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„Radiojod-Therapie“

Verschiedene Textfragmente von Elisabeth Rieping

Die Jod 131 Behandlung von Brustkrebs


http://www.erieping.de/forum/printthread.php?t=7

Schilddrüsen Antikörper
http://www.erieping.de/forum/showthread.php?t=23

In ihrer Autobiographie hat Elisabeth Rieping ausführlicher berichtet:


http://www.erieping.de/elisabeth_rieping.htm
Die Abschnitte zur Therapie mit Radiojod sind in den nachfolgenden Beiträgen eingetragen worden.

Die Behandlung von Brustkrebs mit radioaktivem Jod 131


http://www.erieping.de/bkiodine.htm

Einen Schriftwechsel an eine Patientin zur Planung einer Radiojodtherapie hat Libeth hier wiedergegeben:
"Planung Radiojod-Behandlung"
http://www.erieping.de/planung_radiojod_behandlung.htm
Wichtiger Hinweis: Die Therapie mit radioaktivem Jod 131 ist nicht nach evidenzbasierten Standards evaluiert. Elisabeth Rieping hat ihrem
persönlichen Präferenzmuster entsprechend während der Zeit ihrer Krankheit den Weg durch ihre Erkrankung an metastasiertem Brustkrebs nicht
nur im Internet recherchiert, sondern als digital resident (Bewohnerin des Internets) öffentlich dokumentiert und weltweit zugänglich gemacht. Da
ich immer wieder Anfragen zu ihrem individuellen Weg und insbesondere der Radiojodtherapie von Elisabeth Rieping erhalte, hier eine
Zusammenstellung verschiedener Texte von Elisabeth Rieping, die sie an verschiedenen Stellen ihrer Homepage zu dieser Therapieform eingestellt
hat. Die Zusammenstellung dient der Dokumentation bzw. ist als ein (jüngeres) medizinhistorisches Zeugnis eines individuellen Behandlungswegs
(„Erfahrungsbericht“, s. dazu z.B. Narrative Medicine: Honoring the Stories of Illness, Rita Charon. New York, Oxford University Press, 2006.
ISBN 0-19-516675-2 bzw. Rezension N Engl J Med 355:2160, November 16, 2006) – und nicht als Anweisung zur Therapie – zu verstehen. Diese
können nur mit den ÄrztInnen unseres Vertrauens individuell für jede Patientin entwickelt werden. Die nachfolgenden Textfragmente können
aufgrund der hohen Anzahl von Texten, die auf der Homepage eingestellt wurden, unvollständig sein und werden ggf ergänzt.
Gudrun Kemper, 01.05.2010

Aus der Autobiographie: Aus dem Studium/PJ-Zeit

Ich fing an zu grübeln. Suchte nach Arbeiten über Jod und Brustkrebs. Mir fiel eine Arbeit aus der Epidemiologie ein. Bei Schilddrüsenüberfunktion
kann man mit einem Medikament oder mit radiaktiven Jod 131 behandeln. Das mit dem radioaktiven Aktivem Jod funktioniert oft besser.

Aber da man um die Jodanreicherung in der Milch wusste und alte Ärzte die Milch ja immer noch mit der Brust zusammenbringen, hatte man
befürchtet, dass das radioaktive Jod nicht nur in die Schilddrüse geht und sie wenigstens teilweise schwächt oder kaputt macht, sondern auch in die
Brust.

Deshalb verglich man das Brustkrebsauftreten von Frauen, deren Schilddrüsenüberfunktion mit Jod 131 behandelt worden war, mit dem
[Brustkrebsauftreten bei] solchen, die Medikamente bekommen hatte.

Aber man fand bei den Frauen, die mit Radioaktivität behandelt worden waren, ein geringeres Brustkrebsrisiko.

Daraus hatten die Forscher geschlossen, das die Radiojodbehandlung, der man mit sehr viel Skepsis gegenübergestanden hatte, ungefährlich war.

Ich dachte, es könnte auch bedeuten, dass das Radiojod nicht nur die Schilddrüse, sondern auch kleine noch unerkannte Brustkrebs[e] abgetötet
hatte.

Aber dann dachte ich nach und erinnerte mein weniges Wissen aus dem Staatsexamenswissen auf 1000 Seiten.

Da gab es nämlich einen Jod speichernden Tumor, das differenzierte Schilddrüsenkarzinom, das Jod speichert.

Der Tumor wird operiert, die Schilddrüse herausgenommen.

Und den Metastasen von diesem Jod speichernden Karzinom bietet man statt normalem, das radioaktive Jod 131 an. Das nehmen sie genauso gerne
auf wie normales Jod [auf]. Sie können es gar nicht unterscheiden und damit bringen sich die Metastasen dann um [bzw. die Krebszellen der
Metastasen sterben ab].
Patienten mit diesem Jod speichernden Schilddrüsenkarzinom haben eine fast normale Lebenserwartung und das kann man von uns
Brustkrebspatientinnen leider nicht sagen. Aber vielleicht könnten sie sie haben, wenn man die gleiche Möglichkeit nutzen würde.

Ich war ganz berauscht von meiner Idee.

Heute hätte man nicht mehr darauf kommen können, weil durch die Jodierung der Lebensmittel kein Jodmangel mehr besteht und eine Frau auch
durch dicke Jod speichernde [???] keine Jodmangelzustände mehr entwickeln würde.

Das heißt nicht, dass die Metastasen kein Jod mehr speichern. Das tun sie sehr wohl. Ungefähr 80% der Metastasen speichern Jod und das bedeutet,
dass ein sehr großer Teil der Frauen für so eine Behandlung [theoretisch] in Frage käme. Aber das würde nicht zu einer Schilddrüsenvergrößerung
führen und so könnte man heute diesen Prozess nicht mehr mit unbewaffnetem [unvoreingenommenem?] Auge beobachten, wie ich damals.

Abgesehen davon kann man die Jodaufnahme der Brustkrebszellen noch fördern, auch darüber arbeiten heute viele Arbeitsgruppen. Und es ist
möglich, das man so nicht nur die Aufnahme der ohnehin speichernden Brustkrebszellen verbessert, sondern auch noch gar nicht speichernde
Brustkrebszellen zum Speichern anregt.

Die Jodaufnahme der Brustkrebszellen bietet also [theoretisch] eine sehr interessante Behandlungsmöglichkeit, die sie natürlich nur entfalten kann,
wenn sie genutzt wird.

...

[Nachfolgender Satz bezieht sich auf Libeths Zeit des Studiums in den 1970er Jahren.] Ich versuchte sogar zu berechnen, mit welcher
Radioaktivitätsaufnahme man rechnen könnte [welche Radioaktivität man benötigen würde]. Denn das ist bei der Sache das Problem, es muss genug
sein, um die Tumorzellen umzubringen [abzutöten?]. Nach den Monaten in der Nuklearmedizin war ich so weit und hatte eine Übersicht
zusammengestellt.

