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Die Erste Eslarner Zeitung

Sonderveröffentlichung „Aus Eslarner Gemeinderatssitzungen“

- 05. Mai 2010 -

Wir dürfen wieder einmal über eine öffentliche


Gemeinderatssitzung berichten, denn wir hatten 1. Bauanträge
wieder einmal Zeit und Laune, am gestrigen 4. Mai
ab 20.00 Uhr „vor Ort“ zu sein. Begonnen wurde aber wieder mit den üblichen
Dingen. Es standen wieder Bauanträge zur Geneh-
Es ist übrigens sehr zu empfehlen, öfter mal im migung an. Diese wurden ziemlich schnell „durchge-
Rathaus vorbeizuschauen, sonst bekommt man in wunken“, denn weitere Tagesordnungspunkte wie die
einem kleinen Ort wie Eslarn nur sehr wenig mit. „Ärztliche Versorgung“, aber auch ein „Antrag auf ein
Gerade Jugendliche möchten wir mit unserer Bericht- Bürgerbegehren“ mussten wesentlich intensiver ab-
erstattung animieren, sich etwas mehr für Politik zu gehandelt werden.
interessieren. Insbesondere Kommunalpolitik ist mit
so vielen praktischen Dinge angefüllt, dass man die Bei den Bauanträgen galt wie immer: Soweit
Bayerische Gemeindeordnung oder andere manch- öffentliche Belange, also vor allem auch öffentliche
mal nützliche Vorschriften nicht immer auswendig Grundstücke betroffen sind, schliesst die Kommune
parat haben muss, um verstehen zu können dass es regelmässig Nutzungsverträge, welche nicht nur ak-
eigentlich nur darum geht, gut miteinander aus- tuelle, sondern auch Folgekosten regeln.
zukommen. Insofern werden die Antragsteller alsbald durch die
Gemeinde Nachricht erhalten, welche Dinge hier
Diese Gemeinderatssitzung war ein besonderes vertraglich zu regeln sind.
Beispiel dafür, dass man auch sinnvoll, fern jeder
Streitigkeit die Belange der Bürgerinnen und Bürger 2. Befristete Verlegung der Bocklweg-Trasse
vertreten kann.
Selbstverständlich gehört immer auch etwas Einige Mitglieder der SPD-Marktratsfraktion konnten
„Parteipolitik“ dazu. Dies gibt dem ganzen die richtige es sich nicht verkneifen, die aus Sicherheitsgründen
„Würze“! Es geht doch nichts über kleine „Stiche- anstehende befristete Verlegung der Bocklweg-
leien“, was die Opposition während deren Trasse für einen Rekurs auf das Jahr 1997 zu nut-
„kommunalen Regierungszeit“ nicht, oder nur zen.
ungenau erledigt hat. Da nämlich startete die CSU-Marktratsfraktion ein
Bürgerbegehren für die Schaffung des „Bockl-
Wenn es dem Staatswesen an Geld mangelt, werden radweges“ und beharrte darauf, dass dieser das in
plötzlich auch kleinere Probleme sehr anspruchsvoll Folge zu schaffende Gewerbegebiet „Zankltrad“ nicht
diskutiert. queren sollte. Die SPD dagegen wollte bereits
In dieser Gemeinderatssitzung konnte der Erste damals eine strassennahe Führung des Radweges
Bürgermeister in seiner Funktion als Sitzungsleiter erreichen.
Frau Drexler und Herrn Konrektor Rauch von der Aktuell besteht eben das besondere Problem, dass
Haupt- und demnächst Mittelschule Moosbach/ Opf. das holzverarbeitende Unternehmen Reindl entgegen
Begrüssen. früherer Beteuerungen, nicht auf das dem Radweg
gegenüberliegende Nachbargrundstück „Weichsel-
Ja, es geht auch wieder um die Schule, wenn auch mann“ angewiesen zu sein, nunmehr aufgrund
diesmal wieder die „Schulaufwandsträgerschaft“ der erhöhter Auftragslage seit einiger Zeit auch dieses
Marktgemeinde Moosbach/ Opf. eine Rolle spielen Grundstück nutzt, nahe am Radweg eine Holz-
sollte. trocknung betreibt, und zudem der gewerbliche
Kraftverkehr zum und vom Firmengrundstück er-

