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zur #rpTEN Jetzt mitnehmen! * Das digitale Magazin für E-Business, Social Media und die Internetwirtschaft.
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* Das digitale Magazin für E-Business, Social Media
und die Internetwirtschaft. Zum ersten Mal analog!
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BEST OF zur #rpTEN

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Wir haben das Internet ausgedruckt!

Ausgerechnet zu einer Internetkonferenz gibt es ein gedrucktes „Best of“ eines ansonsten rein digitalen Magazins? Ja, das haben wir uns mal erlaubt. Willkommen!

Magazins? Ja, das haben wir uns mal erlaubt. Willkommen! Falk Hedemann, Jan Tißler, Sebastian Schürmanns Was

Falk Hedemann, Jan Tißler, Sebastian Schürmanns

Was mir machen, ist aber auch sonst nicht ganz normal – aus Überzeugung. Wir veröffentlichen ausführliche Artikel rund um E-Business, Social Media, die Internet- wirtschaft und verwandte Themengebiete. Jeden letz- ten Mittwoch des Monats erscheint eine neue Ausgabe mit jeweils einem Schwerpunkt. Im Mai 2016 ist das „Privatsphäre“ gefolgt von „Facebook fürs Business“ und „Künstliche Intelligenz“.

Man kann die Ausgaben einzeln kaufen oder abonnie- ren. Wir veröffentlichen sie derzeit in unseren Apps für iPhone, iPad und Android-Geräte sowie in drei E-Book- Formaten. Und wer lieber probelesen will, schaut auf der Website vorbei: Wir veröffentlichen dort nahezu alle Beiträge der Ausgaben in voller Länge, kostenlos und frei zugänglich. E-Mail-Newsletter und RSS-Feed gibt es ebenfalls.

Foto: Patrick Lux, patrick-lux.de

Werbefrei ist die Seite auch noch, abgesehen vom Logo unseres Hauptsponsors Mittwald oben rechts. Wir bitten um freundliche Beachtung, denn ohne ihre Unterstüt- zung wäre UPLOAD in dieser Form gar nicht möglich. Ab und an veröffentlicht jemand aus ihrem Team einen Sponsored Post bei uns (siehe den Artikel zu Shopware 5 in diesem „Best of“).

Hinter uns steht übrigens kein großer Verlag. Das UPLOAD Magazin sind wir drei, viele großartige Autorinnen und Autoren sowie etliche Helfer. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an alle, die uns auf dem bisherigen Weg geholfen haben. Wir sind selbst ganz baff, dass wir jetzt bei der re:publica ausliegen.

Viel Spaß beim Lesen!

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UPLOAD Magazin

Autorinnen und Autoren

Seite 4 UPLOAD Magazin Autorinnen und Autoren Nina Diercks , M.Litt (University of Aberdeen) ist Rechtsanwältin

Nina Diercks, M.Litt (University of Aberdeen) ist Rechtsanwältin und Partnerin der Kanzlei Dirks & Diercks in Hamburg und Gründerin wie Autorin des Social Media Recht Blog. In ihrer täglichen Arbeit löst sie für ihre Mandanten all diejenigen juristischen Fragestellungen, denen Unternehmen in der digitalen Welt begegnen.

Falk Hedemann | Falk ist Freier Journalist und Blogger und berät zudem Unternehmen bei ihrer digitalen Kommunikation, der Content Strategie und der Distribution von Inhalten im Falk Hedemann Social Web. Online zu finden ist er auf seinem privaten Blog, bei Twitter und Social Web. Online zu finden ist er auf seinem privaten Blog, bei Twitter und Google+.

Vivian Pein | Vivian Pein ist Autorin, Do- zentin und Beraterin im Bereich digitale Kommunikation, sowie Senior Partnerin der Manufaktur Guts and Glory. Auf Basis von mehr als 9 Jahren Erfahrung als Social Media und Community Managerin hat sie mit dem Buch „Der Social Media Mana- ger“ ein Standardwerk für den Berufsstand geschaffen.Vivian Pein

ger“ ein Standardwerk für den Berufsstand geschaffen. Christiane Brandes-Visbeck | Heute betreibt die

Christiane Brandes-Visbeck | Heute betreibt die Journalistin und Beraterin die Agentur Ahoi Consulting in Hamburg. Der aktuelle Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der digitalen Führung.

Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der digitalen Führung. Dr. Kerstin Hoffmann | Sie ist Kom- munikations-

Dr. Kerstin Hoffmann | Sie ist Kom- munikations- und Strategieberaterin, Vortragsrednerin, Buchautorin und bloggt als „PR-Doktor“. Im Mai 2015 ist ihr neues Buch „Web oder stirb! Erfolgreiche Kommunikationsstrategien in Zeiten des digitalen Wandels“ erschienen.

in Zeiten des digitalen Wandels“ erschienen. Kristina Kobilke | Kristina ist Jahrgang 1977, ist

Kristina Kobilke | Kristina ist Jahrgang 1977, ist Diplom-Betriebswirtin, selbstän- dige Trainerin, Autor und Coach für Digi- talen Wandel, Digitale Medienkompetenz und Digitales Marketing.

Wandel, Digitale Medienkompetenz und Digitales Marketing. Peter Großkopf | Peter studierte Wirtschaftsinformatik an

Peter Großkopf | Peter studierte Wirtschaftsinformatik an der Universität Münster. Während des Studiums arbeitete er als Freelance Web Engineer in zahlreichen Projekten für Startups und Enterprise Firmen (z.B. Victoria Versicherungen, Celesio). 2008 gründete er die Zweitag GmbH, eine Beratung für professionelle Software Entwicklung in Münster und baute die Firma in 5 Jahren auf 27 Mitarbeiter mit Kunden wie Fuchs und Red Bull aus.

Phillip Mahlow | Er ist neben seiner Tätigkeit als PHP-Entwickler bei Mittwald als Dozent für Shopware-Schulungen tätig und hat sich auf die individuelle Anpassung von Shopware Systemen Phillip Mahlow spezialisiert. Er ist Shopware Certified Template Engineer sowie Shopware Certified Developer Advanced. spezialisiert. Er ist Shopware Certified Template Engineer sowie Shopware Certified Developer Advanced.

Engineer sowie Shopware Certified Developer Advanced. Torben Leuschner | Er ist seit 2008 als selbstständiger

Torben Leuschner | Er ist seit 2008 als selbstständiger Webentwickler für Agenturen tätig und zusätzlich an mehreren Startups beteiligt. Neben seiner Vorliebe für moderne Webtechnologien hegt er eine große Affinität zum Online- Marketing.

hegt er eine große Affinität zum Online- Marketing. Wibke Ladwig | Sie ist Social Web Ranger

Wibke Ladwig | Sie ist Social Web Ranger und Ideenkatalysator. Mit ihrer Sinn und Verstand Kommunikationswerkstatt begleitet sie Unternehmen, Freiberufler und Führungskräfte in den Landschafts- raum Internet. In Vorträgen, Seminaren und Workshops vermittelt sie Verständnis und Wissen über Social Media und digitale Kommunikation. Außerdem unterstützt sie Unternehmen dabei, kreative und eigenständige Ideen für ihre Kommunika- tion zu entwickeln und sie umzusetzen.

für ihre Kommunika- tion zu entwickeln und sie umzusetzen. Jan Tißler | Jan ist auch bekannt

Jan Tißler | Jan ist auch bekannt als jati. Der langjährige Journalist aus Hamburg lebt inzwischen die meiste Zeit des Jahres in San Francisco. 2006 hat er das UPLOAD Magazin aus der Taufe gehoben.

BEST OF zur #rpTEN

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Inhalt

Messenger-Marketing: Was heute geht, was morgen kommt

Vivian Pein gibt einen Überblick über den Status Quo in Deutschland und zeigt die Pläne der großen Player wie Facebook Messenger, WhatsApp und Snapchat auf.

Seiten 6 - 12

Der schmale Grat der Schleichwerbung im Netz

Rechtsanwältin Nina Diercks beleuchtet in ihrem Gastbeitrag den schmalen Grat der „unauffälligen Werbung“ und erklärt die aktuelle Rechtslage und Rechtssprechung.

Seiten 13 - 17

Die perfekte mobile Webseite

Torben Leuschner erklärt die wichtigsten Grundlagen einer perfekten mobilen Website und zeigt gelungene Beispiele.

Seiten 18 - 22

Shopware 5: Erste Schritte, Tipps und Tricks [Sponsored]

Philipp Mahlow, PHP-Entwickler unseres Sponsors Mittwald, stellt die neuen Features vor und erklärt die ersten Schritte mit dem System.

Seiten 23 - 27

Best Practice „Corporate Blogs“:

Wie gut stehen deutsche Unternehmen da?

Hier ist ein Best of der deutschen Unternehmensblogs von Dr. Kerstin Hoffmann – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber mit zahlreichen guten Beispielen.

Seiten 28 - 32

Instagram: Tipps und Tools für mehr Erfolg, mehr Follower, mehr Spaß

Wie diese Gemeinschaft funktioniert, was die wichtigsten Regeln der Community sind und wie Sie nachhaltig auf Ihre Foto- und Videobeiträge aufmerksam machen, erfahren Sie von Kristina Kobilke.

Seiten 33 - 39

Influencer Marketing I:

Was sind Influencer und wie findet man sie?

Ein Versuch eines Influencer-Marketing-Guides von Falk Hedemann.

Seiten 40 - 46

Digital Leadership: Fünf Denkanstöße für eine moderne Führungskultur

Christiane Brandes-Visbeck hat fünf Denkansätze für moderne Führungskräfte parat. Anhand dieser Punkte erklärt sie ihre Überlegungen und zeigt Beispiele.

Seiten 47 - 51

Die Welt mit anderen Augen sehen:

Storytelling als Kunsthandwerk

Wibke Ladwig über die Kunst des Geschichtenerzählens und was in den Werkzeugkasten für gute Stories gehört.

Seiten 52 - 55

Wie man das richtige Projektmanagement-Tool findet

Peter Großkopf erklärt die Prämissen unterschiedlicher Projekttypen und beschreibt Beispiele und potenzielle Einsatzzwecke von vier verschiedenen Tools.

Seiten 56 - 58

Seite 6

Seite 6

UPLOAD Magazin

UPLOAD Magazin

Messenger-Marketing:

Was heute geht, was morgen kommt

Seit etwa einem Jahr gibt es einen neuen Stern in der digitalen Kommunikation:

Messenger bringen die Augen der Marketing-Berater zum Leuchten. Doch für wen ist Messenger-Marketing wirklich sinnvoll? Welche Möglichkeiten gibt es und was müssen Sie bei der Umsetzung bedenken? In diesem Artikel werde ich Ihnen zunächst einen Über- blick über den Status Quo in Deutschland verschaffen und die Pläne der großen Player wie Facebook Messenger, WhatsApp und Snapchat aufzeigen. Schließlich machen wir einen kleinen Ausflug nach China, wo der lokale Messenger-Anbieter WeChat bereits seit Langem ausgefeilte Möglichkeiten für Unternehmen anbietet.

(Grafik: © AlexOakenman – Fotolia.com)
(Grafik: © AlexOakenman – Fotolia.com)

WhatsApp in Zahlen

WhatsApp bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, sich via Text, Fotos, Tonaufnahmen oder Videos im Chat aus- zutauschen und das sowohl mit Einzelpersonen als auch mit ganzen Gruppen. Darüber hinaus sind Voice-und Videoanrufe seit Kurzem möglich. Seit dem Sommer die- ses Jahres gibt es auch eine Weboberfläche, die Whats- App an jedem Computer nutzbar macht. In Deutschland liegt WhatsApp sowohl in der Nutzung durch Privat- personen als auch durch Unternehmen ganz vorne.

WhatsApp hat weltweit über 900 Millionen aktive Nut- zer, 70 Prozent davon sind sogar täglich auf WhatsApp aktiv und versenden dabei 30 Milliarden Nachrichten. In Deutschland liegt die Anzahl der WhatsApp Nutzer etwa bei 35 Millionen und übertrifft damit die Anzahl der Facebook-Nutzer um rund 7 Millionen. Insgesamt entspricht das einer Verbreitung von 43,75 Prozent in der Gesamtbevölkerung. Auch in der Schweiz ist Whats- App Marktführer unter den Messengern. In Österreich wird von immerhin „über eine Million Nutzern“ ausge- gangen.

BEST OF zur #rpTEN

BEST OF zur #rpTEN

Seite 7

Seite 7

BEST OF zur #rpTEN BEST OF zur #rpTEN Seite 7 Seite 7 Abbildung 1: n-tv Zuschauer

Abbildung 1: n-tv Zuschauer können per WhatsService auf dem Laufenden bleiben

Der „ruf Young Traveller Kompass“ (PDF) kam in der Gruppe zwischen 10 und 25 Jahren zu einem noch deut- licherem Ergebnis: 95 Prozent der Befragten nutzen die App täglich um zu kommunizieren. Kein Wunder also, dass Marketeers hier hellhörig werden und mit diesem Kanal experimentieren.

Anwendungsszenarien für WhatsApp

Aktuell gibt es drei große Anwendungsszenarien, die mit WhatsApp umgesetzt werden.

Empfehlungen über den Share-Button

Die einfachste Art und Weise die Reichweite von Whats- App zu nutzen, ist die Integration eines Share-Buttons in die eigene Webseite. Insbesondere auf Nachrichten- Seiten und Blogs taucht das grüne Symbol immer häufi- ger auf und erleichtert somit den Lesern das Teilen des Inhaltes an Kontakte in WhatsApp.

Ein weiteres Einsatzgebiet sind Online-Shops. Beispiels- weise können Kunden in dem mobilen Online-Shop von Douglas bereits Produkte per Klick an ihre Kontakte in WhatsApp empfehlen.

Messenger als Newsletter-Ersatz

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ist das Versenden von aktuellen Nachrichten oder sogar Newslettern. Die BBC brachte diesen Dienst bereits 2014 auf den Weg und konnte dafür sogar WhatsApp als Kooperationspartner gewinnen. Im deutschsprachigem Raum nutzen diese Möglichkeit des Push-Marketings beispielsweise die Sender n-tv (siehe Abbildung) oder der SRF, Printme- dien wie die Internetworld oder DerStandard.at. Einzel-

händler nutzen die App, um Ihren Kunden die neusten Angebote direkt auf das Smartphone zu schicken. Ein Beispiel hier ist die Fleischerei Stroh.

Möglich wird dieses Anwendungsszenario durch Broad- cast Listen: Damit kann man einer Gruppe von bis zu 256 Personen Nachrichten schicken, ohne die Empfän- ger untereinander zu verbinden oder offen zu legen. Diese Funktion hat gegenüber Facebook Status-Updates einen entscheidenden Vorteil: Alle Empfänger bekom- men die Nachricht direkt auf ihrem Smartphone ange- zeigt. Nachrichten von Unternehmen werden genauso behandelt wie die von privaten Kontakten. In diesem Vorteil liegen zugleich Herausforderungen:

1. Die erste Herausforderung besteht darin, den Nutzer überhaupt in die Broadcast Liste zu bekommen. Dafür muss dieser nicht nur dem Unternehmen seine Num- mer übermitteln, sondern zusätzlich den Absender in seine Kontakte aufnehmen. Rechtlich ist in diesem Schritt eine ausdrückliche Zustimmung zu dem Emp- fang von WhatsApp Nachrichten notwendig, eben- so die Möglichkeit den Dienst jederzeit zu stoppen. Empfehlenswert ist ein Hinweis, dass die Rufnummer dafür an WhatsApp übermittelt wird und somit per- sonenbezogene Daten in die USA exportiert werden. 2. Die zweite Herausforderung liegt in dem privaten Umfeld, in das Sie mit Ihren Nachrichten eindringen. Dies macht es umso wichtiger, dass Ihre Nachrichten für Ihre Empfänger relevant und wertvoll sind. Die BBC limitiert sich hier beispielsweise selbst, indem pro Tag nur die drei wichtigsten News an die Abon- nenten verschickt werden. Eine andere Möglichkeit ist die ergänzende Begleitung von TV-Shows und Events, an denen der Abonnent sowieso so schon Interesse hat. Einblicke hinter die

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UPLOAD Magazin

Kulissen oder Interviews mit den Protagonisten oder Gästen stellen an dieser Stelle direkt einen Mehrwert dar.

Ein schönes Beispiel dafür liefert das ZDF. Der Sender bildete über die Broadcast Funktion ein Zusatzange- bot zu der Serie „Das große Schlüpfen“ ein. Dieser in- formierte die Abonnenten, wenn ein Tier das Licht der Welt erblickte und zeigte regelmäßig Einblicke hinter die Kulissen (siehe Abbildung 2).

Messenger für die 1:1-Kommunikation

(siehe Abbildung 2). Messenger für die 1:1-Kommunikation Abbildung 2: Beispielhafte WhatsApp-Chats zu „Das große

Abbildung 2: Beispielhafte WhatsApp-Chats zu „Das große Schlüpfen“

In Abbildung 2 sehen Sie gleichzeitig das dritte Anwen- dungsszenario: Die persönliche 1:1-Kommunikation zwischen Nutzern und Unternehmen.

75% finden Kundenservice per WhatsApp besser als via Social Media1:1-Kommunikation zwischen Nutzern und Unternehmen. Eine der naheliegendsten Angebote im Rahmen der di- rekten

Eine der naheliegendsten Angebote im Rahmen der di- rekten Kommunikation ist natürlich der Kundenservice. Messenger bieten hier – zumindest theoretisch – einen geschützten Raum, in dem der Kunde sein Anliegen mit dem Unternehmen klären kann. Eine Studie von HeyWi- re Business kam zu dem Ergebnis, dass 75 Prozent der Nutzer für den Kundenservice lieber über Textnachrich- ten kommunizieren als per Social Media. Unternehmen wie Yourfone und die Autohäuser der Freese-Gruppe bieten Ihren Kunden hier bereits diese Möglichkeit an.

Neben dem klassischen Kundenservice gibt es bereits eine Reihe von Beispielen, bei denen der Nutzer via WhatsApp beraten wird. Einen kleinen Einblick in die Vielfalt der Möglichkeiten möchte ich Ihnen hier zeigen.

Die Kampagne „Studieren in Fernost“ arbeitet seit Jahren daran, Studenten für ein Studium in den öst- lichen Bundesländern zu begeistern. Im Mai 2014Vielfalt der Möglichkeiten möchte ich Ihnen hier zeigen. boten die teilnehmenden Hochschulen erstmals eine

boten die teilnehmenden Hochschulen erstmals eine persönliche Studienberatung per WhatsApp an, die sehr gut angenommen wurde.

Der Lebensmittelhersteller Hellmanns stellte Inter- essenten mit dem Service WhatsCook einen echten Koch zur Verfügung. Dieser kreierte aus den Inhal- ten des Kühlschranks ein Rezept, natürlich immer mit Produkten von Hellmanns. Der Nutzer wurde mit Tipps, Fotos und Videos durch den Kochvorgang begleitet und bekam auch via Message gesagt, wann es Zeit ist, das Gericht aus dem Ofen zu holen. Das Startup Just Spices setzt aktuell auf eine ähnliche Idee unter gleichem Namen und bietet den Nutzern Hilfe zu Gewürzen an. Hilfe zu Gewürzen an.

Outfittery bietet seinen Kunden einen „WhatsApp Sty- lecheck“ an und auch Zalando hat bereits einen per- sönlichen Styling-Ratgeber via WhatsApp getestet. - lecheck“ an und auch Zalando hat bereits einen per- sönlichen Styling-Ratgeber via WhatsApp getestet.

per- sönlichen Styling-Ratgeber via WhatsApp getestet. Den Link zum Video finden Sie im Online-Artikel WhatsApp als

Den Link zum Video finden Sie im Online-Artikel

WhatsApp als persönlichen Servicekanal zu nutzen, hat aktuell vor allem einen Haken: Es gibt es noch keine of- fizielle Anbindung, über die der Messenger in bestehen- de Serviceanwendungen integriert werden kann. Zwar gibt es einige Anwender, die mit „grauen APIs“ arbeiten, das ist aber nicht empfehlenswert. Mehr dazu von Ben Ellermann. Das bedeutet somit Handarbeit, und die ist teuer und aufwendig. Dazu kommen datenschutzrechtliche, sowie AGB-bedingte Herausforderungen, auf die ich im fol- genden Abschnitt eingehen möchte.

Der Haken am Messenger-Marketing

Der große Haken an den vielen erfolgreichen Beispielen auf WhatsApp ist: Die „Terms of Service“ (Nutzungsbe- dingungen) untersagen die kommerzielle und gewerb- liche Nutzung des Messengers. Unternehmen, die die App trotzdem für diesen Zweck nutzen, gehen damit das Risiko ein, dass ihnen jederzeit der Zugang entzogen werden kann. Zwar denkt Facebook laut darüber nach, WhatsApp ebenfalls mit den Unternehmensfunktionen auszustatten, die gerade im Facebook Messenger getes-

BEST OF zur #rpTEN

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tet werden, dies wäre aber eine langfristige Perspektive. Darüber hinaus sorgte WhatsApp im Bezug auf Da- tenschutz und Sicherheit immer wieder für negative Schlagzeilen. Die datenschutzrechtliche Zulässigkeit für den Unternehmenseinsatz ist nicht abschließend geklärt. Der Rechtsanwalt Carsten Ulbricht hat die aktu- elle Sachlage auf seinem Blog ausführlich diskutiert und kommt zu dem folgenden Fazit:

ausführlich diskutiert und kommt zu dem folgenden Fazit: „Wie bei vielen neuen Möglichkeiten, die die Digitale

„Wie bei vielen neuen Möglichkeiten, die die Digitale Transformation bietet, muss jedes Unternehmen für das jeweilige Anwendungsszenario unter individuel- ler Abwägung der Chancen und Risiken über die Nut- zung entscheiden. Dabei sind einzelne Szenarien denkbar (z.B. mit aufgeklärter Einwilligung) bei de- nen sich der Einsatz von Whatsapp durch Unterneh- men rechtskonform aufsetzen lässt. Der unkontrol- lierte Einsatz von WhatsApp erscheint derzeit im Hinblick auf die „gefühlte“ Vertraulichkeit der direk- ten Kommunikation und der anhaltenden Sicher- heitsbedenken eher bedenklich.“

Die Datenschutzproblematik ist an dieser Stelle nicht auf WhatsApp begrenzt, sondern gilt ebenso für den Fa- cebook-Messenger. Bei Letzterem ist jedoch die gewerb- liche Nutzung erlaubt und wird sogar aktiv beworben.

Facebook-Messenger: Vom Textchat zum Allround-Talent

Der Facebook Messenger hat aktuell 700 Millionen Nutzer und ist direkt nach Facebook der zweithäufigste App-Down- load bei iOS-Geräten. Was als klassische Nachrichtenfunk- tion auf der Facebook-Plattform begann, ist mittlerweile ein wahres Allround-Talent der Kommunikation. Die Nut- zer können den Chat mit Stickern verzieren, ihren Standort mit anderen teilen und Fotos, Audio- oder Videobotschaf- ten sowie Dateien verschicken. Dazu kommen kostenlose Audio- und Videoanrufe über die App. In ausgewählten Regionen ist sogar eine Bezahlfunktion verfügbar, die sich nahtlos in die App einfügt. Darüber hinaus hat Facebook die Anbindung an den Messenger für Entwickler geöffnet, die so ihre Anwendungen integrieren können. Damit ist der Weg frei für Spiele und Co., aber eben auch Anschlüsse an CRM- oder E-Commerce-Systeme. Bei Letzterem ist Vor- sicht geboten: Facebook untersagt die Speicherung vieler Daten, die in den Nutzerprofilen sichtbar sind. So werden Sie auf absehbare Zeit z.B. die Mobilnummer der Teilneh- mer nicht speichern dürfen. Dies schränkt die Nützlichkeit in Bezug auf CRM deutlich ein. Der Facebook-Messenger wird aktuell explizit auf die Nutzung durch Unternehmen vorbereitet und dabei als Plattform für den gesamten Verkaufszyklus positioniert. Ob die Beratung vor dem Kauf, die anschließende Pa-

ketverfolgung oder die Unterstützung bei Problemen nach dem Kauf – der Messenger bietet die Basis für die gesamte Kundenkommunikation. Auf einer eigenen Seite zeigt Facebook bereits wie das aussehen könnte. So hat der Kunde die Möglichkeit, nach dem Kauf einen Chat mit dem Verkäufer zu eröff-

nach dem Kauf einen Chat mit dem Verkäufer zu eröff- Abbildung 3: So bewirbt Facebook den

Abbildung 3: So bewirbt Facebook den Messenger für den Business-Einsatz.

nen (siehe Abbildung 3). Über diesen kann das Unternehmen jetzt einem Kunden auf Basis vorbereiteter Templates beispielsweise Be- stellbestätigungen oder Updates über den Versand zu- schicken. Der Kunde hat jederzeit die Möglichkeit mit dem Unternehmen Fragen zu klären. Der Facebook-Mes- senger ersetzt hier die klassische E-Mail und bietet zu- sätzliche Vorteile für beide Seiten: Der Kunde wird zum Beispiel per Push-Benachrichtigung direkt über jede neue Nachricht informiert, das Unternehmen bekommt so mehr Aufmerksamkeit. Darüber hinaus können beide Seiten sehen, ob eine Nachricht gelesen wurde. Auch im Hinblick auf die Skalierung ist der Facebook-Messenger vorbereitet: Aktuell besteht bereits eine Kooperation mit dem Kundenservice-Plattform-Anbieter Zendesk. Weitere Kooperationen sind in Planung.