...

Argumente für eine Behandlung des Brustkrebs mit radioaktiven Jod 131

Die ärztliche Tätigkeit begann mich zu interessieren. Ich ärgerte mich, dass ich dieses Studium nie ernsthaft betrieben hatte und mich deshalb nicht
in der Lage fühlte, als Ärztin zu arbeiten. Denn es ist natürlich ein Unterschied, sich durch ein Examen zu schlängeln oder echte Menschen zu
behandeln.

Aber ich war verlockt, an der Idee mit der Radiojodbehandlung zu arbeiten. Deshalb verschickte ich das Papier an die Nuklearmedizinischen
Kliniken. Und einer biss sogar an. Allerdings für eine Assistenzarztstelle und das traute ich mir einfach nicht zu.

Ich hätte gerne die Radiojodbehandlung als Doktorarbeit oder so etwas gemacht. Aber für die ganze Verantwortung, [die] Ärzte nun mal tragen
müssen, war mein Schmalspurstudium einfach nicht geeignet.

Fast die ganze PJ-Zeit hatte ich mich nur mit dem Brustkrebs beschäftigt und zwar mit der Jodaufnahme durch die Brustkrebszellen und der dadurch
möglichen Behandlung [der sich daraus ergebenden Behandlungsmöglichkeiten]. Außerdem hatte ich mich noch mit der Knochenszintigraphie
befasst, die in der Nuklearmedizin viel gemacht wurde. Aber schon die meisten Schilddrüsenkrankheiten und ihre Messungen und Berechnungen
hatte ich weggelassen.

Zum Beispiel die Hashimoto'sche Schilddrüsenentzündung, eine merkwürdige Erkrankung, die mich auch damals sicher mehr interessiert hätte,
wenn ich gewußt hätte, wie häufig sie zusammen mit Brustkrebs vorkommt. Wußte ich aber nicht und so war sie wie vieles andere meinem Mut zur
Lücke zum Opfer gefallen.

...

Sogar um die Einzelheiten und Finessen der von allen immer als ganz einfach dargestellten Radiojodbehandlung zu verstehen, hatten ich viele
Monate und geduldige Erklärungen des Chefs gebraucht.

...

Ich wollte nämlich jetzt noch, wenn auch sehr spät, wenigstens ein Kind bekommen. Mir war klar, dass ich aus Alters Gründen damit nicht länger
warten konnte.

Man kann aber nicht gleichzeitig in der Nuklearmedizin arbeiten und dann auch noch in der Radiojodbehandlung und gleichzeitig schwanger
werden. Denn dass ist viel zu gefährlich für das Kind.

Traurig, aber ich hoffte im Sinne der Brustkrebspatientinnen, dass wenigstens jemand anders diese Arbeit in Angriff nehmen würde.
Es hatte ja zwei Arbeitsgruppen gegeben, die die an der Jodaufnahme der Brusttumoren zu Diagnosezwecken gearbeitet hatten.

Das funktionierte nicht, weil die Mammographie viel genauer war und die gutartigen Tumore der Brust auch sehr gut speichern und man will ja
gerade gut und bösartige Tumore unterscheiden. Das geht mit der Jodaufnahmen nicht.

Deshalb ist die Methode für die Diagnose nicht geeignet. Wohl aber [möglicherweise] für die Behandlung.

Ich dachte, vielleicht kann ich [zu] den Leuten, die an der Nutzung der Jodaufnahme für diagnostische Zwecke arbeiten [Kontakt aufnehmen]. Eine
Arbeitsgruppe war in Essen und eine in NewYork gewesen.

Von dem Typ in Essen bekam ich ohne weiteres die Telefonnummer heraus. Aber er reagierte so, wie vermutlich mein Vater reagiert hätte, wenn
man ihm eine Tätigkeit in einer Nussnougatfabrik angeboten hätte. Er winkte ab. Er hatte kein Interesse mehr an dem Thema.

In New York gab es noch zwei Leute, die an dem Thema gearbeitet hatten.

Ich war froh, dass ich das Papier gleich auf englisch geschrieben hatte und machte mich auf die Reise nach New York. Am Albert Einstein College
und auf einer Insel vor New York traf ich tatsächlich noch auf die beiden, die daran gearbeitet hatten und auf meinen Plan erst ungläubig und dann
interessiert reagiert haben. Eine ältere Ärztin, die in einem großen Krankenhaus auf einer Art Insel vor New York arbeitete, [hatte] aber vielleicht
keine Forschungsinteressen mehr. Und der andere war ein junger Arzt mit einer Kipa.

...

Aus Libeths Autobiographie: Eigene Brustkrebserkrankung

Aber trotz dieses nicht angenehmen Erlebnisses hatte ich, wie ich vor fast fünf Jahren feststellen konnte, eines erreicht.

Am Albert Einstein College wird die Behandlung heute gemacht. Ich begann eine Korrespondenz und merkte, dass sie da gar nicht mehr wissen,
dass ich sie auf Idee gebracht habe.

In Deutschland hat es auch jemand versucht, aber wie?


Darauf will ich hier als erstes eingehen, denn dieser Versuch hätte mich beinahe das Leben gekostet.

Meine eigene Brustkrebserkrankung

Im Juni 2002 war es sehr heiß. Ich stand früh auf, aber wegen der Hitze zog ich mich nicht gleich an, sondern blieb im Nachthemd. Erst als ich aus
dem Haus wollte, begann ich mich im Badezimmer vor dem großen Spiegel anzuziehen.

Es war sehr hell und ohne Probleme konnte ich auf meinem linken Oberkörper über der Brust, aber viel ausgedehnter und über die Brust
hinausgehend einen leichten roten Schimmer entdecken. Wie ein harmloser Sonnenbrand. Auf der linken Seite. Ich gehe aber nicht in die Sonne und
ausgezogen schon gar nicht.

Mir war sofort klar, dass es etwas anderes sein musste. Und dass es schon einige Zeit da sein musste. Denn mein Mann hatte mich schon auf die
Hautveränderung aufmerksam gemacht. Aber ich hatte das abgewehrt, gesagt, dass ist wahrscheinlich, weil ich auf der Seite gelegen habe.

Aber heute konnte das kein Grund sein. Ich war schon seit Stunden wach. Das konnten keine Druckstellen sein. Es musste sich um was anders
handeln. Angesichts meiner familiären Belastung lag leider eine bestimmte bösartige Form von Brustkrebs nahe.

Leider fiel mir dazu, als hätte ich ein Brett vor dem Kopf, nur ein heute gar nicht mehr gebräuchlicher französischer Begriff ein. Cancer en Cuirasse,
ein ausgedehnter Brustkrebs, der sich wie das Schild eines Kürassiers um die Brust legt. Es ist eine Spätform des Brustkrebs, zu der es meist erst
kurz vor dem Tod kommt. Was das bedeutete war mir klar.

