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Städtebauliche Entwicklung Eichenaus

Die zukünftige städtebauliche Entwicklung Eichenaus basiert auf dem Flächennutzungsplan,


der zwischen 1982 und 1989 vom Planungsverband „Äußerer Wirtschaftraum“ in München
als Fortschreibung eines Vorläuferplanes entwickelt wurde und 1998 Rechtskraft erlangte.
Mit einigen Änderungen ist er so auch 2007 gültig. Die Vielzahl der gemeindlichen
Bebauungspläne leiten sich aus dieser planerischen Zielvorgabe ab.1

Die große Vision von Josef Nibler und Georg Popp mit ihrem mutigen Entwurf einer
vollkommen überplanten Siedlung südlich der Haltestelle Roggenstein ist Wirklichkeit
geworden. Der Bauzustand 1927 zeigt das nach Norden offene große „U“ der Siedlung. In der
Mitte, auf freier Wiesenfläche, standen die großen Gebäude der Kirche und Schule.

Die Bebauung Eichenaus geht zurück auf erste Überlegungen, die von dem
Fürstenfeldbrucker Bezirksamtmann Josef Nibler2 und dem Bezirksbaumeister Georg Popp ab
1912 angestellt wurden. Diese überlieferten Pläne werden im Folgenden vor dem Bild der
heutigen Situation charakterisiert und stellen die eigentliche Besonderheit Eichenaus im
Vergleich zu anderen Gemeinden im Münchner Raum dar.

Den Beginn der Gesamtplanung in der Ortsentwicklung stellte der „Baulinienplan“ von 1918
dar. In ihm wurde die große Vision der Ortsentwicklung festgelegt. Er ist in seiner
Grundstruktur bis heute aktuell und wurde nur gering modifiziert. Die Vorentwürfe dazu sind
im Bezirksamt unter Leitung von Josef Nibler ab circa 1914 gereift. Laut einer Pressenotiz
von 1914 stellten er und Georg Popp den Plan den Siedlern im Gasthof „Zur Kolonie“ vor.

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1914 gab es nur wenige Häuser aber schon viele aufgeteilte kleine Grundstücke. Der von
Georg Popp bearbeitete und von Josef Nibler genehmigte Bebauungsplan regelte
insbesondere die Einführung der Fünf-Meter-Vorgartenlinie, der die Betroffenen Russ,
Stadler, Deppert, Dosch, König, Schneider, Heitmeier, Merkel, Kieser und Leoning
zustimmten. Diese Vorgartenlinie wurde in alle späteren Pläne übernommen.

Von der Olchinger Straße mit den drei Wohnhäusern zweigt die Allinger Straße ab, und von
ihr die Zugspitzstraße. Die Nebengebäude und Ställe haben eine Schraffur parallel zur
kleineren Gebäudeseite. Das große Doppelhaus ist das heute noch existierende Haus der
Familie Kanzler, gegenüber die Gastwirtschaft und das Wohnhaus der Familie Leonhard
Mayr mit Schweinestall im hinteren Teil.

Überliefert ist ein Plan Popps von 19163 , der an Mut und Kühnheit unübertroffen ist und eine
Fülle von Planungsdetails zeigt, von denen bis heute die meisten verwirklicht sind und nur
noch ein Element der Verwirklichung harrt.4 Die Planung wurde mindestens einmal von Popp
überarbeitet, denn im Besitz des Pfefferminzvereins Eichenau befindet sich ein weiterer
Originalplan von 1924, der die inzwischen konkretisierten Ideen zum Bau der Kirche und
Schule festhält und eine große Erweiterung des Waldfriedhofs vorsieht.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden neue Pläne gemacht. Da die
Leitung der Baugenossenschaft als größtem Grundbesitzer weiter in der Hand des
Bezirksamtes lag, ergab sich eine gewisse Kontinuität in den Zielsetzungen. Die Häuser
wurden 1938 neu nummeriert und mit neuen Schildern versehen, mehrere Straßen wurden
umbenannt. Konkrete Ideen kamen im Zuge des Kriegsverlaufs aber nicht zur Ausführung.

Vom 20. Dezember 1939 stammt ein Wirtschaftsplan der Gemeinde Alling im Maßstab
1:5000, der den damaligen Gebäudebestand, Wohnflächen, mögliche Ausbauflächen und
Forstflächen sowie die Platzgestaltungen und Straßenführungen festhält.5 Der Plan zeigt noch
klar das nach Norden offene „U“ der frühen Kolonie zwischen dem Wald der Emmeringer
Leite im Westen und dem Waldgürtel vom Scharwerkholz bis zum Schopflachwäldchen. Die
große freie Fläche im Norden ist als Erweiterungsfläche bis zum Staatsgrund ausgewiesen, so
wie sie schon in den Plänen von Georg Popp ab 1916 vorgesehen war. Die Nordgrenze des
Baugebietes stellte bis zum Geländetausch mit Emmering die Gemeindegrenze dar. Deshalb
lag bis 1958 der Eichenauer Bahnhof von 1935 auch auf Emmeringer Flur. Undatierte Karten
im Gemeindearchiv, die als Vorläufer oder Arbeitskarten für den Wirtschaftsplan von 1939
gelten können, zeigen in einem Bestandsplan den Flächenbesitz der Baugenossenschaft, der
Gemeinde, der Kirche und der Großgrundbesitzer Friedinger sowie der Baugenossenschaft6.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ab 1964 ein neuer Flächennutzungsplan aufgestellt. Er
erhielt 1967 Rechtskraft und entwickelte neue Planungsvorstellungen, die zu öffentlichen
Kontroversen führten. Hauptsächlich ging es darum, ob neue Ziele der Stadtrandentwicklung
mit Verdichtungen und Punkthäusern sowie höheren Bauten verwirklicht werden sollten. Ein
Ausdruck davon ist der Abriss des alten Gasthofes „Zur Deutschen Eiche“ und der Bau des
siebenstöckigen Hochhauses durch die Familie Kögelsberger/Schlegel. Weiterführende Pläne
zur Bebauung der Eichenaue mit Wohnblocks und höheren Häusern für 1000 neue Einwohner
wurden nicht zuletzt durch Bürgerproteste verhindert. Der Gemeinderat folgte schließlich
1969 dem Antrag von Sven Svendson (SPD), auf weitere Bebauungspläne zu verzichten. Der
Siedlungsdruck durch zuzugswillige zahlungskräftige Münchner Bürger hielt jedoch weiter
an, so dass es zu zahlreichen Auseinandersetzungen um Baurechte kam. Da nicht in die Höhe
gebaut werden durfte, begann die dichtere Bebauung in der Fläche mit den ersten
Reihenhaussiedlungen. Da es der Gemeinde an Finanzkraft zur eigenständigen Erschließung
von Baugebieten fehlte, erwog man eine Zusammenarbeit mit Bauträgern sowie die
Ansiedlung von Gewerbebetrieben. Dazu musste aber zuerst der Flächenutzungsplan geändert
werden. 1980 bis 1983 ergaben sich im Laufe der baulichen Entwicklung zahlreiche
Änderungen, so dass 1982 eine Neuaufstellung beschlossen wurde.7

Eichenau im Schatten der Großstadt

Die Zunahme der Bevölkerung Eichenaus wird im Maßstab 1:100 mit der Entwicklung von
München verglichen. Die blaue Linie Münchens zeigt von 1885 bis 1940 eine – bis auf den
Ersten Weltkrieg - stetige Zunahme. Der kriegsbedingte dramatische Einbruch ab 1941 war
bis 1950 fast wieder ausgeglichen. Der überproportionale Anstieg der Eichenauer
Bevölkerung zwischen 1941 und 1950 war auch durch den Zuzug von Flüchtlingen und
Vertriebenen bedingt. Die nächste Phase noch stärkeren Zuzugs fand zwischen 1965 und 1974
statt. Sie fand ihren Niederschlag in einem bis dahin ungeahnten Bauboom mit Reihen- und
Mehrfamilienhäusern. Ab 1975 verstetigte sich der Zuwachs auf durchschnittlich 100
Personen im Jahr. Dies geschah jedoch vor dem Hintergrund einer hohen Fluktuation, so dass
per Saldo nur zehn Prozent der Zuzüge dauerhaft zum Bevölkerungswachstum beitrugen. Ab
2003 zeigt sich der Beginn einer Stagnationsphase bei gleichbleibend hoher Fluktuation. Die
Ursachen und Folgen dieser starken Wanderungsbewegung sind in bezug auf Eichenau noch
nicht im Detail untersucht worden.

