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Belegarbeit zur empirischen Sozialforschung

Gliederung:
1. Einleitung
2. Hypothesen
2.1 Die Entwicklung von sozialen Kompetenzen für Schüler des Gymnasiums
2.2 Berufliche Orientierung durch das Erkennen von Hilfebedürfnissen
3. Forschungsstrategie/Planung
4. Forschungsdurchführung
5. Interpretation und Auswertung
5.1 Die Entwicklung von sozialen Kompetenzen für Schüler des Gymnasiums
5.2 Berufliche Orientierung durch das Erkennen von Hilfebedürfnissen
6. Anhang

1. Einleitung

Das Projekt der Dombergschule Suhl und dem Staatlichen Gymnasium in Suhl, welches unter
dem Motto: „Gemeinsame Wege gehen, Lern- und Lebensfreude wecken“, steht, wurde 1994
ins Leben gerufen. Seit dieser Zeit besuchen interessierte Schüler des Gymnasiums
ausgewählte Klassen und Unterrichtsstunden. Zusammen mit den Pädagogen der
Dombergschule knüpfen sie individuelle Kontakte mit geistig behinderten Schülern, bringen
Ideen ein und sind bei der Umsetzung der Lernziele behilflich. Unter genauer Anleitung durch
den Sonderpädagogen führen Schüler der elften und zwölften Klasse auch
Einzelfördermaßnahmen mit ausgewählten Kindern durch. Auch bei Veranstaltungen wie
Wandertagen, dem integrativen Sportfest, welches jedes Jahr stattfindet, sowie dem Fasching,
der Weihnachtsfeier und dem gemeinsamen Weihnachtskonzert wirken Schüler beider
Einrichtungen mit, wodurch sichtbar wird, dass auch über den schulischen Alltag hinaus
Kontakte zueinander geknüpft werden. Schon mit dem Beginn des Projektes setzten sich die
damaligen Projektleiter Frau Krumbholz, von der Dombergschule, und Frau Riemann, vom
Professor Carl Fiedler Gymnasium, hohe Ziele die durch die Arbeit im Projekt für alle
Teilnehmer erreicht werden sollten. So ist das Hauptziel durch gemeinsames Handeln, also
Lernen, Basteln, Spielen, Sport und Gesang soziale Kontakte zu knüpfen. Hieraus ergeben
sich viele Teilziele wie zum Beispiel die Förderung von Akzeptanz und Toleranz gegenüber
Behinderten Menschen, das Lernen von Schülern beider Einrichtungen gegenseitige Hilfen
anzunehmen, sowie das Sammeln von Erfahrungen im gegenseitigen Umgang, Vorurteile
korrigieren und eine positive Lebenshaltung wecken. Nachdem die Schüler des Gymnasiums
an den Projekt teilgenommen haben, erhalten sie ein Zertifikat, welches einem
Praktikumsnachweis gleichsteht. Demnach soll den Gymnasiasten auch die Möglichkeit der
beruflichen Orientierung in sozialpädagogischer, medizinischer und psychologischer Hinsicht
gegeben werden. In der nachfolgenden Arbeit soll anhand von Briefen und Berichten
ehemaliger und derzeitiger Teilnehmer des Projektes festgestellt werden, ob durch den
Kontakt mit geistig behinderten Menschen und die Mitwirkung am Geschehen in der
Dombergschule soziale Kompetenzen erlangt werden konnten, die auch für das spätere Leben
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im Hinblick auf eine Berufsorientierung genutzt werden können und konnten.
Die Ziele sonderpädagogischer Arbeit im Allgemeinen werden im Anhang aufgeführt
(Verweis: Anhang 2). Hierbei geht es zunächst um die Entwicklung sozialer Kompetenz für
den geistig Behinderten Schüler. Doch es fällt auf, dass auch Menschen ohne Stigma
Kompetenzen für den Umgang mit Behinderten im Alltag erlernen müssen. Zu den beiden
spezifischen Sozialisationsweisen gibt es unzählige Studien und Ausarbeitungen, von welchen
man einige ebenfalls im Anhang wiederfinden kann. Da das Projekt „Gemeinsame Wege
gehen“ , in seiner Art und Weise, in der Bundesrepublik, einmalig ist, kann man höchstens
von den Studien auf das Projekt schließen, im Allgemeinen sind diese allerdings nicht
verwertbar.

