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Inhalt

Seite 3
Grußwort
zum CSD

Von Thomas
Niederbühl und
Dieter Reiter

Grußwort zum CSD

Thomas
Niederbühl

Dieter
Reiter

Politischer CSD-Sprecher
und Stadtrat der Rosa Liste

Schirmherr des CSD
und Oberbürgermeister

“ Uns geht es um positive
Alternativen, Erweiterungen
und Ergänzungen zum konservativen Familienbild. ”

“ Münchens Leitbild ist
und bleibt die bunte, offene,
plurale Stadt. ”

amilie“ ist zum Kampfbegriff von Homohassern geworden. Rechtspopulistische
Parteien und Bewegungen versuchen uns
LSBTI damit auszugrenzen und abzuwerten. Die
katholische Kirche bleibt dabei: Familie gibt es nur
in einer heterosexuellen Ehe. Und selbst die Kanzlerin hat keine guten Gründe, sondern kein gutes
Gefühl, uns Lesben und Schwulen endlich die Adoption zu ermöglichen. Anstatt Gleichberechtigung
und Akzeptanz zu erfahren, werden wir immer öfter
mit gesellschaftlichen Rückschritten konfrontiert.

Dagegen machen wir beim Münchner CSD 2015
die Vielfalt unserer gelebten Lebensformen mit
dem Motto „Familie ist, was wir draus machen“
sichtbar. Wir bestimmen selbst, was für uns Familie
ist, und wollen, dass unsere selbstgewählten Familienformen auch gesellschaftlich akzeptiert und
städtisch unterstützt werden. Das reicht von Regenbogenfamilien über Wahlfamilien bis zu familiären
Netzwerken. Und dazu gehört auch die „große
Familie“ unserer Community, in der wir diskriminierungsfrei und solidarisch miteinander leben wollen.
Uns geht es um positive Alternativen, Erweiterungen und Ergänzungen zum konservativen Familienbild. Damit bereichern wir unsere Stadt.

Sorgen wir dafür, dass München bunt bleibt –
und diese Buntheit nicht nur zum CSD wertschätzt.
Machen wir was draus!

s war gar nichts Besonderes, und doch
hat es für einigen Wirbel gesorgt: das Titelmotiv auf dem Münchner Familienpass
2014. Stein des Anstoßes war – fünf Jahre nach der
ersten Eintragung einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft beim Münchner Standesamt,
man glaubt es kaum – die Abbildung eines schwulen und eines lesbischen Paars mit ihren Kindern.
Symptomatisch ist auch das Ergebnis einer Studie,
wonach 75 % der Fachkräfte in Münchner Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe davon ausgehen, dass Regenbogenfamilien verstärkt Vorurteilen und Benachteiligungen ausgesetzt sind.
Beides zeigt: Die Akzeptanz unterschiedlicher Lebensformen ist von echter Gleichbehandlung nach
wie vor weit entfernt.

Deshalb möchte ich auch an dieser Stelle betonen: Münchens Leitbild ist und bleibt die bunte,
offene, plurale Stadt, die Vielfalt nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung, als elementaren
Bestand der Lebenswirklichkeit sieht. Das gilt auch
und gerade für die Vielfalt der Familienformen,
auch für die Regenbogenfamilien, für Wahl- und
Patchworkfamilien und selbstverständlich auch
für die „große Familie“ der Münchner LSBTI-Community. Sie alle haben das Recht auf ein Leben, das
frei ist von Diskriminierung. Dafür setzt sich die
Stadt mit Nachdruck ein, und der Gesetzgeber
sollte sich da bei der Beseitigung der Mängel und
Defizite der rechtlichen Gleichstellung durchaus
ein Beispiel nehmen.

Daher begrüße ich die Botschaft des Münchner
CSD 2015 – „Familie ist, was wir draus machen“ –
ausdrücklich. Gerne habe ich daher auch wieder
die Schirmherrschaft übernommen und wünsche
dem Münchner CSD 2015 sowie den Veranstaltungen der „PrideWeek“ einen vollen Erfolg. Alle
Besucherinnen und Besucher heiße ich dazu sehr
herzlich willkommen!

Thomas Niederbühl

Dieter Reiter

Seite 4
Das CSD-Motto
für 2015

„Familie ist, was
wir draus machen“
und was das heißt

Seite 6
Community
und Themen I

Wahl-, Regenbogen-,
Herkunftsfamilien
und Community

Seite 28
PrideWeek
und CSD

Alle Events, Pläne,
Termine und Acts
in der Übersicht

Seite 62
Community
und Themen II
Europride Riga
und KyivPride

Seite 66
Support und
Partner*innen

Danke all den
Unterstützer*innen

Schaut nach der
Map zum PrideGuide

Seit 1996 Stadtrat der Rosa Liste im Münchner Rathaus

Seit 2014 Stadtoberhaupt der Stadt München

Jetzt überall in den
Szene-Locations

03

CSD-Motto 2015

„Familie“ ist niemals neutral. In der LSBTI-Community erst recht nicht. Zum einen liegt das daran,
dass Homo- und Trans*phobe den Begriff häufig
gegen uns verwenden. Sie verbrämen ihre diffusen
Vorurteile in dem Wunsch, die Institution Familie zu
schützen. Eine heteronormative Familie: Vater-Mutter-Kind. Eine Familie, in der wir allenfalls als Kinder
oder Geschwister vorkommen, und auch das nur,
wenn in der Erziehung „etwas falsch gelaufen ist“.
Zum anderen sind wir noch immer weit von rechtlicher Gleichstellung entfernt. Der Kampf ums Adoptionsrecht ist noch lange nicht ausgefochten. Mit unserem diesjährigen Motto sagen wir ganz deutlich: Wir
überlassen diesen gesellschaftlich so zentralen
Begriff nicht denen, die ihn gegen uns verwenden,
um uns strukturell zu unterdrücken! Wir setzen als
Community ein Zeichen der Vielfalt als Alternative
zum Kampfbegriff „Familie“.
Als Teil unserer Herkunftsfamilie sind natürlich
auch wir von traditionellen Normen und Vorstellungen geprägt und umgeben. Mit dem Comingout sprengen wir einen gesellschaftlichen Rahmen –
unfreiwillig. Das kann unsere Herkunftsfamilie
bereichern oder Ausgrenzung zur Folge haben. So

04

oder so sind wir gezwungen, neue Wege zu gehen:
Das kann in Anlehnung an traditionelle Vorstellungen von Familie geschehen oder als Wahlfamilie, die
den Familienbegriff als „verbunden sein“ im weitesten Sinne begreift und sich mit viel Kommunikation
ganz eigene Strukturen gibt. Als Subkultur innerhalb
der Community persiflieren wieder andere starre
Geschlechter- und Familienbilder und erschaffen
sich dadurch eine queer-bunte Alternativfamilie.
Schließlich kann die Community mit ihren vielen
Angeboten zur Freizeitgestaltung und Selbsthilfe
einen familiären Raum bieten, der uns durch schwierige Zeiten trägt und dafür sorgt, dass wir nie ganz
alleine sind.
In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig,
einen Blick über die Landesgrenzen zu werfen.
Zu unserer Community gehören auch immer mehr
LSBTI-Menschen, die aus anderen Ländern flüchten
mussten, weil sie in ihrer Heimat Verfolgung erfahren. Sie haben sehr oft auch ihre Herkunftsfamilien
verloren. Wenn wir für sie und uns alle eine neue große Regenbogenfamily sein könnten, dann wäre das
ganz wunderbar!

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Community und Themen I  Was wir draus machen

Die Tuntenfamilie
vom Queerreferat
oni und Daniel sind Geschwister im doppelten Sinne:
Biologisch als Schwester und Bruder und in ihren queeren Rollen als Bruder und Schwester. Zenzi Traktor und
Miss Taken sind Teil einer bundesweiten Tuntenfamilie, die bunt,
schrill und immer mit viel Schaumwein starre Geschlechterrollen in Frage stellt. Sie alle haben sich durch die Queerreferate der
Unis und Hochschulen kennen und lieben gelernt und gemeinsam eine Familie geschaffen, in der für immer alle 19 sind.
PrideGuide >  Würdet ihr euch gegenseitig vorstellen?
Zenzi >  Gut, dann stell ich mal meinen Bruder oder meine Schwester vor: Daniel, auch bekannt als Miss Taken, die wunderbarste
Tunte, die ich kenne. Daniel ist Techniker, wahnsinnig bastelbegabt,
sehr kreativ und arbeitet auch in der Technikbranche und nutzt
das als Miss Taken wunderbar, indem sie alles aus Pappmaché und
Glitzer basteln kann, was man denn so möchte, und sich ganz viele Dinge überlegt, die man
dann einsetzen kann. Miss Taken ist, denke ich,
einen Tick offener als Daniel, aber beide sind
wunderbar. ¶ Daniel > Toni ist in ihrem Leben
eine Studierende und viel für ihre Familie da.
Und als Zenzi opfert sie sich in gleicher Weise für ihre Tuntenfamilie auf, würde alles für sie tun, kocht häufig für sie, es gibt immer

06

” Da liegen sich
bei bestimmten
Liedern auch mal
alle in den Armen,
weil sie sich so
freuen, dass sie
sich gefunden
haben und eben
noch eine neue
Familie dazugewonnen haben. “

Schaumwein bei ihr. Sie empfängt alle mit einem großen Herzen.
Ich habe eben das große Glück, sie einerseits als Schwester und
andererseits als Bruder zu haben.
PG >  Ihr seid auch biologisch Geschwister? Gibt es noch
andere Schwestern oder Brüder?
D >  Nein, wir haben keine weiteren biologischen Geschwister, aber
viele Tuntengeschwister. ¶ Z > Diese Tuntenwelt ist ja ein deutschlandweites Netzwerk, entstanden aus Hochschultreffen, und meine Tuntenmutter kommt beispielsweise aus Bochum. Ich bin verheiratet mit einer Tunte in Hamburg, und gemeinsam haben wir
fünf Kinder, glaube ich.
PG >  Und wie sind deine Familienverhältnisse?
D >  Ich wollte nie die Verantwortung übernehmen und hab deswegen nie getauft, adoptiert oder jemanden
dazugenommen. Dazu gehört auch, dass man
sich um seine Kinder kümmert, und ich habe
nie gesehen, dass ich die Zeit dafür hätte oder
das in hochwertiger Art kann.
PG >  Wie sieht dieses Kümmern aus?
Z >  Wenn man tauft, gehört an sich dazu, dass man für seine Kin-

Was wir draus machen  Community und Themen I
der da ist, dass ich ihnen etwa den ersten Bart klebe
oder helfe, in Stöckeln zu laufen, oder sie das erste Mal
schminke und sie ein bisschen in diese Tuntenwelt, diese Tuntenfamilie einführe, sie vorstelle, sie mitnehme,
mich mit ihnen treffe, mich mit ihnen unterhalte, sie
einbinde in das Ganze, damit sie Anschluss finden.
PG >  Was macht ihr denn so, wenn ihr euch trefft?
D >  Tja, was macht eine Familie, wenn sie sich trifft?
Über Probleme reden, über Dinge, die man toll findet,
die einen bewegen, kochen, was zusammen unternehmen, Spieleabende, solche Sachen. ¶ Z >  Es ist nicht so,
dass wir immer nur feiern, wenn wir uns sehen, sondern
wir reden auch wirklich über ernsthafte Themen und
sind emotional. Da liegen sich bei bestimmten Liedern
auch mal alle in den Armen, weil sie sich so freuen, dass
sie sich gefunden haben und eben noch eine neue Familie dazugewonnen haben.
PG >  Seit wann gibt es diese Tuntenfamilie?
D >  Die Anfänge hängen mit der Bundesvernetzung zusammen, wo sich die schwul-lesbischen und queeren
Referate und Hochschulgruppen im Waldschlösschen
getroffen haben. Dort ist es entstanden, als politischer
Protest, sich in die Kleidung des anderen Geschlechts
zu werfen. Und daraus ist das hervorgegangen. Dieses Treffen gibt es schon seit über 20 Jahren, wobei
der Kreis jetzt auch über die universitäre Bindung hinausgeht. Das ist keine Uni-Gruppe, sondern da können
auch Menschen dazukommen, die vielleicht nicht bei
diesen Treffen teilnehmen, nicht studieren. Das ist kein
Ausschlusskriterium.
PG >  Was ist das Ziel? Kritik am konventionellen
Familienbegriff oder das Schaffen einer Parallelwelt,
einer eigenen Familie mit ganz eigenen Regeln?
Z >  Also es ist auf gar keinen Fall gegen Familie, es ist
eher ein andere Familienmodell, das genauso wertvoll
sein kann. In unserer Gesellschaft ist es oft so, dass die
biologische Familie nicht die Familie ist, in der man sich
am meisten aufhält und in der man am meisten über
Probleme redet, sondern eigentlich der Freundeskreis.
Freunde können durchaus auch eine selbstgewählte Familie sein. Und für manche Menschen ist es bestimmt
auch ein: „Ich komme mit meiner eigenen Familie nicht
so klar, aber diese Familie gibt mir Rückhalt.“ Und diese
Tuntenfamilie gibt mir auch ganz oft Rückhalt, wie es
viele meiner Freunde auch tun. Aber es ist nicht gegen
ein Vater-Mutter-Kind-Modell gerichtet. Es persifliert
das natürlich, aber auf eine liebevolle Art und Weise. ¶
D >  Als Tunte unterwegs zu sein hat auch immer eine
politische Seite. Wenn die Kleidung des anderen Geschlechts getragen wird, ist es immer ein Aufreger in
der Öffentlichkeit. Es wird nachgefragt: Warum macht
ihr das, wer seid ihr? Es kommt glücklicherweise zu keinen Übergriffen dabei, aber die Leute kommen dafür
zum Nachdenken. ¶ Z >  Man kriegt auch ganz oft einfach positives Feedback. ¶ D >  Ziel der Geschichte ist
es, für Menschen, die in ihrer Geschlechterrolle nicht
leben können oder wollen, die Geschlechterrollen aufzuheben. Das heißt nicht, dass jemand nicht als Mann
oder Frau leben können soll, wenn er/sie das möchte,
sondern dass es anderen Menschen möglich sein soll,
da auch auszubrechen. Es soll in der Gesellschaft akzeptiert werden, wenn jemand anders lebt. Eine Tunte
mag jetzt wie ein rabiates Mittel wirken. So ist es aber
nicht gemeint, weil es erstens eigentlich eine schöne
Sache ist, und zweitens wird durch ein auffälliges Auftreten halt häufig mehr erreicht, als wenn etwas im
Verborgenen stattfindet.

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PG >  Was ist denn für euch Familie?
Z >  Familie kann vieles sein, und ich würde niemals
sagen, das ist Familie und das ist nicht Familie. Sie ist
das, von dem man selbst sagt, das dass Familie ist. Das
muss immer eine Selbstdefinition von innen sein. Für
mich ist Familie meine Familie, in die ich geboren wurde, aber auch meine Tuntenfamilie, mit der ich viel Zeit
verbringe. Mit beiden rede ich gleichermaßen über Probleme, mit beiden lache ich und weine ich. ¶ D >  Wenn
du eine sehr, sehr innige Beziehung zu den Menschen
hast … Mehr als Freundschaft, aber anders gestaltet
als die klassische Familie, weiter gefasst: eine Familie
in dem Sinne, dass es mehr Personen gibt, die da sein
können für einen. Und das gibt unglaublich viel.
PG >  Hast du das Gefühl, dass du eine Rolle
spielst, wenn du Miss Taken bist?
D >  Also ich habe nicht das Gefühl, und ich denke, auch
meine Umwelt nimmt mich dann anders wahr. Ich bin
aufgedrehter, kreativer, habe mehr Assoziationen. Sonst
bin ich eher etwas introvertierter. Es fällt mir leichter,
zum Beispiel Leute anzusprechen, wenn ich im Fummel
unterwegs bin. Ich kann mehr Dinge machen, weil es
nicht immer mit meiner Person als Daniel verbunden
wird. Du kannst zum Beispiel mehr Ironie einsetzen. ¶
Z >  Dadurch, dass man als eine Rolle gelesen wird, kann
man halt auch lauter und schäbiger sein – in einem positiven Sinn. Schäbig und schangelig, das sind so feste Begriffe. ¶ D >  Also schäbig meint ranzig in einer
positiven Art und Weise, denn nicht alles muss eine
Performance sein, sondern man kann auch mit weniger Anspruch an die Dinge herangehen und sich mehr
dabei gehen lassen. Das heißt, dass es auch schangelig sein darf, also eben nicht hochwertig. ¶ Z >  Was ich
zum Beispiel als Toni von Zenz gelernt habe, ist, nicht
perfekt zu sein. Als Toni war ich früher super-perfektionistisch, und Zenz feiert sich ganz oft dafür, wenn was
nicht so läuft, wie man sich das vorstellt. Das ist ja auch
nicht das Ende der Welt, was Toni vielleicht manchmal
dachte. Das wird in dieser Tuntenwelt gefeiert. Wenn
zum Beispiel was runterfällt, wovon man normalerweise total peinlich berührt ist – in der Tuntenwelt wird
ein Lied gesungen. Alle stimmen gleichzeitig die Loge
aus der Muppet Show an: „Wir werden in der Loge des
Lebens nicht mehr froh. Die Folter dauert ewig, von
Show zu Show zu Show – Disch!“ Und die Person, die
peinlich berührt ist, fällt idealerweise mit in das Lied
ein, und am Ende lachen alle darüber. Dann ist halt ein
Sektglas kaputt gegangen oder was auch immer, und
das ist irgendwie egal.
PG >  Welches Statement würdet ihr gerne in
die Szene entsenden?
Z >  Wir sind alle wertvoll! An sich wird die Szene als Familie gelesen, aber in meinen Augen ist sie das zu selten.
Ausschlüsse, die es in der Szene gibt, finde ich wahnsinnig schwierig. Zum Beispiel dass in einer Schwulensauna keine Transmänner vor ihrer Brustentfernung rein
dürfen, sondern nur Männer, die als Männer wahrgenommen werden können, also eigentlich nur Cis-Männer.
Oder dass man als weiblich gelesen auf einer schwulen
Party einfach immer blöd angemacht oder nicht bedient
wird. Selbst wenn ich als Zenz da hingehe, höre ich oft:
„Oh, du bist aber falsch hier.“ ¶ D >  Mehr Akzeptanz ist
wichtig, vor allem auch innerhalb der Szene, egal welches Auftreten du hast. Denn die haben, wir denke, ich
zu wenig.

Warum sollten denn zwei liebevolle,
zufällig homosexuelle Männer einem Kind kein
glückliches Leben bieten dürfen?

07

Foto > FRANK ZUBER

Community und Themen I  Was wir draus machen

Sprachlose
Gespräche
Barbara wohnt in einer Lesben-WG in München.
Sie ist Ende 30, lesbisch und Single. Sie ist eines
von fünf Geschwistern einer Pfarrersfamilie aus
dem Ruhrpott. Dass Barbara lesbisch ist, weiß sie
schon mit 17. Mit Anfang 20 geht sie von zu Hause
weg: Paris – Berlin – München.
on ihrer Homosexualität wissen ihre Eltern schon lange. Es
ist „kein Thema“. Im wörtlichen Sinne. Denn es wird niemals
offen darüber geredet – von keiner Seite. „Ich hatte sehr früh
das Gefühl, alles mit mir alleine ausmachen zu müssen“, sagt Barbara. „Ich habe eine große Scheu, meinen Kindern zu nahe zu treten“,
sagt ihre Mutter. Während des Interviews für den PrideGuide spricht
Barbara zum ersten Mal offen mit ihren Eltern über ihr Coming-out.
Mutter >  Mein Mann war Pfarrer, und ich bin von Beruf eigentlich Grundschullehrerin, aber ich habe nach dem zweiten Kind aufgehört zu
arbeiten. Wir haben insgesamt fünf Kinder. Barbara ist die vierte –
wobei die vierte und fünfte ja Zwillinge sind.
PG >  Haben sich während Ihrer Tätigkeit als Seelsorger manchmal
Eltern von Schwulen oder Lesben an Sie gewandt?
Vater >  Nein. Das ist niemals vorgekommen. Die Leute hier sind sehr
tolerant. Sie haben kein Problem damit. ¶ M > Naja, manche reden
schon blöde Sachen. ¶ V > Gut, aber mir ist das nie vorgekommen.
PG >  Wie ist denn aus Ihrer Sicht das Coming-out
von Barbara abgelaufen?
M > Wir haben vieles nicht mitbekommen, weil Barbara damals in Frankreich war. In einem Jahr kam
sie an Weihnachten zu Besuch und hatte eine Freundin dabei. Nach meiner Erinnerung habe ich es da gemerkt, dass Barbara lesbisch ist ... eine Freundin hat. Die beiden saßen eng zusammen
und haben sich auch mal umarmt. Also habe ich es durch das Verhalten
gemerkt. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass Barbara das direkt

08

” In die Szene
kommt man schnell
rein. Aber natürlich
ist diese Zusammengehörigkeit eher
oberflächlich und
für den Moment. Ein
paar echte und nahe
Menschen ist das,
was ich mir als
Familie wünsche. “
gesagt hätte. Und ich war auch unsicher, weil sie früher mal einen
Freund hatte. Ich dachte, vielleicht ist das auch nur so eine Episode,
und wusste nicht genau, wie ich das einordnen soll. Es war überraschend. ¶ V > Aber nicht schockierend.
PG >  Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen?
M > Ich war verwundert, im ersten Moment, aber dann dachte ich: Wenn
es dann so ist, dann ist es eben so. Dann liebt sie dieses Mädchen. ¶ V >
Aber das war nie ein Problem für uns.
PG >  Hätten Sie sich gewünscht, dass Barbara Ihnen das mal so sagt?
M > Vielleicht ja. Ich hab mich nicht getraut, das von mir aus anzusprechen. ¶ V > Wenn es von Barbara ausgegangen wäre, wäre es besser
gewesen, denn ich hab’s toleriert, für mich, aber es blieb immer alles ein
bisschen schemenhaft. Wahrscheinlich war da auch nie eine ganz feste
Beziehung, so dass man sagen könnte: „Das ist meine Partnerin“. Sie
hat uns zumindest nie jemanden in der Weise vorgestellt. Ob das Angst
war, weiß ich nicht. Aber die wäre sehr unbegründet gewesen. Ich stehe
dem offen gegenüber, es gab kein Problem, darüber zu sprechen. ¶
B >  Das klingt so, als wäre das was anderes, wenn ich eine Partnerin
mitgebracht hätte. Also: Ich bin lesbisch. Ich habe keine Partnerin, ich
habe eher Liebschaften. Und ich würde mir als Tochter eigentlich wünschen, dass auch wenn ich nicht in einer vorzeigbaren Partnerschaft
lebe, das genauso in Ordnung ist. Die Freundin an Weihnachten war eine
Exfreundin. Ich hätte sie tatsächlich als solche vorstellen können, aber ich hab mich nicht getraut. Wir
haben uns alle nicht getraut, Dinge anzusprechen.
PG >  Dann ist das euer erstes Gespräch darüber?
M > Ja, im Grunde schon. Sie hat ja in Berlin in einem
Orchester gespielt, in dem eben lesbische und schwule Musiker mitspielten. Sie hatte uns zu einem Konzert eingeladen, und wir sind gekommen.
Also, es war schon ganz eindeutig, dass ... dass die Sache so liegt. Aber
wir haben eben nicht offen darüber gesprochen.