Die Phasen der baulichen Entwicklung

Die bauliche Entwicklung Eichenaus lässt sich in sieben Phasen gliedern, wobei zu beachten
ist, dass bis auf die ersten zwei sich alle Entwicklungen kleinräumig über die ganze von
Georg Popp vorgesehene Fläche verteilten. Der Plan zur Ortsentwicklung gibt die
komplizierte Situation zu den verschiedenen Planungsständen der Flächennutzungspläne
wider.
Die Entstehungsphase 1910: Die Keimzelle im Norden (0 bis 100 Einwohner)

Die Entstehung Eichenaus beginnt mit dem Bau der Eisenbahn von München-Pasing nach
Buchloe.8 Als das erste Haus auf Eichenauer Flur wird allgemein ein kleines Häuschen
bezeichnet, das ungefähr dort in den feuchten Wiesen stand, wo heute das Pflegeheim der
Inneren Mission am Bahnhof steht. Dort wohnte die Familie Stöcklmeier, die wahrscheinlich
auf dem Staatsgut Roggenstein beschäftigt war. Als das Häuschen abbrannte, wurde es nicht
mehr errichtet.9

Sehr viel mehr ist über die Anfänge Eichenaus durch die Gebäude der Familien Mayr,
Kanzler und Ihle/Plink bekannt. An der Kreuzung der Bahnlinie mit dem einzigen Fuhrweg,
der das Gebiet zwischen den Dörfern Puchheim an der späteren Bundesstraße 2 und Olching
am Amperübergang durchzog, hatten sich die Familien Mayr und Kanzler niedergelassen und
eine Gastwirtschaft und ein Mehrfamilienhaus gebaut, von rund 60 Jahre alten Eichen
umgeben. Dies kann als erste Keimzelle Eichenaus bezeichnet werden. Eine von den alten
Eichen ist noch erhalten, eine wurde 2006 neben dem jetzigen Hochhaus gefällt. Die
Gastwirtschaft „Zur Deutschen Eiche“ und ihre Nachfolgerinnen an dieser Stelle waren für
die Geschichte der Siedlung prägend, denn hier fanden Bürgerversammlungen statt und
wurden Vereine gegründet.10

Das 1898/99 von Hans Ihle erbaute Häuschen Nr. 84 der Gemeinde Alling kauften Else Plink
und ihre Freundin Berta Greve von dem Landwirt Gottfried Böll. Allgemein ist es als
„Plinkhaus“ bekannt. Das Haus war über oft unwegsame Wiesenwege von der Station
Puchheim besser zu erreichen als von der Station Roggenstein, so dass es vom Gefühl der
Einwohner und Besucher her eher zu Puchheim als zu Eichenau gerechnet wurde. Noch heute
verläuft die Gemeindegrenze mitten durch den später erfolgten Anbau. 1909 erhielt das Dach
einen Kniestock für Schlafräume im ersten Stock. Der Stall wurde Arbeitsraum und das
Scheunentor erhielt ein großes Atelierfenster.

Die erste Volkszählung der Gemeinde Alling, die „Eichenauer“ Einwohner gesondert
ausweist, zählte 48 Personen, d.h. neben dem Anwesen an der Olchinger Straße 8 noch
vielleicht vier oder fünf weitere Häuser.11 Die Flurkarten aus dieser Zeit zeigen, dass einige
Grundstücksbesitzer anfingen, das zukünftige Potential der „feuchten Allinger Wiesen“ zu
erkennen und dazu übergingen, die Grundstücke zu teilen. Mit der Gründung des „Vereins zur
Regulierung des Starzelbaches“ 1909 begann der zweite Schritt zur Inwertsetzung des
Geländes: Die „Entstehungsphase“ der Siedlung war damit abgeschlossen.
Anfangsphase 1911 bis 1919: Die Entwicklung der Kolonie der Heimgärten (100 bis 227
Einwohner)

Die Allinger Landwirte und die Grundstücksbesitzer aus der näheren Umgebung blieben
zögerlich mit dem Verkauf von Grundstücken, so dass erst 1919 die eigentliche Anfangsphase
des Ortes, die eine Planung „von oben“ war, begann und zur Gründung der
„Baugenossenschaft Eichenau und Umgebung“ führte. Am 7. Oktober 1912 wurde mit
Beschluss Nr. 5214 des königlichen Bezirksamtes in Fürstenfeldbruck die Grundlage für die
Heimgartenkolonie Eichenau gelegt.12

Im September 1914 erstellte das Steueramt in Fürstenfeldbruck ein neues Flächenverzeichnis


und listete für Eichenau 37 Tagwerk, 87 Dezimalen (rund 4 qkm) auf, die auf Allinger
Landwirte entfielen. Darüber hinaus besaßen Personen aus 31 weiteren Gemeinden Land im
„Allinger Moos“. Seit 1914 war der Anteil der Münchner und Pasinger Besitzer in Eichenau
weit größer als der der Allinger: 224 Tagwerk entfielen weitgehend auf die Münchner
Familien Russ sowie Schleich, Sonntag, Morgenstein, Blechschmid, Möhrlein und Kalb.
Etwas mehr als 32 Tagwerk gehörten Unterpfaffenhofen und waren vermutlich Kirchengrund:
„Die verhältnismäßig starke Beteiligung von Orten wie München erklärt sich daraus, dass das
Gelände in Eichenau bereits in Hauptplätze parzelliert und schon an Reflektanten, die noch in
München, Pasing usw. wohnten, verkauft war.“13

Noch vor dem Ersten Weltkrieg reifte im Bezirksamt die Vorstellung, die vereinzelt
eingereichten Bauanträge zu einem „ großen Wurf“ – heute würden wir sagen für den ersten
Flächennutzungsplan - für das gesamte spätere Gemeindegebiet zu gestalten. 1918 wurde der
Bebauungsplan zusammen mit der Gründung der Baugenossenschaft rechtskräftig. 1914 gab
es 14 Häuser, davon vier in der „Keimzelle“ der Siedlung am Bahnübergang zwischen
Roggenstein und Puchheim. Zehn Häuser verteilten sich auf dem Gebiet, das unter anderem
Hieronymus Russ parzelliert und als Heimgärten verkauft hatte.14

Die Siedlung wuchs langsam, denn kleine Gartenhäuser und Hütten, die nicht als reguläre
Häuser zählten, wurden erst im Laufe der Jahre ausgebaut und dann angemeldet. 1919 waren
es 67 Häuser.15 Mit der Gründung der „zweiten“ Baugenossenschaft durch Josef Nibler kam
es zu einem „Bauboom“: Die Siedlung wuchs bis 1931 auf 284 Häuser, 1935 waren es 370
und 1937 419 Häuser. 1914 lag Niblers große Vision einer durchgrünten, ästhetisch schönen,
einheitlich gestalteten Siedlung in Form eines Planes vor. Seine Vorstellungen führten noch in
den letzten Kriegswochen zur Gründung der „Baugenossenschaft Eichenau und Umgebung
e.G.“. Sie führte den Namen „und Umgebung“, obwohl sie nie über die Gemeindegrenzen
hinaus tätig wurde.

