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Dortmund

Dortmund Blick über das Zentrum Dortmunds. Von links nach rechts: RWE Tower , Dortberghaus , Sparkassen-Hochhaus

Blick über das Zentrum Dortmunds. Von links nach rechts: RWE Tower, Dortberghaus, Sparkassen-Hochhaus, WestLB Dort- mund, Hansa-Hochhaus, Reinoldi-, Petri- und Marienkirche, Oktober 2011

Reinoldi -, Petri - und Marienkirche , Oktober 2011 Luftaufnahme der Dortmunder Innenstadt Dortmund [

Luftaufnahme der Dortmunder Innenstadt

Dortmund [ˈdɔʁtmʊnt, ˈdɔɐ̯tmʊnt] (westfälisch Düörpm, niederländisch [veraltet] Dortmond, französisch [veral- tet] Trémoigne, spanisch [veraltet] und lateinisch Tre- monia, altsächsisch Throtmanni) ist eine Großstadt in der Metropolregion Rhein-Ruhr in Nordrhein-Westfalen. Sie ist das Wirtschafts- und Handelszentrum Westfalens und mit über 580.000 Einwohnern die bevölkerungs- reichste Stadt sowohl dieses Landesteils als auch des Ruhrgebiets. [2] Dortmund gehört zum Regierungsbezirk Arnsberg und war 2010 zusammen mit anderen Städten des Ruhrgebiets Kulturhauptstadt Europas.

Die vermutlich auf eine karolingische Reichshofgründung zurückgehende, einst wichtige Reichs- und Hansestadt entlang des Hellwegs entwickelt sich heute von einer Industriemetropole zu einem be- deutenden Dienstleistungs- und Technologiestandort:

Früher vor allem bekannt durch Stahl, Kohle und Bier, ist Dortmund heute nach langjährigem Strukturwandel ein Zentrum der Versicherungswirtschaft und des Einzelhandels. Mit etwa 50.000 Studierenden an sechs

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Hochschulen, darunter die Technische Universität Dort- mund und 19 weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen gehört Dortmund zu den zehn größten Hochschul- städten Deutschlands [3] und ist auch ein bedeutender Wissenschafts- und Hochtechnologie-Standort. Neuan- siedlungen und Existenzgründungen entstehen deshalb bevorzugt in den Bereichen Logistik, Informations- und Mikrosystemtechnik.

Dortmund ist mit seinem Hauptbahnhof und Flughafen der wichtigste Verkehrsknoten im östlichen Ruhrge- biet und Anziehungspunkt für das vor allem östlich der Stadt ländlich geprägte Umland. Überregionale Be- kanntheit genießt Dortmund durch den Fußballverein Borussia Dortmund mit seiner Heimspielstätte Signal Iduna Park, dem früheren Westfalenstadion. Weitere An- ziehungspunkte und Wahrzeichen der Stadt sind außer- dem das Dortmunder U, das Deutsche Fußballmuseum, der Westenhellweg als meist frequentierte Einkaufsstraße Deutschlands, [4] die Reinoldikirche, die Westfalenhalle und der Florianturm. Das Stadtbild wird auch durch mar- kante Hochhäuser geprägt.

1 Geographie

1.1

Lage

mar- kante Hochhäuser geprägt. 1 Geographie 1.1 Lage Dortmund-Panorama vom Deusenberg mit Blickrichtung Stadt-

Dortmund-Panorama vom Deusenberg mit Blickrichtung Stadt- zentrum und Ardeygebirge

Dortmund liegt auf 86 m ü. NHN, 51° 30′ 51″ N, 7° 27′ 50″ O. [5] Der Dortmunder Stadtteil Aplerbecker Mark liegt nach Angaben des Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen sogar mit den Koordinaten 51° 28′ 42″ N, 7° 33′ 18″ O mitten in Nordrhein- Westfalen. [6] In Dortmund gilt wie in ganz Deutsch- land die Mitteleuropäische Zeit, die mittlere Ortszeit bleibt dieser gegenüber 30 Minuten und 7,7 Sekunden

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1 GEOGRAPHIE

serentsorgung, wurden jedoch im Zuge der Emscher- Renaturierung durch die Emschergenossenschaft nach und nach wieder in ihren naturnahen Zustand versetzt. Durch die Renaturierung wird das Umfeld der Bä- che hierbei erheblich aufgewertet. Außerdem befindet sich der Dortmund-Ems-Kanal (DEK, Gewässerkenn- zahl: 70501) als eine Bundeswasserstraße zwischen dem Dortmunder Stadthafen und Papenburg/Ems. [8]

lichem, westfälischem Teil Dortmund angehört. Auch mit der Bergbaugeschichte in Dortmund verknüpft.

wenn Dortmund größte Stadt und ein Zentrum dieses Raums ist, nimmt die Stadt geographisch doch eher ei- ne Randlage im Nordosten des Ruhrgebiets ein.

Der Stadtkern von Dortmund liegt auf der Grenze zwi- schen nördlichem Flach- und südlichem Hügelland, dem sogenannten westfälischen Hellweg; entsprechend hat die Stadt Anteil an den Naturräumen der Hellwegbörden und des Westenhellwegs. Da auch der Oberlauf der Emscher durch Dortmund fließt, ist sie ebenso Teil des weiter nörd- lich gelegenen Naturraums Emscherland. Im Süden, un- terhalb der Hohensyburg, bildet der Mittellauf der Ruhr die Stadtgrenze, in die auf Hagener Gebiet die Lenne mündet und dort den Hengsteysee bildet. Im Dortmunder Stadthafen beginnt außerdem der in den Norden führende Dortmund-Ems-Kanal.

Diese Gewässer entstanden durch Bergsenkungen. Wei- terhin wurden mit dem Hengsteysee und Phoenix-See zwei weitere Seen künstlich geschaffen.

zurück. [7]

Dortmund liegt im Südwesten der Westfälischen Bucht, dem südlichen Fortsatz der Norddeutschen Tiefebene an der Grenze zum Deutschen Mittelgebirge; südlich erheben sich die Ausläufer des Sauerlands und das Ardeygebirge, zu dem als nördlichste Erhebung noch der Dortmunder Rücken im Osten der Stadt gezählt wird. Hinter diesem liegt, als Teil der Hellwegbörden, die Werl- Unnaer Börde, nördlich grenzen das Lippetal und die Lipper Höhen im Münsterland an. Der Westen wird be- stimmt durch den Ballungsraum Ruhrgebiet, dessen öst-

1.3 Ausdehnung

Das Stadtgebiet Dortmunds umfasst 280,401 km². [9] Da- mit liegt Dortmund auf Rang 26 unter den flächengrößten Städten und Gemeinden Deutschlands, unter den Groß- städten auf dem neunten Platz. Seine Fläche wird in Nordrhein-Westfalen nur von den Großstädten Köln und Münster und der Stadt Schmallenberg überboten.

Der nördlichste Punkt Dortmunds liegt zwischen dem Stadtteil Groppenbruch und Lünen-Brambauer auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Schwieringhausen (51° 36′ 5″ N, 7° 25′ 11″ O), der südlichste 21 km von diesem entfernt gegenüber der Lennemündung (51° 25′ 1″ N, 7° 29′ 38″ O), der östlichste Punkt Dortmunds liegt nördlich des Flughafens im Stadtteil Wickede und grenzt an Unna- Massen (51° 31′ 44″ N, 7° 38′ 20″ O), der westlichste 23 km von diesem entfernt im Stadtteil Holte an der Grenze zu Bochum (51° 30′ 32″ N, 7° 18′ 12″ O). [7] Grob kann man sich diese beiden Achsen als Diagonalen eines Qua- drats vorstellen, das das Dortmunder Stadtgebiet bildet. Höchste Erhebung Dortmunds ist der im Stadtteil Syburg gelegene Klusenberg mit 254,33 m ü. NHN, der niedrigs- te Punkt befindet sich mit 49,5 m ü. NHN im Stadtteil Derne. [10]

1.2 Gewässer

49,5 m ü. NHN im Stadtteil Derne. [ 1 0 ] 1.2 Gewässer Blick von der

Blick von der Hohensyburg auf den Hengsteysee

Das Dortmunder Stadtgebiet ist relativ arm an natürli- chen Gewässern. Zu den größeren Fließgewässern zählt neben der Ruhr im Dortmunder Süden an der Stadt- grenze zu den Städten Hagen und Herdecke nur der Fluss Emscher, der sich von Osten nach Westen durch das Stadtgebiet zieht. Darüber hinaus gibt es zahlrei- che kleinere Bäche wie den Hörder Bach, Rüpingsbach, Schondelle, Roßbach oder Körnebach, die in die erst- genannten Flüsse münden oder zum Einzugsgebiet der Lippe gehören. Viele der Bäche dienten der Abwas-

1.4 Nachbargemeinden

Dortmund grenzt auf 21 km an den Kreis Recklinghausen mit den Städten Castrop-Rauxel im Westen und Waltrop im Nordwesten. Von Norden bis Südosten ist Dortmund auf insgesamt 76 km vom Kreis Unna mit den Städten Lünen im Norden, Kamen im Nordosten, Unna im Os- ten, der Gemeinde Holzwickede sowie der Stadt Schwerte (beide im Südosten) umklammert. Daran schließt sich die nur zwei Kilometer lange Stadtgrenze zur kreisfreien Stadt Hagen direkt im Süden an. Im Dortmunder Südwes- ten stößt die Stadt über 17 km an den Ennepe-Ruhr-Kreis mit den Städten Herdecke und Witten. Genau im Westen liegt schließlich die kreisfreie Stadt Bochum, die Stadt- grenze ist hier zehn Kilometer lang. Insgesamt umfasst

1.6 Klima

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die Dortmunder Stadtgrenze somit 126 km. [7]

1.6 Klima

1.5 Politische Geographie

somit 126 km. [ 7 ] 1.6 Klima 1.5 Politische Geographie Stadtbezirke und Nachbargemeinden der Stadt

Stadtbezirke und Nachbargemeinden der Stadt

Dortmund liegt wie ganz Deutschland in ei- ner gemäßigten Klimazone. Die Stadt wird dem nordwestdeutschen Klimabereich zugeordnet und befin- det sich auf der Grenze zwischen den Klimabezirken Münster- und Sauerland und damit im Übergangsbereich zwischen atlantisch-maritimem und Kontinentalklima.

Charakteristisch sind milde Winter und relativ kühle Sommer. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 9–10 °C, die Niederschlagsmenge im langjährigen Durchschnitt 750 mm. Überwiegende Windrichtung ist Südwest. Die Niederschläge sind recht gleichmäßig über das Jahr ver- teilt, im Winter dominiert Dauerregen, im Sommer kür- zere, aber ergiebigere Regenschauer. Dementsprechend wird das Maximum im Juli mit 80–90 mm erreicht, das Minimum liegt bei 40–50 mm im Februar. Auch die Temperaturschwankungen fallen mit unter 20 °C eher ge- ring aus, kältester Monat ist der Januar mit −6 bis 11 °C, am wärmsten wird es im August mit 10–35 °C. In Dort- mund zeigen sich klimatische Merkmale dicht besiedelter Räume, so bilden sich beispielsweise für ein Stadtklima typische Wärmeinseln aus. [14]

2 Demografie

Dortmund ist historisch ein Teil Westfalens und liegt heute im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Die Stadt ist kreisfrei und liegt im Bereich des Regierungsbezirks Arnsberg. Sie gehört sowohl dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe als auch dem Regionalverband Ruhr an. Daneben ist sie noch Mitglied in weiteren Zweck- verbänden wie dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, dem Ruhrverband, der Emschergenossenschaft oder dem Lippeverband. Dortmund ist ein Oberzentrum Nordrhein-Westfalens und Teil der europäischen Metropolregion Rhein-Ruhr. [11]

Am 31. Dezember 2013 lebten in Dortmund 575.944 Menschen. [17] Damit liegt Dortmund innerhalb der Eu- ropäischen Union vor Essen auf Rang 41 unter den größten Städten, innerhalb Deutschlands auf Rang 8 und in Nordrhein-Westfalen als größte Stadt des Ruhrgebiets auf Rang 3 hinter Köln und Düsseldorf. Dortmund ge- hört zur europäischen Metropolregion Rhein-Ruhr, die mit gut 10 Millionen Einwohnern nach den Agglomera- tionen Moskau, London, Paris und Istanbul die fünftgröß- te Agglomeration Europas darstellt. Innerhalb dieser Me- tropolregion ist Dortmund Teil des Ballungsgebiets Ruhr und geht insbesondere im Westen fließend in die übri- gen Städte des Ruhrgebiets über. Allein im Bereich des Regionalverbands Ruhr, dem Zweckverband des Ruhr- gebiets, leben wiederum etwa 4,95 Millionen Menschen. Zählt man alle Nachbargemeinden, mit denen Dortmund eine direkte gemeinsame Grenze verbindet, hinzu, um-

nen Bezirksbürgermeister. In den Außenbezirken finden fasst das Gebiet etwa 1,65 Millionen Einwohner und

sich außerdem Bezirksverwaltungsstellen.

würde für sich selbst eine Metropolregion bilden. Aus der Einwohnerzahl ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 2.085 Einwohnern je km². Damit liegt Dortmund deutschlandweit auf Rang 37 der Gemeinden mit der größten Bevölkerungsdichte.

Seit dem 1. Januar 1975 gliedert sich die Stadt Dortmund in zwölf Stadtbezirke. [12]

Dieses sind die drei Innenstadtbezirke West, Nord und Ost sowie der sie umgebene Ring aus den im Uhr- zeigersinn (beginnend im Norden) neun weiteren Be- zirken Eving, Scharnhorst, Brackel, Aplerbeck, Hörde, Hombruch, Lütgendortmund, Huckarde und Mengede. Jeder dieser Stadtbezirke wählt bei den Kommunalwah- len eine Bezirksvertretung und diese aus ihren Reihen ei-

Unterhalb der Stadtbezirke wird die Stadt weiter in 62 statistische Bezirke und diese wiederum in insgesamt 170 statistische Unterbezirke unterteilt. Außerhalb der Innenstadtbezirke entsprechen diese häufig den in die Stadt Dortmund eingemeindeten ehemals eigenständigen Ortschaften. Neben dieser offiziellen Einteilung existie- ren auch noch die weiter unten aufgeführten urbanen Viertel. [13]

Die Einwohnerdichte innerhalb des Stadtgebiets unter- scheidet sich gravierend: zum einen ist nur etwa ein Sechstel des Stadtgebiets besiedelt, womit sich für die- sen Bereich eine Bevölkerungsdichte von 124 Einwoh-

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2 DEMOGRAFIE

nern je ha ergibt, zum anderen leben außerhalb des Innen- stadtbereichs deutlich weniger Menschen pro Quadratki- lometer als in der Innenstadt und die Dichte nimmt von Nord nach Süd sowie von West nach Ost ab. Die Werte reichten dabei 2006 von etwa 2.900 Einwohnern je km² im statistischen Unterbezirk Syburg (Stadtbezirk Hörde) bis zu etwa 43.200 Einwohnern je km² im statistischen Unterbezirk Nordmarkt-Südost (Stadtbezirk Innenstadt- Nord). [18]

2.1 Bevölkerungsstruktur

Von den 581.308 Einwohnern Dortmunds sind 51,03 % Frauen und 48,97 % Männer. Schon im Mittelalter war Dortmund Einwanderungsstadt, mit Beginn der Indus- trialisierung stieg der Zuzug aber enorm an. Unter die- sen Einwanderern waren auch viele Polen und damit erst-

mals eine große Gruppe nicht-deutschsprachiger Perso- nen mit anderer Religion, die sich aber letztlich assimi- lierten. Weitere gezielte Anwerbungen von Gastarbeitern fanden vor allem in den 1960er Jahren statt, um den Arbeitskräftebedarf in der Montanindustrie zu decken. Der Ausländeranteil in der Stadt beträgt laut den offizi- ellen Zahlen des Landesbetriebs Information und Tech- nik Nordrhein-Westfalen zum 31. Dezember 2009 15,7 %. Das ist für westdeutsche Großstädte ein durchschnitt- licher Wert. Unter den Frauen liegt der Anteil bei 14,6

% und unter den Männern bei 16,86 %. [19] In abso-

luten Zahlen sind dies 92.778 Menschen aus 140 ver-

schiedenen Staaten, die in Dortmund leben. Nach einer Untersuchung der Stadt, allerdings mit Daten vom 31. Dezember 2007, stammten von diesen 27,2 % aus der Europäischen Union, 35,0 % hatten die türkische, 7,4

% die polnische und 4,8 % die griechische Staatsan-

gehörigkeit. Ein Jahr zuvor hatten 61.945 weitere Ein- wohner zwar die deutsche Staatsangehörigkeit, verfügen aber über einen Migrationshintergrund, das heißt, sie oder ihre Eltern hatten nicht von Geburt an die deutsche Staatsbürgerschaft. [20]

Ähnlich wie bei der Bevölkerungsdichte zeigen sich in- nerhalb des Stadtgebiets deutliche Unterschiede. Zum 31. Dezember 2005 lebten im Stadtbezirk Innenstadt-Nord etwa ein Drittel aller Ausländer in Dortmund. Auch in vielen der äußeren Stadtteile im Dortmunder Norden wie etwa Eving (Ausländeranteil von 22 %), Derne (Auslän- deranteil von 16 %) und Scharnhorst-Ost (Ausländer- anteil von 15 %) wohnen verhältnismäßig viele Auslän- der. Ein extremer Siedlungsschwerpunkt außerhalb des Dortmunder Nordens ist die Siedlung Clarenberg in Hör- de (Ausländeranteil von 30,2 %). Auffallend ist, dass wiederum in vielen östlichen und südlichen Dortmunder Stadtteilen wie Grevel, Asseln, Bittermark und Höchsten der Ausländeranteil ungewöhnlich niedrig ist. [18] In Dort- mund gibt es große Unterschiede zwischen den ver- schiedenen Nationen, so ist beispielsweise der Anteil EU-Bürger an den Ausländern am Stadtrand deutlich höher. [21] Eine besondere Gruppe unter den Ausländern

in Dortmund stellen die an den Hochschulen eingeschrie- benen ausländischen Studenten dar: sie sind meist nur für einen kurzen Zeitraum in der Stadt und stammen zu einem großen Teil aus Asien und Afrika. [22] Insgesamt waren an Technischer Universität, Fachhochschule, In- ternational School of Management und Fachhochschu- le für Oekonomie & Management zum Wintersemester 2012/2013 43.189 Studenten eingeschrieben. [23] 45,1 % der Einwohner sind verheiratet, 39,3 % ledig, 8,1 % ver- witwet und 7,4 % geschieden.

