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Arbeitstagung der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin Fortbildung für TierarzthelferInnen und Tiermedizinische

Arbeitstagung der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin

der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin Fortbildung für TierarzthelferInnen und Tiermedizinische

Fortbildung für TierarzthelferInnen und Tiermedizinische Fachangestellte

TierarzthelferInnen und Tiermedizinische Fachangestellte vom Samstag, 25. bis 26. 27. April Januar 2014 in in Dresden
TierarzthelferInnen und Tiermedizinische Fachangestellte vom Samstag, 25. bis 26. 27. April Januar 2014 in in Dresden

vom Samstag, 25. bis 26. 27. April Januar 2014 in in Dresden Bad Kissingen

Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V. German Veterinary Medical Society Symposium der Deutschen Gesellschaft

Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V. German Veterinary Medical Society

Symposium der

Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin

Fachgruppe der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft

Deutsche Gruppe der WSAVA

Fortbildung für TierarzthelferInnen und Tiermedizinische Fachangestellte

Präsident Vizepräsident Vorsitzende Stellvertretende Vorsitzende

Wissenschaftliche Leitung und Organisation

Dr. Friedrich E. Röcken, Schleswig Prof. Dr. Andreas Moritz, Gießen Prof. Dr. Katrin Hartmann, München Prof. Dr. Susanne Medl, Babenhausen

Dr. Elisabeth Müller Dr. Gerhard Loesenbeck LABOKLIN GmbH & Co. KG Steubenstr. 4

97688

Bad Kissingen

und

CSM, Congress & Seminar Management Industriestr. 35

82194 Gröbenzell

Bad Kissingen, 25. bis 27. April 2014

Verlag der DVG Service GmbH Friedrichstr. 17 · 35392 Gießen Tel.: 0641 24466 · Fax: 0641 25375 E-Mail: info@dvg.de · Homepage: www.dvg.de

Fortbildung für TierarzhelferInnen und Tiermedizinische Fachangestellte

Samstag, 26. April 2014

09:30 – 09:45

Begrüßung

 

09:45 – 10:30

Tatort Praxis: Hygienemonitoring………………………………

1

(C.

Simon, Bad Kissingen)

10:30 – 11:15

Tipps und Tricks zum Antibiogramm…………………………… 5

(D.

Geier-Dömling, Bad Kissingen)

11:15 – 11:45

Kaffeepause und Besuch der Industrieausstellung

 

11:45 – 12:15

Welche Laborprobe wird wie genommen,

verarbeitet, verschickt? – Präanalytik………………………… 10

(U.

Seeliger, Bad Kissingen)

12:15 – 13:00

Endoparasiten: Nachweise leicht gemacht

 

(Flotation, Sedimentation, ELISA, Ausstrich)………………….12

(A.

Heusinger, Bad Kissingen)

13:00 – 13:30

Ektoparasiten: Wie erkenne ich Milben, Hefen oder Hautpilze?

15

(A.

Heusinger, Bad Kissingen)

13:30 – 14:30

Mittagspause und Besuch der Industrieausstellung

 

14:30 – 15:15

Was gehört zum Blutbild? Was sagen die einzelnen Parameter aus? (C.-C. Sommerey, Bad Kissingen)

18

15:15 – 15:45

Blutausstrich – Wie gemacht und wie bewertet? (C.-C. Sommerey, Bad Kissingen)

26

15:45 – 16:15

Kaffeepause und Besuch der Industrieausstellung

16:15 – 17:00

Mit dem Tier auf Reisen:

Welche Krankheiten kommen wo vor?

32

(T.

Naucke, Bad Kissingen)

17:00 – 17:30

Reisekrankheiten:

 

Verhüten und zu Prophylaxemaßnahmen beraten…………

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(T. Naucke, Bad Kissingen)

LABOKLIN GmbH & Co. KG, Bad Kissingen

TATORT PRAXIS: HYGIENEMONITORING

1. Einleitung

C. Simon

Als nosokomiale Infektionen (NI) definieren Krankenhaushygieniker und Gesetzgeber solche Infektionen, die vor der Aufnahme in die Klinik oder der Behandlung in einer Praxis noch nicht vorhanden oder in Inkubation waren. Sie stellen das bedeutendste Problem der Hygiene und des Hygienemanagements in Gesundheitseinrichtungen dar.

Nosokomiale Infektionen sind auch vermehrt bei Haustieren zu erwarten. Neben der auch in der Humanmedizin präsenten MRSA-(Methicillin-resistenter Staphylokokkus aureus) -Problematik scheint in der tierärztlichen Praxis jedoch auch das Auftreten von MRSPI (Methicillin-resistenter Staphylokokkus pseudintermedius) und ESBL (extended-spectrum ß-lactamase bildende Keime = Bakterien aus der Gruppe der Enterobakteriazeen) eine wesentliche Rolle zu spielen. Die Erstellung eines erweiterten Hygienekonzeptes, das über den Schutz des Menschen hinausgeht ist daher auch in der tierärztlichen Praxis unabdingbar.

2. Hygiene als Präventivmedizin

Leider gilt Hygiene als Präventivmedizin in der Veterinärmedizin nicht als attraktives Thema. Hygienisches Arbeiten wird von vielen praktizierenden Tierärzten

1

als Selbstverständlichkeit wahrgenommen, die allein durch die Berufsausbildung gewährleistet ist.

Die Funktionalität von Sterilisatoren oder Desinfektionsmaßnahmen wird häufig nicht hinterfragt und durch die Anwendung der entsprechenden Geräte oder Chemikalien wähnt man sich auf der sicheren Seite.

Während es in der Humanmedizin heute notwendig ist, Geräte und Oberflächen in der Praxis regelmäßig hygienisch überprüfen zu lassen, sind solche Untersuchungen für die veterinärmedizinische Praxis bislang nur empfohlen.

Die rechtliche Grundlage bilden das Infektionsschutzgesetz, Unfallverhütungs- vorschriften, Desinfektionsmittellisten, Desinfektionsverfahrenslisten, die Gefahrstoff- verordnung und die Biostoffverordnung. Man darf jedoch davon ausgehen, dass diese „Kann“-Vorschriften in absehbarer Zeit in „Muss“-Vorschriften umgewandelt werden.

Als „Basispaket“ zur Kontrolle des Hygienestatus einer tierärztlichen Praxis sind die vier folgenden Punkte zu empfehlen:

1. halbjährliche Kontrollen der Sterilisatoren mittels Bioindikatoren

2. Kontrolle der Endoskopdesinfektion

3. Kontrolle der Desinfektion von Oberflächen

4. Kontrolle der Desinfektionsleistung von Instrumentenspülmaschinen

3. Eigene Laboruntersuchungen

Tatsächlich zeigten die in eigenen Untersuchungen im Untersuchungszeitraum 2007 mittels Bioindikatoren durchgeführten Überprüfungen von Praxis-Sterilisatoren, dass ca. 8% der Geräte gar keine Sterilisationsleistung mehr, und weitere ca. 4% erhebliche Mängel aufwiesen. Im Jahr 2008 zeigten ca. 16% der getesteten Geräte gar keine oder mangelhafte Sterilisationsleistung. Auch 2013 lag der Anteil dieser Sterilisatoren noch bei 13%. Bei den kontrollierten Endoskopen waren vier von fünf

2

Geräten nach Desinfektion unsteril. Und bei der Kontrolle der Oberflächen (n=70)

wiesen 57% nach Desinfektion eine unzureichende Desinfektionsleistung bezüglich

Keimart und Keimmenge auf.