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heblich zugenommen hat. Man hätte es wohl bereits des Problems zu suchen.
vor einem Jahr nicht mehr so ganz hinnehmen Der Antrag von Marktrat Josef Illing (CSU) insofern
können, doch den Ankündigungen zufolge soll der auch die Gefährdungslage der Schülerinnen und
Lieferverkehr noch steigen und würde damit eine Schüler bei der Bushaltestelle am ehem. Bahnhof zu
erhebliche Gefährdung der „Bocklradweg“-Nutzer bedenken, wurde berücksichtigt, und soll anlässlich
darstellen. einer baldigen Verkehrsschau in die Entscheidung
Einhellig war die Meinung des Gremiums, dass die mit einbezogen werden.
Verlegung einstweilen nur befristet vorgenommen Es wurde aber von der SPD-Fraktion darauf hin-
werden soll, so lange bis ein tragfähiges, endgültiges gewiesen, dass die von dieser in der Vergangenheit
Konzept für eine andere Trassenführung in den Ort vorgeschlagene Schaffung einer weiteren Haltestelle
gefunden sei. beim „Netto-Markt“ in der Moosbacher Strasse, nicht
Während das Strassenbauamt scheinbar eine nahe angenommen wurde, und die derzeitige Haltestellen
der Moosbacher Strasse angesiedelte „Umfahrung“ von allen beteiligten Stellen als „sicherste Haltestelle“
des Ortes anstrebt, war dem Ersten Bürgermeister bezeichnet wird.
daran gelegen, den Radweg weiterhin in das Mit der Verlegung der Radweg-Trasse soll bald-
Ortszentrum münden zu lassen. möglichst begonnen werden, wobei auch eine
zusätzliche Beschilderung für diejenigen Radfahrer
Grundsätzlich standen dafür drei neue Trassen- erfolgen soll, welche weiterhin den ÖPNV nutzen
führungen zur Auswahl, von denen aber letztlich nur wollen, und dazu in den Ortskern geleitet wissen
eine Möglichkeit als umgehend realisierbar erkannt müssen, wo sich die Bushaltestelle befindet.
werden konnte. Ebenso wird geprüft, ob sich der ortsauswärts ange-
Einer nahe der Moosbacher Strasse avisierten legte Fussgängerweg in der Waidhauser Strasse
„Umleitung“ über einen Feldweg stand die gerade in eignet, diesen in einen sog. „kombinierten Fuss-
den Sommermonaten regelmässige Nutzung dieses gänger-/ Radweg“ umzugestalten.
Weges durch landwirtschaftliche Grossfahrzeuge ent-
gegen.
Eine Verlegung des Radweges parallel zum Loisbach 3. Ärztliche Versorgung – Ja, oder Jein?
scheiterte bislang daran, dass keiner der betroffenen
Grundstückseigentümer einen Teilbereich seines Die Sache mit der „Ärztlichen Versorgung“ hat es
Grundstücks für den Radweg verkaufen wollte. Eslarn angetan. Man hat ja auch in unseren Staats-
Schliesslich blieb alsbald zu realisieren, nur die wesen sehr spät bemerkt, dass man um gesund zu
Möglichkeit den Radweg einstweilen auf Höhe der bleiben, auch Ärzte braucht.
ortseigenen Kläranlage, vor der ehem. Bahnbrücke Der bereits in der letzten Gemeinderatssitzung an-
über den Brückenweg und die Waidhauser Strasse in gesprochene Vorschlag der Dres. Poschenrieder
den Ortskern „abzuleiten“. Um zu verhindern, dass wurde damals vertagt, um nochmals Gespräche
diese „Befristung“ nicht durch folgende Untätigkeit zu führen zu können. Nachdem dies mittlerweile durch
einer „dauerhaften Duldung“ wird, folgte das die Fraktionsvorsitzenden geschehen war, kam
Gremium den Vorschlägen der Markträte Eduard dieses Angebot in der aktuellen Sitzung noch einmal
Forster (FWG) und Karl Schmid (CSU), welche eine „auf den Tisch“.
terminbestimmte Befristung gefordert hatten. Dabei wären die Dres. Poschenrieder bereits, bei auf
Man war sich einig die Verlegung der Trasse nur für Erbpachtbasis erfolgender Gestellung des „Justl-
diese „Fahrradsaison“ befristet vorzunehmen, und Grundstücks“ am Marktplatz, Unterstützung der
während dieser Zeit nach einer dauerhaften Lösung Gemeindeverwaltung bei der Erlangung möglicher