2.2 Einkommens- und Leistungsstruktur

Ende Dezember 2006 bezogen 94.700 Dortmun- der Leistungen nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (Arbeitslosengeld II, Sozialgeld), dies sind 16,2 % der Gesamtbevölkerung. Besonders häufig sind Kinder be- troffen, 30,2 % der Dortmunder Kinder leben in Familien ohne oder ohne ausreichendes Erwerbseinkommen. [24] Auch bei der Anzahl der Leistungsempfänger existieren wieder große Schwankungen zwischen den Stadtbe- zirken. In vielen nördlichen Bezirken wie etwa Eving, Lindenhorst und Nette ist der Anteil an Leistungsemp- fängern und Arbeitslosen relativ hoch. In der nördlichen Innenstadt und in der Großsiedlung Scharnhorst Ost liegt dieser Anteil sogar über 20 %. Dennoch gibt es im Norden auch einige Stadtteile mit niedriger Ar- beitslosigkeit und hohem Einkommensdurchschnitt wie etwa Husen, Kurl, Grevel, Holthausen und Brechten. Im Dortmunder Süden hingegen herrscht nur in Hörde hohe Arbeitslosigkeit und im Dortmunder Osten nur in Wickede. [20]

Der Altersdurchschnitt der Dortmunder Bevölkerung be- trägt etwa 43 Jahre. Der Jugendquotient, also das Ver- hältnis der unter 20-jährigen zur erwerbsfähigen Bevöl- kerung beträgt 34,5, der Altenquotient, das heißt der An- teil der Personen mit 60 oder mehr Lebensjahren bezogen auf die erwerbsfähige Bevölkerung 47,0 und das Abhän- gigkeitsverhältnis von erwerbsfähiger zu nicht erwerbsfä- higer Bevölkerung somit etwa 5:4. [25] Dies sind Werte, wie sie auch für ganz Deutschland anzutreffen sind.

2.3 Bevölkerungsentwicklung

Nachdem die Einwohnerzahl Dortmunds einige Jahre lang sank, steigt sie mittlerweile wieder an. Im Jahr 2013 stieg die Einwohnerzahl um zirka 4600 Einwohner. [26] Auf 1.000 Einwohner kommen 8,2 Neugeborene, die Sterberate beträgt 11 Personen pro 1000 Einwohner und wird durch einen Wanderungsüberschuss von insgesamt 841 Personen (2006) teilweise ausgeglichen. [20]

Die durchschnittliche Kinderzahl stieg von 1,25 im Jahre 1978 auf 1,46 im Jahr 1997. Seitdem ist sie wieder auf 1,33 im Jahre 2009 gesunken.

3.1 Stadtgeschichte

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3 Geschichte

3.1 Stadtgeschichte 5 3 Geschichte Kupferstich Matthäus Merians der Stadt Dortmund von 1647 3.1 Stadtgeschichte →

Kupferstich Matthäus Merians der Stadt Dortmund von 1647

3.1 Stadtgeschichte

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Dortmund Erste Spuren der Besiedlung auf dem heutigen Dortmun-

Erste Spuren der Besiedlung auf dem heutigen Dortmun- Altes Stadthaus: Personifikation des Handels mit Hansekogge

Altes Stadthaus: Personifikation des Handels mit Hansekogge und mittelalterlichem Rathaus

der Stadtgebiet reichen bis in die Jungsteinzeit zurück. Dortmund wurde im Jahre 882 das erste Mal als Throt- manni erwähnt. [27] Die Ersterwähnung der Dortmunder Marktrechte stammt aus dem Jahr 990. Im 11. Jahrhun- dert wurde der Legende nach Reinoldus der Schutzpatron der Stadt.

Im Jahr 1152 fand in Dortmund ein Hoftag unter Kö- nig Friedrich Barbarossa, dem späteren Kaiser statt. [28] In Folge dessen siedelten vermehrt Handwerker und Händ- ler um die Königspfalz und trugen zur allmählichen Stadt- werdung Dortmunds bei. Bereits im Jahr 1200 wurde die heutige Ausdehnung der Stadtmitte von 82h erreicht und mit Stadtmauern befestigt. Im Jahr 1232 (oder 1231) kam

und mit Stadtmauern befestigt. Im Jahr 1232 (oder 1231) kam Älteste bekannte Dortmunder Ansicht 1470 es

Älteste bekannte Dortmunder Ansicht 1470

es zu einem großen Stadtbrand. Vermutlich durch Brand- stiftung ausgelöst, zerstörte er die Stadt fast vollständig. Das Feuer wütete wohl vor allem im dicht besiedelten Stadtkern nördlich des Hellwegs und zerstörte nicht nur die hölzernen Häuser der Krämer und Handwerker, son- dern auch die steinerne Reinoldikirche. Durch den Brand ging auch das Archiv der Stadt verloren und mit ihm sämtliche Urkunden aus der Zeit vor dem Stadtbrand. Die beim Stadtbrand verloren gegangenen Privilegien Dort- munds wurden 1236 von Friedrich II. erneuert und die Stadt erstmals als Reichsstadt (wörtlich: „civitas nostra Tremoniensis imperalis“) bezeichnet.

(wörtlich: „civitas nostra Tremoniensis imperalis“) bezeichnet. Dortmund um 1610 von Detmar Muhler Dortmund 1804

Dortmund um 1610 von Detmar Muhler

(wörtlich: „civitas nostra Tremoniensis imperalis“) bezeichnet. Dortmund um 1610 von Detmar Muhler Dortmund 1804

Dortmund 1804

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3 GESCHICHTE

Im Jahr 1293 wurde der Stadt das Braurecht verliehen und es begann eine beispiellose Entwicklung der Bier- industrie innerhalb der Stadt. Nach dem großen Stadt- brand erstarkte auch der Einfluss der Dortmunder Bür- gerschaft. Dieser reichte dabei weit über das Stadtgebiet hinaus und war dabei so stark, dass um 1252 die balti- sche Stadt Memel unter Mithilfe von Dortmunder Kauf- leuten gegründet und erwogen wurde, die Stadt „Neu- Dortmund“ zu nennen. Diese Bürgerschaft bzw. Patriziat, das sich selbstbewusst rempublicam Tremoniensem gu- bernantes (etwa: regierende Herren des Staates Dort- mund) nannte und bestand aus einflussreichen Familien wie den Kleppings, Sudermanns, von Wickedes, Swar- tes, Muddepennings, vom Berges, Lembergs, Berswordts, Wales und Brakes. Letztere besaßen allesamt exzellen- te Handelsbeziehungen in ganz Europa und im Speziel- len nach England. Die Vormachtstellung der Dortmun- der Kaufleute führte sogar dazu, dass Englands König, Eduard III. im Jahr 1339 die englische Königskrone an ein von Dortmunder Kaufleuten geführtes Konsortium verpfändete.

Im Jahr 1389 überstand Dortmund die Große Dortmun- der Fehde gegen den Grafen von der Mark und den Erzbischof von Köln sowie deren Verbündete, allerdings wurde langsam der wirtschaftliche Niedergang der Stadt eingeleitet. Letzterer wurde durch den Dreißigjährigen Krieg fortgeführt und führte dazu, dass die Stadt zum Ackerbürgerstädtchen herab sank und später sogar sei-

ne reichsstädtischen Freiheit verlor. Die Einwohnerzahl Dortmunds sank hierdurch bis zum Jahre 1793 auf 4500 Einwohner. Die ehemals Freie Reichsstadt kam danach als Exklave zum Fürstentum Oranien-Nassau. Im Jahr

1806 wurde Dortmund als Teil des Großherzogtums Berg

Sitz der Präfektur des Ruhrdépartements. Nach dem preußischen Sieg über Napoleon fiel Dortmund 1815 schließlich an die preußische Provinz Westfalen. Hier wurde Dortmund 1817 Sitz eines Landkreises inner-

halb des Regierungsbezirks Arnsberg, aus dem Dortmund

1875 als Immediatstadt (Stadtkreis) ausschied.

Erst mit dem Beginn der Industrialisierung Anfang des

19. Jahrhunderts konnte der Niedergang gestoppt wer-

den. Nach der Urkatasteraufnahme aus dem Jahr 1826 lebten in innerhalb der Wallanlagen circa 4000 Menschen

in 940 Wohnhäusern und 453 Stallungen und Scheunen. Das Stadtbild wurde geprägt von engen ungepflasterten

Straßen und Gassen und vielen Fachwerkhäusern. Einzig die vier großen mittelalterlichen Stadtkirchen und eini- ge wenige steinerne Profanbauten zeugten vom großen kulturellen Erbe der Vergangenheit. Ab der Mitte des

19. Jahrhunderts begann durch die Kohlenförderung und

Stahlverarbeitung der erneute Aufstieg Dortmunds und der Wandel zu einer Industriestadt. Seit der Eröffnung der Cöln-Mindener Eisenbahn im Jahr 1847 wurde Dort- mund zu einem wichtigen Verkehrsknoten im Ruhr- gebiet. Einen weiteren bedeutenden Beitrag zur wirt- schaftlichen Entwicklung leistete 1899 die Eröffnung des Dortmund-Ems-Kanals und damit des Hafens.

des Dortmund-Ems-Kanals und damit des Hafens . Blick auf den Hiltropwall mit Synagoge Bereits 1905 begann

Blick auf den Hiltropwall mit Synagoge

Bereits 1905 begann mit der Eingliederung von Körne ei- ne Welle von Eingemeindungen, die mit dem Gesetz über die kommunale Neuordnung des Ruhrgebiets von 1928 ihren Höhepunkt mit der Eingemeindung der Stadt Hörde (die bereits 1340 Stadtrechte erhielt) erreichte. Das Ge- biet Dortmunds liegt seit den Eingemeindungen von 1928 und 1929 zu größeren Teilen auf dem Gebiet der ehema- ligen Grafschaft Mark als auf dem der ehemaligen Frei- en Reichsstadt Dortmund. Bis zum Ausbruch des 2.Welt- krieges wandelte sich das Stadtbild vom Ackerbürger- städtchen zum großstädtischen Aussehen. Innerhalb we- niger Jahre, wurde dass Stadtzentrum durch den Neubau von Bauwerken, wie dem Kaufhausbau von Althoff 1904, dem Krügerhaus 1912 oder dem gesamten Bahnhofsum- feld durch den Bau eines neuen Hauptbahnhofes, Postam- tes und dem Löwenhof als Handelszentrum oder städte- baulichen Maßnahmen wie dem Durchbruch Hansastraße radikal verändert.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt mit- samt ihren historischen Kirchen durch insgesamt 105 Luftangriffe und mehr als 22.242 Tonnen Bomben im Zentrum zu 98 Prozent zerstört. Die hohe Prozentzahl liegt teilweise in den acht Großangriffen begründet, in denen die Stadt Dortmund als alleiniges Ziel in den Mit- telpunkt eines Angriffes rückte. Der Großangriff vom 12. März 1945 mit 1.108 Flugzeugen, beladen mit über 5000 Minen-Sprengbomben, gilt dabei als größter kon- ventioneller Bombenangriff, der weltweit je gegen eine Stadt geflogen wurde. Nach diesem letzten folgenschwe- ren Angriff kam das komplette gesellschaftliche und wirt- schaftliche Leben zum Erliegen. Zeitgenössischen Be- richten zufolge wurde zunächst erwogen, die Innenstadt nicht wieder aufzubauen.

Der tatsächliche Wiederaufbau wurde jedoch durch die im Boden vorhandenen Infrastrukturleitungen und den darüber liegenden Straßen bestimmt, die im Nachkriegs- alltag als Transport und Verbindungswege zuerst ge- räumt wurden. Somit wurde der Umgang der Innenstäd- te als Wiederaufbau und Modifikationsmöglichkeit gese- hen, anstatt einer völligen Neuplanung. Das öffentliche Bewusstsein der Nachkriegszeit war jedoch vom Wunsch geprägt, die städtebauliche Situation als Produkt der In- dustrialisierung auf den Grundrissen der mittelalterlichen

3.3 Eingemeindungen

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3.3 Eingemeindungen 7 Moderner Wiederaufbau der Dortmunder Innenstadt Stadt nicht zu wiederholen. Planungsziel der

Moderner Wiederaufbau der Dortmunder Innenstadt

Stadt nicht zu wiederholen. Planungsziel der Wiederauf- baujahre war somit ein neues, offenes und zukunftsfä- higes Dortmund, welches sich bewusst von dem Gewe- senen und dem alten historischen Erbe absetzen sollte. Trotz heftigen Widerstands der Dortmunder Bevölke- rung wurden hierbei viele stadtbildprägende Gebäude wie das Rathaus oder die Synagoge abgerissen oder nicht wie- der aufgebaut.

Der Wiederaufbau ging somit insgesamt gesehen schnell voran, dass 1950 der 500.000ste Einwohner geboren wurde. Die weltweite Nachfrage nach Stahl und Eisen führte dazu, dass Dortmund bereits 1951 zur größten In- dustriestadt Nordrhein-Westfalens wurde. Bei einer Ar- beitslosenquote von 2,3 % herrschte 1952 Vollbeschäfti- gung und die hervorragenden wirtschaftlichen Bedingun- gen zogen vermehrt Zuwanderer, insbesondere Flücht- linge aus den Ostgebieten, an. Schon 1956 zählte Dort- mund 624.000 Einwohner. 1965 erreichte die Stadt mit 658.075 Einwohnern einen historischen Höchststand.

3.2 Ortsname

Dortmund wurde erstmals im Werdener Urbar erwähnt, das zwischen 880 und 884 entstand. Der lateinische Ein- trag lautet: „In Throtmanni liber homo Arnold ⅷ den nob solvit.“ (deutsch: „In Throtmanni zahlt uns der freie Mann Arnold 8 Pfennige.“). [29] Danach gibt es eine große Anzahl verschiedener, aber auf den gleichen Lautstamm zurückgehender Namen. Ihre jeweilige Verwendung in den Quellen erscheint willkürlich und zufällig. [30]

Ein Jahr nach seinem Aufenthalt in Dortmund stellte der König Friedrich Barbarossa 1152 dem Kölner Erzbischof Arnold II. von Wied eine Urkunde aus, die die lateini- sche Bezeichnung „in burgo Tremonia“ (deutsch: „in der Stadt Tremonia“) enthält. Die Bezeichnung Tremonia lei-

tet sich nicht von Throtmanni ab. Man vermutet, dass bei Verwendung dieser Bezeichnung der gute Klang und der vermeintliche Sinngehalt eine Rolle spielten. Der Name würde sich dann aus den Wörtern tres oder tria (deutsch:

drei) und moenia (deutsch: Mauer) zusammensetzen und so viel wie Dreimauernstadt bedeuten. [30]

Erst mit dem Aufkommen deutscher Quellen im 14. Jahr- hundert wurde die alte Form sprachlich weiterentwickelt wieder aufgegriffen. [30] Im westfälischen Platt wurde sie dann zu [dyœɐpm] verkürzt. [31] [dyœɐpm] wird heute sel- ten verwendet, das lateinische Tremonia ist gelegentlich noch anzutreffen.

Bei der Wortbedeutung von Dortmund wird im Allgemeinen von einem Determinativkompositum ausgegangen. [32] Das Bestimmungswort ist vermutlich germanisch *þrut-, *þrūt- mit der Bedeutung Kehle / Gurgel / Schlund / Hals. [32][33][34] Die Bedeutung des Grundworts ist unklar. Nach einer Theorie ist es das alt- sächsische Gewässerwort -manni, -menni, -minni. [33][35] Nach einer anderen Theorie ist es germanisch *-munt mit der Bedeutung Berg / Hügel / Anhöhe / Erhebung. [32] In der ersten Theorie wäre die Bedeutung Kehlbach / Gurgelbach / Siedlung am gurgelnden Gewässer, [33][34] in der zweiten Theorie als *Throdmend- Berg mit einer Kerbe / Berg mit einem Einschnitt / Hügel mit einer Kerbe / Hügel mit einem Einschnitt. [32] Bei beiden Deutungen handelt es sich um eine geografische Besonderheit, die heute überbaut ist und nicht mehr zu erkennen ist [33] oder – in der zweiten Theorie – einen Hinweis auf eine Burg nördlich der Stadtmauern mit dem Fluss Kuckelke als Einschnitt gibt. [32] Die Existenz einer solchen Burg

ist umstritten. [36][37][38][39][40]

Von spätmittelalterlichen Chronisten ist eine volksetymologische Deutung bekannt, nach der es zwei Dörfer gegeben habe, das alde und das neue Dorp, die beide bei der Burg Munda lagen. Um diese Burg habe es eine Auseinandersetzung zwischen Sachsen und Römern – oder auch Franken – gegeben. [29][41] Den Schlachtruf trucide hätten die Burgmannen als truz oder trot interpretiert und die Angreifer höhnisch Trotmanni (Trutzmänner) genannt. Die Bezeichnung sei dann auf den Ort übergegangen. [31]

3.3 Eingemeindungen

In die Stadt Dortmund wurden folgende Gemeinden eingegliedert: [42]

1. April 1905: Gemeinde Körne

10. Juni 1914: Gemeinden Deusen, Dorstfeld, Eving, Huckarde, Kemminghausen, Lindenhorst, Rahm und Wischlingen

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4 RELIGIONEN

1. April 1918: Gemeinden Brackel und Wambel

1. August 1929: Teile der Gemeinde Somborn (Landkreis Bochum) und vom aufgelösten Landkreis Hörde die Gemeinden Aplerbeck, Barop, Berghofen, Kirchhörde, Schüren, Syburg und Wellinghofen sowie Teile der Gemeinde Sölde

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen wurden am 1. Januar 1975 durch das Ruhrgebiet-Gesetz die Gemeinden Holzen und Lichtendorf nach Dortmund einge- meindet. Einige Flurstücke dieser Gemeinden gingen jedoch an die Stadt Schwerte. Dortmund erhielt weiterhin einige Flurstücke aus der Stadt Westhofen, die nach Schwerte eingemeindet wurde und durch das Sauerland/Paderborn-Gesetz einige Flurstücke aus der Gemeinde Garenfeld, die nach Hagen eingemeindet wurde. [43]

3.4 Bevölkerungsentwicklung

1895 überschritt die Stadt Dortmund die Grenze von 100.000 Einwohnern, was sie zur Großstadt machte. Nach der Eingemeindung der Stadt Hörde und der Land- kreise Dortmund und Hörde lebten 1929 etwa 536.000 Personen in der Stadt. Der Zweite Weltkrieg entvölker- te das zerstörte Dortmund. Im April 1945 zählte man 340.000 Menschen. Danach siedelten sich viele ins länd- liche Umland evakuierte Menschen und Flüchtlinge in Dortmund an. Die Einwohnerzahlen stiegen rasch. 1965 wurde mit 657.804 Bürgern ein Höchststand erreicht. Stadtplaner träumten von einer Millionenmetropole, doch wie in den umliegenden Städten des Ruhrgebiets sank die Bevölkerungszahl. So lag die amtliche Einwohnerzahl am 31. Dezember 2014 bei 589.283. [44]

Dieser Trend hat sich aber mittlerweile wieder umge- kehrt. So prognostiziert der Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) für Dort- mund bis zum Jahr 2040 einen Anstieg der Bevölkerungs- zahlen um 5,1 % auf 604.100 Personen. [45]

4 Religionen

Hauptartikel: Religionen in Dortmund

Von den Einwohnern Dortmunds gehörten 2014 29,9 % der evangelischen und 27,4 % der katholischen Kirche an. Die Religionszugehörigkeit der restlichen 42,7 % der Bevölkerung [46] wird vom Amt für Statistik und Wahlen der Stadt Dortmund (entsprechend der deutschen amtli- chen Statistik) statistisch nicht aufgegliedert. Von ihnen sind etwa 35 % konfessionslos; gemessen an den Zahlen zur Herkunft der Dortmunder Bevölkerung sind etwa 6 bis 8 % islamischen Glaubens.

