
methodischer Reduktionismus ist nicht nur integraler „Teil des Programms dieser beiden Diskurse jeden [ontologischen] Reduktionismus [...] unmög-
jeder Naturwissenschaft [...], deren Ziel Erklären und Verstehen ist" (Pop- lich machen".
per & Eccles 1977, 39), sondern erkenntnistheoretisch nach Küppers (1990,
195) die ein/ige Forschungsstrategie zur „umfassenden naturwissenschaftli- „So erwächst aus der jeweiligen Problematik der Einzeldisziplinen und ihrer Entwicklung
selbst das /.wingende Gebot, die exlreme Trennung zu überwinden, die ihre Geschichte seit
chen Erklärung biologischer Phänomene". Entsprechend dezidiert verwahrt drei Jahrhunderten kennzeichnet, und zwar zwischen den Disziplinen ein und desselben Ge-
er sich auch gegen die - dysfunktionale Kontroversen induzierende - Ver- bietes, zwischen einzelnen Gebieten sowie zwischen den wissenschaftlichen Gebieten und der
tauschung von ontologischem und methodischem Reduktionisrnus (Küppers philosophischen Reflexion" (Castoriadis 1981, 176).
1990, 196).
Für einen solchen ,Brückenschlag' über den , Spalt' zwischen den Wissen-
Selbstkritisch konzediert McLaren (1992), der biologischen Psychiatrie schaften (Rosen 1993) regen Baruch et al. (1992, 59) u. a. an, im Kontext
seien - neben der psychoanalytischen Psychologie und dein Behaviorismus - neuer experimentell-kognitionspsychologischer Forschung vermittelnde
Analyseebenen zwischen klinischen Dimensionen und neuronalen Systemen
zu entwickeln (Spitzer 2000a; b). Sie unterstreichen dabei, dass sich der
3" im Original: „a biologicalpropensity that's resislant to trealment"
4U Dieser biologistische Reduktionisrnus aber befindet etwa auf demselben kausalen Argumen-
tationsniveau historischer physiologisch-reduktionistischer Wissenschaftsaussagen des letz- im Original: ,,ihut means psychiatry in merely a protoscience, a mass of empirical data
ten Jahrhunderts wie z.B. dass "alle psychischen Higenthümlichkeiten des Weibes aus dem searchingfora iinifying theory" (McLaren 1992, 275)
Somalischen desselben abzuleiten" seien (Jörg 1832) oder dass "alles, was wir an dem wah- im Original: „the einerging discipline of Cognitive Sciences, deriving front the neuro-
ren Weibe Weibliches bewundern und verehren, [...] nur eine Dependenz des Eierstocks" sei sciences, philosophy, linguistics, paychology and Computer stuelies " (McLaren 1992, 276)
(Virchow 1848). " vgl. Slepner(l996)

