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Zum Problem der
Äquivalenz in der
Übersetzungswissenschaft
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Prof. Dr. H. Gerzymisch-Arbogast Zum Problem der Äquivalenz in der Übersetzungswissenschaft 0. Einleitung 1. Die
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0. Einleitung
1. Die Äquivalenzkontroverse
2. Pauschale Äquivalenzbegriffe in der Übersetzungswissenschaft
Catford (1965)
Nida (1964)
Hönig/Kussmaul (1982)
Reiss/Vermeer (1984)
Snell-Hornby (1986)
3. Relative Äquivalenzbegriffe in der Übersetzungswissenschaft
Jäger (1975)
Koller (1979)
Albrecht (1990)
HGA (2001)
4. Anwendung: Denotative und Pragmatische Äquivalenz im Konflikt
5. Literatur
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0. Einleitung

(1) Systems Level

EQUIVALENCE

(= concept to depict the relationship between ST and TT, neutral in

value, to be measured according to certain criteria or parameters)

to be measured according to certain criteria or parameters) (2) Text Level Equivalence Non-Equivalence (=
to be measured according to certain criteria or parameters) (2) Text Level Equivalence Non-Equivalence (=

(2) Text Level

Equivalence

Non-Equivalence

(= ‘equatability’ of ST and TT)

(= ‘non-equatability’ of ST and

TT, to be measured by a set of

text-specific parameters for each

instance of evaluation against the

evaluator‘s individual ranking of

these parameters according to

their relevance for translation)

against the evaluator‘s individual ranking of these parameters according to their relevance for translation) Seite 3
against the evaluator‘s individual ranking of these parameters according to their relevance for translation) Seite 3
against the evaluator‘s individual ranking of these parameters according to their relevance for translation) Seite 3

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1. Die Äquivalenzkontroverse
• Äquivalenzbegriff = Grundbegriff der Translation
• Vielfalt an Definitionen:
Pauschale
Relative
Äquivalenzbegriffe
Äquivalenzbegriffe
• Nida
• Jäger
• Catford
• Koller
• Reiß/Vermeer
• Albrecht
• Hönig/Kussmaul
• HGA
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2.

Pauschale Äquivalenzbegriffe

J. C. Catford (1965)

2. Pauschale Äquivalenzbegriffe J. C. Catford (1965) Formale Korrespondenz Die Entsprechung/Korrespondenz

Formale Korrespondenz

Die Entsprechung/Korrespondenz zwischen

“grammatical or other units or categories of the 2

languages, considered in abstraction from actual text.”;

Textäquivalenz

in abstraction from actual text.”; Textäquivalenz Jeder ZS-Ausdruck, der als Äquivalent einer gegebenen AS-

Jeder ZS-Ausdruck, der als Äquivalent einer gegebenen AS-

Form beobachtet wird. Um das festzustellen, ist ein

“competent bilingual informant or translator” erforderlich.

beobachtet wird. Um das festzustellen, ist ein “competent bilingual informant or translator” erforderlich. Seite 5
beobachtet wird. Um das festzustellen, ist ein “competent bilingual informant or translator” erforderlich. Seite 5
beobachtet wird. Um das festzustellen, ist ein “competent bilingual informant or translator” erforderlich. Seite 5

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2.

Pauschale Äquivalenzbegriffe

E. A. Nida (1964)

Übersetzen ist kein rein linguistischer (Kodewechsel) Vorgang, sondern v.a. ein

Kommunikationswissenschaftlicher Vorgang, an dem 3 wesentliche Faktoren beteiligt sind:

Sender, Mitteilung und Empfänger.

Faktoren beteiligt sind: Sender, Mitteilung und Empfänger. Formale Äquivalenz Möglichst genaue Wiedergabe von Form

Formale Äquivalenz

Möglichst genaue Wiedergabe von Form und Inhalt des

AS-Textes in der Zielsprache. Formale Aspekte wie

Syntax, Wortstellung, Idiome sollen im Text wieder erscheinen.

Wortstellung, Idiome sollen im Text wieder erscheinen. Dynamische Äquivalenz Sie orientiert sich am Empfänger, d.

Dynamische Äquivalenz

Sie orientiert sich am Empfänger, d. h. sie soll beim ZS-Leser

die gleiche Wirkung erzielen wie beim AS-Leser. Die Forderung

nach dynamischer Äquivalenz beinhaltet auch die Einhaltung der

Zielsprachen-Normen: die Übersetzung soll natürlich wirken und

verständlich sein – also nicht als Übersetzung erkennbar sein.

die Übersetzung soll natürlich wirken und verständlich sein – also nicht als Übersetzung erkennbar sein. Seite
die Übersetzung soll natürlich wirken und verständlich sein – also nicht als Übersetzung erkennbar sein. Seite
die Übersetzung soll natürlich wirken und verständlich sein – also nicht als Übersetzung erkennbar sein. Seite

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2.