Obwohl ich die Radiojodtherapie als eigenes Projekt zu den Akten gelegt hatte, hatte ich mich nämlich weiter mit Brustkrebs befasst.

Den letzten Teil des PJ hatte ich in der Chemotherapie gemacht und war dadurch mit der Problematik, wenn auch nur in ihren Anfängen, bekannt
geworden. In Bezug auf Brustkrebs war ich ja nicht ganz so unbeleckt wie die meisten Anfänger und mir fiel sofort auf, dass die erfahreneren Ärzte
viel weniger von dieser Behandlung hielten als die Anfänger.

Wenn sie dort ihre Tätigkeit begannen, waren sie ähnlich dran wie die Patienten, die auch alle in diese Klinik drängten. Sie hielten Chemotherapie
für eine Behandlung. Das ist sie aber für Brustkrebs mit Metastasen nicht. Und auch in der sozusagen vorbeugenden, adjuvanten Form, wo sie eine
gewisse Wirkung hat, muss man sich die Art und Weise wie diese Behandlung funktioniert, genauer ansehen. Dann ist man nämlich von vielen
Illusionen geheilt.
Bei ausgedehntem inflammatorischen Brustkrebs, was ja ein metastasierender Organkrebs ist, sieht es also schlecht aus, obwohl Brustkrebs ja keiner
der schnellsten ist, wahrscheinlich weil der Weg von der Brust meist in die Knochen führt und erst dann in lebenswichtige Organe wie Leber und
Lunge.

Jedenfalls war mir der Ernst der Lage klar und ich dachte sofort an die Radiojodbehandlung.

Meinem behandelndem Arzt war die Aussichtslosigkeit meiner Situation auch klar. Und als ich ihm erklärt hatte, was ich wollte, erinnerte er sich,
dass ein Kollege am Krebsforschungszentrum in Heidelberg Erfahrung damit hatte und entschloss sich, ihn anzurufen. Der wäre der Fachmann dafür
und würde daran forschen.

Das war wirklich mein Pech. Der riet ihm nämlich ab. Er hätte das versucht, das funktionierte aber nicht. Er würde es ja versuchen und so weiter.
Aber es ginge nicht.

Auch der sehr jung wirkende Oberarzt, der sein Brot mit meinen Knochenszintigramm verdienen musste, war total entsetzt über mein Ansinnen,
dieses Knochenszintigramm statt mit Technetium mit Jod 131 zu machen. Dann hätte man ja sehen können, ob der Tumor, der da ja noch drin war,
Jod aufnahm.

Er klärte mich auf, dass es sich bei Jod 131 um einen gefährlichen, radioaktiven Stoff handeln würde.

Als Frau mit Hautmetastasen würde ich mir um Spätschäden keine Gedanken mehr machen müssen, versuchte ich ihm zu erklären. Für mich wäre
doch sozusagen gar nichts mehr gefährlich, außer dem direkten Sprung vor ein fahrendes Auto oder ähnliche drastisch, lebensverkürzende Taten.

Aber das beeindruckte ihn. Auch er verwies auf den Kollegen, der daran forschte und nun gar nicht weiterkäme

"Aber warum forschte er daran, wenn er die Sache für aussichtslos hält? Warum? Man forscht doch nicht an was, was man für aussichtslos hält?",
fragte ich schließlich schon ziemlich entnervt

Die Antwort machte mich kurze Zeit sprachlos.

"Also das ist so. Wenn man weiter kommen [will], dann muss man forschen. Sie kriegen sonst gar keine Stelle an einer Universität! Wir stehen da
ganz fürchterlich unter Druck."
So sieht es aus.
...

Nachfolgend: Zitat aus Libeths Seite: Die Behandlung von Brustkrebs mit radioaktivem Jod 131: Meine Erkrankung
http://www.erieping.de/bkiodine.htm

Als ich im Juni 2002 selbst an Brustkrebs erkrankte, war es gleich eine äußerst bösartige inoperable Spätform. Es wurde ein Brustkrebs mit
Lymphangiosis karzinomatosa diagnostiziert, der sich als sogenanntes Inflammatorisches Mammakarzinom bereits bis in die Haut der linken
Körperoberfläche ausgebreitet hatte. Wegen der schlechten Behandlungsmöglichkeiten bei dieser Spätform der Krankheit sah ich mich gezwungen,
mich nochmal mit der Radiojod-Behandlung zu befassen.

Denn wenn ein ausgebreitetes Inflammatorisches Mammakarzinom vorliegt, das sich bereits über die Brust hinaus in die Haut des linken
Oberkörpers ausgedehnt hat, bedeutet das, dass sich dieser Tumor sich nicht mehr lokal durch eine Operation entfernen lässt.

Aus Libeths Autobiographie (Der deutsche Versuch ... & Libeths Planungen)

Immerhin entschloss ich mich nachzugucken, was der Fachmann für die Radiojodbehandlung in Deutschland gemacht hatte.

Ich suchte mir in der Bibliothek seine Untersuchungen zusammen und fand heraus, das er was ganz anderes gemacht, als das, was ich vor hatte. Eine
Sache, die nach meinem Wissen über die Molekularbiologie auch gar nicht funktionieren konnte. Aber das war für ihn vielleicht schwer, darauf zu
kommen. Er war nämlich weder Arzt, noch Biologe und erst recht kein Nuklearmediziner. Es war ein Physiker und eine Radiojodbehandlung, die er
jemals gemacht hatte, konnte ich auch nicht finden.

Er arbeitete am Transfer der Gene für die Jodaufnahme in die Leberzelle und damit kam er nicht weiter.

Das ist auch kein Wunder, diese Gene sind nämlich bereits in den Leberzellen. Sie sind da aber stillgelegt, weil Leberzellen eben keinen
Jodtransport machen sollen.

Und wenn man von außen fremde Gene zufügt, werden sie wahrscheinlich auch schnell stillgelegt und abgebaut. Damit die Leberzelle eine
Leberzelle bleibt und nicht zu einer jodaufnehmenden Brust-, Magen- oder Schilddrüsenzelle wird.
Diese Ergebnisse hatten also gar nichts damit zu tun, dass die Jodaufnahme in Brustkrebszellen nicht funktioniert.

Er hatte aber noch etwas anderes ausprobiert, was ich damals nicht gefunden habe. Und zwar haben sie bei Frauen mit Brustkrebs die Jodaufnahme
in die Tumoren gemessen. Das kann man, indem man einfach eine ganz kleine Menge an radioaktivem Jod nimmt und guckt, wo sie sich
ansammelt. Das kann man machen, auch um die nötige Dosis zu berechnen. Sie sind dann wohl zu dem Schluss gekommen, dass die Dosis nicht
ausreichte.