Was wir draus machen Community und Themen I
PG > Barbara, warum hast du dich nie direkt geoutet?
B > Ich hab schon immer wenig erzählt von mir. Eigentlich habe ich, seit
ich drei bin, Dinge mit mir selbst ausgemacht. Ich habe auch ganz früh
gemerkt, dass eben doch nicht alle so offen sind. Das war in den Neunzigern, da war ich mit der Kirchengemeinde unterwegs und hab erzählt,
dass ich geträumt habe, eine andere Frau aus der Freizeit zu küssen. An
den Blicken habe ich sofort gemerkt: okay, so was erzählt man nicht.
Außerdem war das Thema Partnerschaft für mich ganz lange gar nicht
vorstellbar, und da hab ich zu Hause keine Raum gesehen, meine Art
zu lieben zu verorten. Früher hatte ich auch noch mehr Geschichten
mit Männern, obwohl ich lesbisch bin. Einfach weil das unkomplizierter ist. Das Ruhrgebiet war mir dann bald zu eng. Mein Gefühl war: In
Familie und Gemeinde waren alle Plätze schon besetzt. Da war es für
mich wahrscheinlich notwendig, irgendwohin zu gehen, wo ich etwas
für mich alleine habe, das ich nicht erklären muss. Deswegen bin ich
auch ins Ausland gegangen und später dann auch in die Szene. Ich hab
aber auch hier lange gebraucht, um mich hinzutrauen. ¶ M > Seit wann
ist dir denn klar, dass du lesbisch bist? ¶ B > Seit ich 17 bin. Da habe ich
mich in eine Mitschülerin verliebt, in der oberstufe. Dann hatte ich aber
einen Freund, weil ich dachte, oh Gott, Coming-out, das ist mir alles viel
zu anstrengend. Das war dann erst an der Uni. Da hab ich ein paar andere lesbische oder bisexuelle Frauen kennengelernt, hatte auch meine erste Freundin. Da war ich 21. Und kurz danach bin ich dann nach
Frankreich gegangen.
PG > Sie sehen traurig aus?
M > Ja. (Sie schluckt und braucht eine Weile, bis sie weitersprechen
kann.) Es wäre schon schön, wenn man mehr über das sprechen könnte, was wirklich in den Kindern vorgeht. Aber wie schon gesagt: Wir
haben es nicht getan. Ich habe auch immer eine große Scheu, den Kindern zu nahe zu treten. Vielleicht war das nicht immer so gut. Wenn
Barbara sagt, dass sie schon mit drei Jahren das Gefühl hatte, nicht
mehr sprechen zu können, dann hab ich da wahrscheinlich was falsch
gemacht. Ganz sicher sogar. ¶ V > Im Leben von Kindern gibt es ja viele

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Probleme, nicht nur die Ausrichtung ihrer Sexualität. Wenn man Kinder
hat, dann hofft man, sie entwickeln so, dass sie am Ende zufrieden in
ihrem Leben sind. Diese Problematik, die Unzufriedenheit einiger Kinder, stand oft im Vordergrund, zum Teil sehr lange. Manche hatten auch
ganz konkret beruflich Schwierigkeiten. Und das spielt eine ganz große
Rolle. Dann sind auch die anderen Probleme nachrangig – zumindest
war das für mich so. Das mag für das betreffende Kind ganz anders
sein. Wir haben alle Kinder sehr intensiv begleitet in ihrer Ausbildung,
haben gehofft, die kriegen dann auch gute Jobs, aber das hat sich nicht
immer erfüllt. Und das stand lange Zeit im Vordergrund, und das ist
dann auch viel wichtiger als ihre private Ausrichtung. Aber wir würden
immer unseren Kindern helfen, ganz gleich in welcher Weise.
PG > Was wünschen Sie sich denn für Barbara?
M > Ich würde mir wünschen, dass sie eine Beziehung hat, in der sie
sich wohlfühlt und mit der sie glücklich ist. Wenn sie allerdings keine
feste Beziehung möchte, sondern lieber etwas Lockeres, dann ist das
natürlich was anderes. Aber mein Gefühl ist eben immer: Es wäre für
sie vielleicht schöner, eine feste Beziehung zu haben. Dann wäre sie
vielleicht glücklicher.
PG > Ist das auch dein Wunsch, Barbara?
B > Ja, vielleicht. Aber nicht unbedingt. Ich möchte gerne eine echte
Verbindung mit Menschen. Aber das muss nicht in einer Partnerschaft
sein. Und ich möchte zu etwas Ehrlichem „dazugehören“. In der Szene
ist das nicht immer leicht. Es ist alles ganz nett, man kommt auch
schnell rein, denn es gibt ja viele Freizeitangebote. Natürlich sind diese
netten Kontakte und diese Zusammengehörigkeit oft auch eher oberflächlich und für den Moment. So empfinde ich das zumindest. Ich glaube: Ein paar wenige, dafür aber echte und nahe Menschen, mit denen
ich mich wirklich verbunden fühle, das ist wohl die Form von Zusammensein und letztlich auch von Familie, die ich mir wünsche.

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Foto > FRANK ZUBER

Community und Themen I  Was wir draus machen

Familie ist, was
wir entscheiden
Stefan kommt aus einer Militärfamilie. Dass er
schwul ist, weiß er sein Leben lang. Aber diese
Erkenntnis offen leben? Undenkbar! Mittlerweile lebt er mit seinem Freund Alexander in
Augsburg. „Alex ist meine Familie“, sagt er. „Aber
auch meine Töchter und meine Exfrau, die inzwischen in den Vereinigten Staaten von Amerika
für LSBTI-Rechte kämpft. Wir haben uns zusammen etwas aufgebaut, sind daran gescheitert und
haben uns irgendwann wiedergefunden. Wir
sind zusammen durchs Leben gegangen und
haben uns nicht losgelassen. Ich glaube, das ist es,
was Familie ausmacht: dass man in einer Gesellschaft und auch in der Schwulenszene, in der es
soviele Angebote gibt, eine Entscheidung trifft
und dranbleibt.“
PrideGuide >  Hast du schon immer gewusst, dass du schwul bist?
Stefan >  Ja, auf jeden Fall. Eigentlich mit sechs Jahren schon. Ich bin
aber in einer ländlichen Gegend aufgewachsen. Ich hatte zu meiner
Zeit keine Möglichkeit, mich übers Internet mal zu informieren. Bevor
ich meine Frau kennengelernt habe, hatte ich auch nur heimlich Freunde. Und dann bin ich durch die Bundeswehr in die USA gekommen, da
habe ich auch nur den Jungs hinterhergeschaut. Irgendwann war ich
mal mit einem Freund in der Kneipe, wir haben
Deutsch gesprochen. Da kam die Tante meiner
Exfrau und sprach mich an – die ist nämlich auch
ursprünglich Deutsche. Und irgendwann hat sie
mich mit ihrer Nichte verkuppelt. Ich dachte mir da
nichts dabei, diese Beziehung einzugehen, weil ich
mir zwar meiner Homosexualität bewusst war, aber nicht wusste, dass
es einfach nicht anders geht, also dass eine heterosexuelle Beziehung
nicht auf Dauer glücklich sein kann. Und da ich zu dem Zeitpunkt ungeoutet war, habe ich mir gedacht, okay, probierst du’s halt mal. Ich war

10

” Ich hatte dann
noch zwei Beziehungen mit Frauen, war
scheinbar immer
noch nicht so weit,
dachte immer noch,
es muss doch gehen.
Ich hatte wohl den
Mut damals einfach
noch nicht, zu sagen:
Ja, ich bin schwul. “
schon verliebt, wir hatten auch Sex, der Sex war gut, aber dann im Laufe der Jahre einfach nicht mehr erfüllend für mich. Dann wurde es
immer weniger, und irgendwann 2011 hat sie mich dann letztlich verlassen, weil ich sie nicht ausreichend liebe. Das hat sie so empfunden.
Weil der Sex fast fehlte. Da gab es Phasen von einem halben Jahr ohne
Sex. Ich hab immer alle möglichen Ausreden gefunden: zu müde, Hobby, was auch immer.
PG >  Hat dir das wehgetan, dass sie gegangen ist?
S >  Ja. Ich war wirklich am Boden zerstört. Aber gut, wir hatten zwischendrin auch wirklich tolle Jahre als Familie, mit den Kindern, harmonisch nach außen hin. Wir waren für viele ein Vorbild – das habe ich
hinterher erst erfahren.
PG >  Kam die Trennung für dich überraschend?
S >  Dass sie den Schritt wirklich geht, das kam nicht überraschend. Das
hat sich 2011 schon angedeutet. Da kam von ihr ab und zu mal so die
Frage: Könntest du dir vorstellen, in die USA zu gehen? Das wollte ich
definitiv nicht.
PG >  Hattest du Sehnsüchte? Nach Männern?
S >  Ja. Das war hart. Aber ich hatte keine Beziehung nebenher, das definitiv nein. Meine Erfahrungen waren halt, während der Ehe nur so ab
und zu mal auf dem Parkplatz vorbeizuschauen, und dann, als das Internet aufkam, hab ich mir so die Befriedigung geholt.
PG >  Wie war die Zeit nach der Trennung für dich?
S >  Also zunächst einmal ist in mir eine Welt zusammengebrochen. Ich hab die beste Freundin verloren,
und ich habe das Gefühl gehabt, jetzt passiert was
mit mir. Dieser selbstgebaute Käfig der Familie und der Heterobeziehung war ja dann aufgebrochen. Und da hat mir zunächst einmal einfach diese Sicherheit dieser Beziehung gefehlt. Ich musste ich mir erst
mal ein neues Leben aufbauen.

Meine Szene: hier kann
ich was bewegen!

Was wir draus machen Community und Themen I
PG > Gab es einen Auslöser, warum du es plötzlich
durchziehen konntest?
S > Mir hat der Sex mit der Freundin einfach nicht mehr gefallen. Das war
definitiv nicht das, was ich wollte. Ich war vorher auch schon mal auf
einer Lovepop-Party in Augsburg, und da hab ich auf der Veranstaltung
gemerkt, ja, ich gehöre einfach hier hin. Und dann dieser Sonntag im
Bett … da war ich dann soweit. Es hat halt lang gedauert.
PG > Kam die Trennung für dich überraschend?
S > Genau. Die Große war schon mit 18 ausgezogen, zwischenzeitlich
dann auch in die USA gegangen. Und dann musste ich mich erst mal
finden: Wer bin ich denn, was will ich denn? Das war noch einmal eine
lange Findungsphase. Ich hatte dann noch zwei Beziehungen mit Frauen, war scheinbar immer noch nicht so weit, dachte immer noch, es
muss doch gehen. Ich hatte wohl den Mut damals einfach noch nicht, zu
sagen: Ja, ich bin schwul. Das dauerte dann tatsächlich bis 2013.
PG > Gab es einen Tiefpunkt?
S > Ja. Der Tiefpunkt war 2009, da hatte ich einen Burnout, der blieb
leider unbehandelt. Das war noch vor der Trennung. Ich dachte, ich bin
so stark, ich kann das auch ohne Hilfe. Und 2011 hatte ich tatsächlich
einen Selbstmordversuch. Das war dann noch in der Trennungsphase.
Gott sei Dank nicht ganz in die Tat umgesetzt ... Und Anfang 2013 war
ich wieder einmal bei ganz lieben Freunden zu Besuch, mit denen ich
immer nahe und intensive Gespräche geführt habe. Und beim Frühstück hat er mir plötzlich gesagt, ich muss dir was erzählen, ich bin
Transgender. Da war ich froh und glücklich, dass er das mir anvertraut
hatte und den Mut hatte. Zwei Monate später, nachdem ich mit der
damaligen Freundin im Bett war und einfach nicht konnte und auch nicht
mehr wollte und ich sie dann gebeten habe, nach Hause zu gehen, da
hab ich ihn angerufen und gesagt, ich muss mit dir sprechen. Und das
war tatsächlich in diesem Telefonat, dass ich die drei bedeutungsvollsten Worte meines Lebens in den Mund genommen habe und gesagt
habe: „Du, ich bin schwul“. Danach fing ich an zu heulen, ich war fix und
fertig, hab aber dann gemerkt, ich werde leichter. Und dann fing mein
Power-outing an. Ich bin als Erstes zu einer guten Freundin gegangen.
Sie war die Zweite, der ich’s erzählt habe. Ihre Aussage war nur: Ja endlich! Mit ihr hab ich überlegt, wie ich’s der damaligen Freundin erzählen
konnte, das hab ich dann auch getan. Ja, und dann kamen nach und
nach Freunde, Bekannte, Tochter, das erste Mal ins Sub gegangen, in
die Vätergruppe.
PG > Und wie war das für dich, es deiner Tochter zu sagen?
S > Das war auch noch mal tough. Wir saßen zusammen am Abendessenstisch. Ich wusste, ich muss es ihr erzählen, ich hatte das in der
Vätergruppe besprochen. Dann druckste ich so ein bisschen rum. Sie
hatte aber vorher über irgendwelche Krankheiten, Krebs oder so etwas
gesprochen, und als ich dann sagte, ich muss dir was sagen, hat sie erst
die große Panik gehabt, Papa könnte krank sein. Als ich ihr gesagt hab,
du, ich steh auf Männer, war sie ganz erleichtert, dass ich nicht krank
bin. (lacht) Ihre Hauptaussage war: Papa, wenn du glücklich bist, bin
ich auch glücklich. Ich konnte dich schon nicht mehr leiden sehen. Und
das war’s dann. Meine Exfrau hat extrem reagiert, verständlicherweise.
Sie hat dann vieles unserer Ehe in Frage gestellt. Sie hat gesagt, über
was hast du noch alles gelogen? Hast du mich überhaupt je geliebt? Das
waren vier harte Tage. Aber dann hat sie es verstanden. Ich hab ihr auch
klar gemacht, ich hab dich immer geliebt, aber anders, wie eine beste
Freundin. Und so war für mich auch das Zusammenleben absolut in
ordnung. Bis ich halt gemerkt hab, ich brauch einfach ’nen Mann. Dann
habe ich mich auf GayRomeo angemeldet und hab auch Leute gedatet,
ganz klar. Aber das war auch nur ein sehr kurzer Zeitraum. Da kamen
so ein paar Liebschaften dazwischen, und dann kam Alex. Das ging alles
sehr schnell. Wir haben uns am 31. oktober 2013 kennengelernt, dann
sind wir im Februar in Augsburg zusammengezogen. Viele haben gefunden, dass das alles sehr schnell ging. Aber ich glaube, genau darauf
kommt es an: Sich mal zu entscheiden, egal wie viele Angebote es vielleicht sonst noch gibt. Das Leben ist ja keine Absichtserklärung, sondern die Abfolge von Entscheidungen.

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So, wie du bist.
wirsindfuerdichda.org

Eine Aktion der Landeshauptstadt München, unterstützt durch:   

  

   

11

Dann habe ich gemerkt,
dass etwas nicht mehr passt
Wenn man vom Coming-out eines Vaters oder
einer Mutter liest, fragt man sich doch immer:
Wie war das wohl für die Kinder? Andrea, Stefans jüngere Tochter, erzählt von seiner wichtigsten Entscheidung – aus ihrer Perspektive.
Andrea >  Ich bin 21 Jahre alt und komme aus Augsburg. Ich habe
eine ältere Schwester. Meine Eltern haben sich getrennt, als ich 17
war. Zwei Jahre später hat sich dann mein Papa geoutet. Er ist jetzt
glücklich zusammen mit Alex. Meine Mutter ist auch wieder glücklich verheiratet. Und das Wunderschöne an unserer Familie ist,
dass wir uns wirklich phantastisch verstehen. Es hat zwar etwas
länger gedauert, bis wir da angekommen sind, wo wir jetzt sind,
aber ich könnte es mir nicht schöner vorstellen.
PrideGuide >  Wie war die Zeit vor dem Coming-out?
A >  Wir waren eine Einheit, galten als die perfekte Familie, doch
irgendwann habe ich dann schon gemerkt, irgendetwas passt einfach bei Mama und Papa nicht mehr, und dann ging alles ziemlich
schnell, innerhalb eines halben Jahres. Meine Mutter, sie ist Amerikanerin, ist dann in die USA zurückgezogen. Das war natürlich
sehr schwer, denn auch meine Schwester ist in die USA gezogen,
als ich 14 war. Da war also schon ein großer Teil meiner Familie
abgespalten, und dann nochmal dasselbe mit meiner Mutter, das
war schon schlimm. Dann sind mein Papa und ich umgezogen, weil
wir uns unser Haus nicht mehr leisten konnten. Das war nochmal
so ein Schlag, aber wir haben es gut hinbekommen. Papa und ich
hatten vorher schon immer ein gutes Verhältnis, aber das hat sich
dadurch noch um ein Vielfaches verbessert. Meinem Papa ging es
natürlich die ganze Zeit nicht gut, denn meine Mutter war diejenige, die sich von ihm getrennt hat. Sie hatte das Gefühl, sie wird
geliebt von ihm, aber es war ihr nicht genug. Er hat meine Mama
wirklich über alles geliebt, aber auf eine andere Weise. Und da war
sie frustriert und hat sich getrennt.
PG >  Wie war sein Coming-out für dich?
A >  Ich war die Einzige, die vollkommen überrascht war. Viele
andere Leute, mit denen ich mich hinterher unterhalten habe,
haben gemeint, das war total absehbar, ist es dir nicht aufgefallen?
Nein, es ist mir nicht aufgefallen. Wir saßen am Esstisch abends
und haben ferngesehen und gegessen, und mein Papa war schon
die ganze Zeit total still. Irgendwann machte er den Fernseher aus
und sagte: Andrea, ich muss mit dir reden, und hat das mit so einer
Schwere gesagt, dass ich dachte, er sagt mir, er hat Krebs. Ich
dachte, wirklich er sagt, er ist schwer krank, er wird sterben oder
sonst was. Ich hatte eine Heidenangst, und dann hat er rumgedruckst und hat sich nicht getraut, es zu sagen. Da habe ich seine
Hände genommen und gesagt, Papa, das macht es nicht leichter
wenn du so rumdruckst, sag jetzt einfach, was Sache ist. Dann hat
er gesagt: Ich bin schwul. Und ich hab zu grinsen angefangen, bin
in Tränen ausgebrochen und hab gesagt: Papa ich hab gedacht,
du stirbst. Das ist doch nicht schlimm, das ist
doch schön, dass du mir das sagst, und ich bin
stolz auf dich. Ich dachte mir im ersten Moment,
warum habe ich das nicht gesehen? Ich habe
das doch sonst an meinen ganzen Kindheitsfreunden sofort gemerkt. Das war eigentlich so
das größte Problem, was ich damit hatte. Ich hatte schon immer
viele homosexuelle Freunde und Freundinnen und bin damit auf-

12

gewachsen, und dementsprechend stand ich dem komplett offen
gegenüber. Daher ist die Tatsache, dass er homosexuell ist, auch
kein Problem für mich. Mir ist aufgefallen, sobald er sich geoutet
hatte, war er befreiter, beschwingter, glücklicher. Ich habe ihm
dann in der Phase geholfen, wo es darum ging, sich auch bei den
anderen Teilen der Familie zu outen. Nach mir kamen meine
Schwester, dann meine Mutter und dann seine Eltern. Meine
Schwester hat auch total cool reagiert. Meine Mutter ist erst mal
ausgeflippt. Es hat sich aber nach einiger Zeit eingependelt, weil
ich glaube, sie hat dann erkannt: Das war das Problem in unserer
Ehe, darum hat es nicht funktioniert, es lag nicht an mir. Und seit
sie das akzeptiert hat, haben die zwei wieder ein gutes Verhältnis.
PG >  Wer sind deine Eltern – gefühlt?
A >  Gefühlt würde ich natürlich meine Mama und meinen Papa
nennen, aber auch Alex und auch meinen Stiefvater, den Mann
meiner Mutter. Ja, leiblich: Mama, Papa. Aber der Rest ist komplizierter, denn für mich gehören da alle dazu.
PG >  Was ist für dich Familie?
A >  Das ist ein bisschen schwer zu definieren. Im Prinzip ist es mir
egal, mit wem meine Eltern zusammen sind. Hauptsächlich ist es
mir wichtig, dass meine Eltern glücklich sind. Dass ich mit den
Partnern meiner Eltern gut zurechtkomme und wirklich ein inniges
Verhältnis zu ihnen aufbauen kann, das bedeutet dann Familie für
mich. Also ein inniges Verhältnis zu den Leuten, die mir wichtig
sind. Und immer jemanden als Ansprechpartner zu haben, und
das habe ich.
PG >  Hast du einen Rat für schwule Väter?
A >  Ich würde sagen, seid einfach ehrlich. Ich würde die Kinder von
Anfang an zur Offenheit erziehen und aufs Beste hoffen. Bevor
man ein Leben lang unglücklich ist und sich fühlt, als müsste man
sich verstecken, dann sagt man lieber, was los ist.

Foto > FRANK ZUBER

Community und Themen I  Was wir draus machen

Wir machen uns stark!
Für Lesben, Schwule und Transgender.
Als Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen ist es unser Ziel, die LGBT*-Gemeinde in München
zu stärken und Benachteiligungen abzubauen. Wir machen uns stark. Für Lesben, Schwule und Transgender.
*

Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender-Gemeinde

Mehr Informationen unter:
muenchen.de/koordinierungsstelle
MBank_A5_München_140115_Druck.qxp 14.01.15 14:41 Seite 1

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Gesamtwertung
Im Test: 15 Filialbanken
Handelsblatt · 15.12.2014

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Foto > FRANK ZUBER

Community und Themen I  Was wir draus machen

Familie ist etwas sehr
Heiliges, eigentlich,
sagt Demir und fährt mit dem Daumen immer
wieder über den Rand eines Bierdeckels. Wir
sehen uns nach einem Dreivierteljahr wieder, im
Café Glück. Es ist einer der ersten lauen Frühlingsabende in diesem Jahr. Bei unserem letzten
Zusammensein war es auch warm. Das war im
Sommer 2014. Wir waren gemeinsam auf dem
CSD in Istanbul. Demir ist Türke und transsexuell.
Als Berak war er Journalistin in Istanbul und hat
Gedichte geschrieben. Die Türkei ist seine Heimat, in die er bald zurückgehen will. Er ist vor
einigen Jahren mit seiner Familie nach Deutschland gekommen. Gerade erzählt er mir von ihr.
amilie sollte ein Zusammensein von Menschen darstellen, die
sich wirklich lieben. Von Herzen und egal was passiert, in
guten und in schlechten Zeiten. Verwandt sein muss man dazu
nicht. Ich hab zum Beispiel ’ne Freundin, auch trans*, also eigentlich
einen Freund, er ist sehr nah. Er ist manchmal mein Papa, manchmal
meine Schwester, mal meine Mama – er ist einfach alles für mich. Er ist
mehr als eine Familie, obwohl wir keine Blutsverwandtschaft haben.
PrideGuide >  Und deine leibliche Familie?
Demir >  Wir sind insgesamt vier Kinder. Ich habe noch einen Bruder,
28, und zwei Schwestern, die 23 und 30 Jahre alt sind.
Dann hab ich meine Eltern, Mama, Papa, ganz normal, Opa, Oma. Nur, ich stamme eigentlich aus einer
sehr großen Familie. Wenn wir zusammenkommen,
sind wir schon über 40, 50.
PG >  Weiß deine Familie, dass du transsexuell bist?
D >  Zuerst habe ich nur gesagt, ich sei lesbisch. Das haben sie akzeptiert. Sie haben nix gesagt, also geschwiegen. Aber im Grunde habe ich
immer geahnt, dass es das nicht wirklich war. Ich war eigentlich immer

14

” Das ist schon
ein harter
Tausch: Familie
gegen Ich-Sein.
Aber ich bereue
ihn nicht. Jetzt
weiß ich noch
mehr, was ich
will und wie weit
ich dafür gehen
werde. “

wie ein Junge, früher. Außer als ich 21 bis 24 war, da musste ich meine
Haare wachsen lassen, obwohl ich das nicht wollte, nur damit die Leute
ihre Ruhe haben. Ich wusste immer, dass ich irgendwie anders bin. Ich
hab mich nie wie eine Frau benehmen können, weil ich mich nie als Frau
fühlen konnte. Ich war irgendwann sicher, irgendwas stimmt nicht. Also
bin ich zum Psychiater gegangen und habe mit der Zeit verstanden,
dass ich nicht lesbisch, sondern heterosexuell und ein Transmann bin.
Seit drei, vier Jahren weiß ich, dass ich ein Trans* bin. Während meiner
OPs habe ich dann gesehen, dass ich für meine Familie nicht mehr wichtig bin. Also die haben den ganzen Kontakt abgebrochen, das heißt:
Eigentlich habe ich ihn abgebrochen, weil sie nicht mal ins Krankenhaus gekommen sind. Ich war einfach beleidigt. Seitdem habe ich überhaupt keinen Kontakt mehr. Das ist jetzt fast ein Jahr her, dass ich
überhaupt keinen Kontakt zu meiner Familie habe, außer zu meinen
Cousins. Die sind schon auf meiner Seite, die unterstützen mich. Ich
habe Kontakt mit ihnen. Die lieben mich so, wie ich bin. Aber ich hab
keinen Kontakt mit Papa, Mama, meinen Großeltern. Mit meinem Onkel
auch nicht, weil er mich immer ignoriert, wenn er mich sieht. Jetzt mach
ich das andersrum. Wenn ich ihn sehe, ignoriere ich ihn.
PG >  Hast du jemals versucht, mit deinen Eltern über deine
Transsexualität zu sprechen?
D >  Nein. Die packen das nicht. Das ist eine ganz andere Welt. Deswegen
bleibe ich auch fern. Und wenn es größere Familienfeste gibt wie Hochzeiten, dann bin ich nicht dabei. Damit die sich nicht
schämen. Ich will auch nicht mit denen streiten, weil
ich sie trotzdem liebe und sie nicht verletzen will. Die
schämen sich einfach für mich, weil ich ein Mann
geworden bin. Das ist die größte Sünde, die jemals
passieren konnte, sagen die in der Familie. Die reden
zwar nicht offen darüber, weil sie selber nicht wissen, wie sie damit
umgehen können. Sie wollen mich weder ignorieren oder abstoßen
noch mich akzeptieren. Die wissen selber nicht. Die sind in einem
Bereich, wo die nicht weiterkönnen. Und dann ist es für die besser, wenn

Familienvielfalt Community und Themen I
sie darüber nicht reden und einfach schweigen. Das machen die auch.
Ich habe auch mitbekommen, dass sie mit mir abgeschlossen haben.
Das heißt, mich gibt es nicht mehr.
PG > Woher weißt du das?
D > Die reden nicht mehr über mich. Das weiß ich von einer Tante. Meine
Mama hat auch mal gesagt: „Ich wünsche mir, dass sie stirbt, damit wir
unseren Frieden wieder haben.“ Das hat sie gesagt. Das ist schon krass.
Ich weiß nicht, ob sie es so gemeint hat, aber ich weiß auf jeden Fall, dass
ich keinen Kontakt zu niemandem hab. Natürlich, wie gesagt, mein
Papa lieb ich über alles, der fehlt mir. Meine Mama lieb ich auch. Natürlich ist das schon Scheiße für mich. Ich liebe eigentlich die ganze Familie, ich bin schon ein Familienmensch. Nur wenn ich sehe, dass die sich
meinetwegen schämen, dann will ich ihnen das nicht antun, dass ich
immer da bin, wo die sind, sondern ich bleib weg, dass ich die nicht
weiterhin beschäme. Ich denke an die Ehre von denen. Ich kann nur,
indem ich fernbleibe, was Gutes für sie tun.
PG > Und wie ist das für dich?
D > Scheiße. Weil ich will ja auch bei den großen Familienfeiern dabei
sein, Bayram zum Beispiel: die Familienessen an den Feiertagen. Einfach alle an einem Tisch. Es war immer lustig, es war einfach perfekt.
Einfach eine Familie, dieses Gefühl, und ich habe das jetzt seit einem
Jahr nicht mehr. Ich weiß immer, dass ich sonntags allein frühstücken
muss. Früher war’s anders. Ich hab Familie gehabt. Es fehlt einfach vieles, was gut war. okay, ich komm sehr gut klar. Aber es gibt Tage, wo ich
wie ein Kind dastehe und nicht weiß, was ich machen soll. Die fehlen mir
einfach. Ich wünschte, es wären Sachen an mir, für die ich etwas könnte,
die ich ändern könnte, aber es geht einfach nicht. Ich bin keine Frau. Ich
kann mich nicht hinstellen und so tun, als wäre ich eine. Aber ich bin
sehr traurig darüber, dass ich nicht so sein kann, wie sie es wollen.
Auf der anderen Seite bin ich auch sehr wütend und enttäuscht. Ich
bin mit 60 % Gefährdung in die oP reingegangen. Es war klar, dass ich
vielleicht nicht wieder aufwache, und als ich wach war, war keine Familie da. Selbst, wenn sie jetzt wiederkämen – im Moment denke ich, es
wäre einfach zu spät … Weil die sollten als Familie da sein. Ich weiß zum
Beispiel, wenn ich ein Kind hätte, egal ob schwul, lesbisch oder Prostituierte oder was weiß ich noch – ich wäre für mein Kind da! Mama-Sein,
Papa-Sein ist was Heiliges, und wenn man wirklich Mama oder Papa sein
will, dann soll man auch Verantwortung übernehmen. Ich bin in dem
Sinn sehr verletzt, auch sehr wütend. Ich weiß nicht, ob ich ihnen verzeihen könnte. (Demir sieht traurig und ein bisschen müde aus. Ich will
ihn aufmuntern, knüpfe deshalb nochmal an die Frage an, die ich ihm
ganz am Anfang gestellt habe.)
PG > Du sagtest ja „Familie“ ist nicht an Blutsverwandtschaft
geknüpft, und du hast am Anfang von deinem besten Freund erzählt.
Würdest du sagen, dass du nun eine neue Familie gefunden hast,
also nicht eine Blutsfamilie, aber eine Familie im Herzen?
D > Naja. Es fühlt sich vertraut an, wie ein Bruder oder eine Schwester.
Aber irgendwas fehlt doch immer. Niemand kann die Familie ersetzen,
innerlich. Das geht einfach nicht. „Mama“, „Papa“, allein diese Worte.
Niemand kann das ersetzen. Ich wünschte es, aber es geht leider nicht.
(Der Bierdeckel liegt auf dem Tisch, halb zerfetzt. Demir scheint mit
seinen Gedanken irgendwo anders zu sein . Wahrscheinlich beim letzten
Bayram mit seiner Familie. Doch plötzlich hebt er den Kopf und sieht
mir direkt in die Augen.) Aber weißt du: Wenn mich heute jemand fragt:
„Bereust du’s?“, kann ich trotz allem nur sagen: Nein, ich bereue es
nicht! Ich werde als Mann sterben. Es war eine wichtige Entscheidung
für mich, deshalb habe ich sie so getroffen. Ich weiß, ich habe das
Richtige gemacht. ob einer das akzeptiert oder nicht, es ist und bleibt
meine Entscheidung. Wenn man was kaufen will, dann muss man dafür
ja auch bezahlen, und so musste ich meine Eltern – leider – verlieren.
Das ist schon ein harter Tausch: Familie gegen Ich-Sein. Aber ich
werde wieder etwas finden, in dem ich mich aufgehoben fühle. Das
ist das Gute dran. Ich bin härter geworden und stärker. Hab nichts
mehr zu verlieren und weiß dadurch noch mehr, was ich will und wie
weit ich dafür gehen werde.