Ein zusätzlicher Clou ist bereits absehbar, denn Ent- wickler haben in der Dokumentation für das Seiten- Plugin eine weitere Funktion entdeckt: Kunden können darüber direkt auf einer Webseite mit dem Anbieter auf Facebook in Kontakt treten. Damit wäre diese Art der Kontaktaufnahme nicht mehr nur im Anschluss an eine Transaktion möglich (s.o.), sondern wann immer der Kunde ein Anliegen an ein Unternehmen hat.

Darüber hinaus ist sicher, dass die erwähnte Payment- Funktion zukünftig den Kaufprozess in der App möglich machen wird. Ein Hinweis darauf findet sich in einem Screenshot aus Facebook M (siehe Abbildung 4), ei- nen persönlichem Assistenten auf Basis des Facebook Messengers, der gerade in Entwicklung ist. Dieser auf künstlicher Intelligenz basierende Dienst soll dem Nut- zer in Zukunft für seinen Nutzer alltägliche Aufgaben

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UPLOAD Magazin

Seite 10 UPLOAD Magazin Abbildung 4: Face- book M, der persön- liche Assistent hilft beim Aussuchen

Abbildung 4: Face- book M, der persön- liche Assistent hilft beim Aussuchen von Geschenken.

übernehmen. Sie können sich vielleicht vorstellen, wie viele Unternehmen hier Interesse haben könnten, in ei- nen derartigen Service integriert zu werden. Ich bin si- cher, dass wir rund um den Facebook Messenger in den nächsten Monaten noch viele Überraschungen erleben werden.

Blick über den Tellerrand:

China zeigt die Zukunft

Was bei den Messengern aus der Facebook-Familie noch in den Kinderschuhen steckt, ist schon lange Alltag bei den Wettbewerbern im asiatischen Markt. Insbesondere das chinesische WeChat ist mittlerweile ein wichtiges Marketing-Werkzeug für Unternehmen. Im Folgenden möchte ich Ihnen WeChat und insbeson- dere dessen Unternehmensfunktionen vorstellen, denn hier lässt sich sehr gut zeigen, wohin die Reise der hie- sigen Anbieter noch gehen könnte.

WeChat

WeChat, oder Wēixìn im Chinesischen, hat aktuell 500 Millionen aktive Nutzer. Die App ist dabei viel mehr als ein Messenger und verfügt über Funktionen, die typisch für Social Networks sind. Jeder Nutzer hat zum Beispiel eine eigene Chronik (Timeline), genannt „Moments“, in der Fotos, Videos, Audio-Nachrichten, Sticker und Texte mit sämtlichen Kontakten geteilt werden können. Na- türlich stehen all diese Funktionen auch in Einzel- und Gruppenchats, sowie über eine Broadcast-Funktion be- reit. WeChat ist seit Langem in der Webversion auch für

Computer verfügbar. Neue Kontakte lassen sich anhand der WeChat-ID, über das Scannen eines QR-Codes oder durch die Empfehlung eines Kontaktes hinzufügen. Da- rüber hinaus kann man sich WeChat-Nutzer im Umkreis anzeigen lassen oder durch Schütteln des Smartphones einen Zufallsgenerator nutzen, um sich Kontakte vor- schlagen zu lassen. Ganz neu ist die Walkie-Talkie- Funktion, die dem klassischen Funk-Pendant oder dem Push-to-Talk entspricht. Ein weitere Besonderheit ist die WeChat Wallet, der hauseigene Paymentservice, mit dem die Nutzer Geld untereinander transferieren kön- nen, aber auch Services wie Taxi, Flugtickets oder Kino- karten beanspruchen können (siehe Abbildung 5).

oder Kino- karten beanspruchen können (siehe Abbildung 5). Offizielle Accounts Abbildung 5: Das WeChat Wallet bietet

Offizielle Accounts

Abbildung 5:

Das WeChat Wallet bietet dem Nutzer eine Reihe von Services an.

WeChat bietet unterschiedliche Unternehmenszugänge an, die sich in den Funktionen und in der Erreichbarkeit unterschieden. Zunächst einmal wäre hier das Unter- schiedungskriterium: chinesisch oder international. Der wichtigste Unterschied hier ist, dass internationale Ac- counts für Nutzer aus China nicht erreichbar sind. Eine geschickte Methode des WeChat Mutterkonzerns Ten- cent, den strengen chinesischen Internet-Regeln für die Gesundheit des chinesischen Internets zu entsprechen. Die zweite Unterscheidung ist zwischen einem Abon- nement- (Subscription) oder einem Service-Account. Subscription-Accounts funktionieren ähnlich wie die Broadcast Listen bei WhatsApp. Dabei können die Ac- counts eine Nachricht pro Tag an unlimitierte Empfän- ger versenden. Der größte Unterschied und damit auch Nachteil dieses Accounts: Er liegt in einem speziellen Unterordner, den der Nutzer aktiv aufrufen muss, um zu sehen, was in den einzelnen Abonnements passiert ist. (siehe Abbildung 6)

BEST OF zur #rpTEN

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BEST OF zur #rpTEN Seite 11 Abbildung 6: Links der Servicekanal zwischen den privaten Chats, Rechts

Abbildung 6: Links der Servicekanal zwischen den privaten Chats, Rechts die Abonnements.

Service-Accounts dagegen sind direkt zwischen den pri- vaten Chats positioniert und informieren den Nutzer per Push-Notification über jede neue Nachricht. Dafür ist die Anzahl der Nachrichten ohne Bezug zur Service- leistung auf vier pro Monat limitiert.

Die finale Unterscheidung liegt zwischen verifizierten und nicht verifizierten Accounts. Verifizierte Accounts sind bisher, bis auf wenige Ausnahmen, nur für chinesi- sche Unternehmen verfügbar.

Unabhängig von der Art des Zugangs stehen allen Un- ternehmen die folgenden Basis-Funktionen zur Verfü- gung:

Nutzer-Management: Einblicke in die Profile der Nutzer, inklusive der Möglichkeit ein Alias hinzu- zufügen. Nutzer, inklusive der Möglichkeit ein Alias hinzu- zufügen.

Analytics: Detaillierte Auswertungen über die Follo- wer, Interaktion mit den Inhalten, Anzahl der Nach- richten und mehr.inklusive der Möglichkeit ein Alias hinzu- zufügen. Broadcast Messaging: Das Versenden von Nachrich- ten an alle

Broadcast Messaging: Das Versenden von Nachrich- ten an alle Abonnenten oder eine spezielle Ziel- gruppe.mit den Inhalten, Anzahl der Nach- richten und mehr. Content Management: Bilder, Audio- und Videoda- teien

Content Management: Bilder, Audio- und Videoda- teien hochladen und Multimedia Cards erstellen.ten an alle Abonnenten oder eine spezielle Ziel- gruppe. Auto-Reply: Einrichtung einer Willkommensnach- richt,

Auto-Reply: Einrichtung einer Willkommensnach- richt, Antworten auf spezielle Schlüsselbegriffe, sowie eine Standartantwort auf alle anderen Nach- richten.und Videoda- teien hochladen und Multimedia Cards erstellen. Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Funktionen

Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Funktionen für verifizierte Accounts. Darunter fallen:

Individuelles Menü: Ähnlich der Reiter bei Facebook können sich Unternehmen in WeChat individuelle Unterseiten bauen.Funktionen für verifizierte Accounts. Darunter fallen: Umfrage-Karten: Eine Multiple-Choice-Umfrage kann an die

Umfrage-Karten: Eine Multiple-Choice-Umfrage kann an die Nutzer versendet und eine Auswertung der Antworten im Backend eingesehen werden.sich Unternehmen in WeChat individuelle Unterseiten bauen. Gutschein-Karten: Unternehmen können ihren Kunden

Gutschein-Karten: Unternehmen können ihren Kunden Gutscheine, Kundenkarten, Coupons oder sogar einen Boarding-Pass direkt in der App erstel- len.eine Auswertung der Antworten im Backend eingesehen werden. Werbung: Unternehmen können Ihren Account mit einem genauen

Werbung: Unternehmen können Ihren Account mit einem genauen Targeting bewerben und das inklu- sive Ad-Manager und Reporting.sogar einen Boarding-Pass direkt in der App erstel- len. Letztendlich gibt es für den verifizierten Service-Ac

Letztendlich gibt es für den verifizierten Service-Ac- count noch diese besonderen Funktionen:

Service-Software: Eine eigene Servicekonsole, die es mehreren Agenten gleichzeitig ermöglicht, auf An- fragen zu antworten. Inklusive Standardantworten und Benachrichtigungen.Service-Ac - count noch diese besonderen Funktionen: Payment: Die Möglichkeit Zahlung über WeChat zu erhalten

Payment: Die Möglichkeit Zahlung über WeChat zu erhalten – online und sogar offline über das Scan - nen eines QR-Codes. erhalten – online und sogar offline über das Scan- nen eines QR-Codes.

WeChat Store: Eine Komplettlösung für einen On- lineshop innerhalb von WeChat.und sogar offline über das Scan - nen eines QR-Codes. Transaction-Messaging: Eventbasierte Nachrichten für

Transaction-Messaging: Eventbasierte Nachrichten für Buchungs-, Bestell- oder Bezahlungsbestätigun- gen und Status Updates.für einen On- lineshop innerhalb von WeChat. Hardware-Interface: Smart Devices wie zum Bei- spiel

Hardware-Interface: Smart Devices wie zum Bei- spiel Wearables können mit offiziellen Accounts in - nerhalb von WeChat interagieren. spiel Wearables können mit offiziellen Accounts in- nerhalb von WeChat interagieren.

Wie Sie vielleicht bemerkt haben, finden sich unter den Funktionen eine Reihe von Möglichkeiten wieder, die Facebook in den letzten Monaten auf der Plattform selbst oder in den Messenger integriert hat. Ich gehe da- von aus, dass wir in Zukunft weitere Funktionen sehen werden, die für den westlichen Markt adaptiert werden.

Beispiele auf WeChat

Um die aufgezählten Möglichkeiten plastischer zu ge- stalten, möchte ich Ihnen zum Abschluss ein paar gute Beispiele vorstellen.

Die Hilfsorganisation UNICEF Hong Kong war der ers- te Partner für WeChat Payment außerhalb des chinesi- schen Festlandes. In der App können die Nutzer nicht nur die Arbeit von UNICEF verfolgen, sondern auch ge- zielt für einen guten Zweck ihrer Wahl spenden (siehe Abbildung 7). Eingeführt wurde der Account im Rah- men des Erdbebens in Nepal, um unbürokratische und schnelle Hilfe zu ermöglichen.

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UPLOAD Magazin

Seite 12 UPLOAD Magazin Abbildung 7: UNICEF auf WeChat. Pilotanwendungen mit dem Internet der Dinge gibt

Abbildung 7: UNICEF auf WeChat.

Pilotanwendungen mit dem Internet der Dinge gibt es ebenfalls schon. Beispielsweise konnten Gäste des LINQ Hotel & Casino im Rahmen der CES 2015 ein smartes Hotelzimmer über WeChat steuern. Dafür konnten die Gäste ihre Suite per QR-Code mit ihrem WeChat Ac- count koppeln und anschließend innerhalb der App das Licht dimmen, die Jalousien und die Temperatur regeln oder die Tür öffnen und schließen (siehe Abbildung 8). (Online gibt es ein Video dazu)

(siehe Abbildung 8). (Online gibt es ein Video dazu) Abbildung 8: Im LINQ Hotel & Casino

Abbildung 8: Im LINQ Hotel & Casino lässt sich das Zimmer per WeChat bedienen.

Ein deutlich weniger spektakuläres, aber umso gängige- res Beispiel kommt von Watsons, der führenden Droge- riekette in Asien. Diese bildet die eigene Kundenkarte in WeChat ab, für die die Nutzer sich mit dem Senden ei- ner Zahl registrieren können. Diese ist sofort in der App verfügbar und muss nur an der Kasse vorgezeigt werden. Natürlich werden auch stetig neue Angebote über We- Chat verschickt (siehe Abbildung 9, linke Seite). Dazu bietet Watsons einen Store-Locator an, der dem Kunden auf Basis seines Standortes den am nächsten gelegenen Markt zeigt. Für Aktionen greift Watsons gern auf die Shake-Funktion zurück. Zum Neujahresfest konnten sich Nutzer beispielsweise Rabatte erschütteln. China Airlines aus Taiwan bietet auf ihrem WeChat Ac- count sämtliche Informationen zu Flugplänen und -zei- ten an. Kunden können direkt in der App für ihren Flug

einchecken, ihren Sitz aussuchen und sich einen Boar- dingpass ausstellen lassen (siehe Abbildung 9, rechte Seite). Fragen zu Reservierungen können direkt in der App an den Kundendienst gestellt werden, darüber hi- naus können sich die Nutzer in WeChat für das Bonus- programm registrieren und ihre gesammelten Meilen verwalten. Natürlich dürfen auch Angebote und Neuig- keiten nicht fehlen.

Abschließende Gedanken

und Neuig- keiten nicht fehlen. Abschließende Gedanken Abbildung 9: Watsons informiert über neue Angebote, China

Abbildung 9: Watsons informiert über neue Angebote, China Airlines lässt seine Kunden über WeChat einchecken.

China Airlines selbst positioniert die Präsenz innerhalb von WeChat als Ersatz für die hauseigene App. Folgt man diesem Gedanken, werden Messenger in Zukunft als eine Art Betriebssystem oder allgemeine Plattform für Serviceleistungen und Apps dienen. Der Facebook Messenger hat den Weg für diese Möglichkeit ebenfalls schon geöffnet, es bleibt spannend, welche Evolution wir hier im nächsten Jahr miterleben können.

Messenger werden ein spannendes Spielfeld für UnternehmenEvolution wir hier im nächsten Jahr miterleben können. Eine Sache steht für mich fest: Messenger werden

Eine Sache steht für mich fest: Messenger werden ein spannendes Spielfeld für Unternehmen, das Sie aus strate- gischer Perspektive gut beobachten sollten. Aktuell würde ich aufgrund der problematischen datenschutzrechtlichen Lage, sowie der Grauzone im Bezug auf die WhatsApp-Nut- zungsbedingungen noch ein wenig abwarten. Sehen Sie es so, wie bei den neuesten iOS-Updates: Dort gibt es die Gruppe, die sich sofort auf die neueste Beta-Version stürzt und die, die abwartet, bis die Kinderkrankheiten auskuriert sind. Letztere kann vielleicht nicht direkt mitreden, erspart sich dafür aber oft eine Menge Stress und Nerven.

Ein Beitrag von Vivian Pein Diesen Artikel online lesen: Diesen Artikel online lesen:

upload-magazin.de/?p=11860 – Dort finden Sie auch alle Links, Videos und weitere Inhalte.

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Der schmale Grat der Schleichwerbung im Netz

Nur weil man Schleichwerbung jetzt Native Advertising, Blogger Relations oder Con- tent Marketing nennt, ist sie deshalb nicht legal. Wird man von einer Aufsichtsbehörde oder einem Konkurrenten ertappt, kann es sogar sehr schnell schmerzhaft teuer werden. Rechtsanwältin Nina Diercks beleuchtet in ihrem Gastbeitrag den schmalen Grat der „un- auffälligen Werbung“ und erklärt die aktuelle Rechtslage und Rechtssprechung.

und erklärt die aktuelle Rechtslage und Rechtssprechung. Werbung ist unbeliebt, wie man nicht nur an diesen

Werbung ist unbeliebt, wie man nicht nur an diesen Briefkästen in Amsterdam sieht… (Foto: Jan Tißler)

Was es heutzutage nicht alles für tolle Wege gibt, um auf ein Produkt oder eine Dienstleistung mitten in der Ziel- gruppe aufmerksam zu machen: Da hält die Prominenz bei Instagram rein zufällig einen Frühstücksdrink gut sichtbar in die Kamera und behauptet, sie trinke eben diesen wirklich jeden Tag. Der schmecke so unwahr- scheinlich lecker.

So viele „Zufälle“!

Oder auf Facebook wird die seidige Textur der Hand- creme gelobt, die man nun täglich benutze. Ein paar Tage später – natürlich vollkommen ohne Zusammen- hang: die Augencreme der gleichen Marke. Oder der Mittelständler kann die „Nutzungsrechte“ an seinem Unternehmensporträt „erwerben“ und eben dieses er- scheint – so ein Zufall! – auf Seite 3 eines großen deut- schen Wirtschaftsblattes und wird zugleich im Internet- auftritt von eben diesem Blatt prominent beworben.

Heureka! Der Stein der Weisen ist also gefunden: Wer- bung ohne Werbung. Er hat viele Namen: Blogger Re- lations, Influencer Relations, Native Advertising oder Content Marketing sind nur einige davon. Oder wie Y- Titty es im Interview mit Report Mainz (SWR, Sendung vom 25.03.2014) formulierte:

mit Report Mainz (SWR, Sendung vom 25.03.2014) formulierte: Wenn die es erkennen, ist es okay. Aber

Wenn die es erkennen, ist es okay. Aber wenn wir das gut platzieren, was ja eigentlich das Coolste an der Werbung ist, wenn man Werbung platziert, die man nicht sofort erkennt, dann muss man das auch nicht unter die Nase reiben.

Gut, wir nannten das früher Schleichwerbung. Und viel- leicht gibt es ja doch einen Grund dafür, dass der Anwalt der YouTube-Stars unmittelbar nach dem Interview eine Stellungnahme abgab, dass seine Mandantschaft das so überhaupt nicht gemeint habe und Werbung selbstverständlich immer von seiner Mandantschaft ge- kennzeichnet würde. Selbstverständlich.

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Wo ist denn das Problem? Ist doch alles ganz normal?

Aber warum hat der Anwalt von Y-Titty überhaupt diese Stellungnahme abgegeben? Wieso wollte er vermeiden, dass der Verdacht aufkäme, seine Mandantschaft würde verschleiert werben? Was ist an nicht so leicht erkenn- barer Werbung, nun, nennen wir es wirklich der Ein- fachheit halber Schleichwerbung, denn problematisch?

Problematisch daran ist, dass Schleichwerbung ver- boten ist. Und zwar über alle Medien hinweg. Egal ob Zeitung, Fernsehen oder Internet: Überall gilt das so- genannte „Trennungsgebot“. Und nach diesem müssen Leser, Zuschauer bzw. User klar zwischen Werbung und redaktionellen Inhalten unterscheiden können.

So heißt es im Landespressegesetz Schleswig-Holstein:

So heißt es im Landespressegesetz Schleswig-Holstein: Hat die Verlegerin oder der Verleger eines periodi - schen

Hat die Verlegerin oder der Verleger eines periodi- schen Druckwerks für eine Veröffentlichung ein Ent- gelt erhalten, gefordert oder sich versprechen lassen, so hat sie oder er diese Veröffentlichung deutlich mit dem Wort „Anzeige“ zu bezeichnen, soweit sie nicht schon durch Anordnung und Gestaltung allgemein als Anzeige zu erkennen ist.

In § 6 Abs. 1 S. 1 Telemediengesetz:

Kommerzielle Kommunikation muss klar als solche erkennbar sein.zu erkennen ist. In § 6 Abs. 1 S. 1 Telemediengesetz: Und in § 58 Rundfunkstaatsvertrag:

Und in § 58 Rundfunkstaatsvertrag:

solche erkennbar sein. Und in § 58 Rundfunkstaatsvertrag: Werbung muss als solche klar erkennbar und vom

Werbung muss als solche klar erkennbar und vom übrigen Inhalt der Angebote eindeutig getrennt sein. […] Für Telemedien […] die fernsehähnlich sind […] gel- ten §§ 7 und 8 entsprechend.

Die Paragraphen 7 und 8 des Rundfunkstaatsvertrags enthalten dann konkrete Vorgaben, wie die Trennung von redaktionellen Inhalten und Werbung bzw. wie ein Sponsoring auszusehen hat.

Wer sich jetzt gerade fragt, was „fernsehähnliche Tele- medien“ sein sollen, der möge sich einfach einen You- Tube-Kanal wie etwa den von LeFloid ansehen. Et voi- lá, das ist ein fernsehähnliches Telemedium. Irgendwie Internet, aber einer Rundfunksendung nicht unähnlich.

„Zentraler Baustein einer funktionie- renden Medienlandschaft“

Das Bundesverfassungsgericht hat sich zum Trennungs- gebot wie folgt eingelassen:

hat sich zum Trennungs- gebot wie folgt eingelassen: Werbung und Redaktion auseinander halten zu kön -

Werbung und Redaktion auseinander halten zu kön- nen, ist ein zentraler Baustein in einer funktionieren- den Medienlandschaft und Meinungsbildung, die ja in einer Demokratie nun einmal auch der Meinungs- bildung dient und damit schlechthin konstituierend für die freiheitlich demokratische Grundordnung ist.

Starker Tobak. Als ich diesen Satz auf der #rocktheblog Konferenz der CeBit im Rahmen meiner Keynote vor- stellte, war im Publikum ein Schnaufen und Lachen ob dieser staatstragenden Begründung zu hören. Denn wie solle so ein bisschen Schleichwerbung gleich unsere Demokratie gefährden? Ein jeder, der nun selbst beim Lesen ein leicht süffisantes Schmunzeln im Gesicht hat, möge sich doch einmal fragen: Wie würden Sie es fin- den, wenn der Bericht in der Tagesschau über die Ukra- ine-Krise von Gazprom finanziert wäre – ohne dass das ersichtlich ist. Schon wird deutlich, dass eine unabhän- gige, transparente Berichterstattung ebenso wie klar gekennzeichnete Werbung den Stellenwert haben muss, den das Bundesverfassungsgericht ihr einräumt.

Ein neuer Name macht es nicht legal

Die Folge ist, dass bezahlte Blog-Beiträge genauso zu kennzeichnen sind wie bezahlte Beiträge auf Spiegel Online oder im Goldenen Blatt. Und ebenso wie bei „Schlag den Raab“ im Zweifel „Dauerwerbesendung“ oben auf dem Screen zu sehen sein muss, müssen You- Tuber wie Y-Titty deutlich machen, wenn eine YouTube- Clip oder Teile davon in irgendeiner Weise von Dritten bezahlt worden sind.

Es nützt auch nichts, das Ganze als „Native Advertising“ oder „Advertorial“ zu bezeichnen und als neue Werbe- form zu feiern, bloß weil die Artikel jetzt redaktionell in einem inhaltlich passenden Umfeld liegen. Das Ganze ist auch nicht neu. Früher gab es in der „Gelben Post“ (beliebiges anderes Yellow-Press-Blättchen für die fort- geschrittene Generation einsetzen) auf der rechten Sei- te eine Anzeige von „Klosterfrau Melissengeist“. Auf der linken Seite – huch, schon wieder so ein Zufall – ein „re- daktioneller Beitrag“ über Oma Erna, die ganz begeis- tert davon erzählt, dass sie so gut schlafe, seit dem sie abends immer ein Schlückchen von eben jenem Trank nehme.

BEST OF zur #rpTEN

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Heute findet das Gleiche im Internet statt und wird als „Native Advertising“ bzw. „Advertorial“ verkauft. Solange jedoch keine entsprechende Kennzeichnung zu finden ist und der Rezipient den Beitrag als redak- tionelle Arbeit versteht, ist und bleibt es unzulässige Schleichwerbung.

Ebenso wenig helfen die kreativen Ideen der Printbran- che. Hier werden wie eingangs erwähnt „Unternehmen- sporträts“ geschrieben und die Unternehmen müssen die Nutzungsrechte an diesen Porträts kaufen, damit diese prominent in Wirtschaftszeitungen präsentiert werden. Das klingt gut, ist aber meines Erachtens nichts anderes als der Versuch mittels dieses vermeintlichen „Kniffs“ der Lizenzierung das Trennungsgebot von Wer- bung und Redaktion in unzulässiger Weise zu umgehen. Rechtsprechung gibt es dazu allerdings noch nicht.

Es ist jedenfalls ganz klar nicht „das Coolste“, wenn der Rezipient Werbung nicht erkennen kann. Es ist schlicht rechtswidrig.

Und? Wen interessiert’s?

Diese Fragen stellt sich vermutlich der ein oder andere Blogger oder Marketing-Leiter, die diese schönen neuen „Werbeformen“ für sich entdeckt hab. Zum heutigen (!) Stand ist das vielleicht sogar nicht ganz unberechtigt. Aber der Reihe nach:

Zum einen könnten Aufsichtsbehörden (hier: die Lan- desmedienanstalten) bei Verstößen gegen das Tren- nungsgebot aus § 58 Rundfunkstaatsvertrag gegen die Schleichwerber vorgehen, also vor allem gegen YouTu- ber. Dabei könnten die Behörden Untersagungsverfü- gungen aussprechen und Bußgeldbescheide erlassen. Könnten. Theoretisch. Praktisch ist das mehr oder min- der graue Theorie. Denn die Aufsichtsbehörden sagen selbst, dass sie für die Verfolgung von Schleichwerbe- Verstößen im Internet keine Kapazitäten haben.