Das war bei einem Vortrag in Heidelberg. Ich habe dann gleich gefragt, ob sie denn in der Zeit die Antihormonbehandlung ausgesetzt haben. Denn
ohne weibliche Hormone geht das ja nicht. Dabei stellte sich heraus, das die Hormonsituation gar nicht beachtet worden war und auch keine
hormonelle Anregung der Jodaufnahme gemacht worden war.

Dann funktioniert die Radiojodbehandlung aber nicht. Man muss die Jodaufnahme hormonell stimulieren und die Schilddrüse ausschalten. Das
haben sie sich nicht getraut, wie er mir sagte, um die Patientinnen nicht durch so ein Experiment zu gefährden.

Ein verantwortungsvoller Standpunkt, dem ich meine Hochachtung zollen muss. Trotzdem hat er hier zu einer verpassten Chance für alle
Brustkrebspatientinnen geführt. Und ich frage mich, wenn er das veröffentlicht hatte, warum hat ihm das keiner gesagt?

Vielleicht weil man sich nicht gegenseitig kritisieren will, um sich keine Feinde am DKFZ zu machen? Ich weiß es nicht, aber ich fände es schade,
wenn auch verständlich.

Vielleicht hat er es auch nicht veröffentlicht, was auch so eine Unsitte ist. Denn auch an ungünstigen Ergebnissen und deren Diskussion kann man
viel lernen, wenn sie ans Licht der Öffentlichkeit dringen.

Wie auch immer, mir hätten diese ungünstigen Vorerfahrungen beinahe die Chance genommen. Meine einzige Chance.

Außer der Haut waren auch Lymphknoten befallen. Es sah schlecht aus. Um Zeit zu gewinnen machte ich aus reiner Verzweiflung die Chemo.

Operieren konnte man ja nicht mehr, weil der ganze linke Oberkörper befallen war, sogar der linke Arm, wie ich an der auch nach Abschluss der
Chemo verbliebenden Rötung sehen konnte, die insofern gar nichts gebracht hatte. Nur meine Haare hatten das Ganze nicht verkraftet.

Aber ich hatte meine Zeit genutzt. Ich fand heraus, dass an vielen Stellen an dieser Sache gearbeitet wurde, abgesehen vom Albert Einstein Kolleg
in New York, aber nur von Wissenschaftlern und Ärzten, die an Forschung interessiert waren, nicht von behandelnden Ärzten. Diese Leute
forschten an Zellen, Zell-Linien, an Mäusen, Ratten und so weiter. Aber sie hatten keine Klinik, in der mit den Menge an radioaktivem Jod
gearbeitet werden durfte, die für die Radiojodbehandlung nötig ist.

Sie hatten aber mittlerweile das Enzym gefunden, das für die Jodaufnahme in Zellen nötig ist. Sie hatten herausgefunden, dass fast 80% aller
Brustkrebse Jod aufnehmen und so weiter.

Kurz und gut, die Sache stand inzwischen auf soliden, wissenschaftlichen Beinen. Ich kopierte mir ein paar Arbeiten und suchte mir aus dem
Internet alle möglichen Nuklearmedizinischen Kliniken zusammen und arbeitete gleichzeitig ein Art Behandlungsschema aus.

Ich hatte ja ein wenig Ahnung von der Radiojodbehandlung, weil ich damals an einigen teilgenommen und mich auch mit Fachleuten darüber
unterhalten hatte. Und mir war dadurch und durch das, was ich gelesen hatte, klar, dass das Wichtigste für den Erfolg der Behandlung die Aufnahme
von so viel radioaktivem Jod wie möglich durch die Brustkrebszellen ist.

Das ist auch bei der Behandlung des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms das Problem und wird dort durch die Entfernung der Schilddrüse und
durch hormonelle Stimulation gemacht.

Mir war klar, dass ich die Schilddrüse auch herausnehmen lassen musste. Wenn man die Schilddrüse drin lässt, schnappt sie das Jod weg und für die
Brustkrebszellen bleibt nicht viel übrig.

Und die Brustkrebszellen müssen auch hormonell stimuliert werden. Und zwar anders als die Schilddrüse, für die es andere Hormone gibt, durch
Stillhormone. Das ist schon vor langer Zeit und gut untersucht worden.

Zusätzlich kann man noch ein Vitamin A ähnliches Präparat nehmen. Und zu dem habe ich mich dann auch noch entschlossen. Ich machte mir also
einen Behandlungsplan, ein Anschreiben für die Ärzte mit eigener Klinik und dann sofort Termine.

Diesmal hatte ich Glück. Sofort dem ersten Arzt war klar, dass ich in meiner Situation keine Spätschäden mehr befürchten müsste.

Ich denke, er war einfach älter und erfahrener und wusste, dass die Chemotherapie in der Praxis nicht so viel bringt, wie man sich erhofft, wenn
ohne langjährige Erfahrungen durch diese Studienergebnisse geblendet wird.

Auch mir war ja das zarte Inflammatorische Karzinom in meiner Haut erhalten geblieben. Es hatte sich allerdings während der Chemo nicht weiter
entwickelt und sogar das war ja schon ein Erfolg im Vergleich zu den Zeiten vor der Chemo, als die Lebenserwartung in dieser Situation bei
Wochen bis Monaten gelegen hatte. Ich hatte durch die Chemo immerhin sechs Monate überlebt.

Nachfolgend Zitat aus Libeths Seite: Die Behandlung von Brustkrebs mit radioaktivem Jod 131: Meine Erkrankung
http://www.erieping.de/bkiodine.htm

Vorbereitung und Planung

Ich erkundigte mich in der Nuklearmedizin der Uniklinik Köln, wo ich behandelt [beraten?] wurde wegen einer Radiojodbehandlung. Das wurde
aber abgelehnt (mehr dazu).

Mein behandelnder Arzt Prof. Mallmann von der Uni-Frauenklinik in Köln erkundigte sich dann noch bei Prof. Haberkorn am Deutschen
Krebsforschungsinstitut in Heidelberg. Der war auch skeptisch, besser gesagt ablehnend, obwohl er selbst an der Sache forscht (mehr dazu).
[Hinweis: Libeth wollt hier vielleicht noch Inhalte verlinken, die Links fehlen jedoch im Original.]

Notgedrungen entschloss ich mich erstmal, die Chemotherapie zu machen, denn die Überlebenszeit bei unbehandeltem inflammatorischem
Brustkrebs beträgt nur wenige Wochen. So wollte ich meine Lebenserwartung auf ein paar Monate hoch katapultieren, um erstmal Zeit für die
Radiojod-Behandlung zu gewinnen.

Gleichzeitig fing ich an, mir genau zu überlegen, wie man bei der Therapie vorgehen müsste.

Ich versuchte also alle Fragen, Probleme und Informationen zusammenzusuchen und die Behandlung zu planen:

In der experimentellen Literatur fand ich heraus, dass ungefähr 80% der Brustkrebse Jod speichern. Aber ich wusste nicht, ob meiner dabei sein
würde.