Die Zunahme der Überprüfungen um etwa 20% deutet darauf hin, dass das

Thema Hygiene als Präventivmedizin zunehmend auch bei Tierärzten an Bedeutung

gewinnt. Dennoch unterstreichen die Zahlen auch - gemessen an der Anzahl

tierärztlicher Praxen -, dass die Relevanz von routinemäßigen Kontrollen der

Sterilisations- und Desinfektionsmaßnahmen im Rahmen des Qualitätsmanagements

der Praxen als Instrument zur Vermeidung nosokomialer Infektionen bislang

unterschätzt wird.

4. Zusammenfassung

Damit kann die Einführung eines Hygienekonzeptes wesentlich zur Vermeidung NI

bei Haustieren beitragen. Zum einen wird dem Mitarbeiterschutz Rechnung getragen

und zum anderen auch dem Patientenschutz (=Tierschutz). Auch bietet es

zunehmend eine erhöhte Rechtssicherheit gegenüber dem Tierhalter, da mit einem

umfassend dokumentierten Konzept im Falle eines Rechtsstreites nachgewiesen

werden kann, dass die Praxis nach dem neuesten Stand der hygienischen

Vorschriften arbeitet. Letztlich dient ein solches Hygienekonzept aber auch der

Sicherung eines höheren Qualitätsstandards und ist somit ein Instrument zur

Kundenbindung.

5. Literaturverzeichnis

1. ROBERT-KOCH-INSTITUT (2000):

Erkrankungen durch Staphylokokkus aureus unter Berücksichtigung der MRSA. Epidemiologisches Bulletin. 62-65

2. STEINBRECHER, E., E. SOHR, A. NASSAUER, F. DASCHNER, H. RÜDEN, P. GASTMEIER (2000):

Die häufigsten Erreger bei Intensivpatienten mit nosokomialen Infektionen – Ergebnisse des Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS). Chemotherapie Journal 9, 179-183

3

3.

GORTEL, K., K.L. CAMPBELL, I. KAKOMA, T. WHITTEM, D. J. SCHAEFFER, R. M. WEISIGER (1999):

Methicillin resistance among staphylococci isolated from dogs. American Journal of Veterinary Research 60, 1526-1530

4.

FRIEDRICH, A. W., K. G. FRIEDRICH, B. WALTHER, A. LÜBKE-BECKER, L.

H.

WIELER (2004):

Methicillin resistant Staphylococcus aureus infections in a modern animal hospital – professional infection management. Praktischer Tierarzt. 742-747

5.

CUNY, C., J. KUEMMERLE, C. STANEK, B. WILLEY, B. STROMMENGER, W. WITTE (2006):

Emergence of MRSA infections in horses in a veterinary hospital: strain characterization and comparison with MRSA from humans. Euro Surveillance 11, 44-47

6.

STROMMENGER, B., C. KEHRENBERG, C. KETTLITZ, C. CUNY, J. VERSPOHL, W. WITTE, S. SCHWARZ (2006):

Molecular characterization of methicillin-resistant Staphylococcus aureus strains from pet animals and their relationship to human isolates. Journal of Antimicrobial Chemotherapy 57, 461-465

7.

B.

WALTHER (2007):

Molekulare Epidemiology Methicillin-resistenter S. aureus (MRSA) in der Veterinärmedizin. Vet. Med. Diss, Berlin

8.

ARMAND-LEFEVRE, L., R. RUIMY, A. ANDREMONT (2005):

Clonal comparison of Staphylococcus aureus isolates from healthy pig farmers, human controls, and pigs. Emerging Infectious Diseases 11, 711-714

9.

BAPTISTE, K. E., K. WILLIAMS, N. J. WILLIAMS, A. WATTRET, P. D. CLEGG, S. DAWSON, J.E. CORKILL, T. O’NEILL, C. A. HART (2005):

Methicillin-resistant staphylococci in companion animals. Emerging Infectious Diseases 11, 1942-1944

10.

WITTE, W., B. STROMMENGER, C. STANEK, C. CUNY (2007):

Methicillin-resistant Staphylococcus aureus ST398 in Humans and Animals, Central Europe. Emerging Infectious Diseases 13, 255-258

Korrespondenzadresse

Dr. Claudia Simon

Labor Laboklin GmbH & Co. KG

Steubenstr. 4, 97688 Bad Kissingen

E-Mail: simon@laboklin.de

4

LABOKLIN GmbH & Co. KG, Bad Kissingen

TIPPS UND TRICKS ZUM ANTIBIOGRAMM

1. Einleitung

D. Geier-Dömling

Grundsätzlich ist der Einsatz bei Tieren, die nicht der Lebensmittelgewinnung dienen, (momentan noch) nicht gesetzlich geregelt. Der Einsatz sollte aber in

Anlehnung an die Leitlinien (Leitlinien für den sorgfältigen Umgang mit antibakteriell wirksamen Tierarzneimitteln, Stand 2010) erfolgen. Grundlage für den Einsatz ist demnach eine fachgerechte Diagnostik. Erregeridentifizierung und Antibiogramm sind dabei nicht unbedingt erforderlich sondern lediglich dann zwingend vorgesehen, wenn

1. Wirkstoffwechsel aufgrund von Therapieversagen vorgesehen ist,

2. langwierige und wiederholte Gaben durchgeführt werden,

3. nicht als fixe Kombination zugelassene Wirkstoffe gleichzeitig bei einer Grunderkrankung verabreicht werden.

2. Kapitel

Was ist bei der bakteriologischen Untersuchung zu beachten?

Beprobt werden sollte immer das infizierte Areal mit möglichst vollständiger Vermeidung der umliegenden Gewebe. Dies gilt besonders, wenn eine physiologische Flora im Umfeld zu erwarten ist (Haut, Nase). Schmale Tupfer,

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Desinfektion des umliegenden Gewebes oder auch direkte Aufnahme von mittels Spritze aufgenommenem Pustelinhalt oder Exsudat kann hilfreich sein.

Zwingend notwendig ist die Nutzung von Transportmedium, gängig ist hier Amies mit Kohle zur Reduzierung der Sauerstoffspannung, um die Anzucht auch von mikroaerophilen oder transportlabilen Keimen zu ermöglichen.

Eitrige Prozesse enthalten oft keine oder kaum anzüchtbare Bakterien. Ein parallel mit einem zweiten Tupfer hergestelltes Präparat kann über eine mikroskopische Untersuchung Klarheit über das Vorliegen von Bakterien geben und gegebenenfalls Kokken von Stäbchen unterscheiden helfen.

Harnproben sollten so keimarm wie möglich gewonnen werden (Blasenpunktion besser als Katheterharn besser als Spontanurin). Der Versand erfolgt in sterilen Röhrchen mit Schraubverschluss, abgesichert über eine Umverpackung mit Saugeinlage und Schraubverschluss, um den geltenden Versandbestimmungen Rechnung zu tragen. Mit Harn benetzte Tupfer gewährleisten zwar eine optimale Versorgung der Keime während des Transports, lassen aber keine quantitative Aussage zu. Damit fehlt ein wesentliches Kriterium für die Entscheidung über eine Antibiose.