Zum anderen, und das ist viel entscheidender, können Mitbewerber aus § 4 Nr. 3 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) gegen Schleichwerber vorgehen und diese wegen der „Verschleierung von geschäftlichen Handlungen“ abmahnen. Eine Abmah- nung ist übrigens nicht per se unseriös. Eine wettbe- werbsrechtliche Abmahnung ist schlicht die gesetzlich vorgesehene Form, einen Mitbewerber zunächst außer- gerichtlich auf die Rechtsverletzung aufmerksam zu machen und den Streit durch die Abgabe einer strafbe- wehrten Unterlassungserklärung beizulegen (vgl. § 12 Abs. 1 UWG).

Die Empörung beim Abgemahnten ist zumeist deswe- gen groß, weil die Abmahnung und Aufforderung zur Abgabe einer Unterlassungserklärung zumeist mit ei- ner Kostennote hinsichtlich der Rechtsanwaltskosten versehen ist. Eine solche Kostennote beläuft sich dabei in der Regel auf wenigstens 900 Euro. Denn Streitwerte unter 10.000 Euro (hiernach bemisst sich, was der An- walt abrechnen darf) sind in wettbewerbsrechtlichen Angelegenheiten wirklich selten. Einen eigenen Anwalt braucht der Abgemahnte auch noch, also sind schon einmal mindestens 1.800 Euro fällig. Im günstigsten Fall. In Wettbewerbssachen sind schnell Streitwerte von 50.000 Euro erreicht. Da wären wir dann bei Kosten im außergerichtlichen Verfahren von 3.600 Euro (für den Anwalt der Gegenseite und den eigenen). Da sollte die Schleichwerbung also schon eine Menge in die Kasse gespült haben, damit diese Beträge aus der Portokasse gezahlt werden können. (Nebenbei bemerkt an dieser Stelle: Ein Anwalt kann nicht ohne Beauftragung ei- nes Rechtsverletzten durch das Internet wandern und einfach abmahnen – trotz gegenteiligem, hartnäckigem Mythos).

Die Konkurrenz wird wachsamer

Wer nun meint, das „passiere“ doch nicht, der werfe zu- nächst mal einen Blick in die gute alte Welt der Consu- mer Goods. In Häusern wie BMW, Beiersdorf oder Uni- lever sitzen Anwälte, die den ganzen lieben, langen Tag nichts anderes tun, als zu prüfen, ob die Konkurrenz an irgendeiner Stelle gegen das Gesetz gegen den unlaute- ren Wettbewerb verstoßen hat und ob hier abgemahnt werden kann. Umgekehrt sind diese Anwälte dazu da, die eigene Werbung so (mit-) zu gestalten, dass sie gera- de noch im Weißbereich des UWG liegt.

Die Industrie – um es einmal so zu formulieren – rund um die Themen Native Advertising, Blogger Relations & Co ist natürlich noch relativ jung. Aber sie professio- nalisiert sich zunehmend. Damit ist nicht nur gemeint, dass (große) Unternehmen zunehmend neue Kommu- nikations- und Werbeformen ausprobieren und damit Geld wie auch ihre hauseigenen werberechtlichen Stan- dards mitbringen. Vielmehr verhält es sich so, dass die „Blogger-/Influencer-Szene“ (Text, Bild und Bewegtbild) einen zunehmend Professionalisierungsgrad erfährt.

Etliche Blogger lehnen inzwischen „Kooperations-An- fragen“, bei denen es um nichts anderes als Schleich- werbung geht, ab. Zum einen, weil diese Form der „Ko- operation“ eben rechtswidrig ist, zum anderen aber vor allem, weil sie einen Vertrauensverlust bei den Usern fürchten.

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Natürlich erkennt ein angefragter Blogger, wenn ein an- derer genau dieses Angebot annimmt und – ärgert sich darüber. Manche ärgern sich nicht mehr nur. Sie greifen

zur Waffe, die ihnen zur Seite steht: Sie mahnen ab. Wie oben schon erwähnt, ist das vollkommen legitim. Und

je stärker sich die Szene professionalisiert (d.h. auch je

profitabler sie insgesamt wird), umso mehr ist mit der Durchsetzung rechtlicher Standards, also auch mit Ab- mahnungen zu rechnen.

Dass man von Abmahnungen aus diesem Bereich so we- nig hört, liegt zum Teil daran, dass sie noch (!) verhält- nismäßig wenig vorkommen. Vor allem aber daran, dass eine Abmahnung und die anschließende Abgabe der strafbewehrten Unterlassungserklärung sowie die Zah- lung der Rechtsanwaltskosten außergerichtlich und da- mit still und leise von statten gehen. Hier gibt es keinen öffentlichen Beschluss und kein Urteil eines Gerichts, das im Nachgang von Anwälten in ihren Blogs und/oder sonstigen Medien aufgenommen wird. Das heißt aber nicht, dass es sie nicht gäbe.

Übrigens, das Recht zur Abmahnung steht natürlich auch Verbraucherschutz- und Wettbewerbsverbänden zu. Erst im April 2015 ist ein Wettbewerbsverband er- folgreich gegen die ungenügende Kennzeichnung von gekauften Bewertungen auf der Bewertungsplattform Jameda vorgegangen. Das Landgericht München I sah

hier das Trennungsgebot verletzt (LG München I, Az. 37

O 19570/14) – und zwar sowohl durch die Plattform als

auch durch die buchenden Kunden.

Last nut not least, wer immer noch meint, ihn werde das alles nicht treffen: In der guten alten analogen Welt wurden und werden zu solchen Zwecken Test-Anrufe in Redaktionen bzw. den Anzeigen-Abteilungen gemacht. Und in der offenen Social Welt, in der jeder mit jedem spricht, soll dann die versteckte Werbung versteckt blei- ben? Wohl kaum.

Ja, aber das macht bei uns doch sowieso alles die Agentur!

So der freudige innere Aufschrei manchen Lesers ver- bunden mit dem Gedanken, dass den Auftraggeber da- mit wohl keine Verantwortung treffe. Das ist bloß lei- der falsch gedacht. Auf die Idee, dass sich der eine oder andere Unternehmen aus der wettbewerbsrechtlichen Verantwortung durch die Beauftragung Dritter stehlen wolle, ist der Gesetzgeber auch gekommen und hat des- wegen in § 8 Abs. 2 UWG statuiert:

gekommen und hat des- wegen in § 8 Abs. 2 UWG statuiert: Werden die Zuwiderhandlungen in

Werden die Zuwiderhandlungen in einem Unterneh- men von einem Mitarbeiter oder Beauftragten be- gangen, so sind der Unterlassungsanspruch und der Beseitigungsanspruch auch gegen den Inhaber des Unternehmens begründet.

Anders ausgedrückt: Einen Dritten de facto mit Wettbe- werbsverstößen zu beauftragen, nützt auch nichts. Viel- mehr sollte man die Agentur über vernünftige Verträge nicht nur dazu verpflichten, sich rechtskonform zu ver- halten (das muss die Agentur ohnehin!), sondern auch klarstellen, wie Abläufe im Zweifelsfalle auszusehen haben, wer für die rechtliche Prüfung verantwortlich zu sein hat und wer in welchem Falle für etwaige Recht- streitigkeiten einzustehen hat.

Oh no! Können wir nur noch Werbung mit klassischer Werbung machen?

Nein, natürlich nicht. Innovative Werbeformen sind grundsätzlich möglich. Sie müssen sich nur im hier auf- gezeigten Rahmen bewegen.

Vollkommen unproblematisch ist zum Beispiel das klas- sische Content Marketing. Ein Fachblog wie etwa der Recrutainment-Blog, in dem es den lieben langen Tag um Berufsorientierung, Online-Assessments und Perso- nalmarketing geht, ist in erster Linie ein Medium, das fachliche Informationen für die Leser aufbereitet. Aber natürlich stellt er auch eine Marketing-Maßnahme für die Firma Cyquest dar, die diesen Blog betreibt. Gleiches gilt für den Social Media Recht Blog und die Kanzlei der Autorin. Beides ein klarer Fall von zulässigem Content Marketing.

Schwieriger ist die Frage möglicherweise bei dem Tech- Magazin Curved zu beurteilen. Am Ende der Website fin- det sich der klare Hinweis, dass es sich um ein Angebot der E-Plus-Gruppe handelt und einzelne Advertorials (also bezahlte redaktionelle Beiträge) sind auch als sol- che gekennzeichnet. Aus juristischer Sicht ist das Gan- ze trotzdem sehr spannend. Es ist nämlich nicht ganz eindeutig, ob die bisherige Kennzeichnung von Curved im Sinne des Trennungsgebots ausreicht. Es gibt gute Argumente dafür: Zum Beispiel ist es insgesamt leicht ersichtlich, dass es sich um ein Angebot der E-Plus- Gruppe handelt. Aber vielleicht urteilt ein Gericht eines Tages anders und die Kennzeichnung muss nach oben in den sofort sichtbaren Bereich gestellt werden

Ebenso können Unternehmen Kontakte zu Bloggern oder Influencern gehegt und gepflegt werden. Und natürlich können diese auch Blogbeiträge, YouTube-Tutorials und Instagram-Strecken noch und nöcher produzieren.

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Doch immer dann, wenn eine „entgeltliche Leistung“ als Gegenleistung für den Beitrag erbracht wurde und/ oder wenn Teile des Beitrags, wie etwa Gewinne, zur Verfügung gestellt wurden, dann ist das entsprechend zu kennzeichnen. „Entgeltliche Leistung“ heißt, es muss kein Geld geflossen sein. Es reicht auch, wenn der Deal in etwa lautet „Wenn Sie positiv über das Samsung S6 schreiben, dann können Sie das nicht nur behalten, sondern wir werden Sie auch weiterhin unentgeltlich mit technischem Equipment versorgen“. An dieser Stelle kann nämlich nicht mehr von einer Zusendung von technischen Equipment zu Testzwecken und von einer redaktionellen Unabhängigkeit des Bloggers die Rede sein. Die Grenzen sind hier natürlich nicht immer scharf zu ziehen. Dem Grunde nach gilt aber: Wenn eine Gegenleistung versprochen wird, handelt es sich nicht mehr um einen rein redaktionellen Beitrag.

Übrigens, was gerne vergessen wird: Auch Affiliate- Links sind Werbe-Links, an denen der Blogger verdient. Auch hier bedarf es einer Kennzeichnung.

Und natürlich ist grundsätzlich auch weiterhin „Nati- ve Advertising“ möglich. Jedenfalls in dem Sinne, als werbliche Beiträge natürlich redaktionell gestaltet sein können und auch in passendes redaktionelles Umfeld gesetzt werden können. Sie müssen eben nur klar als solches, z.B. durch den deutlichen Hinweis „Adverto- rial“ (besser: „Anzeige“) gekennzeichnet sein. Und das meint nicht hellgraue Schrift auf dunkelgrauem Grund in 5-Punkt-Schrift. Dieser Artikel hier, der wäre übri- gens ein Advertorial und als solcher zu kennzeichnen, wenn die Autorin dem Magazin Geld dafür gezahlt hät- te, dass dieses hier erscheinen dürfte.

Und wie ist zu kennzeichnen?

Damit kommen wir zur Gretchen-Frage, die gefühlt wenigstens einmal die Woche gestellt wird. Leider ist hier wenig klar, außer dass das Wort „Anzeige“ immer genügt. „Anzeige“ ist aber natürlich irgendwie ein sper- riger Begriff und passt auf bezahlte, aber doch redaktio- nelle Beiträge auch nicht so richtig.

Wenn ein Beitrag gesponsert ist, liegt es nahe, ihn doch einfach mit „Sponsored Post“ zu überschreiben. Nach einer Entscheidung des BGH (Az. I ZR 2/11) reicht al- lerdings ein „Sponsored by“ nicht aus, da der Begriff zu „unscharf“ sei. Eine zunächst merkwürdig anmu- tende Entscheidung, vor dem Hintergrund, dass der Rundfunkstaatsvertrag das Wort „Sponsoring“ doch gar selbst verwendet. Hier ging es allerdings um ein Print- produkt und die Landespressegesetze schreiben vor, dass entgeltliche Beiträge mit dem Wort „Anzeige“ zu

überschreiben sind. Insoweit ist die Entscheidung schon wieder verständlicher. Hält man da allerdings wiederum gegen, dass sich auch im Print schon lange der Begriff „Advertorial“ durchgesetzt hat, der vermutlich weniger verständlich und klarer als „sponsored by“ ist, bleibt doch leichte Verwirrung zurück.

Um es kurz zu machen: Derzeit weiß niemand so recht, welche Bezeichnungen denn wohl zur Erfüllung der Kennzeichnungspflichten und des Trennungsgebots als ausreichend von den Gerichten angesehen würden. Ich würde trotz der vorgenannten BGH-Entscheidung davon ausgehen, dass sich im Internet (Blogs, YouTu- be, Instagram, Facebook etc.) der Begriff „sponsored by“ bzw. „Sponsored Post“ weiter durchsetzen wird. Dem durchschnittlichen verständigen User (und auf den stellt der BGH grundsätzlich ab) wird diesen Begriff da- hingehend verstehen, dass eben der Beitrag gesponsert, also fremdfinanziert und damit kein redaktioneller Bei- trag ist. Da der Begriff des Sponsoring zu dem – wie er- wähnt – im Rundfunkstaatsvertrag selbst Verwendung findet, würde die Subsumtion, dass dieser Begriff dem User nicht verständlich ist, sehr merkwürdig anmuten. (Es bleibt auch merkwürdig in Bezug auf ein Printpro- dukt, aber nun denn, der BGH hat hier entschieden).

Ein Beispiel für die Kennzeichnung von bezahlten Links findet sich bei der Gourmet Guerilla. Bei der fashionpup- pe, aka Anna Frost, kann man sich gut gekennzeichnete Blogbeiträge ansehen (wobei man hier darüber streiten kann, ob das in Schriftart und -Größe in den Titel ein- gepasste „sponsored“ zu klaren Unterscheidbarkeit ge- nügt). Unter dem Hashtag #sponsered lassen sich zahl- reiche Beispiele für gekennzeichnete Tweets finden, so zum Beispiel auch bei @cheaperia.

Fazit

Lange Rede kurzer Sinn: Werbung ohne Werbung geht nicht. Die User müssen den Unterschied zwischen kom- merzieller Kommunikation und redaktionellem Inhalt klar erkennen können.

In diesem Sinne… so einfach ist das.

erkennen können. In diesem Sinne… so einfach ist das. Ein Beitrag von Nina Diercks Diesen Artikel

Ein Beitrag von Nina Diercks Diesen Artikel online lesen:

upload-magazin.de/?p=11322 – Dort finden Sie auch alle Links, Videos und weitere Inhalte.

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Die perfekte mobile Webseite

Seit dem 21. April 2015 gilt die mobile Nutzerfreundlichkeit einer Webseite als Google- Rankingfaktor. Webseiten, die bis zu diesem Datum noch nicht für mobile Endgeräte (in erster Linie Smartphones) optimiert wurden, werden auf diesen Geräten in den Sucher- gebnissen herabgestuft. Beachtet man die Tatsache, dass in vielen Bereichen der Mobi- le- den Desktop-Traffic prozentual bereits überholt hat, dürften die Auswirkungen des Updates schnell klar werden. Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Grundlagen einer per- fekten mobilen Website und zeigt gelungene Beispiele.

per- fekten mobilen Website und zeigt gelungene Beispiele. (Foto: © stokkete – Fotolia.com) Starting April 21,

(Foto: © stokkete – Fotolia.com)

gelungene Beispiele. (Foto: © stokkete – Fotolia.com) Starting April 21, we will be expanding our use

Starting April 21, we will be expanding our use of mobile-friendliness as a ranking signal. This change will affect mobile searches in all languages worldwi- de and will have a significant impact in our search results. Consequently, users will find it easier to get relevant, high quality search results that are opti- mized for their devices. (Quelle: Google Webmaster Central Blog, 26.02.2015)

Diese Entwicklung seitens Google kam alles andere als unerwartet. Bereits seit gefühlten Ewigkeiten finden sich in den offiziellen Hilfeartikeln umfangreiche An- leitungen um eine Webseite „mobile-friendly“ im Sinne von Google zu gestalten. Auch anhand des PageSpeed Insights Tools können Webentwickler seit langem se- hen, wie ernst Google das Thema nimmt:

Nach Klick auf den „Analysieren“-Button landet man nicht auf dem Desktop-, sondern dem Mobile-Reiter. Wer bis dahin dennoch nicht an die mobile Revolution geglaubt hat, wurde spätestens mit der Einführung der „Für Mobilgeräte“-Anzeige in den Suchergebnissen ei- nes besseren belehrt.

In diesem Artikel soll es nun aber nicht darum gehen, die eigene Website schnell und hektisch mobilfreund- lich zu bekommen. Nur durch das Bestehen von Googles „Test auf Optimierung für Mobilgeräte“ wird ein Inter- netauftritt nämlich nicht automatisch perfekt. Die dort ausgeführte Analyse bezieht sich nur auf rudimentäre Grundlagen. So wird einem das Prädikat „mobile-friend- ly“ beinahe schon verliehen, wenn überhaupt ein mobi- ler Darstellungsbereich (Viewport) definiert wurde.

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Auch wenn zu hoffen ist, dass Googles Algorithmen hier in Zukunft noch feiner werden und reale Nutzerdaten in die Analyse der Mobilfreundlichkeit mit einbeziehen, soll es in diesem Artikel eher um gelungene Umsetzun- gen und Best Practices realer Webseiten gehen. Da es die eine perfekte mobile Webseite kaum geben kann, konzentrieren wir uns eher auf einzelne Teilaspekte ei- nes Internetauftritts.

Responsive Webdesign und Mobile First

Angenommen man hätte die Möglichkeit, von Null zu starten beziehungsweise einen kompletten Relaunch des Frontends durchzuführen. Wie sollte man im Jahr 2015 starten?

Viele Webseiten-Betreiber entscheiden sich leider noch immer für jeweils eine Desktop- und eine Mobile-Vari- ante. Dadurch stehen prinzipiell zwei verschiedene HT- ML-Dokumente unter zwei verschiedenen URLs bereit. Dieses Vorgehen stellt zwar weiterhin eine valide Mög- lichkeit dar, wird aber weder von Webentwickler-Exper- ten noch von Google empfohlen. Beide lancieren eher Responsive Webdesign unter dem Mobile-First-Ansatz.

In den offiziellen Google Hilfeartikeln heißt es hierzu beispielsweise:

Google Hilfeartikeln heißt es hierzu beispielsweise: Responsive Webdesign: Stellt unabhängig vom ver - wendeten

Responsive Webdesign: Stellt unabhängig vom ver- wendeten Gerät – Desktop, Tablet, Mobilgerät oder nicht-visueller Browser – denselben HTML-Code be- reit, kann den Inhalt jedoch auf Grundlage der Bild- schirmgröße variieren. Responsive Webdesign ist der von Google empfohlene Ansatz.

Mobile First stellt dabei einen noch immer recht we- nig verwendeten Ansatz vor, Webseiten sowohl logisch, inhaltlich als auch technisch von klein nach groß auf- zubauen. Also beim Smartphone (vielleicht sogar der Smartwatch?) beginnen und beim Desktop (oder doch dem 60-Zoll-Wohnzimmer-TV?) aufhören. Ein großer Vorteil dieser Methode ist, dass man sich wesentlich in- tensiver mit seinen Inhalten und Nutzungsstrukturen auseinander setzen muss. So muss im Vorfeld beispiels- weise eine klare Linearisierung sämtlicher Elemente folgen.

Für Webentwickler ist es anfangs in der Regel sehr schwierig, sich auf den Mobile-First-Ansatz einzustel- len. Viele gelernte Denkmuster wollen gebrochen und neue Best Practices müssen erst noch erarbeitet werden. Trotz aller Einstiegshürden sollte man sich zwingend mit dieser neuen Methodik vertraut machen.

man sich zwingend mit dieser neuen Methodik vertraut machen. Dass selbst sehr gro- ße Online-Shops re-

Dass selbst sehr gro- ße Online-Shops re- sponsive umgesetzt werden können, zeigt beispielsweise der englische An- bieter Currys. Hier entsteht eine gute geräteübergreifende User Experience, ohne die Nachteile einer eigenständi- gen Mobile-Site in Kauf nehmen zu müssen.

Wer einmal Mobile First gearbeitet hat, wird die Vorzüge nicht mehr missen wollen. Im weiteren Artikelverlauf soll es um mobile Best Practices gehen. Man sollte dabei im Hinterkopf behal- ten, dass der Rahmen durch die Techniken Responsive Webdesign und Mobile First gebildet wird. Viele Bei- spiele lassen sich dennoch ebenso oder ähnlich auf ei- genständige mobile Webseiten anwenden.

Alles auf einen Blick:

Die Hauptnavigation

Seit jeher eines der wichtigsten Elemente einer Seite ist die Hauptnavigation. Auch im mobilen Kontext ist dieser Baustein nicht unwichtiger geworden – im Ge- genteil. Zugleich könnte man allerdings den Eindruck gewinnen, viele Webentwickler gäben sich bei der Um- setzung einer responsiven Navigation wenig bis gar kei- ne Mühe.

Die häufigste Methode, eine komplexe Desktop-Navi- gation auf dem Smartphone dazustellen, ist wohl im- mer noch das klassische HTML-Auswahlfeld. Hierbei werden alle Menüpunkte als <option>-Elemente in ein <select->Element geschrieben. Das Auswahlfeld wird anschließend optisch ausgeblendet und durch ein Icon (z.B. „Hamburger-Symbol“) überblendet. Nach einem Klick auf einen Seitentitel erfolgt die Weiterleitung via JavaScript.

Der große Vorteil dieser Methode ist, dass das Menü auf allen Geräten funktioniert und vom Browser nativ aus- gespielt wird. Beim konkreten betrachten ergeben sich allerdings auch einige Nachteile:

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Ohne JavaScript funktioniert die Hauptnavigation nichtSeite 20 UPLOAD Magazin Bei vielen Navigationspunkten wird der Quelltext durch ein riesiges <select>-Element

Bei vielen Navigationspunkten wird der Quelltext durch ein riesiges <select>-Element aufgeblähtOhne JavaScript funktioniert die Hauptnavigation nicht Generell müssen für die selbe Funktionalität je nach

Generell müssen für die selbe Funktionalität je nach Endgerät unterschiedliche HTML-Knoten hinterlegt werdendurch ein riesiges <select>-Element aufgebläht Beispielsweise auf iOS-Geräten lassen sich Leerzei- chen

Beispielsweise auf iOS-Geräten lassen sich Leerzei- chen nicht ohne weiteres einfügen, wodurch keine Strukturierung nach Unterpunkten möglich istEndgerät unterschiedliche HTML-Knoten hinterlegt werden Häufig wird das Auswahlfeld vom Browser in der Höhe stark

Häufig wird das Auswahlfeld vom Browser in der Höhe stark beschränkt, wodurch auf den ersten Blick nur wenige Seitentitel sichtbar sind Höhe stark beschränkt, wodurch auf den ersten Blick nur wenige Seitentitel sichtbar sind

Einen besseren Ansatz für eine mobile Navigation, bei der das HTML grundsätzlich nur einmal definiert wer- den muss, bietet ein Off Canvas Menü (auch bekannt als Flyout Navigation). Klickt man im Kopfbereich auf ein bestimmtes Icon (z.B. wieder das Hamburger-Symbol) schiebt sich von links ein neues Fenster mit eigenem Scrollbereich in den Viewport. Leser mit Android-Smartphone werden diese Art der Benutzerführung von fast sämtlichen Apps kennen. Seit Android 5.0 sollten Apps laut Google nämlich nach den Richtlinien des „Material Designs“ gestaltet werden. Dort wird das Off Canvas Menü ebenfalls als Best Practi- ce für Hauptnavigationen angesehen. Aber auch im Web lässt sich dieses Modell mit etwas CSS und JavaScript gut umsetzen. Als Beispiel sei hier die mobile Variante von Google Drive genannt. In der oberen Kopfzeile findet sich ein Hamburger-Icon, über das sich die Off Canvas Hauptnavigation öffnet. Hier findet man nun sauber aufgelistet sämtliche Navigati- onspunkte. Falls die Höhe des Menüs größer ist als die Bildschirmhöhe, lässt sich im Canvas scrollen ohne dass sich der eigentliche Inhalt verschiebt. Besonders gelun- gen: Auch via Touch-Geste lässt sich die Navigation auf dem Smartphone öffnen oder schließen.

Hilfe! Wo ist meine Seitenleiste?