Die Speicherung lässt sich durch Östrogen, Progesteron, und Retinoidsäure in hoher Dosis (das ist so etwas Ähnliches wie Vitamin A) erhöhen. Am
stärksten wirkt aber das Dexamethason, ein künstliches Kortison, das als Fortecortin im Handel ist.

Vor der Therapie muss man die Schilddrüse herausnehmen lassen, denn sonst geht das meiste radioaktive Jod in die Schilddrüse und nicht in die
Brustkrebsmetastasen.

Als die Chemotherapie abgeschlossen war, waren die Hautsymptome - also die Rötung - noch nicht verschwunden. Aber dass ich noch am Leben
war, war ja schon mal ein Erfolg, der mir zumindest etwas Zeit verschaffte.

Aus Libeths Autobiographie: Entfernung der Schilddrüse

...

Mir war also klar, ich musste ich mir die Schilddrüse herausnehmen lassen, um Erfolg mit der Radiojodbehandlung zu haben.

Bei meiner Diagnose war das auch kein Problem. Ich hatte mich als Kollegin vorgestellt. Und deshalb sprach auch der Chirurg recht offen und
meinte, das kann man bei Ihnen als terminalen Heilversuch vertreten. Auch er war der Ansicht, dass ich auf mögliche Spätschäden keine Rücksicht
nehmen müsste, da ich meine Lebenserwartung nur durch einen Sprung aus dem Fenster noch verkürzen konnte. Außerdem gibt es in der Praxis
kaum Spätschäden der Radiojodbehandlung. Auch die Schilddrüsenentfernung geht meistens gut. Gefahren liegen in der irrtümlichen
Durchtrennung des Recurrens Nerven. Den sieht man schlecht und da muss der Chirurg aufpassen. Allerdings hat man zwei davon und dass beide
bei einer Operation verletzt werden, ist doch sehr selten.

Dann gibt es noch zwei kleine Körperchen, die mit der Kalziumregulation zu tun haben. Auch die sollten bei der Operation nicht drauf gehen.
Darüber hatte ich mich ja schon informiert.

Es klappte alles wunderbar. Sofort nach der Schilddrüsenentfernung machte ich die nuklearmedizinische Behandlung und schon wenige Wochen
nach der ersten Radiojodbehandlung, bei der man eigentlich erstmal nur die Reste der Schilddrüse ausschalten will, war die Rötung verschwunden.

Es blieb nur auf der Szintigraphie ein winziger Punkt in der Nähe des früheren Tumors, der vielleicht ein befallener Lymphkoten hätte sein können.
Deshalb habe ich das Ganze dann noch zweimal wiederholt. Aber meine Hautmetastasen sind seitdem, also seit mehr als vier Jahren verschwunden,
und sie haben sich auch nicht mehr gemeldet.

Natürlich verfolge ich die Radiojodbehandlung, auch wie sie von anderen gemacht wird, in der Literatur. Und wie ich so mitbekommen habe, macht
es bis jetzt keiner so, wie ich es durchgezogen habe. Also mit Entfernung der Schilddrüse und hormoneller Stimulation durch Stillhormone und der
Vitamin A ähnlichen Retinoidsäure.

Was dabei rauskommen kann, weiß ich nicht. Ich vermute nicht viel. Nach allem, was ich weiß und auch von Nuklearmedizinern gehört habe, ist die
Radiojodbehandlung ohne diese Maßnahmen nicht erfolgversprechend. Dadurch wird eine wichtige Chance verschenkt.
Ich habe damals lange gebraucht, um die als leicht geltende Radiojodbehandlung zu verstehen. Und mir ist es gelungen, alles herauszufinden und
zusammenzustellen, weil ich vieles andere weggelassen habe.

Vielleicht ist das nicht möglich, wenn man die ganze Zeit an vielen anderen Sachen arbeiten und die Forschung nebenbei machen muss. Oft wird
Leuten, die sich für Forschung interessieren, das regelrecht vorgeworfen. Sie sollen ihre Arbeit, das heißt die Patientenversorgung und an der Uni,
die Ausbildung der Studenten machen. Und die Forschung wird als das störende Hobby karrieresüchtiger Ehrgeizlinge gesehen. Unter so einem
Druck zu arbeiten, ist schwer.

--

Nachfolgend Zitat aus Libeths Seite: Die Behandlung von Brustkrebs mit radioaktivem Jod 131: Meine Erkrankung
http://www.erieping.de/bkiodine.htm

Ich versuchte als erstes eine Nuklearmedizinische Klinik zu finden. Ich machte dazu ein Anschreiben, in dem ich genau meine Diagnose:
Inoperabeler Brustkrebs mit ausgedehnter Lymphangiosis karzinomatosa und die geplante Therapie beschrieb und auch die wissenschaftlichen
Arbeiten hinzufügte.

Der Klinikchef war nicht so jung wie der Nuklearmediziner in der Uniklinik. Er verstand, was meine Diagnose bedeutete und das ich mit
konventioneller Behandlung keine Chance hatte.

Die Suche nach einen Chirurgen fand ich dann nicht mehr so belastend, weil es ja da mehr von gibt.

Gleich der erste verstand meine Situation. Er war auch schon älter und hatte, obwohl Allgemeinchirurg auch Ahnung von Brustkrebs, weil der
früher auch von Allgemeinchirurgen oft operiert wurde.

Nachdem er meine die Diagnose gelesen hatte, meinte er: „Als terminalen Heilversuch kann man es wagen, denn es gibt ja bei Brustkrebs in dem
Stadium nichts, was man mit Erfolg machen kann.“

Der Ansicht war ich auch und die Operation wurde dann sofort durchgeführt, denn über die Risiken hatte ich mich schon informiert (mehr). [Hier
wollte Libeth vielleicht weitere Inhalte verlinken, die aber fehlen.]
Die Untersuchung der entfernten Schilddrüse zeigte eine möglicherweise nutzbare Besonderheit.

Obwohl an der Schilddrüse ja keine Erkrankung zu erwarten war, wurde sie histologisch untersucht und dabei stellte sich heraus, dass sie von
Lymphozyten infiltriert war und auch die Antikörper gegen Schilddrüsenproteine verstärkt vorkamen. Eine Erkrankung, die nach ihrem Entdecker
Hashimoto bezeichnet wird.

Solche Antikörper, wie man sie bei der Hashimoto Erkrankung findet, entstehen wohl öfter bei Frauen mit Jod speichernden Krebserkrankungen
und das schien mir ein gutes Zeichen für eine Radiojod-Behandlung zu sein.

Durch einen Test auf solche Antikörper könnte man möglicherweise schon vor der Operation feststellen, ob die Radiojod Behandlung für eine Frau
erfolgversprechend ist (mehr). [Hier wollte Libeth vielleicht weitere Inhalte verlinken, die aber fehlen.]