2. Hypothesen

2.1 Die Entwicklung von sozialen Kompetenzen für Schüler des Gymnasiums

Durch den gemeinsamen Kontakt und die Zusammenarbeit, also allgemein durch den
intensiven Umgang, welchen die Schüler des Gymnasiums mit den Kindern der
Dombergschule pflegen, lässt zunächst folgende hypothetische Aussage zu: Je mehr Kontakt
und gegenseitiges Lernen gepflegt wird, desto mehr Sozialkompetenz kann sich herausbilden.
Eine weitere Hypothese die, wie die eigene Erfahrung auch zeigt, aber sehr unwahrscheinlich
scheint lautet: Je mehr Kontakt zwischen den Schülern beider Einrichtungen besteht, umso
größer wird das gegenseitige Unverständnis. Diese These scheint allein schon aus dem Grund
des über zehn jährigen Bestehen des Projektes als nicht Betrachtungswürdig. Anhand der
ersten Eindrücke der Berichte und der möglichen Übereinstimmung in den Berichten
untereinander wird eine Auswertung der ersten Hypothese möglich sein. Beide Thesen sind
Zusammenhangshypothesen.

2.2 Berufliche Orientierung durch das Erkennen von Hilfebedürfnissen

Auch in Bezug auf die Berufsorientierung, welche gerade in der am Projekt teilnehmenden
Oberstufe lassen sich Hypothesen aufstellen: Durch die Arbeit und den Kontakt mit
behinderten Menschen, kann sich die berufliche Orientierung ändern, oder bestätigen.
Nachdem man Menschen mit einer geistigen Behinderung kennengelernt hat, besteht das
Bedürfnis auch im späteren Berufsleben, weiter mit ihnen zu arbeiten, um ihnen beim
Sozialisationsprozess zu helfen. Beide Thesen sagen inhaltlich in etwa das gleiche aus und
können dadurch auch zusammen beantwortet werden. Es handelt sich bei diesen Hypothesen
um den Typ der Veränderungshypothese.