Bei einigen Lokalisationen hat eine Antibiose ohne vorherige Erregeridentifikation und ohne Antibiogramm eine große Aussicht auf Erfolg, weil das Keimspektrum und die Resistenzlage der wahrscheinlich vorliegenden Keime vorhersehbar sind (z.B. oberflächliche Pyodermie beim Hund). Ist das zu erwartende Erregerspektrum schwer anzüchtbar, gar nicht mittels klassischer Nährböden kultivierbar (Viren) oder ist das Resistenzspektrum vorhersehbar (Chlamydien, Mykoplasmen), dann bietet sich der Erregernachweis mittels PCR (Polymerase-Ketten-Reaktion) an. Dies ist z.B. beim Katzenschnupfen der Fall. Vorteil der PCR ist der vergleichsweise schnelle Erregernachweis, Nachteil das Fehlen einer Antibiotikatestung und in der Regel auch das Fehlen einer quantitativen Aussage (Mengenangabe der nachgewiesenen Bakterien oder Viren). Immer wenn für eine PCR beprobt wird, so kommen Tupfer ohne Transportmedium zur Verwendung, die wie die Tupfer für die Keimanzucht mit Umverpackung verschickt werden sollten.

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Tupfer für die bakteriologische Anzucht sollten nach 24-48 Stunden zur Untersuchung kommen. Im Gegensatz dazu ist die Transportzeit bei Tupfern für die PCR weniger kritisch.

Haut

Häufigster Keim bei oberflächlichen Pyodermien stellt beim Hund Staphylococcus pseudintermedius dar. Vor Einsatz von Antibiotika ist die Verwendung von Shampoos mit desinfizierender Wirkung (z.B. 2% Salizylsäure-enthaltende Produkte) zu erwägen. Als erste-Wahl-Antibiotikum ist Clindamycin zu sehen. In zweiter Linie sind Cephalosporine der ersten und zweiten Generation, Ampicillin oder Amoxicillin plus Clavulansäure zu empfehlen. Oberflächliche Pyodermien werden in der Regel min. 3 Wochen, tiefe min. 6 Wochen antibiotisch versorgt. Eine kulturelle Anzucht mit Antibiogramm ist immer erforderlich, wenn der Therapieerfolg unzureichend ist oder wenn eine Langzeitherapie erforderlich ist (siehe Leitlinien). Sie ist ebenso notwendig, wenn eine tiefe Pyodermie vorliegt, da in diesen Fällen häufig neben Staphylokokken auch gramnegative Keime nachzuweisen sind, deren Resistenzspektrum wenig vorhersehbar ist.

Sonderfall Ohr: Viele Ohrreiniger haben eine deutliche keimreduzierende Wirkung. Soll für eine bakteriologische Untersuchung getupfert werden, so muss der Einsatz von Ohrreinigern mehrere Stunden zurückliegen. Bei Einsatz von topischen Antibiotika sollte eine Ohrreinigung vorab erfolgen. Eine zusätzliche systemische Gabe ist häufig anzuraten. Die Dauer der Antibiotikagabe ist von Zytologie und Klinik abhängig und sollte Tage bis Wochen über die klinische Heilung hinaus gewählt werden.

Harn, harnableitende Wege

Empfohlen ist die Bestimmung einer Harnanalyse zusammen mit einer kulturellen Harnuntersuchung; Zystozenteseharn ist Katheterharn vorzuziehen; kulturelle Ergebnisse von Spontanurin sind deutlich schwerer interpretierbar. Da bei der kulturellen Untersuchung sowohl grampositive wie auch gramnegative Keime häufig nachgewiesen werden, ist die Empfehlung eines Schmalspektrum-Antibiotikums

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schwer möglich. Ampicillin, Amoxicillin-Clavulansäure oder eine Sulfonamid- Trimethoprim-Kombination sind Wirkstoffe, die in vielen Fällen zum Erfolg führen, Fluorochinolone sollten als Reserveantibiotikum angesehen werden. Eine Keimanzucht mit Antibiogramm wird empfohlen, wenn eine Immunsuppression wie z.B. auch ein M.Cushing vorliegt oder wenn (1) > 3 Leukozyten pro Gesichtsfeld zu sehen sind, (2) das spez. Gewicht < 1.015 ist oder (3) Bakterien bei der Harnanalyse vorliegen (positiver mikroskopischer Bakterienbefund entspricht ca. 10000 Stäbchen oder 100000 Kokken pro ml Harn). Die Behandlungsdauer sollte deutlich über das Sistieren der klinischen Befunde hinausgehen und kann bis zu 3-4 Wochen betragen.

Wunden

Häufig sehen wir Mischinfektionen von fakultativ anaeroben Bakterien mit Anaerobiern, die auch bei unvollständigem Luftabschluss durch den Sauerstoffverbrauch der gleichzeitig vorliegenden fakultativen Anaerobier zur Vermehrung kommen. Eine bakteriologische Untersuchung sollte daher möglichst die Untersuchung auf Anaerobier mit beinhalten. Erste Wahl Antibiotika stellt Clindamycin dar. Auch Ampicillin, Amoxicillin plus Clavulansäure oder Cephalosporine sind Antibiotika, die parallel zur eingeleiteten kulturellen Untersuchung gute Aussicht auf Wirksamkeit haben.

Generell sollte bei Verdacht auf eine Infektion mit Anaerobiern immer zusätzlich eine Untersuchung auf diese eingeleitet werden ( Exsudate, Op-Wunden, Fisteln, tiefe Pyodermien

3. Zusammenfassung

Antibiotika werden in der Veterinärmedizin häufig missbräuchlich eingesetzt. Inadäquate Therapien von meist viralen Erkrankungen, Gebrauch von Breitspektrum- Antibiotika wenn nicht indiziert, falsche Dosierungen und Applikationen Langzeitbehandlung, große Tierzahlen und gleichzeitige Unterdosierung können bakterielle Resistenzen begünstigen.

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Die Leitlinien für den sorgfältigen Umgang mit antibakteriell wirksamen

Tierarzneimitteln sollten jedem Tierarzt bekannt sein, aber auch kein Fremdwort bei

den Tierärztlichen Fachangestellten sein.

4. Literaturverzeichnis

1. H. J. SELBITZ, U. TRUYEN, P.VALENTIN-WEIGAND:

Tiermedizinische Mikrobiologie, Infektions-und Seuchenlehre, 9. Auflage.