Aus Libeths Autobiographie: Und sonst? [Wirkungen und Nebenwirkungen]

Zitat aus Libeths Seite: Die Behandlung von Brustkrebs mit radioaktivem Jod 131: Meine Erkrankung
http://www.erieping.de/bkiodine.htm

Direkt nach der Heilung der Operationsnarbe habe ich dann die erste Dosis Jod genommen (mehr) und als ich wenige Wochen später operiert wurde,
war die Lymphangiosis verschwunden.

Ob das ein Spätfolge der Chemotherapie oder ein schnelles Ergebnis der Radiojod Behandlung war, ich weiß es nicht.

Ich habe dann die Radiojod-Behandlung noch zweimal wiederholt, weil sich eine geringfügige Anreicherung in der Höhe des ursprünglichen
Tumors fand und es sich dabei möglicherweise um infiltrierte Lymphknoten gehandelt haben könnte. Man macht die Radiojod Behandlung immer
bis man im Szintigramm nichts mehr sieht.

Die Radiojodbehandlung habe ich unter Einnahme von Östrogenen, Progesteron und Vesanoid Kapseln (Retinoidsäure in hoher Dosis) gemacht
(mehr).

Weiter wieder aus der "Autobiographie":


Mich hat die ganze Behandlung natürlich sehr mitgenommen. Die Chemo hatte eine sehr hohe Dosis.

Die Radiojodtherapie merkt man ja gar nicht. Man braucht nur diese Kapsel mit dem Jod 131 einnehmen und muss dann in einer Klinik abwarten,
bis man nicht mehr strahlt. Um keine anderen Leute zu gefährden. Besonders nicht die Kinder werdender Mütter.

Aber trotzdem war die Zeit danach erstmal schwer. Ich wusste ja nicht, ob es funktioniert hatte. Mein einziger wirklicher Anhaltspunkt war die
verschwundene Inflammation. Und ansonsten war ich sehr geschafft. Ich erinnere mich an einen sehr heißen Sommer, in dem ich kaum etwas
machen konnte.

Ich konnte irgendwie gar nicht mehr laufen, weil ich so kraftlos war und trieb mich erst nur im Bett und dann am Computer rum. Nach und nach
fing ich an, meine Internetseite aufzubauen. Dazu musste ich Frontpage lernen, was leichter war, als ich gedacht hatte, aber leider nur im Rückblick.
Währenddessen blieb ich dauernd irgendwo hängen. Aber da ich nicht viel anders machen konnte, habe ich dann trotzdem weitergearbeitet.

Eigentlich wollte ich nur die Radiojodbehandlung darstellen und meine alte Theorie, dass der epidemische Brustkrebs bei den Frauen auftritt, die
schon als Säugling mit Kuhmilch und den darin enthaltenen Viren in Kontakt gekommen sind.
...

Libeths Eintrag vom 01.11.2006 in "milchfrei im Alltag"

Zitat aus Libeths Eintrag vom 01.11.2006 in "milchfrei im Alltag":

Zitat:
Hallo katziTatzi und Mira, ich mache das mit dem milchfrei ja nicht richtig.

Ich habe ja keine Metastasen und fühle mich insofern sicher.


...

Und ich habe Lust meine Kreativität darein fließen zu lassen. Ist einfach was anderes als Brustkrebs. Ich bin den so leid.
Vielleicht bringt mich das auf andere Gedanken und zu einer besseren Ernährung. Libeth
Originalbeitrag s.:
http://www.erieping.de/forum/showpos...82&postcount=4

Aus Libeths Autobiographie: Nachsorge

Zur Nachsorge war ich nicht mehr. Da sich mein Brustkrebs ja zuerst an der Haut gezeigt hatte, nehme ich an, dass er sich wenn, da als erstes wieder
bemerkbar machen wird. Und das sehe ich ja auch ohne Geräte.

Sehr beunruhigt mich das nicht, weil mal die Radiojodbehandlung mehrmals mit Erfolg wiederholen kann. Lieber wäre mir natürlich, wenn das
nicht nötig würde.

--
Zitat aus Libeths Seite: Die Behandlung von Brustkrebs mit radioaktivem Jod 131: Meine Erkrankung
http://www.erieping.de/bkiodine.htm

Im Ergebnis bin ich jetzt vier Jahre nach der Diagnose eines Inflammatorischen Mammakarzinoms, das sich auf einem großen Teil des linken
Oberkörpers ausgebreitet hatte, noch am Leben und auch histologisch lässt sich kein Tumorgewebe mehr nachweisen.

Bei der Nachoperation einer verdächtig aussehenden Narbe habe ich an einigen Stellen Gewebe entnehmen und untersuchen lassen. Ergebnis: Es
konnten an keiner der untersuchten Stellen Tumorzellen nachgewiesen werden.

... Was mich besonders beruhigt, ist, dass man die Radiojodbehandlung bei Wiederauftreten des Tumors wiederholen kann.

Libeths Eintrag vom 02.03.2007 in "Chemotherapie heilt Krebs??"

Standard Radiojod Vaproat Chemo ?

Hallo Julchen, dass Du an Deiner Schilddrüse hängst kann ich verstehen. Wenn man sie hat, denkt man ja meist nicht daran.

Aber ich muss jetzt jeden Morgen meine Tablette einnehmen und ich weiss jetzt, dass ich eine hatte. Und mich früher nie darum kümmern musste.
Wenn ich irrtümlich zwei genommen habe, werde ich aggressiv und wenn ich mich sehr über alles ärgere, dann frage ich mich jetzt immer, ob es
daran liegt, dass ich zwei von den Tabletten genommen habe.

Insofern gehen die Probleme. Aber sich für so eine Operation zu entscheiden ist nie leicht. Ich hatte damals ja noch ein anderes Problem, weil ich
den ausgedehnten entzündlichen Krebs am ganzen linken Oberkörper hatte.
Und zwar davor, das er bis an den Hals geht und dann nicht mehr operiert werde kann. Deshalb habe ich hauptsächlich daran gedacht, dass ich es
schnell genug über die Bühne bringe, bevor es zu spät ist.

Weil mir dieser Schreckensgedanke so vor Augen stand, trat alles andere in den Hintergrund. Auch dass die Schilddrüsenoperation ja nicht so ganz
einfach ist. Man kann da den Recurrens-Nerv verletzen und heiser werden und alles andere was sonst bei Operationen passiert, kann natürlich auch
hier passieren. Aber da sich meine Angst hauptsächlich auf das Fortschreiten des Krebses Richtung Hals richtete, habe ich mich damals nicht so
damit befasst.

Jetzt bin ich natürlich froh, dass ich es hinter mir habe. Aber wie lange weiß ich ja auch nicht.

