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, Dipl.-Psych. Dr. phtl.

Ulrich Kobbe ,

Sex Sc Crime ... Scham & Schuld


Strukturspezifische Brennpunkte
fokaltherapeutischer Täterbehandlung - eine Übersicht

Die Behandlung von Rechtsbrechern der Voraussetzung und Sukzession


steht einerseits unter dem Verdikt von diagnostischer Klärung für da-
einer „Pflicht zur Behandlung'' und rauffolgende Therapie eine weitere
einhergehender Effizienz- und Heils- wesentliche Maxime: Mit der Refe-
erwartungen, andererseits unter den renz auf die „Götter" steht es offen-
Vorgaben von Zeitökonomie, Delikt- sichtlich nicht im individuellen Belie-
orientierung und Instrumentalisie- ben des Psychotherapeuten, so oder
rung von Behandlung,
wodurch die ethischen Impli- „Die Behandlung von Rechtsbrechern steht
kationen der psychotherapeu- einerseits unter dem Verdikt einer 'Pflicht
tischen Praxis häufiger zweifel- zur Behandlung' und einhergehender Effi-
haft und anfechtbar sind (vgl. zienz- und Hetlserwartunaren, o '
andererseits
Goldberg, 1980,8.15-16). unter den Vorgaben von Zeitökonomie, De-
Angesichts dieser Rahmen- liktorientierung und Instrumentalisierung
bedingungen muss mitunter von Behandlung, wodurch die ethischen
versucht werden, geeignete Implikationen der psychotherapeutischen
Eingangsparameter für ein fo- Praxis häufiger zweifelhaft und anfechtbar
kaltherapeutisches Vorgehen sind." Der Artikel stellt Prinzipien sowohl
zu rekapitulieren und deren der psychoanalytischen als auch der ver-
kreatives Potenzial für eine haltenstherapeutischen Kurzzeittherapie
zeitbegrenzte Täterarbeit he- unter diesen Rahmenbedingungen dar.
rauszuarbeiten. Dabei werden
im Folgenden Prinzipien sowohl der anders zu verfahren, sondern ist er
psychoanalytischen als auch der ver- offensichtlich lediglich verantwort-
haltenstherapeutischen Kurzzeitthe- licher Sachverwalter und Repräsen-
rapie referiert. tant übergeordneter Standards
fachgerechter Psychotherapie: „Re-
Zunächst zur Ausgangssituation: präsentiert der Therapeut den Staat
Delinquenz als solche ist keine oder eine bestimmte therapeutische
Krankheit, sondern ein höchst Schule und ihre Dogmen oder erhält
unspezifisches Phänomen der un- er das Honorar von einer dritten Par-
moralischen Geste, des unsozialen tei, so ist die [therapeutische] Part-
Verhaltens und/oder der grenzüber- nerschaftsbeziehung schwerwiegen-
schreitenden Handlung. Entspre- den Eingriffen von außen ausgesetzt"
chend vage bleibt daher, welche (Goldberg, 1980, S. 28). Gerade
cleliktrelevante Persönlichkeitseigen- wenn diskursiver Widerstreit durch
schaft, welcher unbewusste Konflikt, Strategisierung des Diskurses substi-
welches Beziehungsproblem bei dem tuiert zu werden droht, fordert dies
jeweiligen Klienten oder Patienten 1 eine selbstbewusste, unbeirrt thera-
in den Fokus der Behandlung zu peutische Haltung des Behandlers
rücken ist. Denn vor das von Außen- (Kobbe. 1999): Angesichts der Ver-
stehenden oft allzu pragmatisch suchungen zu therapeutischen D>
vorgebrachte Drängen auf deliktspe-
zifisch-psychochirurgische Interven- Im Folgenden wird häufig alternierend von ..Klient"
tion, vor jedwede Behandlung, haben und/oder „Patient" die Rede sein, da sich in Behand-
lung befindliche Rechtsbrecher sowohl grundsätzlich
- so ein therapeutischer Merksatz - psychisch gesund als auch psychisch gestört oder er-
„die Götter die Diagnose gestellt". krankt sowie je nach Setting (Strafvollzug, Maßregel-
Vollzug, Bewährungshilfe, Beratungsstelle) als das eine
Dabei enthält dieses Leitmotiv neben oder andere definiert sind.