3. Forschungsstrategie / Planung

Die nachfolgende Belegarbeit ist der Versuch einer Auswertung von Briefen und Berichten,
welche von ehemaligen und derzeitigen Projektteilnehmern des Gymnasiums geschrieben
wurden. Sie soll als Ergänzung zu der Seminarfacharbeit, mit dem Thema „Das Projekt
zwischen Dombergschule Suhl und dem Staatlichen Gymnasium Suhl zur Förderung von
Sozialkompetenzen“, dienen. Aufgrund der Thesenformulierung sollte sich diese Arbeit mehr
auf ehemalige Schüler beziehen, da diese das Projekt bereits aus der Nachsicht beschreiben
können und ebenfalls eine Aussage über die Beeinflussung in Blick auf die berufliche
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Orientierung geben können. Da viele der ehemaligen Teilnehmer nicht mehr in Suhl wohnen,
war es für mich schwierig noch Aussagen zu sammeln, eine Umfrage sah ich nicht als den
geeigneten Forschungsweg an, da ich gerne individuelle Erfahrungen sammeln wollte, welche
in dieser Form, wie sie mir jetzt vorliegt in einer Umfrage nicht zum Ausdruck gekommen
wären. Als geeigneten Weg betrachtete ich von daher die Form eines Interviews. Dieses
konnte aufgrund der unterschiedlichen Wohnsitze der Schüler nicht vorgenommen werden.
Deshalb griff ich auf Berichte zurück und stehe seither auch in Briefkontakt mit einigen
Teilnehmern, denen ich mein Anliegen nach einer Beschreibung ihrer Arbeit und
Empfindungen schriftlich näher brachte. Viele antworteten sofort mit einem langen Brief, was
mich positiv überraschte. Zudem bekam ich noch die Unterstützung von Frau Krumbholz, der
Projektleiterin, die schon über Jahre hinweg Berichte und Briefe von Schülern sammelt. Ich
denke, dass mit ich mit dem erhaltenen Material die in Punkt zwei aufgeführten Hypothesen
belegen oder wiederlegen kann. Alle Briefe und Berichte befinden sich im Anhang. Einige
Briefe stammen von Leuten, mit denen ich keinen Kontakt aufnehmen konnte. Sie liegen Frau
Krumbholz vor und es liegt die Erlaubnis vor sie für Zwecke des Projektes zu veröffentlichen.
Auf besonderen Wunsch von Frau Krumbholz, machte ich die Namen dennoch unleserlich,
was keine Auswirkungen auf die Auswertung zur Folge haben wird, weil individuelle
Eindrücke und Überschneidungen der Verfasser untereinander dennoch zur Auswertung der
Hypothesen verwendbar sind. Da die Arbeit als Ergänzung zu unserer Seminarfacharbeit
gedacht ist, bekam ich auch Unterstützung von meinen Gruppenmitgliedern. Bei der Planung
und Durchführung waren sie mir behilflich, unter anderem auch, da bei mir ein weiteres
Problem auftauchte. Durch die Veränderung meines Stundenplanes war mir eine Teilnahme
am Projekt zu gewohnter Zeit nicht mehr möglich. Da ich die Stunden von Frau Krumbholz
als Projektleiterin besuchen sollte. Auch zu einem anderen Zeitpunkt fanden wir bis heute
keine Überschneidungen. Hilfe von anderen Projektteilnehmern war daher unabdingbar. Da in
unserer Sozigruppe jeder über ein anderes Thema und mit einer anderen Herangehensweise
schreibt, planten wir Aufbau und Struktur zusammen und standen uns auch inhaltlich zur
Seite.
(1) In meiner Auswertung bin ich zunächst auf den Bericht des ersten Eindruckes der Schule
und des ersten Kontaktes eingegangen. Hierbei möchte ich einen Ausgangspunkt schaffen, um
zu erkennen ob es im weiteren Verlauf zu einer Kompetenzentwicklung und einer
Berufsorientierung kam oder nicht. Zudem schrieben einige noch, wie sie überhaupt zu
diesem Projekt gekommen sind. Der Anlass überhaupt bei diesem Projekt teilzunehmen soll
mir auch einige Schlüsse, die mir bei dem Belegversuch der Hypothesen helfen sollen,
bringen.
(2) Desweiteren fiel mir auf, dass viele Schüler über ihren Eindruck von den Kindern
geschrieben haben. Dabei gingen sie auf Charaktereigenschaften ein. Der nächste Punkt,
welchen ich mit diesen schriftlichen Aussagen aufgreifen möchte, bezieht sich also auf die
Wahrnehmung der Persönlichkeit von einem nichtbehinderten und einem behinderten
Schüler. Daraus folgt auch die Auswertung, ob die Gymnasiasten ihre gesammelte Erfahrung
auch so erwartet hätten.
(3) Gleiches ergibt sich auch aus dem nächsten Punkt. Dieser soll sich mit der gemeinsamen
Arbeit beschäftigen. Diese, sowie hauptsächlich die Erfahrungen und Eindrücke aus dieser
lassen ebenfalls auf die Beantwortung aller Hypothesen schließen.
(4) Letztendlich soll mit dem Zusammentragen der Informationen, welche die Teilnehmer
über ihre Einschätzung der Situation behinderter Menschen im Alltag, gaben, ein weiterer
Hypothesenbeleg gefunden werden.

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Bei allen Punkten möchte ich versuchen eventuelle Übereinstimmungen also inhaltlich
gleiche Aussagen unter einem Oberbegriff zu bringen um die Auswertung übersichtlicher und
einfacher zu gestalten.

4. Forschungsdurchführung

Wie geplant halfen mir meine Seminarfachgruppenmitglieder bei der Organisation der
Berichte. Von Frau Krumbholz bekam ich einige Adressen und bereits vorhandene Briefe.
Die Planung der Auswertung im Voraus war kaum möglich, denn ich konnte nicht wissen, ob
und welchen Inhalt ich als Antwort bekomme. Durch die Stundenplanverschiebung war es
zudem nicht möglich Interviews mit Schülern der Dombergschule zu halten, da dies die
Betreuung eines Sonderpädagogen benötigt und in meine Schulzeit gefallen wäre. Demnach
musste ich die Hypothesen auf die Schüler des Gymnasiums zuschneiden. Hierbei wollte ich
speziell auf die ehemaligen Teilnehmer eingehen. Wie bereits erwähnt stellte ich von
Umfragen auf Berichte um. Zusammen mit meiner Seminarfachgruppe suchte ich nach
inhaltlichen Übereinstimmungen in den Briefen um die Auswertung zu vereinfachen und
unter Oberbegriffen gegebenenfalls auch zu visualisieren. Briefe, Berichte und
Einschätzungen sammelte ich letztendlich 14 Stück. Mit diesem Material wurde nun durch
das Verdeutlichen, durch Zitate, Vergleichen und den oft erwähnten Oberbegriffen eine
Auswertung vorgenommen, die meine Hypothesen belegen oder wiederlegen wird. Der
Aufbau der Arbeit wurde in der Sozialkundegruppe geklärt. Formmäßig sollte die Arbeit
übereinstimmen. Auch bei der Hypothesenbildung und einigen Ausformulierungen halfen wir
uns gegenseitig. Während des Durcharbeitens der Berichte fiel mir Folgendes besonders auf:
Obwohl jeder Brief auf individuelle Art und Weise geschrieben wurde, so scheinen die
Erfahrungen, Forderungen und Erinnerungen bei jedem doch sehr ähnlich. Sie stimmen auch
mit jenen überein, die ich in meiner bisherigen Arbeit am Projekt sammeln konnte. Die
Abweichungen scheinen nur sehr gering zu sein, sodass ich vermute, dass die Hypothesen
eindeutig bewiesen werden können. Zur beruflichen Orientierung scheint es weniger
Aussagen zu geben. Hierbei finden sich auch die größten Differenzierungen.
Die Arbeit soll als Ergänzung beziehungsweise Vorarbeit für unsere Seminarfacharbeit
dienen. In dieser soll durch Umfragen und Interviews mit weiteren Schülern das gleiche
Thema nochmals, nur in einem weitaus größeren Rahmen behandelt werden, für welchen die
zeitlichen Bedingungen im Sinne von Recherchen nicht ausreichten. Zudem soll auch speziell
auf die Schüler der Dombergschule eingegangen werden. Durch diese Belegarbeit erhoffen
wir uns ein vorzeitiges Ergebnis und erwarten ein ähnliches in der Seminararbeit.