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Fördermittel, sowie grundsicherheitsbewehrtem Zur- 4. Eslarns neues demokratisches


verfügungstellen des auflagenbeschwerten, also „Selbstbewusstsein“
zweckgebundenen Geldvermögens der Erblasserin
Margarete Braun, selbst für die Realisierung eines Soll sich nur niemand beschweren! Es hat sich aber
geeigneten Bauwerks zu sorgen. auch niemand beschwert, dass nun einige betroffene
Obergeschossig sollen dabei drei, je 70 qm grosse Bürgerinnen und Bürger deren Schicksal rund um die
Wohneinheiten geschaffen werden, welche je nach geplanten Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen selbst in
Bedarf für „Betreutes Wohnen“, aber auch ander- die Hand nehmen und ein Bürgerbegehren auf den
weitig gem. dem Letzten Willen der Erblasser genutzt Weg bringen.
werden sollen. Sowohl im Planungsbereich „Zankltrad“, wie auch im
Da den Dres. Poschenrieder für Eslarn auch andere Planungsgebiet „südlich Auenweg“ sind solche
Raumangebote vorliegen, soll der Marktgemeinderat Projekte geplant und hätten nach Aussage des
baldmöglichst eine Entscheidung treffen. Ersten Bürgermeisters ohne den Antrag auf ein
Mittlerweile hat sich auch Dr. Duschner, ein vormals Bürgerbegehren bereits im Juli „ans Netz gehen“
in Eslarn niedergelassener Allgemeinarzt mit dem können.
sog. „Modell Poschenrieder“ angefreundet und sein Fast 500 Unterschriften wurden gesammelt, um die
Interesse bekundet. gemeindlichen Planungen, nämlich eine Änderung
Ob man hier nun – wie in der Sitzung angeklungen – des Flächennutzungsplanes, sowie eine zusätzliche
eine für die künftigen Verhandlungen der Marktge- Bauleitplanung stoppen zu können. Die Argumente,
meinde Eslarn günstige „Mitbewerber-Situation“ an- welche gegen eine Nutzung landwirtschaftlicher
nehmen kann, ist fraglich. Schliesslich benötigt Flächen für sog. „aufgeständerte PV-Anlagen“
Eslarn dringend eine gesicherte ärztliche Versorgung, sprechen, sind ebenso einleutend wie die Notwen-
und bei diesem Unterfangen sollte man keine Zeit digkeit sich um die sog. „Erneuerbaren Energien“ zu
mehr verlieren. kümmern.
Leider haben wir die Abstimmung über die grds. „Pro und Contra“ wurden unterschiedlichste
Annahme oder Ablehnung des Angebots „ver- Ansichten vorgetragen. So betonte Marktrat Siegfried
schlafen“. Sie können das Ergebnis aber auch in der Wild (SPD), dass eine Biomasse-Anlage einen
Regionalzeitung „Der neue Tag“ nachlesen. Zwanzigfachen Flächenverbrauch wie eine PV-
Letztlich dürfte es aber auch egal sein, ob die von Anlage bedeute. Dem entgegnete man, dass eine
uns registrierten acht Stimmen für oder gegen das Biomasse-Anlage im Gegensatz zu einer PV-Anlage
Angebot der Dres. Poschenrieder abgegeben rund um die Uhr Energie liefern könne.
wurden. Letztlich blieben die altbekannten Bedenken, welche
Es wurde nämlich ebenso betont, dass mit dem 7. nach Ermittlung durch den beauftragten Architekten
Juni 2010 die Bindung an das Ergebnis des gegen Herrn Kleierl von einigen sog. „Trägern öffentlicher
ein Projekt „Betreutes Wohnen“ gerichteten Belange“, also z. B. dem „Bund Naturschutz“, dem
Bürgerentscheides vom letzten Sommer entfällt. „Tourismusverband Ostbayern e. V.“, aber auch den
Damit wäre ab diesem Termin wieder alles offen, und Antragstellern vorgebracht wurden: Es ging um auf
es könnte neu verhandelt und diskutiert werden. gut bayerisch gesagt um die „Verschandelung der
Selten genug, dass man sich so leicht um eine Landschaft“ mit möglichen negativen Auswirkungen
Bürgerentscheidung „drücken“ kann, aber im kon- für den Tourismus, aber auch – und vor allem – für
kreten Fall könnte es für einen wirklich „guten“ Zweck benachbarte Anlieger, denen es wohl nur sehr
sein. schwer zugemutet werden kann, über Jahrzehnte auf
„aufgeständerte Solarpanels“ zu blicken.