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Foto > FRANK ZUBER

Community und Themen I  Was wir draus machen

Ich finde Eifersucht
nicht schlimm

” Das A und O
einer Polyfamilie
ist offene
Kommunikation.
Also wirklich mit
allen jeweils
Beteiligten offen
zu reden. “

Tarja ist Mitte vierzig und seit über 10 Jahren in fester Beziehung. Mit 2 Menschen. Sie lebt polyamor.
Ihr Liebster in München und ihre Liebste in Berlin
sind ihre Wahlfamilie.

einfach gemerkt, dieses Monogamie-Konstrukt hat so für mich nicht
gepasst. Es war keine bewusste Entscheidung, es war eher so ein
Gefühl. Und dann war es wirklich ein glücklicher Zufall, dass ich auf jemanden getroffen bin, der selber schon lange poly gelebt hat.

PrideGuide >  Wie würdest du denn deine Lebensweise beschreiben?
Tarja >  Polyamor, besteht vom Wortsinne her aus poly – viele und Amor
– Liebe, bedeutet also, viele Menschen zu lieben. Da gibt es ganz unterschiedliche Formen. Es gibt Leute, die führen mehrere Beziehungen,
und es gibt andere, die sagen, ich führe eine feste Beziehung, und wir
haben beide darüber hinaus noch offen gelebte Affären, One-NightStands oder was auch immer. Und dann gibt es auch wirkliche Netzwerke, also Leute, die Dreier-, Vierer-, Fünferbeziehungen leben.

PG >  Haben deine Freundin oder dein Freund noch jemand anderes?
T >  Ja.

PG >  Also auch die Leute untereinander?
T >  Ja. Es gibt wirklich alle Konstellationen, die man sich vorstellen kann.
Und dann können auch Kinder mit dabei sein, entweder gemeinsam
gewünscht oder Kinder aus vorheriger Beziehung, oder Leute, die beispielsweise erst zehn Jahre monogam leben und dann beschließen, ihre
Beziehung zu öffnen.
PG >  Wie bist du denn dazu gekommen?
T >  Eigentlich relativ unspektakulär. Ich war nach einer mehrjährigen
Beziehung Single, und irgendwie war für mich klar, okay, solange ich
keine Beziehung habe, kann ich auch mit mehreren
Leuten etwas anfangen. Doch dann ergab es sich,
dass aus einer Affäre plötzlich doch ’ne Beziehung
wurde – eben mit meinem jetzigen Freund. Er hat
schon lang poly gelebt, und für mich war auch völlig
klar, dass ich jetzt nicht, nur weil aus unserer anfänglichen Affäre eine Beziehung wird, deswegen meine andere Affäre sausen lasse. Es gab auch keinen Grund. Nur weil das eine jetzt anders
heißt, warum sollte ich das andere bleiben lassen? Ich hatte mich nie
bewusst mit Polyamorie auseinandergesetzt, aber im Vorfeld hab ich

16

PG >  Damit kannst du umgehen?
T >  Ja. (lacht) Das Thema Eifersucht ist ja die klassische erste Frage,
immer. Natürlich gibt es auch bei uns Eifersucht, aber ich finde Eifersucht nicht schlimm. Sie ist für mich erst mal ein Gefühl wie andere
Gefühle auch. Also wenn etwas passiert, und ich bin traurig oder wütend
oder so, dann hab ich ja auch Strategien, damit umzugehen. Und so ist
es auch möglich, mit Eifersucht umzugehen. Das Wichtigste für mich
ist, in dem Moment, wo ich merke, etwas macht mir jetzt echt was
aus, dass ich dann zum Beispiel sage: „Du, ich hab das Gefühl, du verbringst gerade mehr Zeit mit Sowieso als mit mir.“ Oder: „Du hast doch
mit mir ausgemacht, dass wir zusammen in den Kinofilm gehen, und
jetzt gehst du mit dem anderen.“ Da hilft, einfach drüber reden und
miteinander zu überlegen: Was würde die Situation besser machen? Es
hat übrigens in den seltensten Fällen was mit Sex zu tun, wenn ich eifersüchtig werde, sondern das ist eher der gerade schon erwähnte Kinofilm oder ähnliches. Das weiß ich übrigens auch von vielen anderen
Leuten, die poly leben. Das Problem ist eher, sich
„vernachlässigt“ zu fühlen. Das hat eine deutlich größere Relevanz als Sex.
PG >  Kennen sich dein Freund und deine Freundin?
T >  Sie kennen sich und mögen sich auch, aber es ist
nicht so dass, wir eine Dreierbeziehung haben. Ich habe darüber hinaus
auch noch ab und zu mal was mit jemand anderem. Wenn sich das vorher abzeichnet,sag ich das meinen beiden Liebsten auch, frage manchmal, wissend, dass sie im eigentlichen Sinn mir nichts verbieten können.

Was wir draus machen  Community und Themen I
Aber ich frage, weil ich auch keinen von beiden verletzen möchte mit
meinem Handeln. Es geht darum, zu eruieren, passt es jetzt gerade, ist
es auch für ihn, für sie okay, und wenn nicht, dann zu überlegen, wie
wichtig ist es mir jetzt? Will ich jetzt unbedingt noch mit jemand weiterem das und jenes tun? Oder, wenn ich das tu, gibt es vielleicht irgendwie
andere Arten von, wir nennen es manchmal „Kompensationsleistungen“? (lacht) Also zu sagen, okay, ich mach das jetzt, aber nächstes
Wochenende gehört uns, zum Beispiel.
PG >  Was ist für dich Familie?
T >  Die zwei Beziehungen, aber auch viele Freundinnen und Freunde
darüber hinaus. Familie, das sind für mich Menschen, die mir nahe sind
und denen ich mich verbunden fühle. Und das hat erst mal gar nichts
mit der Herkunftsfamilie zu tun. Ich würde Familie immer weiter greifend sehen. Familie ist für mich primär Wahlfamilie, selbst ausgesucht, aber eben mit bewusster Beziehungsarbeit. Für eine funktionierende Poly-Familie sind meiner Meinung nach Kommunikation und
klare Absprachen das Wichtigste. Alle Bedürfnisse müssen gehört
und ernst genommen werden, auch wenn sie nicht immer alle erfüllt
werden können.
PG >  Und wie ist das zum Beispiel an Weihnachten? Seid ihr dann auch
mal wirklich alle zusammen, als Familie?
T >  Weihnachten selber ist mir total unwichtig, aber bei Geburtstagen,
da ist es dann tatsächlich so. Wenn ich Geburtstag habe, ist es mir wichtig, dass ich beide um mich herum habe, also dass beide auch da sind.
Und bei anderen Sachen besprechen wir, wie wir es aufteilen, weil ja auch
einer Person das eine wichtig ist und der anderen das andere. Das A und
O der Mehrfachbeziehungen ist offene Kommunikation. Also wirklich
mit allen jeweils Beteiligten offen zu reden. Das ist manchmal anstrengend, und gleichzeitig finde ich es sehr wichtig, und es ist es mir auch
absolut wert, so zu leben, wie ich lebe. Also ich kann’s mir nicht anders
vorstellen. Und ich hab nur wenige Leute kennengelernt, die nach einer
Weile Polyleben gesagt haben, ich will jetzt wieder monogam sein.

SICHER

PG >  Was macht den Reiz aus?
T >  Ich mag mit diesen beiden Menschen zusammen sein, mit beiden
mein Leben teilen. Ich finde es bereichernd, mehr als eine Person zu
lieben und von mehr als einer Person geliebt zu werden, und zwar über
ein freundschaftliches Miteinander hinaus. Das macht für mich schon
noch einmal einen qualitativen Unterschied. Es gehört auch Sex dazu.
Im Alltäglichen gehe ich zum Beispiel mit meinem Freund total gern
wandern, was meine Freundin nicht mag, und dafür tanze ich mit meiner
Freundin Tango, was mein Freund nicht mag. Und so ist es natürlich
beim Sex genauso oder bei andern Sachen. Das sind einfach grundunterschiedliche Menschen, und ich finde es total schön, mit diesen unterschiedlichen Menschen auch Beziehungen zu leben. Grundsätzlich ist
es so, dass wir, wie alle Leute, die poly leben, eine bewusste Entscheidung treffen, so leben zu wollen. Das heißt einfach auch, bereit zu sein,
immer wieder solche Aushandlungsprozesse zu führen. Und im Grunde sind das, meiner Erfahrung nach, Aushandlungsprozesse, die man
eigentlich in jeder monogamen Beziehung auch führen sollte.
PG >  Das klingt zumindest danach, dass man einen sehr großen Achtsamkeitspegel sehr lange hält. Das ist ja in monogamen Beziehungen
irgendwann nicht mehr so der Fall.
T >  Genau. Und dazu kommt noch, dass ich für mich nicht das Gefühl
habe, dass meine Beziehungen bedroht sind, wenn jetzt meine Freundin
zum Beispiel jemand anders hat.
PG >  Du bist da gar nicht gekränkt?
T >  Nö. Weil es ja nichts mit mir zu tun hat. Es hat nichts damit zu tun,
dass sie mich doof findet oder unattraktiv oder langweilig. Sondern sie
macht was mit jemand anderem oder flirtet mit jemand anderem, weil
eben die Person auch spannend ist. Es gibt einfach so viele spannende
Menschen auf diesem Planeten, warum sich auf einen fokussieren? Warum nur alles mit einer Person machen können, die als Einzelperson sowieso nicht alle Bedürfnisse befriedigen kann, die man hat? Außer, dass es
gesellschaftlich so vorgegeben ist, fällt mir kein Grund ein.

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Foto > LSVD/Markus Ulrich

Community und Themen I  Was wir draus machen

Regenbogenkontroverse:
Fakten gegen Bauchgefühl
Diskriminierung von Schwulen und Lesben wird
ja gerne als „Schutz der Familie“ verbrämt – nicht
nur bei unserer Kanzlerin. Die eigene irrationale
Angst vor einer immer bunter und offener werdenden Gesellschaft wird mit Vorliebe auf die
Kinder projiziert, die in Regenbogenfamilien
angeblich Schaden nehmen.
ass dem nicht so ist, kann man nicht nur zahlreichen Studien,
sondern bald auch der Neuauflage eines spannenden Buches
entnehmen, in dem einmal die zu Wort kommen, um deren
Wohl sich allerseits so bemüht wird: die Kinder selbst. Wir haben uns
mit Stephanie Gerlach, einer der Autorinnen, unterhalten.
PrideGuide >  Wie ist das Buch entstanden?
Stephanie >  Damals vor zehn Jahren, als wir die erste Ausgabe geschrieben haben, wurde noch sehr viel mehr über die RegenbogenfamilienKinder geschrieben und gesprochen, denen bei zwei Müttern/Vätern
oder in einer Mehrelternsituation auf jeden Fall etwas fehlen würde. Das
Kindeswohl wurde ständig hochgehalten, das in der konservativen
Öffentlichkeit so aussah: Hauptsache Vater und Mutter im heterosexuellen Setting. Auch wenn es bereits viel Forschung im angloamerikanischen Raum gab, in der den Eltern stets bescheinigt wurde, ihre Aufgabe hervorragend zu meistern, und bei den Kindern nachweislich neben
einer positiven Entwicklung auch ein starkes Selbstwertgefühl vorhanden war. Von konservativer Seite
wurde dies konsequent ignoriert oder als unseriös
verunglimpft. Das hat uns geärgert, und so haben wir
beschlossen, die Kinder, Jugendlichen und jungen
Erwachsenen selbst zu befragen. Wir ernteten
begeisterte Reaktionen auf unseren Aufruf, viele wollten mitmachen.
Schließlich waren es dann 36 Menschen zwischen sechs und 31 Jahren,
die wir in der Erstausgabe porträtiert haben. Das Buch wurde ein Erfolg,
und viele Leser*innen fragten regelmäßig nach, was aus den Kindern

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geworden ist. Schließlich wurde die Idee geboren, exakt zehn Jahre
später eine Fortsetzung in Form einer Jubiläumsausgabe zu schreiben.
Ein Großteil der Teilnehmenden (TN) ist nun auch in der Folgeausgabe
dabei. Es war sehr spannend, nach einem Jahrzehnt wieder zusammenzukommen und zu hören, was in der Zwischenzeit alles passiert war. Bei
diesen TN werden die alten Texte den neuen vorangestellt, damit beide
Perspektiven sichtbar werden. Einige Kinder und Jugendliche zwischen
sechs und 16 Jahren sind neu dabei, sie sind die Vertreter*innen der
jungen Generation, die als geplante Wunschkinder in die Regenbogenfamilien hineingeboren wurden.
PG >  Welche Fragen habt ihr den Kindern gestellt?
S >  Uns war es sehr wichtig, die TN nicht darauf zu reduzieren, dass sie
lesbische, schwule oder transgender Eltern haben. Natürlich stand dieses Thema im Fokus, wir wollten aber immer auch versuchen, das Mädchen beziehungsweise den Jungen als Ganzes darzustellen. Zunächst
haben wir persönliche Fragen gestellt, um das jeweilige Familiensetting
zu erfassen und die Jugendlichen mit ihren Interessen und Wünschen
vorzustellen. Es gab Leitfragen, aber dann entwickelte jedes Gespräch
eine eigene Dynamik, und davon haben wir uns leiten lassen. Natürlich
ging es auch darum, wie sie mit ihrem Familienmodell nach außen umgehen beziehungsweise umgingen, um mögliche Diskriminierungserfahrungen zu vermeiden und um die Frage, welche Vorteile es eventuell
haben könnte, in einer Regenbogenfamilie aufzuwachsen. Spannend
fanden wir zu hören, ob sie eine Botschaft für andere
Töchter und Söhne aus Regenbogenfamilien haben
oder ob ihnen der Kontakt zu anderen RegenbogenKids wichtig ist.
PG >  Was ist dabei herausgekommen?
S >  Im ersten Buch war ein deutlicher Unterschied zwischen „innen“ und
„außen“ zu verzeichnen, das heißt, innerhalb der Familie war meist von
großer Harmonie und einem großen Zusammengehörigkeitsgefühl die
Rede, mit „außen“ wurde die häufig von Homophobie durchsetzte

Was wir draus machen Community und Themen I
Umwelt bezeichnet. Die Schule stach als sehr homophober ort heraus,
die meisten Kids hätten sich mehr Thematisierung von Vielfalt und mehr
Unterstützung von den Lehrkräften gewünscht. Zehn Jahre später ist
eine positive Entwicklung zu spüren, Regenbogenfamilien sind sichtbarer geworden, aber die Schule ist immer noch ein sehr homophober ort,
und in den allgemeinen Unterrichtsmaterialien sind Lesben und Schwule nach wie vor nicht existent. Trotzdem ist vieles leichter geworden, und
der große Gaybyboom zeigt, dass dieser Lebensentwurf viel selbstverständlicher geworden ist.
PG > Was würdest du lesbischen Frauen/Pärchen raten, die
ein Kind bekommen wollen?
S > Eine Familie zu gründen bedeutet automatisch ein Dauer-Comingout. Nirgendwo trifft man/frau auf so viele ständig wechselnde Menschen wie in diesem Baby- und Kinderkosmos, und jedes Mal stellt sich
aufs Neue die Frage aller Fragen. Manchmal sind die Fragen positiv neugierig, manchmal grenzwertig und/oder nervig. Und wenn keine Fragen kommen, dann ist es an den Regenbogeneltern, sich zu erklären,
sonst werden sie nicht als Regenbogenfamilie wahrgenommen. An
ein Entkommen ist oft nicht zu denken, schließlich sind die Eltern Vorbild
und dafür verantwortlich, ihre Kinder zu stärken und ihnen von Anfang
an einen stolzen und selbstbewussten Umgang mit der eigenen Familienform zu zeigen. Es ist neben dem ganz normalen Familienwahnsinn
noch ein Extrastück Arbeit, und darauf muss man/frau Lust haben.
Das sind wir unseren Kindern schuldig, denn starke und selbstbewusste Eltern, die offensiv mit ihrer Lebensform umgehen, sind für Kinder
der beste Schutz.

” Das hat uns geärgert, und
so haben wir beschlossen,
die Kinder, Jugendlichen und
jungen Erwachsenen selbst
zu befragen. “

ALLE 14 TAGE NEU!

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www.

Das Buch und der Verein

FoTo > BARBARA STENZEL

Stephanie Gerlach

Uli Streib-Brzič/Stephanie Gerlach
Und was sagen die Kinder dazu 2 – Neue Gespräche mit Töchtern und Söhnen von lesbischen,
schwulen und transgender Eltern. Querverlag,
Berlin, erscheint am 1. September 2015

Regenbogenfamilien in München
Die LesMamas sind ein eingetragener Verein von
lesbischen Frauen mit Wunschkindern und Kinderwunsch. Einmal im Monat treffen sie sich zu
einem Stammtisch-Abend, organisieren Treffen
und Ausflüge und betreuen beim CSD die „Regenbogenfamilien-Area“. Der Verein präsentiert
sich und die Anliegen von Regenbogenfamilien
auf seiner Website www.lesmamas.de

FACEBooK CSD MÜNCHEN oFFICIAL SITE > FACEBooK.CoM/CSDMUENCHEN

So, wie du bist.
wirsindfuerdichda.org

Eine Aktion der Landeshauptstadt München, unterstützt durch:   

  

   

19

Foto > FRANK ZUBER

Community und Themen I  Was wir draus machen

Familie neu
(er)finden
Friederike ist 55 Jahre alt und eine Transfrau. Es
dauerte 50 Jahre, bis Otto sich traute, offen so zu
leben, wie sie sich immer gefühlt hat – als Frau.
Ein Schlüsselerlebnis war, als sie mit 15 das
Abschlussballkleid ihrer kleinen Schwester
Corinna angezogen hat. Heimlich. Heute sitzen
beide an Corinnas Esstisch und sprechen über
eine intensive Zeit, in der aus Corinnas großem
Bruder erst eine Tochter und irgendwann eine
große Schwester wurde.
ch bin die Drittgeborene und du die Zweitgeborene“, sagt
Corinna und lächelt, „zwei größere Brüder und dann ich. Wir
beide hatten immer Kontakt, im Guten wie im Bösen. Entweder hatten wir uns lieb, oder wir haben uns geprügelt. Wir haben die
Spannungen in der Familie ausgetragen, glaub ich. Ich hab mir als Kind
immer eine Schwester gewünscht als Verbündete gegen diese Brüder.
Als wir keine Kinder mehr waren, haben wir den Kontakt verloren. Du
warst emotional nicht anwesend. Ich wusste nicht, wer du bist. Erst als
du dann die Therapie gemacht hast, warst du auf einmal als Mensch
wieder spürbar. Da hab ich zum ersten Mal empfunden: „Ah, ich habe
Familie, da ist jemand.“ Ich hatte das Gefühl, einen großen Bruder zu
haben. Das war schön. Du warst auch so geerdet und beruflich erfolgreich. Ich fand das toll, dass in unserer chaotischen Familie mal einer
was mit Hand und Fuß macht und Geld verdient.“ Beide lachen, und dann fragt Friederike: „Dann hat es
dich wohl sehr überrascht, dass dieser große Bruder eigentlich eine Frau sein wollte?“ „Ja, total. Das
hast du mir relativ früh erzählt. Ich glaub, da war ich
Ende Zwanzig und du Anfang 30. Das war in der Zeit,
als du menschlich spürbar wurdest. Wir hatten wieder wirklich Kontakt. Du hast mich in Berlin besucht und es dann einfach gesagt. Dass
du dich als Frau fühlst, und auch wie sehr du schon als Kind deshalb
gelitten hast. Aber das Wort ‚transsexuell‘ hast du nicht verwendet,

20

” Familie ist für mich ein Ort,
wo ich angenommen bin, ohne
es mir immer wieder erst verdienen zu müssen. Das sind
einzelne Familienmitglieder
und Freund*innen. Manchmal
verschiebt sich was:
Während der Transition war die
Community in Form der VivaSelbsthilfegruppe für mich eine
Art Familie. “
glaub ich.“ „Nein, ich wollte dir einfach nur meine Phantasien erzählen.
Dass ich von dem Wunsch beseelt bin, Frau zu sein und Frauenkleider
anzuziehen – was sehr schambesetzt war für mich. Und auch welche
Sehnsüchte ich als Kind hatte. Und was ich hinter deinem Rücken von
dir angezogen habe, zum Beispiel dein Tanzkursabschlusskleid.“ Sie
lächelt und schaut in die Ferne. „War das komisch für dich?“

„Ich fand das erstaunlich. Aber wirklich schockiert hat mich, wie
schwer das für dich als Kind gewesen sein muss, dieses ‚Alles hinterm
Berg halten‘. Du hast so gelitten und ich dachte die ganze Zeit: ‚Mein
Gott, ich war doch dabei!‘

Seit damals wusste ich von diesem Geheimnis und war sehr dankbar
für dein Vertrauen. Aber es ist dann im Alltag wieder in Vergessenheit
geraten, weil du es erstmal nicht weiter verfolgt und ausgelebt hast.“

„Ja. Ich wollte das nicht akzeptieren“, unterbricht Friederike. „Ich
habe mich selbst dafür abgelehnt und hatte Angst vor sozialer Ächtung.
Ich wollte normal sein, um jeden Preis.“ „Zwanzig Jahre später wurde
es dann konkreter“, fährt Corinna fort. „Du hast mich gefragt, ob ich dir
nicht Beautytipps geben könnte, wolltest mit mir Frauenklamotten
einkaufen gehen, um sie zu Hause anzuziehen. Und dann waren wir einkaufen.“ Sie lacht. „Das war schon merkwürdig, aber es hat auch Spaß
gemacht. Ich habe gemerkt: Das bringt uns jetzt näher. Deshalb wollte
ich auch daran teilhaben. Obwohl es teilweise schon echt schräg war:
Ich weiß noch, als wir beim Optiker waren wegen einer neuen Brille für
dich, und dann hast du die Perücke aus der Tasche gezogen und sie
aufgesetzt. Vor dem Optiker, der unsere gesamte
Familie kennt! Du wolltest einfach schauen, wie die
Brille zur Perücke passt.“ Jetzt lacht Friederike mit.
„Tja, da hab ich schon erstmal geschluckt. Aber ich
fand das total mutig und dachte mir: ‚Okay, da muss
ich jetzt noch ein bisschen hinterherkommen.‘ Dann
hast du einen Fernsehbericht gesehen, in dem jemand den ganzen
Weg gegangen ist, und ich weiß noch, wie du voller Vorfreude gesagt
hast: ‚So, ich mach es jetzt!‘ Und ich dachte mir: Was für eine Aufgabe!
Aber du warst so voller Energie, da blieb kein Zweifel. Auch dachte ich

mir: Wenn du das so klar spürst, wo du ja immer eher zurückhaltend
warst und dich bedeckt gehalten hast, dann muss das einfach richtig
sein.“ Corinna sieht ihre Schwester liebevoll an.