PsychotherapeutenFORUM 1/2002
Thema

„Abkürzungen" erscheint die Beto-


nung fachlicher Standards wesentlich,
sribt es doch von unterschiedlich
D
interessierten Seiten her den ökono-
misch, institutionell oder in anderer
Weise motivierten Versuch. Kurzthe-
rapien zu forcieren. Angesichts des
serialisierenden und totalisierenden
Schiaarworts2 vom ..Sexualstraftäter",
O

und der ebenso moralisch emotionali-


sierenden wie stigmatisierenden Cha-
rakterisierung als „Kinderschänder",
wird für diese Täter von Außenste-
henden verkannt, dass es individuelle
Unterschiede gibt, die therapeutische
Unterschiede machen (Kobbe, 1996).
Nicht diskutiert w<ird hierbei häufig
die Frage der tatsächlichen störungs-
oder krankheitsbezogenen und/oder
sozialen Indikation, der individuellen
Voraussetzungen und der resultieren-
den therapeutischen Möglichkeiten
bzw. Gefahren. Denn — so sinngemäß
Beck (1974, S. 81) -unsachgemäße
Behandlungen resultieren meist
dann, wenn der Psychotherapeut kein
klares psychodynamisches Konzept
für die konkrete Störung des Patien-
ten hat, die Phänomene von Übertra- eines differenzialdiagnostischen Aus- 1. die Förderung der Selbstwahr-
gung und Widerstand nicht erkennt schlusses von Psychosen und schwe- nehmungskompetenz;
und das Instrument der dosierten ren Persönlichkeitsstöruncren:
O
Zwar 2. die Entfaltung des Fantasiespiel-
Intervention nicht beherrscht. erleichtern die in den Fantasien, Hal- raums = die Verbesserung antizi-
luzinationen und Wahnideen patorischer Kompetenz;
„Für die Indikationsstellung sind insbeson- zutage tretenden unbewussten 3. die Erweiterung des Handlungs-
dere die Ich-Funktionen prognostisch be- Erlebnisinhalte die Formulie- spielraums = der Erwerb sozialer
deutsam, die den Bezug zur äußeren Rea- rung einer psychodynamischen Handlungskompetenz.
lität, die Gestaltung der interpersonellen Arbeitshypothese und verführt
Beziehungen und die Fähigkeit zur adäqua- dies potenziell zur Übernahme Dabei lassen sich viele der psycho-
ten Impuls- und Affektkontrolle, Angst- der Kurzzeitbehandlung, doch dynamischen Begriffe unschwer in
und Frustrationstoleranz betreffen ..." ist hier das schwache Ich eine kogmtiv-verhaltenstherapeutischen
Kontraindikation (Beck, 197-1, Zielformulierungen übersetzen:
Für die Indikationsstellung sind ins- S. 83): Das Ziel der Kurzzeit- und Fo-
besondere die Ich-Funktionen prog- kaltherapie, unbewusste Konflikte mit • Stärkung der Autonomie = Förde-
nostisch bedeutsam, die den Bezug Hilfe gesunder Ich-Anteile zu lösen rung der Selbstkontrolle,
zur äußeren Realität, die Gestaltung und unter Zuhilfenahme von Übertra- • Auflösung des Wiederholungs-
der interpersonellen Beziehungen gungs- und Widerstandsphänomenen zwangs = Veränderung der Meta-
und die Fähigkeit zur adäquaten Im- zu integrieren, ist bei diesen Voraus- kognitionen,
puls- und Affektkontrolle, Angst- und setzungen unmöglich. Riskiert wer- • Verbesserung sozialer Fähigkeiten.
Frustrationstoleranz betreffen (vgl. den vielmehr maligne Regressionen • dynamische Deutungen der Patient-
Heigl, 1987, S. 139). Gerade mit Kurz- bis hin zum Objektverlust und Des- Therapcut-Interaktion = Verbesse-
psychotherapien lassen sich zwar auch integration des Ich. rung interpersoneller Problem-
ich-schwächere Patienten von thera- lösefähigkeiten,
peutisch erfahrenen Kollegen erfolg- • Förderung- der Symbolisierungs-
reich behandeln, doch bedarf es
Behandlungsziele o /

fähitrkeit = Erlernen kreativen


O

Als durch ein fokaltherapeutisches Denkens,


L' ,.SeriaSisierung" und „Totalisierung" beinhaken im Vorgehen realisierte allgemeine • Auflösung von Projektionen =
Sinne Sartres die Konstituierung entindividualisierter
Subjekte als Fantasieobjekt mit seriellen Verhaltens- Behandlungsziele lassen sich dem- Förderung kritischen Denkens mit
weisen, seriellen Gefühlen, seriellen Gedanken, die zufolge drei klassische Bereiche dem Ziel, die Fakten nicht zu ver-
das einzelne Subjekt negiert und von ihm als eine
..negative Struktur" erfahren wird (Laing, 1964, S. 111). angeben, nämlich drehen und Schuld und Verantwor-