2. W. KRAFT, U. M. DÜRR:

Klinische Labordiagnostik in der Tiermedizin, 6. Auflage

3. C.E. GREENE:

Infectious Diseases of the dog and cat, fourth edition

Korrespondenzadresse

Dr. Dorothee Geier-Dömling

Labor Laboklin GmbH & Co. KG

Steubenstr. 4

97688 Bad Kissingen

E-Mail: Geier@laboklin.de

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LABOKLIN Labor für klinische Diagnostik GmbH & Co. KG, Bad Kissingen

WELCHE LABORPROBE WIRD WIE GENOMMEN, VERARBEITET, VERSCHICKT? – PRÄANALYTIK

U. Seeliger

Die vielleicht nur unter Mühen von schwierigen Tieren gewonnenen Proben sollen weiterhelfen, Diagnosen zu stellen und Hinweise auf die weitere Vorgehensweise zu bekommen. Da die Präanalytik viele Schritte beinhaltet - von der Patientenvorbe- reitung, über die Probenentnahme und den Transport der Probe ins Labor, bis zur Vorbereitung der Probe zur Analyse - ergeben sich selbst für erfahrene Mitarbeiter immer wieder Fragen. Oft sind es kleine Fehler, die die Aussagekraft der eingeleiteten Untersuchungen einschränken oder sogar die Untersuchung ganz verhindern. Folgende Aspekte aus dem Praxisalltag sollen besprochen werden:

Was sage ich dem Patientenbesitzer, bevor er zur Blutuntersuchung seines Tieres kommt?“ „Wie finde ich heraus, welche Probenröhrchen ich jetzt holen muss?“ „Ausfüllen des Antrages, Unterschrift des Tierbesitzers?“ „Wie schnell muss ich diese Probe jetzt abzentrifugieren?“ „Kühlen oder nicht kühlen?“ „Kann ich mich gegen Störfaktoren wie z.B. Hämolyse absichern?“ „Kotröhrchen bis zum Rand füllen?“ „Tupfer mit oder ohne Nährmedium?“ Gewebeprobe am Stück oder zerschnitten ins Formalin legen und einsenden?“

Eine Auffrischung mit vielen praktische Tipps und neuen Erkenntnissen auch für erfahrene Tiermedizinische Fachangestellte.

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Korrepondenzadresse Dr. Ute Seeliger Laboklin Labor für klinische Diagnostik GmbH & Co. KG Steubenstr. 4 97688 Bad Kissingen E-Mail: seeliger@laboklin.de

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LABOKLIN GmbH & Co. KG, Bad Kissingen

ENDOPARASITEN: NACHWEISE LEICHT GEMACHT (FLOTATION, SEDIMENTATION, ELISA, AUSSTRICH)

1. Einleitung

A. Heusinger

Endoparasiten treten abhängig von der Tierart und ihrer Haltungsform unterschiedlich häufig bei unseren Haustieren auf. Diese können das Wohlbefinden und die Gesundheit unserer Tiere erheblich beeinträchtigen. Es sind sehr potente Antiparasitarika auf dem Markt, allerdings wird bei Großtieren von zunehmenden Resistenzen berichtet, deshalb sollte für eine gezielte Behandlung regelmäßige eine parasitologische Kotuntersuchung erfolgen.

2. Nachweisverfahren

Nativ Ausstrich (bei kleinen Kotmengen, z.B. anhaftende Reste am Thermometer, kleine Reptilien, kleine Vögel):

- kleine Kotmenge auf Objektträger aufbringen, etwas Kochsalzlösung dazu, Deckglas auflegen und mikroskopieren

- Sensitivität eingeschränkt Flotation:

- Durch gesättigte Salz- oder/und Zuckerlösung mit hohem spezifischen Gewicht werden leichtere Wurmeier oder Protozoen nach oben getrieben.

- Eier haften am aufgelegten Deckgläschen, mikroskopieren

- Käufliche Systeme (Ovassay® oder Fecalyzer®)

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Sedimentation:

- Hauptsächlich für Pflanzenfresser Kot für schwere Eier verwendet, z.B. Leberegel, Kokzidien vom Pferd oder Neuweltkameliden

- Kot wird einfach mit Wasser vermischt, grobe Bestandteile abgeseiht

- Wieder mit Wasser vermischt und stehen gelassen

- Überstand abgegossen, Sediment mikroskopiert

ELISA:

Antigen Nachweis für verschiedene Einzeller wie Giardien oder Cryptosporidien:

- Nach Angaben des Herstellers verwenden

- Sensitivität und Spezifität sehr hoch (> 95 %)

- Bleiben auch nach erfolgreicher Behandlung noch positiv

3. Mikroskopieren

- 10 er Objektiv (gelber Rand)

- Kondensorblende zu, da es sich um ein nicht gefärbtes Objekt handelt und nur der Kontrast das Beurteilen ermöglicht

Nach typischen Gebilden mit Schale und Inhalt oder Larven suchen, dabei auch die unterschiedlichen Größen der parasitären Gebilde beachten. Für sehr kleine parasitäre Gebilde wie Toxoplasmen oder Giardien 20er oder besser 40er Objektiv verwenden.

4. Zusammenfassung

Die Nachweisrate wird in der Regel semiquantitativ (gering-, mittel-, hochgradig bzw. +, ++, +++) angegeben. Man kann sie aber auch quantitativ mit der Zählkammer (Mod. MacMaster Verfahren) erfassen, was für die selektive Entwurmung gegen Magen Darm Strongyliden bei den Pflanzenfressern angewandt wird.

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Die nachgewiesenen Wurmei Zahlen müssen dabei aber nicht der tatsächlichen

Wurmbürde entsprechen.

Nur der positive Befund ist für eine Endoparasitose beweisend, die Sensitivität

liegt trotz Anreicherungsverfahren nicht über 70 %.

5. Literaturverzeichnis

1. BOCH / SUPPERER:

Veterinärmedizinische Parasitologie, Herausgegeben von Thomas Schnieder, 6. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, 2006, Parey Verlag

2. ECKERT, J. FRIEDHOFF, K.T., ZAHNER, H. DEPLAZES, P.:

Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin, 2005 Enke Verlag

Korrespondenzadresse

Dr. Anton Heusinger

Fachtierarzt für klinische Laboratoriumsdiagnostik

Labor Laboklin GmbH & Co. KG

Steubenstr. 4

97688 Bad Kissingen

E-Mail: heusinger@laboklin.de

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LABOKLIN GmbH & Co. KG, Bad Kissingen

EKTOPARASITEN: WIE ERKENNE ICH MILBEN, HEFEN ODER HAUTPILZE?

1. Einleitung

A. Heusinger

Ektoparasiten können ständig oder saisonal abhängig bei unseren Haustieren auftreten, dabei verweilen sie ständig oder nur vorübergehend am Tier. Dies muss bei der Diagnostik berücksichtigt werden.

Neben streng wirtsspezifischen Ektoparasiten, wie z.B. Läuse oder Haarlinge gibt es auch weniger wirtsspezifische Ektoparasiten, z.B. die Grabmilben (Sarcoptes).

2. Nachweisverfahren

Ektoparasiten:

Abhängig

Probengewinnung Voraussetzung für ein gutes Ergebnis

von

der

Lebensweise

der

Ektoparasiten

ist

eine

unterschiedliche

springenden

Ektoparasiten wie z.B. Läuse, Haarlinge, Flöhe aber auch Raub- oder Fellmilben wird ein Stück klarer Tesafilm auf die verdächtige Stelle aufgeklebt, dann das Ganze auf einen Objektträger überführt und evtl. mikroskopiert.