In Gesprächen mit Kunden ergibt sich teilweise das Bild, als sei ihnen die Seitenleiste wichtiger als der eigentli- che Inhalt ihrer Unterseite. Auch wenn man in dem Fall eventuell ein Problem mit der Ausrichtung seines Con- tents hat, so können in der Seitenleiste selbstverständ- lich wichtige Elemente vorhanden sein, die auf dem Smartphone auch eine hohe Relevanz haben.

Als Beispiel seien hier die Öffnungszeiten, die Adresse und vor allem die Telefonnummer auf einer KMU-Web- seite genannt. Gerade letztere besitzt bei einem Seiten- aufruf via Smartphone in der Regel einen noch höheren Stellenwert als auf dem Desktop. Schließlich muss man

Stellenwert als auf dem Desktop. Schließlich muss man Die mobile Google Drive Webseite macht es vor.

Die mobile Google Drive Webseite macht es vor. Nach dem Klick auf das „Hamburger- Symbol“ schiebt sich von links ein Flyout- Menü ein und präsen- tiert gut nutzbar die Hauptnavigation.

sich immer vor Augen führen, unter welchen Vorraus- setzungen und mit welcher Erwartungshaltung ein Be- sucher auf die eigene Webseite kommt.

Nun ist es die Regel, dass Seitenleisten im Responsive Webdesign entweder komplett versteckt oder einfach unter den Hauptinhalt verschoben werden. Somit sind wichtige Inhalte beziehungsweise einfach nur relevante Daten wie Telefonnummer oder Adresse erst nach mehreren Scroll- Vorgängen sichtbar. Um dies zu verhindern, könnte man sich an einer der folgenden drei Techniken orientieren.

1. Off Canvas Sidebar

folgenden drei Techniken orientieren. 1. Off Canvas Sidebar The Next Web Die englischsprachige Webseite The Next

The Next Web

Die englischsprachige Webseite The Next Web hat das Prinzip der Off Canvas Sidebar sehr schön umgesetzt. Aktuelle und beliebte Artikel, die sonst in der linken Seitenleiste Platz finden, werden in der mobilen Vari- ante erst nach Klick über eine Off Canvas Fläche eingeblendet. Übrigens ist auch hier der komplette Web- auftritt vollständig responsive.

Ähnlich wie beim vorherigen Punkt mit der Hauptnavi- gation, ließe sich natürlich auch die komplette Seiten- leiste in einen Flyout-Bereich verwandeln. So könnte man im Kopfbereich beispielsweise einen kleinen But- ton mit der Aufschrift “Kontakt & Anreise” platzieren, der nach einem Klick von rechts einen Layer in den Viewport schiebt. Dort hätte man dann sowohl für Tele-

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fonnummer, Adresse und Öffnungszeiten als auch eine kleine Google Maps – Karte ausreichend Platz.

2. Inhalte via JavaScript tauschen

Eine andere Möglichkeit wäre, zwar die komplette Sei- tenleiste unter den Hauptinhalt zu schieben, dafür al- lerdings wichtige Elemente via JavaScript zu extrahie- ren und über dem Inhalt wieder einzufügen. So wäre zumindest sichergestellt, dass die wichtigsten Informa- tionen sofort sichtbar sind. Nachteilig bei dieser Varian- te ist allerdings, dass der Hauptinhalt dadurch weniger Platz im sofort sichtbaren Bereich erhält.

3. Responsive Content

im sofort sichtbaren Bereich erhält. 3. Responsive Content Die deutsche Webseite camperco.de zeigt sehr schön, wie

Die deutsche Webseite camperco.de zeigt sehr schön, wie man durch den sinnvollen Einsatz von Responsive Content Inhalte auf mobilen Geräten mit begrenztem Platz kürzen kann. Oben findet man die Variante, welche auf Smartphones angezeigt wird; unten hingegen die Desktop-Version.

Die eleganteste, aber gleichzeitig auch redaktionell auf- wändigste Methode ist der Responsive Content. Hierbei wird versucht, je nach Endgerät oder anderen Nutzerei- genschaften die Intention des Besuchs herauszufinden und dahingehend den Inhalt zu verändern. So könnte man in unserem Beispiel der KMU-Website die Seitenleiste komplett ausblenden und deren Informationen im Haupt- inhalt unterbringen. Aus der Einleitung “Willkommen bei XY. Wir sind ein Tradtionsunternehmen seit […]” könnte auf dem Smartphone beispielsweise “Willkommen bei XY. Sie erreichen uns unter der Telefon-Nr. […] oder vor Ort […]. Wir sind ein Tradtionsunternehmen seit […]”.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Natürlich sind Smartphones nicht die erste Wahl, um Bilder und Grafiken zu betrachten. Dennoch sind die Möglichkeiten alles andere als begrenzt.

Moderne Geräte mit ihren immer größer werdenen Bild- schirmen und physischen Auflösungen, die so manchen 24-Zoll-PC-Monitor übertrumpfen, bieten meist genü- gend Raum, um sogar informative Grafiken hinreichend darzustellen. Allerdings gibt es gerade bei diesem Thema viele Fall- stricke zu beachten und Herausforderungen zu meis- tern. Vermutlich sind es sogar die Bilder, die so manchen Webseiten-Betreiber gegen ein Responsive Webdesign und für eine eigenständige mobile Webseite entschei- den lassen. Dennoch gibt es Stand April 2015 hinre- chend Möglichkeiten, auch dieses Thema technisch zu meistern.

Das <picture>-Element

<picture> ist ein noch sehr junges HTML-Element, wel- ches Stand heute nur im aktuellen Chrome (ab Version 38) und der Firefox Beta (auch ab Version 38) integ- riert ist. Im Zusammenspiel mit dem ebenfalls neuen <source>-Element und srcset-Attribut erlaubt es We- bentwicklern, Grafiken auf Basis von Media Queries und Browsereigenschaften auszuspielen. Die Möglichkeiten sind dabei quasi unbegrenzt:

Bilder können in verschiedenen Größen ausgespielt werden.Die Möglichkeiten sind dabei quasi unbegrenzt: Es können auf Smartphones sogar komplett andere Bilder als

Es können auf Smartphones sogar komplett andere Bilder als auf dem Desktop angezeigt werden.Bilder können in verschiedenen Größen ausgespielt werden. Bei hochauflösenden Bildschirmen (Retina) können

Bei hochauflösenden Bildschirmen (Retina) können entsprechend Bild-Varianten geladen werden. entsprechend Bild-Varianten geladen werden.

Alternative Dateitypen (z.B. WebP) werden geladen, sofern der Browser sie unterstützt.können entsprechend Bild-Varianten geladen werden. Ein vollständige Einbettung könnten wie folgt aussehen:

Ein vollständige Einbettung könnten wie folgt aussehen:

<picture> <source media=“(min-width: 980px)“ srcset=“desktop.webp 1x, desktop@2x.webp 2x“ type=“image/webp“> <source media=“(min-width: 980px)“ srcset=“desktop.jpg 1x, desktop@2x.jpg 2x“> <source media=“(min-width: 600px)“ srcset=“tablet.webp 1x, tablet@2x.webp 2x“ type=“image/webp“> <source media=“(min-width: 600px)“ srcset=“tablet.jpg 1x, tablet@2x.jpg 2x“> <source srcset=“smartphone.webp 1x, smartphone@2x.webp 2x“ type=“image/webp“> <source srcset=“smartphone.jpg 1x, smartphone@2x.jpg

2x“>

<img src=“desktop.jpg“ alt=“Fallback für ältere Brow- ser“> </picture>

Hier wird bei Bildschirmen, die größer als 980 Pixel sind, das Bild desktop.jpg geladen. Zwischen 600 und 979 Pi- xeln wird tablet.jpg verwendet, darunter smartphone. jpg. Für aktuelle Chrome-Browser steht zudem das al- ternative Bildformat webp zur Verfügung. Außerdem werden Retina-Geräte mit einer höherauflösenden Bild- variante beliefert.

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Seite 22 UPLOAD Magazin Die Webseite startuplove.de nutzt das <picture>-Element beispielsweise für ihren

Die Webseite startuplove.de nutzt das <picture>-Element beispielsweise für ihren Haupt-Slider. So wird sichergestellt, dass auf Geräten mit kleinen Bildschirmen keine zu großen Grafiken geladen werden müssen. Zudem verändert sich das Bildformat und die Schrift wird größer, um auch skaliert wei- terhin lesbar zu bleiben.

Lazy Loading

Unter Lazy Loading versteht man das asynchrone Nach- laden von Inhalten, wobei in der Regel Bilder gemeint sind. So werden Grafiken beispielsweise erst vom Server angefordert, sobald sie nach dem Scrollen in den sicht- baren Bereich rutschen.

sie nach dem Scrollen in den sicht- baren Bereich rutschen. Otto Der Online-Shop otto. de nutzt

Otto

Der Online-Shop otto. de nutzt Lazy Loading unter anderem in den Kategorie-Übersichten. So kann auf eine Paginierung der Seiten verzichtet und direkt hunderte Treffer an- gezeigt werden, ohne eine längere Ladezeit zu befürchten.

Dies kommt natürlich sehr stark der Ladegeschwindig- keit einer Webseite zu Gute, da beim initialen Aufruf wesentlich weniger Ressourcen geladen werden müs- sen. Gerade auf Smartphones wird dieser Effekt noch verstärkt, da ohne Scrollen auf Grund des begrenzten Platzes nur wenige Bilder sofort angezeigt werden kön- nen.

Wer nicht wirbt, stirbt

Werbung auf der eigenen Webseite zu platzieren ist im- mer eine heikle Sache. Es ist nicht einfach, einen guten Kompromiss zwischen hoher Klickrate und unaufdring- licher Platzierung zu finden. Da der sofort sichtbare Be- reich einer Webseite auf mobilen Geräten natürlich noch wesentlich kleiner ist als auf dem Desktop, ist eine gute Platzierung hier sogar noch schwieriger. Zudem kommt erschwerend hinzu, dass viele Vermarkter auch im Jahr 2015 das Thema Mobile noch viel zu stiefmütterlich be- handeln und Werbebanner nur in den unmöglichsten Varianten anbieten. Handelt es sich um einen ganz ein- fachen klassischen Werbebanner, könnte vielleicht der Einsatz des gerade eben erwähnten <picture>-Elements Sinn machen. So ließen sich zumindest auf dem Smart- phone andere Werbebanner einblenden als auf dem Desk- top. In Kombination mit Lazy Loading könnte man sogar noch einen Schritt weiter gehen und Werbung Mobile an anderer Stelle einblenden. Darüber hinaus sollte man auf jeden Fall austesten, ob ein klassischer Werbebanner auf dem Smartphone überhaupt das richtige Medium ist. Häu- fig erreichen ganz einfache Textlinks oder Infotexte mit anschließendem Call-To-Action-Button mobil wesentlich bessere Klickraten. Gerade bei Affiliate-Werbeformen sind hier der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt. Publisher des Google Adsense-Werbeprogramms haben beim Thema Mobile weniger Probleme: Seit einiger Zeit gibt es nämlich die Möglichkeit, responsive Werbeblöcke zu erstellen. Diese haben dann keine festen Größen mehr, sondern die jeweiligen Werbebanner werden maximal so groß ausgespielt, dass sie auf jeden Fall noch in ihr El- ternelement passen. Gerade wenn man mit reinen Text- Adsense-Anzeigen arbeitet, funktioniert diese Technik in der Regel sehr gut.

Keine Zauberei, aber viel Arbeit

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Umsetzung der perfekten mobilen Webseite definitiv möglich ist. Um diese zu entwickeln ist allerdings sehr viel technisches Verständnis und eine große Portion Herzblut nötig. Be- trachtet man die stetig wachsenden Zugriffszahlen mit mobilen Geräten, Googles Strategie das Thema Mobile weiter zu forcieren und vor allem auch den Umgang jun- ger Leute mit mobilen Geräten, ist man mit Sicherheit gut beraten, der eigenen mobilen Webseite genügend Aufmerksamkeit zu schenken.

mobilen Webseite genügend Aufmerksamkeit zu schenken. Ein Beitrag von Torben Leuschner Diesen Artikel online

Ein Beitrag von Torben Leuschner Diesen Artikel online lesen:

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BEST OF zur #rpTEN

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Shopware 5: Erste Schritte, Tipps und Tricks [Sponsored]

Einen Onlinestore mit Shopware zu starten war schon mit der Version 4 kinderleicht. Mit der kürzlich erschienenen Shopware 5 wird es noch einfacher, was vor allem der neuen Template-Basis geschuldet ist. Dieser Artikel unseres Sponsors Mittwald stellt die neuen Features vor und erklärt die ersten Schritte mit dem System.

vor und erklärt die ersten Schritte mit dem System. Schnappschuss vom Shopware Community Day. (Foto: Shopware)

Schnappschuss vom Shopware Community Day. (Foto: Shopware)

Neues in Shopware 5

Das neue Responsive-Template löst die Emotion-Temp- lates ab und ermöglicht ein optimales Shop-Erlebnis auf allen Endgeräten. Weiterhin wurde der Templatemana- ger ergänzt, der es beim Shopware Responsive Template ermöglicht, Logos in verschiedenen Auflösungen für die verschiedenen Devices über das Backend hochzuladen. Außerdem lassen sich mit dem Tool verwendete Farben über einfach zu bedienende Colorpicker und verwendete Schriftarten im Backend bearbeiten. Auch das Konzept der Einkaufswelten wurde um das Storytelling-Feature erweitert, das ermöglicht, Produkte im Shop gemeinsam mit passendem Content als Geschichte zu präsentieren und somit das Einkaufserlebnis eines Ladengeschäfts auf den Onlineshop zu adaptieren. Das Storytelling- Feature ist hierbei allerdings den kommerziellen Lizen- zen vorbehalten, in der kostenlosen Community-Editi- on fehlt es leider. Was ist ansonsten noch zum Release von Shopware 5 passiert? Vor allem unter der Haube wurde einiges ver- bessert. So wurde der Core refakturiert und weiter auf Performance getrimmt. Die verwendeten Libraries wur- den aktualisiert, Shopware bleibt damit auch technisch state of the art.

Warum Shopware?

So weit, so gut. Warum sollte ich also einen neuen Shop auf Shopware aufbauen?

1. Weil Shopware 5 ein schönes, einfach anzupassen- des und zu erweiterndes Template mitbringt, welches dazu out of the box auch noch voll responsive ist.

2. Weil Shopware sparsam mit Server-Ressourcen um- geht und eine gute und schnelle Caching-Funktiona- lität mitbringt, die dafür sorgt, dass Shopware auch auf kleineren Servern durchaus schnell und perfor- mant läuft.

3. Weil das Backend einfach zu bedienen und zu erlernen ist, dabei aber trotzdem viel Funktionalität und Flexi- bilität mitbringt und es sehr viele Plugins im Commu- nity-Store gibt, mit denen fast jede gewünschte Funk- tionalität einfach in den Shop integriert werden kann.

4. Weil es für Agenturen und Freelancer einfach ist, Shopware über eigene Plugins zu erweitern und/oder diese zusätzlich im Community-Store zu vermarkten.

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Erste Schritte

So viel zur Theorie. Je nach Hoster ist die Shopware- Installation mehr oder weniger schwierig – bei Mitt- wald kann Shopware über den Softwaremanager mit nur einem Klick installiert werden. Nach der Installa- tion von Shopware 5 und dem ersten Backend-Login begrüßt uns der neue „First-Run-Wizard“. Hier kön- nen wir schon die ersten wichtigen Einstellungen ma- chen: die Lokalisierung auswählen, die Kontaktdaten des Shopbetreibers inklusive Logo platzieren und eine Verbindung zum Community-Store herstellen. Natür- lich lassen sich alle hier eingegebenen Daten auch im Nachhinein ohne weiteres wieder ändern. Zusätzlich haben wir hier die Möglichkeit, ein Beispieldaten- Paket zu installieren. Die Beispieldaten sind ein guter Ausgangspunkt, um sich das erste Mal mit Shopware zu beschäftigen. Nach der Installation der Beispiel- daten steht ein komplett konfigurierter Shop zur Ver- fügung, der darauf wartet analysiert zu werden. Auch für die Plugin-Entwicklung sind die Beispieldaten sehr wertvoll, ich persönlich benutze die Beispieldaten vor allem in Entwicklungsumgebungen für die Plug- in- und Theme-Entwicklung. An dieser Stelle sei al- lerdings auch gesagt, dass die Beispieldaten natürlich nicht als Grundlage für einen Live-Shop verwendet werden sollten. Wenn der User sich durch den First-Run-Wizard durch- geklickt haben, zeigt Shopware ihm auf der letzten Seite des Wizards Links zur Dokumentation und zum Community Forum. Die vorhandene Dokumentati- on ist für Shopbetreiber bzw. deren Mitarbeiter sowie für Agenturen und Freelancer, die mit Shopware ar- beiten möchten, gleichermaßen empfehlenswert. In der Dokumentation finden sich einfache Anleitungen und Tutorials, die einen sehr guten Überblick bieten und auch für später ein gutes Nachschlagewerk ab- geben. Wenn Fragen auftauchen, die sehr individuell sind, sollte definitiv das Community Forum konsultiert werden. Shopware hat eine gute Community, die viele Fragen schnell beantworten kann. Teilweise sind auch Shopware Core-Entwickler im Forum unterwegs, die Fragen aus der Community beantworten.

Der erste Artikel

Ruft der Nutzer nach dem Durchlaufen des First-Run- Wizards das Shop-Frontend auf, sieht er erstmal nicht viel außer Header und Footer und viel weißer Fläche da- zwischen, vorausgesetzt er hat die Beispieldaten nicht mit installiert. Im Header existiert schon eine Naviga- tion, hier taucht allerdings nur der Link zur Startseite „Home“ auf. Das Hauptmenü baut sich automatisch aus den vorhandenen Kategorien auf oberster Ebene auf.

aus den vorhandenen Kategorien auf oberster Ebene auf. Beispieldaten installieren Grundeinstellungen machen

Beispieldaten installieren

auf oberster Ebene auf. Beispieldaten installieren Grundeinstellungen machen Shopware-Installation mit dem

Grundeinstellungen machen

Ebene auf. Beispieldaten installieren Grundeinstellungen machen Shopware-Installation mit dem Community-Store verbinden

Shopware-Installation mit dem Community-Store verbinden

BEST OF zur #rpTEN

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So wird eine neue Kategorie erstellt: Die entsprechende Oberfläche findet sich im Backend unter „Artikel“ „Ka- tegorien“. Auf der linken Seite findet sich der bestehen- de Kategorie-Baum. In unserem Fall ist die Liste noch sehr kurz – unter dem Rootnode „Shopware“ findet sich nur die Standardkategorie „Deutsch“. Diese ist im Stan- dard für den Standardshop als Standardkategorie ein- gerichtet, alles was sich unter der Kategorie „Deutsch“ abspielt, spielt sich also im Standardshop ab. Zuerst mag das etwas verwirrend sein, bedenkt man allerdings, dass Shopware die Möglichkeit bietet Sprachshops sowie Subshops anzulegen, wird das System klarer.

Markiert man links den Punkt „Deutsch“, wird das For- mular im rechten Bereich freigeschaltet. Im Bereich „Unterkategorie anlegen“ gibt es die Möglichkeit, ei- nen Namen für unsere neue Kategorie anzugeben und die Kategorie mit Klick auf den Button „Unterkategorie anlegen“ zu erstellen. Aktualisiert man das Frontend, findet man den neuen Navigationspunkt in der Haupt- navigation.

Nun soll ein Artikel angelegt werden. Um einen Artikel anlegen zu können, braucht der User allerdings zuerst einen Hersteller. Im Backend unter „Artikel“ „Herstel- ler“ legt man den mit Klick auf „Hinzufügen“ an. Hier muss man den Namen vergeben (in meinem Fall „Mitt- wald“) und speichern. Mit einem Klick auf „Artikel“ „Anlegen“ wird das Formular zum Anlegen eines Arti- kels geöffnet. Um diesen speichern zu können, muss der Nutzer im Tab „Stammdaten“ einen Hersteller auswäh- len, eine Bezeichnung für den Artikel (in unserem Fall „Testartikel“) sowie einen Preis angeben. Der Artikel soll weiterhin noch der neuen Kategorie zugewiesen werden. Diese Einstellung findet man im Tab „Kategorien“.

Auf der linken Seite findet sich wieder der Kategorie- Baum. Wenn der Punkt „Deutsch“ ausgeklappt wird, lässt sich die Kategorie „Testkategorie“ finden. Mit ei- nem Klick auf das grüne +-Icon kann der User die Kate- gorie zuweisen. Dann nur noch speichern und der Arti- kel befindet sich im Shop.

Natürlich bietet die Artikelverwaltung noch viele weite- re Funktionen. Die wichtigste Funktionalität stellen ver- mutlich die Variantenartikel dar. Variantenartikel bie- ten die Möglichkeit aus Eigenschaften wie zum Beispiel Größe, Farbe etc. Varianten eines Artikels zu erstellen. Somit kann z.B. ein Artikel für ein T-Shirt angelegt wer- den, das verschiedene Größen und Farbvarianten hat. Mit den Artikelvarianten lassen sich ebenfalls die jewei- ligen Lagerbestände und Standard-Bilder abbilden.

jewei- ligen Lagerbestände und Standard-Bilder abbilden. Ein Klick auf „Unterkategorie anlegen“ legt die

Ein Klick auf „Unterkategorie anlegen“ legt die Kategorie an

Klick auf „Unterkategorie anlegen“ legt die Kategorie an Neben dem Namen kann auch eine URL, Beschreibung

Neben dem Namen kann auch eine URL, Beschreibung und ein Logo für die Verwendung im Template zugeordnet werden

ein Logo für die Verwendung im Template zugeordnet werden Notwendige Konfiguration um den Artikel speichern zu

Notwendige Konfiguration um den Artikel speichern zu können

Notwendige Konfiguration um den Artikel speichern zu können Ein Klick auf das grüne +-Icon ordnet die

Ein Klick auf das grüne +-Icon ordnet die Kategorie zu

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Zahlungsarten und Versandkosten

Die Zahlungsarten lassen sich unter „Einstellungen“ „Zahlungsarten“ konfigurieren. Im Standard bringt Shopware schon Voreinstellungen für die wichtigsten Zahlungsarten ohne Anbindung an Zahlungsanbieter mit. Dazu zählen Lastschrift, Nachnahme, Rechnung, Vorkasse und SEPA. Für weitere Zahlungsarten bzw. Zahlungsdienstleister stehen in der Regel Plugins im Community-Store zur Verfügung. Fast alle sind kosten- los – die Zahlungsdienstleister verlangen zumeist eine Transaktionsgebühr.

Die Installation ist in den meisten Fällen sehr einfach:

Die Installation ist in den meisten Fällen sehr einfach: Beispielkonfiguration für Expressversand, der nur an

Beispielkonfiguration für Expressversand, der nur an bestimmten Tagen und Zeiten bestellbar ist

1.

Plugin des Zahlungsanbieters installieren

2.

API-Zugangsdaten in die Plugin-Konfiguration eintragen

Statische Inhalte – Shopware als CMS

3.

Zahlungsart aktivieren und testen

Shopware bringt ein kleines CMS inklusive Blog mit. Um ei-

Tipp: Um einen Link zu einer externen Seite in einem

Weiterhin können im Dialog „Zahlungsarten“ auch Ein- schränkungen auf bestimmte Länder bzw. Aufschläge für bestimmte Länder pro Zahlungsart definiert werden. Außerdem kann jede Zahlungsart für Smartphones und/ oder für ESD-Produkte (also Download-Artikel) deakti- viert werden. Das kann sehr hilfreich sein. Beispielswei- se, wenn der Shop-Betreiber ausschließen möchte, dass ein Smartphone-User am Ende der Bestellung abbricht, weil der gewählte Zahlungsanbieter keine mobil-opti- mierte Zahlungsseite anbietet.

nen Shop zu starten, braucht man erstmal primär statische Seiten. Der entsprechende Dialog findet sich im Backend unter „Inhalte“ „Shopseiten“. Auf der linken Seite finden wir die sogenannten Shopseiten-Gruppen. Jede Shopseiten- Gruppe repräsentiert ein Menü. Die Links in den beiden Menüs im Footer (Shop-Service und Informationen) werden beispielsweise durch die Shopseiten-Gruppen „Unten (Spal- te 1)“ und „Unten (Spalte 2)“ dargestellt. Klappt der Nutzer beispielsweise die Gruppe „Unten (Spalte 2)“ aus und mar- kiert das Impressum, kann er im rechten Bereich des Fens- ters im WYSIWYG-Editor den Inhalt der Seite bearbeiten.

Versandkosten lassen sich analog dazu unter „Einstel- lungen“ „Versandkosten“ verwalten. Im Standard ist die Versandart „Standard Versand“ eingerichtet, die für alles gilt und pauschal 3,90 Euro pro Bestellung kostet. Das Versandkostensystem von Shopware ist sehr flexi- bel. Neben Preisstaffeln nach Gewicht, Artikelanzahl und Preis kann man sogar eigene Berechnungen und Bedingungen für Versandkosten hinterlegen. Hier kann

Weiterhin lässt sich jede Versandart über Zahlarten,

Weiter unten kann er die zugewiesenen Shopseiten- Gruppen verwalten, also bestimmen, in welchen Menüs die Seite auftauchen soll.