PsvchotherapeutenFORUM l /2002
Thema

tung nicht mehr auf andere zu fordern (Beck, 1974, S. 84). Gerade „in Umrissen an die Symptomatik aus-
schieben, diese einschränkende Voraussetzung lösende Konflikt-Situation erinnert"
• Erlernen der Übernahme der macht das fokaltherapeutische Vorge- (Heigl, 1987, S. 253).
sozialen Perspektive, hen bei meist ambivalenten, zwangs-
• Entwicklung von Werten, motivierten Tätern im Freiheitsent- Konzept einer sich entwickeln-
• Emotionsregulation und Förderung zug oder unter therapeutischen
den, offenen therapeutischen
der Empathie mit dem Opfer. Bewährungsauflagen zu einem geeig-
neten Behandlungsansatz. Insofern
Gestalt
Diese Auflistung bezieht sich bislang determinieren Ich-Stärke und Motiva- Wesentlich erscheint hieran, dass
lediglich auf die Voraussetzungen des tion eher, auf welchem Niveau die diese kooperative Form heuristischer
jeweiligen Klienten/Patienten, doch fokussierende Therapie stattfinden Entwicklung nicht nur den Therapie-
wurde eingangs bereits deutlich, dass kann: ,Je besser die Ich-Stärke und je fokus, sondern die gesamte heuristi-
auch die Empathiefähigkeit, Kompe- höher die Motivation des Patienten, sche Entwicklung einer „therapeuti-
desto höher das Niveau der schen Gestalt" als Therapieplanung
„Die Kontraindikationen verhalten sich ... analytischen bzw. psychodyna- bestimmt (Schorsch et id., 1990) und
[dazu] komplementär: Bei Patienten mit mischen Formulierbarkeit des damit eine gewisse Problemlösefähig-
erheblichem innerem Chaos sowie bei Pa- Fokus. Bei niedrigem Formu- keit und Selbstbehandlungskompe-
tienten, die sich nicht festlegen bzw. nicht lierbarkeitsniveau handelt es tenz des Patienten einerseits voraus-
festlegen lassen wollen, gelingt die Fokus- sich in stärkerem Maße um ar- setzend nutzt, andererseits deren
Formulierung nicht oder nur sehr schwer ..." beitshypothetisches Formulie-
Verbesserung intendiert (Fiedler,
ren mit mehr psychosozialem 1981; Vanhoeck & Van Daele, 2000):
tenz und Sorgfalt des Therapeuten Akzent" (Köpp. 1996, S. 265). Dieses Konzept einer sich entwickeln-
eine ebenso wichtige Rolle spielen. Es den, offenen therapeutischen Gestalt
sei ein Paradoxon, merkt Beck (1974, Anders verhält es sich mit dem Fehlen beinhaltet Schorsch et al. (1990, S.
S. 82) an, dass die Kurzpsychothera- eines abgrenzbaren Therapiezieles 125) zufolge
pie einerseits beim Therapeuten ho- und dem Fehlen eines therapeuti- • den Einstieg in das Verständnis des
he Voraussetzungen verlange, dass sie schen Arbeitsbündnisses. Folgt man Klienten/Patienten für sein sexuell
andererseits zu einem relativ beschei- den Angaben von Staats (1996) und cleviantes Symptom,
denen Ziel führe. Einerseits geht es Köpp (1996) zur Bestimmung und • die Präzisierung der dem perversen
also um Bescheidenheit des Thera- Formulierung des Behandlungsfokus, Symptom zugrunde liegenden
peuten, um eine selbstkritische Klä- so wird deutlich, dass die Behandlung
O
Problematik.
rung von Fragen des therapeutischen vorzeitig enden wird, wenn es nicht • die Analyse der Bewältigungsstrate-
Ehrgeizes, der therapeutischen Omni- gelingt, die Bearbeitung einer um- gieii zur Ermöglichung eines psy-
potenzillusion wie der Versuchung, schriebenen psychodynamischen chischen und sozialen Überlebens,
ausbleibenden Erfolg reaktiv durch Grundstörung oder eines spezifischen • das Verständnis der Beziehungsge-
O o
Konfrontation mit belastenden Fanta- Problembereichs der Persönlichkeit staltung des Klienten/Patienten, als
sien und Erinnerungen, durch Über- zum Ziel der Therapie zu machen. Aktualisierung dieser Interaktions-
zeugen, Erklären zur Herbeiführung Denn die Erarbeitung eines so ge- strategien in der therapeutischen
von „Einsicht" zu erzielen. nannten koevolutiven Fokus bezieht Beziehung.
die Eigenaktivität, Mitwirkungsbereit- • die Nutzung dieser Beziehung zum
Die Kontraindikationen verhalten schaft und insofern auch Verantwor- Erkennen der möglichen Bezie-
sich hierzu komplementär: Bei Patien- tungsübernahme des Patienten für hungsebene und charakteristischen
ten mit erheblichem inneren Chaos die Therapie dezidiert ein und erfor- interaktionellen Lösungsmuster.
sowie bei Patienten, die sich nicht dert, dass der Patient sich zumindest
festlegen bzw. nicht festlegen lassen
wollen, gelingt die Fokus-Formulie-
rung nicht oder nur sehr schwer
(Lachauer, 1986). Neben der oben
genannten relativen Ich-Stärke nennt
auch Beck (1974, S. 11-17) ein Be-
handlungsmotiv, ein abgrenzbares
Therapieziel und das Arbeitsbündnis
als Indikationskriterien. Hier schränkt
er allerdings ein, das Behandlungs-
motiv sei - sozusagen im Sinne eines
„Nebenfokus'' - in den ersten Thera-
piestunden zunächst noch zu ent-
wickeln und insofern nicht primär als
bereits vorhandene Vorbedingung zu
Thema