Tesafilmabklatsch:

Gut

geeignet

r

alle

laufenden

oder

Oberflächliches Hautgeschabsel: Geeignet für oberflächlich in der Haut lebende Ektoparasiten wie z.B. Sarcoptes Milben. Es wird ein großflächiges Areal mit

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Paraffinöl beträufelt, dann mit einer stumpfen Skalpellklinge diese Fläche trocken geschabt. Zusammen mit dem Paraffinöl wird die oberste Hautschicht abgetragen, direkt auf den Objektträger überführt kann es nach Abdeckung mittels Deckgläschen direkt mikroskopiert werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Geschabsel ohne den Auftrag des Paraffinöls zu nehmen, das Geschabsel wird auf dem Objektträger mit Paraffinöl überschichtet und abgedeckt. Dieses Verfahren ist auch für Versandproben geeignet, das Geschabsel wird in ein Tütchen oder ein Röhrchen für den Versand überführt (möglichst ohne Klinge!).

z.B.

Demodex (Haarbalgmilben) Es wird eine kleine verdächtige Fläche (ca. 1 cm 2 ) mit Paraffinöl beträufelt, dann mit einer stumpfen Skalpellklinge diese Fläche solange geschabt bis blutig seröse Flüssigkeit erscheint. Das weitere Verfahren wie oben.

Tiefes Hautgeschabsel: Geeignet für tief in der Haut lebende Milben,

Hefen: Abklatsch direkt auf veränderte Haut oder mithilfe eines Tupfers Probe entnehmen, diesen dann auf einen Objektträger abrollen. Tipp: Ohr links in L Form und Ohr rechts in R Form auf einen Objektträger ausgerollt spart Material und erleichtert die Zuordnung. Nach Lufttrocknung wird der Ausstrich dann gefärbt (z.B. Hämacolor fix®) die Malassezien stellen sich dann als Pantoffel förmige Gebilde dar.

Hautpilze: Die Entnahme erfolgt am Übergang von der Veränderung zur gesunden Haut, es wird ein Geschabsel entnommen und Haare ausgezupft. Die Aufarbeitung erfolgt wie oben mit dem Paraffinöl. In den Haaren oder den Schuppen wird nach Pilzsporen oder Hyphen gesucht. Man kann auch die Haare mit Baumwollphenolblau (giftig!) anfärben, dann sind die Pilzstrukturen besser zu erkennen. Ein Teil des Materials sollte für eine Kultur verwendet werden.

3. Mikroskopieren

- Lupenvergrößerung oder10 er Objektiv (gelber Rand)

- Kondensorblende zu, da es sich um ein nicht gefärbtes Objekt handelt und nur der Kontrast das Beurteilen ermöglicht

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Im frischen Paraffinöl Präparat sind die Milben gut zu erkennen, da sie infolge

Atemnot sich oft hektisch bewegen.

4. Zusammenfassung

Für ein aussagefähiges Ergebnis ist die Probenentnahme der Lebensweise der

Ektoparasiten anzupassen. Gerade bei einem Sarcoptes Milben Befall des Hundes

verläuft das mikroskopische Nachweisverfahren oft negativ. Hier kann man sich mit

dem Antikörper Nachweis helfen.

5. Literaturverzeichnis

1. BOCH / SUPPERER:

Veterinärmedizinische Parasitologie, Herausgegeben von Thomas Schnieder, 6. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, 2006, Parey Verlag

2. ECKERT, J. FRIEDHOFF, K.T., ZAHNER, H. DEPLAZES, P.:

Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin, 2005 Enke Verlag

3. SEELIGER. H.P., HEYMER, TH.:

Diagnostik pathogener Pilze des Menschen und seiner Umwelt, Georg Thieme Verlag Stuttgart 1981

Korrespondenzadresse

Dr. Anton Heusinger

Fachtierarzt für klinische Laboratoriumsdiagnostik

Labor Laboklin GmbH & Co. KG

Steubenstr. 4

97688 Bad Kissingen

E-Mail: heusinger@laboklin.de

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Laboklin GmbH & Co. KG, Bad Kissingen

WAS GEHÖRT ZUM BLUTBILD? WAS SAGEN DIE EINZELNEN PARAMETER AUS?

C.-C. Sommerey

Das Blut besteht aus Blutflüssigkeit (Plasma) und Blutkörperchen. Zu den Blutkörperchen gehören die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sowie Blutplättchen (Thrombozyten). Die Blutkörperchen werden vorwiegend im Knochenmark gebildet, vereinzelt tragen auch u.a. die Milz und die Leber dazu bei.

Das Blutbild setzt sich aus dem roten und weißen Blutbild zusammen. Neben der absoluten Zahl an Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten (quantitatives Blutbild) wird auch das Erscheinungsbild (Morphologie) dieser Zellen beurteilt (qualitatives Blutbild). Außerdem erfolgen beim qualitativen Blutbild noch die Beurteilung von besonderer Zellanordnung (z.B. Thrombozyten-Aggregate) sowie blutparasitärer Strukturen.

Im Folgenden wird auf das quantitative Blutbild eingegangen, mit Untergliederung in rotes und weißes Blutbild sowie Thrombozyten. Das qualitative Blutbild wird im Rahmen der Blutausstrich-Beurteilung besprochen.

Rotes Blutbild

Zum quantitativen roten Blutbild gehören die Erythrozytenzahl, der Hämatokrit und die Konzentration des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin). Aus diesen Parametern

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können die Erythrozyten-Indizes berechnet werden. Zusätzlich kann auch noch die Retikulozytenzahl bestimmt werden. All diese Werte können manuell, heutzutage aber meist mittels Analysegeräte gemessen werden.

Bevor eine Messung erfolgt, muss die Blutprobe auf Gerinnsel untersucht werden. Ein solches Gerinnsel, aufgespürt mit einem Holzstäbchen, führt zu einem fehlerhaften quantitativen Blutbild. Diese Blutprobe muss verworfen werden und eine frische Blutprobe wird benötigt.

Erythrozytenzahl

Die Erythrozytenzahl kann mittels Neubauer-Zählkammer bestimmt werden, allerdings ist dieses relativ zeitaufwendig. Meist erfolgt heutzutage eine Zählung mittels Analysegeräte.

Dabei können verschiedene Methoden zum Einsatz kommen. Geläufig sind Impedanzgeräte sowie auch Durchflußzytometriegeräte.

Impedanzgeräte zählen die Erythrozyten mittels elektrischen Stroms. Die Zellen führen zu einem Puls. Während die Pulsfrequenz der Zellzahl entspricht, ist die Pulshöhe proportional zur Größe der Zellen.

Bei der Durchflußzytometrie werden die Zellen durch einen Laserstrahl geschickt, und diese Zellen führen dann zu einer Streuung des Lichts. Es wird sowohl das Vorwärtsstreulicht als auch das Seitwärtsstreulicht gemessen. Während ersteres die Zellgröße darstellt, gibt Letzteres Auskunft über die Zelldichte oder –granularität.

Insbesondere bei der Katze ergibt sich oft das Problem, dass Impedanzgeräte die Erythrozyten von den Thrombozyten nicht immer unterscheiden können, da die felinen Erythrozyten klein sind, aber die Thrombozyten oftmals als sehr große Thrombozyten (Makrothrombozyten) vorliegen, somit eine ähnliche Größe aufweisen und als Erythrozyten gezählt werden.