” Ja, aber dann war ich ja erstmal eine ziemliche
Zumutung “, sagt Friederike. ” Du warst eben völlig
auf dem Trip – also das war wie einmal durchgeschüttelt. Gleichzeitig hattest du eine Energie, mir ist
fast schwindlig geworden. Du warst so beseelt. Es war
klar: Du steht das durch. Aber du hast es auch ziemlich übertrieben: So nach einem Jahr, als die Hormontherapie anlief und du dann nur noch als Frau unterwegs warst, da ging es eigentlich nur noch um: meine
Haare, meine Klamotten und schau mal, die Handtasche! Und wie findest du diese Schuhe? “

Das hat mich sehr an die Pubertät meiner Tochter erinnert. Du warst
ganz klar die Jüngere, und ich war die Ältere, die sagt: ‚Krieg dich mal
wieder ein, bitte nicht alles in Pink oder Spitze oder hochhackig!‘ In der
Zeit war das für dich aber absolut wichtig. Das war auch nicht oberflächlich, sondern Teil deiner Selbstwerdung. Für zwei Jahre war das im Prinzip dein Thema. Unser Kontakt war sehr intensiv und hat mich glücklich
gemacht. Ich hatte das Gefühl: ‚Ich hab wieder Familie. Meine Schwester
ist meine Familie.‘ Zwar auf eine eher anstrengende Art, aber ich dachte mir, dass diese Phase auch vorbeigeht und dass ich dann den Menschen in dieser neuen Frau auch wieder spüren werde.“

„Ich habe das damals gar nicht so empfunden“, erklärt Friederike.
„Aber meine nahen Kontakte haben sich verschoben. In dieser Zeit war
die Viva-Selbsthilfegruppe sehr zentral für mich. Diese Truppe war einfach genauso schräg wie ich. Ich habe mich da angenommen gefühlt,
während sich manche alten Freunde ja etwas zurückgezogen haben. Ich
verstehe das auch: Friederike wurde immer präsenter, und meinen alten
Freunden wurde klar: Otto gibt es jetzt nicht mehr.“

” Ja, das war ein Verlust, auch für mich “, bestätigt
Corinna. ” Ich mochte ja den späten Otto, das war
mein großer Bruder, der ansprechbar und vordergründig stark war, und auf einmal war der große
Bruder nicht mehr da, sondern nur noch diese ausgeflippte Friederike. So ist es auch vielen Freunden
gegangen. Deshalb haben wir schließlich in einem
Ritual von ihm Abschied genommen: Die anderen hatten eine Puppe gebaut mit alten Otto-Klamotten, wir
haben einen Trauermarsch gemacht und die Puppe
verbrannt. Du saßest direkt davor auf einem Hügel
und hast zugesehen, wie Otto verbrannt wurde. “
” Ja, da habe ich wirklich begriffen, dass etwas zu
Ende gegangen ist “, ergänzt Friederike. ” Aber es
war auch wichtig für mich, um mich endgültig neu
zu finden. “
„Und es war auch wirklich so wunderbar, als deine Pubertät dann beendet
war“, strahlt Corinna. „Die erwachsene Rike war da. Das war ganz deutlich: Du hast dich dann anders gekleidet, sehr geschmackvoll. Du warst
wieder mehr geerdet. In den zwei Jahren deiner Verwandlung warst du
wie auf Droge, und dann standest du auf dem Boden, warst auch teilweise unglücklich. Aber dadurch habe ich auch gespürt: Jetzt bist du
angekommen, als Friederike, im Leben. Du wirst dich darauf einrichten,
und du wirst dann zurechtkommen. Und so ist es ja auch! Und ich wünsche dir so sehr, dass der gute Weg bleibt, dieses gefühlsmäßige Offensein, was Friederike erst richtig reingebracht hat. Und dass du deine
Stärken, auch die Ex-Stärken von Otto, wirklich verbinden kannst mit
deinem neuen Weg und dich immer mehr als Mensch begreifst. Denn
das Geschlecht ist natürlich wichtig, aber letztlich ist das Menschsein
das Wesentliche.“

INFOS+TERMINE AUF WWW.CSDMUENCHEN.DE

Familie kann man
sich auch aussuchen.

Sub
Die Szene Deine Heimat! Ohne Community
keine schwule Identität. Kein Wunder also,
dass die Szene für viele Münchner Schwule
nach wie vor eine wichtige Rolle spielt, auch
wenn sich ihr Erscheinungsbild sehr verändert hat. Das Sub profitiert davon.
as Ergebnis war für alle überraschend. Münchens Schwule sind mit der Szene in ihrer Stadt zufrieden. Sie ist ihnen wichtig, sie ist Heimat, ja: Familie. Die Studie, die das
Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum Sub im Frühjahr
2014 präsentiert hat, räumte mit gefühlten Wahrheiten auf, beklagen doch viele ein massives Szenesterben. Tatsächlich haben
in den vergangenen Jahren immer mehr einschlägige Lokale ihren
Betrieb eingestellt. Doch die schwulen Männer Münchens schätzen ihre Szene. „Das ist das Überraschende“, sagt Kai Kundrath,
der die HIV-Prävention im Sub leitet. Kundrath und sein Team, die
Safety-Aktionsgruppe S’AG, wollten herausfinden, wo und wie sie
schwule Männer in einer veränderten Szene am besten für ihre
Botschaften erreichen. Wie überall im Sub engagieren sich die
Männer der S’AG ehrenamtlich für das Projekt.

Der Atmosphäre in der Szene tut das gut
Im Vergleich zur Erhebung aus dem Jahre 2000 gewannen in der
aktuellen Studie positive Aussagen wie „Ich genieße die lockere
Stimmung in der Szene“ und „Ich kann mich so geben, wie ich
bin“ an Zustimmung. Für alle Befragten hat die schwule Community demnach eine soziale Funktion. Sie treffen sich dort mit ihren Freunden, entspannen, machen Party. Den Druck, dort einen
Partner fürs Leben oder auch nur für eine Nacht finden zu müssen,
empfinden schwule Männer heute nicht mehr. Die Partnersuche
findet im Internet statt. Der Atmosphäre in der Szene tut das gut.
„Die schwule Szene hat für die Männer heute noch genauso eine
Schutzfunktion wie früher. Sie hat sich zwar verändert, aber sie
ist nach wie vor wichtig. Dass einige der Älteren den alten Wohnzimmerkneipen nachtrauern, ist verständlich. Die Jungen aber
kennen keine andere Szene“, sagt Kundrath.

Seit das Sub die Studie veröffentlich hat, diskutiert München
kontrovers ihre Ergebnisse. Angeheizt hat die Debatte ein Artikel
in der Süddeutschen Zeitung vom Oktober vergangenen Jahres,
der wenig Gutes an der Community ließ. „Ein paar schwule Boazn
und Absturzkneipen mit ihrem Ü-50-Publikum gibt es noch, ebenso den Ochsengarten, die Lederkneipe, die als eines der letzten
Lokale an der Müllerstraße die Fenster schwarz verklebt hat. Man
kann auf ein Schnitzel ins Kraftwerk gehen oder ins Café im Sub
– keine richtige Bar, aber zumindest ist dort das Bier günstig. Und
natürlich gibt es noch die Deutsche Eiche in der Reichenbach-

straße, mit ihrem Restaurant und der Sauna im Keller – auch
nicht jedermanns Sache“, schrieb der Autor. Eine solche Beschreibung tue der Münchner Szene unrecht, findet Christian Schultze,
der die Geschäfte des Sub leitet. Die sei bei allen Defiziten doch
recht vital, betrachte man nur die vielen Vereine und Gruppierungen, die sich um die unterschiedlichsten Anliegen kümmerten.
Viele von ihnen, die eigenen Freizeit- und Selbsthilfegruppen, aber
auch externe Organisationen treffen sich im Sub. Sie kommen
wie die Philhomoniker zu Chorproben oder übernehmen wie die
Lesbenberatung LeTRa ehrenamtlich den Thekendienst. Schultze betont auch, dass sich einige der in dem Artikel genannten
kommerziellen Anbieter wie die Deutsche Eiche mit ihrem politischen Einsatz in der Szene seit Jahren hervortun.

Mehr Orte für Schwule, der Bedarf ist da
Alles gut also? Nicht unbedingt. Christopher Knoll, der im Sub
die psychosoziale Beratungsstelle mitleitet, wünscht sich wieder mehr Orte für Schwule. „Ich vermisse zum Beispiel unseren
schwulen Buchladen.“ Der hat vor ein paar Jahren zugemacht.
„Ohne Szene wäre es für einen schwulen Mann sehr schwer, eine
stabile schwule Identität zu entwickeln“, sagt Knoll. Da wirke die
Community wie eine Familie. Man kümmert sich ganz selbstverständlich umeinander, man pflegt dieselbe Sprache, dieselben
Rituale. Ja, sogar ein gemeinsames Geschichtsbewusstsein gibt
es. Und natürlich, so Knoll weiter, „kann ich mich nicht nur in
einer schwulen Kneipe oder in der queeren Lesegruppe im Sub
zugehörig fühlen, sondern auch im Internet.“ Trotzdem: Um die
eigene Familie muss man sich kümmern. „Und da steht München
gerade an einer Schwelle: Wohin geht es?“ Knoll würde es begrüßen, wenn sich die Szene nicht nur auf das Glockenbachviertel
beschränkte. Das ist zuletzt auch bei einer Podiumsdiskussion im
Sub („Wozu braucht’s noch schwule Gastro?“) thematisiert worden, als die Wirte mit dem Publikum über die Zukunft des Viertels
debattierten. Das Ergebnis: Es fehlt an Mut und klugen Initiativen,
der Bedarf an Szenelokalitäten aber ist da.

Das Sub als Zuhause
Einstweilen erfüllt das Sub die Rolle als Familienherberge ganz gut.
Das Schwulenzentrum hat sich für die ganze Bandbreite des Szenelebens geöffnet, ohne seine schwule Identität preiszugegeben.
Mit dem Umzug vor drei Jahren in das neue, 524 Quadratmeter
große Erdgeschoss der Müllerstraße 14 ist das Sub bedeutsamer
geworden: Hier treffen sich alle, fast täglich gibt es Veranstaltungen. Die Kultur im Sub organisiert Michael Plaß, der den Verein
auch in die Nachbarschaft hinein öffnet, zum Beispiel, wenn mal
wieder die Lange Nacht der Musik vor Ort gastiert. „Trotzdem wollen wir in erster Linie Münchens schwulen Männern einen Raum
bieten“, sagt er. Wer abends ins Sub geht, kann sehen, dass das
Konzept funktioniert. Münchens Schwule sind mit der Szene in
ihrer Stadt zufrieden – und in ihrem Zentrum zu Hause.

Gegründet wurde das Sub 1986 als Zentrum für alle Schwulengruppen der Stadt. Zum Sub gehören ein Café, zahlreiche Freizeit- und Selbsthilfegruppen, die psychosoziale Beratungsstelle und das
Projekt Prävention. Regelmäßig finden im Münchner Schwulenzentrum kulturelle Veranstaltungen statt wie Lesungen, Podiumsdiskussionen, internationale Filmabende und Ausstellungen. Das Sub
setzt sich ein für ein selbstbestimmtes Leben schwuler Männer in München.

Sub e. V.
Schwules Kommunikations- und
Kulturzentrum
Müllerstraße 14
80469 München
089 8563464–00

22

Online

www.subonline.de

Foto > VILMOS VERESS

Community und Themen I  Die CSD-Veranstaltervereine über Familie

Community und Themen I  Die CSD-Veranstaltervereine über Familie

LeTRa
Foto > AUGENBLICK FOTOGRAFIE SIGI MÜLLER

Diana, Kerstin und Sibyll lächeln, während sie sich an
ihre Anfänge in der Lesbengruppe erinnern, die die heutige
LeTRa–Familie gründete.

„Wir waren jung, lesbisch, politisch, feministisch und voller Empörung, weil wir nicht hinnehmen wollten, dass die LIB (Lesben
Information und Beratung) zumachen musste. Gemeinsam mit sechs
anderen Lesben zogen wir dann in den Kampf und nannten uns
LesbenT(R)aum – kurz, LeTRa.“ Seit 20 Jahren sind die drei für und mit
LeTRa aktiv und sitzen, damals wie heute, einmal im Monat mit den anderen aktiven Vereinsfrauen des Lesbentelefon e. V. im Plenum. Hier gestalten
und verantworten sie gemeinsam mit den anderen Plenumslesben die
„Familiengeschichte“ und die tägliche Arbeitsrealität von LeTRa, das mittlerweile die heutige Lesbenberatungsstelle und das LeTRa-Zentrum beinhaltet.
„Wir hätten uns nie träumen lassen, wie unser LeTRa-Baby sich entwickelt
und ja auch noch weiterwächst “, erklären die drei unisono. Sibyll ist heute
tatkräftig bei LeTsBar, LeTRaktiv goes Sub und bei den Outdoor-Angeboten
engagiert und mit dabei, wenn es größere LeTRa-Events zu stemmen gilt.
Kerstin ist eine der drei Vorständinnen und packt, wann immer es ihr eigener Betrieb zulässt, tatkräftig mit an.

Das LeTRa-Plenum: unten von links nach rechts
Nicole, Doro, Jura, Melina und Sibyll; oben links Rita,
Miriam, Diana, Kerstin, Irmi und Sigi.

Diana wechselte vor elf Jahren von der rein ehrenamtlichen LeTRaPerspektive auf die Angestelltenseite. Ihre „Babys“, denen sie sich mit ganzer
Leidenschaft widmet, sind der CSD, das LeTRa-Angertorstraßenfest, die
Flüchtlingsberatung und das LeTRa-Zentrum. „Manchmal ist es zum Wahnsinnigwerden, wenn die Arbeitsbelastungen und die Anforderungen von
allen Seiten auf uns LeTRa-Mitarbeiterinnen einprasseln. Dann wieder ist es
der wilde Wahn zu erleben, was meine Kolleginnen und ich und wir alle im
Plenum seit 20 Jahren mit und für LeTRa erreichen konnten“, erklärt Diana
lachend. „Es gibt sie immer wieder, die besonderen LeTRa-Glücksmomente.
Neulich strahlte uns eine der aus Uganda geflüchteten Lesben, die wir beraten und unterstützen, an und sagte: ‚LeTRa is now my family. While I am
here, I feel at home.‘ “
„Das macht mich glücklich”, erklärt Diana. „So wie unsere Klientin Teil der
LeTRa-Familie ist, so sind wir von LeTRa Teil der großen Münchner LSBTIFamilie.“ Und hinter dieser Aussage steht das ganze LeTRa-Plenum, da sind
sich Diana, Kerstin und Sibyll sicher.
LeTRa

Angertorstraße 3
80469 München
089 7254272

Online
24

This is
Gay-Propaganda

www.letra.de

Die CSD-Veranstaltervereine über Familie  Community und Themen I

Rosa Liste

Mensch für Mensch

Foto > ROSA LISTE

Bild: © Kim Schneider

Kaum ein Begriff scheint in unserer Gesellschaft so deutlich und eindeutig definiert zu
sein wie „Familie“.

Das Zusammenleben von Frau und Mann,
idealerweise mit Kindern. Unverändert
vielfältig ist dagegen seitens der Szene
die Definition des Begriffs Familie: Neben
der Familiendefinition als Regenbogenfamilie
beinhaltet sie selbstgewählte Patchwork-Familien, Herkunftsfamilien, dicke Freundschaften,
die als Familie gefühlte Szene und vieles mehr.
Die Rosa Liste steht für genau diese Vielfalt des
Familienbegriffs, die alle Formen des Zusammenlebens wertschätzt. Wir setzen uns für
eine starke LSBTI-Szene ein, die ihre Heimat
im Glockenbachviertel behält. Wir wollen ein
Zentrum für Regenbogenfamilien in München,
das diese durch Vernetzung, Fachberatung
und Fortbildung unterstützt. Lasst uns gemeinsam aus München eine noch wärmere
und freundlichere Stadt für alle machen und
dafür am CSD ein Zeichen setzen!
In diesem Sinne wünschen wir euch einen
schönen CSD!

Willkommen bei der
MÜNCHENSTIFT
Eigentlich ist bei uns nur alles viel älter.
Wir nennen es Lebensweltkonzept –
Sie nennen es Orientierung an meinen
Bedürfnissen.
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Selbständiges Wohnen
Wohnen mit Service
Wohnen mit Pflegeleistungen
Ambulante Pflege
Münchner Menü-Service

Info-Telefon: 089/6 20 20-340

Rosa Liste ist eine Wähler*inneninitiative
in München, die sich insbesondere für Lesben,
Schwule, trans*, inter- und bisexuelle Menschen einsetzt. Wir sind mit Mandatsträgern
im Stadtrat sowie im Bezirksausschuss 2
(Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt) vertreten.
Unser Verein ist rein ehrenamtlich organisiert
und finanziert sich ausschließlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Mehr Infos auf
www.rosaliste.de

Rosa Liste
München e. V.

Postfach 140 541
80455 München

www.muenchenstift.de

Online

www.rosaliste.de

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13.05.15 16:19

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Münchner
Aids-Hilfe
Von der wütenden Selbsthilfegruppe zur
entspannten Großfamilie: Ob HIV-Positive,
Migrant*innen, Ältere, Pflegebedürftige oder
die Nachbar*innen von nebenan – unter dem
Dach der Münchner Aids-Hilfe kommt eine
Familie zusammen, die vielfältiger ist, als
man denkt.
eit über 30 Jahren ist die Münchner Aids-Hilfe aktiv. Am
Anfang war sie ein Zusammenschluss vor allem von
schwulen Männern, der sich gegen die Bedrohung von
Aids formierte und Fragen beantworten wollte, auf die weder das
Gesundheitswesen noch die Gesellschaft Antworten hatten.
Nach über 30 Jahren hat sich die Situation rund um das Thema HIV
entspannt: Der medizinische Fortschritt ermöglicht es den Menschen heute, dauerhaft mit HIV zu leben. Die Therapien sind so
wirksam, dass ihr Schutz vor HIV statistisch sogar besser ist als die
Benutzung von Kondomen. So wie sich die Bedrohung durch HIV
verändert hat, so entwickelte sich auch die Münchner Aids-Hilfe
in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten weiter und passte

sich den aktuellen Gegebenheiten an. Dabei sind zahlreiche Netzwerke entstanden. Nicht nur Ratsuchende und Hilfsbedürftige,
auch Mitarbeiter*innen, Ehrenamtliche, Gäste und Nutzer*innen
der vielfältigen Angebote haben die Münchner Aids-Hilfe als ihre
Wahlfamilie entdeckt. Zu Recht: Denn wir bieten mehr als „nur“
Aufklärung und Beratung. In der betreuten Krankenwohnung erhalten Menschen, die ohne Hilfe nicht mehr zurechtkommen, Pflege
und Unterstützung. In der Wohngemeinschaft „Rosa Alter“ leben
schwule Männer gemeinsam und doch selbstbestimmt. Das Tagungszentrum und das Café Regenbogen ermöglichen durch ihre
Jobangebote Menschen den Schritt zurück in den ersten Arbeitsmarkt. In unseren Beratungsstellen kümmern wir uns um alle, die
mit Fragen zu uns kommen, um HIV-Positive und -Negative genauso wie um Migrant*innen oder Menschen mit Suchtproblematik.
In unserem Aids-Hilfe-Haus treffen sich zahlreiche Gruppen, um
sich gegenseitig zu informieren, zu diskutieren oder gemeinsam
Freizeit zu verbringen und einfach Spaß zu haben. Kurz: Vom
Erdgeschoss bis in den fünften Stock leben und arbeiten hier
Menschen, die mehr eint als das Bewusstsein für HIV und den
Willen, eine soziale Gesellschaft mitzugestalten. Dazu gehören
auch unsere über 100 ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen, die
diese Familie engagiert und gut gelaunt zusammenhalten, mit
neuen Impulsen versehen und so bereichern. Wer sich für unsere Arbeit interessiert, den heißen wir in unserer Familie herzlich
willkommen!

Münchner
Aids-Hilfe e. V.

Lindwurmstraße 71
80337 München
089 54333–0

Online
26

www.muenchneraidshilfe.de

Let me be
your daddy!

Foto > SUSIE KNOLL

Community und Themen I  Die CSD-Veranstaltervereine über Familie

PrideWeek und CSD  Veranstaltungstipp

Beratung, Treffpunkt
und Austausch
RegenbogenFAMILIENzentrum für Lesben
und Schwule mit Kindern
oder Kinderwunsch
„Das Thema Regenbogenfamilien ist
längst kein Nischenthema mehr, sondern zunehmend gesellschaftliche
Realität. Trotzdem sind lesbische und
schwule Eltern, wie auch deren Kinder,
immer wieder mit Vorurteilen und Ablehnung konfrontiert. In vielen Bereichen der Stadt werden Regenbogenfamilien einfach übersehen“, sagt Lydia
Dietrich. Seit vierzehn Jahren ist sie für
Die Grünen/Rosa Liste im Stadtrat und
kämpft an der Seite von Thomas Niederbühl für mehr Gleichberechtigung
von Lesben, Schwulen, Bisexuellen
und trans*identen Menschen. Bereits
im letzten Jahr haben sie gemeinsam
das Regenbogenfamilienzentrum auf
den Weg gebracht.
STEIGENDER BEDARF AN
BERATUNG UND SUPPORT

Das neue Studio des Tagungszentrums der Münchner
Aids-Hilfe wurde vom Architekten Dieter Fuchs mit viel
Liebe zum Detail wieder zum Leben erweckt.

Podiumsdiskussion zum CSD-Motto 2015:
Familie ist, was uns droht

Donnerstag, 9. Juli D 19:30 Uhr

Studio des Tagungszentrums der Münchner Aids-Hilfe,
Lindwurmstraße 71
———

Familie ist umstritten: Wer oder was ist Familie? Kann eine Community Familie sein, und
wie müsste sie dann aussehen? Ist die Regenbogenfamilie eine gleichwertige Alternative zur klassischen Vater-Mutter-Kind-Familie? Ist das überhaupt wünschenswert?
Braucht es Familie überhaupt noch? Oder richtet dieser mit so viel Bedeutung aufgeladene Begriff mehr Schaden als Nutzen an? Und, falls wir mit alledem nichts zu tun
haben wollen, können wir „Familie“ überhaupt entrinnen? Über all das und noch vieles
mehr wollen wir mit euch diskutieren, und zwar bei der Podiumsdiskussion zum CSD
2015. „Familie ist, was uns droht“ stellen wir deshalb als These in den Raum und freuen
uns auf euren Wider- oder Zuspruch.

muenchner-aidshilfe.de
28

In München leben zahlreiche gleichgeschlechtliche Familien mit Kindern,
Tendenz steigend. Um dieser erfreulichen Entwicklung Rechnung zu tragen, soll ein Regenbogenfamilienzentrum geschaffen werden, mit dem die
Landeshauptstadt dem bereits jetzt
großen und noch weiter steigenden
Bedarf an Beratung und Unterstützung gerecht werden kann. Die bisherigen ehrenamtlichen Anlaufstellen
wie LeTRa und LesMamas können die
Nachfrage im erforderlichen Umfang
nicht mehr leisten. Was benötigt wird,
ist ein Zentrum mit Beratungsstelle für
Regenbogenfamilien, um diese Familien fachlich beraten und begleiten zu
können. Dabei soll es um Themen wie
Kinderwunsch, Erziehung oder rechtliche Situation, im Einzelgespräch oder
via Gruppenangebot gehen. Bleibt nur
zu hoffen, dass der Stadtrat seine Zustimmung gibt.
DER ANTRAG UND DAS
VERSPRECHEN DES
OBERBÜRGERMEISTERS
Lydia Dietrich ist da optimistisch: „Ich
erwarte, dass der Antrag von Die Grünen/Rosa Liste zur Einrichtung und
Finanzierung des Zentrums im Stadtrat positiv beschlossen wird, und der
Oberbürgermeister damit sein Versprechen vom letzten CSD in München
hält. Wenn wir in Zukunft Regenbogenfamilien durch Vernetzung, Fachberatung und Fortbildung in einem
eigenen Projekt unterstützen, dann
fördern wir nicht nur das gesellschaftliche Miteinander, sondern vor allem
das Wohl der Kinder.“

ZUKUNFT
STIFTEN.
GEMEINSAM!