156 WsFPP 7.Jg. (2000) H.2 WsH'P 7Jg. (2000) H.2 157
klassisch-diagnostische Klassifizierungsansatz als unzureichend erwiesen Psychoanalyse und Neurowissenschaften im Dialog
hat, Störungen zu untersuchen und zu verstehen, die - wie beispielsweise
Impulsivität - die nosologischen Kategorien überschreiten. Denn in der Aber auch aus psychotherapeutischer Sicht sollten die Abstinenz oder Skep-
Physiologie „geht es um die Eigenschaften von Körpern, die anhand von sis gegenüber den biologisch-psychialrischen Befunden aufgegeben werden:
Phänomenen zu klassifizieren sind: dazu braucht man nicht einfache Körper • Wenn im Bereich der Psychoanalyse bereits Freud (1923, 253) formu-
sondern einfache Phänomene", was aber gerade im Falle delinquenter / lierte, das Ich sei „vor allem ein körperliches", indem es nicht „Darstel-
dissozialer / antisozialer Handlungsdispositionen und Verhallensweisen lung der Oberfläche des psychischen Apparats", sondern selbsl "eine
mitnichten der Fall ist (Canguilhem 1979a, 83-84). psychische Projektion der Körperoberfläche" sei, und
• wenn später Lacan (1955, 24) zur Frage der Psychosen lakonisch aus-
Durchaus ähnlich fordert Young, Herausgeber des , Journal of Psychiatry führt, er mache keinen Unterschied zwischen der Psychologie und der
and Neuroscience', in einem Editorial, Psychologen sollten sich in der bio- Physiologie 45 ,
logisch-psychiatrischen Forschung mit ihrem psychometrischen und test- so wird bereits deutlich, dass das metapsychologische Modell der Psycho-
diagnostischen Knowhow engagieren, denn nach seiner Überzeugung blie- analyse Verhalten insofern als vielfach determiniert - .überdeterminiert'
ben die Messmethoden des menschlichen Fühlens und Verhaltens, wie sie also - begreift, zugleich aber auch als .relativ autonom' auffasst (Rapaport
in der biologisch-psychiatrischen Forschung verwendet würden, hinter dem 1973, 43-77) und so auch dessen biogenetische Wurzeln mitdenkt. Hierbei
Stand der Wissenschaft zurück, da bei den meisten Forschern aufgrund ihrer ist der Bezug auf psychoanalytische Modelle nicht nur im Menschenbild, in
psychophysiologischen, neuropharmakologischen, neurophysiologischen, der therapeutischen Ausbildung und theoretischen Ausrichtung des Verfas-
neurochernischen, verhaltensgenetischen und psychiatrischen Ausbildung sers begründet, sondern insbesondere auch darin, dass Freud mit seinem
ein Methodendefizit auf dem Feld klinischer und experimenteller Psycholo- Entwurf einer Psychologie just „das Missing Link zwischen Physischem
gie bestehe (Young 1994, 25l) 44 . Dem gegenüber warnt Nathan (2000) und Psychischem finden" wollte (Hoffmann-Richter 1994, 91), hierbei
kritisch und selbstkritisch, einer primär technizistischen, an sich aber a- ausführlich die damals aktuellen Kenntnisse über neuronale Funktionsprin-
theorelischen biologischen Psychiatrie könne eine ausschließlich metho- zipien rezipiert, sodass zentrale psychoanalytische Begriffe aus ursprünglich
disch .korrekle', experimentelle Psychologie ebenso wenig zu substantiell neurophysiologischen Begriffen entwickelt wurden (vgl. Hoffmann-Richter
fundierten Konzepten verhelfen: 1994, 90-104). Neben der Tatsache, dass dies unvollendet - Stückwerk -
geblieben ist (Rivers 1920), trug es der Psychoanalyse in der Vergangenheit
«Le panorama de la psychiatrie biologique est aujourd'hui le suivant : plus de medicaments, den Vorwurf ein, sie zeichne sich „durch einen scharf ausgeprägten Biolo-
plus .d'efficacite', plus de .contbrt', mais toujours pas d'affirmation dccisive sur l'etiologie des
gismus" aus (Sapir 1929/30, 234), denn es müsse darum gehen, auf „das
desordres. [...] Plus la psychiatrie devient biologique et plus eile devicnt paradoxalement
dependante du developpemcnt des outils fuurnis par la psyehologie. Technicite sans concept psychische Geschehen wie auf jedes andere biologische oder gesellschaftli-
propre du cöle de la psyehiatrie biologique, mais de plus en plus aussi du cöte de la psycholo- che Gebiet die Gesetze der Dialektik anzuwenden", sprich, eine solche
gie experimentale qui, il faut bien le dire, se satisfait souvenl d'une coquille de rigueur, d'une Psychologie insofern als materialistisch zu begreifen, als sie sich „zunächst
,correctne.ss' methodologique en place d'une verkable construction du coneept.» |...] der Biologie einordnen muss", um parallel die (Leistikow 1936, 190)
äußeren, sozialen Bedingungen aus „einem nicht-biologischen Bereich"
einzubeziehen (vgl. Strauss 1992).

Demgegenüber sah sie sich andererseits „vom naturwissenschaftlichen Standpunkt aus" der
Kritik ausgesetzt (Mucchielli 1999), sie sei „seinerzeit unwissenschaftlich" und dies „auch

vgl. die Forderung nach einer interdisziplinären Integration neurobiologischer Forschung in im Original: «Comme /.../ im garcon charmant [...] nie demandait si je croyais que /es
andere Korsehungskonzepte epidemiologischer, psychometnscher und/oder kognitiv- psychoses elaienl organiques ou pas, je lui ilis que je ne Jaisais pas de difference enlre la
verhaltensthcrapeutischer Provinienz (Darcourt & Thurin 1997). psycho/ogie et la physiologie.»