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Eine Erniedrigung der Erythrozytenzahl deutet auf eine Blutarmut (Anämie) hin, während eine Erhöhung eine Blutfülle (Erythrozytose) darstellt. Insbesondere bei Letzterer ist eine Unterscheidung zwischen relativ und absolut wichtig, da die Erythrozytose oft durch Dehydratation bedingt ist. Die Erythrozytenzahl wird insbesondere im Zusammenhang mit Hämatokrit und Hämoglobin betrachtet, da oftmals alle drei Werte gemeinsam verändert sind.

Die Erythrozytenzahl wird in Tera (T)/l bzw. 10 12 /l angeben.

Hämatokrit

Der Hämatokrit (HKT) kann manuell mittels einer Mikrohämatokrit- Zentrifuge bestimmt werden. Dabei wird Blut in eine Kapillare aufgezogen, das Ende der Kapillare mit Kitt verschlossen und für mindestens 5 min mit 12.000-15.000 Umdrehungen/min zentrifugiert. Dadurch werden die Bestandteile des Blutes in Erythrozytensäule (A), Leukozytensäule (Buffy coat) (B), Thrombozytensäule (C) sowie Plasmasäule (D) aufgetrennt. Der Mikrohämatokrit wird dann bestimmt nach folgender Formel:

D

C

B

A

Kitt

HKT =

A

A + B + C + D

Die Methode ist sehr genau und kann zur Überprüfung des Analysegerät- Hämatokrits herangezogen werden. Zudem kann das Plasma visuell auf Farbveränderungen, wie Gelbfärbung (Ikterus), Rotfärbung (Hämolyse) und Trübung (Lipämie) kontrolliert werden. Zusätzlich kann mittels Refraktometer auch der Plasmaeiweißgehalt bestimmt werden.

Im Gegensatz dazu berechnen die meisten Analysegeräte den Hämatokrit, unter Zuhilfenahme der Erythrozytenzahl sowie der durchschnittlichen Erythrozytengröße (MCV), entsprechend der Formel:

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HKT =

MCV x Erythrozytenzahl

10

Bei einer fehlerhaften Bestimmung der Erythrozytenzahl, insbesondere bei der Katze mit sehr kleinen Erythrozyten und großen Thrombozyten, kann daher der berechnete Hämatokrit falsch erniedrigt sein.

Hämoglobin

Die

Hämoglobin-Konzentration

bestimmt; die Einheit ist g/dl.

Lichtquelle

bestimmt; die Einheit ist g/dl. Lichtquelle wird in Analysegeräten Transmission mittels Photometrie
wird in Analysegeräten Transmission
wird
in
Analysegeräten
Transmission

mittels

Photometrie

Detektor

Als wichtigster Störfaktor der Messung ist die Lipämie anzusehen. Durch die starke Trübung ergibt sich ein falsch-hoher Wert (wenn Hämoglobin überhaupt bestimmt werden kann).

Zur Plausibilitätsüberprüfung von Hämatokrit und Hämoglobin kann man eine Faustregel heranziehen:

Erythrozyten-Indizes

Hämoglobin ~ 3x HKT

Diese umfassen die durchschnittliche Größe der Erythrozyten (MCV), gemessen in Femtoliter (fl), sowie den mittleren Hämoglobingehalt des einzelnen Erythrozyten (MCH), in der Einheit Picogramm (pg), und den mittleren Hämoglobingehalt der Erythrozytenmasse (MCHC), gemessen in Gramm pro Deziliter (g/dl).

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Der MCV berechnet sich nach der Formel:

MCV=

Erythrozytenzahl

HKT

x

10

Entsprechend des MCVs kann zwischen kleinen (mikrozytären), normal großen (normozytären) und großen (makrozytären) Erythrozyten unterschieden werden.

Der MCH, noch wichtiger der MCHC, gibt Auskunft über den Hämoglobingehalt der Erythrozyten. Die Berechnung erfolgt anhand dieser Formeln:

MCH=

MCHC=

Hämoglobin x 100 HKT

Hämoglobin x 10 Erythrozytenzahl

Es kann dadurch in normalen Hämoglobingehalt (normochrom) und verminderten Hämoglobingehalt (hypochrom) eingeteilt werden. Ein erhöhter Hämoglobingehalt existiert nicht, bei diesem muss von einem Messfehler ausgegangen werden (meist durch Lipämie bedingt).

Die Erythrozyten-Indizes sind hilfreich zur Interpretation von Anämie. Während mikrozytäre hypochrome Erythrozyten einen Hinweis auf eine chronische Eisenmangelanämie (z.B. bedingt durch eine Magen-Darm-Blutung) geben, werden makrozytäre hypochrome Erythrozyten u.a. bei regenerativer Anämie gesehen.

Retikulozytenzahl

Retikulozyten sind die unmittelbaren Vorgängerstufen der Erythrozyten, deren Reifung noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Sie sind oftmals noch größer, enthalten weniger Hämoglobin und besitzen noch Reste der Organellen (z.B. Endoplasmatisches Retikulum, Mitochondrien). Diese Strukturen werden für die

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Retikulozytenzählung mittels einer Supravitalfärbung (Brillantkresylblau, Methylenblau) dargestellt. Bei einer Zählung von 300-1000 Erythrozyten wird dann der Anteil der Retikulozyten bestimmt. Die absolute Retikulozytenzahl errechnet sich dann aus der Erythrozytenzahl. Die Retikulozytenzählung erfolgt aber heute meist mittels Analysegerät, da die manuelle Bestimmung ziemlich zeitaufwendig ist.

Ein

erhöhter

Wert

deutet

auf

eine

vermehrte

Regeneration

hin,

welches

insbesondere zur Beurteilung der Blutarmut (Anämie) wichtig ist.

Weißes Blutbild

Das quantitative weiße Blutbild besteht aus der Leukozytenzahl sowie dem Differentialblutbild mit den relativen und absoluten Werten.

Die Zählung kann mittels Neubauer Zählkammer manuell erfolgen. Gebräuchlicher, genauer und schneller ist die Bestimmung mittels Analysegerät. Es gibt verschiedene Methoden, am genauesten ist die Bestimmung mittels Laserdurchflußzytometrie.

Die Leukozytenzahl wird in Giga (G)/l bzw. 10 9 /l angegeben.

Das Differentialblutbild kann entweder manuell durch Auszählen von 100 Leukozyten im Blutausstrich oder mittels Analysegerät bestimmt werden. Beim Differentialblutbild werden Segmentkernige (Neutrophile) Granulozyten, Lymphozyten, Monozyten, Eosinophile und Basophile Zellen unterschieden.

Der Vorteil der Analysegeräte liegt bei der schnellen Differenzierung einer großen Anzahl von Zellen, und dadurch ergibt sich eine größere Genauigkeit. Allerdings gilt dieses nur für normale, unveränderte Zellen. Der Nachteil des Analysegerätes ist, dass veränderte und/oder atypische Zellen nicht erkannt werden. Auch können weder Blutparasiten noch kernhaltige Erythrozytenvorstufen (Normoblasten) nicht erkannt werden. Daher ist eine Blutausstrichbewertung zur Plausibilitätsüberprüfung wichtig. Oftmals ist auch ein manuelles Differentialblutbild notwendig, insbesondere

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wenn ein maschinelles Differentialblutbild wegen unreifen Zellen (z.B. Stabkernige Neutrophile) oder atypischen Zellen nicht möglich ist.