D I E ST I F T U N G FÜ R LESB EN , SC HW UL E U N D T R A NSG EN DE R

www.muenchner-regenbogen-stiftung.de
089 23000942

Verwaltet durch die

PrideWeek und CSD  Veranstaltungstipp

Lesbisches Film-Event
mit „Anatomy of a Love Seen“
im mathäser filmpalast
Freitag, 10. Juli D 20 Uhr

mathäser filmpalast, Bayerstraße 3 – 5 am Stachus
———

PrideWeek Freitagabend – Das bedeutet
L-Film-Event und dieses Jahr einen
spannenden Ausflug in eine Welt
sinnlicher Provokationen.
it „Anatomy of a Love Seen“ ist Marina Rice Bader ein emotionaler und hocherotischer Streifen gelungen, der mit Sharon
Hinnendael und Jill Evyn als hinreißenden Hauptdarstellerinnen alle Frauenliebenden in seinen Bann zieht. Am 10. Juli 2015 um 20
Uhr zeigen wir im mathäser filmpalast das Erstlingswerk der Produzentin und Regisseurin Marina Rice Bader. Bislang eher als Produzentin der
Nicole-Conn-Filme „A Perfect Ending“ und „Elena Undone“ in Erscheinung getreten, betätigt sie sich seit 2014 auch als Regisseurin und Drehbuchautorin. Mit „Anatomy of a Love Seen“ ist Marina ein sinnlich-provokantes Regisseurinnendebüt gelungen. Die Handlung ist so einfach
wie spannend: Beim Dreh einer Liebesszene für den neuen Film von Kara
Voss (Marina Rice Bader) verlieben sich die Schauspielerinnen Zoe
Peterson (Sharon Hinnendael) und Mal Ford (Jill Evyn) ineinander. Fünf
Monate lang scheint das Glück perfekt, als Mal plötzlich Zoe verlässt.
Zoe ist am Boden zersört und erholt sich nur langsam von dem Schlag.
Doch dann bietet sich plötzlich ein lukrativer und karrierefördernder
Sendetermin – unter einer Bedingung: Die Bettszene muss neu
gedreht werden. Durch den Abend führt Filmliebhaberin und Presse-

sprecherin des CSD München Rita Braaz. Beim Get-together in der
35m(m)2-Lounge und Bar könnt ihr den Abend entspannt ausklingen
lassen. Am Mischpult steht dabei wieder DJane Eléni (DJanes Delight),
seit Jahren erfolgreiche Frauenfestorganisatorin der Münchner Szene.
So seid ihr dann ganz sicher im richtigen Spirit für den CSD 2015! Das
CSD-Filmevent ist eine Kooperation zwischen CSD München, mathäser
filmpalast und LeTRa. Der Erlös kommt wie immer der Organisation CSD
München zu Gute.

” An exciting new film by first-time director Marina
Rice Bader...this drama paints a compelling portrait of
love that is at once sexy and sorrowful. “
THE ADVOCATE

Tickets: € 7,50 zzgl. VVK-Gebühr unter mathaeser.de oder direkt an der
Kinokasse, mehr Infos: www.facebook.com/anatomyofaloveseen

FotoS > Marina Rice Bader

Anatomy of a
Love Seen

Spielfilm
USA2014

82 Minuten
Sinnliches Drama

mathaeser.de
30

Im Glockenbachviertel fühle ich
mich wie in einer großen Familie,
da bin ich dahoam.

Veranstaltungstipp  PrideWeek und CSD

10. Lesbisches
Angertorstraßenfest
Samstag, 4. Juli D 15 bis 23 Uhr
Angertorstraße, Glockenbachviertel
———

In the name of LeTRa:
A warm welcome to all
our stars and family
members!

Foto > KORNELIJA RADE

um 10. Mal organisiert und veranstaltet LeTRa die größte bayerische Outdoor-Lesbenparty. Das erste Lesbische Angertorstraßenfest sollte damals ein einmaliges Event zum 10-jährigen Bestehen der Lesbenberatungsstelle werden. Doch der riesige
Erfolg zeigte dem LeTRa-Team: „Go for it.“ Seitdem eröffnet das Lesbische Angertorstraßenfest jedes Jahr die CSD-PrideWeek und as time
goes by: LeTRa feiert somit das 10. Lesbische Angertorstraßenfest
und 20 Jahre LeTRa. „Familie ist, was wir daraus machen“ lautet das
Motto des CSD München 2015, und ganz sicher zeigt sich die Vielfalt
der „LeTRa-Familie“ auf dem Angertorstraßenfest: Lesbisch, schwul,
bi, trans* und inter*, hetero und queer; aus anderen Ländern und aus
Bayern kommend; jung, mittelalt und alt; mit und ohne Fummel oder
Leder; Bewegungsaktivist*in oder Partygänger*in; von allem und für
alle ist etwas dabei, wenn wir gemeinsam das 10. LeTRa-Angertorstraßenfest feiern. Für heißen Sound sorgen die DJanes Doro, M Murphy
und Eléni. Die Jubiläumsparty steigt am Samstag, 4. Juli von 15 bis 23
Uhr mit Infotischen, Biergarten, Essen und Tanz bei jedem Wetter. Join
us and be part of our family!

letra.de
INFOS+TERMINE AUF WWW.CSDMUENCHEN.DE

Für den Zusammenhalt
aller Schwestern!

31

PrideWeek und CSD  Ausstellungstipp

Keith Haring:
Gegen
den Strich
1. Mai bis 30. August 2015

Kunsthalle München, Theatinerstraße 8
———

Erstmals seit 15 Jahren in Deutschland und zum
allerersten Mal in München zeigt die Kunsthalle
eine Einzelausstellung mit Werken von Keith
Haring (1958 – 1990). Über 160 Leihgaben sind zu
sehen, einige zum ersten Mal seit dem Tod des
Künstlers. Die Zusammenstellung zeugt von der
Vielfalt seines Schaffens: von seinen frühen
Zeichnungen über Leinwände oder alltägliche
Gebrauchsgegenstände bis hin zu Skulpturen.
Dokumentarisches Material vervollständigt das
Bild des Künstlers und Aktivisten. Denn Haring
wollte im New York der konservativen ReaganRegierung mit seiner Kunst auf gesellschaftliche
Missstände aufmerksam machen. Er bezog Stellung gegen den kapitalistischen Exzess, engagierte sich für nukleare Abrüstung, Umweltschutz
und die Gleichberechtigung der Menschen. Auf
diesen in Ausstellungen bisher wenig thematisierten politischen und sozialkritischen Aspekten liegt der Fokus der Retrospektive.
ls der offen schwule Keith Haring mit 31 Jahren an den Folgen
von Aids starb, hatte er nicht nur für seine Kunst, sondern auch
für sein politisches Engagement international Anerkennung
erlangt: Er sprach über seine HIV-Infektion und leistete so einen wichtigen Beitrag zur Enttabuisierung der Krankheit. Haring ist weit mehr,
als es die unzähligen Merchandising-Artikel vermuten lassen.

Kein Wunder also, dass die Ausstellungsmacher zahlreiche Kooperationen mit der queeren Community und der Münchner Aids-Hilfe eingegangen sind. Auch während der PrideWeek zum Münchner Christopher Street Day ist Keith Haring präsent: Der Dokumentarfilm „The
Universe of Keith Haring“ ist am 8. Juli im Club Harry Klein zu sehen.
Bei der Politparade am 11. Juli wird ein Keith-Haring-Truck in Zusammenarbeit mit der Münchner Aids-Hilfe und dem Harry Klein Club am
Start sein. Am Nachmittag des selben Tages gibt es eine große
Malaktion auf dem Marienhof. Beim RathausClubbing wird der HarryKlein-Dancefloor mit Visuals von Keith Haring bespielt, und ab 22 Uhr
steigt die „Bubble Duck“-Party in den Räumen der Kunsthalle, in der die
Ausstellung an diesem Abend bis 24 Uhr zu sehen ist.

Harings Ideal einer politisch engagierten Kunst lebt weiter, und die
Wirkung seiner Bildsprache ist bis heute ungebrochen.
Eintritt: regulär € 12 (montags 50%)
Öffnungszeiten: täglich 10 bis 20 Uhr
Bild Keith Haring, The Great White Way,
1988, Acryl auf Leinwand
@ The Keith Haring Foundation

kunsthalle-muc.de
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Yes! Yes! Yes!
Warholmania
in Munich
23. Juni bis 18. Oktober 2015

Museum Brandhorst, Theresienstraße 35a
———

Andy Warhol wurde vom schwulen Enfant terrible der New Yorker Avantgarde zum bedeutendsten Vertreter der Pop-Art und zu einem der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts.

es!Yes!Yes! Warholmania in Munich“ ist eine Kooperation zwischen dem Filmfest München und dem Museum Brandhorst.
Das Filmfest zeigt vom 25. Juni bis 4. Juli einige seiner Filme,
das Museum Brandhorst erstmalig seine gesamten Warhol-Bestände
– mit über 100 Werken eines, der weltweit bedeutendsten Sammlungen.
Beginnend mit frühen Zeichnungen, die sich noch an Warhols Beschäftigung als Werbegrafiker orientieren, spannt die Sammlung einen retrospektiven Bogen von seinen ersten Siebdrucken über Ikonen der
1960er Jahre wie „Marilyn“, „Liz“ oder „Mustard Race Riot“ bis hin zu
zentralen Bildserien seines Spätwerks.
Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr
Bild Andy Warhol, Selbstporträt,
1986, Siebdruck auf Leinwand, Foto: Haydar Koyupinar
© 2015 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts /
Artists Rights Society (ARS), New York

museum-brandhorst.de
INFOS+TERMINE AUF WWW.CSDMUENCHEN.DE

Egal, wo auf der Welt
ich in die Szene gehe. Ich fühle
mich sofort zu Hause.

PrideWeek und CSD  PrideWeek-Kalender

PRIDEWEEK

Alle Veranstaltungen,
Outdoor Events, Partys,
Workshops und
Diskussionsabende
Samstag, 4. Juli bis
Sonntag, 12. Juli

Ausstellungen

Samstag 4. 7.

QUEER CULTURE

TAGESTIPP

1. Mai – 30. August
Keith Haring: Gegen den
Strich
Kunsthalle München, Theatinerstraße 8
D Zum allerersten Mal in München zeigt die
Kunsthalle eine Einzelausstellung mit Werken
von Keith Haring (1958 – 1990). Die Zusammenstellung aus 160 Leihgaben zeugt von der
Vielfalt seines Schaffens. Dokumentarisches
Material vervollständigt das Bild des Künstlers
und Aktivisten.
www.kunsthalle-muc.de

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23. Juni – 18. Oktober
Yes! Yes! Yes! Warholmania
in Munich

Museum Brandhorst, Theresienstraße 35a
D Das Museum Brandhorst zeigt erstmalig
seine gesamten Warhol-Bestände – mit über
100 Werken eine der weltweit bedeutendsten
Sammlungen. Beginnend mit frühen Zeichnungen, die sich noch an Warhols Beschäftigung als Werbegrafiker orientieren bis hin zu
zentralen Bildserien seines Spätwerks.
www.museum-brandhorst.de

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6. Juli – 31. Juli
Kampf und Kunst: Der Rosa
Winkel

Café Regenbogen, Lindwurmstraße 71
D Der Rosa Winkel kennzeichnete nicht nur
homosexuelle Häftlinge während der Nazizeit, er wurde in den nachfolgenden Jahrzehnten auch zum politischen und künstlerischen
Symbol. Zu sehen sind Werke u.a. von Keith
Haring sowie historische Dokumente und Bilder. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten
des Restaurants geöffnet. Eine Kooperation
der Münchner Aids-Hilfe mit der Kunsthalle
München und dem Forum Homosexualität.
Veranstalter > Kooperation Münchner Aids-Hilfe mit Kunsthalle München

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Sa 4. Juli D 23 Uhr
PrideWeek Opening with a
Bang feat. Markus W

Sa 4. Juli D 15 – 23 Uhr
10. Lesbisches Angertorstraßenfest
Angertorstraße, Glockenbachviertel
D Offizielles Opening-Event der CSD PrideWeek – A warm welcome to all our stars and
family-members. Zum 10. Mal organisiert und
veranstaltet LeTRa die größte bayerische Outdoor-Lesbenparty. „Familie ist, was wir draus
machen“ lautet das Motto des CSD München
2015, und ganz sicher zeigt sich die Vielfalt der
„LeTRa–Familie“ auf dem Angertorstraßenfest:
Lesbisch, schwul, bi, trans* und inter*, hetero
und queer; aus anderen Ländern und aus
Bayern; Jung, mittelalt und alt; mit und ohne
Fummel oder Leder; Bewegungsaktivist*in
oder Partygänger*in; von allem und für alle
ist etwas dabei, wenn wir gemeinsam das 10.
LeTRa-Angertorstraßenfest feiern. Für heißen
Sound sorgen die DJanes Doro, Miri und Eléni.
Die Jubiläumsparty steigt mit Infotischen, Biergarten, Essen und Tanz bei jedem Wetter.
Veranstalter > LeTRa

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OPEN HOUSE

Sa 4. Juli D 14 – 20 Uhr
Tag der offenen Tür im
diversity LesBiSchwul und
Trans* Jugendzentrum
Blumenstr. 11, Eingang im Hinterhof, 1. Stock
D Zum Auftakt der PrideWeek stehen die
Türen im LesBiSchwul und Trans* Jugendzentrum „diversity“ offen und bietet allen die Möglichkeit , das Zentrum kennenzulernen. Egal
ob Pädago*in, Lehrer*in, Eltern, Interessierte,
neugierige Jugendliche oder alteingesessene
Besucher*innen, Freund*innen und Ehemalige, das Team von diversity freut sich, ihr 2014
renoviertes Jugendzentrum und ihre ehrenamtlich geleitete Jugendarbeit vorzustellen.

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PARTY

Sa 4. Juli D 20 Uhr
Tanz-Party im L.U.S.T-Club

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Veranstalter > L.U.S.T. Latein- und Standard-Tanzsportclub 2000 München

PARTY

Veranstalter > diversity München

Bild Keith Haring, Silence = Death, 1988, Privatsammlung
@ The Keith Haring Foundation

Einklang im L.U.S.T.-Club eine Übungsparty mit
Standard- und Lateintänzen. Bitte Tanzschuhe
oder saubere, weiche Turnschuhe mitnehmen.

Tumblingerstraße 34a, Rgb rechts, 1. Stock
D Für die gesamte Paartanz-Familie gibt’s zum

NY. Club, Sonnenstraße 25
D 60 Minuten alle Getränke for free1. Dieses
Getränke-Special ist unser Geschenk an euch
zum Start in die offizielle PrideWeek CSD
München 2015. Dazu feiern wir mit DJ-Legende
Markus W und mit Gästen aus der ganzen
Welt zu heißen Progressive, Tribal und VocalHouse-Sounds.
Veranstalter > NY.Club (1 23 BIS 24 Uhr alle Wodka-Longdrinks, Helles, Softdrinks UND Energy)

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Sonntag 5. 7.
TAGESTIPP

So 5. Juli D 13 – 16 Uhr
Wie stärken wir unsere Kinder für den heteronormativen Alltag?
Gethsemanekirche, Ettalstraße 3
D Regenbogenfamilien müssen ihre Familienform stets für ihre Umwelt sicht- und begreifbar
machen. Wie können wir unsere Kinder auf
Fragen vorbereiten und sie stärken? Starke
Eltern sind gute Modelle, es geht um eigene
Kompetenzen und konkrete Strategien. Für
Mütter und Väter, Workshop mit Kinderbetreuung. (€ 15/Mitfrauen € 5)
Veranstalter > LesMamas

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GOTTESDIENST

So 5. Juli D 19 Uhr
Meditative CSD-Andacht
St. Willibrord, Blumenstraße 36
D Premiere am Sendlinger Tor: Dieses Jahr
laden wir zusätzlich zum bewährten Gottesdienst am Parade-Tag am Beginn der PrideWeek zu einer halbstündigen ökumenischen
Andacht ein. Wir hoffen, dass ihr zahlreich
kommt und diese neue Andacht zu einem
festen Bestandteil „unserer“ jährlichen Woche
wird. Meditative Gedanken zum ermutigenden
Licht Gottes stehen im Mittelpunkt und werden

PrideWeek-Kalender  PrideWeek und CSD
in Gebet und Kurzpredigt auf das Leben von
uns Queers bezogen.
Veranstalter > Ökumenischer CSD-Gottesdienst

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Gespräch und Diskussion

So 5. Juli D 20:15 – 21:30 Uhr
Unerwartete Einblicke in
queeres Leben um 1900
Sub – Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum, Müllerstraße 14
D Der Sexualreformer Magnus Hirschfeld
veröffentlichte 1900 eine Umfrage zu schwullesbischem Leben – meist aus Süddeutschland.
Es wurden Pfarrer nach ihren seelsorgerlichen
Erkenntnissen befragt, die tiefere persönliche
Erfahrungen und Gefühle wiedergeben, als
sie sonst aus dieser repressiven Zeit vorliegen.
Interessant ist , wieweit sich trotz der lebensfernen, homophoben Regeln der Kirche die
Pfarrer von der bunten Lebenswirklichkeit und
dem Gebot der Menschlichkeit leiten ließen.
Veranstalter und Referent > Wolfgang Scheel

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Montag 6. 7.
TAGESTIPP

Denkmals für die schwulen und lesbischen
Opfer des Nationalsozialismus beschlossen.
Vorausgegangen sind ein Kunstwettbewerb
und ein mehrjähriges politisches Bemühen um
eine angemessene Erinnerung. Die Koordinierungsstelle bietet gemeinsam mit dem
Kulturreferat eine Veranstaltung an, um den
Siegerentwurf der Künstlerin Ulla von Brandenburg vorzustellen und die Geschichte der
Entwicklung des Denkmals aufzuzeigen.
Veranstalter > LHM, Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen

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Gespräch und Diskussion

Mo 6. Juli D 19:30 Uhr
Podiumsdiskussion
„Community ist doch auch
Familie, oder nicht?“
Sub – Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum, Müllerstraße 14
D Was für eine Familie sind wir? Was eint, was
trennt uns? Kann uns die Community Halt und
Identität geben? Eingeladen sind Szeneleute
aus München und unserer Partnerstadt Kiew.
Die Community funktioniert an beiden Orten
völlig unterschiedlich. Es sprechen u.a. DJane
Eléni, Christian Schabel-Blessing (TransMann
e. V.), Christian Schultze (Sub) für München,
Olena Semenova (New Wave), Taras Karasiitschuk (Gay Alliance Ukraine) und Svjatoslav
Sheremet (Gay Forum Ukraine) für Kiew. Die
Moderation übernimmt Christopher Knoll von
der Sub-Beratungsstelle.
Veranstalter > Sub, CSD München, Munich Kiev Queer, Kulturreferat der Stadt München

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Mo 6. Juli D 19 Uhr
Vortrag mit anschließender
gemeinsamer Diskussion:
„Familie, wo fängt das an, wo
hört das auf?“
Blumenstr. 11, Eingang im Hinterhof, 1. Stock
D „Stoppt die Frühsexualisierung der Kinder“
– unter diesem und ähnlichen Slogans finden
aktuell zahlreiche Demonstrationen und
Diskussionsrunden statt. Sie alle drehen sich
um die Frage, was Familie ist und sein darf. Die
Familie ist im 21. Jahrhundert zu einem höchst
problematischen Begriff geworden, mit dessen
Thematisierung immer gleichzeitig die Frage
danach gestellt wird, was Kinder brauchen,
um glücklich aufwachsen zu können. Auch
homosexuelle Partnerschaften und sogenannte Regenbogenfamilien sind häufig zentrales
Thema der Auseinandersetzungen. Referent:
Werner Gaßner, Bündnis Vielfalt statt Einfalt
und Moderation: Andrea Schuler, diversity
München.
Veranstalter > diversity München

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QueerE GESCHICHTE

Mo 6. Juli D 19 – 21 Uhr
Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten
Lesben und Schwulen
Café Regenbogen, Lindwurmstraße 71
D 2014 hat der Stadtrat die Errichtung eines

Dienstag 7. 7.
WORKSHOP

Di 7. Juli D 18 Uhr
Tanz-Workshop im
L.U.S.T.-Club
Tumblingerstraße 34a, Rgb rechts, 1. Stock
D Workshop für Einsteiger, Paare, Singles ohne
Vorkenntnisse. Auf dem Programm steht Cha
Cha. Eintritt frei. Bitte Tanzschuhe oder saubere, weiche Turnschuhe mitnehmen.
Veranstalter > L.U.S.T. Latein- und Standard-Tanzsportclub 2000 e. V. München

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TAGESTIPP

Welche Personen sind eigentlich Mutter oder
Vater des Kindes, welche rechtliche Stellung
haben Co-Mütter oder Co-Väter? Können wir
nicht auch zu dritt oder zu viert Verantwortung
für ein Kind übernehmen? Hilft uns die eingetragene Lebenspartnerschaft weiter? Können
wir wenigstens einiges vertraglich regeln? Was
mache ich, wenn rechtlich einfach gar nichts
geht? Irene Schmitt, Fachanwältin für Familienrecht und seit 30 Jahren beratend in der
LSBTI-Szene tätig, erklärt die rechtliche Situation für die verschiedenen Konstellationen und
die Möglichkeiten, sich rechtlich abzusichern
und Vereinbarungen zu treffen.
Veranstalter > LeTRa

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OUTDOOR EVENT

Di 7. Juli D 19 Uhr
MiLes-Picknick mit Familie
und Freund*innen
Wiese unter dem Monopteros, dem kleinen
Tempel im Englischen Garten
D Traditionell laden die MiLes in der PrideWeek zum Picknick im Englischen Garten
ein. Anlässlich des diesjährigen CSD-Mottos
„Familie ist, was wir draus machen“ heißen wir
alle Familienangehörigen und Freund*innen
der MiLes, egal wie alt, welcher sexuellen Orientierung oder welchen Geschlechts, herzlich
zum gemeinsamen Plausch bei Speis’ und
Trank willkommen! Picknicksachen, Frisbee,
Bälle etc. bitte selbst mitbringen. Entfällt bei
Regenwetter.
Veranstalter > MiLes München

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Gespräch und Diskussion

Di 7. Juli D 19:30 Uhr
Party um jeden Preis Diskussionsveranstaltung
zu Sex- und Partydrogen
Sub – Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum, Müllerstraße 14
D Wir werden zum Thema Sex- und Partydrogen informieren. Dazu haben wir einen Mediziner und Fachmann eingeladen. Außerdem
wird Florian, das Rollenmodell der IWWITKampagne mit uns über seinen Drogengebrauch, den generellen Umgang mit Drogen in
der Szene und Safer Use sprechen.
Veranstalter > Projekt Prävention + Sub e.V. + MüAH

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Mittwoch 8. 7.
WORKSHOP
IRENE SCHMITT

Di 7. Juli D 19 Uhr
Deine, meine, unsere Kinder Gelebte Regenbogen- Vielfalt
= juristisches Chaos?
LeTRa-Zentrum, Angertorstraße 3
D Wir machen Familie draus. In den letzten
Jahren hat sich eine Vielzahl von Regenbogenfamilien mit Kindern entwickelt. Das ist
wundervoll, rechtlich aber hochkompliziert.

FACEBOOK CSD MÜNCHEN OFFICIAL SITE > FACEBOOK.COM/CSDMUENCHEN

Mi 8. Juli D 19:30 Uhr
Tanz-Workshop im
L.U.S.T.-Club
Tumblingerstraße 34a, Rgb rechts, 1. Stock
D Workshop für Einsteiger, Paare, Singles
ohne Vorkenntnisse. Auf dem Programm steht
Line Dance. Eintritt frei. Bitte Tanzschuhe oder
saubere, weiche Turnschuhe mitnehmen.
Veranstalter > L.U.S.T. Latein- und Standard-Tanzsportclub 2000 e. V. München

35

PrideWeek und CSD  PrideWeek-Kalender
BARABEND UND INFORMATION

Mi 8. Juli D 19 Uhr
diversity CSD Bar bis 27 Jahre
Blumenstraße 11, Eingang im Hinterhof, 1. Stock
D Der „diversity Bar“-Abend steht ganz im
Zeichen des CSDs. Die gesamte Family unter
27 Jahren ist willkommen, egal ob lesbisch,
schwul, trans*, bi, hetero oder unentschlossen.
Hinter der Theke stehen an den Barabenden
immer andere Gruppen. Es gibt günstige
Getränke zu kaufen, und du kannst im Jugendzentrum chillen wie in einer „normalen“
Bar (mit Altersbegrenzung). Das ist eine tolle
Gelegenheit, ganz ungezwungen neue Leute
kennenzulernen oder Freund*innen zu treffen.
Veranstalter > diversIty

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Queer CULTURE

Mi 8. Juli D 18 Uhr
Lesung Jan Stressenreuter:
Haus voller Wolken
Lindwurmstr. 71, Hinterhof 2, Konferenzraum 0.1
D Demenz, ein Thema, das man auch literarisch angehen kann. Mit „Haus voller Wolken“
beweist Jan Stressenreuter erneut, warum er
zu den wichtigsten zeitgenössischen schwulen
Autoren im deutschsprachigen Raum gehört.
Mit berührenden Bildern, einer einfühlsamen,
schnörkellosen Sprache und leisem Humor
wagt er sich an ein Thema, dem in Zukunft immer mehr Beachtung geschenkt werden wird,
auch von schwulen Männern.
Veranstalter > rosAAlter – Beratungs- und Vernetzungsstelle

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TAGESTIPP

D Ein Programm der Extraklasse: In Kooperation
mit dem DOK.fest und der Kunsthalle München
zeigen wir den Film „The Universe Of Keith Haring“ mit anschließendem Filmgespräch.Moderation: Ludwig Sporrer (DOK.fest); Talkgäste: Roger
Diederen (Direktor Kunsthalle München) und
Michael Tappe (Münchner Aids-Hilfe). Danach
feiern wir in bester Manier die wildeste Gay-Party
Münchens, mit DJ ppF, unserem LieblingsBobAbachtzehnuhr und einer abgefahrenen
Show von Les Sauvages.

Piratenpartei, Landesgeschäftsstelle Schopenhauerstraße 71
D Queere Menschen sind immer noch nicht
überall akzeptiert, weder weltweit noch in
Deutschland. Gerade für Heranwachsende
kann es ein Problem darstellen, wenn sie
ihr Anderssein entdecken und sich darüber
informieren und austauschen wollen. Deshalb
ist es wichtig, dass Diskussionen, Erfahrungsaustausch und Hilfe stattfinden können, ohne
identifizierbar zu sein.