Aufbauphase 1920 bis 1932: Geplanter Bauboom durch die Baugenossenschaft (228 bis 1067
Einwohner)

Die Baugenossenschaft war eine „Gründung von oben“, während der Interessentenverein die
Siedlerfamilien zusammenführte.16 1. Vorsitzender war laut Satzung bis nach dem Zweiten
Weltkrieg der Bezirksamtmann/Landrat. Als Vorstände wirkten der Sparkassendirektor und
der Notar der Kreisstadt sowie von 1918 bis 1933 der zeitweilige Leiter der Bauverwaltung,
Bezirksbaumeister Georg Popp. Popp bearbeitete persönlich alle Bauanträge aus Eichenau
und brachte seine Vorstellungen über die Zukunft und konkrete Ausgestaltung der Kolonie
ein. Dies blieb insbesondere bei den nötigen Grundabtretungen für den Straßenbau nicht ohne
Konflikte. Der Sitz der Baugenossenschaft war in Fürstenfeldbruck in der Schöngeisinger
Straße 56 im Haus des Notars Feess.

Dies führte bei einigen Siedlern zu Unmutsäußerungen, weil sie sich gelegentlich
außengesteuert erlebten. Georg Popp wurde öffentlich als „König von Eichenau“ beschimpft,
wogegen er sich mit verschiedenen Verleumdungsprozessen zur Wehr setzte. An der Spitze
der „Siedlerbewegung“ gegen die Baugenossenschaft standen die späteren Bürgermeister
Hans Wirner und Gustav Eberth. Letztlich zermürbt und enttäuscht, dass seine Verdienste
nicht gewürdigt wurden, trat Georg Popp 1933 zurück. Die großen Verdienste der
Baugenossenschaft um die Entwicklung der öffentlichen Einrichtungen sind jedoch auch von
ihren Kritikern nie bestritten und auch in der Zeit des Nationalsozialismus gewürdigt worden:
„Eng verbunden mit der Entwicklung der Eichenau ist die Baugenossenschaft, denn sie hatte
mit über 600.000 Quadratmeter [60 Hektar] Baugrund fast ein Drittel der insgesamt zu
bebauenden Fläche im Besitz. Zwischen 1918 und 1924 entstanden im
„Baugenossenschaftsviertel“ schon 48 Häuser an der Allinger-, Olchinger- und Zugspitzstraße
und bis 1923 wuchs der Bestand auf 58 Häuser.“17

Die Stagnationsphase 1933 bis 1946: Verdopplung der Bevölkerung (1068 bis 2652
Einwohner)
Die städtebauliche Entwicklung während der Herrschaft der Nationalsozialisten stagnierte, da
die „großen Pläne“ nicht verwirklicht wurden.18 Die privaten Bauten entwickelten sich in der
traditionellen Bauweise weiter, die von den neuen Machthabern unterstützt wurde. Das neue
Bahnhofsgebäude bekam von Hans Wirner seinen gelben, 2006 erneuerten, Anstrich. Der Bau
der Friesenhalle brachte Schwung in die Sportbewegung und schuf einen Treffpunkt im
sozialen Bereich. Für den Bereich der Ortsmitte bei Kirche und Schule wurde ein gigantischer
Aufmarschplatz mit großem Rathaus geplant, ebenso ein großes HJ Heim an der
Roggensteiner Allee. Im Norden zwischen Bahnhofsweg und Schillerstraße wurde die NS-
Dankopfersiedlung genauso wenig realisiert wie ein Wohngebiet im Süden für kinderreiche
Familien. Grundlage waren die großen Flächen, die der Baugenossenschaft gehörten und die
freizügig überplant wurden. Allein die Siedlung für ausgebombte Münchner mit 78
Notunterkünften in der Umgebung des heutigen Waxensteiner Platzes kam zur Ausführung.

Bis Ende 1939 wurden die 405 Wohngebäude (503 Häuser unter Einschluss der nicht
nummerierten Gartenhäuser) in Eichenau fortlaufend nach ihrer Entstehung aufgelistet und
die alte Allinger Registrierung damit fortgeführt. An der Ziffer der alten Nummerierung kann
man somit ungefähr das Alter des jeweiligen Gebäudes abschätzen. 1939 wurden die
Hausnummern neu nach den Straßen vergeben.19

Von den 405 Wohngebäuden wurden 315 von den Besitzern bewohnt (Einzelhäuser). In 90
Häusern wohnten weitere 202 Haushalte (Doppelhäuser). Davon hatte nur die Familie
Kanzler im alten Doppelhaus an der Olchinger Straße (Haus 87 und 86) insgesamt sieben
Haushalte, die Familie Karl Stadler mit Haus 182 insgesamt fünf Haushalte und die Familie
Gerum im einzigen Haus in der Friesenstraße (früher „Am Fameth“) vier Haushalte. Im Haus
von Else Plink am Puchheimer Weg, bei Familie Kirchner im Hinterhaus in der Wiesenstraße
(Haus Nr. 120), bei Familie Lutz in der Zugspitzstraße und bei Familie Einlechner in der
Zugspitzstraße (Haus Nr. 169) befanden sich jeweils vier Haushalte. Familie Johann
Handelshauser in der Niblerstraße und Familie Forster / Bletschacher in der Moosstraße
beherbergten jeweils drei Haushalte. 80 Häuser waren so mit jeweils zwei Familien belegt.20
Einige Familien, in denen verheiratete Töchter oder Söhne wohnten oder kriegsbedingt
Verwandte aufgenommen worden waren, zählten nicht als eigene Haushalte. Dies zeigt, wie
in der Kriegszeit, als der Neubau weitgehend zum Erliegen gekommen war, und auch die
geplanten größeren Siedlungsprojekte nicht verwirklicht wurden, große Wohnungsnot
herrschte.
Die Planung für die „Heimstättensiedlung der NSDAP“, die in Zusammenarbeit mit der
Baugenossenschaft an Wettersteinstraße und Wankstraße verwirklicht werden sollte, kam
nicht zustande. In den Kriegszeiten wurde nur die Schubertstraße 1943 bebaut und neu
benannt. Bürgermeister Eberth hatte in seinen Verhandlungen mit der Partei das Projekt
vorangebracht, aber die genauen Gründe für den Aufschub sind bisher unklar.

Die Expansionsphase 1947 bis 1967: Zuzug der Flüchtlinge, Bauboom nach der
Selbstständigkeit (2654 bis 4549 Einwohner)

Die Wohnungsnot blieb bis weit in die 1950er Jahre bestehen. Erst Anfang dieses Jahrzehnts
begann die Baugenossenschaft mit dem Wohnungsbau nach dem Krieg an der Kapellenstraße
(auf dem Gelände, das für die NS-Dankopfersiedlung vorgesehen war). Außerdem mussten
die Behelfsbauten der sogenannten Eisenbahnersiedlung um den Waxensteiner Platz
Neubauten weichen.21 Die langsame aber stetige Expansion in der Fläche begann. Da die
großen Grundstücke von 1000 bis 1600 qm nur mit kleinen Einzelhäusern besetzt waren,
ergab sich noch nicht das Bild einer konzeptionell geplanten und geschlossenen Siedlung.
Dies lässt sich erst heute in der Rücksicht unter Kenntnis der vorhandenen Planungsideen und
der Analyse der verschiedenen Planungsschritte erkennen. Es wurden immer wieder kleine
Quartiere in unterschiedlichen Ortsteilen bebaut, je nachdem wo ein Architekt oder ein
Bauträger ein Grundstück zur Bebauung fand. Wer aufmerksam durch den Ort geht, findet
immer wieder zwei Doppelhäuser und ein Einzelhaus gleichen Typs, denen ein ehemaliges
Kleinsiedlerhaus weichen musste. Dies bunte Muster zeigt auch die Karte der
Ortsentwicklung.