Bei vermehrtem Auftreten von Normoblasten (mehr als 10 Normoblasten pro 100 Leukozyten) ist eine Leukozytenkorrektur notwendig (Näheres bei der Besprechung des Blutausstriches).

Eine verminderte Leukozytenzahl (Leukopenie) kann einerseits durch vermehrten Verbrauch, Umverteilung (z. B. Körperhöhle) oder verminderte Produktion hervorgerufen sein. Eine erhöhte Leukozytenzahl könnte je nach Ausmaß Stress, Entzündung, Infektion oder aber auch Blutkrebs (Leukämie) bedeuten. Zur Unterscheidung dient in erster Linie das Differentialblut, welches die vorwiegend betroffene Zelllinie identifiziert. Es können bestimmte Verteilungsmuster unterschieden werden. Ein akutes entzündliches Leukogramm besteht aus stabkernigen Neutrophilen (sogenannte ‚Linksverschiebung‘) sowie oftmals vermehrten reifkernigen Neutrophilen und Monozyten. Von einem Stress- Leukogramm spricht man, bei einer verminderten Zahl an Lymphozyten und Eosinophilen sowie bei vermehrten Neutrophilen (und zusätzlich Monozyten beim Hund). Der Verdacht einer Leukämie ergibt sich bei einer Lymphozytenzahl > 30 G/l bzw. Granulozytenzahl >50 G/l, sollte aber immer mittels zusätzlicher Untersuchungen abschließend beurteilt werden.

Thrombozyten

Die Thrombozytenzahl kann über eine Schätzung im Blutausstrich erfolgen. Bei einer 1000x Vergrößerung wird die Thrombozytenzahl von 10 Gesichtsfeldern bestimmt, der Durchschnittswert gebildet und mit 15 multipliziert. Üblicher ist die Bestimmung mit Analysegeräten.

Die Thrombozytenzahl wird in G/l bzw. 10 9 /l angegeben.

mit

Makrothrombozyten, aber auch bei einigen Hunderassen (Cavalier King Charles

kleinen Erythrozyten und

Insbesondere

bei

der

Katze

ihren

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Spaniel, Norfolk Terrier sowie schwarzer russischer Terrier) mit rassebedingten Makrothrombozyten ergeben die maschinellen Messungen fälschlich verminderte Thrombozytenzahlen. Auch führen Thrombozytenaggregate zu einer fehlerhaften Messung. Daher ist bei einer scheinbaren Thrombozytopenie immer der Blutausstrich zu kontrollieren.

Eine Verminderung der Thrombozytenzahl (Thrombozytopenie) unter 80 G/l kann zu vermehrter Blutung bei einem chirurgischen Eingriff führen, eine Zahl unter 50 G/l kann sogar zu spontaner Blutung führen. Daher ist eine Bestätigung der Thrombozytenzahl mittels Ausstrich wichtig.

Korrespondenzadresse Dr. Cora-Constanze Sommerey Laboklin GmbH & Co. KG Steubenstr. 4 97688 Bad Kissingen

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Laboklin GmbH & Co. KG, Bad Kissingen

BLUTAUSSTRICH – WIE GEMACHT UND WIE BEWERTET?

C.-C. Sommerey

Die Untersuchung des Blutausstriches ist einerseits Bestandteils des quantitativen Blutbildes mit Erstellung des relativen und absoluten Differentialblutbildes, andererseits wird mit Hilfe des Blutausstriches das qualitative Blutbild angefertigt und ist somit ein sehr wichtiger Bestandteil des Blutbildes.

Herstellung eines Blutausstriches

Der Blutausstrich sollte zügig nach der Blutentnahme angefertigt werden. Die Glasobjektträger sollten an den Kanten gehalten werden, da fettige Fingerspuren ein gutes Ausstreichen verhindern.

da fettige Fingerspuren ein gutes Ausstreichen verhindern. Auf einen Objektträger wird an einem Ende ein Tropfen

Auf einen Objektträger wird an einem Ende ein Tropfen Blut aufgetragen. Ein zweiter Objektträger wird im 30 Grad Winkel vor dem Bluttropfen aufgesetzt und zurückgezogen, bis er den Bluttropfen gerade berührt und zu einer Verteilung entlang der Objektträgerbreite führt.

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Darauf wird der obere Objektträger unter gleichmäßigem Druck zügig in die entgegengesetzte Richtung geschoben unter Mitnahme des Blutes.

Richtung geschoben unt er Mitnahme des Blutes. Vor Ende des Objektträgers sollte sich die sogenannte

Vor Ende des Objektträgers sollte sich die sogenannte Fahne des Blutausstriches gebildet haben.

Fahne

sogenannte Fahne des Blutausstriches gebildet haben. Fahne Nach Lufttrocknung des Blutausstriches wird dieser üblic

Nach Lufttrocknung des Blutausstriches wird dieser üblicherweise mittels Schnellfärbung (z.B. Diff Quick) gefärbt. Die Färbung kann verbessert werden durch Verlängerung der Fixierphase. Ebenfalls ist es wichtig, die Färbelösungen regelmäßig zu erneuern, da einerseits Färbeartefakte die Beurteilung erschweren, andererseits auch die Färbeintensität stark abnimmt. Auch eine bakterielle Besiedelung der Lösungen ist möglich und kann zu fraglichen Befunden führen.

Fehlerquellen bei der Herstellung des Blutausstriches sind zu dicke oder zu dünne Ausstriche, aber auch insbesondere zu lange Ausstriche (mit Fehlen der Fahne) führen zu Problemen bei der Beurteilung.

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Blutausstrich-Beurteilung

Der Blutausstrich wird in drei Zonen unterteilt.

Fahne Beurteilungszone
Fahne
Beurteilungszone

Auftragungszone

Zonen unterteilt. Fahne Beurteilungszone Auftragungszone Der Bereich nahe des Auftragungsortes ist zu dicht für eine
Zonen unterteilt. Fahne Beurteilungszone Auftragungszone Der Bereich nahe des Auftragungsortes ist zu dicht für eine

Der Bereich nahe des Auftragungsortes ist zu dicht für eine morphologische Beurteilung. Insbesondere die Leukozyten erscheinen geschrumpft. Der ideale Bereich ist die Zone in der sich die Hälfte der Erythrozyten berührt, und die andere Hälfte frei vorliegt (Beurteilungszone). In der Fahne erscheinen die Zellen größer mit veränderter Morphologie, da sie zu abgeflacht vorliegen. Allerdings ist die Fahne dennoch sehr wichtig für die Blutausstrich-Beurteilung, wie im Folgenden besprochen wird.

Die Blutausstrich-Beurteilung beginnt mit dem 10x Objektiv. Dabei wird die Fahne auf Thrombozyten-Aggregate untersucht. Außerdem werden die Fahne sowie die Seitenränder des Ausstriches auf größere Zellen, insbesondere atypische Zellen, abgesucht. Auch Blutparasiten, insbesondere Wurmstadien, sind vorwiegend in diesem Gebiet zu finden.

Daraufhin wird der gesamte Ausstrich durchgemustert um einen Eindruck von der Leukozytenverteilung sowie der Erythrozytendichte zu bekommen. Bei gleichmäßiger Verteilung kann die Leukozytenzahl mittels 10x Objektiv mit folgender Formel geschätzt werden:

Geschätzte Leukozytenzahl = Mittlere Leukozytenzahl pro Gesichtsfeld x 100-150.