4.1 Christentum

sind etwa 6 bis 8 % islamischen Glaubens. 4.1 Christentum Die Propsteikirche vom Hansaplatz aus gesehen

Die Propsteikirche vom Hansaplatz aus gesehen

Dortmund gehörte seit der Gründung zum Erzbistum Köln und war Sitz eines Archidiakonats. Ab 1523 fass- te allmählich die Reformation Fuß. [47] Doch wurde erst ab 1562 das Abendmahl in beiderlei Gestalt ausgeteilt. Die Stadt war danach überwiegend protestantisch. Als Freie Reichsstadt konnte Dortmund auch die religiösen Angelegenheiten selbst regeln und so erhielt die Stadt 1570 ein neues Kirchenregiment. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis. Das reformierte Bekenntnis war bis 1786 überhaupt nicht zugelassen. 1625 errichtete der Rat die Superintendentur Dortmund. Hieraus ent- stand nach dem Übergang an Preußen der spätere Kir- chenkreis Dortmund innerhalb der Evangelischen Kirche in Preußen beziehungsweise dessen westfälischer Pro- vinzialkirche. 1960 wurde der Kirchenkreis Dortmund in vier Kirchenkreise aufgeteilt. Bis Ende 2013 bilde- ten die Kirchenkreise Dortmund-Mitte-Nordost (12 Kir- chengemeinden), 2002 fusioniert aus den Kirchenkreisen Dortmund-Mitte und Dortmund-Nordost, Dortmund-

4.1 Christentum

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4.1 Christentum 9 Ansicht der Reinoldikirche Süd (8 Kirchengemeinden) und Dortmund-West (5 Kir- chengemeinden) mit

Ansicht der Reinoldikirche

Süd (8 Kirchengemeinden) und Dortmund-West (5 Kir- chengemeinden) mit ihren zugehörigen Kirchengemein- den zusammen mit dem benachbarten Kirchenkreis Lü- nen (4 Kirchengemeinden) die „Vereinigten Kirchenkrei- se Dortmund – Verband der evangelischen Kirchenge- meinden und Kirchenkreise in Dortmund und Lünen“. Am 1. Januar 2014 haben sich die vier Kirchenkreise zum Evangelischen Kirchenkreis Dortmund vereinigt. Mit sei- nen 28 Kirchengemeinden, 24 in Dortmund, 3 in Lünen und einer in Selm ist er Teil der Evangelischen Kirche von Westfalen. Evangelischen Kirche von Westfalen.

Auch nach Einführung der Reformation gab es noch we- nige Katholiken in Dortmund, die weiterhin zum Erz- bistum Köln gehörten. Ihnen verblieben zunächst nur die Klosterkirchen für gottesdienstliche Nutzungen. 1616 er- hielt jedoch das Dominikanerkloster wieder Pfarrrechte. Nach 1803 wurden die katholischen Klosterkirchen ent- weder säkularisiert oder gar abgebrochen. Die Kirche des

aufgehobenen Dominikanerklosters blieb als Propsteikir- che erhalten. 1821 wurden die Katholiken dem Bistum beziehungsweise Erzbistum Paderborn zugeordnet. Infol- ge starker Zuwanderung im 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert, insbesondere aus der damaligen Provinz Posen, nahm auch die Zahl der Katholiken stark zu. 1832 wurde Dortmund Sitz eines katholischen Dekanats.

Neben den landeskirchlich-evangelischen und ka- tholischen Gemeinden in Dortmund existieren ver- schiedene Freikirchen, darunter mehrere evangelisch- freikirchliche Gemeinden (Baptisten) (Christuskir- che Dortmund-Mitte, Feldherrnstraße, Brückenge- meinde Dortmund-Hörde, Auferstehungsgemeinde Dortmund-Eving, Evangelisch-Freikirchliche Ge- meinde Dortmund-Asseln, Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Dortmund-Mitte, Saarbrücker Straße (Brüderbewegung) und Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Dortmund-Huckarde), die Freie evangelische Gemeinde Dortmund-Körne und die Evangelisch- methodistische Kirche Dortmund-Mitte. Auch die Altkatholische Kirche ist in Dortmund vertreten.

Auch die Altkatholische Kirche ist in Dortmund vertreten. Griechisch-orthodoxe Kirche der Heiligen Apostel In Dortmund

Griechisch-orthodoxe Kirche der Heiligen Apostel

In Dortmund sind die griechisch-orthodoxe Kirche, die Serbisch-Orthodoxe Kirche und die Mazedonisch- Orthodoxe Kirche vertreten.1961 wurde unter dem Ar- chimandriten Ánthimos Drakonákis der Beschluss ge- fasst, eine griechisch-orthodoxen Gemeinde in Dort- mund zu gründen (Kirche der Heiligen Apostel zu Dort- mund, griech. I.N. Αγίων Αποστόλων Ντόρτμουντ - I.N. Agíon Apostólon Dortmund). Es handelt sich so- mit vermutlich um die erste Gründung einer griechisch- orthodoxen Gemeinde, die im Zusammenhang mit dem Anwerben von Gastarbeitern steht. Bis dahin hatte es nur dort Gemeinden gegeben, wo Griechen seit über 200 Jahre als Kaufleute sesshaft waren. Der damalige griechisch-orthodoxe Metropolit von Deutschland, Polí- fektos (Finfinís), wies den neu gegründeten griechisch- orthodoxen Gemeinden in Deutschland ihren jeweiligen

10

4 RELIGIONEN

Amtsbezirk zu. Dem frisch geweihten Presbyter Tilé- machos (Margarítis) übergab er Ende des Jahres 1965 die Kirchengemeinde Dortmund und damit die seelsor- gerliche Verantwortung für die orthodoxen Christen des östlichen Ruhrgebiets. Tilemachos hatte dieses Amt bis zum Oktober 2006 inne. Ihm folgte der Archimandrit Dr. Filótheos. Dortmund ist Sitz des Sekretariats der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland. Dane- ben gibt es als weitere Religionsgemeinschaften, die ih- re Wurzeln im Christentum haben, die Zeugen Jehovas und die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage („Mormonen“). Die Mormonen betreiben in Dortmund eine genealogische Forschungsstelle.

Seit dem Jahr 1896 ist durch die Gründung der Gemein- de Dortmund-Nord (fusionierte 2008 mit der Gemeinde Dortmund-Eving [48] ) die Neuapostolische Kirche auch in Dortmund vertreten. Ebenfalls befindet sich seit rund 60 Jahren die Verwal- tung der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen in Dortmund. Sie beschäftigt dort 34 Mitarbeiter in den Bereichen Kirchenleitung, Verwaltungsleitung, Bau, Fi- nanzen und Service. [49] Durch den demographischen Wandel in der Gesellschaft und die steigende Zahl inaktiver Kirchenmitglieder wur- den in den letzten Jahren einige Standorte aufgegeben und Gemeinden zusammengelegt. Im Jahr 2012 gab es noch 24 Gemeinden im Stadtgebiet, aktuell (Stand 2015) sind es 17 Gemeinden. [50][51]

4.2 Islam

Bedeutendste nichtchristliche Religionsgemeinschaft in Dortmund ist der Islam. Viele Moscheen und Gebetshäu- ser (vor allem in der stark türkisch besiedelten nördlichen Innenstadt) machen dies deutlich. Zurzeit gibt es in Dort- mund etwa 30 Moscheevereine, die seit September 2007 von einem gemeinsamen Rat der Muslime in Dortmund vertreten werden.

Die islamischen Strukturen in Dortmund gründeten in Vereinen meist türkischstämmiger Arbeitsmigranten. Der 1966 gegründete Verein Türkischer Arbeitnehmer in Dortmund und Umgebung richtete 1973 die erste islami- sche Gebetsstätte in einem ehemaligen evangelischen Ge- meindehaus in der Dortmunder Nordstadt ein. Mitte der siebziger Jahre gab es zahlreiche Gründungen von Ver- einen gemeinsamer religiöser Identität. Unterstützt wur- den diese Gemeinden häufig durch das Amt für Religiöse Angelegenheiten (türkisch: Diyanet İşleri Başkanlığı, kurz: DİB), das seit Anfang der 1970er Jahre in der Tür- kei ausgebildete islamische Theologen in die deutschen Moscheevereine entsandte. Im November 1976 wurde der erste islamische Theologe als Lehrer und Vorbeter in Dortmund begrüßt.

Zwischen 1979 und 1983 bestand die Islamische Ge- meinde Dortmund als selbstständiger Dachverband der islamischen Gemeinden in Dortmund. Diese löste sich

1983 auf, da die Gründung einer sogenannten Diyanet- Stiftung seitens des Religionsattachés der türkischen Bot- schaft angedacht war. Diese Stiftung wurde letztlich nicht realisiert und die Dortmunder Gemeinden schlossen sich schließlich der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (türkisch: Diyanet İşleri Türk İslam Birli- ği, kurz: D.I.T.I.B.) an. Zur D.I.T.I.B. gehören heute zehn Gemeinden in Dortmund.

Neben den an den nationalen Gegebenheiten in der Türkei orientierten Moscheevereinen existieren in Dort- mund weitere islamische Gemeinden, zum Beispiel die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş und Alevitische Gemeinde mit anderen spirituellen Ausrichtungen.

Als sich in den 1990er Jahren abzeichnete, dass die Ar- beitsmigranten dauerhaft in Dortmund bleiben würden, hatte dies auch Auswirkung auf die Moscheevereine. Die bis dahin lose organisierten Vereine organisierten sich nach deutschem Vereinsrecht und strebten Gemeinnüt- zigkeit an. Die zuvor häufig in Hinterhäusern unterge- brachten Gebetsstätten zogen in die Vorderhäuser. Der Islam wurde sichtbarer. Der Trend zum Bau repräsentati- ver Moscheen, wie er in ganz Deutschland zu beobachten ist, hält auch in Dortmund an.

Im Herbst 2007 bildeten die Vertreter der meisten Moscheegemeinden unter Beteiligung aller wichtigen islamischen Organisationen in Deutschland einen „Rat der muslimischen Gemeinden in Dortmund“.

4.3 Judentum

der muslimischen Gemeinden in Dortmund“. 4.3 Judentum Dortmunder Synagoge und Sitz des Landesverbandes jüdischer

Dortmunder Synagoge und Sitz des Landesverbandes jüdischer Gemeinden von Westfalen-Lippe

Das früheste Dokument, das auf die Existenz von Juden in der früheren Hanse- und Reichsstadt Dortmund hin- weist, ist ein Privileg Heinrichs IV. von 1074; eine zweite urkundliche Erwähnung von Juden stammt aus dem Jahre

11

1096. Die meisten Wohnstätten der Dortmunder Juden, ihr Bethaus und die Mikwe lagen am westlichen Rand des Stadtkerns. Im Zusammenhang mit den Pestpogromen 1460/1465 wurden die Juden aus Dortmund vertrieben und siedelten sich erst im 16. Jahrhundert wieder in um- liegenden Ortschaften u.a. in Dorstfeld, Hörde, Schwerte, Unna an. Erst zu Beginn des 19.Jahrhunderts gestattete die Stadt Dortmund wieder jüdische Ansiedlung in ihren Mauern. Seit Mitte des 19.Jahrhunderts wuchs die Zahl der in Dortmund ansässigen Juden stetig infolge der in- dustriellen Entwicklung des Ruhrgebietes.

Im Zuge dessen entstand 1895 als zentrale, repräsentati- ve Betstätte die Alte Synagoge. Mit 1300 Plätzen, davon 750 für Männer reservierte Sitzplätze im Erdgeschoss und 450 Plätze für Frauen auf den Emporen des Kuppel- baus, war die Synagoge zu ihrer Zeit eines der größten jüdischen Bethäuser in Deutschland. Als eine von we- nigen jüdischen Gemeinden in Deutschland, wurde die Gemeinde noch vor den Novemberpogromen 1938 ih- res Besitzes enteignet und der Abriss vollzogen. [52] Ne- ben der großen Synagoge in der Innenstadt gab es auch in Dortmund-Hörde und Dortmund-Dorstfeld jüdische Ge- meinden mit eigenen Synagogen, die ebenfalls zerstört wurden. Die anschließende erzwungene Auswanderung im Nationalsozialismus und der Holocaust dezimierten die jüdische Bevölkerung Dortmunds drastisch.

In den 1990er Jahren ist die Jüdische Gemeinde durch den Zuzug von Juden aus der ehemaligen Sowjet- union wieder erheblich gewachsen. Heute umfasst die orthodoxe Kultusgemeinde 4200 Mitglieder. Sie betreibt neben einer Synagoge auch einen Kindergarten. Auch der jüdische Teil des Dortmunder Hauptfriedhofs wird heute wieder aktiv genutzt.

4.4 Weitere Religionsgemeinschaften

In Dortmund existieren zwei Thai-Buddhistische Ge- meindezentren: das Wat Metta Parami im Hüttenbruch- weg und das Wat Dhammabharami auf der Engel- bertstrasse. Neben diesen beiden Gemeinden, die am Theravada-Zweig des Buddhismus orientiert sind, gibt es auch ein Zentrum, das eine Form des Vajrayana ver- tritt. Dieses gehört dem Buddhistischen Dachverband Diamantweg e. V. an.

Für die hinduistische Gemeinde der in Dortmund le- benden Tamilen ist der Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel in Hamm von großer Bedeutung.

Außerdem existiert eine Bahai-Gemeinde.

4.5 Interreligiöser Dialog

Die Ursprünge des christlich-islamischen Dialogs in Dortmund finden sich im 1969 initiierten Arbeits-

kreis für Religion und Weltanschauung der Rheinisch- Westfälische Auslandsgesellschaft. In den 1990er Jah- ren fanden erste direkte Kontakte zwischen christlichen und islamischen Gemeinden im Arbeitskreis Kirche und Moschee statt. Diese Arbeitskreise existieren heute nicht mehr.

Seit 1993 widmet sich das gemeinsam von Christen und Muslimen initiierte Dortmunder Islamseminar der in- terreligiösen Zusammenarbeit zwischen Muslimen und Christen. Träger des Islamseminars sind die Abu-Bakr- Moschee Dortmund, die Moschee Bachstraße des VIKZ, die (evangelischen) Kirchenkreis Dortmund-Lünen, das Katholische Forum Dortmund und die Dortmunder DITIB-Gemeinden.

Dem Zusammenleben von Juden und Christen in Dort- mund widmet sich die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dortmund e. V.

5 Politik

5.1 Überblick

Zahlen und Fakten zur Politik in Dort- mund 5.1 Überblick Rathaus Dortmund Amtshaus Aplerbeck als eine

Rathaus Dortmund

zur Politik in Dort- mund 5.1 Überblick Rathaus Dortmund Amtshaus Aplerbeck als eine von 12 Bezirksvertretungen

Amtshaus Aplerbeck als eine von 12 Bezirksvertretungen in Dort- mund

12

5 POLITIK

Dortmund ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Arnsberg des Lands Nordrhein-Westfalen und han- delt in freier Selbstverwaltung durch ihre Organe. Ge- mäß dem Gesetz über die Kommunalwahlen im Lan- de Nordrhein-Westfalen, der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen und der Hauptsatzung der Stadt Dortmund sind dies der Rat der Stadt Dortmund und der Oberbürgermeister. Alle fünf Jahre wählen die Dortmunder Bürger den 82-köpfigen ehrenamtlichen Rat der Stadt Dortmund (2012: zusätzlich 4 Überhang- und Ausgleichsmandate) und den hauptamtlichen Oberbür- germeister. Der Rat wählt zwei ehrenamtliche Bürger- meister als Stellvertreter des Oberbürgermeisters. In den zwölf Stadtbezirken wird außerdem jeweils eine 19- köpfige ehrenamtliche Bezirksvertretung gewählt, die aus ihrer Mitte einen Bezirksbürgermeister (bis 2008: Be- zirksvorsteher) und einen oder mehrere Stellvertreter wählt. Dem Oberbürgermeister obliegen die Geschäfte der laufenden Verwaltung, er leitet die Ratssitzungen und repräsentiert die Stadt. Der Oberbürgermeister ist ver- pflichtet, die Beschlüsse des Rats auszuführen. Der Rat wählt außerdem einen Stadtdirektor und bis zu neun wei- tere Stadträte als Stellvertreter des Oberbürgermeisters in der Verwaltung der Stadt. In den neun Außenstadtbezir- ken befinden sich Bezirksverwaltungsstellen.

Neben den Organen der kommunalen Selbstverwaltung werden in Dortmund vier Landtagsabgeordnete und zwei Bundestagsabgeordnete per Direktmandat gewählt, bei der Europawahl werden die Kandidaten ausschließlich über Listen gewählt.

In der Parteienlandschaft Dortmunds sind alle großen deutschen Parteien vertreten. Als rein kommunale Grup- pe treten die Bürgerliste für Dortmund, die im Rat ei- ne Fraktionsgemeinschaft mit der FDP bildet, auf. Eine dominierende Stellung nimmt die SPD ein: sie stellt seit 1946 ununterbrochen den Oberbürgermeister, bis 1999 auch die absolute Mehrheit im Rat, sämtliche direkt ge- wählten Abgeordneten auf Landes- und Bundesebene und erzielen bis heute Wahlergebnisse um die 50 %. Herbert Wehner sprach in diesem Zusammenhang von Dortmund als der „Herzkammer der Sozialdemokratie“.