Erste Versuche mit Reihenhaussiedlungen fanden außerdem statt. Bis 1961 wuchs die
Gebäudezahl auf 918 mit insgesamt 1366 Haushalten. Die Einwohnliste weist dafür 3755
Einwohner nach.

Die Verdichtungsphase 1968 bis 1999

Trotz der stattgefundenen Verdichtung haben sich alle Flächennutzungspläne und die daraus
abgeleiteten Bebauungspläne immer wieder an das Grundmuster von 1918 gehalten und so
das ursprüngliche Gesamtkonzept im Auge behalten. Der Planungsverband „Äußerer
Wirtschaftsraum“, der seit 1982 die Aufträge für die Betreuung der Gemeinde erhalten hat,
griff nur vorsichtig korrigierend ein und berücksichtigte die Wünsche des Gemeinderates . So
wurde ein Gewerbegebiet, das 1961 noch für die Fläche der Baugenossenschaft in der
späteren „Ortsmitte Bebauung“ vorgesehen war, 1971 an den südlichen und nördlichen Rand
gelegt.22

Verdichtung im ORT: http://farm1.static.flickr.com/53/151097960_de49d27463_o.jpg

Beispielhaft lässt sich die Verdichtung in vier Schritten nachvollziehen und heute noch an
Beispielgrundstücken zeigen.

Ab 1968 begann ein Bauboom, der mit der Stadtrandwanderung junger Münchner Familien
zusammenhing. Es entstand mit mehr als 1000 Einwohnern die Bürgermeister-Kraus-
Siedlung der Baugenossenschaft München-West sowie die Mehrfamilienhäuser an der
Waldstraße. Die Sackgasse „Am Schlag“ erinnert daran, dass hier ab 1968 im großen Stil der
Wald gefällt wurde.

a) Phase der lockeren Bebauung mit großen Gärten, Platz für Baumgruppen.
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b) Phase der ersten Verdichtung. Es entstehen Anbauten sowie Häuser für


Kinder auf dem gleichen Grundstück. Grundstücke werden geteilt.
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c) Phase drei der flächenhaften Verdichtung mit Reihenhaussiedlungen


(Pfefferminzstrasse)
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d) Phase der Verstädterung mit Punkthäuser und hohen Wohnblocks ( Am


Schlag, Bürgermeister Kraus Str.)

e ) kleines Einsatzbild zu d) http://static.flickr.com/27/50827770_8c9c02cd9f_o.jpg

Architekten zeigen gern in Schwarzplänen, die die Hausgrundrisse zeigen, wie


bebauter und unbebauter Grund harmonisieren. Die Flächen - und
Höhenentwicklung wird dann durch relative Zahlen sowie die Baugrenzen in Plänen
festgelegt. Heute wird neben den Baugrenzen In der Regel die maximale Größe der
Wohnfläche festgelegt. Die zunehmendeVerdichtung im Ort wird hier an vier
typischen Beispielen gezeigt.

Die vorletzte Phase der Verdichtung begann 1980, als unter dem neuen Bürgermeister
Sebastian Niedermeier die Bebauung der großen freien „Zirkuswiese“ zwischen Kirche und
Bahnhof als „Ortsmitte“ mit Ladengeschäften an der Bahnhofstraße geplant wurde. Der
Freistaat verweigerte bis 2001 die gesamte Entwicklung im Norden der Gemeinde, da die
landwirtschaftlichen Flächen des Versuchsgutes nicht frei gegeben wurden.23 In der „neuen
Ortsmitte“, deren Geschäfte sich später als viel zu klein erwiesen, entstanden nach
zahlreichen Umlegungen von Grundstücken durch die Baugenossenschaft und durch das
„Deutsche Heim“ zahlreiche Mehrfamilienhäuser mit steilen Dächern und bis zu vier
Geschossen sowie Tiefgaragen.

Die Vollendungsphase 2000 bis 2030

Die letzte und neueste Bauwelle begann mit der Freigabe von Flächen auf der Südseite des
Bahnhofs durch den Freistaat, jenseits der ehemaligen Gemeindegrenze im Norden. Dem
Freistaat war angeboten worden, hier Wohnungen für eigene Beschäftigte zu errichten, die bei
oft kleinem Einkommen in München keinen Wohnraum fanden. Die jeweiligen
Bebauungspläne wurden vom Gemeinderat in Zusammenarbeit mit den Architekten
entwickelt, so dass auch neue Architekturmodelle zum Zuge kamen. Inzwischen waren
überall in Bayern Pultdächer populär geworden und so schlossen sich weitere Bauträger
diesen Bauformen an.

Straßenbau und Wegeführung

Die Planungen in der Anfangszeit

Der erste „Baulinienplan“ von 1918 hatte bereits die Straßenverläufe festgelegt und die
ortsprägenden fünf Meter vom Straßenrand freizuhaltende Vorgartenlinie bestimmt. Auch als
typische Zäune, die bis etwa 1930 bei Bauanträgen noch einzeln gezeichnet und begründet
werden mussten, wurden nur der hölzerne Staketenzaun mit senkrechten Halbrundhölzern
genehmigt. Heute gibt es eine Vielzahl von Zauntypen, wobei die Bebauungspläne und die
Ortsgestaltungssatzung über Höhe und Art Vorschriften machen. Durch Hinterpflanzung mit
Sträuchern, früher oft die heute nicht mehr erlaubten Thujen, sind im Laufe der Jahrzehnte
teilweise gewaltige Hecken gewachsen, hinter denen sich die älteren Häuser verstecken.

Josef Nibler und Georg Popp hatten sich auch ausführlich Gedanken über die Straßenbreiten
in den einzelnen Wohnquartieren gemacht. Ein einfacher Gehweg als Fußwegverbindung
hatte die Breite von zwei Metern, der Standardfahrweg mit Begegnungsverkehr fünf Meter
mit einem Entwässerungsgraben auf jeder Seite. Die Straße mit beidseitigem Gehweg sollte
insgesamt neun Meter breit sein. Die „Allee“ mit einseitiger Baumreihe als Spazierweg erhielt
einen zwei Meter breiten Gehweg und war damit zwölf Meter breit. Nur an den platzartigen
Öffnungen der Straßen sowie am Marktplatz und Kirchplatz sollten doppelreihige Bäume
stehen. Heute dominiert die Bedeutung der Straße für den Autoverkehr und die Gesamtbreite
von 10 Meter bis zum Grundstück ist nur an wenigen Stellen erreicht.