Mit diesem Konzept bietet das fokal- Insofern impliziert dieser fokalthera- Wenn die Art des therapeutischen
therapeutische Vorgehen einen ..zwei- peutische Ansatz zugleich ein Kon- Beziehungsangebots als Basisvariable
seitigen therapeutischen Zugang" mit zept des antwortenden Interaktions- an sich Möglichkeiten zur mittel- bis
der Möglichkeit, gleichzeitig sowohl modus (,.Prinzip Antwort"), mit langfristigen Verinnerlichung neuer
das psychische Erleben des Patienten dessen Hilfe ggf. auch labile oder („korrigierender") Beziehungsmuster
(vertikale Dimension) als auch sein durchlässige Selbst-Objekt-Grenzen legt, sind diese therapeutischen Wirk-
interaktives Verhalten (horizontale stabilisiert werden können, indem der faktoren der direkten, vermittelnden
Dimension) und deren wechselseitige therapeutische Rahmen im Sinne von und interaktiven Wirkung am besten
Verschränkung als „Person-Perspek- "framing" als strukturierendes Objekt untersucht:
tivierung eines interaktioneilen genutzt wird.
Problems" (Fiedler) methodisch zu Für das Zustandekommen einer hilf-
untersuchen und therapeutisch zu Aktiv-förderndes reichen therapeutischen Beziehung
beeinflussen. Gerade für die foren- in der forensisch-psychologischen
Beziehungsangebot durch
sisch-psychologische Behandlung 9 im Behandlung bedarf es seitens des
den Therapeuten
Freiheitsentzug bedarf es der Berück- Therapeuten - und dies ist in der
sichtigung des institutionellen Rah- Da viele Straftäter wegen ihrer narziss- Behandlung von Tätern mitunter
mens, der hier als Perspektivenwech- tischen Störung, ihrer Beziehungs- eine Herausforderung, die durch die
sel von genetischer zu systemischer störting und ihrer Aggressivität in der koevolutive Arbeit am Fokus erleich-
Sichtweise, als Entwicklung einer Dia- Regel nicht zu spontanen positiven tert wird - zusammenfassend
lektik von Individuum und Kontext Übertragungen fähig sind, erfordert • eines empathischen Zugehens
zu verwirklichen gesucht wird, da Bc- dies ein aktiv-förderndes Beziehungs- auf den Patienten.
handler sonst dazu neigen, „die thera- angebot durch den Therapeuten. In • der Offen legung des therapeuti-
peutische Beziehung als Funktion zu Anlehnung an Aichhorn und Eissler schen Settings,
betrachten" (Goldberg, 1980, S. 27). formuliert Pfäfflin (1997, S. 150-152) • der Erklärung des therapeutischen
hier Prinzipien Vorgehens,
5 Die Bezeichnung „forensisch-psychologische Be-
handlung" deutet als allgemeinerer Begriff au, dass es a) der korrigierenden emotionalen • der Verständigung mit dem
sich bei der Behandlung von Rechtsbrechern keines- Erfahrung, Patienten über Behandlungsziele,
wegs um e.in psychotherapeutisches Vorgehen han-
deln muss, sondern dass diese -je nach Indikation - b) der Überraschung, • der Unterstützung des Patienten bei
ebenso psychologische Beratungstätigkeit und die An- c) der Ermöglichung realer Befriedi- dessen Bemühungen herauszufin-
wendung klinisch-psychologischer Verfahren beinhal-
ten kann. gung. den, wie er sich selbst helfen kann.
Thema