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heute noch", doch lässt sich „der Vorwurf, dass eine andere Wissenschaft unwissenschaftlich den Neurowissenschaften (Kandel 1998; 1999a)47 ein höchst interessantes
sei" - so weiter Brodlhage und Hoffmann (1981, 183) - „praktisch von jeder wissenschaftli- „Updaling der psychoanalytischen Theorie" (Leuzinger-Bohleber et al.
chen Position aus machen und auch begründen. Man mulj nur die Standards von Wissenschaft
1998a, 7) versuchen, ohne hierbei das Primat des Subjektiven in der Psy-
so definieren, dass die andere Position nicht darunter fälll". In jedem Fall bestätigt die Ausein-
andersetzung aber - so Maiers (19')3, 56) - „den objektivistischen Schein der Naturwissen-
choanalyse (Roudinesco 1999)48 preiszugeben:
schaften, als entdeckten diese einfache Sachverhalle, die sie theoretisch beschrieben, ohne auf
das Erkenntnisproblem in der Gegenstandkonstituierung zu reflektieren (vgl. Rüben 1978, „Thcre is a great need for psychoanalysis to become an open System with freer exchange
162ff.)". through its boundaries. Progressive evolution does not occur in Isolation but only through
partial Separation (specialization) to conccntrate thc genelic pool (conceptual formution) and hy
transactions with olher groups to add gene Symbols (communication) and to lest them through
Erst jüngst führte Roth (2000) aus, „viele Psychotherapeuten und insbe-
natural sclection (scientific method)" (Grinker 1973, X-XI).
sondere Psychoanalytiker" ständen einer „strengen Parallelität oder gar
Identifizierung von psychischen Vorgängen und Hirnfunktionen nach wie • So macht Köhler (1998, 131-222) den Versuch, die Entwicklung des
vor ablehnend gegenüber46. Sie betonen dabei eine fundamentale Verschie-
Gedächtnisses unter entwicklungs- und kognitionspsychologischen wie
denheit der Erforschung psychischer Vorgänge einerseits und neurobiologi-
eben auch hirnanatomischen und hirnpsychologischen Gesichtspunkten
scher Strukturen und Funktionen andererseits, ganz im Einklang mit dem
darzustellen, um „narrative Strukturen des Gedächtnisses und ein meta-
klassischen Gegensatz von geisteswissenschaftlicher Hermeneutik und
kognitives Selbstkonzept als Voraussetzung eines autobiographischen
naturwissenschaftlicher Analytik". Dabei ist der Gegenstand psychologi- Gedächtnisses" verstehbar zu machen und schließlich „Hypothesen zur
scher / psychoanalylischer Erkenntnis fraglos insofern uneindeutig, als es
Erklärung der frühkindlichen Amnesie" generieren zu können (Köhler
nicht Psyche ,an sich' i. S. eines Organs, eines Substrates gibt (vgl. Loren- 1998, 132).
zer 1986) und der Erkenntnisgegenstand insofern mehreren Wissenschafts-
• Analog erarbeitet Hamburger (1998, 223-286), indem er die narrative
disziplinen .angehört' (Lorenzer 1985): „Reduzierte man ihn auf eine Psy-
Auffassung des psychoanalylischen Prozesses und der Traumerzählung
chologie, so würde man ihr einen Scheingegenstand zuweisen" (Hamburger
auf neuere Hirnmodelle bezieht, dass hiermit „die Epoche der Compu-
1998, 230). Nichts Neues, könnte man meinen, reaktiviert die Debatte doch
termetapher (und der ihr angeschlossenen Mode der .Verhaltenspro-
andererseits mitunter Fragen eines überwunden geglaubten psychophysiolo-
grammierung') beendet werden können". Denn auch die Theorien der
gischen Monismus (vgl. Beelmann 1990). Provokant stellt Lacan (1953, 73)
Neurowissenschaften schlössen dieses herkömmliche Maschinenmodell
seiner Arbeit über .Funktion und Feld des Sprechens und der Sprache in
atis und bestätigten „das Bild eines dynamischen, lebendigen und das
der Psychoanalyse' (Titel) folgendes Zitat voran: heisst interaktiven Organismus" (Hamburger 1998, 277).
• Ebenfalls in Auseinandersetzung mit Gedächtnismodcllen bezieht sich
„Insbesondere sollte nicht vergessen werden, daß die
Trennung in Embryologie, Anatomie, Physiologie, Pouget-Schors (1998, 196-245) auf das „neurophysiologisch basierte und
Psychologie, Soziologie und Klinik in der Natur nicht systemtheoretisch orientierte »Zustandswechsel-Modell« des Gedächt-
auftritt und daß es eigentlich nur eine Disziplin gibt, nisses" (Koukkou & Lehmann 1980; 1998). Sie diskutiert objektbezie-
die Neurobiologie, der nach unserer Auffassung das hungstheoretische Struktur- und Funktionsannahmen, Aspekte der Ich-
Epitheton menschlich beigegeben werden muß. (Ein Zita!
als Motto eines Instituts für Psychoanalyse im Jahre 1952.)"
Stärke, Selbstkohärenz und des Konfliktstatus im Kontext dieses Mo-
dells, anhand dessen u.a. verstehbarer werden könne, dass bestimmte
Vor diesem Hintergrund ist der Hinweis angebracht, dass eine Reihe von traumatische Erinnerungen „im Kontext einer zustandsabhängigen Situa-
Psychoanalytikern gerade in den letzten Jahren durch intensiven Dialog mit tion, in der das Trauma erlitten wurde, bewusst werden" kann (Pouget-