Die heutige Straßenführung

Eichenau ist über drei Schnittstellen an das überörtliche Verkehrswegenetz angebunden: im


Norden durch die Unterführung der Staatsstraße unter der S-Bahn und im Süden in der
Verlängerung der Staatsstraße durch die Gemeinde Puchheim zur Bundesstraße 2 in
Puchheim-Ort. Dort soll in den kommenden Jahren eine kreuzungsfreie Einschleifung im
Berufsverkehr die langen Staus beseitigen. Im Osten befindet sich schließlich die Anbindung
an Puchheim über die alte und 2007 endausgebaute Olchinger Straße. Um die westliche Seite
der Roggensteiner Allee im Süden von der Bundesstraße abzuhängen, wurde eine Brücke kurz
vor dem Beginn der Bebauung errichtet. Eine weitere Zufahrt nach Eichenau, die aber nur für
Notfälle benutzt wird, führt über eine Privatstraße auf Gut Roggenstein nach Emmering und
benutzt dafür die Unterführung, die an der alten Haltestelle der Bahn unterhalb von
Roggenstein in den 1930er Jahren gebaut worden war. Emmering plant, diese Unterführung
im Zuge des viergleisigen Ausbaus der Bahn als Zufahrt zum Industriegebiet auszubauen.24

Aus diesem Grund wird der ganze Ziel- und Quellverkehr von und nach Eichenau über
wenige Straßen abgewickelt. Der Verkehr von Norden her (Olching/Dachau) in Richtung
Süden (Autobahn Lindau/Garmisch) oder Germering/Gilching muss durch Eichenau
hindurch. Hinzu kommt, dass durch das große Zentrallager der Firma ALDI Zulieferer-LKW
aus ganz Europa Eichenau anfahren und diejenigen, die von Norden bzw. der Autobahn A8
(Augsburg / Ruhrgebiet / Holland) kamen, den Ort auf der Schiller- und Hauptstraße
durchquerten. Erst 2006 wurde mit der Öffnung der Autobahn A99 eine schnellere Zufahrt
über die Ausfahrt Germering/Eichenau möglich, so dass es zu einer Entspannung im Ort kam.
Gegen die Olchinger Planungen für eine Südwestumgehung erhob der Gemeinderat deshalb,
wie schon 1995, erneut 2007 einstimmig Einspruch.

Bis zur Öffnung der Unterführung an der Staatsstraße 2069, die im großen Bogen durch
Eichenau führt, kam es vor dem beschrankten Bahnübergang zu langen Staus. Wegen der
hohen Zugfrequenz war die Schranke nicht nur für die S-Bahn sondern auch für den
Reiseverkehr ins Allgäu am Tage insgesamt 8 Stunden geschlossen. Die Beseitigung dieses
Gefahrenpunktes war daher über 30 Jahre lang ein wichtiges kommunales Anliegen.25

Verkehrsbelastung in Eichenau zwischen 1970 und 1985

Durch den Zuzug in Folge der Stadtrandwanderung junger Familien ab den späten 1960er
Jahren kam es zu vermehrter Verkehrsbelastung, die sich in der anhaltenden Diskussion um
eine Ortsumgehung für Eichenau niederschlug. Unter Bürgermeister Niedermeier wurde das
Projekt sogar bis zur Diskussion eines fertigen Planes vorangetrieben
(Planfeststellungsverfahren). Eine Einigung mit der Straßenbauverwaltung kam jedoch
insbesondere wegen des Streits um die Art des Ausbaus für die Unterführung nicht zustande.
Außerdem wurde die Realisierung möglicher Umgehungspläne von Puchheim durch
Verplanung der Trassen unmöglich gemacht.

Vergleicht man die Zahlen von 1975 auf 1983 bzw. 1985, so handelt es sich innerörtlich fast
um eine Verdoppelung von 5734 auf 9895 Bewegungen. Insbesondere fällt die Zunahme des
Pendelverkehrs auf, Richtung Germering/München Zentrum von 6865 auf 14.387. Die
Zunahme des Verkehrs Richtung Dachau/ München Nord ist dagegen nicht so stark. Beim
Schwerlastverkehr zeigt die innerörtliche Steigerung von 157 auf 465 Fahrzeuge die Zunahme
der Lieferungen von Norden her von den Autobahnen Stuttgart-München bzw.
Nürnberg/München mit der Zufahrt über die B 471. Der von Norden kommende
Schwerlastverkehr musste und muss weiterhin durch Eichenau26, während der von und nach
Süden fließende Verkehr weitgehend im südlich gelegenen Gewerbegebiet verblieb.

In den 1980er Jahren kam es auch zu einer intensiven Diskussion über die Vorteile von
„Tempo 30 Zonen“. Diese Diskussion wurde vom langjährigen Verkehrsreferenten und
Gemeinderat Günter Klebermas vorangetrieben, so dass ganz Eichenau (mit Ausnahme der
Staatsstraße als Ortsdurchfahrt) heute „Tempo 30-Gebiet“ ist.

Als 1994 der Spatenstich für die Bahnunterführung stattfand, war dies der Abschluss eines
langen Tauziehens. 2001 wurde die Unterführung mit einer lichten Höhe von 4,50 Meter
eröffnet – und nicht, wie die Gemeinden Olching und Eichenau vergeblich gefordert hatten,
mit einer Höhe von 3,50 Meter. Die letztendlich gebaute geschwungene Unterführung wurde
mit einem Architekturpreis ausgezeichnet. Der Endausbau der Schillerstraße 2004 auf 7,50
Meter Breite mit Geh- und Radwegen führte zu einer weiteren Verbesserung der
Ortsdurchfahrt. Bei der Sanierung der Staatsstraße wurden 2004 vier Abschnitte gebildet, so
dass schrittweise eine lange Planung ihrer baldigen Vollendung entgegengeht.

Öffentliche Bauten

Schon auf dem Bebauungsplan von 1916 waren die öffentlichen Bauten Kirche, Schule und
Friedhof an ihren heutigen Plätzen vorgesehen, wenn auch nicht in der späteren Ausführung.
Das schon früh erbaute erste hölzerne Feuerwehrhaus fehlt dagegen auf den Plänen. Auf der
Wirtschaftskarte von 1939 kam die Friesenhalle hinzu. Die Gemeindeverwaltung war
inzwischen in der Schule in einem Raum links vom Eingang untergebracht. Die im 3. Reich
gemachten Pläne für ein Rathaus, einen Aufmarschplatz mit Ehrenhain sowie ein großes
Jugendhaus wurden nicht realisiert.27.

Mit der Selbstständigkeit der Gemeinde ergab sich auch der Bedarf für ein Rathaus.28 Der
großzügige Bau neben dem Neubau von Feuerwehrhaus und Sparkasse, mit der Firstrichtung
parallel zur Kirche drückte Selbstbewusstsein und Stolz der selbstständigen Gemeinde aus.

Die Schule wurde auf dem plangemäß freigehaltenen Grund in einer Größe errichtet, die mit
der Größe der Kirche harmonierte.29 Platz für Erweiterungen war vorgesehen. Schrittweise
wurden zwei Klassenzimmer angebaut und dann die Bauten 2 und 3 errichtet. Die zwei
Lehrerwohnungen im alten Schulhaus wurden zeitweilig an Gemeindebedienstete vermietet,
heute sind dort der Hort der Gemeinde (Schmetterlingshöhle) sowie die Frauen und
Müttergruppe Eichenau (fme) untergebracht. Für den Bau einer weiteren Schule im Süden
war ein Teil der Wiese zwischen Parkstraße und Friesenstraße frei gehalten und dabei
großzügig und zukunftsweisend geplant worden. Die Ausstattung der ungewöhnlich großen
Aula mit Galerie übernahm der ortsansässige Künstler Michael Lutz.30 Später wurde bei der
Renovierung von Schulbau 3 der Josef Dering-Grundschule mit Robert Hellmer ein weiterer
ortsansässiger Künstler31 für die farbliche Gestaltung der Klassenräume gewonnen.

Im Schulbau Süd befand sich die Gemeindebibliothek. Als sich in der neuen Ortsmitte am
Johann Oppenheimer Platz die Wohnungen der Baugenossenschaft schlecht verkauften,
erwarb die Gemeinde Räume für die Gemeindebücherei. Man erhoffte sich dadurch auch eine
Belebung der neu konzipierten Geschäftszone an der Bahnhofstraße.32 In die Kellerräume der
ehemaligen Bibliothek (Schule Süd) zog der Pfefferminzverein, als sich die Pläne, einen
ehemaligen Teestadel zum Museum auszubauen, aus finanziellen Gründen zerschlugen.