Ziel ist eine haltgebende, empathi- Behandlungsfokus Neben der Tatsache, class diese For-
sche, fördernde, neugierig machen- mulierung des koevolutiven Fokus oh-
de, anerkennende Atmosphäre, um Dabei ist der Behandlungsfokus auch ne jede psychologische Terminologie
im Schlitze der Übertragung eine Re- als sog. „zentrales Beziehungskonflikt- aus- und dies dem Straftäterklientel
duktion der Symptome, die Ersetzung thema'' im Sinne Luborskys zu verste- fraglos entgegenkommt, werden die
von Aggression durch Angst und mit hen (Staats, 1996), das heißt, der Aufmerksamkeit und das — unter Um-
Hilfe von Klarifikation und Interpre- Fokus bezieht sich auf die Beziehung ständen ambivalente - Interesse des
tation eine Konfrontation mit den des Klienten/Patienten zu anderen Klienten/Patienten auf einen Kon-
inneren Konflikten zu ermöglichen. Menschen und auf deren Störungen, fliktbereich fokussiert. Er muss also
Bei einem Teil der Täter wird es dabei ganz so wie sie im .Alltag des Patienten auch über die Fähigkeit zur gerichte-
ganz entschieden darauf ankommen, und in der Beziehung zum Therapeu- ten, fokussierenden Aufmerksamkeit
wie gut der Therapeut die Prinzipien len auftreten: Entsprechend bedarf verfügen. Hierin liegt die Chance der
des "holcling" und des "containing" es der Formulierung des Fokus als Kurzzeittherapie als einzeltherapeuti-
Beziehungsproblem und nicht sche Fokaltherapie, doch darf nicht
„Ziel ist eine haltgebende, empathische, als phänomenologische Pro- vergessen werden, dass „die meisten
fördernde, neugierig machende, anerken- blembeschreibung. Symptome ...ja multipel determi-
nende Atmosphäre, um im Schütze der niert" sind, sodass „ein einziger Fokus
Übertragung eine Reduktion der Sympto- Neben dem oben skizzierten meist nicht ausreicht", sondern meh-
me, die Ersetzung von Aggression durch Vorgehen zur Generierung des rere Foki zu formulieren sind, wenn-
Angst und mit Hilfe von Klarifikation und Fokus lässt sich der zentrale gleich zunächst nur ein bestimmter
Interpretation eine Konfrontation mit den Konflikt herausfinden, indem Bearbcitungsbereich vereinbari wird
inneren Konflikten zu ermöglichen." man Xarrationen — Erzählun- (Köpp, 1996, S. 263).
gen eines Patienten über seine
verwirklichen kann, um subjektiv als Interaktionen mit (einem) anderen — Ideal typisch ermöglicht dieses Vorge-
unaushaltbar gefürchtete, als zu untersucht. Dieses Konfliktthema lässt hen die Berücksichtigung unter-
„schrill" wahrgenommene, als zu de- sich als ein Schema beschreiben: Es schiedlicher Prinzipien, nämlich:
struktiv erlebte Affekte begrenzend besteht a) aus einem Wunsch, b) aus • ein Ausbalancieren von Abhängig-
anzuhalten, aktiv zu halten, stellver- der Reaktion eines anderen, eines keit»- und Autonomiebedürfnissen
tretend auszuhalten, vom Täter weg- Objekts dieses Wunsches, und c> aus (motivationale Therapiestrategie),
zuhalten, bewahrend zu behalten ... der eigenen Reaktion darauf (Selbst- • die Ermöglichung eines Zugangs !>
reaktion) . Als „zen-
Auf einem gewissermaßen einfachen tral" wird dabei auf-
Konfliktmodell basierend wird da- gefasst, was über
nach in der Fokaltherapie gefragt, verschiedene Bezie-
welcher anstehende Entwicklungs- hungsepisoderi hin-
schritt wodurch blockiert wird. Der weg häufig wiederholt
vorgeschlagene koevolutive Ansatz vorkommt. Möglich
betrachtet die fokaltherapeutische wird das Herausprä-
Psychotherapie - und andere klini- parieren des Fokus
sche Situationen - „als einen Dialog, unter anderem durch
für den bestimmte Bedingungen die von Malan (1965)
gelten, das heißt genauer gesagt, in vertretene Technik
denen bestimmte Interaktionen auf- des selektiven Weglas-
treten" (Goldberg, 1980, S. 25). sens: Der Therapeut
greift nicht jedes vom
Hierfür werden nach Willi et al. Patienten eingebrach-
(1994) vier wesentliche Kategorien te, sondern nur das
mit den folgenden feststehenden mit dem potenziellen
Redewendungen eingeleitet: bzw. definierten
1. die Vergangenheit Fokus in Zusammen-
„ Eisher habe ich,..." hang stehende Mate-
2. die Gegenwart rial auf. Damit wird
„Eigentlich steht jetzt an, auch „ein Ausufern
dass ich ..." der Einfalle des Pa-
3. die Hemmung tienten vermieden
„Dem steht, im Wege, dass ..." und einer tieferen
4. die therapeutische Perspektive Regression Halt ge-
„Ich müsste mich in folgender boten" (Heigl, 1987,
Hinsicht ändern ..." S. 253).
Thema