" s. dazu die Kommentare von Alarcon (1999), Berman (1999), Hierholzer (1999), Moore
(1999), Olds und Glick (1999) und Rifkin (1999) sowie die Replik von Kandel (1999b)
46 s. Schurig(1985) 4 s. a. die Rezension von Auge (1999)

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Schors 1998, 234). Sie macht aber auch auf Widersprüche zwischen dem gungsbeziehung einschließlich der sensomotorisch-affektiven Erfahrun-
Zustandswechsel-Modell und psychoanalytischen Auffassungen auf- gen in der therapeutischen Interaktion zustande kommen.
merksam und regt an, sich hier um eine Integralion der in der „Multiple- • In einer ,co-mentierenden' Skizze charakterisiert Arbenz-Hutter (1998,
Code-Theory" (Bucci 1985; 1997) herausgearbeiteten unterschiedlichen 246-307) das Drei-Instanzen- oder Strukturmodell der Psychoanalyse vor
Repräsentationsfonnen verbaler, symbolisch-nonverbaler und subsym- dem Hintergrund des,Gefühlsmodells' von Machleidt und des ,Wissens-
bolisch-nonverbaler Art zu bemühen. modells' von Koukkou und Lehmann: Demnach entspräche das Es auto-
• In einem weiteren Beitrag legt Solms (1998, 416-461) ausgehend von nom ablaufenden psychobiologischen Manifestationen, entsprächen
Freud und Luria einen Überblick über die neurophysiologischen und neu- Über-Ich und Ich-Ideal den Manifestationen eines „ahnenden Bewusst-
roanatomischen Grundlagen des psychischen Apparats dar, wie er in der seins" und werde das Ich durch zwei organisierende Prinzipien konstitu-
Psychoanalyse konzeptualisiert ist. In dieser .Anatomie des Unbewuss- iert, durch die dynamische Interaktion eines schöpferischen und eines
ten' (Titel) setzt er ein „ziemlich umfassendes Bild der neurologischen homöostaseregulierenden Prinzips.
Organisation" komplexer psychischer Strukturen - wie des Es und des • An anderer Stelle prüft Watt (1990) zentrale psychoanalytische Konzepte
Ich - sowie psychischer Funktionen (bspw. Verdrängung, Träumen, Rea- der Übertragung sowie der Selbst- und Objektrepräsentanzen und schlägt
litätsprüfung) zusammen (s. zuvor Solms 1996). neuropsychologische Modelle zur Integration von Objektbeziehungstheo-
• Machleidt (1998, 462- 516) bezieht psychoanalytische und psychobiolo- rie, hierarchischen Modellen des limbischen Systems und der Lateralisie-
gisch-anthropologische Konzepte der modernen Gedächtnisforschung rung vor, mit deren Hilfe bspw. die Bedeutung der affektbezogenen
dergestalt aufeinander, dass ausgehend von der biologischen Verände- rcchtsheinisphärischen Dominanz für das Übertragungsgcschehen und
rungsdynamik nachvollziehbar wird, wie primäre Eindrücke oder En- des präfrontalen Cortex für die integrierenden Ich-Funktionen verstanden