Das Wachstum der Volkshochschule führte dazu, dass die zur Verfügung stehenden
Schulräume nicht mehr ausreichten. Die Gemeinde kaufte deshalb die Hälfte des
Bürogebäudes des Wasserzweckverbandes in der Hauptstraße 37 und richtete dort eine
Einliegerwohnung für Gemeindebedienstete sowie Räumlichkeiten für die VHS ein. Die
andere Hälfte bezog die Volksbank, deren erste Filiale in der Bahnhofstraße zu klein
geworden war (inzwischen erneut umgezogen in einen Neubau Hauptstraße 25). Das „Haus
37“ wurde so als Vereinshaus ein wichtiges öffentliches Gebäude.

In der Fasanstraße errichtete die Gemeinde ein Sozialzentrum, in dem die Nachbarschaftshilfe
mit einer Küche für „Essen auf Rädern“ sowie dem Kindergarten untergebracht werden
konnte.33 Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es die Gemeinde in den 1980er Jahren mit
großen Anstrengungen schaffte, die Bürger mit öffentlichen Einrichtungen bedarfsgerecht zu
versorgen: Friedhofserweiterung, Rathausumbauten, Schulsanierungen, Feuerwehrausbauten,
Kindergärten, Spielplätze, Hort, Bücherei und Sportstätten sowie das neue Bürgerzentrum in
der Friesenhalle standen zur Verfügung. Heizung und Stromkosten sowie der jährliche
Unterhalt wurden ein wesentlicher Bestandteil des öffentlichen Haushalts, der aber auch
durch die Gewerbeansiedlungen und die gute Entwicklung der Einkommensteuer
entsprechend gestiegen war.

Der Friedhof in Eichenau

Am 16. Februar 1924 berichtete das Brucker Wochenblatt über die Jahreshauptversammlung
des Interessentenvereins. „Dem Antrag des Vereins bei der Gemeindeverwaltung Alling auf
Errichtung eines Friedhof dahier wurde stattgeben mit der Bedingung, daß der Gemeinde
Alling hierfür keine Kosten erwachsen.“34 Das war die Grundsteinlegung für den neuen
Waldfriedhof, der von nun ab in allen Kartenwerken und Werbeplänen verzeichnet war. Im
Juli 1925 begannen die ersten Arbeiten und im Dezember fand die erste Beerdigung der
„Gütlerin“ Anna Mühlthaler aus der Schilfstraße 8 statt. Das Leichenhaus wurde 1929 gebaut
und 1967 durch den jetzt existierenden Bau ersetzt.

Georg Popp hatte den Friedhof für die geplante Größe der Gemeinde von geschätzten 5000
bis 8000 Einwohnern exzentrisch zur Ortsmitte der geplanten Kirche und Schule gelegt.
Wegen des hohen Grundwasserstandes wollte man sicherlich auch ein eher etwas trockeneres
Gelände ausnutzen. Bei der Überarbeitung des Planes 1924 wurde der Friedhof noch
wesentlich erweitert und zu einem Park gestaltet.

Der Grund für den ersten Friedhof war kostenlos von der Baugenossenschaft überlassen
worden, aber die Erweiterungsflächen wurden später von der Gemeinde der
Baugenossenschaft zum Marktpreis abgekauft. Über die Kosten kam es zu gerichtlichen
Auseinandersetzungen und einem tief greifenden Zerwürfnis zwischen der Baugenossenschaft
und Bürgermeister Sebastian Niedermeier.35 Bis 1998 wurden der Friedhof um 8100 qm
erweitert und für den Grunderwerb 1,786 Millionen DM gezahlt. Für den Ausbau der Wege
und Brunnen mussten zusätzlich 650.000 DM aufgewendet werden. 2001 erhielt der Friedhof
eine Urnenwand, die im August 2006 noch erweitert wurde. Eine aufgeschüttete Fläche hinter
dem ALDI Geschäft bildet noch eine weitere Vorratsfläche, so dass der Bedarf an Grabstellen
auch für die Zukunft gesichert erscheint. An der Erneuerung der Einfriedung wird im
Zusammenhang mit dem Ausbau der Staatsstraße geplant, so dass auch an einen besserer
Schallschutz gegenüber dem Verkehrslärm der Straße gedacht wird.36

Eichenau und der Starzelbach –eine wechselseitige Abhängigkeit

Eisenbahn und Starzelbach beeinflussten entscheiden die Ortsentwicklung und gestalteten das
Leben in der Siedlung maßgeblich. Manchmal hatte der Bach zu wenig Wasser oder gar keins
und dann wieder zu viel: Wegen der Hochwassergefahr sollte in einigen Gebieten ein
Bauverbot37 ausgesprochen werden, das nur durch jahrzehntelange Planungen umgangen
werden konnte.

Von der Quelle im oberen Moos bis zur Mündung bei Esting hat der Starzelbach eine Länge
von 8,5 km, wovon auf Eichenauer Gebiet die Strecke von der B2 bis zur S-Bahn im Norden
entfällt. Schon 1942 führten zwölf Stege und Brücken in Eichenau über den Bach.

Nach Erweiterung des Badeweihers und der Abhängung der Roggensteiner Allee-West von
der Bundesstraße wurde eine neue Autobrücke über den Starzelbach am südlichen Ende des
bebauten Gebietes errichtet. 2005 erfolgte der Brückenneubau an der Hoflacherstraße. An den
Bachufern am Ende der Kapellenstraße waren bis 2005 noch die Reste eines Stauwerkes zu
sehen, von dem bis 1990 Wasser nach Gut Roggenstein hinaufgepumpt wurde. Das
Transformatorenhäuschen steht heute noch.
Die Karte der Höhengliederung und Gewässer im Ort zeigt alle zur Entwässerung angelegten
Seitengräben38. Die Felder südlich der Bundesstraße entwässert der Birkenmoosgraben. Er
kann so viel Wasser führen, dass der Durchfluss unter der Bundesstraße nicht ausreicht und
die Straße großflächig überspült wird (zuletzt 2005). Hinzu kommt der Hoflachergraben, der
einen Teil des Urschelgrabens aufnimmt. Ein zweiter Abfluss von der Urschelquelle (die in
den nächsten Jahren renaturiert werden soll) ging seit 1934 durch den Schwarzengraben zum
Starzelbach. Der Schwarzengraben ist ein Quellgraben, der an der Emmeringer Leite
entspringt und ihr entlang zum Bach fließt. Im Zuge der Hochwasserfreilegung wurde er 2005
erneuert39 und durch „Drosseln“ geschützt, damit im Hochwasserfall das Wasser westlich auf
die Wiesen am Fuße der Emmeringer Leite fließen kann. Dort läuft der Überlaufgraben
parallel zum Leitengraben. Der Graben entlang der Hoflacher Straße, der nach 1941 angelegt
wurde, ist teilweise wie der Schwarzengraben in Rohre gelegt. Für die frühen Siedler am
Bach40 (2. Siedlergruppe ab 1910) diente das „Waschbrett“, ein kleiner Steg, nicht nur zur
Erholung, sondern auch zum Schwenken der Wäsche im weichen Moorwasser.