Dass das Valproat, was man ja auch noch versuchen könnte, wenn die Krankheit schon fortgeschritten ist, bei mir funktionieren würde, denke ich
auch nicht, weil ich ja den erblichen Brustkrebs habe. Und da ist in der Hinsicht nichts zu erwarten.

Und unter uns relativ jungen Brustkrebspatientinnen werden das viele sein, die den erblichen Brustkrebs haben. Weil der andere meist erst zu den
Wechseljahren auftritt. Aber wenn nicht kann man das natürlich auch versuchen. Aber sonst hangelt man sich mit den meisten Behandlungen ja
immer nur so durch. Insofern bin ich froh, das sich mich damals so entschieden habe.

Aber ob das richtig war?

Ich weiss es nicht. Und deshalb will ich auch niemand drängen. Das sind ja alles so einschneidende Behandlungen. Ganz egal ob die
Schilddrüsenoperation oder die Chemotherapie.

Aber bei der Chemo ist eben doch sehr die Frage, ob sie wirkt. Bei mir hat sie es wohl nicht getan. Denn der Ausschlag war ja nicht weg. Das
konnte ich ja selber sehen. Wie die Frauen, bei denen man heute die Chemo vor der Tumorentfernung macht. Insofern musste ich was anderes
machen.
Es ging einfach nicht anders.

Hast Du denn das Gefühl, das die Behandlung bei Dir greift? Libeth

Originalbeitrag s.:
http://www.erieping.de/forum/showpos...6&postcount=36

Standard Radiojodbehandlung und Schilddrüse

Libeth an Iris am 04.03.2007


...
Aber da Du keine Metastasen hast, jedenfalls keine bemerkbaren, würde ich es ohne jeden Verdacht auf Metastasen vielleicht nicht machen. Obwohl
man auch das überlegen könnte, weil bei Dir der Tumor ja nur mit einem sehr kleinen Abstand rausgenommen wurde.

Jedenfalls wäre es besser als die äussere Bestrahlung, die man ja normalerweise anschließen würde, die aber weit weniger bringt, weil sie nur gegen
die Lokalrezidive wirkt. [Hinweis = wahrscheinlich eher hypothetisch]

...

Denn auch die Radiojodbehandlung kann nur kleine winzige Metastasen abtöten und das ist sie bis jetzt die Einzige. [Hinweis = wahrscheinlich eher
hypothetisch]
...

Deshalb sollte man auch die Radiojodsache so früh wie möglich machen. Und das Einzige, um so früh wie möglich noch nicht sichtbare Metastasen
zu finden ist da die Kontrolle des Prolaktinspiegels und der Schilddrüsenantikörper. [Hinweis: Es gibt auch noch andere Tumormarker,
Untersuchungen, welche Methode spezifischer ist???] Wobei ich nicht weiss, ob die Schilddrüsenantikörper auch ohne Schilddrüse noch gebildet
werden.

Das könnte aber sein, denn sie sind ja eigentlich Antikörper gegen Enzyme die nicht nur auf der Schilddrüese sondern auch auf den Brustkrebszellen
sitzen und da den Jodtrasport machen. Also wenn Du ohne Schilddrüse noch Schilddrüsenantikörper haben solltest, dann würde mich das sehr
misstrauisch machen und ich würde dann sofort die Radiojodbehandlung machen.
Sonst geht es los. Man muss sich dann von einer unangenehmen Behandung zur nächsten hangeln und ob man jemals Ruhe vor den Metastasen
bekommt ist fraglich.

Beziehungsweise es ist sehr unwahrscheinlich.


...
Insofern ist die Radiojodbehandlung wirklich angenehmer, weil man sie ja nicht merkt. Und sich nur wegen der Gefährdung anderer einige Tage in
einer Strahlenklinik langweilen und Zitronenbonbons für den Speichelfluss lutschen muss. Da gibt es wirklich Schlimmeres.

Insofern würde ich selbst bei Prolaktinerhöhung oder irgendeinem anderen Hinweis auf Metastasen nicht zögern. Für sich muss das natürlich jede
selbst entscheiden und wenn man bei sich selbst Grund zur Annahme auf nicht erblichen Brustkrebs hat, kann man auch mal an das Valproate
denken, das ja auch von Kindern und bei Schlafstörungen oft jahrelang eingenommen wird. Und einfach versuchen sich darüber zu informieren.

Aber die Methode, ich frage meinen Arzt wird da nicht die Erfolg versprechendste sein, denn die Ärzte wissen darüber noch nichts.
...

Originaleintrag von Libeth:


http://www.erieping.de/forum/showpos...7&postcount=40

Radiojodtherapie - Wo sie angewendet wird

Text nachfolgend Zitat aus Libeths Seite: Die Behandlung von Brustkrebs mit radioaktivem Jod 131: http://www.erieping.de/bkiodine.htm

Zitat:
Einige Zeit nachdem ich meine Behandlung hinter mir hatte, hatte ich den Leuten, die sich wissenschaftlich für das Thema interessierten, über
meine Anwendung ihrer Forschung geschrieben.

Besonders gefreut hat mich, das Nancy Carrasco am Albert Einstein College in New York und Irene Wapnir in Stanford Kalifornien diese
Therapie jetzt auch für Patientinnen mit Brustkrebsmetastasen, für die es keine Behandlungsalternativen mehr gibt, anbieten.
---
Kontaktdaten und Email-Adresse von Dr. Nancy Carrosco sind der Webseite des Albert Einstein College zu entnehmen (Wiedergabe ist nicht
erlaubt, aber sehr einfach aufzufinden: http://www.einstein.yu.edu

---

Studie zur Radiojod-Therapie bei metastasiertem Brustkrebs

Zitat:
Renee Moadel, MD,
CRTP’05,
Department of Nuclear Medicine, MMC,

received the Albert Einstein College of Medicine NIH K12 Mentored Clinical Research Scholar Program Award for her research entitled: “Pilot
Trial of Radioiodine Therapy for Metastatic Breast Cancer.”

Dr. Moadel was first author on a paper published in Breast Cancer Research entitled “Positron emission tomography agent 2-deoxy-2-[18F]fluoro-
D-glucose has a therapeutic potential in breast cancer.” She is the lead author of 2 abstracts accepted and presented at the Society of Nuclear
Medicine National Conference this year. Dr. Moadel was selected as a reviewer for the DOD Prostate Cancer Imaging Grants in 2004, and will be
Co-Chairing the Pulmonary Session at the National Society of Nuclear Medicine (SNM) conference this year.

Quelle: CLINICAL RESEARCH TRAINING PROGRAM, Volume 4, Issue 2 Albert Einstein College of Medicine of Yeshiva University June 2004

Mit anderen Worten, es wurde ein Preis vergeben für diese Forschungsarbeiten, das würde Libeth sicher sehr freuen, falls sie es nicht selbst
irgendwo hier bereits entdeckt hatte ...