5. Interpretation und Auswertung

Da die Erfahrungen und Eindrücke der meisten Schüler inhaltlich übereinstimmen, und ich
Berichte und keine Umfragen zur Auswertung vorliegen habe, halte ich es nicht für nötig eine
visuelle Auswertung in Form von Diagrammen vorzunehmen. Vielmehr entscheide ich mich
über von mir entworfenen Oberbegriffen in Tabellenform Zitate aus verschiedenen Briefen
anzubringen und diese anschließend auszuwerten. Damit werde ich versuchen ersteren
Sachverhalt zu bestätigen und meine Hypothesen belegen.

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5.1 Die Entwicklung von sozialen Kompetenzen für Schüler des Gymnasiums

Oberbegriffe Zitate
(1) Erster Eindruck; (1) „Ich stellte mir das ziemlich schwierig vor. Vor dem
Anlass ersten Besuch hatte ich sogar etwas Angst […], wie die
Kinder auf unsere Anwesenheit reagieren würden.“
(2) „Wir wurden gefragt ob wir nicht Lust hätten etwas
mit geistig behinderten Kindern zu unternehmen.“
(3) „Eigentlich hatte ich mir früher keine großen
Gedanken über Behinderte gemacht.“
(4) „Als ich das erste Mal da war hatte ich schon ein
bisschen Angst“
(5) „Ich wusste nicht, wie ich mit ihnen umgehen sollte!“
(6) „Werden die geistig behinderten Kinder aggressiv?“
(2) Einschätzung des (1) „Wenn man nicht wüsste, dass sie behindert sind
Kontaktes würde man es nicht merken.“
(Charaktereinschätzungen) (2) „[…] begegneten uns die Kinder immer freundlich und
aufgeschlossen.“
(3) „[..] sie wollen wie alle Menschen behandelt werden.“
(4) „Sie lachen, spielen, malen gern.“
(5) „Die Kinder schlossen uns gleich in ihre Herzen.“
(6) „Man sollte sie anschauen und gleich ein Lächeln
schenken!“

(3) Die gemeinsame Arbeit (1) „Ich hätte nie gedacht, dass man soviel Abwechslung
in den Unterricht bringen kann.“
(2) „Mir wird der Fasching lange in Erinnerung bleiben,
denn sowas habe ich noch nie erlebt!“
(3) „Sie freuen sich über jeden Erfolg den sie bei der
Arbeit erzielen.“
(4) „Es ist sehr interessant, wie Menschen mit ihren
unterschiedlichen Behinderung bei gleicher Förderung
entwickelt sind“
(5) „Sie freuen sich, wenn sie Fortschritte machen.“
(4) Behinderte Menschen (1) „In unserem Land haben es Behinderte sehr schwer!“
im Alltag (2) „Sie werden abgegrenzt in eigene Heime oder
Förderschulen.“
(3) „Ich finde es ungerecht wenn sich andere Leute über
sie lustig machen.“
(4) „Sie haben genauso Gefühle wie wir!“
(5) „Man sollte die Vorurteile gegenüber Behinderten
abbauen!“