Hochwasser am Starzelbach

Von größeren Unregelmäßigkeiten in der Wasserführung wird seit 1899 berichtet. Nach einer
Überschwemmung trocknete der Bach bis 1903 aus. Im Mai 1939 und insbesondere im Mai
1940 gab es große Überschwemmungen41. Drei Tage hatte es ununterbrochen geregnet: Die
Allinger Bauern mussten ihr Vieh auf den Kirchberg retten, die Schule fiel aus: „Auch in
Eichenau war alles überschwemmt. Die Gegend zwischen Bach und Emmeringer Leite war
ein See. Die Gärten westlich des Baches standen tief unter Wasser, der Bach, der ausgetreten
war, lief durch die Gärten bis an die Haustüren, in einigen Fällen bis in die Häuser hinein. Die
Keller waren unter Wasser, bis zu einer Höhe von mehr als einem Meter. Auch in der
Siedlung östlich des Baches waren Straßen und Keller überschwemmt. (...) Vereinzelt waren
auf den überschwemmten Straßen (zur Freude der Kinder) Fische zu sehen. Verhältnismäßig
trocken waren die Allinger- und Olchingerstraße, die von denen benutzt wurden, die zur Bahn
mussten. Der Weg, der vom Hindenburgplatz (heute Marktplatz) zum Bahnhof führt, war kurz
vor dem Bahnhof (in der kleinen Senke) so tief unter Wasser, dass selbst Schaftstiefel nichts
nützten; das Wasser lief oben hinein.“42 Das nächste Hochwasser 1941 hatte weniger
katastrophale Auswirkungen, da im Sommer 1940 die Sohle des Baches tiefer gelegt worden
war. Trotzdem wurden die Häuser in der Roggensteiner Allee 34 bis 74 überschwemmt: Hier
staute der Einlauf des Schwarzengrabens an der Brücke zur Kirchenstraße den Abfluss des
Starzelbaches. Erst 2005 wurde der Einlauf des Schwarzengrabens im Zuge der 30jährigen
Planung zur Hochwasserfreilegung nach Norden verlegt und neu gestaltet. Außerdem bekam
die Straße „Zur Leite“ eine breite und belastbare Brücke. Die frühen Siedler wussten sehr
genau, warum sie ihre Keller, wenn sie überhaupt welche bauten, zwischen drei und sechs
Stufen aus dem Boden heraushoben, damit das Haus über dem Straßeniveau stand. Noch
heute sind die alten Häuser an den höher gesetzten Kellern gut zu erkennen.

Die Korrektion des Starzelbaches

Bereits im April 1860 planten die Allinger Bauern die Entwässerung ihrer feuchten Wiesen
im „unteren Moos“.43 Aber erst am 16. September 1909 wurde die Genossenschaft zur
Korrektur des Starzelbaches und zur Entwässerung des Unteren Allinger Mooses gegründet.
Mit dem Wassergesetz von 1938 erhielt sie die neue Bezeichnung „Wasserverband“. Erster
Vorsitzender war Josef Plabst aus Alling und Schwarzenbauer aus Eichenau Geschäftsführer.
Die gesamte Grabenlänge betrug 14,385 km. Die Straßen entlang des zwischen 190944 und
1912 begradigten Baches wurden im Ersten Weltkrieg von Kriegsgefangenen aus dem Lager
Puchheim (ehemaliges Münchner Flugfeld an der heutigen „Lagerstraße“) mit Kies aufgefüllt
und erhöht45. 1964 wurde die Genossenschaft aufgelöst.

Heute ist die Gemeinde für die „Gewässer 3. Ordnung“ zuständig und hat in einem groß
angelegten Gewässerpflegeplan sowie dem Landschaftsplan von 198446 den Schutz und die
weitere Entwicklung des Starzelbaches übernommen. Alle Eingriffe werden in aufwändigen
Computerberechnungen über ein mögliches „Jahrhunderthochwasser“ berechnet und
begründet und müssen mit dem Wasserwirtschaftsamt abgestimmt werden. 2006 und 2007
wurden Steinwalzen zum Schutz der Böschung vor Unterspülungen eingebracht.

Michael Gumtau

Zusammenfassung :

Die große Vision von Josef Nibler und Georg Popp mit ihrem mutigen Entwurf einer
vollkommen überplanten Siedlung südlich der Haltestelle Roggenstein ist Wirklichkeit
geworden. Der Bauzustand 1927 zeigt das nach Norden offene große „U“ der Siedlung. In der
Mitte, auf freier Wiesenfläche, standen die großen Gebäude der Kirche und Schule.

Die Karte ist ein Zusammendruck zweier unterschiedlicher Karten, wie der nicht
deckungsgleiche Randbereich zeigt. Die Grundlage ist das heutige detailgenaue
Straßenmuster der digitalen Ortskarte. Diese Grundlage ist grau und enthält die grünen
Flächen für Wald und Park sowie die braune Farbe für die ersten drei Phasen der Besiedlung,
wie sie auch in der Karte der Ortsentwicklung aufgezeigt sind.

Diese Karte wird überlagert mit einer Zeichnung in schwarzer Farbe, die Georg Popp als
„Heimgartensiedlung Eichenau“ bezeichnete. Sie ist 1927 für ein Werbefaltblatt der
Baugenossenschaft Eichenau entstanden. Die Werbekarte gibt den von Georg Popp 1916
festgelegten Straßenplan wider, der sich mit ganz wenigen Abweichungen exakt mit dem
heutigen Plan deckt. Die überplanten Flächen enden im Norden an der bis 1958 gültigen
Gemeindegrenze zu Emmering an der heutigen Peter-Rosegger-Straße. Am westlichen Rand
erkennt man die Straße „Am Bogen“, sowie weiter westlich eine von der Hoflacher Straße zur
Moosstraße und zum Gut Roggenstein verlaufende, heute nicht ausgeführte Nord-Süd
Verbindung. Den Verlauf der nahe gelegenen Emmeringer Leite hat Georg Popp
werbewirksam und phantasievoll hinzugenommen. Am östlichen Rand der Karte erkennt
man, dass Georg Popp die durch den Verlauf der Olchinger Straße erschlossenen Flächen auf
Puchheimer Flur in seinem Siedlungsbild berücksichtigt hat. Der südliche Teil auf
Puchheimer Flur ist heute bebaut. Der nördliche Teil ist heute noch landwirtschaftliches
Gebiet südwestlich des Mondscheinweihers. Die größten Veränderungen gegenüber dem
ursprünglichen Konzept ergaben sich im Bereich südlich der Linie Friesenstraße,
Wendelsteinstraße, Flurstraße, wo die meisten Flächen der Baugenossenschaft gehörten. Eine
Ausnahme davon bildet der schon 1914 eingeplante Bereich des großen Waldfriedhofes und
der Eichenaue mit Spielweise. Der wertvolle Bereich des Naturschutzwaldes im
Scharwerkholz und Schopflachwäldchen wurde schon damals erkannt und in seiner
Bedeutung für die Siedlung werbewirksam berücksichtigt.##

Anmerkungen:
1 Ab 1910 sind einzelne Baugesuche erhalten, denen genaue Pläne einschließlich der Zaunanlagen beigefügt
werden mussten. Die Pläne selbst fehlen bei einigen Archivalien. Wo sie erhalten sind, zeigen die
handschriftlichen Vermerkungen des Bezirksbaumeisters Georg Popp eine intensive Beschäftigung mit dem
einzelnen Bauantrag: StAM, LRA 88.735 (Bauer, Engel, 1913-15), 88.738 (Kellendorfer, 1913/14), 88.749
(Steininger, 1912), 88.750 (Huber, Pengler, 1912).

2 Josef Nibler trat sein Amt 1913 an. Aus dieser Zeit liegt ein Bauantrag von ihm für ein Haus mit 3 auf 4 Meter
Außenmaßen vor, der von Georg Popp bearbeitet wurde.

3 StAM, LRA 12.959.

4 Georg Popp überschrieb seinen Plan mit „Heimgartensiedlung Eichenau“. Die Heimgärten, die zur Gründung
von Eichenau gehören, sind auch im Jahre 2006 nicht vergessen. Obwohl das Landesentwicklungsprogramm
(LEP) radikal gekürzt werden sollte, wurde ein neuer Grundsatz zur Entwicklung eingefügt (Artikel B I-2.2.8.4),
wonach „die Entwicklung wohnungsnaher, vielfältig nutzbarer und ökologisch wirksamer Gärten sowie ein
entsprechendes Wohnumfeld anzustreben“ ist. Hiermit liegt nun eine moderne Definition für Heimgärten vor:
SZ (16.6.2006), S. 49.

