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men von Praktika! - Die Qualität der Berufsausbildung muss verbessert werden! Für uns ist eine Ausbil-dung eine Art von Bildung. Sie darf deshalb nicht an Kriterien der wirt-schaftlichen Ver-wertbarkeit ausge-richtet sein! Wir wehren uns gegen Unternehmen, die Auszubildende als  billige Arbeits-kräfte ausnutzen und dem gesetzli-chen Ausbildungs-auftrag nicht mehr nachkommen. Um derartige Ausbeutungsverhältnisse zu verhindern braucht es u.a. eine Übernahmeverpflichtung der Auszubildenden nach der Berufsausbildung durch die Unternehmen. - Wir fordern reguläre und unbefristete Arbeitsverhältnis-se statt Niedriglöhne, Leihar- beit und befristete Verträge! Jugendliche brauchen eine sichere Zukunft, die nicht andauernd von der Profitma-ximierung des Kapitalisten abhängig ist! Die Situation für Jugendli-che, die nach der Schule in das Berufs-leben einsteigen wollen, ist nach wie vor verhee-rend. Erst ist es schwer überhaupt einen Platz für eine Be-rufsaus-  bildung zu finden und noch schwe-rer ist es einen guten Ausbil-dungsplatz zu erhalten. Da immer mehr Jugendliche nur noch eine Berufsausbildung für einen Beruf bekommen, der ihnen kaum Chancen eröffnet, darf es auch nicht verwundern, dass heute fast 40% der 16
 – 
 
25jährigen in prekären Be-
schäftigungsverhältnissen leben. So klaut man ihnen ihre Lebensplanung und ihre Zukunft!
Linksjugend [’solid] Bayern
kämpft an der Seite der Aus-zubildenden, der jungen Er-werbstätigen und der jungen Erwerbslosen für eine Ver- besserung der derzeitigen, katastrophalen Verhältnisse und fordert deshalb: - Die Abschaffung des Prak-tikums ohne Lohn, denn das ist die höchste Stufe der Aus- beutung durch die Unterneh-men! - Ein Grundrecht auf Ausbil-dung: JedeR Jugendliche muss die Möglichkeit auf eine qualifizierte Ausbildung haben! Dabei ist eine freie Ausbildungswahl zu gewähr-leisten, bei der auf zehn Ju-gendliche 15 Ausbildungs- plätze fallen sollen. - Wer nicht ausbildet wird umgelegt: Alle Betriebe müssen sich durch eine Aus- bildungsplatzumlage an der Ausbildung beteiligen, auch
(und vor allem) wenn sie
nicht selber ausbilden! Dazu wird als kurzfristige Lösung eine überbetriebliche Ausbil-dung angeboten, die durch die Bundesagentur finanziert wird. Das ist sinnvoller als Bewerbungstraining und Repression bei Nichtannah-
Her mit der Zukunft!
 
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Das Magazin der Linksjugend [‘solid] Bayern
 
Inhalt
Seite
In dieser Ausgabe:
Her mit der Zukunft!
1
Der deutschen Sozialdemokratie gewidmet
2
Die Geschichte Des 1. Mai
2
Die Nazis und der Tag der Arbeit
3
Ein Mal im Jahr kämpfen ist nicht genug!
4
Mitmachen!
4
Impressum
4
Menschen demonstrierten am 1. Mai 2009 auch für einen gesetzlichen Mindestlohn.
 