5.2 Politische Geschichte

der Sozialdemokratie“. 5.2 Politische Geschichte Wahlergebnisse Dortmunder Stadtrat 1946–2014

Wahlergebnisse Dortmunder Stadtrat 1946–2014

Geschichte Wahlergebnisse Dortmunder Stadtrat 1946–2014 Sitzverteilung Dortmunder Stadtrat 1946–2014 Die

Sitzverteilung Dortmunder Stadtrat 1946–2014

Die Selbstverwaltung der Stadt Dortmund hat eine lan- ge Tradition. Seit etwa 1240 ist ein Rat belegt und vom König anerkannt, 1288 wurden erstmals Bürgermeister erwähnt und 1504 gingen auch die verbliebenen Rech- te an der die Stadt umgebenen Grafschaft Dortmund von den Grafen an die Stadt über. An der Spitze der Stadt Dortmund stand in Zeiten der Freien Reichsstadt der 18- köpfige, später zwölfköpfige, patrizische Rat, der im Lau- fe der Zeit verschiedentlich zusammengesetzt war. Die Amtszeit dauerte zunächst ein Jahr, wobei die Mitglie- der turnusmäßig wechselten, sodass es einen „alten Rat“ und einen „neuen Rat“ beziehungsweise „sitzenden Rat“ gab. Seit Ende des 15. Jahrhunderts wurden die Ratsher- ren auf Lebenszeit gewählt. Von den sechs Obersten Rats- herren führten zwei den Titel „Bürgermeister“. Der sieb- te Sitz war dem Freigrafen vorbehalten. Nach 1803 über- nahm ein fürstlich-oranischer Stadtmagistrat die Amtsge- schäfte und in französischer Zeit gab es einen Maire, dem ein Munizipalrat zur Seite stand. Als Dortmund 1815 preußisch wurde, gab es einen Bürgermeister und einen Gemeinderat. Mit Einführung der Städteordnung 1835 leiteten der Magistrat und das Stadtverordnetenkolleg un- ter Vorsitz des Bürgermeisters die Verwaltung. Ab 1860 trug das Stadtoberhaupt den Titel Oberbürgermeister.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeis- ter ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten Rat der Stadt (anfangs noch nach dem bri- tischen Mehrheitswahlrecht gewählt), dessen Mitglieder man als Stadtverordnete bezeichnet. Der Rat wählte an- fangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsit- zenden und Repräsentanten der Stadt, der ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 eben- falls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister.

5.3

Rat und Oberbürgermeister

13

5.3 Rat und Oberbürgermeister

Wahl des Dortmunder Stadtrats 2014 in Prozent

%

40

30

20

10

0

38,2 %

27,2 %

15,4 %

6,8 %

3,4 %

2,4 %

2,3 %

1,0 %

3,2 %

SPD

CDU

AfD

FDP

Rechte

Sonst.

Gewinne und Verluste im Vergleich zu 2012 %p

4

2

0

2

4

6

5,5 %p ± 0,0 %p 1,8 %p +3,3 %p +3,4 %p 0,2 %p +2,3 %p +1,0 %p 2,5 %p SPD CDU Grüne Linke AfD FDP Piraten Rechte Sonst. → Siehe auch: Ergebnisse der Kommunalwahlen in Dort- mund, Ergebnisse der Kommunalwahlen vor 1975

Die letzte Kommunalwahl fand in Dortmund am 25. Mai

vor 1975 Die letzte Kommunalwahl fand in Dortmund am 25. Mai Oberbürgermeister Ullrich Sierau 2014 statt.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau

2014 statt. Die SPD erreichte 38,2 % der Stimmen (36 Sitze), die CDU 27,2 % (26 Sitze), die Grünen 15,4 % (15 Sitze), Die Linke 6,8 % (6 Sitze), die AfD 3,4 % (3 Sitze), die FDP 2,4 % (2 Sitze), die Piraten 2,3 % (2 Sit- ze), Die Rechte 1,0 % (1 Sitz), die Bürgerliste für Dort- mund 1,0 % (1 Sitz), die NPD 0,9 % (1 Sitz) und die Freie Bürger-Initiative 0,7 % (1 Sitz). Nicht im Stadtrat vertreten sind das BIG mit 0,3 %, Die PARTEI mit 0,1 %, die DKP mit 0,1 %, die Demokratische Unabhängige Wählervereinigung mit 0,1 % sowie ein Einzelbewerber mit 0,0 %.

Bei der Wahl zum Oberbürgermeister am 25. Mai 2014 verfehlte der seit 2009 amtierende Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) die absolute Mehrheit. Deshalb muss er sich am 15. Juni 2014 einer Stichwahl gegen Annette Littmann, Kandidatin von CDU und Bürgerliste, stellen. Im ersten Wahlgang erhielt Sierau 43,7 %, Litt- mann 32,0 %. Daniela Schneckenburger (Grüne) erhielt 11,2 %, Hans-Christian Tödt (Die Linke) 5,8 %. 5 wei- tere Kandidaten erhielten zusammen 7,5 %. In der Stich- wahl setzte sich Ullrich Sierau (SPD) mit 51,6 % der Stimmen gegen Annette Littmann (CDU), die 48,4 % der Stimmen erhielt, durch.

Unterbrochen von einer konfliktgeladenen Koalition mit den Grünen (2004–2009) regiert die SPD seit dem Ver- lust der absoluten Mehrheit im Jahr 1999 mit wechseln- den Mehrheiten. Die Haushaltspläne werden in der Re- gel gemeinsam von SPD und CDU beschlossen, fallweise auch von SPD und Grünen.

Die nächste reguläre Kommunalwahl findet wieder im Jahr 2020 statt.

14

5 POLITIK

Aktuell gibt sich somit folgende vorläufige Sitzverteilung nach Fraktionen (Stand Juli 2014):

5.4 Parteien und Wählergruppen

Sitzverteilung im Dortmunder Stadtrat 2014 Von 94 Sitzen entfallen auf:

DIE LINKE.: 6

PIRATEN: 2

GRÜNE: 15

SPD: 36

Bürgerliste: 1

FDP: 2

CDU: 26

FBI: 1

AfD: 3

DIE RECHTE 1 + NPD 1: 2

In Dortmund sind folgende Parteien und Wählergruppen vertreten: die SPD (Unterbezirksvorsitzende Nadja Lü- ders, Fraktionsvorsitzender Norbert Schilff), die CDU (Kreisvorsitzender Steffen Kanitz, Fraktionsvorsitzender Ulrich Monegel), die GRÜNEN (Kreisverbandssprecher Hilke Schwingeler und Remo Licandro, Fraktionsspre- cher Ingrid Reuter und Ulrich Langhorst), DIE LIN- KE. (Kreissprecher Christian Seyda und Christiane Ten- bensel, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE & PIRATEN Utz Kowalewski), die PIRATEN (Kreisvorstandsvorsit- zende Dirk Pullem und Nadja Reigl, stv. Fraktionsvor- sitzender DIE LINKE & PIRATEN Christian Gebel), die AfD (Kreisvorstandssprecher Peter Bohnhof, Frakti- onsvorsitzender Heiner Garbe), die FDP (Kreisvorsitzen- der Michael Kauch, Fraktionsvorsitzender FDP/BL Lars Rettstadt), die Bürgerliste für Dortmund (Erster Vor- sitzender und stv. Fraktionsvorsitzender FDP/BL Tho- mas Reinbold), DIE RECHTE (Kreisvorstandsvorsitzen- der zurzeit unbekannt), die NPD (Kreisvorsitzender Mat- thias Wächter), die FBI (Vorsitzender Detlef Münch), das BIG (Kreisvorsitzender zurzeit unbekannt), Die PARTEI (Kreisverbandsvorsitzender Olaf Schlösser), die DKP (Kreisvorsitzende Doris Borowski), die DUW (Vorsit- zender Ingo Meyer), das Bündnis 21/RRP (Kreisvor- standsvorsitz zurzeit vakant) und Pro NRW (Kreisvorsit- zender Max Branghofer).

5.5 Bundestagsabgeordnete

Das Dortmunder Stadtgebiet bildet zwei Bundestags- wahlkreise. Der Bundestagswahlkreis 142 (ehem. 143)

Dortmund I umfasst die westlichen Stadtbezirke. Hier fiel

2013 mit 45,4 Prozent der abgegebenen Erststimmen das

Direktmandat an den SPD-Abgeordneten Marco Bülow,

der auch schon 2009, 2005 und 2002 diesen Wahlkreis errungen hatte. Über die Landesliste zogen im Jahre 2013 Markus Kurth, GRÜNE, sowie Ulla Jelpke, DIE LIN- KE, in den 18. Deutschen Bundestag ein. Am 1. Januar

2015 rückte Thorsten Hoffmann, CDU, über die Landes-

liste in den Bundestag nach. Die östlichen Stadtbezirke

bilden den Bundestagswahlkreis 143 (ehem. 144) Dort- mund II. Hier fiel das Direktmandat 2013 mit 46,7 Pro- zent auf Sabine Poschmann, SPD. Über die Landesliste wurde Steffen Kanitz, CDU, gewählt.

5.6 Landtagsabgeordnete

Mit Stand vom 14. November 2012 vertreten die Stadt Dortmund folgende Abgeordnete im Landtag Nordrhein- Westfalen (16. Wahlperiode):

Armin Jahl, SPD, Wahlkreis Dortmund I

Gerda Kieninger, SPD, Wahlkreis Dortmund II

Mario Krüger, GRÜNE, Landesliste

Nadja Lüders, SPD, Wahlkreis Dortmund III

Claudia Middendorf, CDU, Landesliste

Hanns-Jörg Rohwedder, PIRATEN, Landesliste

Birgit Rydlewski, PIRATEN, Landesliste

Daniela Schneckenburger, GRÜNE, Landesliste

Guntram Schneider, SPD, Wahlkreis Dortmund IV

Torsten Sommer, PIRATEN, Landesliste

5.7 Verschuldung

Die Gesamtsumme der Verschuldung der Stadt Dort- mund beläuft sich zum Jahresende 2012 auf 3,541 Mil- liarden Euro. Jeder Einwohner ist damit mit 6197 Euro verschuldet. [53]

5.8 Wappen und Farben

„Die Flagge der Stadt enthält die Farben Rot und Weiß in Längsstreifen.“ [54]

Neben Wappen und Farben gab es seit 1994 ein Logo, das die stilisierten Buchstaben DO in einem rechtsoffe- nen Halbkreis aus neun dunkelblauen fünfzackigen Ster- nen zeigt. Die Sterne werden nach unten hin kleiner. Der senkrechte Strich im D ist nach oben verlängert und noch- mals kurz gekreuzt. Er soll den Florianturm darstellen, während zwei gebogene Striche über dem O auf die große

5.9 Städtepartnerschaften

15

5.9 Städtepartnerschaften 15 Flagge der Stadt Dortmund Westfalenhalle anspielen. Die beiden Buchstaben sind in Petrol

Westfalenhalle anspielen. Die beiden Buchstaben sind in Petrol gehalten. Die Darstellung mit Sternen galt als Eu- ropalogo, teilweise fand man das Logo auch ohne Sterne. Im Frühjahr 2005 wurde das städtische Corporate Design aber wieder auf die traditionellen Farben und Symbole umgestellt. Außerdem stellt die Stadt Dortmund für Bür- ger oder Unternehmen, die ihre Verbundenheit mit Dort- mund zeigen wollen, noch eine Stadtsilhouette mit meh- reren markanten Gebäuden in der Farbe des ehemaligen Logos zur Verfügung.

5.9 Städtepartnerschaften

ehemaligen Logos zur Verfügung. 5.9 Städtepartnerschaften Städtepartnerschaften der Stadt Dortmund pflegt derzeit

Städtepartnerschaften der Stadt

Dortmund pflegt derzeit offiziell acht internationale Städtepartnerschaften sowie eine innerdeutsche Städte- freundschaft.

Die älteste Städtepartnerschaft Dortmunds besteht zu Amiens in Frankreich. Erste Schritte zu einer solchen Partnerschaft entwickelten sich aus privaten Kontakten eines Bürgermeisters und Überlegungen des Auslandsin- stituts bereits 1952. Ab 1957 kam es zu verstärkten Kon- takten zwischen den Städten, und am 2. April 1960 er- folgte die Proklamation durch den Rat der Stadt Dort- mund.

Noch weiter reicht die Partnerschaft zu Leeds im Verei- nigten Königreich zurück. Bereits Ende 1949 wurde von der britischen Control Commission for Germany der Vor- schlag gemacht, Beziehungen zwischen dem West Riding of Yorkshire und dem Regierungsbezirk Arnsberg aufzu- nehmen, da sich beide Gebiete strukturell ähnelten. Die

eigentliche Städtepartnerschaft geht auf eine Reise meh- rerer Bürgermeister aus dem Ruhrgebiet in diese Regi- on im Jahr 1957 zurück, bei der eine partnerschaftliche Beziehung zwischen Leeds und Dortmund erwogen wur- de. In der Folge intensivierten sich die Kontakte, und am 2. Juni 1969 kam es schließlich zur Unterzeichnung des Partnerschaftsabkommen durch die Stadt Dortmund.

Beide Partnerschaften standen noch im Schatten des Zweiten Weltkriegs und waren geprägt von dem Willen, eine derartige Katastrophe sich nicht wiederholen zu las- sen. Sie sollten den Gedanken der Völkerverständigung und europäischen Freundschaft auch in der Bevölkerung verankern.

Der Gedanke der Völkerverständigung spiegelte sich auch in der Partnerschaft zu Buffalo im US-Bundesstaat New York wider, allerdings gingen hier die Bemühungen wesentlich stärker von der Partnerstadt aus, die sich da- neben von dieser auch eine Stärkung der Kultur der dor- tigen deutschstämmigen Bevölkerung erhoffte. Erste Be- mühungen vonseiten Buffalos fanden bereits 1950 statt, zu einem umfangreicheren Austausch kam es aber erst Mitte der 1970er Jahre. Der offizielle Beschluss wurde schließlich am 4. Juli 1977 gefasst.

Exakt ein Jahr später fasste der Rat den Beschluss, auch eine Städtepartnerschaft mit Rostow am Don in der da- maligen UdSSR (heute Russland) aufzunehmen. Sie ent- wickelten sich aus den Auslandskulturtagen der Stadt von

1973 mit der Sowjetunion. Aufgrund der großen geo-

graphischen Entfernung und der Zugehörigkeit zu un- terschiedlichen Blöcken, stellte diese Städtepartnerschaft von Anfang an eine Besonderheit dar. Zu intensiven Kon- takten kam es entsprechend erst nach Ende des Kalten Krieges.

Die Städtepartnerschaft zu Netanja in Israel, am 12. Juni

1980 vom Rat der Stadt Dortmund beschlossen, geht auf

eine Einladung aus dem Jahr 1972 an ehemalige Dort- munder Bürger, die als Juden aus Deutschland fliehen mussten, die Stadt zu besuchen, zurück. Infolgedessen wurde von Seiten Dortmunds der Wunsch an den israeli- schen Städteverband gerichtet, eine Partnerschaft mit ei- ner israelischen Stadt aufzunehmen. Kurz darauf kündig-

te der Bürgermeister von Netanja Interesse an einer sol- chen Partnerschaft an. Aus dieser sind sechs Dortmunder Schulpartnerschaften hervorgegangen.

Ebenfalls auf die Dortmunder Auslandskulturtage geht die Partnerschaft mit Novi Sad im damaligen Jugosla- wien (heute Serbien) zurück. Im Anschluss an die Ver- anstaltung 1978 teilte der Bürgermeister Novi Sads mit, dass vom jugoslawischen Konsulat eine Städtepartner- schaft mit Dortmund in Erwägung gezogen werde. Am 26. März 1981 unterzeichnete der Rat schließlich ein Partnerschaftsabkommen.

Die jüngste Dortmunder Städtepartnerschaft mit Xi’an in der Volksrepublik China geht auf geschäftliche Kontakte der ThyssenKrupp Uhde GmbH und eine Partnerschaft der Technischen Universität Dortmund mit der Jiaotong-

16

6 KULTUR UND SEHENSWÜRDIGKEITEN

Universität Xi’an zurück. Im Februar 1986 lagen Dort- mund Anfragen mehrerer Städte nach einer Partnerschaft vor, und man entschied sich schließlich aufgrund der be- stehenden Kontakte und der guten Verkehrsanbindung für Xi’an. Daraufhin intensivierten sich die Kontakte und am 1. April 1989 unterzeichnete der Volkskongress der Stadt Xi’an die Partnerschaftserklärung. Aufgrund des Tian’anmen-Massakers bestätigte die Stadt Dortmund die Partnerschaft nicht offiziell, sodass diese formal erst seit dem 27. Juni 1991 besteht.

Am 2. Juni 2014 wurde die Städtepartnerschaft zwischen Trabzon und Dortmund besiegelt. Der damalige Auslän- derbeirat, heute Integrationsrat, hatte sich bereits 2008 für die Projektpartnerschaft ausgesprochen und sich im Nachgang – unter Beteiligung zahlreicher Akteure inner- halb und außerhalb von Politik und Verwaltung – intensiv für die Begründung einer offiziellen Städtepartnerschaft eingesetzt.

Neben diesen bilateralen Beziehungen ist Dortmund Mit- glied in den Vereinigungen Eurocities, Rat der Gemein- den und Regionen Europas und United Cities and Local Governments. Historische Beziehungen zu anderen Städ- ten leben in der Neuen Hanse fort. Seit dem 14. Januar 2008 ist die Stadt Mitglied des Konvents der Bürgermeis- ter/innen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bildete sich der Paten- schaftsarbeitskreis Waldenburger Bergland/Dortmund, der bis 2008 alle zwei Jahre das Waldenburger Heimat- treffen für den Kreis und die Stadt Waldenburg in der Westfalenhalle veranstaltete.

5.10 Jugendpolitik

Dortmund ist bekannt als Hochburg der Schüler- und Ju- gendpolitik. Die Bezirksschülervertretung Dortmund ge- hört zu den bundesweit stärksten Schülerorganisationen. Seit 2005 gewinnen die Schülervertretungen in der Stadt- öffentlichkeit an Bedeutung und sitzen mit im Kinder- und Jugendring sowie im Kinder- und Jugendausschuss des Rates.

Dem „Ring Politische Jugend Dortmund“, der die Gel- der für Dortmunder Jugendorganisationen verteilt, gehö- ren die Jusos, die Junge Union, die Grüne Jugend, die Jungen Liberalen und die Linksjugend an. Als bekann- testes, von Jugendlichen organisiertes Projekt gilt Rock in den Ruinen, mit über 15.000 Besuchern, das jährlich von der Juso AG Hörde und dem SPD-Stadtbezirk Hörde organisiert wird.

6 Kultur und Sehenswürdigkeiten

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Dortmund

6.1 Stadtbild

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Dortmund 6.1 Stadtbild Boulevard Kampstraße als Beispiel der autogerechten

Boulevard Kampstraße als Beispiel der autogerechten Stadtpla- nung

Durch insgesamt 105 Luftangriffe und mehr als 22.242 Tonnen Bomben wurde das historische Stadtzentrum zu 95 % zerstört. Insbesondere durch den Luftangriff vom 12. März 1945, der der schwerste konventionelle Luft- angriff war, der im gesamten Verlauf des Zweiten Welt- kriegs gegen eine Stadt in Europa durchgeführt worden war, sind in der ehemaligen Altstadt innerhalb des Wall- ringes nur noch wenige alte Gebäude und Straßenzüge in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben. Es wurde von der britischen Militärregierung und dem Dortmun- der Baudezernenten Friedrich Delfs sogar erwogen, die Trümmer als Mahnmal gegen den Krieg vor Ort liegen zu lassen und Dortmund an einer anderen Stelle neu zu errichten.