5 GA, Wirtschaftsplan 1939 (ohne Verzeichnis).

6 StAM, LRA 88.979 (Baugenossenschaft Eichenau 1918-1926).

7 Vgl. dazu den Beitrag von H. Jung „Die wirtschaftliche Entwicklung Eichenaus“. Der
Flächennutzungsplan wurde 1998 rechtsgültig.

8 Siehe dazu den Beitrag von A. Knipping „Eichenau und die Eisenbahn“.

9 Rehm, Zeittafel (1999), S.■■

10 Vgl. dazu den Beitrag von H. Jung über die Wirtschaftsgeschichte Eichenaus in diesem
Band sowie von A. Schuster-Fox „Eichenau – Von der Namensgebung bis zur Weimarer
Republik (1907-1920)“.

11 Diese sind aber auf Karten nicht belegt.

12 StAM, LRA 89.618: Das 6-seitige handschriftliche Dokument legt die Gründe dar, warum
und wie der Druckereibesitzer und Immobilienhändler Hieronymus Russ das von ihm
überplante große Gelände der Gründstücksnummern 1933, 1934, 1952, 1953, 1954, 1955,
1956, 1957, 1968, 1959, 1960, 1961 und 1962 teilen und verkaufen durfte. Als weitere
Besitzer der Heimgartenkolonie werden die Namen Schleich, Sonntag, Morgenstern,
Blechschmid, Möhrleihn und Kalb erwähnt.

13 GA, Müller-Chronik.

14 Begründung zur Genehmigung des Baulinienplanes des H. Russ vom 7.10.1912: StAM,
LRA 89.618.

15 Vgl. dazu im Anhang die Liste der zwischen 1899 und 1923 zugezogenen Familien.

16 Siehe dazu auch den Beitrag von Schuster-Fox „Eichenau – Von der Namensgebung bis
zur Weimarer Republik (1907-1920)“.

17 GA, Müller-Chronik.
18 Siehe dazu auch den Beitrag von A. Schuster-Fox „Eichenau von 1929 bis 1945“.

19 Ortchronist Müller hat die alten Hausbezeichnungen mit den neuen Straßennamen
zusammengeführt. Alle Zahlen zu 1943 nach GA, Müller-Chronik, S. 190-203.

20 GA, Sammlung Rehm.

21 GA, Sammlung Rehm (Mappe Baugenossenschaft).

22 Vgl. das Kapitel zur „Wirtschaftlichen Entwicklung von Eichenau“ von H. Jung.

23 Sebastian Niedermeier machte in seiner Amtszeit diverse Vorstöße für


Grundstücksverkäufe. Wegen Aussichtslosigkeit kamen diese gar nicht bis in den
Gemeinderat (Gespräch des Autors mit S. Niedermeier, 11.11.2006).

24 Information im Gemeinderat (Februar 2007).

25 Vgl. Beiträge A. Schuster Fox ■■und A. Knipping „Eichenau und die Eisenbahn.“

26 Die Eröffnung 2006 des Autobahnabschnitts München West mit dem Tunnel in Aubing
und der Ausfahrt Germering hat den Schwerlastverkehr in der Ortsdurchfahrt stark reduziert,
die Veröffentlichung der Zahlen bleibt abzuwarten. Die Zunahme des PKW-Verkehrs hat die
Belastung zwischen 1985 und 2005 noch einmal verdoppelt.

27 Nerdinger, Winfried (Hg.): Bauen im Nationalsozialismus, München 1993.

28 Siehe Beitrag Schuster-Fox■■

29 Siehe dazu die Beiträge von Hejo Busley zur Schulgeschichte und zur Katholischen
Kirche.

30 Siehe den Beitrag von Ursula Mosebach über die Bildende Kunst.

31 Zu Josef Dering und Robert Hellmer siehe Ursula Mosebach (wie Anm.30).

32 Diese Entscheidung strapazierte die Finanzen der Gemeinde sehr und Bürgermeister
Niedermeier berichtete, dass ihm dies einige schlaflose Nächte verschaffte (Gespräch des
Autors mit S. Niedermeier, 11.11.2006).

33 Siehe dazu den Abschnitt zu den „sozialen Einrichtungen“ in diesem Band.

34 Nach Frau Handelshauser, (verstorben 2007) die viele Eichenauer als Totenfrau auf ihrem letzten Weg
begleitete, wurde der erste Grabplatz aber schon 1917 verkauft.

35 Mündliche Mitteilung von Herrn Heiß, damaliger Vorstand der Baugenossenschaft


(21.9.2006).

36 Diskussion im Gemeinderat 2007, aber die Entscheidung wurde bis zum Ausbau der
Staatsstraße vertagt.
37 Erst in der Änderung zum Flächennutzungsplan 1972 wurde das Gebiet westlich der Straße
am Bogen (Biberweg, Forellenweg, Otternweg, Libellenweg), das in allen Plänen vorher als
unbebaubar angesehen wurde, freigegeben.

38 Vgl. die Karte zur Topographie und zum Pfefferminzanbau im Beitrag von H. Jung „Die
wirtschaftliche Entwicklung Eichenaus“.

39 Erster Einbau von Drosseln 1998: Rehm, Zeittafel (1999), S. 214.

40 1938 gehörten zu den Siedlern, die zur Beitragszahlung für die Genossenschaft
herangezogen wurde: Die Gemeinde und die Familie Rothe sowie die Familien Mall, Feicht,
Fiedler, Frühschütz, Huber, Kininger, Prestl, Neumeier, Rieblinger, Schilling, Mayr,
Schwimbeck, Stöckerl, Kain, Schröder: GA, EAPl. 645.

41 1941/42 wurden die verrohrten Teile der Gräben durch größere Rohre ersetzt: GA, Müller-
Chronik, S. 122. Zu weiteren Hochwasserereignissen siehe Rehm, Zeittafel (1999):
September 1988, Mai 1939, Mai und Juni 1940, Juli 1941, Juni 1965, Juni 1979, Januar 1982,
Juni 2005.

42 GA, Müller-Chronik, S. 116f.

43 GA, EAPl. 645. Siehe dazu auch den Beitrag von A. Schuster-Fox „Eichenau – Von der
Namensgebung bis zur Weimarer Republik (1907-1920)“. Im Folgenden wird aus diesen
Unterlagen zitiert. Am 16.9.1909 gründete sich die „Genossenschaft zur Korrektion des
Starzelbaches und zur Entwässerung des Unteren Allinger Mooses“ mit Sitz in Alling,
Geschäftsstelle in Eichenau gegründet und 1938 in „Wasserverband“ umbenannt, am 14.
April 1964 durch 10 von noch 14 Mitgliedern aufgelöst. Weitere Vorstände waren Schuster,
Friedinger, Müller, Schilling, Kiener (Unternehmer aus Emmering, der später auch Vorstand
in der Baugenossenschaft wurde) und Zechentmayer.

44 Ebd.:

45 Ebd.: Der Kiesweiher von Math. Müller aus Wagelsried (Flurnummer 1847) war am
25.1.1913 vom späteren Wasserverband zur Entnahme freigegeben worden, ging dann 1914
an den Interessentenverein und 1964 als Rechtsnachfolger an den Haus- und
Grundbesitzerverein. Je die Hälfte ist heute bei der Gemeinde und beim Fischereiverein, der
auch die Fischrechte für die andere Hälfte von der Gemeinde pachtet: FNN (28.11.2006).

46 Landschaftsarchitekten Eike Schmidt und Gerrit Stahr: „Landschaftsplan für die


Gemeinden Eichenau, Gröbenzell und Puchheim, Erläuterungsbericht, November 1984. Punkt
4.9.2.