gramme als Erinnerungsbilder in Gedächtnisneuronen fixiert und gespei- werden können.
chert werden, sodass hieran anschließend eine Relativierung der Bedeu- • Parallel vertritt Brockman (1998) die Auffassung, dass Bowlby's Kon-
tung sowie Differenzierung des Verständnisses traumatischer Erfahrung zept der Beziehungsstörung' 19 auf der Grundlage eines funktional-
und der mit ihr verbundenen Neuronenkomplexe möglich wird (Mach- anatomischen Verständnisses affektiver und kognitiver Auffälligkeiten
leidt 1998, 478-482). Gerade anhand des neurophysiologisch begründe- bestätigt und neu fundiert wird : Beispielsweise scheine sog. primitives
ten Modells der „Grundgefühlskaskaden", die als spezifische Neuronen- Denken („>primitive< thinking") von amygdalen Strukturen gesteuert zu
systeme mit eigenen Transmittersubstanzen und ihnen eigenen gefühls- werden, deren Verbindung mit limbischem System und Wahrnehmungs-
spezifischen Netzwerken zu verstehen sind (Machleidt 1996; Hinrichs & organen („the environmental link") dazu führen, dass der Cortex völlig
Machleidt 1992), lässt sich die Affektspezifität - Ciompi (1982; 1999) ,umgangen' werde: Das wenig überraschende Ergebnis sei eine - hin-
würde sagen Affektlogik - der Abwehr- und Bewältigungsmechanismen sichtlich des Auslösereizes inadäquate - Affektentladung. Brockman un-
aufzeigen (vgl. Tobin et al. 2000) und der „Ort in einer emotioneilen Dy- terscheidet ein emotionales Gedächtnis („emotional memory") von dem
namik" identifizieren, an dem diese Mechanismen als ,Widerstände' ge- bewussl zugänglichen rational(er)en ,öffentlichen' Gedächtnis („decla-
gen das Lustprinzip wirken (Machleidt 1998, 502). nitive memory"), wobei die subkortikale Aktivierung des ersteren oft zu
• In einer weiteren Arbeit beziehen sich Leuzinger-Bohleber et al. (!998b, unerwarteten Gefühlsausbrüchen führe.
517-588) auf die Theorie der Selektion neuronaler Gruppen, mit der
Edelman (1987) neuroanatomische und -biologische wie deskriptiv-
psychologische Beiträge zur Erklärung und Beschreibung von Gedächt-
49 /ur >Psychopathie< als Beziehungs- und Kontaktslörung vgl. im übrigen Kinable (1984;
nisprozessen liefert. Im Ergebnis unterstreichen die Autoren, dass thera-
l "W; 2000)
peutische Veränderungen nicht (allein) durch das Aufdecken früher 50 ..Affects are the links that affonl an uniierstanding between biological fimction andpsycho-
Traumatisierungen, sondern aufgrund des Durcharbeitens in der Übertra- logicalßinction; between the amvgdala's demands and neocortical thought; bctween inter-
nal and external; between action and refleclion. Affects provide a connection from the indi-
vidual lo fii.f environment and back."