Die Studie wird am Albert Einstein College in Washington weiterhin gelistet:


zuständig scheint Joseph A. Sparano, MD zu sein. Die Studie "Pilot Trial of Radioiodine Therapy for Metastatic Breast Cancer" ist versehen mit der
Nummer 01-047, Kontaktdaten Dr. Sparano:
http://www.einstein.yu.edu/home/facu...asp?id=2952&k=
Da das alles nicht ganz neu ist, wäre es vielleicht schon interessant, da mal Kontakt aufzunehmen.

In ihrer Seite: "Planung Radiojod-Behandlung"


http://www.erieping.de/planung_radiojod_behandlung.htm

schrieb Libeth eine Information für eine Patientin. Hier findet sich folgender Hinweis:

Zitat:
Am Albert Einstein Kolleg in New York hat man bei der Behandlung von Metastasen die Schilddrüse belassen ... und vorher sogar noch mit einer
Jodtest-Dosis die nötige Menge an Jod für sehr große Metastasen bestimmt.
Sie haben dort aber nur sogenannte austherapierte Patientinnen behandelt, bei denen Spätschäden an der Schilddrüse keine Rolle mehr spielen,
weil ihre Lebenserwartung leider ganz gering ist.

Libeths Eintrag auf der "Startseite" www.erieping.de vom 28.09.2009

Behandlung von Brustkrebsmetastasen mit radioaktivem Jod 131 führte zu messbar starker Speicherung der Radioaktivität.

Trotz fehlender Hormonrezeptoren konnte im entnommenen Metastasenmaterial einer Brustkrebspatientin eine starke Jodspeicherung nachgewiesen
werden. Bis jetzt gibt es nur wenig, was man bei Brustkrebs mit Metasstasen mit Erfolg, also Lebensverlängerung machen kann.

Die Patientien ließ sich, wie ich [bei] mir vor fünf Jahren, die Schilddrüse entfernen und nahm radioktives Jod 131 ein. Ihre Metastasen nahmen das
Jod 131 auf, was sich an einer überraschend starken Aktivitiät im Szintigramm zeigte. Sehr viel stärker als bei mir damals.

Nun ist zu hoffen, dass die Speicherung des Radiojods zu einer Vernichtung der Radiojod speichernden Metastasen führt.

Libeth wiederholt die Radiojodtherapie

Gestern habe ich noch mal hin und her überlegt und mich an die Anfänge meiner Behandlung nach Auftreten des neuen Lymphödems erinnert.
Ich hatte mich damals schnell entschlossen, die Radiojodbehandlung zu wiederholen. Denn beim ersten Mal hatte sie ja gut geklappt. Und ich hatte
den Rückgang meines Inflammatorischen Mammakarzinoms am Verschwinden des Hautausschlags mit eigenen Augen beobachten können.
Außerdem verschwand eine winzige Radiojod speichernde Anreicherung in der Nähe des Brustbeins, also des Knochens, an dem vorne die Rippen
ansetzen und die vielleicht ein Lymphknoten oder sonst eine Metastase hätte sein können.

Ich hatte aber Angst, dass beim zweiten Mal die Jodspeicherung schlechter sein könnte als bei der ersten Behandlung. Denn so eine Behandlung
kann ja auch wie eine Selektion wirken. Die jodspeichernden Brustkrebszellen sterben und die anderen bleiben über.

Deshalb hatte ich mir überlegt, die Jodspeicherung durch eine Jod arme Diät zu ersetzen und fing damit ca. drei oder vier Wochen vor der geplanten
Behandlung an und ebenso auch damit, wieder Östrogene zu nehmen. Denn ohne Östrogen und zusätzlich Progesteron nimmt die Brust und nehmen
auch die Brustkrebszellen kein Jod auf.

Die Jod freie Diät war hart. Jod ist in allen Milchprodukten und auch in Seefisch in großer Menge vorhanden und dazu kam noch das heute fast alle
industriell hergestellten Lebensmittel jodiert sind. Ich konnte kaum etwas essen, musste Brot selber backen und so weiter.

Zum Frühstück gab es selbstgebackenes Brot mit Erdnussbutter und Zwiebeln. Abends Bratkartoffeln in Öl und so weiter. Das ich zusätzlich
Östrogene zu mir nehmen musste und die letzen Tage sogar Progestine, um die Jodaufnahme zu fördern, versetzte mich wegen meines hohen
Hormonrezeptoer Status Score 12 für den Östrogenrezeptor und Score 9 für den Progesteronrezeptor in Panik. Vor Angst zog ich den
Behandlungstermin zwei Tage vor und schluckte das radioaktive Jod schon an einem Mittwoch.

Während beim ersten Mal der Tumor ja vorher entfernt worden war und man keine großartige Speicherung erwarten konnte, hatte ich ja jetzt
mehrere große inoperable Tumoren und ich erwartete schon eine Speicherung. Aber in dem gemachten Szintigramm zeigte sich nichts.

Aber der Tumormarker CA-15-3 ging runter und der andere CA-125, der am stärksten erhöht gewesen war, verzog sich sogar in den Normalbereich.

Darauf hatte ich gar nicht mehr zu hoffen gewagt. Warum freute ich mich und jetzt weiß ich es.

Wegen der Jod armen Diät musste ich auch alle Milchprodukte vermeiden, denn der Säugling und auch der Milch trinkende Erwachsenen wird ja
durch die Milch mit Jod versorgt. Und so hatte ich durch die Jod arme, gleichzeitig eine progesteronvermeidende, milcharme Diät gemacht und das
hat meine beiden Tumormarker beide runter gebracht, obwohl ich gleichzeitig Östrogen und kurz auch Progestine (Trisquenz) genommen haben.
Ich schließe daraus, dass die Progesteron vermeidende, also Milch arme Diät auch ohne Antihormonbehandlung funktioniert und man darauf
vielleicht weitgehend verzichten kann, wenn man die Diät einhält oder die Milch, wie ich hoffe bald, sicherer, nämlich progesteronfrei nur noch von
nicht trächtigen Kühen gemolken wird.

Nach der Radiojodbehandlung habe ich mit beidem, also mit Diät und Hormonaufnahme wieder aufgehört und nach einigen Wochen stiegen die
Tumormarker wieder an.

--
Folgender Text ist unter dem Titel "Braucht eine Frau neben der Progesteron freien Ernährung die Antihormonbehandlung? (Diät oder AHB)"
am 29. Juni 2008 zuletzt von ihr aktualisiert worden, er lag aber auch im Dezember 2007 bereits auf der Webseite.

Hier befasst sich Libeth aber hauptsächlich mit ihrer erneuten Radiojodbehandlung, während sie den Fragen zur Antihormontherapie und
Progesteronvermeidung dabei nachgeht.
Dieser Text liegt auf der alten Webseite hier:
http://www.erieping.de/diaet_oder_ahb.htm