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Während die Antragssteller für das Bürgerbegehren des Wegfalls der Fördermittel für die Schulwege-
unter anderem auch vorbrachten, dass man sich mit kosten sowieso für dann vier, den sog. „M-Zweig“ in
einer Freiflächen-PV-Anlage auf nicht absehbare Zeit Vohenstrauss besuchende Schüler die Fahrtkosten
derart massiv an eine Form der erneuerbaren von knapp 2.800.-- Euro/ Schüler und Schuljahr zu
Energiegewinnung binde, und damit zukünftigen Ent- bezahlen.
wicklungen nicht folgen kann, betonte der Erste Davon werden zwar immer noch gut 60% gefördert,
Bürgermeister, dass hier „sachliche Argumentation“ für Eslarn aber dennoch eine Belastung. Schliesslich
das wichtigste Gebot der Stunde sei. ist das in den letzten Jahren bestens sanierte
Er könne sowohl die Bedenken der Anlieger, aber Eslarner Schulgebäude bis auch 80 Grundschüler
auch die Zielsetzungen der künftigen Anlagenbe- nahezu „verwaist“, muss aber dennoch beheizt und
treiber verstehen. auch sonst instandgehalten werden.
Da alle formellen Voraussetzungen erfüllt waren, und
man dem demokratischen Begehren in geeigneter Nachdem die vertragliche Vereinbarung mit der
Weise Rechnung tragen wollte, entschied das Marktgemeinde Moosbach bestehen bleiben soll, ist
Marktratsgremium einstimmig, das Bürgerbegehren diese als sog. „Schulaufwandsträger“ sowieso
zuzulassen. Es wird Anfang Juli, zusammen mit dem weiterhin für alle sonstigen Kosten verantwortlich.
Volksentscheid zum Nichtraucherschutz stattfinden. Der Vorschlag eines Gemeinderatsmitglieds, dem
Markt Moosbach demnächst auch die Schulwege-
5. Eslarn ist „Beitrittsgemeinde“. Die Sache mit kosten für die Eslarner SchülerInnen aufzubürden,
der „Mittelschulen-Kooperation“. wäre wohl „des Guten zuviel“.
Auch die angesprochene „Planung“, bei einer
Wir konnten es einfach nicht lassen, den Terminus Zunahme der Fahrten zwischen den einzelnen
„Beitrittsgemeinde“, nachdem diesen der Erste Schulstandorten für Eslarner SchülerInnen zukünftig
Bürgermeister in der Sitzung so oft betont hatte, hier einfach gleich die Vohenstrausser Mittelschule als
noch einmal wiederzugeben. Gut, dass es nicht Zielschule zu wählen, wird wohl Wunschtraum dieses
„Verbandsgemeinde“ geheissen hat, denn „Ver- Gemeinderatmitglieds bleiben müssen.
bandsgemeinde“ einer Verwaltungsgemeinschaft Schliesslich geht es darum die Schulstandorte
würde Eslarn wohl nie werden (wollen). komplett, oder schlimmstenfalls nur den Schulstand-
Als „Beitrittsgemeinde“ aber soll sich der Markt ort Vohenstrauss zu erhalten.
Eslarn an der Umstrukturierung der Hauptschule in Würde man etwas „gemein“ denken, dann könnte
eine „Mittelschule“ beteiligen. man fast vermuten, man hätte die Bundesautobahn
Die „Mittelschul-Kooperation“ umfasst hier die Stadt nur deshalb so schnell in unsere Gegend gebaut,
Pleystein, den Markt Moosbach un die Stadt Vohen- weil man so die SchülerInnen schon von Kleinauf an
strauss. Man will versuchen die einzelnen Schul- entfernt liegende Schulstandorte bringen kann.
standorte so gut wie nur möglich zu erhalten. Dabei
spielt, wie unmissverständlich auch in dieser Ge- So, nun müssen wir der Aktualität wegen eigentlich
meinderatssitzung angeklungen ist, natürlich auch nur noch erwähnen, dass selbstverständlich auch auf
jeder Cent eine grosse Rolle. die Primizfeierlichkeiten am kommenden Wochen-
Sowohl die Stadt Vohenstrauss, wie gem. aktueller ende hingewiesen wurde.
Abstimmung auch die Marktgemeinde Eslarn be- Ausserdem findet alsbald – scheinbar Sonntag in
teiligen sich gerne, soweit dies mit keinerlei weiteren einer Woche – die Segnung des neuen Einsatz-/
Ausgaben verbunden ist. Tanklöschfahrzeugs der Freiwilligen Feuerwehr
Eslarn hat ab dem kommenden Schuljahr aufgrund Eslarn/ Opf., mit anschliessendem Gartenfest statt.

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Dies ist eine Veröffentlichung im Rahmen von


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Herausgeberin:
Theresia M. Zach, Ludwig-Müller-Str. 2, D-92693
Eslarn.

V.i.S.d.P.:
Michael W. Zach, Ludwig-Müller-Str. 2, D-92693
Eslarn.

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