Der tatsächliche Wiederaufbau wurde jedoch durch die im Boden vorhandenen Infrastrukturleitungen und die darüber liegenden Straßen bestimmt. Ausnahme bilden hierbei die Nord-Süd Achse entlang der Kleppingstraße und die Ost-West Achse entlang der Kampstraße in der Innenstadt, die im Zeitgeist der aufgelockerten und autogerechten Stadtentwicklung durch die Altstadt ge- schlagen worden sind. Beim Großteil des Wiederauf- baus wurden jedoch Straßenverläufe und die historischen Straßennamen beibehalten, die Bebauung erfolgte hier- bei allerdings im Stil der 1950er Jahre. Das öffentliche Bewusstsein der Nachkriegszeit war vom Wunsch ge- prägt, die städtebauliche Situation als Produkt der In- dustrialisierung auf den Grundrissen der mittelalterli- chen Stadt nicht zu wiederholen. Somit sind weite Tei- le der Innenstadt von Nachkriegsarchitektur geprägt; da- zwischen befinden sich einzelne Bauten, die erhalten ge- blieben sind. Wenngleich aufgrund der Kriegszerstörung und der Nachkriegs-Stadtplanung kein geschlossenes his- torisches Stadtbild mehr existiert, so besitzt die Stadt

6.3

Bauwerke innerhalb des Wallrings

17

doch zahlreiche Gebäude vieler Epochen, insbesondere hierbei herausragende Beispiele der Nachkriegsmoderne. In den letzten Jahren wurde das Stadtbild durch große städtebauliche Umbaumaßnahmen wie den Umbau der Kampstraße als Boulevard oder den Bau der Thier- Galerie als Einkaufszentrum geprägt. [55]

6.2 Architektur

Architektonisch gesehen ist Dortmund eine Stadt voller Widersprüche. Die Wahrnehmung wird stark vom Stil der Nachkriegs- und Postmoderne geprägt und erweckt den Eindruck einer jungen Stadt. Tatsächlich besteht auf- grund der über 1125-jährigen Stadtgeschichte jedoch ei- ne Vielzahl von Bauwerken aus verschiedenen Architek- turepochen. Besonders sehenswerte Bauten werden zu- meist in eigenen Artikeln beschrieben.

6.3 Bauwerke innerhalb des Wallrings

Artikeln beschrieben. 6.3 Bauwerke innerhalb des Wallrings Die bekannte Häuserzeile am Ostenhellweg Entlang des

Die bekannte Häuserzeile am Ostenhellweg

Entlang des Dortmunder Ostwalls sind lassen sich noch die Strukturen und Ausdehnungen der mittelalterlichen Dortmunder Stadtbefestigung erkennen. Als einziger Wall zeigt der Ostwall jetzt noch die alte Mittelprome- nade mit Kastanienallee, die im Zeitraum von 1810 bis 1874 durch das Schleifen der Stadtmauer entstanden ist. Bekannte Bauwerke am Ostwall sind das Schüchtermann- Denkmal, das alte Museum am Ostwall, der Adlerturm und ein Teilstück der historischen über 800 Jahre alten Stadtmauer.

Das Alte Stadthaus wurde 1899 nach einem Entwurf von Stadtbaurat Friedrich Kullrich im Stil der Neurenaissance errichtet. Wie viele Gebäude Dortmunds wurde es im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. Zwischen zwei Fens- tern der Westseite befindet sich der westfälische Spruch „So fast as düörpm“, zu deutsch: „So fest wie Dortmund“. An der Frontseite sind die Wappen von acht Hansestädten zu sehen, unter anderem von Bremen, Lübeck, Hamburg,

sehen, unter anderem von Bremen , Lübeck , Hamburg , Stadtmauer und Adlerturm als Reste der

Stadtmauer und Adlerturm als Reste der mittelalterlichen Stadt- befestigung

Adlerturm als Reste der mittelalterlichen Stadt- befestigung Krügerpassage im Krügerhaus am Westenhellweg Münster

Krügerpassage im Krügerhaus am Westenhellweg

Münster und Köln. Den Balkon über dem Portal umrah- men zwei weibliche allegorische Figuren, deren linke die Blütezeit Dortmunds im Mittelalter symbolisiert. In einer Hand hält die Figur das mittelalterliche Rathaus, in der anderen die Hansekogge. Die rechte Figur ist ein Symbol für das neu herangebrochene Industriezeitalter, denn die Figur stützt sich mit dem Arm auf einem Dampfhammer ab, in den Händen hält sie ein Messgerät und einen Plan.

Angrenzend an das Alte Stadthaus stehen mit sei- nem Erweiterungsbau von 1929 an der Ecke Ol- pe/Kleppingstraße, dem neuen Stadthaus am Südwall von 1952 sowie der Berswordt-Halle von 2002 weitere Ge- bäude, die zusammen den städtischen Verwaltungskom- plex gegenüber dem Dortmunder Rathaus bilden.

Neben dem neuen Stadthaus am Südwall befinden sich

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6 KULTUR UND SEHENSWÜRDIGKEITEN

18 6 KULTUR UND SEHENSWÜRDIGKEITEN Altes Stadthaus am Friedensplatz mit der ehemalige Hauptverwaltung der Vereinigte

Altes Stadthaus am Friedensplatz

mit der ehemalige Hauptverwaltung der Vereinigte Elek- trizitätswerke Westfalen heute Hauptsitz der DEW 21 und dem Gebäudekomplex der Versicherung für Hand- werk, Handel Gewerbe, das heute als Jugendamt der Stadt Dortmund genutzt wird, weitere herausragende Großbau- ten der 1950er Jahre am Dortmunder Neutor.

Die Krügerpassage in der Dortmunder Innenstadt ist die älteste Passage auf Dortmunder Stadtgebiet; sie wurde 1912 im Stil der Neorenaissance von Paul Lutter und Hugo Steinbach erbaut. Jedoch fiel sie im Zweiten Welt- krieg wie viele bedeutende Dortmunder Bauwerke dem Krieg zum Opfer und wurde erst 1953 wieder aufgebaut.

Das Vehoff-Haus am Ostenhellweg gehört zu den ältesten steinernen Profanbauten im Dortmunder Stadtzentrum. Es wurde im Jahr 1607 erbaut, im Jahr 1905 durch ei- nen Brand zerstört und in seinen Grundzügen als Kopie des historischen Hauses wiedererrichtet. Dabei wurde es in seiner Höhe an die Nachbargebäude angepasst. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg erfolgte ein zwei- ter Wiederaufbau mit der Originalhöhe des historischen Hauses von 1607. Es grenzt hierbei direkt an die Dort- munder Marienkirche und befindet sich am Kreuzungs- bereich zwischen Westenhellweg und Ostenhellweg.

bereich zwischen Westenhellweg und Ostenhellweg . Gesundheitshaus Dortmund Aufgrund der Kriegszerstörung und

Gesundheitshaus Dortmund

Aufgrund der Kriegszerstörung und der Nachkriegs- Stadtplanung befinden sich innerhalb des Dortmunder

Stadtplanung befinden sich innerhalb des Dortmunder Die Stadt- und Landesbibliothek mit IWO-Hochhaus, RWE- Tower

Die Stadt- und Landesbibliothek mit IWO-Hochhaus, RWE- Tower und Sparkassen-Hochhaus

Wallrings eine Vielzahl von herausragenden Beispie- len der Nachkriegsmoderne. Namhafte Architekten wie Harald Deilmann, Will Schwarz und Fido Spröde ver- wirklichten sich hierbei im Stadtzentrum, herausragen- de Bauten sind unter anderem das Fritz-Henßler-Haus, das Museum am Ostwall und das Gesundheitshaus Dort- mund. Die Gebäude der Architekten rücken hierbei in der letzten Zeit vermehrt in den Fokus des Interesses und werden aufwendig saniert, wie das Beispiel der ehemali- gen WestLB Dortmund zeigt. Letztere wurde wegen sei- ner zeittypischen, von der Pop-Art inspirierten Architek- tur als jüngstes Baudenkmal 2011 in die Denkmalliste der Stadt Dortmund eingetragen und fachgerecht saniert.

Weiterhin befinden sich eine große Anzahl von kleineren Bauwerken innerhalb des Wallrings, die unter Denkmal- schutz gestellt wurden oder bereits tief im Bewusstsein der Dortmunder Bevölkerung verankert sind.

Der RWE Tower, erbaut nach Plänen des Architek- turbüros Gerber, ist nach der Petrikirche und der Reinoldikirche das dritthöchste Bauwerk der Dortmun- der Innenstadt und wurde am 24. August 2005 einge- weiht. Das 100 m hohe, im Grundriss linsenförmige Ge- bäude mit einer Fassade aus anthrazitfarbenem chinesi- schem Granit wird von der RWE AG genutzt. Er ist zu- sammen mit den Innenstadtkirchen, dem angrenzenden IWO-Hochhaus und dem Sparkassen-Hochhaus eines der höchsten Gebäude innerhalb des Wallrings

Die Stadt- und Landesbibliothek Dortmund wurde 1999 südlich des Dortmunder Hauptbahnhofs eröffnet. Der von Architekt Mario Botta gestaltete Bibliotheksbau be- steht aus einem rechteckigen Baukörper aus rosafarbe- nem Sandstein und einer vorgelagerten Glasrotunde.

Das Konzerthaus Dortmund im Brückstraßenviertel an der Kreuzung der Brückstraße mit der Ludwigstraße wur- de im September 2002 eröffnet. Das Konzerthaus (auch Philharmonie für Westfalen genannt) reiht sich in die vor- handene Fassadenreihe ein, aber sticht gleichzeitig durch die Eckposition und die schräge hervor. Die optische Verbindung mit den anderen Fassaden wird durch eine

6.4

Bauwerke außerhalb des Wallrings

19

6.4 Bauwerke außerhalb des Wallrings 19 Detailansicht der modernen Ätzglasfassade gläserne Passage zwischen

Detailansicht der modernen Ätzglasfassade

gläserne Passage zwischen Konzerthaus und Nachbarge- bäude erreicht. In den Abend,- und Nachtstunden kann wird die komplette Fassade durch LED-Elemente be- spielt werden. Durch die enge und dichte Bebauung inner- halb des Brückstraßenviertel musste auf einen Vorplatz verzichtet werden, doch das Eingangsfoyer, die ganz aus Glas gestaltete Erdgeschosszone, bindet das Haus ganz natürlich in den Stadtraum ein.

Die Thier-Galerie mit ihren 33.000 Quadratmetern ist ei- nes der neusten Großprojekte innerhalb des Wallrings. Neben einem modernen großflächigen Neubau, wur- de außerdem der ehemalige Verwaltungsbau der Thier- Brauerei aus den 1950er Jahren reaktiviert und das ehe- malige Clemenschen Kaufhaus von 1902 als Repräsenta- tionsbaut des Klassizismus am Westenhellweg detailge- treu und mit einer neuen Außenterrasse rekonstruiert.

6.4 Bauwerke außerhalb des Wallrings

Neben dem RWE Tower, IWO-Hochhaus und dem Sparkassen-Hochhaus besitzt Dortmund noch weitere Hochhäuser, denn in den letzten Jahren hat sich in der Stadt ein beachtliches Cluster an Hochhäusern mittlerer Gebäudehöhe entwickelt. Zusammen mit dem mittelal- terlichen Kirchen St. Reinoldi und St. Petri bilden die Bü- rotürme die Dortmunder Skyline. Die Entwicklung wird derzeitig von der Stadt im neuen Stadtentwicklungskon- zept Dortmund 2030 weiter voran getrieben. Hierbei sol- len einzelne Orte innerhalb der Innenstadt als Stadttore akzentuiert und kenntlich gemacht werden und so eine stark ausgeprägte Silhouette – die „City-Krone“ – aus- bilden. Weitere Hochhäuser sind das im April 1994 er- öffnete Harenberg City-Center mit 19 oberirdischen und 2 unterirdischen Geschossen bei einer Höhe von 70 m eines der höchsten Häuser der Stadt sowie das Ellipson mit einer Höhe von 60 und 17 Etagen und dem neu- en Volkswohl Bund Hochhaus mit 63 Metern am Hohen Wall. Darüber hinaus bestehen am Rheinlanddamm und Westfalendamm weitere Hochhäuser wie der Florianturm mit 208 Meter, das Telekom-Hochhaus mit 88 Meter und

der Westfalentower mit 86 Meter.

mit 88 Meter und der Westfalentower mit 86 Meter. Harenberg City-Center Ellipson am S-Bahnhof Stadthaus
mit 88 Meter und der Westfalentower mit 86 Meter. Harenberg City-Center Ellipson am S-Bahnhof Stadthaus

Ellipson am S-Bahnhof Stadthaus

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6 KULTUR UND SEHENSWÜRDIGKEITEN

20 6 KULTUR UND SEHENSWÜRDIGKEITEN Hauptsitz des Volkswohl Bund Hauptsitz Westnetz Das Landesoberbergamt Dortmund
KULTUR UND SEHENSWÜRDIGKEITEN Hauptsitz des Volkswohl Bund Hauptsitz Westnetz Das Landesoberbergamt Dortmund –

Das Landesoberbergamt Dortmund – ursprünglich Ober- bergamt Dortmund – im Kaiserstraßenviertel entstand im Jahr 1910 nach einem Entwurf des Regierungsbau- meisters Behrendt und des Dortmunder Baurats Claren. Das repräsentative, dreigeschossige Bauwerk nebst Sei- tenflügel und schiefergedecktem Uhrenturm wurde wäh- rend des Zweiten Weltkriegs stark beschädigt, aber nach dem Krieg weitgehend im Ursprungszustand wieder auf- gebaut. Das Gebäude beherbergt die Abteilung Bergbau und Energie in NRW der Bezirksregierung Arnsberg.

Das Verwaltungsgebäude Union ist der ehemalige Haupt- sitz der Union, AG für Bergbau, Eisen- und Stahl- Industrie an der Rheinische Straßen im Unionviertel. Der neoklassizistischer Backsteinbau aus dem Jahr 1921, wurde von den Architekten Dietrich und Karl Schulze geplant und weist Ähnlichkeiten mit dem Mannesmann-

Verwaltungsgebäude in Düsseldorf von Peter Behrens aus dem Jahre 1911/12 auf. Das Union-Gebäude umschließt im Inneren drei Lichthöfe. Nach außen zur Rheinischen Straße präsentiert sich das Gebäude als monumentaler Block. An der Kopfseite des Gebäudes befinden sich zehn Säulen im Stile der Neorenaissance. Oberhalb dieser Säu- lenreihe prangt weithin sichtbar die Inschrift „Es lobt den Mann die Arbeit und die Tat.“

Inschrift „Es lobt den Mann die Arbeit und die Tat.“ Dortmunder U Altes Hafenamt Dortmund Das

Dortmunder U

„Es lobt den Mann die Arbeit und die Tat.“ Dortmunder U Altes Hafenamt Dortmund Das Dortmunder

Altes Hafenamt Dortmund

Das Dortmunder U, ein denkmalgeschütztes Industrie- hochhaus aus dem Jahre 1926, gilt als markantes Wahr- zeichen der Stadt. Auf dem Dach des ursprünglich als Brauerei genutzten Gebäudes prangt seit 1968 das neun Meter hohe beleuchtete goldene Dortmunder U als Un- ternehmenszeichen der Union-Brauerei. Nach dem Um- zug der Brauerei in die Peripherie wurden seit 2003 alle umliegenden Gebäude abgerissen. Das Gebäude wurde

6.4

Bauwerke außerhalb des Wallrings

21

nach seinem Umbau im Zuge der Ruhr.2010 ab Mai 2010 in Etappen wiedereröffnet und wird heute als Kultur- und Kreativzentrum genutzt. Auf zwei der insgesamt acht Etagen befinden sich die Ausstellungsräume des hierher umgezogenen Museums Ostwall.

Das Alte Hafenamt wurde 1899 im Stil der Neurenaissance nach Plänen von Stadtbaurat Fried- rich Kullrich errichtet. Der zweigeschossige Bau mit einem zentralen Frontturm besitzt einen sechseckigen Grundriss und wurde am 11. August 1899 durch Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Bis 1962 war das Gebäude Sitz der Dortmunder Hafen AG. Heute beherbergt das Hafen- amt die Wasserschutzpolizei und die Ausstellung Hafen und Schifffahrt mit Exponaten zur Hafengeschichte.

Das Seminargebäude der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund wurde 1928–1930 von den Dortmunder Architekten Peter Grund & Karl Pinno entworfen und 1965 nach Planungen des Dortmunder Architekten Wer- ner Lehmann erweitert. Der flachgedeckte mit Sandstein verkleidete Baukörper aus den 1930er Jahren erstreckt sich dabei über 100 Meter entlang der Märkischen Straße und bildet zusammen mit dem Kammergebäude aus den 1960er Jahren einen großen Vorplatz. Letzteres ist mit geschliffenen Tafeln aus Leca-Beton verkleidet und gilt in seiner architektonischen Ausprägung als Musterbei- spiel seiner Bauweise.

Ausprägung als Musterbei- spiel seiner Bauweise. Büros von Architekten und Werbeagenturen. Die Spielbank

Büros von Architekten und Werbeagenturen.

Die Spielbank Hohensyburg wurde 1985 nach Plänen des Architekten Harald Deilmann und zweijähriger Bauzeit auf der Hohensyburg fertiggestellt. Deutschlands umsatz- stärkstes Casino liegt oberhalb des Hengsteysees und bie- tet einen weitschweifenden Blick über das Ruhrtal bei Ha- gen.

Im Stadtwald Bittermark erinnert das Mahnmal Bitter- mark an die Endphaseverbrechen im Rombergpark und in der Bittermark durch die Geheime Staatspolizei.

6.4.1 Bedeutende Sakralbauten

die Geheime Staatspolizei . 6.4.1 Bedeutende Sakralbauten Türme der Marienkirche (rechts) und der Reinoldikirche Haus

Türme der Marienkirche (rechts) und der Reinoldikirche

Haus Schulte Witten

Auf Dortmunder Stadtgebiet befinden sich 63 römisch- katholischen Kirchen, 43 evangelische Kirchen sowie

Das Haus Schulte-Witten ist ein 1880 erbautes Her-

renhaus unweit des Dortmunder Stadtzentrums im weitere Kirchenbauten aus verschiedenen architektoni-

schen Epochen. Darüber hinaus besitzt Dortmund nach Köln und Regensburg unter den deutschen Städten die drittmeisten romanischen Kirchen auf seinem Stadtge- biet.