Menü anzulegen, muss eine neue Shopseite erstellt wer- den. Über den Bereich „Link“ kann die Adresse und das Ziel angegeben werden – sobald die Link-Adresse ge- füllt ist, sieht Shopware die Seite nur noch als Verweis.

wieder die Shopware-Dokumentation empfohlen wer- den, in der viele Beispiele für die eigenen Berechnungen und Bedingungen zu finden sind.

Länder, Kategorien, Artikellagerbestand und Bestell- zeitpunkt einschränken. So kann beispielsweise ein Ex- pressversand dargestellt werden, der eine Lieferung in- nerhalb von 24 Stunden garantiert. In diesem Fall würde

Auch der mitgelieferte Blog ist durchaus zu gebrauchen. Besonders gut ist die Möglichkeit, Artikel direkt einem Blogbeitrag zuzuordnen. Der User kann zum Beispiel einen Blogartikel über die Kleidungstrends im Sommer schreiben und gleich passende Artikel aus dem Sorti- ment mit anbieten.

Und jetzt noch hübsch machen, bitte!

die Versandart vermutlich eingeschränkt auf Artikel, die mindestens in Bestellmenge am Lager sind. Weiterhin sind vielleicht einige Feiertage ausgeschlossen, an de- nen die Spedition nicht ausliefert. Oder das ganze Wo- chenende? Oder alle Bestellungen bis 17:00 Uhr? Alle diese Dinge sind standardmäßig in Shopware enthalten – ohne weitere Extensions oder Plugins.

Wir haben also Grundeinstellungen, Artikel, Zahlungs- und Versandarten eingerichtet. Die Startseite besteht allerdings immer noch aus einem Header, einem Footer und einem leeren weißen Content-Bereich in der Mit- te. Jeder Kategorie kann in Shopware eine Einkaufswelt zugewiesen werden – auch der Standardkategorie eines

BEST OF zur #rpTEN

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Shops (in unserem Fall „Deutsch“). Die Startseite zeigt in Shopware immer die Einkaufswelt der Hauptkatego- rie des jeweiligen Shops. Über den Punkt „Marketing“ „Einkaufswelten“ im Backend erreichen wir die Ein- kaufswelten-Verwaltung. Per Klick lässt sich eine neue Einkaufswelt hinzufügen. Bis zum ersten Speichern ist nur der Reiter „Einstellungen“ freigeschaltet. Hier muss man im ersten Schritt lediglich einen Namen verge- ben, ein Raster (3- oder 4-spaltig) und eine Kategorie auswählen. Im Beispiel soll eine Einkaufswelt für die Startseite erstellt werden. Hierzu wird die Kategorie „Deutsch“ (Standardkategorie unseres Shops) ausge- wählt. Zudem können noch verschiedene Einstellungen vorgenommen werden. Besonders hervorzuheben ist der Bereich „Gerät auswählen“, der festlegt, für welche Endgeräte diese Einkaufswelt angezeigt werden soll. So können Shop-Betreiber also für verschiedene Geräte- typen verschiedene Einkaufswelten definieren, die im Layout angepasst sind und den Kunden zielgruppen- gerichtete Werbung anzeigt. Nach dem Speichern wird der Tab „Designer“ freigeschaltet. Dort gibt es ein Grid, in welches vorgefertigte Einkaufswelten-Elemente per „Drag and Drop“ eingefügt werden können. Hier lassen sich beispielsweise Hersteller oder Artikelslider, Banner, eigene Bilder und sogar YouTube-Videos einbinden.

Fazit und letzte Schritte

Nach diesen Schritten ist der Shop im Endeffekt bereit zur Veröffentlichung. Wer jetzt viele Artikel eingestellt hat, wird ohne aktiviertes Caching von der Performance beim Durchklicken des Shops höchstwahrscheinlich etwas enttäuscht sein. Was definitiv vor dem Livegang gemacht werden sollte, ist das Aktivieren des Caches. Im Backend gibt es unter „Einstellungen“ „Caches/ Performance“ die Möglichkeit, den Shop in den Pro- duktivmodus zu versetzen. Nach diesem Vorgang kann der erste Aufruf einer Seite durchaus länger dauern – ab dem zweiten Aufruf allerdings greift der HTTP-Cache, der die Ausgabe der Seiten sehr stark beschleunigt und die gerenderten Seiten komplett cached und fertig aus- liefert. Auch die PHP- und MySQL-Version wirken sich direkt auf die Performance des Shopsystems aus. Mittwald empfiehlt PHP 5.5 oder PHP 5.6 (je nach verwendeten Plugins) in Kombination mit APCu und OpcodeCache. Es wurden spezielle PHP-Versionen mit Global Rocket Cache vorbereitet, die auch einfach per Klick installiert werden können.

Natürlich gibt es noch viel zu entdecken in der Shop- ware-Welt, und auch die betrachteten Bereiche haben sicherlich noch viele Aspekte, die den Rahmen dieses Artikels sprengen würden.

Aspekte, die den Rahmen dieses Artikels sprengen würden. Einkaufswelten müssen zuerst konfiguriert werden… … und

Einkaufswelten müssen zuerst konfiguriert werden…

Einkaufswelten müssen zuerst konfiguriert werden… … und können dann gestaltet werden. Ein Shop im

… und können dann gestaltet werden.

werden… … und können dann gestaltet werden. Ein Shop im Live-Betrieb sollte immer im Produktivmodus

Ein Shop im Live-Betrieb sollte immer im Produktivmodus verwendet werden.

Tipp: Mit einer kostenlosen Shopware-Testumgebung bei Mittwald können Interessierte die Software 30 Tage lang ausprobieren und entdecken.

die Software 30 Tage lang ausprobieren und entdecken. Ein Beitrag von Philipp Mahlow Diesen Artikel online

Ein Beitrag von Philipp Mahlow Diesen Artikel online lesen:

upload-magazin.de/?p=11195 – Dort finden Sie auch alle Links, Videos und weitere Inhalte.

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Best Practice „Corporate Blogs“:

Wie gut stehen deutsche Unternehmen da?

Man muss die redaktionelle Plattform einer Firma nicht Blog nennen. Als Arbeitsbegriff ist es dennoch hilfreich. Wer das Prinzip an sich versteht, sieht sehr schnell ein, warum im Jahr 2015 eigentlich jede Firma eine Contentstrategie haben sollte. An Informatio- nen dazu fehlt es nicht. Gerade in letzter Zeit sind viele hilfreiche Bücher erschienen, wie etwa „Die Content-Revolution im Unternehmen“ von Klaus Eck und Doris Eichmeier. Zum Glück gibt es aber auch eine Reihe vorbildlicher, gut gepflegter Unternehmensblogs. Jede Branche in Deutschland hat bereits ihre digitalen Meister. Umso mehr sollten die an- deren danach streben aufzuholen. Hier ist ein Best of der deutschen Unternehmensblogs – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber mit zahlreichen guten Beispielen.

– ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber mit zahlreichen guten Beispielen. (Foto: etude / photocase.de)

(Foto: etude / photocase.de)

BEST OF zur #rpTEN

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Welche Kommunikationsziele erreicht ein Corporate Blog?

Corporate Blogs können viele verschiedene Aufgaben- bereiche abdecken. Hier sind einige Beispiele, wie sie den Kommunikationszielen zutragen. Selbstverständ- lich müssen nicht immer alle Punkte zutreffen, und es gibt andererseits auch weitere.

Aktivität auf eine bisher eher statische Website bringenPunkte zutreffen, und es gibt andererseits auch weitere. Aufmerksamkeit erzielen Bekanntheit steigern Reputation

Aufmerksamkeit erzielenAktivität auf eine bisher eher statische Website bringen Bekanntheit steigern Reputation aufbauen und verbessern

Bekanntheit steigerneher statische Website bringen Aufmerksamkeit erzielen Reputation aufbauen und verbessern Multiplikatoren

Reputation aufbauen und verbessernWebsite bringen Aufmerksamkeit erzielen Bekanntheit steigern Multiplikatoren aktivieren Meinungsbildner überzeugen

Multiplikatoren aktivierenBekanntheit steigern Reputation aufbauen und verbessern Meinungsbildner überzeugen Kunden gewinnen Kunden binden

Meinungsbildner überzeugenaufbauen und verbessern Multiplikatoren aktivieren Kunden gewinnen Kunden binden Teilnehmer für

Kunden gewinnenMultiplikatoren aktivieren Meinungsbildner überzeugen Kunden binden Teilnehmer für Veranstaltungen generieren

Kunden bindenaktivieren Meinungsbildner überzeugen Kunden gewinnen Teilnehmer für Veranstaltungen generieren Austausch und

Teilnehmer für Veranstaltungen generierenMeinungsbildner überzeugen Kunden gewinnen Kunden binden Austausch und Netzwerken innerhalb der Branche pflegen

Austausch und Netzwerken innerhalb der Branche pflegen pflegen

Werbekampagnen begleitenAustausch und Netzwerken innerhalb der Branche pflegen Marketing und Vertrieb unterstützen Pressearbeit

Marketing und Vertrieb unterstützeninnerhalb der Branche pflegen Werbekampagnen begleiten Pressearbeit unterstützen Profilierung als Arbeitgeber

Pressearbeit unterstützenbegleiten Marketing und Vertrieb unterstützen Profilierung als Arbeitgeber fördern Bestehende Mitarbeiter

Profilierung als Arbeitgeber fördernund Vertrieb unterstützen Pressearbeit unterstützen Bestehende Mitarbeiter in die Kommunikation ein- binden Das

Bestehende Mitarbeiter in die Kommunikation ein- bindenunterstützen Profilierung als Arbeitgeber fördern Das Bewusstsein wächst – aber die Umsetzung … Noch

Das Bewusstsein wächst – aber die Umsetzung …

Noch lange nicht alle deutschen und europäischen Un- ternehmen verfügen über ein eigenes Corporate Blog. Aber das Bewusstsein dafür, wie wichtig eine solche Plattform für die Reputation ebenso wie für die Gene- rierung von Umsätzen ist, wächst zusehends. Gleich- wohl lässt sich selbst im Jahr 2015 konstatieren, dass in einem großen Teil der deutschen und europäischen Unternehmen erheblicher Nachholbedarf besteht, was Contentstrategie und Contentmarketing angeht. Ein großer Teil deutscher Unternehmen selbst aus digitalaf- finen Branchen kann nichts aufweisen, was annähernd als Blog gelten könnte. Nicht alle Blogs verwirklichen gleichermaßen hohe Qualität. Viele verwaisen nach ei- nem ambitionierten Start, oder sie sind schlecht mit ex- ternen Präsenzen verknüpft. Überproportional hoch ist naturgemäß der Anteil gelungener Corporate Blogs in der Kommunikationsbranche. Ebenso wenig überrascht es, dass diejenigen Agenturen und Beratungen, die ihre Kunden auch im Digitalen begleiten, hier wiederum vorne liegen. Oder es gibt Alibi-Plattformen, die vorwiegend mit Selbstreferentiellem bespielt werden, weswegen sie außer den Unternehmensverantwortlichen wohl kaum

jemand gerne liest. Doch selbst dort, wo mehr oder we- niger fleißig gebloggt und dabei über Lesernutzen nach- gedacht wird, wird insbesondere die Anbindung an so- ziale Netzwerke und an Netzwerkaktivitäten einzelner Protagonisten des Unternehmens oft vernachlässigt.

Selbst aktuelle Untersuchungen zu B2B-Blogs, wie das Whitepaper „Die Blogs deutscher Unternehmen im B2B-Umfeld“ gehen erstaunlicherweise auf diesen As- pekt oft nur am Rande ein. Sie bewerten Stil, Frequenz und vielleicht noch den Lesernutzen, machen sich aber zumeist wenig Gedanken darüber, wie die Plattform in den Gesamtmix eingebunden ist. Dabei kommt einer aktuellen Untersuchung zufolge mittlerweile ein gro- ßer Teil des Zugriffs über externe Verweise aus sozialen Netzwerken.

Vorreiter zu werden ist immer noch möglich!

Es ist nicht ganz leicht, deutsche Beispiele für Corporate Blogs im B2B-Bereich zu finden, die wirklich in allen As- pekten gut sind; erst recht nicht solche, die über einen längeren Zeitraum in hoher Qualität bespielt wurden und zudem die erforderlichen Schnittstellen zu exter- nen Plattformen aufweisen, die für die eigene Reichwei- te unabdingbar sind. Erstaunlich fand ich bei meiner Re- cherche, dass selbst wirklich gut gemachte Blogs großer Unternehmen zuweilen Defizite im Detail aufweisen, etwa was die Share Buttons angeht. Viele scheinen auf günstigen Standardlösungen zu beruhen. Im Umkehr- schluss bedeutet dies aber auch, dass Unternehmen mit solchen Plattformen in bestimmten Branchen und Seg- menten noch immer regelrechte Vorreiter-Funktionen einnehmen und damit enorme Chancen nutzen können.

Blogs können dabei sehr unterschiedliche Formen an- nehmen und damit auch verschiedene Ziele verfolgen. Die Anbindung an die Firmen-Website oder etwa einen Shop kann sehr eng sein, oder das Blog funktioniert als eigenständiges Magazin. Viele Firmenblogs stellen Mischformen aus verschiedenen Genres dar. Daher ist es manchmal schwierig, sie eindeutig einem Genre zu- zuordnen. Hier habe ich einige typische Formen sowie Beispiele zusammengestellt.

Mitarbeiter-Blog

Das Daimler Blog gehört zu den ersten deutschen Un- ternehmensblogs. Es wird bis heute als eines der Pa- radebeispiele zitiert und liegt bei Abstimmungen und Preisverleihungen immer mit vorne. Kaum ein anderes Blog ist bereits so lange durchgehend präsent.

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Seite 30 UPLOAD Magazin Daimler Blog Dabei verwirklicht es eine Variante der Unternehmens- blogs, die in

Daimler Blog

Dabei verwirklicht es eine Variante der Unternehmens- blogs, die in den Anfängen dieser Onlineform sehr prä- gend war: eine Publikation, die vornehmlich aus Mit- arbeiterbeiträgen besteht, und zwar Mitarbeitern aus allen Bereichen.

Inzwischen ist eine solche Reinform, wenn man sich die deutschen Unternehmensblogs ansieht, eher die Ausnahme. Dies hat aus meiner Sicht verschiedene Ursachen. Zum einen mussten die Verantwortlichen in vielen Unternehmen oft schmerzlich lernen, als wie schwierig es sich darstellen kann, die Belegschaft zum regelmäßigen Bloggen zu animieren. Zum anderen trägt ein Corporate Blog in dieser Form zwar insgesamt der Reputation des Unternehmens zu. Denn es eignet sich hervorragend zum Employer Branding und zur Mitar- beiterbindung, zudem liefert es Außenstehenden au- thentische Einblicke in die Unternehmenspraxis. Doch als zentrale Plattform im Contentmarketing ist ein rei- nes Mitarbeiterblog in dieser Form nicht gedacht.

Ob sich der beträchtliche Aufwand für ein solches Blog dennoch lohnt, hängt immer davon ab, was ein Unter- nehmen damit verwirklichen will oder sogar erreichen muss. Das Daimler Blog ist in diesem Zusammenhang ein gelungenes Beispiel für Imagearbeit, die weit über reine Produktwerbung hinausgeht, und in diesem Zu- sammenhang eben auch für das Employer Branding.

Letzteres setzt sich in den Präsenzen des Unternehmens im Social Web fort. So findet man als aktiv gepflegte Facebook-Fanpage des Konzerns die Seite „Daimler Career“. Die Unternehmensseite der Daimler AG auf XING ist ebenfalls ein Musterbeispiel für die Darstel- lung einer Arbeitgebermarke im Web.

Der hohe Bekanntheitsgrad ist sicherlich entscheidend davon mitbestimmt, dass der Blog-Macher Uwe Knaus in der digitalen Szene hervorragend vernetzt ist, sich mit anderen Bloggern austauscht und dafür sozia- le Netzwerke ebenso wie reale Veranstaltungen nutzt. Dies ist ein schlagender Beweis dafür, dass es ohne Pro- tagonisten, die sich mit anderen Menschen vernetzen, sehr schwierig ist, eine Plattform nach vorne zu brin- gen. Ganz ohne eigene aktive Beteiligung in sozialen Netzwerken, die über das Angebot von Like- und Share- Buttons hinausgeht, gelingt es nicht leicht, Sichtbarkeit und Reichweite für das eigene Blog zu erzeugen. Es sei denn, hinter der Publikation steht beispielsweise eine Consumermarke mit einem großen Publikum, die rund um die eigene Webpräsenz einen hohen Werbe- und Marketingaufwand betreibt.

Wissensträger-Blog

Werbe- und Marketingaufwand betreibt. Wissensträger-Blog IT-Trends Blog von Capgemini Verschenken, was man weiß, um

IT-Trends Blog von Capgemini

Verschenken, was man weiß, um zu verkaufen, was man kann: Diese Formel ist die Grundlage für sehr viele Blogs großer Beratungsunternehmen sowie einzelner Berater oder Dienstleister. Da bei handelt es sich um ei- nen Teilbereich des Contentmarketings. Als Ziel ist hier klar erkennbar, dass Kompetenz aus dem Kerngeschäft bewiesen werden soll.

Die Artikel greifen dann meistens Themen und Prob- lemstellungen aus der Beratungspraxis auf, beziehungs- weise solche Themen, welche die Kunden bewegen. Oft berichten der Autor oder die Autoren von Veranstaltun- gen oder beziehen sich auf aktuelle Entwicklungen. Ein Beispiel für ein solches Blog ist das IT-Trends-Blog von Capgemini Deutschland.

BEST OF zur #rpTEN

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CEO-Blog

BEST OF zur #rpTEN Seite 31 CEO-Blog Richard’s Blog Wenn der CEO oder der Vorstandsvorsitzende bloggt,

Richard’s Blog

Wenn der CEO oder der Vorstandsvorsitzende bloggt, dann dient dies häufig der Personalisierung einer an- sonsten eher abstrakten Organisation. Er gibt einer Fir- ma oder gar einem großen Konzern ein Gesicht. Er sen- det bestimmte Signale an externe Stakeholder.

Aber auch die Innenwirkung für die Identifikation der Mitarbeiter ist nicht zu unterschätzen, wenn ein solches Blog gelingt. Reichweite erzielt es vor allem dann, wenn der betreffende Protagonist über das Bloggen hinaus Kompetenz und Präsenz in digitaler Kommunikation beweist. Bereits 2012 hat das Edelman Trust Barometer ergeben:

Bereits 2012 hat das Edelman Trust Barometer ergeben: „Für 82 Prozent der Befragten ist es wahrscheinli

„Für 82 Prozent der Befragten ist es wahrscheinli- cher bzw. wesentlich wahrscheinlicher einem Unter- nehmen zu vertrauen, dessen Führungsriege über soziale Medien über ihre Aufgaben, Ziele und Werte spricht. Nicht in Form eines Mission-Statement im Intranet ausgearbeitet von der neuen PR-Agentur! In Form eines Living-Papers, in Form eines Blogposts mit geöffneter Kommentarfunktion!“ (Quelle: http:// www.edrelations.com)

Bekannte Beispiele für die Blogs von CEOs größerer Unternehmen kommen aus dem angloamerikanischen Raum, wie das des extrem medienaffinen Unternehmers Richard Branson. Sehr erfolgreich ist das amerikanische CEO-Blog Marriot on the Move des bereits recht betag- ten CEO der Hotelkette, Bill Marriot.

Beispiele für Blogs und Social-Media-Präsenzen von CEOs größerer Firmen, noch dazu gute, sind gerade im deutschsprachigen Raum bisher selten. Hier hat sich in den letzten Jahren kaum etwas entwickelt. Etliche gute Ansätze sind inzwischen wieder eingestellt oder wurden vom Marketing übernommen.

Was die Vernetzung deutscher Firmen- und Konzernlen- ker in anderen digitalen Medien angeht: Hier sieht die Lage noch viel desolater aus. Oft ist buchstäblich kaum jemand bereit, den Kopf hinzuhalten. Eine der wenigen Ausnahmen in Deutschland stellt Jörg Ehmer dar, der als CEO von ElectronicPartner mit dem Bloggen begann, sein Blog „Ehmers Blog“ als persönliche Meinungsplatt- form auch nach dem Ausscheiden aus dem Unterneh- men fortsetzte und es auch jetzt als CEO von Apollo Optik weiterführt.

Service- und Themen-Blogs

CEO von Apollo Optik weiterführt. Service- und Themen-Blogs Die Backschwestern Bei Consumer-nahen Themen, etwa Food,

Die Backschwestern

Bei Consumer-nahen Themen, etwa Food, Reisen oder Sport, wird es schon deutlich einfacher, konsequent durchgeführtes Contentmarketing zu finden, in dessen Mittelpunkt ein aktuelles, ansprechend gestaltetes Blog steht. Dass dies auch mit einem Inhouse-Team gelingt, noch dazu einem recht kleinen, beweist etwa das Metro Genussblog. Service für den Leser in Form nützlicher In- halte, wie etwa Rezepte, steht im Vordergrund. Image- bildung ist natürlich dabei eine ganz zentrale Funktion.

Auch hier sieht man, wie bei Daimler, dass die Quali- tät mit den Verantwortlichen steht und fällt. Carmen Hillebrand, Abteilungsleiterin Social Media, ist in der deutschen Bloggerszene extrem gut vernetzt, investiert persönliches Engagement und private Freizeit in den Besuch von Veranstaltungen sowie in Präsenz und Aus- tausch in sozialen Netzwerken. Aktionen in Social Me- dia sorgen zusätzlich für die Sichtbarkeit der Plattform und der dort publizierten Inhalte.

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Noch näher an die Verkaufsaktivitäten angebunden ist das Blog von Jack Wolfskin, von dem aus der Leser direkt die Kategorien des Onlineshops erreicht. Selbst hier überwiegen aber noch die textlichen Formen und statischen Bilder.

Die großen Consumermarken könnten sich dagegen ei- niges abschauen bei den Backschwestern, dem Angebot der Juchem Food Ingredients. Es besteht aus einem Blog, das neben Text – etwa Rezepten – und Fotos multime- diale Formen wie Videos einbindet, sich über mehrere soziale Netzwerke erstreckt und im realen Leben immer wieder zu Events einlädt. Es überrascht nicht, dass mit der hervorragend vernetzten Andrea Juchem auch hier wieder eine digitalaffine Persönlichkeit auch persönlich Gesicht zeigt.

Mischformen

Contentmarketing, Wissensvermittlung, allgemeine Imagebildung und Employer Branding: Manche Blogs sollen alle diese Aufgaben erfüllen. Ein Beispiel dafür ist das NTT DATA Blog, dessen (Selbst-)Beschreibung die Mischform spiegelt. Demnach schreibt dort „ein internationales Autorenteam aus dem Unternehmen regelmäßig über Themen rund um die Beratungsbran- che, über aktuelle Marktentwicklungen, neue Trends und Technologien oder über Arbeit und Alltag bei NTT DATA“. Die Autoren sind, wie bei Capgemini, Fachleute aus dem Unternehmen, die in der Beratung aktiv sind, aber auch Mitglieder des Marketingteams.

Einzelunternehmer- und Berater-Blogs

Immer dort, wo ein herausragender Protagonist sich zugleich als begabter Blogger erweist und seine Netz- werkqualitäten aus dem realen Leben in das Web zu übertragen schafft, entstehen hochwertige, gut ange- bundene Content-Plattformen, die ihren Empfängern echten Nutzen bieten.

Vortragsredner, Trainer, Coachs, Rechtsanwälte, Un- ternehmensberater: Viele derjenigen, die ich bereits in meinem Buch „Prinzip kostenlos“ als Beispiele genannt oder sogar interviewt habe – etwa der Rechtsanwalt Thomas Schwenke oder die Rednerin und Trainerin Sa- bine Asgodom –, haben seither ihre Bekanntheit erheb- lich weiter ausgebaut. Sie alle sind damit so erfolgreich, weil ihnen bewusst ist, wie wichtig es ist, sich auf ver- schiedenen Plattformen ebenso wie im engen direkten Kontakt mit anderen Menschen zu vernetzen.

im engen direkten Kontakt mit anderen Menschen zu vernetzen. Das Blog von Rechtsanwalt Thomas Schwenke Die

Das Blog von Rechtsanwalt Thomas Schwenke

Die Blogs lassen sich, je nach Branche und Ausrichtung, verschiedenen der vorgenannten Formen zuordnen. Oft haben sie viele Ähnlichkeiten mit einem CEO-Blog. Noch häufiger präsentiert sich hier ein Wissensträger mit seiner fachlichen und persönlichen Kompetenz. Je mehr der einzelne Unternehmer beziehungsweise der Protagonist eines kleinen Unternehmens sich mit der Firma identifiziert, desto persönlicher wird das Blog.