Pauschale Äquivalenzbegriffe

H. G. Hönig/P. Kussmaul (1982)

• der notwendige Grad der Differenzierung (Entscheidung des

Übersetzers in Bezug auf die Informationsmenge, die für den

Zieltextleser im Vergleich zum präsupponierten Hintergrundwissen

des Ausgangstexters zusätzlich verbalisiert werden muss)

• textabhängige Entscheidung des Übersetzers

muss) • textabhängige Entscheidung des Übersetzers Zusatzinformation ‚Harvard‘ die Elite-Universität

Zusatzinformation

‚Harvard‘ die Elite-Universität ‚Harvard‘ ‚Harvard‘
‚Harvard‘
die Elite-Universität ‚Harvard‘
‚Harvard‘

die berühmte und teuere

amerikanische Elite-Universität

Explizitheitsgrad

‚Harvard‘ ‚Harvard‘ die berühmte und teuere amerikanische Elite-Universität Explizitheitsgrad Seite 7
‚Harvard‘ ‚Harvard‘ die berühmte und teuere amerikanische Elite-Universität Explizitheitsgrad Seite 7
‚Harvard‘ ‚Harvard‘ die berühmte und teuere amerikanische Elite-Universität Explizitheitsgrad Seite 7
‚Harvard‘ ‚Harvard‘ die berühmte und teuere amerikanische Elite-Universität Explizitheitsgrad Seite 7

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Prof. Dr. H. Gerzymisch-Arbogast Zum Problem der Äquivalenz in der Übersetzungswissenschaft 2. Pauschale
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2.
Pauschale Äquivalenzbegriffe
K. Reiß/ H. J. Vermeer (1984)
kommunikationswissenschaftlich orientierte Translationstheorie
(als Sondersorte der Handlungstheorie)
Translat = Informationsangebot in einer Zielkultur und –sprache über ein
Informationsangebot in einer Ausgangskultur und -sprache
Adäquatheit
ist ein prozess- und zielorientierter Begriff und definiert als Relation zwischen Ziel-
und Ausgangstext bei konstanter Beachtung eines Zwecks, den man mit dem
Translationsprozess verfolgt, d. h. sie ist dem Skopos untergeordnet.
Äquivalenz
hingegen ist ein produktorientierter Begriff und stellt nach Reiß/Vermeer eine
Sondersorte von Adäquatheit bei Funktionskonstanz (auf ranggleicher Ebene die
gleiche kommunikative Funktion erfüllen) zwischen Ausgangs- und Zieltext dar.
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2.

Pauschale Äquivalenzbegriffe

M. Snell-Hornby (1986)

weist auf den unterschiedlichen Gebrauch und die damit

verbundene Vagheit und Ambiguität des Terminus

„Äquivalenz“ in der Übersetzungswissenschaft hin

EQUIVALENCE (EN)

ÄQUIVALENZ (DE)

=

des Terminus „Äquivalenz“ in der Übersetzungswissenschaft hin EQUIVALENCE (EN) ÄQUIVALENZ (DE) = Seite 9
des Terminus „Äquivalenz“ in der Übersetzungswissenschaft hin EQUIVALENCE (EN) ÄQUIVALENZ (DE) = Seite 9
des Terminus „Äquivalenz“ in der Übersetzungswissenschaft hin EQUIVALENCE (EN) ÄQUIVALENZ (DE) = Seite 9

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Prof. Dr. H. Gerzymisch-Arbogast Zum Problem der Äquivalenz in der Übersetzungswissenschaft Snell-Hornby kommt auf
Prof. Dr. H. Gerzymisch-Arbogast Zum Problem der Äquivalenz in der Übersetzungswissenschaft
Snell-Hornby kommt auf Grund einer etymologischen
Betrachtung und eines kontrastiven linguistischen Vergleichs
der Termini „equivalence“ und „Äquivalenz“ zu dem Schluss,
dass der stark vorbelastete Äquivalenzbegriff als Maßstab zur
Beurteilung einer Übersetzung nicht geeignet ist, da er
als Entlehnung aus den exakten Wissenschaften zu
statisch und eindimensional ist
eine Symmetrie vortäuscht, die zwischen Sprachen nicht
gegeben ist und
als übersetzungswissenschaftlicher Terminus durch den
Versuch der Aufgliederung bis zur Bedeutungslosigkeit
verwässert wurde
???????????????????????????????????????????????????????????
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Prof. Dr. H. Gerzymisch-Arbogast Zum Problem der Äquivalenz in der Übersetzungswissenschaft 3. Relative
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3.
Relative Äquivalenzbegriffe in der Übersetzungswissenschaft
Lexik
Syntax
Metaphern
bezogen
ÄQUIVALENZ
Informationsgliederung
auf
Isotopie
Einzelprobleme, Muster,
Gesamtvorstellungen
usw.
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3.
Relative Äquivalenzbegriffe in der Übersetzungswissenschaft
G. Jäger (1975)
Kommunikative Äquivalenz
Texte unterscheiden sich voneinander durch ihren kommunikativen Wert,
d. h. durch unterschiedliche Effekte, die der Text hervorruft.
Kommunikative Äquivalenz ist dann gegeben, wenn in einem
Kommunikationsprozess (Translation) der kommunikative Wert erhalten
bleibt (kommunikativ äquivalent).
Aktuelle signifikante Bedeutung
Aktuelle Gliederung
Intralinguale pragmatische Bedeutung
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3.
Relative Äquivalenzbegriffe in der Übersetzungswissenschaft
W. Koller (1979)
• Denotative Äquivalenz
• Konnotative Äquivalenz
• Textnormative Äquivalenz
• Pragmatische Äquivalenz
• Formale Äquivalenz
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Prof. Dr. H. Gerzymisch-Arbogast Zum Problem der Äquivalenz in der Übersetzungswissenschaft 3. Relative
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3.
Relative Äquivalenzbegriffe in der Übersetzungswissenschaft
J. Albrecht (1990)
• Relativierter Äquivalenzbegriff
• Hierarchisierte Invarianzanforderungen
(vom Übersetzer zu erstellen)
Invarianz – Äquivalenz – Adäquatheit
Äquivalenz und Adäquatheit
relative Begriffe
haben nur Aussagekraft, wenn sie auf die Invarianzforderungen
des Übersetzers bezogen werden
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4.