zu blockierten Gefühlen (affektive sich daher an, auf die Erfahrung mit
Therapiestrategie), provokanten Techniken zurückzugrei-
• die Verknüpfung der Gefühle mit fen (Schulze, 1996), was allerdings ei-
zugehörenden Kognitionen zu ne gute Patient-Therapeut-Beziehung
affektiv-kogriitiven Bedeutungen und einen „warmherzigen" Einsatz
(affektiv-kognitive Therapiestrategie), der Provokationen voraussetzt.
• eine Korrektur der - unreif-infanti- Werkzeuge dieses expressiven
len - Selbst- und Weltsicht und der Arbeitens sind:
Grundannahmen über das Funktio- • Unaussprechliches aussprechen
nieren der Welt sowie eine Falsifizie- und Tabus brechen,
rung dysfunktionaler Überlebensre- • mimisches, gestisches, verbalisieren-
geln (kognitive Therapiestrategie), des Agieren des Ausgesprochenen,
• den Abbau dysfunktionaler Bezie- • Übertreibung der Aussagen des
hungsmuster und Verhaltensstereo- Klienten/Patienten und Aufzeigen
typien (Handlungs-Therapiestra- des Absurden,
tegie). • maßloses Überziehen seines
Denkens und/oder Verhaltens,
• Abtrennen und Aufblasen von
Zyklischer Verlauf der
Bildern,
Behandlungsstunden • Verwendung von Stereotypen oder
Das oben genannte Prinzip der Über- Klischees,
raschung stellt eine Herausforderung • Abgeben von Erklärungen für das
für jede Therapie, erst recht für die Verhalten des Patienten.
forensisch-psychologische Arbeit dar.
Wie bereits ersichtlich bedarf es in Als methodische Ziele lassen sich
der forensisch-psychotherapeutischen folgende Aspekte angeben:
Arbeit mit Tätern eines modifizierten • den Widerspruch des Klienten/
Behandlungsstils im Sinne einer - Patienten wecken,
angesichts der Tat(en) nicht immer • die Zuständigkeit und Verantwort-
leicht fallenden -wohlwollenden, lichkeit des Klienten/Patienten für
interessierten Haltung und eines sich selbst deutlich machen,
konturierteren therapeutischen • immer das Schlimmste annehmen,
Beziehungsangebots. Diese partielle • Einbringung von Humor nimmt
Aufgabe einer neutralen Position jeder Intervention die Schärfe,
beinhaltet ein reflektiertes Zulassen • geistige Umstrukturierung durch
bzw. Einsetzen emotional(isierend)er Verblüffung.
Gesprächsinhalte, was hinsichtlich
der Effektivität forensischer Psycho-
therapien von Pfäfflin und Mergen-
Bearbeitung des Delikts
thaler (1998) als zyklischer Verlauf Naturgemäß beinhaltet (fast) jede Tä-
der Behandlungsstunden mit terbehandlung auch die Bearbeitung
• einem "relaxing" (Berichten ohne des Delikts: Ziel des psychologischen
besondere Beteiligung oder Refle- Aufarbeitungsprozesses ist - zunächst
xion über Ereignisse), — die Wiederbelebung der eigentli-
• einem "reflecting" (hohe Abstrak- chen Affekte als Äquivalent asozialer,
tion und Reflexion bei unterdurch- verdrängter Triebrepräsentanzen.
schnittlicher emotionaler Beteili- Hierbei muss der Patient - und im
gung) und Sinne einer „Vorleistung" auch der
• einem "experiencing" (hohe emo- Psychotherapeut - in einem inneren
tionale Beteiligung mit unter- Abarbeitungsprozess mit dem eige-
durchschnittlicher Abstraktion/ nen Widerstand, mit der Angst umge-
Reflexion) hen lernen, situativ bedrohliche In-
beschrieben und hinsichtlich des halte der Wahrnehmung zuzulassen.
Wirkfaktors "connecting" (emotio-
nale Einsicht im Sinne einer Verbin- Stichwortartig zusammengefasst
dung zwischen emotionaler Beteili- dient die Deliktverarbeitung in der
gung und reflektierender Aktivität) forensischen Psychotherapie
untersucht wurde. Im Kontext fokal- • einer Reaktivierung der im Vorfeld
therapeutischen Arbeitens bietet es und während der Tat erlebten Af-
Thema

