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Micropayments und wie Facebook mit einem Credits System eine Einheit bieten

will

24.04.2010 - 01:04 - eingestellt von Böcki

Jede Menge Neuigkeiten hat uns Mark Zuckerberg diese Woche auf der F8, der Facebook
Entwickler Konferenz, bekanntgegeben – unter anderem ein einheitliches Credit System
das es einfacher macht, Microtransactions in verschiedenen Apps zu tätigen.

Alle von uns kennen sie – die Facebook Games wie Farmville, Mafia Wars etc. die Leute
miteinander über die soziale Komponente involvieren und süchtig machen. Eine
Erfolgsstory jagt die andere und Firmen wie Zynga (deren Leitfaden “Connecting the
world through Games” lautet) kommen mit dem Verfassen von Jobausschreibungen nicht
mehr nach (aktuell werden 300 Entwickler gesucht) während man bei anderen Studios
die Leute nach der Reihe entlassen muss.

Zynga ist mit seinen ca. 15 Games auf Facebook für rund 30% des gesamten Traffic’s auf
Facebook verantwortlich und bereits im November 2009 gab dir Firma 100 Millionen
Unique Visitors monatlich bekannt. Diese Zahl ist mittlerweile auf mehr als das doppelte
angestiegen und so beeindruckend das klingt, so gefährlich kann ein Wachstum in dieser
Geschwindigkeit auch sein. Denn wo Zugriffe dieser Art stattfinden, reichen keine Server
Racks mehr – auch einzelne Rechenzentren werden hier schon in die Knie gezwungen
und eine Horde von IT’lern ist ständig damit beschäftigt, neue Server ans Internetz zu
docken um dem Traffic standzuhalten. Allein bei Facebook wird alle 2 Minuten ein neuer
Server ins Netz gestellt – inoffiziell spricht man mittlerweile von mehr als 30.000
Servern, die Facebook betreibt und die Menge an Social-Geeks zu bewältigen.

Und obwohl Hardware günstig ist, sind Server nicht mit dem Otto-Normalverbraucher-
Aldi (bzw. Hofer)-PC zu vergleichen und bei solchen Mengen an Rechenpower und
Bandbreite brennt sich das rapide in die Geldbörse eines jeden Unternehmens. Firmen
wie Zynga, deren Games grundsätzlich kostenlos zu spielen sind, haben hier also ein
massives Problem, die nötigen Scheine zu besorgen um das Spiel aufrecht zu erhalten
und die Einführung von Micropayments gehört deshalb zur Grundlage eines jeden Games,
das im Social Web als kostenlos zu spielen angeboten wird.

Viele von euch werden jetzt denken – ich zahl doch nicht für so dumme dinge wie einen
neuen Hut für meinen Bauern oder einen schnelleren Traktor damit meine Tomaten im
Game schneller wachsen. Und ihr habt recht, es gibt tatsächlich recht wenige Leute, die
für solche Dinge bezahlen doch sind es immer noch mehr Leute als jene, die auf einen
Werbebanner klicken (durchschnittlich sind das bei Bannern ca. 0.8% der Personen die
den Banner zu Gesicht bekommen). Genaue Zahlen über die Nutzung von
Microtransactions gibt natürlich niemand preis, vagen Berichten zufolge liegt die Nutzung
bei ca. 2% der Spieler – und die 2% geben ordentlich Geld dabei aus. Die Rechnung geht
am Ende also deshalb auf, weil 2% von mittlerweile 270 Millionen Spielern, die Zynga
Games spielen, trotzdem immer noch sehr viele Leute sind und deshalb kann sich so eine
Firma auch finanzieren und im Markt halten.

Den Vorteil, den Zynga bereits hat, haben viele kleinere Anbieter von Games auf
Facebook leider nicht. Microtransactions kosten auch dem Anbieter Geld und die Hürde,
sich bei jedem Game (bzw. App) anzumelden und die Kreditkartendaten preiszugeben,
wird immer höher (bzw. die Leute immer fauler und der Griff in die Hosentasche ist schon
zu viel Arbeit).

Und damit wären wir beim eigentlichen Thema dieses viel zu langen Artikels – dem
Facebook Credits System. Bei der Facebook Entwickler-Konferenz F8 stellte Facebook
neben einigen genialen Erweiterungen (die ihr zum Teil auch bereits hier auf eLhabib.at
sehen könnt) auch das einheitliche Credits System von Facebook vor.
Derzeit wird das System mit ca. 100 Apps getestet und soll auf die Öffentlichkeit im Juni
losgelassen werden. Dann wird es möglich sein, auf sein Facebook Konto Credits
aufzuladen und diese dann dazu nützen, in verschiedenen Apps Einkäufe zu tätigen.
Keine Probleme und vor allem keine Hürden mehr für Facebooker die mehr als nur eine
App konsumieren und eine riesengroße Chance für jeden der eine App in Facebook
anbietet und diese nicht nur als Spass betreiben kann!

Obwohl Facebook rund 30% der Ausgaben der Kunden selbst einbehält – also wenn der
User um 1 Euro bei der App einkauft erhält der Entwickler der App 70 cent und 30 cent
bleiben bei Facebook – stellt Mark Zuckerberg, Gründer und Chef von Facebook klar,
dass es sich hierbei um eine Menge Arbeit handle und Facebook sich nicht erwarte, in
naher Zukunft damit profitabel zu werden.

Alles in allem sind solche Systeme aber auch für Facebook wiederum eine Notwendigkeit,
selbst Geld zu verdienen um die oben beschriebenen Kosten für IT, Personal etc. zu
verdienen. Alles zusammen eigentlich eine große Blase aus Seife, die jederzeit platzen
kann denn sobald Einnahmen über das Credit System für Facebook lebensnotwendig
werden, geben die größten App-Anbieter die Richtung vor, in die Facebook zu gehen hat.

Und da nützt auch jeder Versuch Facebook’s, das Netz an sich zu reißen nichts…..

Dieser Beitrag wurde verfasst und angezeigt im April 2010 auf


http://elhabib.at/2010/04/24/micropayments-und-wie-facebook-mit-einem-credits-
system-eine-einheit-bieten-will/67998/