Mit dem Bau der Reinoldikirche wurde 1250 begonnen. Die evangelische Kirche ist nach dem heiligen Reinoldus, dem Schutzpatron der Stadt benannt. Der ursprünglich 112 m hohe Turm der Reinoldikirche galt nach seiner Vollendung 1454 als „Wunder von Westfalen“. Nach Erd- bebenschäden stürzte dieser 1661 ein und wurde unmit- telbar wiederaufgebaut. Der Turm der Reinoldikirche mit einer heutigen Höhe von 104 m kann bis zur ersten Platt- form durch den Glockenturm bestiegen werden.

Stadtteil Dorstfeld. Archäologische Funde belegen ein Vorgebäude am gleichen Standort, das sich auf den Dreißigjährigen Krieg datieren lässt. Hinter dem Haus befindet sich ein weitläufiges Parkgelände sowie das ehemalige Wirtschafts- und Renteigebäude an. Das Haus Schulte-Witten gehört heute der Stadt Dortmund und wird als Stadtteilbibliothek und für sogenannte Ambiente-Trauungen genutzt.

43 Meter hohen alter Wasserhochbehälter am ehema- ligen Bahnbetriebswerk Dortmund Süd. Er wurde zwi- schen 1923 und 1927 als Stahlbeton-Skelett-Bau von der Deutschen Reichsbahn errichtet und beherbergt diverse

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6 KULTUR UND SEHENSWÜRDIGKEITEN

22 6 KULTUR UND SEHENSWÜRDIGKEITEN Petrikirche am Westenhellweg Gegenüber der Reinoldikirche liegt die Marienkirche

Petrikirche am Westenhellweg

Gegenüber der Reinoldikirche liegt die Marienkirche. Der wahrscheinlich älteste Gewölbebau Westfalens ent- stand in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts als spät- romanische Pfeilerbasilika. Ende des 14. Jahrhunderts wurde ein gotischer Chor ergänzt und auch andere Bau- teile gotisch erneuert, etwa die Fensterfront der Südseite. Die Kirche hatte ursprünglich zwei Türme. Das Innere der Kirche schmücken ein Marienaltar des Dortmunder Meisters Conrad von Soest aus dem Jahr 1420 und der ältere Altar des namentlich unbekannten Berswordtmeis- ters, der die Kreuzigung darstellt.

Auch die Petrikirche wurde am Hellweg errichtet. Der dreijochige Bau wurde im frühen 14. Jahrhundert begon- nen und als gotische Hallenkirche vollendet. Im Inneren von St. Petri befindet sich das Goldene Wunder von West- falen, ein prächtiger Flügelaltar aus dem Jahre 1521, der derzeit aufwändig restauriert wird.

Die Propsteikirche St. Johannes war die Klosterkirche des 1330 gegründeten ehemaligen Dominikanerklosters St. Johann und ist die einzige katholische Kirche in der Dortmunder Innenstadt. Zu den erhaltenen Sehenswür- digkeiten des Klosters zählt ein Altarretabel des Weseler Malers Derick Baegert aus dem 15. Jahrhundert.

Weitere Kirchenbauten in der Innenstadt sind:

Franziskanerkirche (dort ruhen die Gebeine des Mönchs Jordan Mai)

Nicolaikirche • Pauluskirche • Dreifaltigkeitskirche St.-Urbanus-Kirche in Huckarde Auch in den Stadtteilen gibt

St.-Urbanus-Kirche in Huckarde

Auch in den Stadtteilen gibt es zahlreiche historisch be- deutende Sakralbauten, unter anderem mehrere kleine romanische und gotische Kirchen, aber auch Beispiele für den modernen Kirchenbau. Besonders sehenswerte Bau- ten werden in den Artikeln der jeweiligen Stadtteile be- schrieben.

Die älteste Kirche auf Dortmunder Stadtgebiet ist St. Pe- ter zu Syburg. Die ursprüngliche Kirche wurde 776 auf der Hohensyburg durch Karl den Großen errichtet und 779 durch Papst Leo III. geweiht. Auf den Ruinen dieses Bauwerks erstand im 11. Jahrhundert die bis heute erhal- tene Wehrkirche. Die Alte Kirche Wellinghofen stammt aus dem 12. Jahrhundert. Sie stand unter dem Patronat der Familie von Romberg. In der Kirche befinden sich ein romanischer Taufstein und viele Schätze mittelalterlicher Kirchenkunst. In Kirchhörde findet sich die Kleinreinol- di genannte, ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert stam- mende, evangelische Patrokluskirche (Kirchhörde). Aus dem 13. Jahrhundert stammen die St.-Margareta-Kirche in Eichlinghofen, die Margaretenkapelle in Barop, die St.- Josef-Kirche in Kirchlinde und die St.-Remigius-Kirche in Mengede.

Weitere Kirchenbauten sind:

6.4

Bauwerke außerhalb des Wallrings

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6.4.2 Burgen und Schlösser

• St. Michael in Lanstrop 6.4.2 Burgen und Schlösser Hörder Burg am Phoenixsee Vinketurm der Hohensyburg

Hörder Burg am Phoenixsee

6.4.2 Burgen und Schlösser Hörder Burg am Phoenixsee Vinketurm der Hohensyburg Haus Bodelschwingh Der

Vinketurm der Hohensyburg

Hörder Burg am Phoenixsee Vinketurm der Hohensyburg Haus Bodelschwingh Der Öffentlichkeit kaum bekannt ist die

Der Öffentlichkeit kaum bekannt ist die Großstadt Dort- mund als Standort zahlreicher Burgen, Schlösser und Herrensitze. Doch gemäß ihrer westfälischen Tradition findet sich auf dem Dortmunder Stadtgebiet eine Vielzahl ehemaliger Adelssitze:

Oberhalb des Zusammenflusses von Ruhr und Lenne in den Hengsteysee auf dem Rücken des Ardeygebirges liegt die historisch bedeutsame Hohensyburg. Von der säch- sischen Sigiburg, deren erste urkundliche Nennung im Jahr 775 erfolgte, sind bis heute Ruinen erhalten. Auf dem Syberg findet sich weiterhin die auf das Jahr 1100 datierte historische Wehrkirche St. Peter zu Syburg, der 1857 errichtete Vincketurm und ein 1893 bis 1902 er- bautes Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Die 1985 fertiggestell- te Spielbank Hohensyburg gilt als das umsatzstärkste Ca- sino Deutschlands.

Von der im 12. Jahrhundert an der Emscher erbau- ten Hörder Burg ist nur noch der Hauptturm erhalten. Die Burg diente lange Zeit als Gerichtssitz. Die Hörder Burg gilt als eine Wiege der Ruhrindustrie. Der Iser- lohner Fabrikant Hermann Diedrich Piepenstock errich- tete hier 1852 ein Puddel- und Walzwerk, die spätere Hermannshütte. Nach dem Niedergang der Montanin- dustrie befindet sich heute zu Füßen der Hörder Burg der Phoenix-See.

Das im 13. Jahrhundert erbaute Wasserschloss Haus Dellwig vereinigt verschiedene architektonische Stile und liegt reizvoll in der hügeligen Moränenlandschaft im Dellwiger Bachtal, umgeben vom Naturschutzgebiet Dellwiger Wald. In fußläufiger Entfernung findet sich das Westfälische Industriemuseum Zeche Zollern II/IV.

Im Dortmunder Stadtteil Aplerbeck liegt das 1290 erst- mals urkundlich erwähnte Wasserschloss Haus Roden- berg. Das vom Ritter Diederich von dem Rodenberge er- baute Wasserschloss gehört heute der Stadt Dortmund, wurde 1996 grundlegend saniert und dient als Seminar- gebäude der Volkshochschule.

Das Wasserschloss Haus Bodelschwingh wurde im 13. Jahrhundert von der Familie von Bodelschwingh errichtet

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6 KULTUR UND SEHENSWÜRDIGKEITEN

und befindet sich bis heute im Familienbesitz.

Das von der Familie von Romberg im 13. Jahrhundert er- baute Schloss Brünninghausen wurde im Zweiten Welt- krieg weitgehend zerstört. An das ehemalige Wasser- schloss erinnern heute das als städtische Kunstgalerie ge- nutzte Torhaus und der ehemalige Schlosspark.

Der Rittersitz Haus Wenge wurde im 13. Jahrhundert von Goswin und Johann von der Wenge angelegt und präsen- tiert sich heute als einziges im Dortmunder Raum erhal- tenes Adelshaus des 16. Jahrhunderts mit gotischen For- men.

Von der ehemaligen Wall- und Befestigungsanlage der freien Reichsstadt Dortmund zeugen der Adlerturm und, als vorgelagerte Warte, der Steinerne Turm.

Weitere bedeutsame Bauwerke sind:

6.4.3 Industriedenkmäler

• Haus Steinhausen 6.4.3 Industriedenkmäler Zeche Zollern in Bövinghausen Der zunehmende Verfall und

Zeche Zollern in Bövinghausen

Der zunehmende Verfall und der drohende Abriss einer Vielzahl von Zeugnissen der zurückliegenden wirtschaft- lichen Blütezeit mit seinen tiefgreifenden Auswirkungen, die die Industrialisierung auf das Zusammenleben der Menschen hatte, wurden von der Dortmunder Bevölke- rung als existentieller Angriff auf die eigene Identität be- griffen. Als einer der ersten Orte im Ruhrgebiet entstand hier der Kampf für den Erhalt des historischen Erbes der Industrialisierung und ihrer gesellschaftlicher Anerken- nung. Der Ausgangspunkt der gesamten Bewegung war hierbei die Maschinenhalle der Zeche Zollern, die dank

der Initiative von Hans P. Koellmann 1969 nicht wie ge- plant abgebrochen, sondern als erstes Industriebauwerk in Deutschland unter Denkmalschutz gestellt wurde. Im Jahr 1981 integrierte der Landschaftsverband Westfalen- Lippe die Zeche in das dezentrale Westfälische Indus- triemuseum. Nach und nach wurden die umliegenden Gebäude restauriert und für die Öffentlichkeit zugäng- lich gemacht. Neben den eindrucksvollen Bauwerken sind auch die Außenanlagen Teil des Museums. Die Kohle- verladestation, der ehemalige Zechenbahnhof und ein be- gehbares Fördergerüst gehören zu den Attraktionen.

be- gehbares Fördergerüst gehören zu den Attraktionen. Hochofenreste und Gasometer des ehemaligen Stahlwerks

Hochofenreste und Gasometer des ehemaligen Stahlwerks Phoenix-West

Die 1928 errichtete ehemalige Kokerei Hansa befindet sich seit 1995 Besitz der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur. Seit 1998 sind die meisten Anla- genteile unter Denkmalschutz gestellt und das Denkmal Kokerei Hansa ist Teil der Route der Industriekultur. Die Anlage kann im Zuge von Führungen durch ehemalige Mitarbeiter und angelernte, fachkundige Begleiter erfah- ren werden.

Die Alte Kolonie Eving ist eine denkmalgeschützte Arbeitersiedlung im Stadtteil Eving. Die Siedlung wurde zwischen 1898 und 1899 von der Zeche Vereinigte Stein und Hardenberg für in dieser Zeit verstärkt angeworbe- ne auswärtige Arbeiter errichtet und bestand ursprünglich aus 76 Häusern mit 270 Wohnungen.

Auf dem stillgelegten, teilweise denkmalgeschützten und zum größten Teil abgerissenen Hochofenwerk Phoenix- West südlich des Westfalenparks erinnern zwei in Teilen erhaltene Hochöfen, ein Gasometer, die sanierte und un- genutzte Gebläsehalle, das heute als Veranstaltungshalle genutzte ehemalige Reserveteillager und einige weite- re Fragmente an die Industriegeschichte des Stadtteils Hörde.

Das Besucherbergwerk Graf Wittekind am Syburger Bergbauweg erlaubt einen Einblick in die Anfänge des Bergbaus im südlichen Ruhrgebiet.

Weitere industriehistorisch bedeutsame Bauten sind:

6.4

Bauwerke außerhalb des Wallrings

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Zeche Gneisenau in Derne

6.4.4 Plätze

Dortmund • Verwaltungsgebäude Union 6.4.4 Plätze Der Alte Markt Wie jede Großstadt verfügt Dortmund über

Der Alte Markt

Wie jede Großstadt verfügt Dortmund über eine Viel- zahl öffentlicher Plätze. Die Entstehungsgeschichte der verschiedenen Plätze ist dabei so unterschiedlich wie die Gestaltung. Neben der Keimzelle der Stadt wie der Alte Markt, entstanden andere während der Industrialisierung oder sind Produkt aktueller Stadtgestaltung. Die meisten liegen im Fußgängerbereich des historischen Stadtkerns.

Der Alte Markt bildet das historische Zentrum der Stadt. Um den Markt gruppierten sich im Mittelalter die histo- rischen Zunft- und Gildenhäuser der Dortmunder Hanse- Kaufleute. Bis heute findet sich hier das Stammhaus der Privatbrauerei Dortmunder Kronen sowie die Adler Apo- theke. Bis 1955 befand sich außerdem die Ruine des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Alten Rathauses, das als das älteste steinerne Rathaus Deutschlands galt, und die Rui- ne der 1914 erbauten Städtischen Sparkasse, die nach

dem Umzug in die Hansastraße bis 1943 als Bücherei be- nutzt wurde. Von beiden, ehemals prachtvollen Gebäu- den, standen nach Kriegsende 1945 nur noch die Außen- mauern. Heute dominiert rund um den Alten Markt die Gastronomie, die in den Sommermonaten annähernd den gesamten Platz bestuhlt. Der Alte Markt wird weiterhin häufig für Stadtfeste genutzt. Eine Besonderheit ist da- bei der 1901 erbaute Bläserbrunnen, der an die Markt- tradition Dortmunds erinnert. Bereits im 12. Jh. wurden diese Stelle in der Stadt als Handelspunkt für Kaufleu- te, Handwerker und Bürger genutzt. Der Bläserbrunnen wurde dabei als Tränke für die Pferde der Markthändler angelegt. Seinen Namen bekam der Brunnen durch sei- ne markante Figur auf seiner Mittelsäule, die von dem Berliner Prof. Gerhard Janensch geschaffen wurde. Sie soll dabei einen fahrenden Musikanten aus dem Mittel- alter darstellen. 1964 wurde der Brunnen in der heutigen Form an der Ostseite des Alten Marktes angelegt, mit mo- dernem Brunnenbecken, aber der alten Bläserfigur.

mit mo- dernem Brunnenbecken, aber der alten Bläserfigur. Hansaplatz Im Südwesten an den Alte Markt anschließend

Hansaplatz

Im Südwesten an den Alte Markt anschließend befin- det sich der Hansaplatz, der bis zum Ende des 19. Jahr- hunderts noch Wickedeplatz hieß. Bevor dieser am An- fang des letzten Jahrhunderts zusammen mit dem Bau der Hansestraße entstand, verliefen durch diese Gegend zwei Straßenzüge mit einer dichten, kleinteiligen und dörflichen Bebauung. Anfang des 20. Jahrhunderts wur- de mit dem Straßendurchbruch diese Bebauung abge- brochen und es entstanden repräsentative Neubauten wie das Althoffgebäude, - heute Karstadt –, die Wandelhalle als Probstei Arkarden, die Commerzbank und das Ge- bäude der ehemaligen Dresdener Bank. Heute findet auf dem Platz mittwochs, freitags und samstags der Wochen- markt statt. Als große Attraktion steht während des Weih- nachtsmarkts im Zeitraum von November bis Dezember auf dem Hanseplatz ein großer Weihnachtsbaum, der aus aus einer Vielzahl einzelner Tannenbäumen zusammen- gesetzt ist und als größer Weihnachtsbaum der Welt titu- liert wird.

Der Friedensplatz ist der zentrale Veranstaltungsplatz der Stadt. Am Friedensplatz befinden sich wichtige städtische Einrichtungen wie das Rathaus, das aus rotem Sandstein

26

6 KULTUR UND SEHENSWÜRDIGKEITEN

erbaute Alte Stadthaus, die Berswordt-Halle, das Neue Stadthaus sowie die städtische Dortmund-Agentur. In der Mitte des Platzes ragt die Friedenssäule in den Himmel.

Rund um die Reinoldikirche liegen der Willy-Brandt- Platz, der Reinoldikirchplatz und der Platz von Leeds mit viel Außengastronomie. Letzterer ist dabei einer von ins- gesamt fünf Plätzen in der Dortmunder Innenstadt, die nach einer Partnerstadt benannt sind. Weitere Plätze sind dabei der Platz von Buffalo, Platz von Amiens, Platz Ros- tow am Don und Platz von Netanya.

Außerhalb der City finden sich vor allem in der Nord- stadt städtebaulich interessante Plätze, so der Borsigplatz, die Wiege des Ballspielvereins Borussia Dortmund, der Nordmarkt, der Fredenbaumplatz und der Steinplatz.

6.5 Urbane Viertel

Fredenbaumplatz und der Steinplatz . 6.5 Urbane Viertel Borsigplatz in der Nordstadt Typische Häuserfassaden im

Borsigplatz in der Nordstadt

. 6.5 Urbane Viertel Borsigplatz in der Nordstadt Typische Häuserfassaden im Kreuzviertel Die Dortmunder

Typische Häuserfassaden im Kreuzviertel

Die Dortmunder Innenstadt wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. In den benachbarten Stadtvierteln haben sich zahlreiche Altbauten und eine lokale Stadtteil- kultur erhalten.

Das Kreuzviertel im Südwesten der Innenstadt wurde zwischen 1904 und 1908 vom Beamten-Wohnungsverein bebaut und gilt noch heute als ein Wohnviertel der obe- ren Mittelschicht. Als Standort der Fachhochschule Dort- mund und mit Nähe zur Universität ist das Kreuzviertel

bei Studenten sehr beliebt. Die Kneipenszene des Viertels genießt einen guten Ruf.

Die Nordstadt wurde zwischen 1858 und 1913 als Arbei- terviertel errichtet und wird heute überwiegend von süd- europäischen, osteuropäischen und asiatischen Einwan- derern bewohnt. Nördlich des Dortmunder Hauptbahn- hofs gelegen ist die Nordstadt das größte zusammenhän- gende städtische Wohnviertel in Nordrhein-Westfalen.

Die Kaiserstraße ist Teil des Hellwegs zwischen Osten- tor und Funkenburg und traditionell Sitz der Dortmun- der Gerichte. Südlich der Kaiserstraße finden sich vie- le gründerzeitliche Unternehmervillen. Das italienische Konsulat, die Abteilung Bergbau und Energie in NRW der Bezirksregierung Arnsberg sowie die Synagoge sind hier angesiedelt.

Das Brückstraßenviertel ist der letzte Teil der Innen- stadt, dessen Straßennetz aus der Vorkriegszeit erhal- ten geblieben ist. Als Kinomeile und Standort zahlrei- cher Diskotheken hatte die Brückstraße ein zwielichti- ges Image. Auch eine über die Stadt hinaus bekann- te offene Drogenszene war bis Mitte der 1990er Jah- re hier aktiv. Mit der Ansiedlung hochwertiger kultu- reller Einrichtungen (Konzerthaus, Volkshochschule und Orchesterzentrum NRW) und einem Quartiersmanage- ment durch die Stadt konnte hier eine gegenläufige Ent- wicklung eingeleitet werden. Heute präsentiert sich die Brückstraße als moderne, hochfrequentierte Einkaufs- straße mit einem kulturellen Hintergrund.