Blogs dürfen keine Insel sein

Eines haben etliche, einst ambitioniert gestartete Blog- Macher mittlerweile schmerzlich lernen müssen: Der Inhalt allein lockt weder Leser an noch treibt er die Um- satzzahlen in die Höhe. Contentplattformen dürfen kei- ne Inseln im Social Web sein, sonst wird sie kaum einer finden.

Es geht also auch beim Thema Corporate Blog nicht um die Plattform an sich, sondern darum, wie gut sie inner- halb der integrierten Kommunikationsstrategie funk- tioniert. Aber wer einmal begriffen hat, dass statische oder allenfalls sporadisch bespielte Websites ein Unter- nehmen mittelfristig in die Unsichtbarkeit befördern, mag sich über das Blog-Thema einer neuen Strategie annähern. Die genannten Beispiele machen hoffent- lich anschaulich, dass dies branchenunabhängig und in Firmen jeder Größe möglich ist. Auch umfassende Con- tentstrategien beginnen mit einem ersten Impuls.

Con- tentstrategien beginnen mit einem ersten Impuls. Ein Beitrag von Dr. Kerstin Hoffmann Diesen Artikel online

Ein Beitrag von Dr. Kerstin Hoffmann Diesen Artikel online lesen:

upload-magazin.de/?p=10714 – Dort finden Sie auch alle Links, Videos und weitere Inhalte.

BEST OF zur #rpTEN

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Instagram: Tipps und Tools für mehr Erfolg, mehr Follower, mehr Spaß

Das Außergewöhnliche an Instagram ist seine lebhafte, multikulturelle und wertschät- zende Community. Wie diese Gemeinschaft funktioniert, was die wichtigsten Regeln der Community sind und wie Sie nachhaltig auf Ihre Foto- und Videobeiträge aufmerksam machen, erfahren Sie in den folgenden Ausführungen.

Wie funktioniert die Instagram- Community?

Die Instagram-Community funktioniert zunächst ein- mal über ansteckende Kreativität. Eine wichtige Rolle fällt dabei den erfolgreichen Instagrammern zu. Sie bil- den die Gruppe der Influencer, die andere Nutzer mit Ih- ren Beiträgen auf Instagram maßgeblich beeinflussen. Mit den Mechanismen eines sozialen Netzwerks und vor allem mittels Hashtags verbreitet sich dieser Einfluss auf Instagram in kürzester Zeit von Nutzer zu Nutzer über den gesamten Erdball. Phil Gonzalez, der Gründer von Instagramers.com, eine der bekanntesten Commu- nities auf Instagram, bezeichnete dieses Phänomen als „Social Mass Creativity“ oder auch soziale Massenkrea- tivität.

Die wertschätzende Art der Community-Mitglieder trägt zusätzlich dazu bei, dass Menschen sich auf der Plattform kreativ entfalten können. Früher oder später beginnt fast jeder Nutzer, der sich auf Instagram ange- meldet hat, mit dem Posten von Fotos oder Videos. Der Anteil der reinen Voyeure ist damit auf Instagram deut- lich geringer als in anderen Netzwerken.

Instagram ist mit seinem Fokus auf Fotos und Videos zudem deutlich weniger komplex als andere Plattfor- men. Die sozialen Interaktionsmöglichkeiten konzent- rieren sich auf das Folgen von anderen Nutzern sowie Liken und Kommentieren von Beiträgen. Im Gegensatz zu den übrigen sozialen Netzwerken erfolgen diese je- doch deutlich schneller, häufiger und positiver.

diese je- doch deutlich schneller, häufiger und positiver. Website instagramers.com (Grafik: © andrei45454 –

Website instagramers.com

schneller, häufiger und positiver. Website instagramers.com (Grafik: © andrei45454 – Fotolia.com) Das ist auch der

(Grafik: © andrei45454 – Fotolia.com)

Das ist auch der Grund dafür, dass Instagram so inten- siv genutzt wird. Die schnelle und positive Reaktion der Gemeinschaft auf die eigenen Beiträge, „lässt das Herz kurzzeitig höher schlagen“.

Der Real-Time Effekt

Instagram ähnelt in vielerlei Hinsicht Twitter, unter an- derem weil es wie der Kurznachrichtendienst die Mög- lichkeit bietet, in Echtzeit mit der Community zu kom- munizieren. Nur tauschen Nutzer anstelle der Tweets Momentaufnahmen in Form von Fotos und Videos von unterwegs aus. Das ist auch der Grund, warum einige Fotos und Videos auf Instagram mit dem Hashtag „la- tergram“ versehen werden: Die Mitglieder der Commu- nity gehen demnach davon aus, dass ein Foto oder Vi- deo gerade in dem Moment geteilt wird, in dem es auch entstanden ist. Das heißt, es könnte auf Ihre Follower irritierend wirken, wenn Sie ohne weitere Erklärung ein Foto von einem weit zurückliegenden Urlaub oder ein Winterfoto im Frühling posten.

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UPLOAD Magazin

Es empfiehlt sich daher, Fotos oder Videos, die einen of- fensichtlichen zeitlichen Bezug haben, möglichst zeit- nah nach ihrer Entstehung zu posten oder andernfalls mit dem Hashtag #latergram zu versehen.

Fotos liken und kommentieren

Um einen Beitrag mit einem „Gefällt mir“ zu markieren, tippen Sie einfach zweimal nacheinander auf das Foto oder Video. Es erscheint für einige Millisekunden ein weißes Herz in dessen Mitte. Alternativ können Sie das Herz-Symbol unterhalb des Fotos oder Videos antippen. Das zuvor weiße Herz innerhalb des Buttons färbt sich rot. Das ist auch das Erkennungsmerkmal dafür, dass Sie ein Foto oder Video bereits gelikt haben. Sobald ein In- stagrammer Ihren Foto- oder Video-Beitrag mit einem „Gefällt mir“ markiert, erscheint eine kleine Sprechbla- se mit der Anzahl neuer Likes über dem Reiter „Aktivi- tät“.

Um ein „Gefällt mir“ rückgängig zu machen, tippen Sie einfach wieder auf das „Gefällt-mir“-Symbol. Ihre ge- samten „Gefällt-mir“-Angaben können Sie im Bereich „Optionen“ auf Ihrem Instagram-Profil einsehen, in- dem Sie das Rädchen-Symbol (iOS) bzw. die drei Punkte (Android, Windows Phone) antippen und auf „Beiträge, die dir gefallen“ tippen.

Wie schon erwähnt, wird ein „Gefällt mir“ auf Instagram von den Nutzern sehr spontan und teilweise in Windes- eile vergeben, während sie durch ihren Bilderstream bzw. Homefeed scrollen oder Ihr Foto oder Video in der Suchen und Erforschen-Ansicht entdeckt haben.

Kommentare lassen sich sowohl Ihren eigenen als auch fremden Beiträgen hinzufügen, indem Sie auf die Sprech- blase unterhalb des Fotos oder Videos tippen. In der Re- gel sind die Kommentare, die Nutzer hinterlassen eher kurz und drücken spontane Begeisterung für Ihren Bei- trag aus. Natürlich gibt es hier auch Ausnahmen, indem Nutzer ihre Abneigung zu Ihrem Bild ausdrücken, was jedoch nicht der Etikette auf Instagram entspricht und eher selten vorkommt. Weiterhin werden Kommentare dazu genutzt, Fragen zu dem Beitrag zu stellen, etwa mit welcher App das Bild oder Video bearbeitet wurde, wo sich der Ort auf dem Bild befindet oder Ähnliches.

Die meisten Instagrammer nutzen für Kommenta- re Emoticons oder Emojis. Beliebt sind neben Smileys Symbole, die den Inhalt des Fotos wiedergeben oder unterstreichen. Wenn auf dem Foto beispielsweise eine Blüte zu sehen ist, werden Kommentare dazu häufig mit Emojis von Blumen ergänzt. Dies ist eine spielerische Art, Sympathie unter Gleichgesinnten auszudrücken.

Darüber hinaus fügen Nutzer Ihren Beiträgen über Kommentare zusätzliche Hashtags hinzu, die Sie bei der Beschreibung Ihres Fotos oder Videos gar nicht im Kopf hatten oder die Sie noch nicht kannten. Sie können die- se Hashtags Ihrem Foto- oder Videobeitrag nun in ei- nem weiteren Kommentar oder in einer nachträglichen Bearbeitung Ihrer Bildunterschrift hinzufügen. (Hinter- grund dazu ist, dass jeder Instagrammer nur seine eige- nen Fotos oder Videos markieren kann.) Auf diese Wei- se wird Ihr Beitrag einer noch breiteren Öffentlichkeit zugeführt. Auch diese Form der Kommunikation zeigt die Wertschätzung der Community-Mitglieder. Darüber hinaus stellt der Nutzer, der ein Hashtag ergänzt, un- ter Beweis, dass er sich auf der Plattform auskennt und gewinnt die Aufmerksamkeit Ihrer Follower sowie der Nutzer, die sich Ihren Beitrag auf Instagram anschauen.

der Nutzer, die sich Ihren Beitrag auf Instagram anschauen. Foto- oder Videobeiträge kommentieren Kommentare löschen

Foto- oder Videobeiträge kommentieren

Kommentare löschen

Um einen Kommentar, den Sie bei einem anderen Nut- zer hinterlassen haben, zu löschen, tippen Sie unterhalb des betreffenden Fotos oder Videos auf die Sprechblase. Es erscheinen nun alle Kommentare zu diesem Beitrag. Tippen Sie Ihren eigenen Beitrag an und wischen Sie mit dem Finger nach links. Ganz rechts in Ihrem Kom- mentar erscheint nun ein Papierkorb-Symbol, das Sie antippen können, um Ihren Kommentar zu löschen. In der Android-Version erscheint das Papierkorb-Symbol am oberen rechten Seitenrand, nachdem Sie auf Ihren Kommentar getippt haben.

Auf die gleiche Weise löschen Sie einen Kommentar ei- nes anderen Nutzers zu Ihren eigenen Beiträgen. Hier- bei ist jedoch Vorsicht geboten, da das Löschen von Kommentaren in der Community oder generell in sozi- alen Netzwerken nicht unbemerkt vonstattengeht und gegebenenfalls einen weiteren negativen Kommentar nach sich zieht. Dies ist auf Instagram jedoch äußerst selten der Fall.

BEST OF zur #rpTEN

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Auf Kommentare antworten

Zur Etikette auf Instagram zählt auch die dankende Reaktion auf wertschätzende Kommentare. Damit der Nutzer von Ihrer Reaktion erfährt, ist es wichtig, dass Sie ihn in Ihrem Kommentar markieren bzw. taggen. Das funktioniert auf zweierlei Wegen. Sie schreiben ein @ vor seinen Instagram-Nutzernamen. Schon nach den ersten Buchstaben schlägt Instagram Ihnen eine Reihe Nutzernamen vor, aus denen Sie nur noch den richti- gen auswählen müssen. Sobald Sie Ihren Kommentar gesendet haben, erhält der Nutzer eine entsprechende Nachricht in seinem „Aktivität“-Reiter. Die zweite Va- riante ist, dass Sie den Kommentar des Nutzers direkt antippen und in der iOS-Version mit dem Finger nach links wischen und auf das Antworten-Symbol tippen. In der Android-Version tippen Sie auf den Kommentar und können am oberen rechten Seitenrand das Pfeil-Sym- bol auswählen. Auf diese Weise öffnet sich ein neues Kommentarfeld, in dem der Nutzer, dem Sie antworten möchten, bereits markiert ist.

Ungeschriebene Regel in der Community ist es auch, dass Sie sich bei jedem Instagrammer, der Ihren Post kommentiert hat, mit einem separaten Kommentar bedanken. Das erfordert zwar Fleiß, zeigt jedoch Ihre Wertschätzung.

Kommunikation über Messenger-Apps

Um über die bewusst reduzierten Interaktionsmög- lichkeiten der Instagram-App hinaus miteinander kommunizieren zu können, hat sich in der Instagram- Community die Verwendung von Smartphone-Messen- gern etabliert. Der Messenger, der derzeit am häufigsten parallel zu Instagram genutzt wird, ist die sowohl mit iOS, Android und Windows Phone kompatible App Kik. Analog zu WhatsApp können über Kik in Echtzeit Text- nachrichten, Fotos und Videos ausgetauscht werden, allerdings ist dazu nicht die Bekanntgabe der eigenen Telefonnummer notwendig.

Nutzer, die über diesen Messenger erreichbar sind, schreiben ihren Kik-Namen in der Regel direkt in die Biografie Ihres Profils. Darüber hinaus haben sich eini- ge weitere Messenger Apps auf Instagram spezialisiert, beispielsweise InstaChat (Android) oder InstaMessage (iOS). Instagram Direct geht ebenfalls in die Richtung, einen individuelleren Austausch zwischen einzelnen Nutzern zu ermöglichen. Immer beliebter wird auch die Kommunikation über Snapchat. Instagrammer weisen dabei sowohl in ihrer Biografie als auch in einzelnen Foto-oder Videoposts auf Ihren Snapchat-Namen hin.

Foto-oder Videoposts auf Ihren Snapchat-Namen hin. Auf upload-magazin.de finden Sie ein Video zu instagram

Auf upload-magazin.de finden Sie ein Video zu instagram direct

Follower generieren

Für einen großen Teil der Instagram-Mitglieder, wenn auch nicht für alle, ist ihr sozialer Einfluss, auch „Social Clout“ genannt, wichtiger Antrieb, auf Instagram aktiv zu sein. Dabei ist in erster Linie die Anzahl der Abonnen- ten, die dem eigenen Profil folgen, das wichtigste sozia- le Statussymbol. Aber auch viele „Gefällt mir“-Angaben pro Beitrag sind für die Nutzer erstrebenswert und ein Äquivalent für einen hohen sozialen Einfluss.

Soziale Interaktion

Um mehr Follower auf Instagram zu generieren, müssen Sie vor allem ausdauernd und regelmäßig sozial aktiv sein. Das bedeutet konkret: idealerweise täglich ein bis zwei Fotos oder Videos posten, möglichst viele Beiträge anderer Nutzer liken, Kommentare hinterlassen und an- deren Instagrammern folgen.

Warum ist das wichtig? Über das regelmäßige Liken und Kommentieren von Beiträgen sowie das Abonnieren spannender Profile erhöhen Sie Ihre Sichtbarkeit in der Community. Nutzer werden auf Sie aufmerksam, schau- en sich gegebenenfalls Ihr Profil an und folgen Ihnen dann.

Kommentieren

Insbesondere Kommentare haben diesbezüglich eine große Wirkung. Denn die Follower des Profils, dessen Beitrag Sie kommentiert haben, lesen sich gerne die einzelnen Kommentare unter Fotos und Videos durch, insbesondere wenn sie sie selbst mit einem „Gefällt- mir“ oder einem Kommentar versehen haben. Werden Sie in Ihrem Kommentar jedoch nicht zu persönlich, sondern zeigen Sie lediglich Ihr aufrichtiges Interesse oder Gefallen an dem Foto.

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Anderen Nutzern folgen

Noch effektiver ist allerdings das Folgen anderer Nut- zer. Wenn Sie einem Instagrammer folgen, wird dieser im Gegenzug gegebenenfalls auch Ihnen folgen, vo- rausgesetzt ihm gefällt Ihr Profil. Hier ist neben Ihren ansprechenden Fotos und Videos, Ihre Biografie und Ihr Profilfoto ein entscheidender Faktor. Instagrammer, die bereits eine hohe Anzahl an Abonnenten haben und selbst nur wenigen anderen Community-Mitgliedern folgen, werden Ihnen allerdings sehr wahrscheinlich nicht zurückfolgen. Deshalb macht es Sinn, sich Profi- le zu Ihrem Thema suchen, die selbst eine Vielzahl von Abonnements haben.

Nachteil an dieser Follower-Strategie ist, dass Sie einer Vielzahl von Profilen folgen müssen, um selbst signifi- kant Abonnenten zu generieren. Das kann zu einem un- günstigen Verhältnis zwischen Ihren Abonnenten und Ihren Abonnements führen und Sie schlimmstenfalls unseriös wirken lassen, sofern zwischen beiden Zahlen eine große Lücke klafft. Am Anfang wird es sich natür- lich nicht vermeiden lassen, dass Sie mehr Instagram- mern folgen als umgekehrt. Auch wenn es dafür keine festgeschriebene Regel gibt, die Zahl der Profile, die Sie abonnieren, sollte zu Beginn maximal dreimal so hoch sein, wie die Anzahl der Abonnenten, die Ihnen folgen. Langfristiges Ziel ist es in der Regel, dieses Verhältnis mindestens umzukehren.

„Gefällt mir“-Angaben

Auch „Gefällt mir“-Angaben sind nicht darin zu un- terschätzen, neue Follower für Sie zu begeistern. Der Vorteil besteht hier darin, dass „Gefällt mir“-Angaben schnell vergeben sind und Ihre „Folgen-Follower“-Bi- lanz nicht belastet wird. Liken Sie gleich mehrere Bei- träge eines Nutzers, wird dieser mit großer Wahrschein- lichkeit auf Sie aufmerksam und sich mit Ihrem Profil auseinandersetzen.

Um mehr „Gefällt mir“-Angaben für Ihre eigenen Bei- träge zu generieren, ist vor allem der Einsatz passen- der Hashtags entscheidend. Dabei sollten Sie eine gute Mischung aus häufig gesuchten sowie passgenauen Hashtags auf Ihr Foto oder Video anwenden. Damit er- höhen Sie die Reichweite Ihres Beitrags und somit auch die Wahrscheinlichkeit für mehr Likes und potentiellen Followern.

Nähere Anregungen zu einer erfolgreichen Hashtag- Strategie finden Sie im Buch „Erfolgreich mit Instagram“ in Kapitel 8. (siehe Buchtipp)

Bleiben Sie sich selbst treu

Je mehr Abonnenten Sie generieren wollen, desto grö- ßer muss auch Ihr Aktivitätslevel auf Instagram sein. Dabei ist es gerade zu Beginn wichtig, täglich eine Kombination der genannten sozialen Interaktionen durchzuführen. Bleiben Sie dabei jedoch sich selbst treu und liken und kommentieren Sie nur Beiträge, die Sie wirklich interessant finden und die zu Ihrem Profil passen. Das gilt ebenso für die Profile, denen Sie folgen. Nur so zahlen sich Ihre ausdauernden Aktivitäten auf Instagram nachhaltig aus. Follower, die nicht zu Ihnen passen, springen früher oder später wieder ab und sind zudem wenig inspirierend für Sie. Darüber hinaus ist auch die Qualität der Profile, denen Sie folgen und die Ihnen folgen, ein Aushängeschild für Sie.

Suche passender Profile und Beiträge über Hashtags

Passende Beiträge und Profile finden Sie am schnellsten über Hashtags, die zu Ihrem Profil-Thema passen. Nut- zer, die die Hashtags Ihres Themas nutzen, werden sich am ehesten für Ihr Profil interessieren, Ihre Beiträge mit einem „Gefällt mir“ markieren oder Ihnen folgen. Die Abonnenten dieser Nutzer sind darüber hinaus eine in- teressante Zielgruppe für Sie, denn diese interessieren sich ebenfalls für Ihr Thema. Hier können Sie Ausschau nach geeigneten Profilen und Beiträgen halten, denen Sie folgen oder die Sie liken können. Zudem erfahren Sie bei dieser Recherche, welche Hashtags noch zu Ih- rem Thema genutzt werden und können Ihren eigenen „Hashtag-Cocktail“ stetig präzisieren.

Systematischer Follower-Aufbau

Wollen Sie vergleichsweise aggressiv wachsen, bei- spielsweise täglich um 20 Follower, folgen Sie mindes- tens doppelt so vielen passenden Nutzern auf Instagram und schätzen Sie deren Beiträge durch mehrere „Gefällt mir“-Angaben oder einen aufrichtig lobenden Kommen- tar wert. Entfolgen Sie jedoch wiederum von Zeit zu Zeit den Nutzern, die Ihr Profil im Gegenzug nicht abonnie- ren.

Tool-Tipp Iconosquare (ehemals Statigram)

Ein sehr hilfreiches kostenloses Tool ist in diesem Zu- sammenhang das zuvor schon erwähnte Iconosquare (ehemals Statigram), das Sie im stationären Web unter www.iconosquare.com finden. Nachdem Sie sich mit Ih- ren Instagram-Zugangsdaten dort angemeldet haben, können Sie unter dem Menüpunkt Statistik nachvoll-

BEST OF zur #rpTEN

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BEST OF zur #rpTEN Seite 37 Website von Iconosquare ziehen, wer Ihre neuen Follower sind und

Website von Iconosquare

ziehen, wer Ihre neuen Follower sind und wer Ihnen wieder entfolgt ist. Sie können direkt aus dem Tool her- aus, Profilen folgen oder entfolgen. Das Tool gibt Ihnen weiterhin Aufschluss darüber, wer Ihre engagiertesten Follower sind, welche Ihrer Beiträge besonders viele „Gefällt mir“-Angaben oder Kommentare erhalten ha- ben und vieles mehr. Machen Sie es sich gerade zu Beginn Ihrer Strategie, mehr Follower zu generieren, zur Angewohnheit, täg- lich 70 bis 100 Likes für Beiträge, die mir Ihrem Thema zu tun haben, zu vergeben. Das hört sich nach einer sehr großen Menge an, ist jedoch vergleichsweise schnell umzusetzen.

follow4follow und like4like

Schon nach kurzer Zeit Ihrer Mitgliedschaft bei Insta- gram werden Ihnen gegebenenfalls die Hashtags #fol- low4follow oder #like4like auffallen. Sie gehören zu den beliebtesten Hashtags auf Instagram. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Abwandlungen dieser Tags, zum Bei- spiel #f4f, #l4l, #20likes, #followback, #likeback. Nutzer, die diese Hashtags einsetzen, signalisieren damit, dass sie Ihnen folgen werden, sobald Sie deren Profil folgen. Ebenso verhält es sich mit dem Prinzip „like for like“. Liken Sie die Beiträge dieser Nutzer, werden diese im Gegenzug auch Ihre Fotos und Videos mit einem „Ge- fällt mir“ markieren. Ausnahme bilden allerdings die Nutzer, die ihre Fotos und Videos mit #followforfollow oder #likeforlike verse- hen, ohne deren Bedeutung zu kennen oder aber ihrem Angebot doch nicht nachkommen. Daraufhin hat sich beispielsweise der Hashtag #followbackalways etabliert. Grundsätzlich funktioniert dieses Geben und Nehmen zwar, ist aber wenig zielgerichtet, wenn es Ihnen dar- um geht, nachhaltig Follower aufzubauen, die Ihr Profil wirklich mögen und dauerhaft mit Ihnen interagieren. Auch der Betrachter Ihres Profils wird schnell erkennen, dass sich durch Ihre Abonnements kein roter Faden

zieht. Zudem zeigen diese Hashtags eindeutig, dass Sie lediglich an „Masse statt Klasse“ interessiert sind, was Ihrem Ansehen gegebenenfalls schadet.

Follower- und Like-Apps

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Apps, die das Prin- zip „follow for follow“ oder „like for like“ automatisiert umsetzen. Dabei folgen sich die in der App angemelde- ten Nutzer massenweise gegenseitig, in der Regel ohne sich mit dem Profil des anderen auseinanderzusetzen. Die App präsentiert Ihnen dazu im Sekundentakt will- kürlich Profile, denen Sie folgen oder die Sie über- springen können. Nach dem gleichen Prinzip wird Ihr Profil anderen Nutzern in der App angezeigt. Je nach Ih- rer eigenen Aktivität steigt die Anzahl Ihrer Abonnen- ten in nur wenigen Minuten zwei- oder sogar dreistellig. Die Apps incentivieren das Folgen anderer Nutzer noch zusätzlich mit Punkten oder „Coins“, die anschließend in weitere Follower getauscht werden können. Auch der Kauf von Followern ist darüber hinaus möglich. Auf die gleiche Weise funktionieren Apps, die massen- haft „Gefällt-mir“-Angaben für Ihre Beiträge produzie- ren. Sie liken im Akkord Beiträge anderer Nutzer, im Gegenzug erhalten Ihre Beiträge mehr „Gefällt mir“- Angaben. Auch wenn mit den Apps schnell quantitative Erfolge erzielt werden können, ist davon eindeutig abzura- ten. Abgesehen davon, dass die wenigsten Ihrer neu- en Follower zu Ihrem Profil passen werden, ist für den Außenstehenden mit einem Blick in Ihre Abonnenten- und Abo-Listen schnell klar, wie Sie zu Ihrer Popularität gelangt sind. Wenn Sie später wieder Nutzern entfolgen, werden diese sich auch im Gegenzug wieder von Ihrem Profil verabschieden. Ebenso verhält es sich mit den Likes. Ein ehrliches „Gefällt mir“ von Instagrammern, die ganz bewusst Ihr Bild angesehen haben ist deutlich mehr wert, als tausende Likes von Nutzern, die nicht wirklich in Ihren Beitrag involviert sind.