Anwendung: Denotative und pragmatische Äquivalenz im Konflikt

Äquivalenz in der Übersetzungswissenschaft 4. Anwendung: Denotative und pragmatische Äquivalenz im Konflikt Seite 15
Äquivalenz in der Übersetzungswissenschaft 4. Anwendung: Denotative und pragmatische Äquivalenz im Konflikt Seite 15
Äquivalenz in der Übersetzungswissenschaft 4. Anwendung: Denotative und pragmatische Äquivalenz im Konflikt Seite 15
Äquivalenz in der Übersetzungswissenschaft 4. Anwendung: Denotative und pragmatische Äquivalenz im Konflikt Seite 15
Äquivalenz in der Übersetzungswissenschaft 4. Anwendung: Denotative und pragmatische Äquivalenz im Konflikt Seite 15

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Prof. Dr. H. Gerzymisch-Arbogast Zum Problem der Äquivalenz in der Übersetzungswissenschaft 4. Anwendung: Denotative
Prof. Dr. H. Gerzymisch-Arbogast Zum Problem der Äquivalenz in der Übersetzungswissenschaft
4.
Anwendung: Denotative und pragmatische Äquivalenz im Konflikt
Hand aufs Herz: Verwirren Sie nicht auch Begriffe, wie
Anwendungsgebiete, Gegenanzeige, neben- und
Wechselwirkungen, Dosierung, Art der Anwendung
usw.? Zur Beruhigung: Ihr Apotheker sagt Ihnen kurz
und verständlich, was wichtig ist. Aber nicht nur hier
kann er sein Wissen in Rat und Tat umsetzen. Auch auf
Ihre ganz persönliche Frage: „Was raten Sie mir?“
erhalten Sie immer eine klare Antwort.
In Ihrer Apotheke sind Sie bestens beraten.
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Prof. Dr. H. Gerzymisch-Arbogast Zum Problem der Äquivalenz in der Übersetzungswissenschaft 5. Literatur Albrecht, J.
Prof. Dr. H. Gerzymisch-Arbogast Zum Problem der Äquivalenz in der Übersetzungswissenschaft
5. Literatur
Albrecht, J. (1990). „Invarianz, Äquivalenz, Adäquatheit“. In: R. Arntz, G. Thome (Hrsg.)
Übersetzungswissenschaft: Ergebnisse und Perspektiven. Festschrift für Wolfram Wilss
zum 65. Geburtstag. Tübingen: Narr. S. 71-81.
Catford, J. C. (1965). A linguistic theory of translation: an essay in applied linguistics.
Oxford: UP.
Jäger, G. (1975). Translation und Translationslinguistik. Halle: VEB Niemeyer.
Gerzymisch-Arbogast, H. (2001c): "Equivalence Parameters and Evaluation". In:
Évaluation: Paramètres, Méthodes, Aspects Pédagogiques, hrsg. von Lee-Jahnke, H.
META Vol. 46, no.2. 227-242
Koller, W. (1983). Einführung in die Übersetzungswissenschaft. Heidelberg:
Quelle & Meyer.
Melby, A. (1990). The Mentions of Equivalence of Translation“. In: META, XXXV, II, 1990.
S. 207-213.
Nida, E. (1964). Towards a Science of Translating. Leiden: Brill.
Snell-Hornby, M. (1986). „Übersetzen, Sprache, Kultur.“ Einleitung zu
Übersetzungswissenschaft: eine Neuorientierung. Tübingen: Francke. S. 9-29.
Vermeer, H.-J./Reiß, K. (1984). Grundlegung einer allgemeinen Translationstheorie.
Tübingen: Niemeyer.
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Fragen und Diskussion

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