6.6 Parks und Grünflächen

einem kulturellen Hintergrund. 6.6 Parks und Grünflächen Der Westfalenpark Von Anfang an galt Dortmund trotz

Der Westfalenpark

Von Anfang an galt Dortmund trotz umfangreicher In- dustrie als die grüne Stadt des Reviers. Die Stadt ver- anstaltete aus Imagegründen regelmäßig den 49-Prozent- Lauf. Dieser sollte betonen, dass noch immer die Hälf- te der Stadtfläche aus Grün- und Parkanlagen bestand. Nach dem Niedergang der Montanindustrie ist dies trotz zunehmender Zersiedlung durch Eigenheimbau kein The- ma mehr. Dortmund präsentiert sich mit vielen Parks und Naturflächen als lebenswerte Großstadt.

6.6

Parks und Grünflächen

27

6.6 Parks und Grünflächen 27 Der Rombergpark 1897 entstanden aus einem patriotischen Zeitgeist über- all im

Der Rombergpark

1897 entstanden aus einem patriotischen Zeitgeist über-

all im Ruhrgebiet so genannte Kaisergärten, etwa in Oberhausen. Der Dortmunder Kaiserhain lag südlich der Bundesstraße 1. Auf diesem Gelände entstand

1959 zur Bundesgartenschau der Westfalenpark mit dem

Deutschen Rosarium und dem Florianturm. In dem 75 Hektar großen Park fanden 1969 und 1991 weitere Bun- desgartenschauen statt.

Etwa zwei Kilometer südlich, auf dem Gelände des Schlossparks des ehemaligen Schlosses Brünninghausen, findet sich der etwa 65 Hektar große Rombergpark. Er entstand als Botanischer und Englischer Landschaftsgar- ten und ist insbesondere für seine Gehölzsammlung be- kannt. Als Besonderheit finden sich in dem naturnah be- lassenen Park ein Heilkräutergarten sowie eine künstliche Moor-Heide-Landschaft.

Das Gelände zwischen Westfalenpark und Rombergpark, früher Standort des Stahlwerks Phoenix-West wird mo- mentan renaturiert. Das Zusammenwachsen der beiden großen Dortmunder Parks wird damit vorbereitet.

Auch der Dortmunder Zoo gehört zu dieser großen städti- schen Grünfläche. Am südlichen Ende des Rombergparks liegt der früher als „Tierpark Dortmund“ bekannte Zoo. Auf einer Gesamtfläche von 28 Hektar finden sich 1.840 Tiere in 265 Arten. Schwerpunkt des Zoos sind Haltung und Zucht südamerikanischer Tierarten.

Die größte Dortmunder Grünanlage ist mit 135 Hektar der weiterhin als Friedhof genutzte Hauptfriedhof. Auf dem im historistischen Stil entstandenen Friedhof fin- den sich große, freie Rasenflächen, landschaftsarchitek- tonisch interessante Sichtachsen und alter Baumbestand.

Der innenstadtnahe Ostenfriedhof verfügt über alten Baumbestand und eine Vielzahl historischer Gräber be- rühmter Dortmunder Bürger.

In der Dortmunder Nordstadt lädt der Fredenbaumpark auf dem Gelände des ehemaligen Stadtwalds Westerholt und der Freizeitanlage Lunapark auf 63 Hektar zu aus- gedehnten Spaziergängen und Erholung ein. Eine Öff- nung des Fredenbaumparks zum Wasser wurde 2007 mit URBAN II-Mitteln realisiert. Im Nordwesten wurde der

Park zum Dortmund-Ems-Kanal und den dortigen Ru- derhäusern ausgeweitet.

Auch der Hoeschpark liegt im Dortmunder Norden. In der 1937 vom Reichsarbeitsdienst in unmittelbarer Nä- he der Westfalenhütte und des Borsigplatzes angeleg- ten Grünanlage finden sich zahlreiche Sportanlagen und das Warmwasserfreibad Stockheide. Nach dem Verkauf durch den Thyssen Konzern an die Stadt wird der Park momentan saniert und wieder hergerichtet.

Der 1811 als Westentotenhof in der westlichen Innenstadt angelegte Westpark lädt mit Biergarten und Boulebah- nen zum sommerlichen Verweilen ein. Ebenso wie der nahe gelegene Tremoniapark auf dem Gelände der ehe- maligen Zeche Tremonia, dessen große Wiese als Liege- wiese und Fußballplatz genutzt wird. Beide Grünanlagen werden insbesondere von der jüngeren Bevölkerung als Treffpunkt für Erholung und freundschaftliches Beisam- mensein genutzt.

Auch der Revierpark Wischlingen und das Naturschutz- gebiet Hallerey liegen im Westen der Stadt.

Von der Volksgartenbewegung Ende des 18. Jahrhunderts zeugen die Volksgärten Mengede und Lütgendortmund.

In der Dortmunder Peripherie an den Grenzen zu Sau- erland und Münsterland liegen die ausgedehnten Wald- gebiete Bolmke, Stadtwald Bittermark, Schwerter Wald, Niederhofer Wald, Grävingholz, Kurler Busch, Rahmer Wald und das Wannebachtal. Diese sind durch Wander- und Radwege hervorragend erreichbar und lassen das großstädtische Leben schnell vergessen. Ein wichtiges Naherholungsgebiet ist auch der Ortsteil Syburg mit Burgruinen, dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal, dem Spiel- casino, einer Naturbühne und einem Lehrpfad zur Berg- baugeschichte. Südlich der Hohensyburg fällt das Gelän- de steil zum Hengsteysee mit Bootsrevieren und Wander- wegen ab.

6.6.1 Sportstätten

mit Bootsrevieren und Wander- wegen ab. 6.6.1 Sportstätten Westfalenstadion (zurzeit Signal Iduna Park ) vom

Westfalenstadion (zurzeit Signal Iduna Park) vom Fernsehturm aus aufgenommen

Nachdem die ersten Pferderennen bereits 1887 an der Hobertsburg am Fredenbaum stattgefunden hatten, wur-

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6 KULTUR UND SEHENSWÜRDIGKEITEN

28 6 KULTUR UND SEHENSWÜRDIGKEITEN Der Volkspark mit dem angrenzenden Stadion Rote Erde der 1990er Jahre

Der Volkspark mit dem angrenzenden Stadion Rote Erde

der 1990er Jahre begann der sukzessive Ausbau des „Fußballtempels“. Das Westfalenstadion ist heute mit einer Zuschauerkapazität von 81.359 (bei intl. Spielen 65.851) Zuschauern das größte Fußballstadion Deutsch- lands. Eine Besonderheit und äußerst sehenswert ist die Südtribüne. Als größte Stehplatztribüne Europas ist sie die Heimat der Fans der Borussia. Auch 2006 war das Stadion Spielstätte bei der Weltmeisterschaft. In Dortmund fanden sechs Spiele inklusive einer Achtel- und einer Halbfinalbegegnung statt. Die Kapazität wurde für alle sechs Spiele aus Sicherheitsgründen auf 60.285 (alles Sitzplätze) reduziert. Das Stadion war nach dem Olympiastadion Berlin die zweitgrößte Spielstätte der Weltmeisterschaft.

die zweitgrößte Spielstätte der Weltmeisterschaft. Westfalenhalle I und das Kongresszentrum Die Westfalenhalle

Westfalenhalle I und das Kongresszentrum

Die Westfalenhalle wurde als hölzerne Rundhalle durch Baurat Strobel in den 1920er Jahren errichtet. Mit einer Kapazität von 15.000 Zuschauern war sie zeitweilig das größte Hallengebäude Europas. Legendär ist der Welt- meisterschaftskampf von Max Schmeling im Jahre 1927. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Halle als Kriegsgefan- genenlager missbraucht, bei der Bombardierung der Hal- le durch die Alliierten kamen zahlreiche Gefangene ums Leben. Schon kurz nach dem Krieg wurde die Halle neu errichtet. 1952 wurde die neue Halle, erbaut als freitra- gende Dachkonstruktion mit einer Kapazität von 20.000 Zuschauern, durch Bundespräsident Theodor Heuss ih- rer Bestimmung übergeben. Heute ist die Halle Teil des Messezentrums Westfalenhallen mit insgesamt 9 Veran- staltungshallen.

Das Ruderleistungszentrum befindet sich am Dortmund- Ems-Kanal, nahe dem Fredenbaumpark. Hier trainiert unter anderem der Deutschland-Achter.

6.7 Theater

de 1913 die Galopprennbahn Dortmund mit einer Sand- und Rasenbahn in Wambel eröffnet. Die historische Rennbahn ist Austragungsort des Deutschen St. Leger.

Die erste Sportstätte des Ballspielvereins Borussia Dort- mund (BVB) war die Weiße Wiese an der Westfalenhütte im Dortmunder Norden. Dieses erste Stadion der Borus- sia bot 1924 als Sportpark Borussia Platz für 18.000 Zu- schauer. 1937 wurde das Sportgelände von den National- sozialisten enteignet und der Reichsarbeitsdienst begann hier mit der Errichtung des Hoeschparks. An die Weiße Wiese erinnert heute nur noch eine Gedenktafel im Frei- bad Stockheide nahe dem Hoeschpark.

Die 1926 neu erbaute Kampfbahn Rote Erde im bürger- lichen Süden der Stadt wurde neue Spielstätte des BVB. Das Stadion Rote Erde war Teil des Volksparks Dort- mund und beruhte auf der städtebaulichen Planung des Baurats Hans Strobel. Zum Dortmunder Volkspark ge- hörten zur damaligen Zeit ebenfalls die Westfalenhal- le, die Rosenterrassen und das seit 2007 unter Denk- malschutz stehende Volksbad Dortmund unmittelbar süd- lich der alten Reichsstraße 1. Seine großen Zeiten er- lebte das Stadion Rote Erde mit den Erfolgen der Bo- russia Mitte der 1960er Jahre. Mit hölzernen Behelfstri- bünen wurde die Zuschauerkapazität auf 42.000 Men- schen angehoben. Nach dem Umzug Borussia Dortmunds in das Westfalenstadion, diente die Rote Erde bis in die 1990er Jahre als Trainingsstätte für die Profimann- schaft des BVB. Heute dient das Stadion, mit einer Ka- pazität von 25.000 Zuschauern, als Leichtathletikstadi- on und ist Austragungsort nationaler und internationaler Wettkämpfe. Außerdem dient es als Spielstätte für die in der Fußball-Regionalliga West spielenden zweiten Mann- schaft von Borussia Dortmund.

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 1974 wurde das Westfalenstadion mit einer Kapazität von 54.000

Zuschauern neu errichtet. Ein reines Fußballstadion im nach dem Zweiten Weltkrieg die Spielstätten Opern-

Das 1904 gegründete Theater Dortmund bietet Oper, Ballett, Schauspiel und ein Kinder- und Jugendtheater. Auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge wurden

Stil der 1970er Jahre aus Beton, und doch wurde es von der Bevölkerung und den Fans enthusiastisch angenom- men. Trotz ausbleibender Erfolge der Borussia und einer Zeit in der Zweiten Bundesliga wurden Besucherrekorde gefeiert. Mit den Erfolgen Borussia Dortmunds Mitte

haus, Schauspielhaus und die Studiobühne neu errich- tet und galten als wichtiges Symbol des Wiederaufbaus der kriegszerstörten Stadt. Ein Gedenkstein vor dem Opernhaus erinnert an die Zerstörung der Synagoge in der Reichspogromnacht. Das Kinder- und Jugendthea-

6.7 Theater

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6.7 Theater 29 Oper Dortmund Schauspielhaus Dortmund am Hiltropwall Depot in der Nordstadt ter „Theater

Oper Dortmund

6.7 Theater 29 Oper Dortmund Schauspielhaus Dortmund am Hiltropwall Depot in der Nordstadt ter „Theater

Schauspielhaus Dortmund am Hiltropwall

29 Oper Dortmund Schauspielhaus Dortmund am Hiltropwall Depot in der Nordstadt ter „Theater Sckellstraße“ hat

Depot in der Nordstadt

ter „Theater Sckellstraße“ hat seine Spielstätte an der gleichnamigen Straße in unmittelbarer Nähe des West- falenparks. In den nächsten ist es geplant den Standort zu schließen und das Kinder- und Jugendtheater in die In- nenstadt zu verlagern. Ziel ist es mit der „Jungen Bühne Westfalen“ bzw. dem Kinder- und Jugendtheater am Ho- hen Wall einen großen Oper-Theater-Komplex entstehen zu lassen, der alle Bühnen an einem zentralen Ort verei- nigt.

Das Ensemble Fletch Bizzel wurde 1979 gegründet. Seit 1985 verfügt das Theater Fletch Bizzel über eine eigene Bühne am Alfons-Spielhoff-Platz. Neben eigenen Insze-

nierungen des Ensembles werden im Theater regelmäßig Kindertheater- und Puppentheaterproduktionen gezeigt. Zum Theater gehören eine Galerie und eine Kulturwerk- statt, die als Weiterbildungsstätte im Bereich Theater, Tanz und Gesang dient. Die bekannteste Produktion des Theaters ist die alljährlich in der Zeche Zollern stattfinde Veranstaltungsreihe Geierabend.

In einem ehemaligen Straßenbahndepot an der Immer- mannstraße in der Dortmunder Nordstadt hat das Theater im Depot seine Spielstätte gefunden. Die sich als Zentrum der freien Theaterkunst verstehende Bühne bietet seit Ja- nuar 2001 zum großen Teil Eigenproduktionen, aber auch andere freie Theatergruppen ohne eigene Spielstätte fin- den hier ein Zuhause. Eine Theaterwerkstatt mit Kursen und Workshops für Amateure und Laienschauspieler run- det das Programm ab.

Das private Theater Olpketal ist die Heimatbühne des Dortmunder Originals Bruno Knust, genannt Günna. Der aus Funk und Fernsehen bekannte Günna widmet sich in seinen mit viel Lokalkolorit gewürzten Produktionen immer wieder den Themen Ruhrgebiet, den Bewohnern dieser Region sowie dem Fußball. Er ist ebenfalls Autor regelmäßiger Kolumnen in den Ruhr Nachrichten.

Über die landschaftlich schönste Spielstätte verfügt die Naturbühne Hohensyburg mitten im Syburger Wald am Fuße der Hohensyburg. Seit 1952 werden hier in den Sommermonaten unterschiedliche Inszenierungen für große und kleine Theaterfreunde von Laienschauspie- lern aufgeführt. Seit 2003 wird in den Wintermonaten die Spielsaison im Studio der Naturbühne fortgesetzt.

die Spielsaison im Studio der Naturbühne fortgesetzt. Die Seebühne im Westfalenpark Die „Schule für

Die Seebühne im Westfalenpark

Die „Schule für Tanzkunst“ bildet das Tanztheater Cor- dula Nolte. In einer historischen Turnhalle an der Rhei- nischen Straße finden seit 1998 regelmäßig Tanztheater- inszenierungen auf einer privaten Studiobühne statt.

Die Absolventen der Theaterschule Là Bouche bilden das freie Roto-Theater. Theaterschule und Roto-Theater ver- fügen über eine Bühne im Dortmunder Norden.

Das mit nur 45 Plätzen kleinste Dortmunder Theater ist das Nostalgische Puppentheater im Westfalenpark.

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6 KULTUR UND SEHENSWÜRDIGKEITEN

Weitere Dortmunder Spielstätten sind:

6.8 Musik

• Märchenbühne • Aula am Ostwall 6.8 Musik Das Konzerthaus aus der Luft Innenansicht des Konzerthauses

Das Konzerthaus aus der Luft

• Aula am Ostwall 6.8 Musik Das Konzerthaus aus der Luft Innenansicht des Konzerthauses Das 2002

Innenansicht des Konzerthauses

Das 2002 eröffnete, neu erbaute Konzerthaus Dortmund gilt als Leuchtturmprojekt der Dortmunder Musikkultur. Darüber hinaus zählt es seit dem Jahr 2014 zum euro- päischen Spitzenverband der European Concert Hall Or- ganisation (ECHO). Das in einer modernen Stahl-Glas- Architektur errichtete Konzerthaus verfügt über 1500 Plätze und gilt als Klangkörper mit einer herausragenden Akustik.

Der Dortmunder Oratorienchor wurde 1899 als „Lehrer- Gesangverein Dortmund“ gegründet und gab seinen ers- ten musikalischen Vortrag zur Eröffnung des Dortmun- der Hafens in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm. Seit 1905 besteht eine Zusammenarbeit mit dem Philharmo- nischen Orchester Dortmund. Während der nationalso- zialistischen Diktatur werden viele Mitglieder des Chores

zialistischen Diktatur werden viele Mitglieder des Chores Jazzclub Domicil aufgrund ihrer jüdischen Abstammung

Jazzclub Domicil

aufgrund ihrer jüdischen Abstammung ausgeschlossen und die Kriegswirren bedeuten das vorläufige Ende des Chors. Erst 1957 findet der Lehrerchor wieder zusam- men und wird mangels sangesfreudiger Lehrer 1986 zum Dortmunder Oratorienchor. Das Repertoire des Chores umfasst klassische Musik von Bach bis Vivaldi.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1946 im zerbombten Dortmund von Emil Rabe der Dortmunder Kammerchor aus der Taufe gehoben. Auf zahlreichen Auslandsreisen errang der Chor eine Vielzahl von in- ternationalen Auszeichnungen, so zum Beispiel im Jahre 1954 den „Großen Preis der Republik Irland“. Der Dort- munder Kammerchor wurde bereits viermal mit dem Ti- tel Meisterchor des Sängerbundes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

Die Chorakademie am Konzerthaus Dortmund ist euro- paweit eine der größten Singschulen ihrer Art. Sie betreut um die 1.300 Sängerinnen und Sänger, die in mehr als 30 verschiedenen Chorensembles singen. In Dortmund be- steht sie aus 17 Kinderchören und acht Chören im Leis- tungsbereich. Weitere Standorte gibt es in Essen und Gel- senkirchen mit jeweils sechs Kinderchören.

Der Internationale Schubert-Wettbewerb für Pianisten wird seit 1987 veranstaltet.