Dass der 1.Mai ein besonderes Datum ist, weiß eigentlich jedeR, wobei es für die meisten Menschen heutzutage eben nur ein arbeitsfrei-
er Tag ohne Bedeutung ist. „Einst
war der 1.Mai der Kampftag der Arbeiterklasse. Heute dient er nur noch dazu, dass Gewerkschafter vor schwindenden Massen markige Reden
halten“, meint
2007 ein Re-
 porter, der da-mit noch ein-mal diesen Eindruck bes-tätigt, denn ein Kampftag der ArbeiterInnen-klasse ist der
1.Mai heute
nicht mehr unbedingt.
1889 fand zur
Gründung der Zweiten Inter-nationalen ein ArbeiterInnen-kongress in Paris statt. Er sollte Raum zur Vernetzung von Menschen auf der ganzen Welt bieten. Es hatten Aufstände in den ver-schiedensten Ländern während des
19.Jahrhunderts stattgefunden, aber keine
dieser Aufbegehren gegen die Kapitalisten hatte schließlich ihre Ziele vollkommen er-füllt. So hatte es in am 1.Mai 1896 in Nord-amerika einen Generalstreik zur Durchset-zung des 8-Stunden-Tages gegeben. Bei an-schließenden Auseinandersetzungen zwi-schen ArbeiterInnen und dem Staat hat es zwar zahlreiche Tote und viele Verletzte gegeben, die politischen Ziele konnten je-doch nicht durchgesetzt werden. Die Sozia-listinnen und Sozialisten aus verschiedenen Ländern beschlossen auf dem Kongress ei-
nen „Weltfeiertag des Proletariats“ zu schaf-
fen um an diesem Tag für Arbeiterinnen-rechte, den 8-Stunden-Tag, ein Verbot der Kinderarbeit und andere Themen einzutre-ten. Von da an wurde der 1.Mai in vielen Ländern, hauptsächlich in Europa, zu einem  bedeutungsvollen Datum und so finden seit-dem jährlich gemeinsame Großspaziergänge und Volksfeste statt. Mit dem Ausbruch des 1.Weltkrieges endete die erste massenhafte Euphorie und auch der internationale Charakter des 1.Mai war ver-loren gegangen. Im Jahre 1916 gründete sich der Spartakus-Bund, unter anderem deshalb Differenzen der ArbeiterInnenbewegung und führten schließlich dazu, dass die sich an- bahnende Gefahr des Nationalsozialismus unterschätzt beziehungsweise von der Masse kaum wahrgenommen wurde. Für Hitler wurde der 1.Mai zum Instrument
seiner Politik und er schuf den „Feiertag der nationalen Arbeit“, an dem von nun an volk-
festähnlich gestaltet lange Märsche aller staatskon-formen Gruppen wie der Wehr-macht, der SS oder der Hitler- jugend stattfan-den. Am
2.Mai 1934 wur-
den schließlich die Ge-werk-schaften verboten und viele gewerkschaftlich engagierte und anders Gesinnte festgenommen und einge-sperrt. So mussten Maifeste im Untergrund stattfinden. Im Konzentrationslager Buchen-wald feierten Häftlinge unterschiedlichster Herkünfte miteinander.  Nach dem Ende des 2.Weltkrieges blieb der
1.Mai weiterhin gesetzlicher Feiertag, in der
russischen Besatzungszone galt der 1.Mai
von Anfang an als „Jubeltag“, 1946 wurden
an diesem Tag auch die SPD und die KPD zur SED vereint. In Westdeutschland wuchs eine schnelle Abgrenzung zwischen dem DGB und Fei-ernden des linken Spektrums, die sich relativ schnell wieder von der Politik und dem Re-formismus der Gewerkschaften distanzieren wollten. Mit der Entstehung der Punk-Bewegung entstand in Kreuzberg ein erstes, großes autonom organisiertes Straßenfest. Auch heute gibt es am 1.Mai zu den zahlrei-chen DGB-Veranstaltungen Alternativen. So findet in Nürnberg seit mehr als zehn Jahren eine Revolutionäre 1.Mai-Demonstration mit einem anschließenden internationalistischen Straßenfest statt.
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 War einmal ein Revoluzzer
Im Zivilstand Lampenputzer ging im Revoluzzerschritt mit den Revoluzzern mit Und er schrie: "Ich revolüzze!" und die Revoluzzermütze schob er auf das linke Ohr kam sich höchst gefährlich vor Doch die Revoluzzer schritten mitten in der Straßen Mitten  wo er sonsten unverdrutzt alle Gaslaternen putzt Sie vom Boden zu entfernen rupfte man die Gaslaternen aus dem Straßenpflaster aus zwecks des Barrikadenbaus Aber unser Revoluzzer schrie: Ich bin der Lampenputzer dieses guten Leuchtelichts bitte, bitte, tut ihm nichts  Wenn wir ihn das Licht ausdrehen kann kein Bürger nichts mehr sehen Laßt die Lampen stehn, ich bitt! denn sonst spiel ich nicht mehr mit. Doch die Revoluzzer lachten und die Gaslaternen krachten und der Lampenputzer schlich fort und weinte bitterlich Dann ist er zu Haus geblieben und hat dort ein Buch geschrieben: Nämlich, wie man revoluzzt und dabei doch Lampen putzt
Erich Mühsam
Der deutschen Sozialdemokratie gewidmet
Ein Gedicht von Erich Mühsam
 
