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Ukrain

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 14.01.2007

Stichworte: Pflanzengifte, Schöllkraut,

Pflanzengifte
Ukrain ist eine Substanz aus dem Schöllkraut, das überall am Straßenrand wächst. Den Saft
vom Schöllkraut kann man nutzen, um Warzen zum Verschwinden zu bringen. Habe ich
selbst ausprobiert und bei mir hat es funktioniert.

In der Ukraine hat man nun den Wirkstoff des Schöllkrauts isoliert, um ihn auch gegen
bösartige Tumoren zu nutzen.

Aschhoff B 2000 berichtet über die Anwendung von Ukrain in der Villa Medica Klinik in
Edenkoben bei Patienten, die auf keine konventionelle Behandlung mehr ansprachen.

Neben Ukrain wurden die Patienten mit Hyperthermie, Selen, Cimetidin und Vitamin A
behandelt. Welcher von den Stoffen die Wirkung hervorgerufen hat, ist also schwer zu
sagen. Aber es wurde bei einem Fünftel der Patienten eine Vollremission erreicht. Also ein
vollständiges Verschwinden des Tumors. Besonders groß war die Wirkung bei
Prostatakrebs, einer Tumorart, die sich sehr ähnlich verhält wie der Brustkrebs. Hier soll es
bei 14 von 20 Menschen zu einem völligen verschwinden des Tumors gekommen sein.

Eine neue Übersicht über die Ergebnisse der Schöllkraut- bzw. Ukrainwirkung bietet
E.Ernst 2005. Sie steht auf englisch ganz im Netz: Ukrain

Dort kommen Ernst und Schmidt zu dem Ergebnis, dass einiges für die Wirksamkeit von
Ukrain gegen Krebs spricht und das sorgfältigere Studien Not tun. Interessant ist folgende
Nebenbemerkung: A leaflet distributed to patients at the Bristol Cancer Help Centre,
United Kingdom, describes Ukrain as " the only known product, which at present does not
also destroy healthy cells, and which reduces tumors and boosts the immune system..." Das

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heißt, dass das Ukrain normalen Zellen nichts tun soll. Das wäre ja sehr interessant und
man könnte es mal ausprobieren. Aber bis jetzt habe ich mich noch nicht getraut: Denn der
Wirkstoff, auf dem Ukrain basiert, soll bei Einnahme zu Lebervergiftung führen. Wie die
Autoren des Übersichtsartikels anführen, sind die veröffentlichten Ergebnisse der teuren
Ukrainbehandlung sehr gut. Die Frage ist, wie bei allen, ob diese Daten stimmen. Ein
Problem das bei vielen Brustkrebsstudien auftritt.

Wirkungsmechanismus von Ukrain


Wenn man sich überlegt, ob und wie Ukrain wirken könnte, ist es wichtig, sich zu fragen,
wie es auf die Krebszellen wirkt. Dazu sind von Mendoza Z 2006 Untersuchungen
angestellt worden.

Ein Weg zum geregelten Zelltod, der Apoptose, der durch viele Medikamente gegen
Krebszellen beschritten werden soll, ist der über den Transkriptionsfaktor NF-kappa B.
Dabei stellte sich heraus, dass der durch Ukrain bewirkte Zelltod nicht mit Hilfe von NF-
kappa B eintritt und das ist nicht uninteressant, weil der Weg über NF-kappa B nämlich in
vielen Krebsarten nicht funktioniert, was auch die Wirkung der Chemotherapie unmöglich
macht.

Das macht die Wirkung von Ukrain wieder interessant. Dass die Substanz Krebszellen
töten kann, scheint nicht unmöglich zu sein.

Text im Archiv der Library of Congress: http://web.archive.org/web/*/http://erieping.de/ukrain.htm

Nachtrag 05/2010

Zu Ukrain s. auch die Einschätzung von Krebsinfo.de / Tumorzentrum München:

„Ukrain ist ein Mischpräparat aus Extrakten des großen Schöllkrautes und einem Zytostatikum (Thio-TEPA). Es wird zur Behandlung von
Malignomen, aber auch von Vorstufen angepriesen bei sehr guter Verträglichkeit. Die vorklinischen Untersuchungen ergaben widersprüchliche

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Ergebnisse. Trotz einer hohen Zahl behandelter Patienten zeigen klinische Untersuchungen keine überzeugenden antitumoralen Effekte.“ Zitiert nach
dem Stand 28.08.2006, s. http://web.archive.org/web/20060824074547/http://www.krebsinfo.de/ki/alternativ/kialt003.html

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