Fan-Communities

Eine sehr gute und gleichzeitig bereichernde Vari- ante, Abonnenten für Ihren Account zu finden, sind Fan-Communities zu Ihrem Thema: Einige engagier- te Community-Mitglieder gründen Sub-Communities innerhalb von Instagram. Sie richten dafür gezielt Ac- counts ein und etablieren passende Hashtags. Zum einen finden Sie in den Abonnenten-Listen dieser Communities schnell Gleichgesinnte, denen Sie folgen können und die Ihnen gegebenenfalls zurückfolgen. Zum anderen posten diese Communities häufig Fotos und Videos von Instagrammern, die ihre Beiträge mit dem jeweiligen Community-Hashtag versehen haben.

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Ein Beispiel ist der Instagram-Account @welovehh, der sowohl eigene als auch Fotos und Videos von Instagram- mern, die diese mit dem Hashtag #welovehh markiert haben, postet. Letztere werden dabei namentlich er- wähnt und damit der Community empfohlen.

Wettbewerbe

Foto- und Video-Wettbewerbe werden auf Instagram täglich ausgetragen und über die Accounts der Wettbe- werbsveranstalter promotet bzw. „featured“. Die dahinter stehenden Community-Mitglieder kuratieren Fotos und Videos auf Instagram, um die Community auf besonders überraschende und kreative Instagrammer aufmerksam zu machen. Dabei wird ein Screenshot Ihres Fotos erstellt und unter Angabe Ihres Namens mit den Followern des Wettbewerbs-Accounts geteilt. Um von den Kuratoren gesichtet und ausgewählt werden zu können, müssen Sie Ihre Beiträge mit den Hashtags, die diese Accounts ver- geben, markieren und ihrem Profil folgen. Zu den größten Wettbewerben auf Instagram zäh- len Photooftheday (@photooftheday) mit dem Hash- tag #photooftheday sowie analog dazu Videooftheday (@videooftheday) mit dem Hashtag #videooftheday, Instagood (@instagood) mit dem Hashtag #instagood oder #featuremeinstagood, der Instagrammer Josh Johnson (@joshjohnson) mit dem Hashtag #jj und All Shots (@all_shots) mit dem Hashtag #allshots

Nutzer, die ihr Foto oder Video beispielsweise mit dem Hashtag #featuremeinstagood markieren, haben so eine Chance über den Instagood Account promotet zu wer- den. Bei über 650.000 Abonnenten ist eine Promotion via Instagood für die Nutzer extrem attraktiv, um die eigene Sichtbarkeit in der Community deutlich zu erhö- hen. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit einer Promo- tion, auf Grund der Masse an Fotos und Videos, die täg- lich mit #instagood oder #featuremeinstagood versehen werden, eher gering.

Neben den großen Wettbewerbs-Accounts gibt es eine Reihe kleinerer hochwertiger Communities, wie bei- spielsweise IGMASTERS (@igmasters), Royal Snapping Artists (@royalsnappingartists), Shot Award (@shota- ward), Master Shots (@master_shots), The_Visionaries (@the_visionaries), IG_Shotz (@ig_shotz), Capture To- day (@capture_today) und viele mehr, die regelmäßig Wettbewerbe zu bestimmten Themen unter ihren Fol- lowern ausrufen. Abgesehen vom Spaß, den die Teil- nahme an solchen Wettbewerben bringt, ist die Chan- ce, über kleinere Accounts promotet zu werden, schon größer. Voraussetzung ist jedoch in jedem Fall ein selbst erstelltes hochwertiges schönes Bild oder Video. Neben der Promotion als Gewinner des Wettbewerbs, darf sich

der Nutzer in der Regel noch als Mitglied bzw. Member der jeweiligen Community bezeichnen und dies in seine Biografie aufnehmen. Daneben tummeln sich immer mehr Marken auf In- stagram, die ebenfalls Foto- und Video-Wettbewerbe veranstalten und damit als Promoter für Ihr Profil fun- gieren. Informationen zu aktuellen Wettbewerben, die Marken auf Instagram veranstalten, finden sich neben ihren Instagram Accounts häufig auf ihren Facebook- Profilen oder auch auf iconosquare.com unter dem Menüpunkt „contest“.

Shoutouts

Eine beliebte Variante, neue Abonnenten zu gewinnen, ist ein Shoutout durch einen anderen Nutzer, der hin- sichtlich seiner Reichweite auf Instagram ähnlich stark aufgestellt ist, wie Sie. „Shoutout“ bedeutet dabei soviel wie „Ausruf“. Dabei postet der Nutzer einen Screenshot Ihres Profils oder auch eines einzelnen Fotos mit dem Verweis auf Ihren @Nutzernamen und der Bitte, Ih- nen zu folgen. Im Gegenzug promoten Sie den Nutzer auf die gleiche Weise in Ihrem Account. Nutzer, die zu einem gegenseitigen Shoutout bereit sind, markieren Ihre Beiträge mit den Hashtags #shoutout, #shoutout- forshoutout, #s4s und Ähnlichem mehr. Wie auch schon in den vorangegangenen Ausführungen erwähnt, ist diese Variante nur bedingt hilfreich, um zielgerichtet Follower zu generieren. Zudem ist die Wahrscheinlich- keit, Ihre bestehenden Follower durch Shoutouts zu stö- ren, sehr groß. Ideal ist natürlich ein Shoutout eines Nutzers, der schon eine signifikante Reichweite und Reputation aufgebaut hat, der aus freien Stücken auf Ihr Profil verweist und ein ähnliches Thema wie Sie bespielt.

Promotion durch Instagram

Instagram selbst hat den größten Account auf seiner sozialen Plattform und zählt inzwischen über 95 Milli- onen Abonnenten, was fast einem Drittel seiner gesam-

ten Mitglieder entspricht. Um die Nutzer zu involvieren, werden über diesen Account und den damit verbun- denen frei zugänglichen Instagram Blog sowie den In-

stagram

Projekte ausgerufen, an denen sich Nutzer weltweit beteiligen können. So gibt es beispielsweise jedes Wo- chenende das Weekend Hashtag Project (WHP), bei dem die Community aufgerufen wird, Fotos oder Videos zu einem kreativen Motto zu machen. Beispiele hierfür sind die Projekte „Hand in Hand“ (#WHPhandinhand) oder „Appreciate Earth“ (#WHPappreciateEarth) oder auch „3 x 5“ (#WHP3x5), bei dem die User ein 15-se- kündiges Instagram-Video, bestehend aus drei 5-sekün-

Hashtag-

Account

@instagram

regelmäßig

BEST OF zur #rpTEN

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digen Filmsequenzen drehen sollten. Beiträge, die mit dem speziellen Projekt-Hashtag versehen sind, werden von Instagram gesichtet und anschließend neun der besten Fotografen promotet. Wer zu diesen Auserwähl- ten zählt, kann sich über zusätzliche sechs- bis sieben- stellige Abonnentenzahlen freuen.

Darüber hinaus stellt Instagram in sogenannten „User Features“ Nutzer der Community, ihren spezifischen Foto- oder Videostil oder einzelne Projekte vor. Die Auswahl der Nutzer erfolgt durch das Instagram-Team und ist für den betreffenden Instagrammer eine glück- liche Überraschung. Der Berliner Instagrammer Micha- el Schulz beispielsweise wurde erst kürzlich mit einem seiner „pink pipe“-Beiträge auf @instagram gefeatured. Die pinken verdrehten Rohre, mit denen überflüssiges Regen- oder Grundwasser in die Spree geleitet wird, sind inzwischen ein Markenzeichen von Berlin und tauchen überall im Stadtbild auf. Aus diesem Grund kreierte er den Hashtag #thatpipeagain.

Mit

deutschsprachigen Account etabliert, um die „schöns- ten Instagram-Momente aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und weltweit zu teilen“. Neben deutsch- sprachigen Informationen zu den aktuellen weltweiten Hashtag-Projekten, der Vorstellung spannender Insta- grammer, Updates zur Instagram-App oder anstehen- den Events, gibt es hier zusätzlich monatliche Deutsche Hashtag-Projekte (DHP), wie #diewocheaufinstagram über das der schönste Foto- oder Videobeitrag der Wo- che gekürt wird, #freitagfluff mit einem obligatorischen Foto- oder Videobeitrag eines kuscheligen Haustiers oder auch #DHPporträt, das besonders kreative Porträts hervorhebt.

offiziellen

@instagramde

hat

Instagram

einen

Die „Suggested User List“

Eine in Community-Kreisen sehr bekannte und von vielen Influencern angestrebte Möglichkeit, mehr Auf- merksamkeit für die eigenen Fotos- und Videos nicht nur von anderen Instagrammern sondern auch werbe- treibenden Unternehmen zu generieren, ist die Pro- motion als „Suggested User“ bzw. Vorgeschlagener In- stagrammer. Die Instagram-Redaktion kuratiert dabei eigenhändig Instagram-Accounts, deren Fotos und Vi- deos „eine einzigartige Sichtweise zu Instagram“ beitra- gen und damit für die Community inspirierend sind.

Die ca. 70 ausgewählten Instagram-Accounts werden dabei in eine Liste, die sogenannte „Suggested User List“, aufgenommen und regelmäßig, das heißt etwa alle zwei Wochen gegen neue Accounts ausgetauscht. Ein wechselnder Auszug dieser Liste erscheint in der

Suche und Erforschen-Ansicht sämtlicher Instagram- Mitglieder unter der Option „Entdecke Personen“ so- wie bei jedem neu angemeldeten Community-Mitglied unter dem Punkt „Empfohlen von Instagram“. Das ent- spricht einer enormen Reichweite.

Neben originellen, hochwertigen Fotos und Videos ist auch eine hohe Aktivität innerhalb der Community für die Promotion als „Suggested User“ ausschlaggebend. Dazu zählt sowohl eine hohe soziale Interaktion, bei- spielsweise das häufige Kommentieren von Beiträgen anderer User, als auch die Teilnahme an den zuvor er- wähnten Hashtag-Projekten oder die Organisation von InstaMeets, die im nachfolgenden Abschnitt näher er- läutert werden.

Ein ausgewählter Nutzer erfährt von seiner Wahl über eine persönliche Nachricht der Instagram-Redaktion in seinen Direkt-Nachrichten und von einem schlagartigen Anstieg seiner Follower und Likes. Aus einigen hundert Followern werden auf diese Weise schnell tausende.

Dies ist eine stark gekürzte Fassung, der Artikel ist auf der Website noch ausführlicher. Den Link finden Sie unten.

der Website noch ausführlicher. Den Link finden Sie unten. Wer noch mehr erfahren möchte, dem sei

Wer noch mehr erfahren möchte, dem sei das Buch „Erfolgreich mit Insta- gram“ von Kristina Kobilke empfohlen, aus dem dieser Ausschnitt stammt. Es ist erschienen bei mitp.

Sie können das Buch in der gedruckten oder digitalen Version direkt bei mitp kaufen. Außerdem finden Sie es beispielsweise bei Amazon.

Außerdem finden Sie es beispielsweise bei Amazon . Ein Beitrag von Kristina Kobilke Den ausführlichen Artikel

Ein Beitrag von Kristina Kobilke Den ausführlichen Artikel online lesen:

upload-magazin.de/?p=11880 – Dort finden Sie auch alle Links, Videos und weitere Inhalte.

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Influencer Marketing I: Was sind Influencer und wie findet man sie?

Auf der Suche nach Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit im digitalen Dickicht wenden sich immer mehr Unternehmen an die Meinungsmacher, die Beeinflusser, die Influencer. Doch um Influencer Marketing zu einem gewichtigen Baustein in der gesamten Marketing- Strategie eines Unternehmens heranwachsen zu lassen, bedarf es spezieller Kenntnisse:

Wie findet man Influencer, was macht diese überhaupt aus, wie spricht man sie richtig an und welche Zielsetzungen können dabei sinnvoll sein? Viele Fragen, deren Antworten in der täglichen Praxis durch Missverständnisse und Unsicherheiten geprägt sind. Ein Ver- such eines Influencer-Marketing-Guides.

Das Influencer Marketing erlebt derzeit einen kleinen Hype, aber warum eigentlich? Neu ist das Ansprechen von Beeinflussern doch keinesfalls. Das stimmt zwar, aber die Zahl der Unternehmen, die ein gezieltes In- fluencer Marketing betreibt, wächst erst seit einigen Monaten merklich. Auch davor waren die Influencer schon wichtig, doch wurden sie wenn überhaupt eher von der Unternehmenskommunikation angesprochen. Das hat sich nun etwas verändert und immer häufiger stammt die Initiative aus dem Marketing. Bei genauerer Betrachtung erscheint das nachvollziehbar: Das Online Marketing bekommt immer mehr Probleme, mit den herkömmlichen Mitteln eine ausreichende Sichtbarkeit und letztendlich die gewünschte Wirkung zu erzielen. Werbung, SEO und Social Media – dieses lange gut funk- tionierende Dreigestirn funktioniert heute längst nicht mehr so gut, wie noch vor einigen Monaten. Online- Werbung wurde von den Konsumenten noch nie gut aufgenommen, weil blinkende, um Aufmerksamkeit heischende Banner als Belästigung empfunden werden. Zu einseitige und aggressive SEO-Maßnahmen wiede- rum werden heute von Google bestraft. Und Facebook, oft das Fundament der Social Media Strategie, hat der kostenlosen Reichweite ebenfalls Grenzen gesetzt.

Bleibt das noch sehr schwammige Konstrukt „Content Marketing“, das als nächstes Wundermittel durch das di- gitale Dorf getrieben wird. Hier geht es vor allem darum, dass Werbe- und Markenbotschaften nicht mehr in Re- inform und komplett entschlüsselt an den Konsumen- ten gebracht werden, sondern schön verpackt in klei- nen Content-Häppchen. Kurze, interessant zu lesende Geschichten, sollen nun die Markenbotschaften trans- portieren. Das funktioniert ganz gut, denn Geschichten ziehen uns Menschen schon seit der Erfindung des La- gerfeuers in ihren Bann. Aber schon tauchen die nächs- ten Probleme auf: Wo bekommen die Unternehmen die-

nächs- ten Probleme auf: Wo bekommen die Unternehmen die- se Inhalte und Geschichten her und wer

se Inhalte und Geschichten her und wer verbreitet sie so, dass sie tatsächlich wahrgenommen werden und ihre Wirkung entfalten können? Spätestens an dieser Stelle fallen in den Strategie-Sitzungen der Marketingabtei- lungen Buzzwords wie „Blogger Relations“ oder „Influ- encer Marketing“. Was im Grunde keine schlechte Idee ist, denn von den Influencern, die oft zugleich Blogger sind, können die Unternehmen im Idealfall nicht nur di- rekt profitieren, sie können von ihnen auch eine Menge lernen.

Profitieren können die Unternehmen von ihnen, weil sie ideale Multiplikatoren für deren Inhalte sind und wenn es besonders gut läuft, erstellen sie sogar frei- willig eigenen Content mit einem positiven Bezug zum Unternehmen. Bis dahin ist es aber ein weiter Weg, der viel Wissen, Geduld und Empathie genötigt. In einem ersten Schritt sollten die interessierten Unternehmen daher von den Influencern lernen – und zwar wie man sich zu einem Thema so positionieren kann, dass man als Experte wahrgenommen wird und die Meinung der

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Folgschaft nachhaltig beeinflussen kann. Genau hier hapert es im Regelfall nämlich gewaltig bei den Corpo- rate-Kommunikatoren. Sie verlängern Pressemitteilun- gen ins Social Web, kommunizieren einseitig als Sender ohne selbst Empfänger zu sein und sie vernetzen sich nicht proaktiv. Da ist es nicht weiter verwunderlich, wenn der Funke zwischen Influencern und den Unter- nehmen nicht überspringen will. Oft herrscht hier ein Ungleichgewicht bei der professionellen Nutzung von Social Media. Während Unternehmen noch mitten in der Lernphase stecken, gehören die Influencer oft zu den Early Adoptern, die die Plattformen nicht einfach nur nutzen, sondern sich darüber ihren Einfluss erarbei- tet haben.

Die Arbeit mit Influencern kann ein Unternehmen also auch selbst beeinflussen. Das setzt allerdings ein gewis- ses Grundwissen voraus. Allgemeingültige Vorgehens- weisen kann es dabei nicht geben, da zu viele Variablen im Spiel sind. Selbst Definitionen müssen jeweils auf das Unternehmen und deren Zielsetzungen abgestimmt werden.

Begriffsbestimmung:

Was ist eigentlich ein Influencer?

Mit dieser Fragestellung fängt das Influencer Marketing im Idealfall an. Jedes Unternehmen muss hier einen ei- genen Kriterienkatalog aufstellen, eine allgemeine De- finition kann nur als Ausgangsbasis hergenommen wer- den. In der Wikipedia steht zu Influencer:

wer - den. In der Wikipedia steht zu Influencer: Influencer (von engl. to influence: beeinflussen) ist

Influencer (von engl. to influence: beeinflussen) ist ein um 2007 entstandener Begriff für eine Person, die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen An- sehens in den sozialen Netzen des Internets für das Marketing interessant wird.

Noch kürzer und vereinfacht könnte man sagen:

Ein Influencer ist eine Person, die mit ihrem Handeln andere Personen beeinflusst.

Wie weit dieser Einfluss reicht, kann ganz unterschied- lich sein und reicht von der einfachen Aufmerksamkeit bis hin zur Kaufentscheidung. Letzteres ist allerdings schwierig zu verifizieren und sollte auch aus anderen Gründen nicht die vordergründige Zielsetzung beim In- fluencer Marketing sein. Hier steht sich genau genom- men der Begriff selbst im Wege, denn beim traditionel- len Marketingbegriff steht die positive Beeinflussung der Kaufentscheidung sehr wohl im Aufgabenheft.

Beim Influencer Marketing haben wir es allerdings mit einem Paradigmenwechsel zu tun, den die Unterneh- men zunächst verstehen und akzeptieren müssen:

Es geht nicht mehr um die anonyme Ansprache der Masse, sondern um den Aufbau von Beziehungen zwi- schen Menschen.

Ein weit verbreiteter Irrtum besteht hier in der Annah- me, dass Influencer ein Interesse daran haben müssten, Beziehungen zu einem Unternehmen aufzubauen. Zum einen liegt das Interesse eher auf Seiten der Unterneh- men, denn letztlich wollen diese ja von der Strahlkraft der Meinungsführer profitieren. Und zum anderen kön- nen direkte Beziehungen immer nur zwischen realen Personen funktionieren – dass darüber außerdem eine Verbindung zwischen einem Influencer und einem Un- ternehmen entstehen kann, ist ein längerfristiger Pro- zess, aber dazu später mehr.

Der Trend Influencer Marketing beruht dabei auf einer bereits recht alten Studie aus den USA. Der Soziologe Paul Felix Lazarsfeld hatte die amerikanischen Präsi- dentschaftswahlen im Jahre 1940 analysiert und die Ergebnisse vier Jahre später in dem Werk „The People’s Choice“ veröffentlicht. Die als Erie-County-Studie be- kanntgewordene Wahlanalyse beschäftigt sich mit den soziologischen Gesetzmäßigkeiten, die den Wahlaus- gang beeinflussten. Beobachtet wurde dabei eine Test- gruppe aus 600 Wählern in einem lokal begrenzten Ge- biet in Erie County im Bundesstatt Ohio. Ziel war es, herauszufinden, wie sich die Botschaften der Wahlkam- pagnen der Kandidaten verbreiten. Das Ergebnis: Die Botschaften wurden in einem zweistufigen Kommuni- kationsmodell verbreitet, das aus Meinungsführern und den eigentlichen Informationsempfängern bestand. Die Meinungsführer fungierten dabei als eine Art Filter. Welchen Meinungsführer die Empfänger auswählten, wurde von sozialstrukturellen Merkmalen beeinflusst. Wie genau diese Merkmale aussehen, hängt sicher auch heute noch eng mit dem Wirkungskreis zusammen.

Was könnten nun also konkrete Kriterien sein, die eine Person zu einem interessanten Multiplikator macht? Oft liest man zu dieser Frage dann klassische KPIs: Wie groß ist die Reichweite bei Facebook, Twitter, Google+ & Co., wie viele Visits erzielen seine Blogposts, wie hoch ist die Engagementrate seiner Inhalte, usw. Diese Werte können aber nur eine erste Annäherung sein, denn sie haben noch keine Verbindung zur tatsächlichen Wir- kung oder zur Zielsetzung des Unternehmens.

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Exkurs: Was macht erfolgreiche Twitterer aus?

Jemand mit 5.000+ Followern bei Twitter hat in der The- orie eine relevante Reichweite, da seine Tweets theo- retisch von 5.000 Personen empfangen werden. In der Praxis werden es deutlich weniger sein, denn Twitter ist chronologisch aufgebaut und da laufen viele Tweets ungesehen durch die Streams der Nutzer. Verlängert werden kann die Sichtbarkeit von Tweets durch ein ho- hes Retweetaufkommen, also wenn viele Empfänger des Tweets den Inhalt so interessant finden, dass sie ihn an die eigenen Follower weiterreichen. Im Idealfall ent- steht so eine kleine virale Welle, die die Reichweite weit über die Zahl der Follower des ursprünglichen Absen- ders erhöht.

Was einfach klingt, ist in Wahrheit harte Arbeit und braucht viel Erfahrung und Geduld. Der Aufbau einer in- teressierten Followerschaft braucht nicht nur umfang- reiches Plattformwissen, sondern ebenso eine gute und stringente Strategie. Es reicht nicht aus, nur als Sender aufzutreten. Erfolgreiche Twitterer zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie sich selbst intensiv einbringen. Sie stoßen selbst Diskussionen an, beteiligen sich an anderen Diskussionen, bieten Hilfe an und fragen nach Rat, antworten auf Erwähnungen und vernetzen sich intensiv mit themenspezifischen Twitterern. Im Laufe der Zeit entsteht so ein kleines Subnetzwerk innerhalb des Twitterversums, dass sich durch gegenseitige Hilfe, Schätzung und Wissenstransfer auszeichnet.

Natürlich lohnt sich immer auch ein Blick auf die Tweets:

Mit welchen Themen beschäftigt sich die Person? (sollte zu den eigenen Themen passen)Natürlich lohnt sich immer auch ein Blick auf die Tweets: Wie breit ist die Themenbasis? (je

Wie breit ist die Themenbasis? (je spezieller, desto besser)sich die Person? (sollte zu den eigenen Themen passen) Werden nur Links geteilt oder gibt es

Werden nur Links geteilt oder gibt es dazu eben- falls Meinungen, Einordnungen, Diskussionen? (reine Linkschleudern sind keine Influencer) (reine Linkschleudern sind keine Influencer)

Ist es ein reiner Sender oder werden zugleich Dis- kussionen geführt? (aktive Meinungsbildung)Diskussionen? (reine Linkschleudern sind keine Influencer) Gibt es eigene Themen aus eigenen Inhalten? (kann Themen

Gibt es eigene Themen aus eigenen Inhalten? (kann Themen setzen und nicht nur rezipieren)zugleich Dis- kussionen geführt? (aktive Meinungsbildung) Wichtige Indikatoren sind außerdem die Reaktionen auf seine

Wichtige Indikatoren sind außerdem die Reaktionen auf seine Tweets. Finden sie Beachtung (Zahl der Favoriten) und werden sie weitergereicht (Zahl der Retweets)? Idealerweise schaut man sich dazu vor allem die the- matisch passenden Tweets an, denn oft haben Twitte- rer ihre Stärken in ganz bestimmten Themenbereichen, während sie bei anderen eher im Strom mitschwimmen.

Interessant ist außerdem ein Blick auf die Listen, auf die ein Account gesetzt wurde. Sie ist ein wichtiger In- dikator für die Qualität eines Twitter-Accounts, weil sie etwas darüber verrät, für wie interessant die Tweets von den Empfängern eingestuft werden. Erfahrene Twitter- Nutzer legen sich in der Regel gleich mehrere Listen mit ihren Top-Twitterern an, deren Tweets sie auf keinen Fall verpassen wollen. Es ist also eine Art Relevanzfilter und wer auf vielen Listen steht, wird von vielen Perso- nen als relevant eingestuft. In der Webversion von Twit- ter verstecken sich die Listen übrigens hinter dem Mehr- Menü. In Twitter-Clients werden sie oftmals direkt mit einem Klick auf ein Profil angezeigt (hier Tweetdeck).

mit einem Klick auf ein Profil angezeigt (hier Tweetdeck). Klaus Eck gehört im deutschen Sprachraum zu

Klaus Eck gehört im deutschen Sprachraum zu den einfluss- reichsten Twitterern und steht auf über 3.000 Listen.

Aber nicht nur bei Twitter gibt es Influencer zu ent- decken, auch bei Facebook, Google+, Instagram oder Pinterest gibt es sie. Auffindbar sind sie allerdings bei Twitter besonders gut, weil das Netzwerk sehr offen konzipiert ist und kaum ein Influencer nicht twittert. Bei den anderen Social Networks kann es unter Umstän- den schwieriger mit der Identifizierung werden.