Veranstalter > Harry Klein & Hochhouse

Veranstalter > Piratenpartei München

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Donnerstag 9. 7.
WORKSHOP

Do 9. Juli D 18 Uhr
Drag*Workshop
Studentenvertretung der LMU, Leopoldstr. 15
D Ideal für Einsteiger*innen, aber auch für
Profis. Von Contouring bis Bartstoppeln kleben
werden hier essentielle Grundlagen vermittelt.
Veranstalter > Queer-Referat (LMU)

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QUEER CULTURE

Do 9. Juli D 18 Uhr
Dein CSD-Slogan bei JuLeZ

Sub, Müllerstraße 14
D Olena Globa hat einen schwulen Sohn und
kommt aus Kiew, Birgitta Haug ist Mutter zweier
lesbischer Töchter in München. Die Lebenswelten der beiden Frauen könnten unterschiedlicher
nicht sein. Und doch eint sie die Sorge um die
Zukunft ihrer Kinder und den eigenen Umgang
mit deren Homosexualität. Beide sind in Elterninitiativen organisiert, die sie mit ins Leben gerufen
haben. Moderation: Sven Stabroth. Experte: Psychologe Dr. Martin Plöderl aus Salzburg zu Gast.
Veranstalter > CSD München, GIZ, Tergo, Sub, Munich Kiev Queer, Kulturreferat der Stadt München

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PARTY

Mi 8. Juli D 23 Uhr
Garry Klein meets DOK.fest
Harry Klein, Sonnenstraße 8

36

DAS NEUE STUDIO DES TAGUNGSZENTRUMS

Do 9. Juli D 19:30 Uhr
Podiumsdiskussion des
CSD 2015: „Familie ist, was
uns droht“

IMMA Café, Jahnstraße 38
D Die JuLeZ öffnen ihr Café für alle neugierigen
Besucher*innen. Gemeinsam werden Plakate,
Schilder und T-Shirts gestaltet. JuLeZ erzählen
gerne über ihre Gruppe oder diskutieren über
das CSD-Motto „Familie ist, was wir draus machen“. Für das kulinarische Wohl ist gesorgt.

Studio des Tagungszentrums der Münchner
Aids-Hilfe, Lindwurmstraße 71
D Wer oder was ist Familie? Kann eine Community Familie sein, und wie müsste sie dann
aussehen? Über all das und noch vieles mehr
wollen wir mit euch diskutieren. „Familie ist,
was uns droht“ stellen wir deshalb als These
in den Raum und freuen uns auf euren Wideroder Zuspruch.

Veranstalter > IMMA/ZORA

Veranstalter > CSD München

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GESPRÄCH UND DISKUSSION

Mi 8. Juli D 19:30 Uhr
Erzählcafé: Wir sind besorgt!
Zwei Mütter kämpfen für die
Rechte ihrer homosexuellen
Kinder

TAGESTIPP

Do 9. Juli D 18:30 Uhr
Präsentation und Lesung aus
dem neuen Splitter: Lesben
sichtbar machen. Münchner
Lesbenpolitik in den 1990er
Jahren
Forum München, Bayerstraße 77a, Rgb, 3. Stock
D Ariane Rüdiger, Journalistin und Autorin,
präsentiert und liest aus ihrem neuen Splitter
„Lesben sichtbar machen. Münchner Lesbenpolitik in den 1990er Jahren. Die Arbeit des AK
Uferlos Lesbenpolitik“, einer Edition des Forum
München. Ende der 1980er Jahre stand es im
Freistaat Bayern schlecht um die gleichberechtigte Teilhabe von Lesben und Schwulen am
gesellschaftlichen Leben. Es kam zum Konflikt
mit der Bayerischen Staatsregierung um die
kommunale Finanzierung lesbischer und
schwuler Vereine und die Rolle homosexueller
Menschen in Bayern. Eine wichtige Rolle dabei
spielte in München der AK Uferlos Lesbenpolitik.
Veranstalter > Forum München

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GESPRÄCH UND DISKUSSION

Do 9. Juli D 19 Uhr
Ich bin nicht allein – warum
Anonymität im Internet hilfreich ist

Freitag 10. 7.
OUTDOOR EVENT UND PARTY

Fr 10. Juli D 18 Uhr
CSD Opening auf der
Dachterrasse
Deutsche Eiche, Reichenbachstr. 13
D Zum Auftakt des wärmsten Wochenendes
in München 2015, laden wir euch alle auf
unsere phänomenale Dachterrasse im 6. Stock
zur CSD-Opening-Party ein. Feiern, Flirten,
Freunde treffen. Eintritt frei!
Veranstalter > Deutsche Eiche

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WORKSHOP

Fr 10. Juli D 18 Uhr
Bondage-Workshop
Studentenvertretung der LMU, Leopoldstr. 15
D Hier werden Einsteiger*innen grundlegende Knotentechniken vermittelt. Für Fortgeschrittene wird es auch Input zu Bondagetape
geben. Um vorherige Anmeldung via Facebook
oder info@queerreferat.de wird gebeten.
Veranstalter > Queer-Referat (LMU)

Travel down the road and back
again, your heart is true...

PrideWeek-Kalender  PrideWeek und CSD
PARTY

TAGESTIPP

Fr 10. Juli D 19 Uhr
LesBiSchwul und Trans*
Jugendzentrum und QueerCampus CSD WarmUp-Party
im diversity
Blumenstr. 11, Eingang im Hinterhof, 1. Stock
D Zur Einstimmung auf das CSD-Wochenende
bieten euch das LesBiSchwul und Trans*
Jugendzentrum diversity und QueerCampus
unsere legendäre WarmUp-Party! Los geht’s ab
19 Uhr im diversity mit gemeinsamem Grillen
im Hof des Jugendzentrums. Grillgut muss
selbst mitgebracht werden! Dazu werden leckere Drinks, Musik und jede Menge Spaß und
Unterhaltung geboten.
Veranstalter > diversity München in Kooperation mit QueerCampus

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OUTDOOR EVENT

Fr 10. Juli D 19 Uhr
Grillfest des GOC an der Isar
Südlich der Tierparkbrücke am östlichen Kiesufer, die GOC-Fahne weist den Weg
D Outdoor-Sommerparty des Gay Outdoor
Club (GOC). Grills und Holzkohle stehen für alle
bereit. Essen und Getränke bringt bitte jede*r
selber mit. Bei unsicherem Wetter alle Updates
unter www.gocmuenchen.de
Veranstalter > Sektion Gay Outdoor Club München des Deutschen Alpenvereins

Veranstalter > NY.Club

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PARTY

Fr 10. Juli D 20 Uhr
Lesbisches Filmevent mit
„Anatomy of a Love Seen“
mathäser filmpalast, Stachus
D Cineast*innen aufgepasst! Beim Dreh einer
Liebesszene für den neuen Film von Kara
Voss (Marina Rice Bader) verlieben sich die
Schauspielerinnen Zoe Peterson (Sharon Hinnendael) und Mal Ford (Jill Evyn) ineinander.
Fünf Monate lang scheint das Glück perfekt, als
Mal plötzlich Zoe verlässt. Der Nachdreh einer
Bettszene soll sie wieder zusammenbringen.
Willkommen am Set! Afterparty mit Sound von
DJ Eléni in 35m(m)2-Lounge.
Veranstalter > Mathäser Filmpalast + CSD München + LeTra

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PARTY

Fr 10. Juli D 23 Uhr
Luxuspop CSD-WarmUp
NY. Club, Sonnenstraße 25
D Am Vorabend zum großen CSD-Ereignis ma-

2015_05_09_Prideguide_190_127_4c.indd 1
INFOS+TERMINE AUF WWW.CSDMUENCHEN.DE

chen wir es genauso wie letzten Freitag! Feiern,
tanzen, auf die Bar hüpfen, zuschauen wie
jemand auf der Bar tanzt, na ihr wisst schon.
Am Plattenteller der optischmusikalische
Leckerbissen Deejay Marquez.

Fr 10. Juli D 23 Uhr
BAU-CSD-Party
BAU, Müllerstraße 41
D Mit DJ James Munich. Nur heute und morgen gibt es zünftiges Münchner Wiesnbier!
Veranstalter > BAU

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Samstag 11. 7.
GOTTESDIENST

Sa 11. Juli D 10 Uhr
Ökumenischer CSD-Gottesdienst: Familie – heilig anders
St. Lukas am Mariannenplatz
D Auch als queere Christen lassen wir uns
nicht in eine verengte Familienvorstellung
zwängen. Ebenso soll uns niemand die Heiligkeit unserer queeren Lebensformen absprechen. Jesus selbst brachte der Menschheit ganz
neue und andere Familienformen und scheute
keine Konflikte deswegen. Die familiäre Weite
Jesu wurde in der Geschichte oft totgeschwie-

17.05.2015 12:38:38

37

PrideWeek und CSD  PrideWeek-Kalender
gen. Von diesen neuen familiären Horizonten
erfährst du in der Predigt und im ökumenischen Gottesdienst – zur bewährten Zeit am
bewährten Ort.
Veranstalter > Ökumenischer CSD-Gottesdienst

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CSD UND POLITPARADE

Sa 11. Juli D 11 Uhr
Politischer Auftakt
Marienplatz
D Vor dem Start der Politparade um 12 Uhr
sprechen am Münchner Marienplatz eure
politischen Vertreter*innen der Stadtratsfraktionen Lydia Dietrich (Bündnis 90/Die
Grünen), Brigitte Wolf (Die Linke), Dr. Michael
Mattar (FDP), Alexander Miklosy (Rosa Liste),
Josef Schmid (CSU), Christian Vorländer
(SPD). Moderieren werden CSD-Sprecher und
Rosa-Liste-Stadtrat Thomas Niederbühl und
CSD-Sprecherin Rita Braaz von LeTRa.
Veranstalter > CSD München

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CSD UND POLITPARADE

PARTY

Sa 11. Juli D 22 Uhr
Bubble Duck CSD-Party

Sa 11. Juli D 22 Uhr – open end
BAU-CSD-Party

Kunsthalle München, Theatinerstraße 8
D Auch dieses Jahr lassen wir uns nicht
lumpen und veranstalten die total abgefahrene
Bubble Duck Party zum CSD in der Kunsthalle
München, Nähe Marienplatz, wo gekonnt
Kunst und Housemusic ineinandergreifen werden. In der Austellung „Keith Haring – gegen
den Strich“ (bis 24 Uhr) wird es Special-Guides
geben, die euch Fragen zu Harings Kunst
beantworten. Danach und währenddessen
könnt ihr in der einzigartigen Atmosphäre dieser Location so richtig abzappeln. Der Sound
kommt von Alkalino & Mellowflex – Visuals by
Autopilot! Ente gut, alles gut!

BAU, Müllerstraße 41
D Mit DJ James Munich. Nur heute noch gibt es
zünftiges Münchner Wiesnbier!

Veranstalter > Harry Klein + Hochhouse + Kunsthalle München

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PARTY

Sa 11. Juli D 22 Uhr
SHE-LA CSD
8 Below, Schützenstraße 8
D Superheldinnen-CSD-Special! Djane Michal
Serr und Djane Kamikace sorgen für Beats. Als
Dankeschön für die Treue der Besucher*innen
gibt’s einen kostenlosen Limes Shot.
Veranstalter > She-La

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Sa 11. Juli D 12 – 15 Uhr
CSD-Politparade
Start: Marienplatz, Ziel: Rindermarkt
D Der Höhepunkt des CSDs ist die Politparade.
Mit Paradewagen und als Gruppenformationen demonstriert die Münchner LSBTI-Community für gleiche Rechte und gegen Diskriminierung. Oberbürgermeister Dieter Reiter wird
gemeinsam mit Rosa-Liste-Stadtrat Thomas
Niederbühl die Politparade anführen.

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Sonntag 12. 7.
OUTDOOR EVENT UND PARTY

So 12. Juli D 11 – 22 Uhr
CSD-Straßenfest
Marienplatz, Rindermarkt
D Großes Straßenfest mit Showprogramm auf
dem Marienplatz und DJ-Area auf dem Rindermarkt u.a. mit DJ Seba, DJ James Munich, DJane
Eléni, DJane Sharon-O-Love und DJane Danny
K. In der Rosenstraße findet ihr viele Infostände
der Community-Vereine und -Institutionen.
Veranstalter > CSD München

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KULT-EVENT

So 12. Juli D 17 Uhr
PumpsRace
Marienplatz
D Es ist wieder Geschicklichkeit gefragt, wenn
es in hohen Absätzen durch den Parcours über
den Marienplatz geht. Treffsicherheit ist nicht
verkehrt beim Handtaschenweitwurf, und die
Finalist*innen müssen sich beim Karaokewettbewerb mit Textsicherheit und Stimmgewalt
behaupten. Denn der goldene Pumps wartet
nur die auf Nummer 1. Moderation: Ela Querfeld und Holger Edmeier, Anmeldung: Ab sofort
unter pumpsrace@csdmuenchen.de oder am
Race-Tag bis 14 Uhr am CSD-Infopoint an der
Bühne auf dem Marienplatz. Get your heels in
motion, bitches!

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TAGESTIPP

OUTDOOR EVENT UND PARTY

Marienplatz, Rindermarkt, Marienhof
D Großes Straßenfest mit Showprogramm auf
dem Marienplatz, DJ-Area auf dem Rindermarkt und Regenbogenfamilien-Area auf dem
Marienhof. In den Verbindungsstraßen findet
ihr viele Infostände der Community-Vereine.

Veranstalter > BAU

Veranstalter > CSD München

Veranstalter > CSD München

Sa 11. Juli D 12 – 24 Uhr
CSD-Straßenfest

PARTY

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PARTY

Sa 11. Juli D 22 Uhr
Die CSD-Party @ NY.Club
feat. Micky Friedmann &
Sharon O Love

So 12. Juli D 21:30 Uhr
Das Große Finale mit der
Aktion „100% Mensch“

Neues Rathaus, Marienplatz
D Die beste Party des Jahres mit riesigem Openair-Bereich und 6 Indoor-Areas. Tickets im
VVK bei SpeXter, Lillemors, Sub und München
Ticket. Tickets am Veranstaltungtag bekommt
ihr am CSD-Infopoint auf dem Marienplatz
hinter der Bühne und an der Abendkasse.

NY.Club, Sonnenstraße 25
D Die CSD-Party im NY.Club, nur wenige Minuten vom Rindermarkt/Marienplatz entfernt,
präsentiert von NY.Club und Inxomnia. Top
DJs feat. Micky Friedmann (Berlin) und Sharon
O Love (London), hosted by Vivienne McVillain,
3 Bars, Special Visuals, cooling Air-Jets, Open
Air Smokers Lounge, Welcome-Shot (für die
ersten 200 Gäste) u.v.m. Early Bird Tickets (ab
€ 8) und Eintrittskarten im Vorverkauf an den
bekannten Vorverkaufsstellen und online.
Weitere Infos und Online-Kartenvorverkauf
auch unter www.dieCSDparty.de

Marienplatz
D Das gemeinnützige Musikprojekt hat es sich
zur Aufgabe gemacht, die Gleichstellung und
Akzeptanz aller sexuellen Orientierungen und
Identitäten sowie die Gleichberechtigung aller
Geschlechter zu fördern. Zum Finale des CSD
München 2015 präsentieren Daniel Schuhmacher, Ela Querfeld, Keye Katcher und Holger
Edmaier „77 (Love is Love)“ live auf unserer
großen Showbühne.

Veranstalter > CSD München

Veranstalter > NY.Club

Veranstalter > CSD München

Veranstalter > CSD München

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PARTY

Sa 11. Juli D 22 Uhr
CSD-RathausClubbing

38

PrideWeek-Kalender PrideWeek und CSD

Freitag, 10.07.2015, 20:00 Uhr
Eintritt: 7,50 €
Im Anschluss After Show mit DJane
Eléni und einem Welcome-Prosecco im
(m)athäser
Bayerstraße 3 – 5 | 80336 München
Mehr Infos im Kino und unter www.mathaeser.de und www.35mm-muenchen.de

PrideWeek und CSD Sa 11. 7. Politparade

POLITPARADE

Politischer Auftakt
Sa, 11. Juli 2015
11:00 Uhr
+

Beginn der Parade
Sa, 11. Juli 2015
12:00 Uhr

Plan
Das CSD-Motto

Familie ist, was wir
draus machen

Für die gleichen
Rechte und gegen
Diskriminierung

Beim CSD 2014 haben fast 100.000
Teilnehmer*innen
und Zuschauer*innen
demonstriert und
gefeiert. In diesem
Jahr werden wieder
über 60 Vereine,
Gruppen, Initiativen
und Unternehmen
der Münchner LSBTICommunity erwartet.
Angeführt wird die
Politparade zum zweiten Mal von unserem
Schirmherrn OB Dieter Reiter zusammen
mit Rosa-Liste-Stadtrat
Thomas Niederbühl.
Start ist am Marienplatz, die Strecke führt
vorbei am Stachus,
Sendlinger Tor, Gärtnerplatz, Isartor und
endet nach ca. 4,5 km
am Rindermarkt.

DJ KAROTTE
AUF DEM WAGEN DER MÜNCHNER AIDS-HILFE

Anmeldung zur
Politparade

Mitmachen ist ganz
einfach, alle Informationen und die Teilnahmebedingungen
findet ihr auf unserer
Website www.csdmuenchen.de.

Anmeldeschluss
für die Teilnahme
Mittwoch, 17. Juni

Auslosung der
Paradepositionen
Donnerstag, 18. Juni
um 21 Uhr im Sub,
Müllerstraße 14

Alle Ergebnisse
der Auslosung
Online unter
csdmuenchen.de

Live-Übertragung
der Auslosung
Wie immer überträgt
Uferlos 92.4 FM – Das
schwullesbische Magazin auf LORA München die komplette
Auslosung live.

40

FoToS > S'AG SAFETY-AKTIoNSGRUPPE, ERWIN HARBECK, KoRNELIJA RADE

PrideWeek und CSD  Sa 11. 7. RathausClubbing

Tickets im
Vorverkauf:
Tickets für � 22
gibt es im Vorverkauf zzgl. Gebühren an folgenden
Stellen:

Sub Infotheke
Müllerstraße 14

Lillemors
Barerstraße 70

Spexter
Müllerstraße 54

Alle an München
Ticket angeschlossenen VVK-Stellen

Online: muenchenticket.de

Outdoor Areas

Tickets am
Veranstaltungstag:

Open-Air-Disco

Biergarten

———

———

D Die unbestrittene Lieblings-Area der
RathausClubber*innen. Unter freiem Himmel
feiert es sich am besten!

D Gemütlicher, kleiner Biergarten mit Grillstation, Getränke- und Kaffeebar zum Chillen
und Sich-Stärken.

Tickets für � 25
bekommt ihr am
CSD-Infopoint auf
dem Marienplatz
hinter der Bühne
und an der Abendkasse.

DJ Bernd Hartwich

42

Essen, trinken, chillen, auftanken

Wichtiger Hinweis:
Bitte vorab über Verkaufszeiten und Verfügbarkeit auf der CSDWebsite informieren:
www.csdmuenchen.de

Sa 11. 7. RathausClubbing  PrideWeek und CSD

Indoor Areas
1. STOCK > 22:00 – 1 :30 uhr

2. STOCK > 1 :30 – 5:00 uhr

Lovepop

House Music

———

———

DJ Fab XL

D Die schwu-les-bi-sche Party Lovepop aus
Hamburg, Stuttgart, Augsburg und München
ist berüchtigt für ihre wilde Mischung aus den
aktuellen Charts und den besten Tracks aus
Indie, 80ies, Electro, Funky Shit und Mashups.
Regelmäßig alle 2 Monate am 4. Samstag zelebrieren die Macher das Lovepop-Spektakel
auch in München. Beim Rathaus Clubbing gibt
diesmal DJ Fab XL (Kantine Augsburg) einen
Vorgeschmack, worauf die Münchner Szene
im 8 Below, der Heimat der Lovepop-München,
abfeiert. Party for open minded people. queer –
straight – whatever!
www.lovepop.biz

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1. STOCK > 1 :30 – 5:00 uhr

nice to meet you

DJanes Deine Mitta und Luke Lucie

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D Jede Party startet mit einer Vernissage
queerer Künstler- und Kunstprojekten. Dazu
gibt’s für jeden Geschmack wechselnde drink
tastings an der Bar. Die Kreativität lebt durch
Videokunst Performances und den Resident
DJs, die sich immer wieder neu erfinden. Die
„nice to meet you“ Party steht für Toleranz und
Solidarität und zeichnet sich durch sein tolles
Publikum aus. „nice to meet you“ findet jeden
zweiten Monat im 8 Below statt.
www.8BELOW.DE

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2. STOCK > 22:00 – 1:30 uhr

BalkanSisters vs.
DJane’s Delight
DJane Eléni

———

D DJane Eléni heizt ein mit feurigen Balkan
Beats gemixt mit ihrem bewährten Partysound aus Classix, Charts, Pop, 80ies und
Clubsounds.
www.frauenfest-muenchen.de

DJane Danny K

D Mit ihrer langen Erfahrung und ihrem
Gespür für Musik und Atmosphäre ist die
Münchnerin ein Garant für eine heiße Partynacht. Sie zählt zu den festen Größen auf den
angesagten Gay-Events der Stadt und stellt
mit ihren Sets unter Beweis, warum sie zu den
wenigen Frauen zählt, die den House-MusicOlymp erklommen haben, in einer Welt, die
von männlichen DJs dominiert wird.
www.djane-danny.de

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2. STOCK > KLEINER Sitzungssaal

Chillout-Lounge
Easy chilliger Soundtrack

———

D Entspannt pausieren, reden, knutschen,
lachen oder chillen im schönen, historischen
Ambiente des kleinen Sitzungssaals.

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2. STOCK > GROSSER Sitzungssaal

Classic Ballroom
DJ Bernd

———

D Klassischer Paartanz von ChaChaCha bis
Tango im herrlichen, glamourösen Ambiente
des großen Sitzungssaals des Rathaus.

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3. Stock > Westflügel

Garry Klein
DJ Noé und Casimir

———

D Auch Garry Klein, der jeden Mittwoch die
wildesten Gay-Partys der Stadt veranstaltet,
darf beim RathausClubbing nicht fehlen. Hierzu hat er sich seine geliebte Noé, den heißen
Casimir sowie besten elektronischen Sound
und tolle Keith-Haring-Visuals (by Autopilot)
eingepackt.
www.harrykleinclub.de

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3. Stock > OSTflügel

Acht Bars
POWERED BY AUGUSTINER
D Die Areas des RathausClubbing bieten euch insgesamt acht Bars. Drei davon
openair im Prunk- und im
Wirtschaftshof, fünf weitere
innerhalb des Rathauses verteilt auf alle drei Stockwerke
und im Kleinen Sitzungssaal.

Pool’s VeryPride
Cambis & Wenzel

———

D Ein absolutes Highlight von und mit DJ
Cambis und seiner musikalischen Crew. Wer
diese Party die letzten Jahre erlebt hat, weiß
was ihn erwartet. Mit dabei sind heuer sind DJ
Felix Wenzel (Hamburg) und die House Diva
Miz Moni, direkt eingeflogen aus den USA.
www.cambisandwenzel.com

FACEBOOK CSD MÜNCHEN OFFICIAL SITE > FACEBOOK.COM/CSDMUENCHEN

Flying the flag
of solidarity!

43

PrideWeek und CSD Sa 11. 7. und So 12. 7. Straßenfest

STRASSENFEST

Samstag
11. Juli 2015
12 – 24 Uhr
+

Sonntag
12. Juli 2015
11 – 22 Uhr

Plan
CSDInfopoint

Marienplatz
links hinter der
Showbühne

Infostände

Vereine und
Gruppen der
Community

Artist Meet
and Greet

Künstler*innen
der CSD-Bühne
nach ihrem Auftritt zum Kennenlernen

Geldautomat

Zasterlaster der
Münchner Bank

Ma

rien
p

latz

Gastrostände

Alles was, Durst
und Hunger
wünschen

RegenbogenfamilienArea

Nur am Samstag,
11. Juli

Die Toiletten im
Rathaus-Prunkhof sind am Sa,
11. Juli ab 21 Uhr
wegen des RathausClubbings
geschlossen.

Sanitätsdienst

Die Johanniter
im Einsatz

Keith Haring
Kunstaktion

FoToS > ERWIN HARBECK, KoRNELIJA RADE

Toiletten

PrideWeek und CSD  Sa 11. 7. und So 12. 7. Straßenfest

PROGRAMM

Die Regenbogenfamilien-Area
hat nur am CSD-Samstag von
12 – 18:30 Uhr für euch geöffnet

Marienhof Samstag
REGENBOGENFAMILIEN-AREA

SA AB 14: 30 UHR

Große Hüpfburg

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Hier passiert eine ganze Menge: Spielen, chillen, reden, sich austauschen, lachen, Quatsch machen, basteln, malen oder relaxen

D Herumtollen und sich
austoben ist hier das größte
Vergnügen!

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SA AB 15: 00 UHR

Malen, schminken und mehr

D Und dazu noch ein paar
Geschicklichkeitsspiele für
Groß und Klein.

Damit auch die Kinder Spaß haben, haben wir ein
umfangreiches und pädagogisch betreutes Spielprogramm
in Kooperation mit Mobilspiel e. V. zusammengestellt.

46

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SA 12: 00 – 18: 30 UHR

Infostand der
LesMamas

D Für alle Fragen oder
Austausch rund um uns
Regenbogenfamilien

FotoS > KORNELIJA RADE

Familie ist da, wo Kinder
sind – und zwar in den unterschiedlichsten Lebensformen. Auch Lesben, Schwule
und Trans*-Menschen sind
Mütter und Väter. Speziell für
sie und ihre Kinder gibt es seit
2010 die RegenbogenfamilienArea des CSD München.

ART

Sa 11. 7. und So 12. 7. Straßenfest  PrideWeek und CSD
Mitmachen
Lossprayen
Mitnehmen

Mahl anders!