fekte und Fantasien, Beziehung einzulassen, aber auch in


• einer Auseinandersetzung mit seinem Handicap, mit den therapeuti-
aggressiven Affekten, devianten schen Angeboten, Zielsetzungen und
Fantasien, gewalttätig-mörderischen Interpretationen zu arbeiten. Dafür
Impulsen, bedarf es eines gesunden Anteils der
• einer Verarbeitung und Modifika- Persönlichkeit, einer quasi ..unneuro-
tion abgewehrter (abgespaltener) tischen Fähigkeit des Ichs" (Beck,
Affektivität und Handluiigsclis- 1974. S. 14), um mit dem Therapeu-
position, ten die Konflikte fokussieren, verste-
• einer Korrektur von Wahrneh- hen und durcharbeiten zu können.
mungsverzerrungen, Nur ein tragfähiges therapeutisches
• einem rekonstruktiven Verstehen - Arbeitsbündnis macht eine psychothe-
der affektiven Logik, des Sinns - rapeutisch fruchtbare Kooperation im
der Tat, Sinne konstruktiver Verwendung der
• einer Bearbeitung — der Abwehr - therapeutischen Interventionen mög-
von Scham und Schuld, lich. „Konstruktiv" beinhaltet hier,
• einer Behandlung eventueller sich mit den fragend-auffordernden
psychosomatischer Konfliktverar- Interventionen und späteren Kontext-
beitung (Kobbe, 2002), herstellungen des Therapeuten aus-
• einem Selbst-Verständnis der einanderzusetzen, aktiv damit umzu-
eigenen devianten Anteile, gehen und Neues zu assimilieren. Im
• einer Verantwortungsübernahme Übrigen beeinflusst die Tatsache, dass
als selbstbeu'usstes — aktiv entschei- es sich bei der Fokaltherapie um eine
dendes und handelndes - Subjekt von vornherein zeitbefristet geplante
eigenen Tuns gegenüber dem sich Art von Behandlung handelt, also
als passiv erlebenden Objekt rollen- eine definitive zeitliche Begrenzung
haft ablaufender, ihm „passieren- auch der therapeutischen Beziehung
der" Delinquent. existiert, die Herstellung eines thera-
peutischen Arbeitsbündnisses positiv:
Damit ist der Prozess der Deliktverar- Gerade Patienten mit Persönlichkeits-
beitung zwar ein sprachlich vermittel- störungen können sich auf von vorn-
ter Erinnerungs- und Durcharbei- herein zeit- und themenbegrenzte
tungsprozess und dient er auf dieser fokaltherapeutische Sequenzen zum
Ebene der kognitiven Integration, al- Teil eher einlassen, als auf für sie un-
so der Rationalisierung von Affekten, überschaubare, als beziehungsintensiv
doch ist er wesentlich ein Imaginie- und insofern bedrohlich empfundene
rungs- und Erinnerungsprozess sinn- langfristige Behandlungsangebote.
licher Erfahrung, dies auch im Sinne
einer Freilegung neuer — verschütte-
Therapeutenpersönlichkeit
ter - Sinnlichkeit und Fantasie. An-
ders ausgedrückt: Deliktverarbeitung Abschließend ist des Weiteren der pro-
ist keine Geständnispraxis in der Tra- gnostisch relevante Faktor der Thera-
dition des kirchlichen Beichtrituals peutenpersönlichkeit zu erwähnen
oder des gerichtlichen Geständnisver- (Heigl, 1987, S. 257). Für eine - ana-
langens (Kröber, 1993), und diese lytisch orientierte - Fokaltherapie be-
Auseinandersetzung mit der Tat ist. darf es unter anderem folgender The-
mehr als bzw. ist nicht die Versprachli- rapeutenmerkmale (Dührssen, 1969):
chung des Nicht-Versprachlichbaren • ein optimistisch getönter Realismus,
und damit mehr als die Verwertung • ein besonderes Maß an Präsenz, das
von Bildern in „ödipaler" Sprache. heißt die Fälligkeit zur gerichteten
Aufmerksamkeit und Empathie,
• ein guter Überblick über sehr
Therapeutisches
variable Lebenssituationen von
Arbeitsbündnis Menschen, also mit anderen Worten
Hieran knüpfen sich die Überlegun- eine breite Lebenserfahrung, und
gen zum therapeutischen Arbeits- • besonders detaillierte psychodyna-
bündnis, das in der Störung des Klien- mische - und in der Tätertherapie
ten/Patienten begründet sein kann, auch forensisch-psychologische -
sich überhaupt auf eine verbindliche Grundkenntnisse. C>
Thema