162 WsHPP 7Jg. (2000) H.2 WsFPP7.Jg. (2000) H.2 163


• Aus gänzlich anderer Theorierichtung erarbeiten Benziger (1998/99a; b) Literatur
bzw. Benziger und Taylor (1999) die physiologischen Grundlagen bzw.
ADI.ER, M 1979: Physiologische Psychologie. Biologische Grundlagen von Erleben und
Korrelate der analytischen Typenlehre G.G. Jungs, die sie zur Integration
Verhalten. Teil II: Spezielle Funklionssysteme. Enke, Stuttgart 1979
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ged adaptation Stress Syndrome" (PASS) und das Verständnis traumabe- ADORNO, T.W. (Hrsg.) 1973: Sociologiea II: Reden und Vorträge. EVA, Frankfurt a.M.
(1973)S. 94-112
dingter Störungen nutzen. AF KL1NTEBERG, B. 1996: Biology, norms, and personality: a developmental perspectivc.
In: Neuropsychobiology, vol. 34 (1996) n° 3, pp. 146-154
Soweit einige Beispiele zum Dialog von Psychoanalyse und Neurowissen- AJP 1999: Functional hrain imaging: twenly-first Century phrcnology or psychobiologica!
advance for the millennium? [Hditorial] In: American Journal of Psychiatry, vol. 156
schaften, der dazu beitragen kann eine ,alte' Forderung Politzers nach (1999) pp. 671-673
Weiterentwicklung der s. E. einzigen konkreten, empirisch-subjekt- AI.ARCON, k.D. 1999: Kandel's challenge to psychoanalysts. In: American Journal of Psy-
bezogenen und zugleich dennoch zu abstrakten Psychologie - der Psycho- chiatry, vol. 156 (1999) p. 665
ALM, P.O. & AF KUNTEBERG, B. & HUMBLE, K. & LEPPERT, J. & SORENSEN, S. &
analyse - zu erfüllen. Dies, ohne hierbei THORELL, L.H. & LIDBERG, L. & ORELAND, L. I996a: Psychopathy, platelet MAO
• durch Nachahmung naturwissenschaftlicher Exaktheit, activity and criminalily among formcr juvenile delinquents. In: Acta Psychiatrica
• durch „radikale Negation der klassischen, introspektiven und experi- Scandinavica, vol. 94 (1996) n° 2, pp. 105-11 l
ALM, P.O. & AF KUNTEBERG, B. & HUMBLE, K. & LEPPERT, J. & SORENSEN, S. &
mentellen Psychologie", TEGELMAN, R. & THORELL, L.H. & LIDBERG, L. 1996b: Criminality and psychopa-
• durch einseitige Bemächtigung physiologischer oder biologischer Fakten thy äs related lo thyroid activity in formen juvenile delinquents. In: Acta Psychiatrica
zu versuchen, eine wissenschaftliche Illusion zu retten (Politzer 1978, 34- Scandinavica, vol. 94 (1996) n° 2, pp. l 12-117
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36), vor der aktuell Leuscher (1997) als „Neuromythologie" warnt (s. a. P. 1999: Psychopathy and psychopathological profiles in prisoners on remand. In: Acta
Schulte 2000). Psychiatrica Scandinavica, vol. 99 (1999) n° l, pp. 33-39
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BOHLEBER, M. et al. (1998) a.a.O., S. 246-307
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Anmerkungen Empruntons-nous une mauvaise voie? In: Bulletin de l'As.sociation des psychiatres du Ca-
nada, vol. 25( 1993) n° 6, pp. 29-31
ARBOLEDA-FLÖREZ, J. & HOLLEY, H.L. & CRISANTI, A. (Bearb.) 1996: Maladie men-
* Der Beitrag ist die aktualisierte Langfassung eines ursprünglich für die tale et violence: Un lien demontre oü un stereotype? Calgary World Health Organization
Forensische Herbsttagung 1999 angemeldeten Kurzvortrags ,Alles bio - Collaborating Centre for Research and Training in Mental Health / Direction generale de
alles psycho ? Die Neue Einseitigkeil oder Nichts Neues in der forensi- la proinolion et des programmes de sante Sante Canada. Web-Publ: http://www.hc-
sc.gc.ca/hppb/sante-mentale/piibs/maladie_mciHale/criliqiie.htm
schen Psychiatrie'. Teil 2 dieses Beitrag erscheint in: Forensische ARSENEAULT, L. & TREMBI.AY, R.E. & BOULERICE, B. & SEGUIN, J.R. & SAUC1ER,
Psychiatrie und Psychotherapie, 8. Jg. (2001) H. l [in Vorbereitung]. J.-F. 2000: Minor physical anomalies and fainily advcrsity äs risk factors for violent delin-
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Anschrift des Verfassers

Dr. Ulrich Kobbe'


Universität Essen
- Fachhereich 2 -
D-45117 Essen
E-mail: ulrich.kobbe@uni-essen.de

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