+

Alle können ihre eigenen
Vorstellungen von einer
bunten Familie sprayen

Herzlich willkommen im

Marienhof Samstag

Café Regenbogen

EINE KUNSTAKTION ZUM MITMACHEN

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Gesundes und leckeres Essen,
günstige Preise
Täglich zwei Gerichte zu je nur 4,20 €

1986: Der New Yorker Künstler Keith Haring
bemalte eine riesige Plane mit den Umrissen
der Freiheitsstatue und lud 1000 Schüler*innen
dazu ein, die weiß gebliebenen Flächen mit
ihren Ideen von Freiheit zu füllen. 2015: Die
Kunsthalle München und der Christopher Street
Day laden zusammen mit der Jugendkultureinrichtung Färberei zu einer ganz ähnlichen
Aktion ein. Der 16-jährige Münchner Zeichner
und Street Artist Ludwig Dressler hat Vorzeichnungen auf einer 60 m langen Plane gestaltet.
Alle Besucher*innen sind nun aufgefordert, die
Spraydosen in die Hand zu nehmen und ihre
eigenen Vorstellungen von einer bunten Familie
zu sprayen.Nach dem Ende des Festes um 19
Uhr kann sich jede*r sein Stück Plane mit nach
Hause nehmen. Unterstützt wird die Kunstaktion vom Münchner Graffiti- und StreetwearLaden Cans&Co und von H&D Digitaldruck.

Auch für private und geschäftliche
Veranstaltungen aller Art zu mieten,
gern inklusive Catering und Personal.

Foto: campomalo

SA 12:00 – 19:00 Uhr

Keith Haring 1986 trifft Bunte Familien 2015

Foto: Hans Buttermilch

Foto: I-vista

Foto: Rainer Sturm

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24. JUNI bis 13. September 2015

Weißer Lotus

D Vom 24. 6. bis 13. 9. ist im nordwestlichen Teil des Marienhof das
Kunstobjekt „Weißer Lotus“ der südkoreanischen Künstlerin HyonSoo Kim ausgestellt – so auch am CSD-Wochenende. Die Installation
wird durch ein „interkulturelles Ritual“ begleitet. Alle Passant*innen
sind zum Mitmachen eingeladen, um kurzzeitig die Hektik der Großstadt gegen meditative Stille einzutauschen. www.kulturreferat.de

Café Regenbogen
Lindwurmstr. 71
Mo – Fr 11:30 bis 14 Uhr | Di – Fr 17 bis 23 Uhr
Telefon: 089 54 333 102
regenbogen@muenchner-aidshilfe.de

Foto > Hyon Soo kim

Free Wi-Fi

FACEBOOK CSD MÜNCHEN OFFICIAL SITE > FACEBOOK.COM/CSDMUENCHEN

47

PrideWeek und CSD  Sa 11. 7. und So 12. 7. Straßenfest

PROGRAMM

Alle Events, Aktionen
Künstler*innen, Acts,
DJanes und DJs.

Rindermarkt Samstag

Sonntag

PARTYAREA

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Zwei Tage feucht-fröhliches Partyprogramm auf Münchens
größtem Openair-Dancefloor zu Füßen des Rindermarkt-Brunnens

PARTYAREA

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DJane/DJ-Lineup
Tag zwei Rindermarkt
SO 11 : 00 – 14 : 00 UHR

DJ Seba

D Resident-DJ im Sub –
Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum

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SO 14 : 00 – 16 : 00 UHR

DJ James Munich

D Resident-DJ Pink Paradise @ EDEN Bar, Pink Lake
Festival Wörthersee ( AT )

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SO 16 : 00 – 18 : 00 UHR

DJane Eléni

D DJane’s Delight Großes
Frauenfest, Balkansisters,
LeTRa-Straßenfest

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SO 18 : 00 – 20 : 00 UHR

DJane
Sharon-O-Love

D Salvation London, Rapido Amsterdam, NY.Club

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SO 20 : 00 – 22 : 00 UHR

DJane Danny K

D Resident-DJane NY.Club

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DJane/DJ-Lineup

SA 16: 00 – 22: 00 UHR

Fox & Moster/
OH LO!

Cambis & Wenzel
D Kosmorecords

D Tanz Kaputt, Hosi Fest
Salzburg

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SA 22: 00 – 24: 00 UHR

DJ Lindemann
D Chantals House of
Shame (Berlin)

48

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Special Guest

Miz Moni

D House Diva (USA)

PARTYAREA-FotoS > ERWIN HARBECK

SA 12: 00 – 16: 00 UHR

DO 23.JULI – SA 01. AUGUST 2015

10 YEARS ROTE SONNE
10 DAYS HIGHLY INSPIRING MUSIC, ART & THEATRE
MOUSE ON MARS | 808STATE DJ-SET | GEORGE FITZGERALD
ACID PAULI | REDSHAPE | SCHLACHTHOFBRONX
DETROIT SWINDLE | APPLEBLIM & SECOND STOREY
PR. ALSO | ELIJAH & SKILLIAM | TRAP 10 | UPSTART
THE ANALOG ROLAND ORCHESTRA | LIZA | META 83
MAXIM VON TERENTJEFF | DON WILLIAMS
MIRKO HECTOR | ANETTE PARTY | DANIEL BORTZ
PHILIPP VON BERGMANN | MATZE CRAMER ...
SCHAMONI MUSIK LABEL SPECIAL
CANDY CLUB SUMMER SPECIAL
WHAT YOU SEE IS WHAT YOU GET
THEATER SPECIAL | TERRASSE | BBQ ...

RZ_10yrs_210x145mm.indd 1

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19.05.15 14:30

PrideWeek und CSD  Sa 11. 7. und So 12. 7. Straßenfest

PROGRAMM

Alle Events, Aktionen
Künstler*innen, Acts,
DJanes und DJs.
+

LEO-Macher Bernd Müller (links) und
Thomas Lechner (rechts) moderieren den
Szenetalk am Samstag

Marienplatz Samstag
SA 16 : 00 – 17: 00 Uhr FORTSETZUNG

GROSSE SHOWBÜHNE

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Am gesamten CSD-Wochenende erwartet euch eine bunte
Mischung aus Musik- und Showprogramm der Extraklasse
sowie politischer Talk rund um unser diesjähriges ChristopherStreet-Day-Motto „Familie ist, was wir draus machen“

Osvaldo Supino

D Frischer Elektropop made in Italy

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SA 17: 00 – 18: 00 Uhr 

Night Star

D Eine musikalische Reise mit
außergewöhnlicher Stimme aus NY

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Grußwort von
Volker Beck

D Innenpolitischer Sprecher und
Sprecher für Religionspolitik der
Bundestagsfraktion von Bündnis
90/Die Grünen

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SA 18 : 00 – 19 : 00 Uhr

Jordan Hanson

D Ein energiegeladenes Repertoire
von eigenen Songs + Charterfolgen

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SA 19 : 00 – 20 : 00 Uhr

Szenetalk: Familie
macht Politik. Politik
macht Familie.

D Mit Vertreter*innen von LesMa-

Durch das Programm auf der Showbühne führt das ModeratorenTeam Ela Querfeld (Vollblut-Musikerin aus Köln) und Holger
Edmaier (Kabarettist und Initiator von „100 % Mensch“). Im Anschluss an die Showacts könnt ihr die jeweiligen Künstlerinnen
und Künstler in der „Meet & Greet“-Area rechts neben der großen
Showbühne ganz persönlich treffen.

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SA 11 : 00 UHR

Auftakt Politparade

D Auf dem Marienplatz sprechen Alexander
Miklosy (Rosa Liste), Lydia Dietrich (Bündnis
90/Die Grünen), Christian Vorländer (SPD),
Josef Schmid (CSU), Brigitte Wolf (Linke) und
Dr. Michael Mattar (FDP).

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SA 12 : 00 UHR

Startschuss zur
CSD-Politparade 2015

D Beim CSD 2014 haben fast 100.000
Teilnehmer*innen und Zuschauer*innen
demonstriert und gefeiert.

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SA 12 : 00 – 15 : 30 UHR

DJ James Munich

D Resident-DJ Pink Paradise @
EDEN Bar, Pink Lake Festival ( AT )

50

SA 15 : 30 – 16: 00 Uhr

Politische Eröffnung des
CSD-Wochenendes

D Mit Dieter Reiter, Oberbürgermeister der
LH München und Thomas Niederbühl, CSDSprecher und Stadtrat der Rosa Liste

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SA 16 : 00 – 17: 00 Uhr

CSD-Gedenkaktion
500 Luftballons für die Opfer
von HIV und Aids
D Mit musikalischer Begleitung  von Patty

Turner, Linda Jo Rizzo, Jordan Hanson und
Night Star mit dem Song „That’s What Friends
Are For“ von Dionne Warwick, Gladys Knight,
Elton John und Stevie Wonder

mas, Transtagung, Queerreferat,
LeTRa, Sub. Moderation: B. Müller

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Ohrenpost

D Sie präsentieren ihr aktuelles
Programm „Vor uns das Meer“.

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SA 20 : 00 – 22 : 00 Uhr

Szenetalk: mit
Vertreter*innen aus
der Partnerstadt Kiew

D Moderation: Thomas Lechner

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Keye Katcher

D Ein echter Paradiesvogel kommt
aus Berlin zu uns geflogen.

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Antenne Lila

D Deutsch-Pop mit Einflüssen aus
Synthie-Sound und Elektropunk

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Fady Maalouf

D Der DSDS-Finalist mit seiner
Show erstmalig in München

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SA 22 : 00 – 24 : 00 Uhr

Chill-Out

D Sounds von DJane Eléni

CSD

Sa 11. 7. und So 12. 7. Straßenfest PrideWeek und CSD

Marienplatz Sonntag
GROSSE SHOWBÜHNE

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Die beste Wahl für einen komfortablen
Aufenthalt im Herzen Münchens
Innenstadtlage
9 Tagungsräume

Parkgarage
Familiengeführtes Hotel

SO 14 : 00 – 15 : 00 UHR

Sofie’s Loft

D Pure Frauenpower: kraftvoll, mitreißend
und voller Charme

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Showtime! Travestie-Special
mit Megy B. & Miss Piggy

D Megy präsentiert bezaubernde Magie und Entertainment. Miss Piggy, einer der bekanntesten Travestie-Stars
der Stadt, lässt nach über 30 Jahren auf der Bühne immer
noch die Sau raus.

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SO 15: 00 – 16: 00 UHR

The best choice for a comfortable stay
in the heart of Munich
City centre location
9 conference rooms

Parking garage
Family run hotel

Michael Ammon

D Der Passauer Singer/Songwriter präsentiert urbanen
Pop mit Anleihen aus Folk und Soul.

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SO 16: 00 – 17: 00 UHR

Schwanthalerstr. 36 • 80336 München / Munich • Tel. +49 89 55 111-0

www.cristal-hotel.de

holstuonarmusicbigbandclub (hmbc)
D Die Gruppe hebt den traditionellen Volksmusikstil mit
sehr innovativen und kreativen Mitteln in neue Sphären

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SO 17: 00 – 19: 00 UHR

PumpsRace

D In hohen Absätzen durch den Parcours, auf die #1 wartet
der goldene Pumps! Anmeldung unter pumpsrace@csdmuenchen.de oder am Race-Tag bis 14 Uhr am CSD-Infopoint

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Two Hearts in Ten Bands

D Herzmusik aus Osnabrück, der Kopf darf mal abschalten

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SO 19: 00 – 20: 00 UHR

Ryan Dolan

D Der blendend aussehende irische Singer/Songwriter
und ESC-Teilnehmer beeindruckt mit toller Stimme und
ebensolcher Bühnenpräsenz.

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SO 20: 00 – 21: 30 UHR

Abba 99

D Die Revival-Band aus München bringt die zeitlosen Hits
wieder live auf die Bühne.

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SO 21: 30 – 22 : 00 UHR

100% Mensch: „77 (Love Is Love)“

D Das große Finale mit Daniel Schuhmacher, Ela Querfeld,
Keye Katcher und Holger Edmaier. Das „Projekt 100%
Mensch“ gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt) hat es
sich zur Aufgabe gemacht, die Gleichstellung und Akzeptanz aller sexuellen Orientierungen und Identitäten sowie
die Gleichberechtigung aller Geschlechter zu fördern.

FACEBooK CSD MÜNCHEN oFFICIAL SITE > FACEBooK.CoM/CSDMUENCHEN

s i d e c a r- c r e w. c o m
f / s i d e c a r c r e w

51

PrideWeek und CSD  Sa 11. 7. und So 12. 7. Straßenfest

77 GRÜNDE

Daniel Schuhmacher
am CSD-Sonntag um 21:30 Uhr
beim CSD-Finale
+

Nach seinem Auftritt beim CSD München 2014
präsentiert er dieses Jahr mit Ela Querfeld, Keye Katcher
und Holger Edmaier den Song zur Aktion

Marienplatz So 12. 7.
Projekt 100% MENSCH

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Das „Projekt 100% Mensch“ hat es sich zur
Aufgabe gemacht, die Gleichstellung und Akzeptanz aller sexuellen Orientierungen und
Identitäten sowie die Gleichberechtigung aller Geschlechter zu fördern. In über 70 Ländern
dieser Welt wird Homosexualität strafrechtlich
verfolgt. In 7 Ländern droht Homosexuellen und
Trans*-Menschen die Todesstrafe. 77 Gründe für
die
Menschenrechte:
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Enough is Enough! Love is Love!

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Die Erlöse des Projekts 100% Mensch gehen im Jahr 2015 zum einen an die Gruppe „Enough
is Enough! Open Your Mouth!“, die 2014 mit der „Rainbow Flame“ zur Winter-Olympiade, der Photoaktion „Mundpropaganda“ (in Zusammenarbeit mit dem Lifestyle-Magazin GQ) und der Kampagne „Wann hast Du entschieden, hetero zu sein?“ internationale Aufmerksamkeit auf die weltweite
Situation von LSBTI-Menschen lenken konnte. Zum anderen werden wir unsere Erlöse an viele kleine gemeinnützige Vereine und Organisationen ausschütten, die damit konkrete Hilfe für die Regenbogengemeinschaft leisten können. Zum Finale des CSD München 2015 präsentieren Daniel Schuhmacher, Ela Querfeld, Keye Katcher und Holger Edmaier „77 (Love Is Love)“ live auf der Bühne.

www.100mensch.de
52

SERVUS!

Sa 11. 7. und So 12. 7. Straßenfest  PrideWeek und CSD

Marienplatz Sa+So
DAS MODERATOREN-TEAM

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Holger Edmaier

D Holger Edmaier ist Kabarettist, Sänger, Moderator, Songschreiber – ein Tausendsassa sozusagen.
2014 initiierte er mit einer immensen Leidenschaft
das Projekt „100% Mensch“, welches sich für weltweite Rechte Homosexueller einsetzt.
Das Motto „Liebe. Recht. Respekt.“ und der Song „100% Mensch“
waren bundesweite Highlights auf allen CSDs. In München bestritt
Holger letztes Jahr das große Finale mit diesem Song, und wir haben
ihn kurzerhand für 2015 als Moderator zusammen mit Ela Querfeld
verpflichtet. Ein unschlagbares Duo, das euch begeistern wird. Dies
bedeutet für das Publikum eine kurzweilige, unterhaltsame, witzige
und manchmal sicher auch politische Moderation. Also genau das,
was wir uns für solch eine Veranstaltung wünschen. Wir freuen uns
sehr auf den Menschen Holger Edmaier – und das zu 100%!
www.holger-edmaier.de

10 JAHRE ROTE SONNE

Sonntag 26.7.· 17:00 - 2:00 Uhr

Candy Club Sommerfest

@ Rote Sonne Terasse und Downstairs
Grill vorhanden Grillwaren selbst
mitbringen
Eintritt frei!!!

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Ela Querfeld

D Im letzten Jahr durften wir die Vollblutmusike-

rin Ela Querfeld mit ihrer Band beim CSD begrüßen.
Nachdem sie uns alle derart mit ihrem Charme verzaubert hat, freuen wir uns sehr, dass sie nun als
Moderatorin nach München kommt.

Zusammen mit Holger Edmaier (den sie im letzten Jahr schon tatkräftig bei seinem Projekt „100% Mensch“ unterstützt hat) bildet
sie ein unschlagbares Team, das euch durch zwei Tage Bühnenprogramm auf dem Marienplatz führen wird. Dabei wird natürlich
auch der diesjährige Kampagnen-Song „77 (Love Is Love)“ von 100%
Mensch eine große Rolle spielen. In den Umbauphasen wird Ela das
Publikum mit ihrer Gitarre und ihrer unnachahmlichen Art unterhalten. „Dit wird allet knorke!“ (O-Ton Ela Querfeld)
www.elaquerfeld.com
Always looking forward
to whatever may come.
It will get better.

Ab sofort Candy Club immer
am 3. (dritten!!!!) Samstag
des Monats!!!!

53

PrideWeek und CSD  Künstler * innen

Ryan Dolan

D Aus Irland kommt der Singer/Songwriter Ryan Dolan in diesem Jahr zu uns. 2013 vertrat er sein Heimatland beim
Eurovision Song Contest in Malmö, wo er mit seiner kraftstrotzenden Upbeat-Dance-Nummer „Only Love Survives“
unfairerweise nur einen der hinteren Plätze belegte – und das trotz seiner Favoritenrolle bei den Buchmachern.

19:15

D Doch (Pop-)Rache ist süß. Und so landete er nach dieser Enttäuschung in 32 Ländern in den Charts und legte damit den

Grundstein für seine Karriere. Seitdem ist Ryan viel in Europa unterwegs gewesen und hat viel Zeit in das Schreiben neuer
Songs investiert. Zwischendurch outete er sich noch als schwul und setzt sich seitdem sehr stark für die Rechte Homosexueller ein. Seine schwierige Jugend (in der Schule wurde er gemobbt und dachte oft an Selbstmord) inspirierte ihn zu dem
Song „Start Again“. Die Message ist klar definiert: jeder Mensch sollte so leben können, wie er es möchte. Sei zufrieden mit dir
und deinem Leben. Und wenn du mit deinem Leben nicht zufrieden bist, beende es nicht einfach, sondern beginne einfach
von vorne. Ein beeindruckender Künstler mit einer tollen Stimme und einer ebensolchen Bühnenpräsenz. Zum ersten Mal
in München – wir freuen uns sehr auf ihn! www.ryandolanofficial.com

ABBA 99

D Hits nonstop mit Kult-Faktor: 1982 lösten sich ABBA auf und ließen Millionen von Fans zurück!

20: 00

Die Revival-Band ABBA 99 aus München bringt die zeitlosen Hits wieder live auf die Bühne.

D Mit „Waterloo“ beim Grand Prix fing alles an. Der weltweite Erfolg der Schweden ist bis heute ungebrochen. Mit musikali-

scher Perfektion spielen ABBA 99 die wunderbaren ABBA-Songs wirklich live – handgemacht und ohne zusätzliche Einspielungen, was nur wenige ABBA-Bands von sich behaupten können. Das Publikum spürt das, und so entsteht eine einzigartige
Stimmung bei jedem Konzert. Am Sonntagabend verwandelt die Band den Münchner Marienplatz für anderthalb Stunden in
eine riesige Party-Meile zum CSD-Finale. Mitsingen und Mittanzen ist ausdrücklich erwünscht! www.abba99.de

54

Wieso sollen einige Leute anderen
diktieren, was ein gutes Familienmodell ist
und was nicht? Das ergibt keinen Sinn.

MÜNCHEN
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SONNTAG, 13.09.2015
Sei dabei.
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NoDifference - das diversity Veranstaltungsprojekt

Unser Jugendzentrum
in der Blumenstr. 11

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.

Alle Termine

diversity-muenchen.de

FACEBOOK CSD MÜNCHEN OFFICIAL SITE > FACEBOOK.COM/CSDMUENCHEN

55

PrideWeek und CSD  Künstler * innen

Fady
Maalouf
D

2008 schaffte es der im Libanon geborene Fady Maalouf als Teilnehmer der
Casting-Show „Deutschland sucht den
Superstar“ bis ins Finale. Seine außergewöhnliche Stimmfarbe begeisterte nicht
nur die Jury, sondern auch das Publikum.
Mit der Single „Blessed“ und dem gleichnamigen Album enterte er im Anschluss die
Charts und war auch mit dem zweiten
Album „Into The Light“ (und der dazugehörigen Single-Auskopplung) erfolgreich.
Mit letzterem läutete er auch eine Art Stilwechsel ein, da er nicht ständig auf ein
Balladenimage festgelegt werden wollte.
2012 erschien dann sein drittes Album
„City of Gold“, mit dem er erneut sein großes
Talent und seinen Facettenreichtum unter
Beweis stellte. Die Single-Auskopplung
„Neyla“ singt er in drei Sprachen, was dem
Song etwas Magisches verleiht. Fady Maalouf ist auch erfolgreich als Maler tätig, was
er mit diversen Ausstellungen bereits
gezeigt hat.
Zum CSD München kommt er mit einer abwechslungsreichen Show, und wir freuen uns sehr auf einen weiteren
Ausnahmekünstler auf unserer Bühne.
www.fadymaalouf.de

21:20

Keye
Katcher
D

Ein echter Paradiesvogel kommt da aus
Berlin zu uns geflogen: Als Live-Show-Kandidat der zweiten Staffel von „The Voice of
Germany“ im Jahre 2012 hinterließ Keye
Katcher nicht nur durch seine starke Stimme Eindruck, sondern auch wegen energiegeladenen Performances und extravaganten Stylings. Als Mitglied im Team von
The Boss Hoss schaffte er es bis in die zweite Live-Sendung. Die Show hat es Keye
ermöglicht, als Sänger und Entertainer
durch Deutschland zu reisen und sich als
Künstler zu formen. In Bestform bringt er
nun den CSD in München zum Kochen,
ehe er sich weiter der Arbeit an seinen ersten Veröffentlichungen widmet.
Außerdem unterstützt Keye Katcher in diesem Jahr die
Aktion „100% Mensch“ mit seiner Stimme im Kampagnen-Song „77 (Love Is Love)“ beim großen Finale des CSD
am Sonntag, den 12. Juli 2015.
www.facebook.com/keyekatcher

20:10

56

Ob Herkunftsfamilie oder
Freunde, finde gute Menschen,
die dich auffangen.

Künstler * innen PrideWeek und CSD

Ohrenpost
D
19:20

Das steht für frischen
Deutschpop aus Münster
und Köln. Die Texte handeln vom Leben, von
Träumen und von der Liebe. Seit März 2014 sind sie
mit ihrem Programm „Vor
uns das Meer“ in Deutschland unterwegs.

Die Frontfrau Christin Koll sorgt für die nötige Stimmung sowohl auf
als auch vor der Bühne. Begleitet von der Gitarristin Sarah Schäfer
werden sowohl ruhige als auch laute Songs gespielt. Der treibende
Beat von Johnny Wieck am Schlagzeug rundet den Sound schließlich
ab. Schon kurz nach der Gründung wurde ohrenpost als Supportband für Sharron Levy gebucht. Es folgen weitere große Auftritte vor
mehreren tausend Zuschauern, aber auch intime Clubkonzerte.
www.ohrenpostmusic.de

Jordan Hanson
D
18:10

Seine Leidenschaft ist
die Musik in all ihren
Facetten – sie ist bunt, wie
das Leben. Beim CSD
München feiert Jordan
Hanson sein 10-jähriges
Bühnenjubiläum.

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www.hotel-dolomit.de

Jordan Hanson präsentiert, begleitet von seinen Backgroundsängerinnen, ein energiegeladenes und vielfältiges Repertoire von
eigenen Songs und Charterfolgen des letzten Jahrzehnts. Bereits
seit seinem 16. Lebensjahr steht er erfolgreich auf der Bühne und
startete seine Solokarriere 2013 mit der ersten Single „Gonna Party“. Beim CSD München feiert er sein 10-jähriges Bühnenjubiläum.
Im Gepäck hat er unter anderem seinen aktuellen Hit „Close Encounters“ – eine Cover-Version aus den 90ern.
www.jordan-hanson.de

AntenneD Lila
20:45

Popmusik mit Einflüssen aus hippen SynthieSounds und einer Prise
Elektropunk – dafür steht
das kreative Duo. Antenne
Lila ist feinster DeutschPop zum Abtanzen.

Magische Momente entstehen durch deutsche Texte, die mit der einzigartigen Klarheit der Stimmen verschmelzen. Live-Instrumente
mischen sich mit mitreißenden Elektrobeats und bieten musikalische
Vielfältigkeit. Meike Büttner und Sabine Hund verbindet nicht nur eine
tiefe Freundschaft, sondern auch die Liebe zur Musik und Bühne. „Hinter Glas“, das Debütalbum des Duos, wurde 2013 mit großem Erfolg
veröffentlicht. Nachdem die beiden im letzten Jahr am CSD-Sonntag
vom Wetter unterbrochen wurden, haben wir sie erneut eingeladen,
damit sie euch am Samstagabend in Partystimmung bringen.
www.antennelila.de

INFoS+TERMINE AUF WWW.CSDMUENCHEN.DE

So, wie du bist.
wirsindfuerdichda.org

Eine Aktion der Landeshauptstadt München, unterstützt durch:   

  

   

57

PrideWeek und CSD  Künstler * innen

hmbc – holstuonarmusigbigbandclub

16:00

D Den holstuonarmusigbigbandclub (hmbc) aus

Österreich als konventionelle Volksmusikgruppierung zu bezeichnen wäre schlichtweg ein Fehler.
Das verwendete Instrumentarium würde zwar in
der Volksmusikszene als gewöhnlich eingestuft
werden, keineswegs aber die fünf Musiker, die selbiges bedienen. Allesamt Großmeister auf ihrem
Gebiet und von Kindesbeinen an in die hohe
Kunst der Volksmusik eingewiesen, sind sie heute
bestrebt, diesen traditionellen Musikstil mit sehr
innovativen und kreativen Mitteln in neue Sphären zu erheben.

D Beim CSD präsentieren sie ihr vielfältiges

Repertoire mit eigenen Songs und bekannten Hits
in neuem Soundgewand. Ein Musikerlebnis der
besonderen Art!