Erich Mühsam
Die Geschichte des 1. Mai
 
In (West-
) Deutschland haben „alternative“
1. Mai Demos Tradition
 
Zunächst geht es auch darum die Wurzeln des Faschismus und des völkischen Denkens zu  benennen und gegen sie anzugehen. Wer Fa-schismus spricht, darf über den Kapitalismus nicht schweigen. Für die bürgerliche Gesell-schaft stellt der Faschismus eine Notoption dar, um sozialen Fortschritt zu stoppen und rück-gängig zu machen. Darüber hinaus dient der Rassismus als Spaltmöglichkeit gegenüber den ausgebeuteten Klassen. Vor allem Boulevard-zeitungen wie BILD oder Sensationsmagazine im Fernsehen dienen dazu einen vorhanden Rassismus am Kochen zu halten und die Arbei-tenden gegeneinander anhand vermutlicher Abstammung aufzuhetzen. Und hier kommen wir zum zweiten Aspekt, warum Antifaschismus sich nicht auf samstäg-liche Spaziergänge beschränken darf. Es geht auch darum den alltäglichen Rassismus im Be-trieb, in der Nachbarschaft oder an der Ausbil-dungsstätte zu bekämpfen. Den Mitarbeiten-den, den Nachbarn den Mitlernenden gegen Beleidigung und Ausgrenzung beizuste-hen. Reaktionäre und völki-sche Kackscheiße beim Na-men zu nennen und dafür zu sorgen, dass sie überall dort dauerhaft beendet wird, wo man gerade ist. Völkische und faschistische Gedanken und Handlungen sind kein Monopol der offen  bekennenden Nazis
 – 
 sie sind auch in den staatlichen Struk-turen, den Betrieben, den Schulen, in der Familie, im Freun-deskreis vorzufinden. Sie gehören erkannt, benannt und ge- bannt. Der 1. Mai ist der internationale Kampftag der Arbeitenden und er ist eben nicht der Tag der nationalen Arbeit. Dement-sprechend ist es Pflicht sich angesichts dieses Tages sich nicht nur für die Interessen der Arbeitenden einer Nation oder dergleichen einzusetzen, sondern sich auch gegen jeden  Nationalismus, jeden Rassismus und den Faschismus zu wenden.
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Der 1. Mai ist der internationale Kampftag der Arbeitenden und er ist eben nicht der Tag der nationalen Arbeit.
Die extreme Rechte versucht schon lange den 1.Mai für sich zu vereinnahmen, ihn der Linken zu rauben. Deshalb machte ihn das NS-Regime 1933 wieder zum gesetzlichen Feiertag
 – 
 er war dies bereits 1919 deutschlandweit gewesen - und gab ihm eine andere Bedeutung. Sie proklamierte ihn als Tag der nationalen Arbeit und funktionierte ihn um, so dass er als Symbol für die Versöhnung von Kapital und Arbeit im Dienste eines völkischen Nationalismus wurde. Eine Woche später zerschlug es konsequenterweise dann auch noch die Gewerkschaften. Auch heute noch gibt es derartige Manöver durch die extre-me Rechte. Dieses Jahr versuchen sie am 1. Mai u.a. nach Schweinfurt zu mobilisieren. Dahinter steckt nicht nur ein taktisches Kalkül, sondern auch eine Positionierung gegen einen internationalen Kapitalismus dem sie Volksgemein-schaft, also einen nationalen Kapitalismus entgegensetzen.  Nicht weil sie antikapitalistisch oder gar sozialistisch wären, sondern weil sie letztlich ihre eigene Volkswirtschaft in ei-nem kapitalistischen Wettbewerb gegen andere Volkswirt-schaften gestärkt sehen wollen. Das Establishment sieht solche Aktionen durchaus wohlwol-lend, dienen sie doch dazu antikapitalistische Systemkritik von links als Spielart eines vermeintlichen links-rechten Totalitarismus zu diskreditieren.  Natürlich ist es richtig sich Faschisten, Nazis und Rassisten  bei solchen Gelegenheiten entgegenzustellen und alle sind aufgerufen sich daran zu beteiligen. Aber hier darf es aus zweierlei Grund nicht enden.
Die Nazis und der Tag der Arbeit
 Warum Feiertagsantifaschismus nicht genug ist
seitedrei
 
Mümmel
 
Sogenannte „Autonome Nationalisten“ auf einer Demonstration

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