(Mit einem 20x Objektiv wäre der Multiplikationsfaktor 400-600)

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Diese Formel sollte für das eigene Mikroskop mit der gemessenen Leukozytenzahl verglichen werden und entsprechend gegebenenfalls korrigiert werden.

Die Bestimmung des Differentialblutbildes erfolgt mittels 40x oder 50x Objektiv indem 100 Leukozyten identifiziert und gezählt werden. Die Untersuchung erfolgt mäanderförmig.

gezählt werden. Die Untersuchung erfolgt mäanderförmig. Dabei wird zwischen neut rophilen, eosinophilen u nd

Dabei wird zwischen neutrophilen, eosinophilen und basophilen Granulozyten, sowie Lymphozyten und Monozyten unterschieden. Zusätzlich können auch noch unreife Granulozyten vorkommen, die anstelle des mehrfach lobulierten Kerns, einen nicht lobulierten hufeisenförmigen oder sogar stabförmigen Kern besitzen. Ein vermehrtes Vorkommen dieser sogenannten Stabkernigen und Jugendlichen wird als Linksverschiebung bezeichnet. Die Zellreifung stellt man sich als fortlaufende Reihe der einzelnen Entwicklungsstadien von links (Stammzelle) nach rechts (ausgereifte Zelle) vor. Von einer Rechtsverschiebung wird gesprochen, wenn sich Zellen mit Alterungszeichen finden, wie z.B. eine Hypersegmentierung bei neutrophilen Granulozyten (d.h. mehr als sechs Kernsegmente).

Nach Auszählen der 100 Leukozyten ist damit der prozentuale Anteil der jeweiligen Leukozyten bestimmt. Durch Multiplikation mit der Leukozytenzahl ergibt sich dann der absolute Wert der einzelnen Leukozyten in G/L. Es ist der absolute Wert, der für die Beurteilung entscheidend ist.

Während eine Erhöhung der neutrophilen Granulozytenzahl (Neutrophilie) oft auf ein entzündliches oder infektiöses Geschehen hindeutet, kann man eine Erhöhung der eosinophilen Granulozytenzahl (Eosinophilie) bei allergischen und parasitären Erkrankungen beobachten.

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Eine Erhöhung der Monozyten (Monozytose) tritt oft bei chronischen Entzündungen in den Vordergrund. Fieberhafte Erkrankungen werden oft von einer Linksverschiebung mit Neutrophilie sowie Monozytose begleitet. Schwerwiegende Entzündungen können zu vermehrten Verbrauch der neutrophilen Granulzyten führen und somit eine Erniedrigung der neutrophilen Granulozytenzahl (Neutropenie) herbeiführen. Bei Streßsituationen (auch entzündliche Erkrankungen können als streßvoll angesehen werden) besteht meist eine Erniedrigung der Lymphozytenzahl (Lymphopenie). Eine Erhöhung der Lymphozyten (Lymphozytose) kann man bei Virusinfektionen aber auch bei neoplastischen Erkrankungen (z.B. Leukämie) beobachten.

Leukozyten-Korrektur

Die Zahl der Normoblasten wird separat gezählt, bei Erstellung des Differentialblutbildes. Bei vermehrten Auftreten von Normoblasten (mehr als 10 pro 100 gezählten Leukozyten) sollte die Leukozytenzahl korrigiert werden. Dieses erfolgt nach der Formel:

Korrigierte Leukozytenzahl =

100 x Leukozytenzahl

100 + Normoblastenzahl

Die Beurteilung der Erythrozyten erfolgt ebenfalls in der Beurteilungszone mit dem 40-50x Objektiv. Insbesondere auf die Größe Farbe und Form der Erythrozyten wird geachtet. Unter Polychromasie versteht man das vermehrte Vorkommen von unreifen Erythrozytenstadien. Diese roten Blutkörperchen sind noch größer und enthalten weniger Hämoglobin als die ausgereiften Erythrozyten und färben sich daher meist bläulich an. Beim Hund kann zusätzlich die zentrale Aufhellung beurteilt werden, die allerdings bei den anderen Tierarten nicht so deutlich ausgeprägt ist.

Die Thrombozyten-Beurteilung bezüglich Form und Größe wird auch mittels 40- 50x Objektiv durchgeführt. Zur Schätzung der Thrombozytenzahl wird das 100x Objektiv benutzt. Nach Zählung der Thrombozyten in 10 Gesichtsfeldern, wird der

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Mittelwert ermittelt und dann mit 15 multipliziert. Das ergibt dann die geschätzte Thrombozytenzahl in G/l.

Das 100x Objektiv wird ausserdem zur Untersuchung auf Blutparasiten benutzt. Insbesondere Trocknungsartefakte erschweren oftmals eine sichere Abgrenzung von blutparasitären Strukturen (z.B. Babesien, Mykoplasmen).

Insgesamt ist die Blutausstrich-Bewertung wichtig zur Kontrolle der gemessenen Werte, aber auch zur Erstellung des Differentialblutbildes. Oftmals ist aber eine Blutausstrichuntersuchung auch hilfreich, um die Diagnostik in eine bestimmte Richtung zu lenken.

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Laboklin GmbH & Co. KG, Bad Kissingen

MIT DEM TIER AUF REISEN: WELCHE KRANKHEITEN KOMMEN WO VOR

Zusammenfassung

T. J. Naucke

Es werden die Erreger und Überträger der Leishmaniose (Sandmücke), Ehrlichiose (Braune Hundezecke), Babesiose (Braune Hundezecke, Auwaldzecke), Hepatozoonose (Braune Hundezecke), Rickettsien (Braune Hundezecke) und Filarien (Stechmücken) vorgestellt. Anhand von Verbreitungskarten werden die besonderen Risikozonen der einzelnen Erkrankungen veranschaulicht. Jahreszeitliche Schwankungen des Infektionsrisikos werden anhand der Biologie der einzelnen Vektoren erläutert.

Korrespondenzadresse Dr. Torsten Naucke Labor Laboklin GmbH & Co. KG Steubenstr. 4 97688 Bad Kissingen

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Laboklin GmbH & Co. KG, 97688 Bad Kissingen

REISEKRANKHEITEN:

VERHÜTEN UND ZU PROPHYLAXEMAßNAHMEN BERATEN

Zusammenfassung:

T. J. Naucke

Im Anschluss an vorigen Vortrag wird die Wichtigkeit der wissenschaftlichen Bezeichnung der einzelnen Vektoren aufgezeigt, um für die einzelnen Regionen Europas ein zutreffendes Ektoparasitikum auszuwählen. Es wird zwischen Wirkstoffen unterschieden, die einen repellierenden, tötenden oder wachstumsregulierenden (IGR) Effekt auf die einzelnen Vektoren haben. Abschließend wird grob dargestellt, ob die einzelnen Erkrankungen behandelt werden können – oder eben auch nicht, also eine lebenslang chronische Erkrankung bleiben.

Korrespondenzadresse Dr. Torsten Naucke Labor Laboklin GmbH & Co. KG Steubenstr. 4 97688 Bad Kissingen

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