Anders formuliert verwirklicht eine Heigl, F. (1987). Indikation und Prognose in tare zu Sartres Philosophie 1950-1960 (S.
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Und diese Grundhaltung impliziert chosomatik medizinische Psychologie, 52 [zur W. Rosendahl (Hrsg.). Kurzzeit-Psychothe-
aufseilen des Behandlers, Veröffentlichung angenommen]. rapiein Theorie und Praxis (S. 297-304).
• sich kompetent für die emotionale Köpp, W. (1996). Zur Bedeutung der Lengerich: Pabst Science Publ.
und reale Lebenswelt des Patienten Fokus-Formulierung in der stationären Staats, H. (1996). Die Bestimmung des
zu interessieren, Psychotherapie. In: H. Hennig, E. Fikent- Behandlungsfokus in Paartherapien -
scher, U. Bahrke & W. Rosendahl ein Vergleich von klinischer Zweitsicht
• deren Erfahrungen in der eigenen (Hrsg.), Kurzzeit-Psychotherapie in Theorie und dem zentralen Beziehungskonflikt-
Fantasie szenisch zu aktualisieren, und Praxis (S. 258-266). Lengerich: Pabst thema nach Luborsky. In: H. Hennig, E.
sich also idenüfikatorisch „einlas- Science Publ. Fikentscher. U. Bahrke & W. Rosendahl
sen" zu können, Kröber, H.-L. (1993). Die prognostische (Hrsg.), Kurzzeit-Psychotherapiein Theorie
• eine gewisse Angstfreiheit bezüglich Bedeutung der „Auseinandersetzung mit und Praxis (S. 246-257). Lengerich: Pabst
der Tat" bei der bedingten Entlassung. Science Publ.
befremdender oder unangenehmer In: Recht & Psychiatrie, 11, .5, 140-143." Vanhoeck, K. & Van Daele, E. (2000).
Wahrnehmungen zu haben, Lachauer, R. (1986). Entstehung und Arbeitsbuch Täterhilfe. Therapie bei sexuellem
• innerlich affektiv getönte Bezie- Funktion des Fokus in der stationären Missbrauch. Lengerich: Pabst Science
hungskonstellationen zunächst Psychotherapie. Prax. Psychother. Publ.
stellvertretend durchzuspielen, Psychosom., 31, 197-207. ' Willi,]., Frei, R., Hänny, G., Hotz, R.,
Laing. R. D. (1964). ..Kritik der dialekti- Limacher, B., Riehl-Emde, A. & Mever,
• dabei einerseits keinem umschrie- schen Vernunft". Teil 1: Von der indivi- J.W. (1994). Der koevolutive Fokus in
benen Konfliktmodell (Fokus) zu duellen Praxis zum Praktisch-Inerten. der Einzel-, Paar- und Familientherapie.
folgen, In: D. G. Cooper & R. D. Laing (Hrsg.) Psychother. Psychosom. med. Psychol. 44,
• andererseits aber dem psychody- (1973), Vernunft und Gemalt. Drei Kommen- 411-418. O
namischen Geschehen diskursiv
denkend gegenüber zu stehen
(„therapeutische Ich-Spaltung").

Literatur:
Baiin t, M. (1957/1984). Der Arzt, sein Pa-
tient und die Krankheit. Stuttgart : Klett-
Cotta.
Beck. D. (1974). Die Kurzpsychotherapie.
Eine Einführung-. Bern. Stuttgart, Wien:
Huber.
Dührssen, A. (1969). Möglichkeiten und
Probleme der Kurztherapie. Zeitschrift für
psychosomatische Medizin, 15, 229-238.
Fiedler, P.A. (Hrsg.) (1981). Psychotherapie-
ziel Selbstbehandlung. Grundlagen kooperati-
ver Psychotherapie. Weinheim, Deerfield
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Goldberg, C. (1980). Ethische Fragen in
der therapeutischen Praxis. In: C. Gold-
berg (Hrsg.), Gleichheit in der Psychothera-
pie f Theorie und Praxis therapeutischer Bezie-
hung (S. 15-29). München: Pfeiffer.

PsychotherapeutenFORUM 1/2002
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