Das 1968 von der Stadt Dortmund eröffnete Freizeitzentrum West (FZW) gilt als Veranstalter innovativer Jugend- und Popkultur. Der vom Verein für Unabhängige Kultur (VUK) getragene Club bietet jährlich über 250 Veranstaltungen für verschiedene jugendliche Subkulturen und musikalische Szenen. Im FZW spielen in den Locations Halle, Club und Biergar- ten neben regionalen Größen regelmäßig internationale Topacts verschiedener Musikrichtungen. Auch als Party- Location hat das FZW einen guten Ruf. Legendär ist die Ü30-Party. Als einer der ersten Clubs Deutschlands erkannte das FZW früh den Bedarf mittelalter Menschen an guter Musik und Tanz und gründete den Club30. Das Electronic Music Festival Juicy Beats hat in der Clubkultur des FZW seinen Ursprung.

6.9 Museen

31

Seit 1969 existiert der Jazzclub domicil. Ursprünglich in den Kellerräumen einer Kindertagesstätte beheimatet, fand dieser 2005 eine Heimat im früheren Studio-Kino im Westfalenhaus an der Hansastraße. Der als Verein or- ganisierte Jazzclub veranstaltete in seiner Geschichte un- zählige Konzertveranstaltungen mit regionalen und inter- nationalen Interpreten. Die Webseite des Clubs verfügt über ein umfangreiches Veranstaltungsarchiv. Der WDR und der Deutschlandfunk nutzen den Club regelmäßig zu Konzertmitschnitten. Das renommierte New Yorker Jazzmagazin Down Beat zählt das domicil zu den 100 besten Jazzclubs der Welt.

Das JugendJazzOrchester Nordrhein-Westfalen wird 1975 mit dem Ziel der Nachwuchsförderung als erstes Jugendjazzorchester Deutschlands etabliert. Von den mittlerweile mehr als 500 Künstlern, die im Jugend- JazzOrchester ihre ersten Meriten sammelten, hat gut ein Drittel den Weg des professionellen Musikers eingeschlagen.

Auf eine mittlerweile mehr als 50-jährige Geschichte konnte die Jazzband Siggi Gerhard-Swingtett zurückbli- cken. Im 1948 gegründeten Hot Club Dortmund fan- den Siggi Gerhard und Hilbert Homberg zueinander und gründeten die bis 2013 bestehende Formation, die mit ih- rem eingängigen Swing große Popularität und Auftritte im WDR und beim Deutschen Jazzfestival hatte.

Der Ausbildung von Musikern widmet sich die Musikschule Dortmund. Schon 1901 als Konserva- torium gegründet blickt die Musikschule auf eine lange Geschichte zurück. Heute betreut die Musikschule mit 150 Lehrkräften jährlich mehr als 4000 Musiker jeden Alters.

Der Barbershop-Chor Ladies First gehört zu den erfolg- reichsten Chören dieses Genres in Deutschland.

Auch im Bereich der U-Musik gibt es einige nennenswer- te Interpreten:

Anfang der 1980er Jahre erlangte die in der Hausbe- setzerszene beheimatete Folkrock-Band Cochise über- regionale Bedeutung. Auf der Friedensdemo gegen den NATO-Doppelbeschluss am 10. Juni 1982 in Bonn spiel- te die Band vor 350.000 Menschen. Auch Die Conditors hatten in den 1980ern einige Erfolge.

Heute wird die vielfältige unabhängige Musikszene durch Bands und Interpreten wie Cosmo Klein, Sasha, Too Strong, Orange but Green oder Axxis deutschlandweit wahrgenommen.

Am 19. Juli 2008 fand mit 1,6 Millionen Besuchern die größte Loveparade insgesamt auf dem Rheinlanddamm und dem Parkplatz der Westfalenhallen statt.

6.8.1 Chöre

Dortmund verfügt eine Vielzahl von Chören, die teil- weise im Verband Deutscher Konzertchöre oder im

Jugendchören

Jugendkammerchor

Knabenchor

Mädchenchor

Opernkinderchor

zahlreichen Kinderchören

Chorgemeinschaft Syburg, gegründet 1864

Dortmunder Bachchor, gegründet 1892

Dortmunder Kammerchor, gegründet 1946

Dortmunder Männergesangsverein, gegründet 1904

Dortmunder Oratorienchor, gegründet 1899

Dortmunder Musikverein Philharmonischer Chor, gegründet 1845

Dortmunder Schubertchor, gegründet 1900

MGV Eintracht Dortmund, gegründet 1846

Polizeichor Dortmund, gegründet 1909

6.9 Museen

Das 1947 gegründete Museum Ostwall im Dortmunder U für moderne und zeitgenössische Kunst sammelt Ge- mälde, Skulpturen, Objekte, Fotos des 20. Jahrhunderts. Es beherbergt die größte Sammlung von Werken des Malers Alexej von Jawlensky in Deutschland sowie die Sammlung Die Brücke aus dem Umfeld des Blauen Rei- ters. Zudem wurden Anfang der 1990er Jahre über 1000 Arbeiten von Marcel Duchamp bis Joseph Beuys, von Günther Uecker bis Jean Tinguely aus der Sammlung von Siegfried Cremer erworben, die einen weiteren Schwer- punkt des Museums bilden (Informelle Kunst, ZERO und Fluxus).

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte findet sich heute in einem 1924 von Hugo Steinbach als Städtische Sparkasse erbauten Art-déco-Bau. Die Sammlung des Museums gibt anhand von Gemälden, Skulpturen, Mö- beln und Kunsthandwerk einen Einblick in die Kulturge- schichte der Stadt. Zeitlich umfasst die Sammlung Expo- nate der Ur- und Frühgeschichte bis hin zu Exponaten

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6 KULTUR UND SEHENSWÜRDIGKEITEN

32 6 KULTUR UND SEHENSWÜRDIGKEITEN Museum für Kunst und Kulturgeschichte Der Adlerturm des 20. Jahrhunderts. Der

Museum für Kunst und Kulturgeschichte

SEHENSWÜRDIGKEITEN Museum für Kunst und Kulturgeschichte Der Adlerturm des 20. Jahrhunderts. Der Förderkreis

Der Adlerturm

des 20. Jahrhunderts. Der Förderkreis Vermessungstech- nisches Museum e. V. unterhält eine ständige Ausstel- lung zur Geschichte des Vermessungswesens und präsen-

tiert seltene geodätische Instrumente. Die Räumlichkei- ten des Museum werden regelmäßig zur Präsentation von überregional bedeutenden Kunst- und Kulturausstellun- gen genutzt.

Das Museum Adlerturm beherbergt eine Ausstellung zur mittelalterlichen Stadtgeschichte. Zu sehen sind Ausgra- bungsfunde und ein Modell der mittelalterlichen Stadt. Zeitgenössische Darstellungen, historische Waffen und Gebrauchsgegenstände veranschaulichen das Erschei- nungsbild Dortmunds im Verlauf der vergangenen Jahr- hunderte.

Dortmunds im Verlauf der vergangenen Jahr- hunderte. Das Museum für Naturkunde am Fredenbaumpark Das Museum

Das Museum für Naturkunde am Fredenbaumpark

Das Museum für Naturkunde wurde 1912 gegründet und versucht die Erdgeschichte, Mineralien und die heimi- sche Tier- und Pflanzenwelt dem Publikum näher zu brin- gen. Die Geologie bildet einen Schwerpunkt des Mu- seums. Höhepunkte des Museums sind ein Mineralien- Kabinett mit einer Bergkristall-Gruppe, ein Besucher- Schaubergwerk und ein etwa 90.000 Liter großes Aquari- um, in dem die Fischwelt gezeigt wird, die im Möhnesee lebt. 2012 ersetzte dieses Aquarium ein etwa 72.000 Liter fassendes Aquarium, aus dem Jahre 1980, das mit tropi- schen Süßwasserfischen aus Mittel- und Südamerika. [56]

Im Mittelpunkt des Deutschen Kochbuchmuseums Dort- mund steht die Kochbuchautorin Henriette Davidis, die von 1856 bis 1876 in Dortmund lebte. Das Museum möchte anhand der ausgestellten Exponate Gesellschafts- leben und Küchentechnik, Sozialunterschiede und Tisch- kultur des 19. Jahrhunderts erlebbar machen.

1910 als Einrichtung zur Lehrerfortbildung und als

Lehrmittel-Schausammlung gegründet, blickt das Westfälische Schulmuseum auf eine traditionsreiche

Geschichte zurück. Das Museum beherbergt eine der bedeutendsten schulhistorischen Sammlungen in Deutschland und besticht durch ein umfangreiches museumspädagogisches Programm.

Das LWL-Industriemuseum hat seine Zentrale auf der Zeche Zollern II/IV, einem Ankerpunkt der

1903 fertiggestellte Musterzeche der Gelsenkirchener

Bergwerks-AG wurde im Jugendstil erbaut und trägt

6.9 Museen

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6.9 Museen 33 Das Hoesch-Museum Züge norddeutscher Backstein-Gotik. Das Jugend- stilportal rettete die Halle 1969 vor

Züge norddeutscher Backstein-Gotik. Das Jugend- stilportal rettete die Halle 1969 vor dem drohenden Abriss und machte sie damit zum Pionierbau der Indus- triedenkmalpflege in Deutschland. Heute ist in Zeche Zollern das Museum der Sozial- und Kulturgeschichte des Ruhrbergbaus.

Die 1992 stillgelegte Kokerei Hansa bietet als begehbare Großskulptur faszinierende Einblicke in die Geschichte der Schwerindustrie des vergangenen Jahrhunderts. Auf einem Erlebnispfad Natur und Technik können Besucher die unter Denkmalschutz stehenden Produktionsbereiche der Kokerei begehen. Herausragend ist eine erhaltene Maschinenhalle mit fünf Gaskompressoren der Demag. Hansa ist Sitz der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur.

Das 2005 wiedereröffnete Hoesch-Museum findet sich im ehemaligen Portierhaus I der Westfalenhütte. Das durch die Zusammenarbeit ehemaliger „Hoeschianer“, dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte und der Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv entstandene Museum zeigt die Bedeutung des Unternehmens Hoesch AG für die Stadt auf und präsentiert die Industriege- schichte der Stahlindustrie von 1871 bis zum Niedergang Ende des 20. Jahrhunderts.

von 1871 bis zum Niedergang Ende des 20. Jahrhunderts. DASA – Arbeitswelt Ausstellung Die DASA –

Die DASA – Arbeitswelt Ausstellung ist ein 1993 ge- gründetes technisches Museum im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld in der Nähe der Technischen Universität Dort-

mund. Die Ausstellung zeigt moderne und vergangene Technik-Welten. Die Technik wird dabei nicht als Selbst- zweck dargestellt, sondern immer der Bezug zum damit arbeitenden Menschen hergestellt. [57]

Die Steinwache in Dortmund ist eine Mahn- und Ge- denkstätte an die Gräuel der Zeit des Nationalsozialismus und beherbergt die ständige Ausstellung „Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933–1945“ des Dortmunder Stadtarchivs.

Im April 2006 wurde das Brauerei-Museum Dortmund wiedereröffnet. Untergebracht im historischen Maschi- nenhaus der ehemaligen Hansa-Brauerei mit angrenzen- der Produktionshalle aus den 1960er Jahren gibt das Mu- seum einen Überblick über die Brauhistorie der Stadt.

Die Ausstellung Hafen und Schifffahrt im Alten Hafen- amt informiert anhand von Schiffs- und Hafenmodellen über das Schifffahrtswesen und die moderne Hafenwirt- schaft.

das Schifffahrtswesen und die moderne Hafenwirt- schaft. Deutsches Fußballmuseum des DFB beim Hauptbahnhof Seit

Deutsches Fußballmuseum des DFB beim Hauptbahnhof

Seit dem 19. Dezember 2008, dem 99. Geburtstag von Borussia Dortmund, befindet sich in der Nordostecke des Signal Iduna Parks das Borusseum, ein Museum rund um die Geschichte des Vereins.

Das Deutsche Fußballmuseum ist das offizielle nationa- le Fußballmuseum des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und wurde am 23. Oktober 2015 eröffnet. Das Gebäu- de in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof wurde von 'HPP Hentrich-Petschnigg + Partner' aus Düsseldorf kon- zipiert und gliedert sich in die Dortmunder Kunst- und Kulturmeile ein. Inhaltlich ist es ein Erinnerungs- und Er- fahrungsort der deutschen Fußballgeschichte. Dabei steht die Information über fußballhistorische Ereignisse und die Entwicklung des Sports in all seinen Facetten ebenso im Mittelpunkt wie soziale und gesellschaftliche Themen rund um den Fußballsport.

In den Kellerräumen der Adler-Apotheke, der ältesten Apotheke in Nordrhein-Westfalen, befindet sich ein klei- nes privates Apotheken-Museum. Auf knapp 100 m² Ausstellungsflächen findet sich eine historische Apotheke mit Offizin (Handverkaufsraum), Materialkammer, La-

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6 KULTUR UND SEHENSWÜRDIGKEITEN

bor, Vorratsräumen sowie einer Kräuterkammer. [58]

Das Magnetmuseum ist ein privates Museum des Unter- nehmens Tridelta. Die Ausstellung gibt einen Überblick über historische und aktuelle Anwendungen von Dauer- magneten in der Elektrotechnik. In dem Museum wird der Einsatz von Dauermagneten in Zählern, Lautspre- chern, Telefonen, Schaltern, Relais, Uhren, Messgeräten, Kleinmotoren und Generatoren beleuchtet.

Das Nahverkehrsmuseum ist im Stadtteil Nette beheima- tet und zeigt Exponate aus dem Bestand der Dortmunder Stadtwerke AG und ihrer Vorgängergesellschaften.

Das Industrielack Museum liegt im Dortmunder Hafen und möchte seinen Besuchern den Industrielack mit all seinen Facetten näher bringen.

Weitere Museen der Stadt sind:

Automobilmuseum

Kleines Bergbaumuseum an der Zeche Adolf von Hansemann

Kleines Bergbaumuseum Romberg-Stollen

Heimatmuseum Lütgendortmund im Schloss Dell- wig

Heimatmuseum Hörde in der Hörder Burg

Giraffen-Museum

6.10 Kunst im öffentlichen Raum

Burg • Giraffen-Museum 6.10 Kunst im öffentlichen Raum Schüchtermanndenkmal am Ostwall Über 660 verschiedene

Schüchtermanndenkmal am Ostwall

Über 660 verschiedene Werke stehen im öffentlichen Raum der Stadt Dortmund verteilt – Kunst der letz- ten 150 Jahre. Von Skulpturen, Plastiken, Pflasterstein,

Malereien, Mosaiken, Industrierelikten, Skulpturen oder Brunnen. Neben Denkmälern wie dem Löwendenkmal und dem Schüchtermanndenkmal entstanden seit Mitte der 1980er Jahre in der Innenstadt durch den Umbau der Kleppingstraße und Kampstraße unter anderem drei große Brunnenanlagen, künstlerisch gestaltete U-Bahn Stationen, Spielplätze und Plastiken wie der „Chip“ am Platz von Amiens, der sich nach seiner Aufstellung zum Treffpunkt vor allem junger Leute entwickelt hat.

zum Treffpunkt vor allem junger Leute entwickelt hat. Stolpersteine an der Köln-Berliner Straße Besonders

Stolpersteine an der Köln-Berliner Straße

Besonders hervorzuheben ist der Europabrunnen an der Kleppingstraße, der von Joachim Schmettau entworfen und 1989 in Granit und Bronze ausgeführt wurde. Um den Europabrunnen ist mittlerweile entlang der gesamten Kleppingstraße eine rege Straßencafé-Szene entstanden. Ein weiterer Anziehungspunkt ist der Gauklerbrunnen im Zentrum des Stadtgarten. Der von Prof. Eberhard Linke zum 1125-jährigen Stadtjubiläum entworfene Gaukler- brunnen ist etwa 30 Meter lang und 12 Meter breit und überwindet dabei eine Höhendifferenz von 4 Metern. Das Wasser fließt in Kaskaden vom Quellbecken in das untere Brunnenbecken. Hier stehen die namensgebenden, bron- zenen Gauklerfiguren, die das Brunnenwasser auf unter- schiedliche Art versprühen.

Innerhalb des Wallrings und darüber hinaus steht außer- dem das Kunstprojekt Dortmunder Nashorn. Das Nas- horn mit Flügeln („Rhinoceros alatus“ ) ist das Wappentier des Dortmunder Konzerthauses und wurden für eine Kunstaktion im Stadtraum in Zusammenarbeit mit loka- len Künstlern und Jugendgruppen in duzender Ausfüh- rung an markanten Stadtpunkten aufgestellt.

Seit 2003 werden auch in Dortmund durch den Künstler Gunter Demnig Stolpersteine für Opfer des Nationalso- zialismus verlegt. Bis zum Sommer 2014 waren rund 200 Steine in zahlreichen Stadtteilen gesetzt.

6.11 Galerien

Das Künstlerhaus Dortmund wird seit 1983 von Künst- lern in Selbstorganisation geführt und als Ausstellungsort

6.14

Regelmäßige Veranstaltungen

35

6.14 Regelmäßige Veranstaltungen 35 Die Volkshochschule im Löwenhof für zeitgenössische und experimentelle Kunst

Die Volkshochschule im Löwenhof

für zeitgenössische und experimentelle Kunst genutzt. Es befindet sich in der Dortmunder Nordstadt in einem ehe- maligen Betriebsgebäude der Zeche Vereinigte Westpha- lia.

Der Dortmunder Kunstverein wurde 1984 gegründet und hat seinen Sitz in der Volkshochschule. Das Ausstellungs- programm umfasst jährlich vier bis sechs Präsentationen zeitgenössischer junger Kunst aus den unterschiedlichs- ten Bereichen wie Malerei, Zeichnung, Bildhauerei, Fo- tografie oder Videokunst.

Auch das Torhaus Rombergpark des ehemaligen Schloss Brünninghausen der Familie von Romberg wird als städ- tische Galerie genutzt.

6.12 Kino

Am Nordausgang des Dortmunder Hauptbahnhofs befin- det sich ein Multiplex-Kino der Cinestar-Gruppe. Auf der ehemaligen Kinomeile Brückstraße ist als letztes Ki- no an der Brückstraße das unabhängige Lichtspieltheater Schauburg erhalten geblieben. Im Dortmunder U befindet sich ebenfalls ein Kino, in dem regelmäßig ein anspruchs- volles Film-Programm gezeigt wird. In der Nordstadt sind die Programmkinos Roxy, Camera und sweetSixteen. Im Stadtteil Aplerbeck existiert außerdem die „Filmbühne Zur Postkutsche“ als einziges Kino in einem Vorort Dort- munds.

6.13 Fernsehen

Die Stadt Dortmund ist seit 2012 ein Schauplatz der ARD-Serie Tatort.

6.14 Regelmäßige Veranstaltungen

Viele Festivals machen Dortmund zum Mekka der elektronischen Musik. Während im Sommer das Mu- sikfestival Juicy Beats mehr als 30.000 Besucher in

Mu- sikfestival Juicy Beats mehr als 30.000 Besucher in Juicy Beats 2013 im Westfalenpark Dortmund Mayday

Juicy Beats 2013 im Westfalenpark Dortmund