Dies sollen nur einige Beispiele sein, man findet ähnliche Textstellen in jedem Bericht.
Anhand dieser Zitate wird also deutlich, dass die Erfahrungen aller Teilnehmer sehr ähnlich
sind. Vielmehr wird allerdings die Entwicklung von Sozialkompetenzen sichtbar. Während
vor Beginn des Projektes Berührungsängste bestanden, änderte sich das Bild auf die
Behinderten Kinder spürbar. Allein durch das Beobachten der Kinder und kurzen Gesprächen
mit ihnen scheint sich eine völlig vorurteilslose Einstellung entwickelt zu haben, die zu einer
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weiteren Kontaktfreudigkeit führt. Auch bei der gemeinsamen Arbeit konnte ein gegenseitiges
lernen festgestellt werden. Man könnte einfach formuliert sagen, dass durch ein Füreinander
und Voneinander ein neues Miteinander entstanden ist. Dies zeigt sich auch von dem Bild,
dass die Schüler von Behinderten im Allgemeinen und im Alltag haben. Hier entstand auch
ein Interesse, wo vorher eher Desinteresse herrschte. Auch Forderungen nach mehr
praktischem Handeln zur Sozialisation von Behinderten wurden deutlich. Mit Auswertung
anhand dieser ausgewählten Zitate wird deutlich, dass sie erste Hypothese belegt wird.

5.2. Berufliche Orientierung durch das Erkennen von Hilfebedürfnissen

Wie in punkt 5.1 bereits erwähnt wurde die Forderung nach praktischem Handeln im Sinne
der Sozialisation von Behinderten Menschen deutlich. Diese Meinung kann auch auf eine
spätere berufliche Orientierung deuten. Um diese These weiterhin zu belegen sollen
nachfolgend noch speziellere Zitate gewählt werden.

Oberbegriffe Zitate
Bereits in Beruf oder (1) „Dieses Projekt hat mich dazu bewogen selbst
Ausbildung stehend Pädagogin zu werden.“
(2) „Das war ein großer Grund für meine Entscheidung
Krankenschwester zu werden.“
(3) „Sehr positiv und für unsere spätere pädagogische
Laufbahn sehr hilfreich war die Möglichkeit den
Unterricht selbst gelegentlich mitgestalten zu dürfen.“
Für das spätere Leben (1) „Ich möchte auch gerne in der Zukunft helfen Menschen
planend in die Gesellschaft zu integrieren!“
(2) „Ich konnte meine Scheu überwinden und überlege jetzt
sogar auch Sonderpädagogin zu werden.“
(3) „Sonderpädagogin ist auf jeden Fall ein Beruf, den ich
mir überlegen werde auch auszuüben.“

Auch hier sind wieder nur einige Beispiele angegeben. Jedoch lassen sich aus der erneuten
Übereinstimmung derjenigen, welche etwas zur Berufsorientierung geschrieben haben
erkennen, dass das Projekt auf jeden Fall einen Einblick in die Arbeit mit Behinderten
Menschen gibt. Viele der ehemaligen Teilnehmer die nicht in diese Berufsrichtung gegangen
sind schreiben trotzdem von einer unvergesslichen Erfahrung. Zusammen mit den Zitaten (4)
im Punkt 5.1 wird deutlich, dass die zweite These ebenfalls belegt wurde.

Das Forschungsergebnis bestätigt auch meine persönlichen Vermutungen. Erst durch den
Umgang mit geistig behinderten Menschen und dem damit verbundenen Einblick in dessen
Leben kann man solche Menschen gut verstehen. Wie auch in den Berichten der anderen
Teilnehmer deutlich wird, ist es eine Tatsache, dass Behinderte in unserer Gesellschaft täglich
ausgegrenzt werden. Das Projekt „Gemeinsame Wege gehen“ schafft diese Vorurteile bei den
Teilnehmern aus der Welt und bietet durch die Eindrücke, welche man in ihm gewinnen kann
auch die Möglichkeit einer beruflichen Orientierung im sozialen Bereich. Demzufolge kann
man es als erziehend bezeichnen, und zwar für Menschen mit unterschiedlichen
Voraussetzungen. Es ist eigentlich unbegreiflich, warum Menschen in unserer scheinbar
aufgeklärten Gesellschaft immer noch ausgegrenzt werden. Das Projekt spornt zum
praktischen Handeln an und fördert Soziale Kompetenz was durch die Auswertung der Briefe,
Berichte, Sammlung von Erfahrungen und Eindrücken bewiesen wurde.
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