MichaelDAmmon
15:15

Mit markanter Stimme
und deutschsprachigen
Texten voller Sehnsucht
und Hoffnung gehen die
Songs des Solokünstlers
Michael Ammon unter
die Haut. Er bringt urbanen Pop mit Anleihen aus
Folk und Soul.

Als Frontmann der Bands MAO-A und Ushi Rotlicht stand er schon
auf den großen Bühnen mit Künstlern wie Max Herre, Revolverheld
und Peter Brugger von Sportfreunde Stiller. Mit seinem Soloprojekt hat er sich nun der innovativen, authentischen Popmusik verschrieben – mit oder ohne Happy End. Zum CSD München reist er
mit seiner Band aus Passau an und wird am Sonntagnachmittag
das Publikum begeistern.
www.michaelammon.de

Sofie’s Loft
D
14 : 00

Female Deutsch-Pop
aus Regensburg – Sofie’s
Loft ist pure Frauenpower,
kraftvoll, mitreißend,
voller Charme und mit
einem einzigartigen Mix
aus feinsinnig-poetischen
Texten.

2008 starteten Claudia Pörsch und Felicitas Klein ihr gemeinsames
Musikprojekt. Die beiden Frauen schreiben Songs mit Ohrwurmpotenzial und fesseln mit einem einzigartigen Mix aus feinsinnig-poetischen Texten, einer markanten, kräftigen und zugleich weichen
Stimme, delaylastig-sphärisch-melodiösem E-Gitarrensound, eingebettet in voluminöse Beats und Synthesizer-Elemente. Ihre Lieder
stehen für all die kleinen und großen Gefühle, die das Leben bereithält. Sie zeichnen Bilder der Sehnsucht, der Liebe, der Freiheit und
des Glücks. Am CSD-Sonntag eröffnen Sofie’s Loft das Bühnenprogramm und geben damit ihr Debüt in München.
www.sofiesloft.de

Night Star
D

Foto > ADOLF BEREUTER

17:20

58

„I wanna sing the
world!“ ist das Motto von
Night Star. Der gebürtige
New Yorker nimmt uns
mit seiner außergewöhnlichen Stimme auf eine
musikalische Reise mit.

Night Star, der inzwischen in Berlin lebt, beherrscht die verschiedensten Stilrichtungen wie Elektro, Dance, Soul, Pop und Jazz. Ein Entertainer durch und durch, der sich sofort auf jedem Terrain zu Hause
fühlt. Musik ist sein Leben und seine Leidenschaft, und genau das
lebt er auf der Bühne. Mit seiner außergewöhnlichen Stimmgewalt
zieht er das Publikum sofort in seinen Bann und wird beim CSD unsere Bühne rocken. Musical Entertainment at its best!
www.facebook.com/ItsNightStar
Familie ist für mich die Wurzel in meinem Leben. Hineingeboren
entwickelt und verändert sie sich. Heute gehören zu meiner Familie auch die
Menschen, die im Verlauf Teil meines Lebens geworden sind. (DJ Noé)

PrideWeek und CSD  Künstler * innen

16:15

Osvaldo
Supino
D

Kontrovers, unkonventionell und unaufhaltsam – aus Italien kommt der offen schwule Künstler Osvaldo Supino zum ersten Mal nach München
zum Christopher Street Day.

In seinem Heimatland veröffentlichte er bereits zwei Alben und sieben Singles, die es allesamt in die Top 10 von iTunes geschafft haben.
Seine Musik ist frischer und frecher Elektro-Pop made in Italy mit
Reminiszenzen an Künstler wie Lady Gaga, Akon oder Leona Lewis.
Osvaldo setzt sich außerdem sehr für die Rechte Homosexueller in
seinem Heimatland ein, wo er für einen kleinen Skandal sorgte, als er
erstmalig einen schwulen Kuss in seinem Musikvideo zeigte. Nach
unzähligen Auftritten in Europa und den USA kommt Osvaldo nun
erstmalig in die Landeshauptstadt. Es erwartet euch eine abwechslungsreiche Show eines außergewöhnlichen Künstlers.
www.osvaldosupino.com

Two Hearts In
Ten Bands
D

Die Zwillingsschwestern Sarah und Sina Steinbrecher aus Osnabrück machen sich auf die Reise
und erzählen mit zwei starken und eindringlichen
Stimmen von einem gelebten Leben.

18 : 45

14 : 45

Mit an Bord haben sie eine charismatische und versierte Band, die
die Songs der Schwestern zu großen Hoffnungshymnen werden lassen. So aufbrausend, aber auch so ruhig wie das Meer sind die Ohrwürmer, die das Schiff aus Osnabrück in die Städte der Republik
bringt. Was sich Two Hearts In Ten Bands auf die Fahne schreibt?
Herzmusik. Hier darf der Kopf mal abschaltet und Songs gelauscht
werden, die die Sonne aufgehen lassen. Im Herbst 2013 erschien die
erste EP „We are all in the same boat“. Sechs zauberhafte Songs,
die euch mit auf eine musikalische Reise nehmen.
www.twoheartsintenbands.de

Showtime!
Das TravestieSpecial

D Auch in diesem Jahr laden wir zur bunten Travestie-Showtime auf den Marienplatz. 2015 unterstützen uns wieder zwei glamouröse „Local Heroes“ aus München, die das Publikum auf das
bevorstehende PumpsRace einstimmen werden.
Mit dabei sind diesmal zwei erfolgreiche Künstler aus München: Miss
Piggy ist einer der bekanntesten Travestie-Stars der Stadt und steht
seit mehr als 30 Jahren auf der Bühne. Erst kürzlich feierte der Dokumentarfilm „Der Mann hinter Miss Piggy“ eine erfolgreiche Premiere.
Miss Piggy wird auf unserer Bühne die Sau rauslassen! Megy B. ist ein
echtes Münchner Kindl und inzwischen ein international erfolgreicher Künstler, der viel auf den Kreuzfahrtschiffen dieser Welt und
auch im Spielerparadies Las Vegas unterwegs ist. Wir freuen uns über
einen Zwischenstopp beim CSD in München. In unserem TravestieSpecial präsentiert Megy bezaubernde Magie und Entertainment.
www.piggy-gene.de und www.magic-international.com

60

PumpsRace So 12. 7.  PrideWeek und CSD

Moderation
Ela Querfeld
und Holger
Edmaier

Anmeldung

Ab sofort unter
pumpsrace@
csdmuenchen.de
oder am Race-Tag
bis 14 Uhr am
CSD-Infopoint an
der Bühne auf
dem Marienplatz

Schnell sein

Unsere Zahl der
Teilnehmer*innen
ist begrenzt, also
rasch anmelden!

Der Preis

Supported by

17: 10

INFOS+TERMINE AUF WWW.CSDMUENCHEN.DE

www.cumon.com

61

Community und Themen II More Pride

Europride
in Riga
15. – 21. JUNI 2015

GLOBAL PRIDE:
CSDs IN BAYERN
UND IN DER WELT

AUGSBURG

JUNI 2015
Nach zwei Jahren Pause soll
es 2016 wieder einen CSD
geben. Schon in diesem Jahr
findet am 20. Juni eine Warmup-Veranstaltung statt.
ONLINE Facebook-Suche „Christopher
Street Day Augsburg“

—————————————

NÜRNBERG
1. AUGUST 2015

Nürnberg hält zusammen
ONLINE csd-nuernberg.de

—————————————

STUTTGART
17. – 26. JULI 2015
Akzeptanz! Was sonst?
ONLINE csd-stuttgart.de

—————————————

KÖLN

20. JUNI – 5. JULI 2015
Vielfalt lehren, lernen, leben
ONLINE csd-koeln.de

—————————————

HAMBURG

24. JULI – 2. AUGUST 2015
Akzeptanz ist schulreif:
Sexuelle Vielfalt auf den
Stundenplan
ONLINE csd-hamburg.de

—————————————

BERLIN
27. JUNI 2015
or drei Jahren kürte die Konferenz der European Pride organisers Association (EPoA) die
lettische Hauptstadt Riga zum Austragungsort des Europride 2015. Damit findet der „Europa-CSD“
erstmals in einem früheren Land der Sowjetunion und
nur einen Steinwurf entfernt vom heutigen Russland
und seinen Anti-Gay-Propaganda-Gesetzen statt. Das
gibt der Veranstaltung in diesem Jahr einen besonderen politischen Stellenwert. Aktuell ist die Situation
von LSBTI in Lettland schwierig, obwohl das Land
bereits seit 2004 Mitglied der EU ist. In der Politik und
bei großen Teilen der Bevölkerung sitzen alte Vorurteile noch tief. So wurden Pride-Paraden in vergangenen
Jahren mehrfach verboten oder von homophoben
Gegendemonstranten gestört. Erst in den letzten Jahren entspannte sich die Situation.

kehrsamt spricht LSBTI-Besucher*innen aus dem Ausland gezielt mit einer englischsprachigen Infoseite an.
Und letzten November twitterte der lettische Außenminister Edgars Rinkevics überraschend: „Ich verkünde stolz, ich bin schwul“.

Eine Woche voller Highlights
Diese Reihe der Erfolge soll nun der international beachtete Europride fortsetzen. Kulturelle Höhepunkte sind
u.a. ein Filmfestival, das mit Unterstützung von und in
zahlreichen Botschaften stattfinden wird, sowie eine
Ausstellung über die LSBTI-Geschichte in Lettland seit
Beginn des 20. Jahrhunderts. Der „Pride March“ findet
am Samstag, den 20. Juni statt, anschließend wird der
Vermanes Park für einen Nachmittag zum „Pride Park“
mit Straßenfest und Künstler*innenprogramm.

Ich verkünde stolz, ich bin schwul.

Mehr Europride-Informationen

Die lettische Community, allen voran die landesweite
LSBTI-Vereinigung Mozaika, kämpft entschlossen für
Gleichstellung und Akzeptanz. Und es gibt erste Erfolge
wie zum Beispiel eine politische Initiative für ein Partnerschaftsgesetz, dass Homopaaren gleiche Rechte
wie Eheleuten bringen soll. Das lettische Fremdenver-

Alle Infos zum Europride in Riga, Tipps für die Anreise,
Hotelpartner und vieles mehr findet Ihr auf der Internetseite www.europride2015.eu. Aktuelles gibt es auf
facebook.com/EuroPride2015. Die Infoseite des lettischen Fremdenverkehrsamts erreicht Ihr online unter
www.latvia.travel/en/article/lgbt

Wir sind alle anders,
wir sind alle gleich
ONLINE csd-berlin.de

—————————————

KIEW
2.– 8. JUNI 2015

Siehe den Partner-PrideArtikel auf Seite 64

—————————————

WIEN
16. – 21. JUNI 2015
ONLINE viennapride.at

—————————————

ZÜRICH
14. – 21. JUNI 2015

Gleichstellung ohne Grenzen
ONLINE zhpf.ch

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AMSTERDAM
25. JULI – 2. AUGUST 2015
ONLINE amsterdamgaypride.nl

—————————————

LONDON
21. – 28. JUNI 2015
Der Titel „Europride“ wird jährlich von der EPoA (European Pride organisers Association) an eine europäische Metropole vergeben. Bewerbungskriterien sind
die Bedeutung der lokalen Community, ein überzeugendes Veranstaltungskonzept sowie die Unterstützung
durch Politik und Wirtschaft. Die Ausschreibung für
den Europride 2016 hat Amsterdam gewonnen. Mehr
Information zum Europride online auf epoa.eu

62

—————————————

NEW
YORK
23. – 28. JUNI 2015
ONLINE nycpride.org

—————————————

PLUS

Mehr Termine findet Ihr
auf den Websites csddeutschland.de, epoa.eu,
interpride.org

FoToS > WWW.LIVERIGA.CoM, FRANK ZUBER

ONLINE prideinlondon.org

Europride

CSD-Plakatmotiv 2015  Community und Themen II
DANKE

AN DIE DESIGNSCHULE MÜNCHEN
Das offizielle Motto für den CSD München „Familie ist, was wir draus machen“ für ein Plakat umzusetzen, war für die Student*innen des ersten Semesters der Designschule München keine einfache
Aufgabe. Nach dem Gestaltungwettbewerb waren am Ende Antonia Bares, Sabrina Eder und
Diana Akham erfolgreich. Ihr Entwurf wird nun in den kommenden Wochen in unserer Stadt die
PrideWeek 2015 visuell ankündigen. Herzlichen Glückwunsch!
ONLINE designschule-muenchen.de

FotoS > Stas Mishchenko

Community und Themen II  Partner-Pride Kiew

Krieg im Osten, Währungsverfall, Flüchtlinge allenthalben. Die Berichte, die uns
Tag für Tag aus der Ukraine
erreichen, bedrücken. Auch
die LSBTI-Community im
Land sorgt sich um ihre Zukunft. Der Europa-Kurs der
Regierung lässt auf mehr
Rechte hoffen.

Tatsächlich aber hat sich
die Situation für lesbische, schwule, bi- und
transsexuelle Menschen
(LSBTI) verschlechtert.

00

Partner-Pride Kiew Community und Themen II
ndriy Maymulakhin ist 44 Jahre alt. Als einer der wenigen älteren Aktivisten des Landes hat er die LSBTI-Bewegung mitgeprägt, seit die Ukraine 1991 unabhängig wurde. „Ich bin ausgebrannt“, sagt er. Man sieht ihm das an, seine Augen liegen tief in ihren
Höhlen, er blickt ernst, und doch macht der Mitbegründer der Menschenrechtsorganisation Nash Mir in Kiew mit seiner Arbeit weiter.
Nash Mir gibt es seit 1997, gegründet wurde sie als Grassroot-Bewegung in Lugansk. Das ist heute eine eigene „Volksrepublik“. Die organisation hat sich als Dokumentationsstelle einen Namen gemacht. Nash
Mir hat ihren Sitz außerhalb des Zentrums von Kiew in Andriys Privatwohnung. Die Räume in dem in die Jahre gekommenen Wohnblock teilt
er sich mit seinem Exfreund, der ebenfalls für Nash Mir arbeitet. Einmal
im Jahr veröffentlichen sie ihren Bericht zur Situation von Lesben,
Schwulen, Bisexuellen und Transgender in der Ukraine. Jedes Mal gibt
es eine große Pressekonferenz; in diesem Jahr hat Amnesty International die Ergebnisse präsentiert. Ein Resümee ist schnell gefasst: Es
gibt Hoffnung, aber im Grunde ist die Lage desolat.
Spätestens als im Herbst das Programmkino Zhowten ausbrannte,
während es das LSBTI-Filmfestival Sunny Bunny beherbergte, war der
Community klar, dass der Kampf um gleiche Rechte unter der neuen,
pro-westlichen Regierung nicht leichter würde – im Gegenteil. Die Aktivistin olena Schewtschenko war dabei, als sich am Tag nach dem Brand
abends vor dem Ersatzspielort Männer des Rechten Sektors bewaffnet
und in Uniformen vor ihr und den anderen Gästen am Kinoeingang aufbauten. Sie verlangten, die geplante Filmaufführung auszusetzen. Das
Werk sei anti-ukrainisch und unmoralisch. olena, 32 Jahre alt, leitet in
Kiew die organisation Insight, die sich um Transgender und Lesben
kümmert; sie saß mit in der Sunny-Bunny-Jury. „Ich war geschockt, als
ich bemerkte, dass sich der Anführer der Gruppe mit der Polizei bestens
verstand“, erinnert sie sich. Mit Wadim Trojan sitzt seit November ein
Rechtsradikaler auf dem Chefsessel der Kiewer Polizei. Eingesetzt hat
ihn das Innenministerium.

Überfälle auf schwule Aktivisten gehören dazu,
auch die Attacke auf einen Club in Odessa, in dem
ein Drag Queen Contest stattfand.
olena war dabei, als die Proteste auf dem Maidan begannen. Mit einer
Frauenselbstverteidigungsgruppe stand sie auf dem Platz, in der Kälte
des ukrainischen Winters, weil sie eine Gesellschaft wollte, in der auch
Lesben und Schwule ihre Rolle spielen. Inzwischen fürchtet sie das
Schlimmste: Die Gewalt gegen Homosexuelle habe zugenommen, sagt
sie. Freiwillige Kämpfer wie die vom Rechten Sektor kehrten aus dem
Krieg im osten zurück. Heldenhaft hätten sie ihre Heimat verteidigt;
jetzt fühlten sie sich im Recht, ihre Ansichten mit Gewalt zu vertreten.
Und der Staat schaut zu.
Im Bericht von Nash Mir ist der Brand im Zhowten-Kino nur einer
von 54 dokumentierten Diskriminierungs- und Gewaltfällen des vergangenen Jahres. Überfälle auf schwule Aktivisten gehören dazu, auch die
Attacke auf einen Club in odessa, in dem ein Drag Queen Contest stattfand. Und natürlich führt Nash Mir die Aussage des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko auf, er lehne den KyivPride ab, weil im Krieg keine
Zeit für Karneval sei. Etwas später noch hat er betont, er finde Menschenrechte zwar gut, für Lesben und Schwule werde er sich aber nicht
rühren. Dieser Satz fiel kurz nach dem Zhowten-Brand während eines
Gesprächs mit Lydia Dietrich in München, Stadträtin der Grünen im
Rathaus, die sich seit Jahren – gemeinsam mit der hiesigen Szene – für
die LSBTI-Community auch in Münchens Partnerstadt Kiew engagiert.
„Vitali Klitschko hat nach dem homophoben Anschlag auf das Kino in
Kiew nicht erkannt, dass Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender
in Kiew und der Ukraine in ihren Menschenrechten betroffen sind. Das
ist eine dramatische Ignoranz und Missachtung der elementaren Rechte, die selbstverständlich auch für LSBTI gelten müssen“, sagt Dietrich.
Sie hatte den Politiker im Rahmen der Eurocities-Konferenz um Unterstützung gebeten. Homophobie ist in der ukrainischen Gesellschaft weit
verbreitet und prägt den Alltag vieler Lesben, Schwuler, Bisexueller und
Transgender. Außer den LSBTI-Aktivistinnen und -Aktivisten, die mit
immer neuen Projekten wie Queer Homes, einer LSBTI-Hotline oder
Antidiskriminierungskampagnen gleichermaßen nach innen wie nach
außen wirken, richten sich die meisten im Privaten ein und versuchen,
nicht weiter aufzufallen. Natürlich, so Andriy von Nash Mir, berge der

FACEBooK CSD MÜNCHEN oFFICIAL SITE > FACEBooK.CoM/CSDMUENCHEN

Europa-Kurs der Regierung auch Chancen. Sämtliche Gesetze gegen so
genannte Gay Propaganda, wie es sie in Russland gibt, sind mit den
jüngsten Parlamentswahlen in der Ukraine obsolet geworden. Diskutiert wird nun sogar ein Antidiskriminierungsgesetz, das sexuelle Minderheiten am Arbeitsplatz schützen soll. Die EU will es, bevor die
Visumspflicht für die Ukraine fällt. Bislang ist es der Regierung aber stets
gelungen, den Schutz vor Diskriminierung „aufgrund sexueller orientierung und Gender-Identität“ aus dem Gesetz herauszuhalten.
Doch ohne Schutz herrscht Willkür. Nicht selten werden geoutete
Mitarbeiter am Arbeitsplatz und in der Schule opfer von Mobbing, haben
offen lebende Schwule und Lesben Schwierigkeiten, eine gemeinsame
Wohnung zu finden, in Ladengeschäften bedient sie das Personal nicht.
Auf der annektierten Krim gelten die russischen Propagandagesetze, in
den „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk ist Homosexualität verboten. Die organisation Insight hat für Flüchtlinge Schutzunterkünfte
eingerichtet.

Auf dem Weg nach Europa führt nichts an
einer sozialen und rechtlichen Einbindung
sexueller Minderheiten vorbei.
Die politischen Parteien tun nichts für Lesben und Schwule. Selbst vermeintlich europäische Politikerinnen und Politiker treten homophob auf.
So hat die neu gegründete Partei Democratic Alliance den Aktivisten
Bogdan Globa, Chef der LSBTI-organisation Fulcrum, mit der Begründung abgelehnt, man sei eine christdemokratische Vertretung. „DiezDemocratic Alliance hat während des Maidan an Popularität gewonnen“,
sagt Globa. „Sie erweist sich aber als völlig unvorbereitet für liberale
europäische Werte. Dabei haben damals so viele von uns die Partei
unterstützt.” Der 27-Jährige ist bis heute maßlos enttäuscht. Als einzige Partei verurteilt der Block Petro Poroschenko, die Partei des Präsidenten, Diskriminierung und Gewalt gegenüber sexuellen Minderheiten.
Sie ist die stärkste Fraktion im Parlament. Doch sind den Worten bislang
keine Taten gefolgt. „Akzeptanz gegenüber LSBTI ist eines der wichtigsten Merkmale moderner westlicher Gesellschaften“, sagt Andriy von
Nash Mir. Das unterscheide diese Gesellschaften von den autoritären
Ländern, die Russland anführe. Seine Schlussfolgerung: „Auf dem Weg
nach Europa führt nichts an einer sozialen und rechtlichen Einbindung
sexueller Minderheiten vorbei.“ Das ist schon wahr. ob Andriy aber daran glaubt, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Solidarität in der
Krise – auf zum
KyivPride!

Vom 2. bis 9. Juni lädt
Münchens Partnerstadt Kiew zu Pride
Week und March of
Equality.
Schließt euch an und
helft aktiv mit, die Rechte
unserer Community
friedlich zu erkämpfen.

Die Pride Week
in Kiew lockt mit
Kultur-Events

Im Rahmen der Pride
Week organisieren
CSD München und
Munich Kiev Queer
ein interessantes
Rahmenprogramm.
Wir besuchen LSBTIOrganisationen, politische Stiftungen, Botschaften und nehmen,
soweit möglich, an den
Veranstaltungen des
KyivPride teil. München bringt die Band
Tubbe nach Kiew mit,
nimmt an Podiumsdiskussionen teil, zeigt
Filme und stellt Fotokunst aus.

Alle Infos unter

conrad@csdmuenchen.de

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Support und Partner*innen

Impressum
CSD München GmbH
Lindwurmstraße 71
80337 München
Telefon (089) 54333-211,
Telefax (089) 54333-212,
info@csdmuenchen.de,
www.csdmuenchen.de

Chefredaktion
Stephanie Olbrich

Redaktion
Der CSD München bedankt sich bei allen Sponsor*innen, Unterstützer*innen
sowie Medien-, Community- und Kooperationspartner*innen.

Martin Brunnett, Susi
Hillebrand, Alexander
Kluge (v.i.S.d.P.) und
Frank Zuber

Redaktionelle
Beiträge

Rita Braaz, Conrad Breyer,
Diana Horn, Bernd Müller,
Thomas Niederbühl,
Dieter Reiter und Stefan
Schukowski

UNSERE  SpOnsoren*INNEN

Titelmotiv
sportler-gegen-stigma.de

mini-muenchen.de

muenchner-bank.de

SIEMENS.de

o2online.de

UNSERE  UNTERSTÜTZER*INNEN

Antonia Bares, Sabrina Eder
und Diana Akham (Designschule München)

Fotos

Kornelija Rade, Erwin Harbeck und Frank Zuber (wenn
nicht anders angegeben)

Verwaltet durch die

muenchen.de/kulturreferat

Grafik und Layout

muenchner-regenbogen-stiftung.de

Frank Zuber
Graphic Design

UNSERE  PARTNER*innen

Anzeigenleitung
und Medienberatung
Alexander Kluge
Telefon (089) 54333-211
abendzeitung.de

allround-team.com

thomas-kollegen.com

bau-munich.de

SHOP.BRUNOS.DE

Druck

ADV – Augsburger Druckund Verlagshaus GmbH

Vertrieb
burnabit.com

CANDYCLUB.DE

charivari.de

cumon.com

designschule-muenchen.de

Eigenvertrieb der
CSD München GmbH

Von Hamburg
bis Zürich

deutsche-eiche.de

in-muenchen.de

jam-entertainment.de

kyivpride.org

kingshotels.de

KUNSTHALLE-MUC.DE

beatekremer.de

leo-magazin.de

raleske.de

mathaeser.de

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Für unverlangt eingesandtes Bild- und Textmaterial wird keine Haftung übernommen. Vervielfältigung, Speicherung und Nachdruck nur mit
Genehmigung des Verlages. Gerichtsstand ist
München. Namentlich gekennzeichnete Artikel
sowie Grafiken und Illustrationen dürfen nur mit
schriftlicher Genehmigung weiterverwendet
werden! Die Abbildung oder Erwähnung einer
Person ist keinerlei Hinweis auf deren sexuelle
Orientierung.

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moskitoevent

mobilspiel.de

gestalten-moedl.de

moskitoevent.de

muenchen-ticket.de

munichkievqueer.org

CAFENIL.COM

nightlife-check.de

nyclub.de

primas-gmbh.de

die-regenbogenmanufaktur.com

s-bahn-muenchen.de

TORBRAEU.DE

UFERLOS.ORG

UNDERCOVER-AGENTS.DE

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Der PrideGuide wird an
ca. 400 Stellen in München
und zusätzlich an ausgewählten Hotspots in Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Berlin, Hamburg,
Köln, Frankfurt, Leipzig,
Dresden, Salzburg,
Innsbruck und Zürich
kostenlos verteilt.

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MÜNCHEN
Thalkirchner Str. 4 / Eingang Fliegenstr.

www.brunos.de

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KEITH HARING
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GEGEN DEN STRICH
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T H E AT I N E R S T R A S S E 8 � 8 03 3 3 M Ü N C H E N
Keith Haring, ohne Titel, 1985, Acr yl/Leinwand, 122 x 122 cm, Privatsammlung, Belgien, © The Keith Haring Foundation, Gestaltung: Schmid/Widmaier

Ein Engagement der