Die Identifizierung von Influencern

Erfahrene Markenkommunikatoren sind selbst Teil der themenspezifischen Subnetze, die es nicht nur bei Twitter gibt, sondern ebenso auf anderen Social-Me- dia-Plattformen. Doch in der Praxis ist dieser Idealfall noch recht selten und lässt sich auch nicht einfach und zeitnah herstellen. Dennoch sollten die Unternehmen schon heute damit beginnen, selbst Mitarbeiter zu re- levanten Kommunikatoren aufzubauen. Vielleicht gibt es ja schon eine oder mehrere Personen, die sich für das Thema Social Media stark interessieren und dort schon als Markenbotschafter unterwegs sind. Oft identifizie- ren sich diese Mitarbeiter sehr stark mit dem Themen- gebiet ihres Arbeitgebers und repräsentieren diesen

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ebenso in der Freizeit. Der nächste Schritt wäre eine konsequente Weiterbildung dieser Mitarbeiter und die Vergabe eines offiziellen Mandats, über das zeitliche Ressourcen eingeplant werden können. Die Unterneh- men bauen sich so nicht nur einen starken Markenbot- schafter auf, sondern haben später zudem Vorteile bei der Ansprache der Influencer, wenn schon ein Kontakt über das Thema stattgefunden hat.

Zur Identifizierung von Influencern werden gerne Tools benutzt, in die man nur noch ein paar Schlüsselbegriffe eingeben muss, und schon werden einem die wichtigs- ten Personen oder Blogs dazu aufgelistet. Dienste wie Klout, Kred, Peer Index und viele weitere versprechen die Identifizierung von Influencern allein über deren Aktivitäten im Social Web. Klout als wohl bekannteste Plattform berechnet wie andere auch einen Score, über den die Social Activities von Personen miteinander ver- glichen werden können – so zumindest das Versprechen. Das dahinter verborgene Verfahren ist nichts anderes als ein komplizierter Algorithmus, wie ihn beispielsweise ähnlich Suchmaschinen zum Ranking der Indexinhalte zu einem Suchbegriff verwenden. Wie genau der Klout- Algorithmus aus der Vielzahl der Daten einer Person den Score berechnet, ist allerdings geheim. Das macht ihn allerdings nicht unangreifbarer für Manipulationen – ein Problem, mit dem auch die Suchmaschinenanbie- ter seit vielen Jahren kämpfen. Dazu kommen viele wei- tere Probleme. So ist es rechtlich sehr bedenklich, dass Klout Profile von Personen anlegt, ohne dass diese das erlaubt hätten oder davon wüssten. Dass diese Profile zudem noch auf Servern im Ausland angelegt werden, verkompliziert die Rechtslage weiter.

angelegt werden, verkompliziert die Rechtslage weiter. Influencer-Tools wie PeerIndex versprechen den Unterneh -

Influencer-Tools wie PeerIndex versprechen den Unterneh- men den schnellen Zugang zu ihren Influencern.

Des Weiteren gibt es berechtigte Zweifel an der Aussa- gekraft von Diensten wie Klout. Zwar sind die Zeiten vorbei, in denen Justin Bieber mehr Einfluss zugespro- chen wurde als dem Dalai Lama oder dem US-Präsiden-

ten, doch gibt es immer wieder unerklärliche Schwan- kungen im Score, die selbst von aktiven Klout-Nutzern hinterfragt und kritisiert werden. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche Influencer-Marketing-Plattformen wie Traackr, Little Bird, Appinions, Crowdtap, TapInfluence oder NeoReach. Sie alle versuchen einen Schritt weiter zu gehen und wollen über die reine Quantität auch noch eine qualitative Relevanz berechnen. Wie gut das wirk- lich in der Praxis funktioniert, ließe sich nur mit sehr aufwändigen Tests ermitteln. Leider gibt es bei keiner dieser Plattformen Preisangaben oder gar einen einfa- chen Zugang zu einer Testversion. Da es sich außerdem ausnahmslos um amerikanische Unternehmen handelt, müsste zudem die lokale Anwendbarkeit im deutsch- sprachigen Raum überprüft werden. Gerade wenn es um qualitative Aspekte und um Kontext geht, dürfte mit Sprachbarrieren zu rechnen sein.

Kontext geht, dürfte mit Sprachbarrieren zu rechnen sein. Influencer-Marketing-Plattformen wie Traackr bieten Unter -

Influencer-Marketing-Plattformen wie Traackr bieten Unter- nehmen Rundum-Pakete an, deren Qualität schwer vorher- sagbar ist.

Die gestiegene Nachfrage nach Influencer Marketing und Blogger Relations bildet sich ebenfalls durch das zunehmende Angebot spezieller Pakete bei zahlreichen Agenturen ab. Wer von Null anfangen muss und selbst keinerlei Erfahrung mitbringt, kann mit der Beauftra- gung einer Agentur auch durchaus gute erste Schritte unternehmen. Bedenken sollte man dabei aber immer, dass es um den Aufbau von Beziehungen geht, und zwar zwischen Personen auf beiden Seiten. Oft wird hier der Denkfehler begangen, dass die Ansprechperson auf Un- ternehmensseite beliebig austauschbar ist, da ja das Un- ternehmen selbst eine Beziehung aufbauen möchte und nicht eine Einzelperson aus dem Unternehmen. Eine auf Gegenseitigkeit beruhende Beziehung braucht aber feste Strukturen und damit feste Ansprechpartner auf der Unternehmensseite. Steht hier immer eine Agentur zwischen dem Unternehmen und dem Influencer, so ist das vergleichbar mit einer Partnervermittlung, die auch nach einer erfolgreichen Vermittlung noch die Kommu- nikation moderiert. Dass das auf Dauer nicht funktio- nieren kann und sehr oberflächlich bleiben muss, dürfte schnell einleuchten.

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Besser ist es daher, sich von der Agentur lediglich Hilfe- stellung geben zu lassen, beispielsweise bei der Identifi- zierung der richtigen Personen, dann aber die Kommu- nikation selbst zu übernehmen. Auch für die Ansprache und den Erstkontakt können erfahrene Agenturen gute Tipps geben, durchgeführt werden sollte es aber vom Unternehmen. Spätestens wenn der Erstkontakt erfolg- reich war und innerhalb der Kommunikation tieferge- hende Fragen zum Beispiel zu bestimmten Produkten aufkommen, wird die über eine Agentur moderierte Kommunikation zu kompliziert und zu langsam. Zudem gibt es Influencer, die sehr viel Wert auf den direkten Draht zum Unternehmen legen, auch hier würde eine zwischengeschaltete Agentur nur stören.

Doch zunächst müssen die Influencer ja gefunden wer- den. Agenturen bedienen sich da interner Listen, die dann mehr oder weniger an die Vorgaben des anfragen- den Unternehmens angepasst werden. Das kann einen guten Influencer-Pool ergeben, doch hier fallen schnell Personen durch das Raster, die sich einen sehr speziel- len Einfluss aufgebaut haben. Sie lassen sich nicht va- lide durch das Zusammentragen der Reichweiten ihrer sozialen Kanäle identifizieren, denn dafür ist im Einzel- fall die Zielgruppe gar nicht groß genug. Je nachdem wie groß die Zielgruppe ist, kann sich das Vorgehen bei der Identifizierung der Beeinflusser durch die Aufstellung der Parameter unterscheiden. Jemand, der über Smart- phones oder Autos bloggt, wird schneller eine gewich- tige Reichweite aufbauen können, als jemand, der über Laufschuhe oder Kulturthemen schreibt.

Auch wenn Reichweitenzahlen relativ einfach zu erheben sind und sich daher für Rankings aufdrängen, so ist deren Aussagekraft immer mit einer gewissen Portion Skepsis zu betrachten. Nicht immer sind 10.000+ Follower bei Twit- ter ein Zeichen für Einfluss. Nicht selten folgen solche Twitterer selbst 10.000+ Personen und haben sich darü- ber die eigene Verfolgerschaft aufgebaut. Sie folgen regel- mäßig neuen Profilen und warten auf ein Zurückfolgen. Bleibt das aus, entfolgen sie dem Account wieder. So er- gibt sich im Laufe der Zeit eine hohe Zahl von Folgschaf- ten, die aber im Verhältnis 1:1 zu den eigenen Followings steht. Wer mit seinen geteilten Inhalten und Meinungen wirklich Einfluss ausübt und Aufmerksamkeit erzielt, hat in der Regel deutlich mehr Verfolger als Followings. Ein weiteres Zeichen für einen mehrwertigen Twitteraccount ist die bereits im Twitter-Exkurs genannte Zahl der Lis- ten, auf die es ein Twitterer geschafft hat. Wer kaum auf solchen Listen zu finden ist, kämpft mit jedem einzelnen Tweet gegen die Masse der zig anderen Tweets in den Streams der Follower. Hier eine ausreichende Sichtbarkeit zu bekommen, ist zumindest sehr schwierig.

Bei Facebook ist die Identifizierung der Influencer un- ter Umständen noch etwas schwieriger. Zwar hat Face- book vor einiger Zeit das Befreundungssystem durch die Abonnierenfunktion etwas aufgeweicht, doch nicht jeder hat diese Funktion aktiviert. Fehlt dann noch eine Fanpage, beispielsweise für das Blog, so wird es ohne Freundschaftsanfrage schwierig mit der Beurteilung eines Accounts. Und selbst die Fanpage gibt ohne Hilfe nur indirekte Hinweise. Die Fanzahl ist dabei noch die indirekteste Kennzahl, denn sie sagt weder etwas über den aktuellen Status aus, noch lässt sie erkennen, wie viele der Fans noch aktiv sind. Die Fanzahlen lassen sich außerdem über Fankäufe oder Gewinnspiele schnell er- höhen, was allerdings den Nutzwert genauso stark he- rabsetzt. Zudem hat Facebook den Algorithmus in den letzten Monaten dahingehend verändert, dass die Zahl der Fans, die einen Beitrag einer Fanpage zu sehen be- kommen, zum Teil stark eingebrochen ist.

zu sehen be- kommen, zum Teil stark eingebrochen ist. Viele Blogs haben wie wir auch ein

Viele Blogs haben wie wir auch ein Plugin installiert, das die Zahl der sozialen Reaktionen auf den verschiedenen Kanälen anzeigt.

sozialen Reaktionen auf den verschiedenen Kanälen anzeigt. Werden die sozialen Reaktionen nicht angezeigt, bieten Tools

Werden die sozialen Reaktionen nicht angezeigt, bieten Tools wie socialsignals ihre Hilfe an: Einfach die URL des Blogbei- trags kopieren und in die Eingabezeile einsetzen…

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Helfen können Tools wie Fanpage Karma, Social Bench oder quintly. Damit lassen sich Interaktionsraten ver- schiedener Fanseiten erheben und vergleichen. Testen lassen sich diese und andere Tools meist für einen be- schränkten Zeitraum kostenlos, anschließend sind sie dann kostenpflichtig. Ob sich der Einsatz lohnt, muss im Einzelfall entschieden werden. Eventuell reicht es aber, sich die Zahl der sozialen Reaktionen auf Blogbei- träge anzusehen. Viele Blogger verwenden Blog-Plugins zum Teilen der Inhalte auf den verschiedenen Social Networks, die gleichzeitig einen Counter verwenden. Es gibt aber ebenso Tools wie Sharecounter.de, Shared- Count oder socialsignals, die die sozialen Reaktionen zu einem Beitrag mit einem Klick abfragen. Die Gesamtzahl der sozialen Reaktionen lässt einen ge- wissen Rückschluss darauf zu, wie interessant die Le- ser den Artikel fanden. Erhalten alle Artikel regelmäßig hohe Werte, so kann das als Zeichen für eine Stamm- leserschaft gesehen werden, die die Inhalte interessant findet. Wobei „interessant“ hier nicht in jedem Fall „fin- det den Artikel gut“ bedeutet. Gerade bei kontroversen Themen werden Links auch dann geteilt, wenn die Leser ganz anderer Meinung sind und unter Umständen sogar auf einen schlechten Artikel hinweisen wollen. Hier hel- fen nur Stichproben, indem man sich beispielsweise die Tweets zu einem Artikel anschaut. Hilfreich können darüber hinaus die diversen Social Media Monitoring Tools sein, von denen bereits sehr viele die Wichtigkeit der Influencer erkannt haben und entsprechende Funktionalitäten anbieten. Wer bereits ein Monitoring-Tool nutzt, sollte sich dessen Funktio- nen mal genauer ansehen. Eine kleine Übersicht gibt es dazu bei Social Secrets. Weitere Einblicke in die Identi- fizierung von Influencern gibt es in der Blogparade „Wie finde ich Influencer“ bei den MonitoringMatchern, an der dieser Beitrag teilnimmt.

Viele Kontakte sind gut, die richtigen Kontakte sind besser!

Influencer ist nicht gleich Influencer, es gibt unter ih- nen verschiedene Typen und Ausprägungen. Je nach Zielsetzung kann der eine Typ für ein Unternehmen in- teressanter sein, als die anderen. Diese fünf Typen wer- den häufig unterschieden:

Der Netzwerker (Social Butterfly): Er hat eine gro- ße Reichweite und ist auf allen Plattformen unter- wegs. Er : Er hat eine gro- ße Reichweite und ist auf allen Plattformen unter- wegs. Er kennt jeden und jeder kennt ihn.

Der Entdecker (Trendsetter): Er ist schon auf neu- en Plattformen, bevor die Masse überhaupt davon gehört hat. : Er ist schon auf neu- en Plattformen, bevor die Masse überhaupt davon gehört hat. Er gehört zu den klassischen Early Ad- aptern und ist ständig auf der Suche nach neuen Trends.

Der Linkverteiler (Reporter): Ihm scheinen Neu- igkeiten nur so zu zufliegen und er teilt sie gerne. Journalisten : Ihm scheinen Neu- igkeiten nur so zu zufliegen und er teilt sie gerne. Journalisten und Blogger bedienen sich bei ihm.

Der Nutzer (Power User): Der Vielnutzer hat viel- leicht nicht so eine große Reichweite, kennt sich aber durch : Der Vielnutzer hat viel- leicht nicht so eine große Reichweite, kennt sich aber durch seine tägliche Nutzung bestens mit den Mechaniken der Plattformen aus und nutzt sie ent- sprechend.

Der Meinungsführer (Thought Leader): Er gilt als der klassische Influencer, da er eine starke Aus - strahlung besitzt : Er gilt als der klassische Influencer, da er eine starke Aus- strahlung besitzt und ein hohes Vertrauen genießt. Seine Meinungen werden stark diskutiert und wei- tergereicht.

Der ideale Influencer-Mix besteht aus all diesen fünf Typen, denn sie alle haben ihren speziellen Wert und Nutzen für das Marketing. Einen weiteren, sehr interes- santen Aspekt hat Stefano Maggi bereits im Mai 2009 ins Spiel gebracht. Für ihn sind unter Umständen sogar Per- sonen einflussreicher, die weniger Kontakte haben, als die Schwergewichte mit ihren gigantischen Reichwei- ten. Der Grund: Wer weniger Kontakte hat, kann diese besser pflegen und hat ein besseres Verhältnis zu ihnen. Wer also 30.000 Follower hat, kann mit einer Nachricht sehr viele Menschen erreichen. Mit wie vielen davon kann er aber über diese Nachricht wirklich diskutieren? Und wie viele seiner Follower trauen sich denn in der Praxis so ein Social-Media-Schwergewicht direkt an- zusprechen? Dagegen kann jemand mit 300 Followern ein sehr enges Verhältnis zu ihnen pflegen und Fragen beantworten, die ohne große Berührungsängste gestellt werden können. Die Wirkungsweise dieser beiden Fäl- len wird durch das folgende Schaubild visualisiert. Unter Umständen kann ein Influencer mit wenigen Kon- takten also deutlich mehr Wirkung erzielen, als ein Be- einflusser mit großer Reichweite.

erzielen, als ein Be- einflusser mit großer Reichweite. Das Schaubild von Stefano Maggi zeigt sehr schön,

Das Schaubild von Stefano Maggi zeigt sehr schön, dass der größte Einfluss nicht immer von den Influencern mit der größten Reichweite ausgehen muss.

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Warum sind die Influencer so wichtig für Unternehmen?

Influencer sorgen nicht nur dafür, dass über ein Un- ternehmen gesprochen wird – das ginge mit anderen Mitteln schneller und zuverlässiger – nein, sie bringen darüber hinaus eine gewisse Wertigkeit mit in die Ge- spräche. Viele Influencer haben sich über einige Jahre hinweg nicht nur eine Sichtbarkeit/Reichweite für ihre Themen aufgebaut, sondern zugleich eine Vertrauens- basis. Sie kommunizieren nicht leichtfertig, sondern filtern die wichtigsten, interessantesten Inhalte aus der Masse heraus. Sie sind Experten für ihre Themen und können daher sehr gut einschätzen, welche Inhal- te wirklich einen Mehrwert besitzen. Außerdem teilen sie nicht nur Inhalte, sondern stoßen Diskussionen an, bieten Hilfestellung und oft schreiben sie selbst Inhalte, in die sie ihre Expertise und Meinung einfließen lassen. Jeder kennt solche Personen, die einem im Zusammen- hang mit einem bestimmten Thema sofort einfallen. In- halte, die von solchen Personen ins Social Web gekippt werden, erben einen Teil der Wertigkeit, die man mit der Person verbindet. Je länger man dieser Person schon folgt, um so mehr Vertrauen kann sich aufbauen – vo- rausgesetzt natürlich, dass dieses Vertrauen jederzeit gerechtfertigt bleibt.

Marketing-Experten werden den Brand bzw. Purchase Funnel kennen. Dieses Modell geht von der Überlegung aus, dass die Beziehung zwischen Kunden und Unter- nehmen aus fünf Stufen besteht:

1. Bekanntheit: Wie hoch ist die Markenbekanntheit? 2. Vertrautheit: Wie gut kennt der Kunde die Marke? 3. Relevant Set: Die Marke wird vom Kunden als rele- vant eingestuft und kommt in die Auswahl für Kauf- entscheidungen. 4. Kauf: Zahl der Interessenten, die tatsächlich zum Käufer konvertiert sind. 5. Loyalität: Die Zahl der Stammkunden, die immer wieder Produkte einer Marke kaufen.

Markenerwähnungen von Influencern haben auf alle Ebenen des Trichters einen Einfluss. Die reine Erwäh- nung steigert die Markensichtbarkeit und somit zu- gleich die Markenbekanntheit. Schreibt der Influencer über die Produkte der Marke, so steigt die Vertrautheit. Da solche Erwähnungen von vielen Empfängern durch die Vertrautheit zum Sender als Empfehlung wahrge- nommen werden, wird die Zahl der Käufer tangiert.

Wer bereits Produkte einer Marke gekauft hat, sieht die Erwähnungen der Marke bei Influencern dann als Bestä- tigung der eigenen Entscheidung.

dann als Bestä - tigung der eigenen Entscheidung. Das Brand-Funnel-Schema (Bild: Christoph Ludewig, markt-

Das Brand-Funnel-Schema (Bild: Christoph Ludewig, markt- ding.de).

Wie die Darstellung des Trichters sehr schön veran- schaulicht, legt die Markenbekanntheit die Basis fest. Mit jeder weiteren Stufe nimmt die Zahl der Personen dann ab, so dass am Ende nur noch ein Bruchteil an lo- yalen Kunden übrig bleibt. Wie viele Personen pro Stufe abspringen, hängt unter anderem von der Kommunika- tion des Unternehmens ab: Schafft sie es eine Vertraut- heit aufzubauen und werden die Vorzüge der Produkte so herausgestellt, dass die wesentlichen Wettbewerbs- vorteile bekannt werden? Gerade wenn die Brand-Fun- nel-Analyse hier Defizite ans Licht bringt, könnte eine Marketingstrategie über Influencer hilfreich sein. Während eigene Inhalte des Unternehmens zwar die Produkte vorstellen und bekannt machen können, sind Bewertungen und Vergleiche mit Produkten von Markt- begleitern ein Tabuthema. Für Influencer und Blogger ist das nicht der Fall. Sie können Produkte subjektiv beurteilen, ohne dabei ihre Authentizität zu verlieren, denn ihre Meinung genießt ein hohes Maß an Vertrau- en. Das ihnen entgegengebrachte Vertrauen ist für Un- ternehmen ein interessantes Marketinginstrument – für die Influencer allerdings ein sehr sensibles Gut, auf dem sich ihr Marktwert aufbaut. Die Zusammenarbeit mit Influencern und Bloggern ist daher eine Gradwande- rung, bei der sich Unternehmen schnell ins Abseits ma- növrieren können.

Was Unternehmen beachten müssen, wenn sie mit

Bloggern arbeiten wollen, hatte ich schon im Artikel „Blogger Relations: Eine Anleitung für Unternehmen“

geschrieben. Eine

Praxis lieferte zudem Agnes Happich. Sie beschreibt da- rin ihr erstes Jahr als feste Ansprechpartnerin für Blog- ger Relations bei Audi. Wie man Bloggern die richtigen Fragen stellt, erklärt Kerstin Hoffmann.

der

interessante

Betrachtung

aus

erklärt Kerstin Hoffmann. der interessante Betrachtung aus Ein Beitrag von Falk Hedemann Den ausführlichen Artikel

Ein Beitrag von Falk Hedemann Den ausführlichen Artikel online lesen:

upload-magazin.de/?p=9469 – Dort finden Sie auch alle Links, Videos und weitere Inhalte.

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Digital Leadership: Fünf Denkanstöße für eine moderne Führungskultur

Im ersten Teil unseres Beitrags zu Digital Leadership haben wir die Ausgangslage klarge- stellt und aufgezeigt, wo das Ziel liegt – aber wie erreichen wir es? Christiane Brandes- Visbeck hat in Teil 2 fünf Denkanstöße für eine moderne Führungskultur parat. Anhand dieser Punkte erklärt sie ihre Überlegungen und Beispiele.

dieser Punkte erklärt sie ihre Überlegungen und Beispiele. Schnappschuss vom „Alternative Leadership and Team

Schnappschuss vom „Alternative Leadership and Team Organization“-Meetup bei der Service Innovation Labs GmbH in Berlin. (Foto: Christiane Brandes-Visbeck)

Rethinking Leadership

Der Schlüssel zur erfolgreichen digitalen Transforma- tion liegt in einer angemessenen Führungskultur. Wie auch immer man „Digital Leadership“ definieren mag, es steht für alles das, woran es Organisationen aktuell mangelt: Innovationsgeist, Werteorientierung, Disrup- tions- und Widerspruchspotential, Flexibilität in der Sa- che, aber für auch Standfestigkeit im Wesen, eine hohe soziale Kompetenz und ganz viel Mut.

Dass die Idee von der „Digital Leadership“ funktioniert, lese ich in Fachartikeln und Blogposts aus meiner Fil- terblase. Bei meiner Leadership-Arbeit mit Kunden und befreundeten Unternehmen sowie durch der strageti- sche Neuausrichtung des digitalen Branchennetzwerks

ich, dass „Rethinking

Leadership“ im Zentrum der Diskussionen zum digita- len Wandel steht. Motiviert durch diese Entwicklung schreibe ich in meiner Kolumne „Thank God, it’s Lea- dership Monday!“ für das Karriere-Ratgeber-Blog im- mer montags darüber, warum es für Führungskräfte kei- nen Sinn mehr macht, ein „Chef aus der Hölle“ zu sein. Wie demotivierend es ist, von Mitarbeitern und Kolle- gen Verhaltensweisen abzufordern, die weder produktiv noch wertschätzend sind, die die Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit hemmen und den Unterneh- menserfolg gefährden. In meiner Kolumne provoziere und lobe ich ich fordere meine Leserinnen und Leser der Old Economy heraus, indem ich Beispiele von Top- Managern gebe, die in der neuen Zeit nicht nur zurecht- kommen, sondern auch erfolgreich sind.

Digital

Media

Women

erlebe

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„Rethinking Leadership“ heißt das Kernstück dieses Ar- tikels. Wer Neues will, muss Altes überdenken. Im systemischen Coaching habe ich gelernt, dass das Neue erst dann gelingt, wenn wir das Gute im Alten sehen und anerkennen, bevor wir Veränderungen wagen. Auch ein Digital Leader greift auf Eigenschaften und Methoden zurück, die in die klassische Toolbox einer Führungs- kraft passen.

Doch intelligente Veränderungstreiber verfügen gemäß der lesenswerten Studie „Productive Disruptors: Five

Characteristics

Transformational

That

Differentiate

Leaders“ der Personalberatung Russel Reynolds über diese fünf Eigenschaften: disruptiv, innovativ, mutig in der Führung, sozial hoch kompetent und entschlossen. In meinen Augen sind diese Kriterien gut geeignet, um weitere Überlegungen und Beispiele für erfolgreiches „Digital Leadership“ zu clustern.

1. Sei disruptiv

Disruptiv heißt „zerstören“ oder „unterbrechen“. In der Technologie steht der Begriff für neue Entwicklungen oder Produkte, die unerwartet auf den Markt gebracht werden, oft noch nicht ausgereift sind und erst einmal für den Kunden uninteressant erscheinen. Wenn sie kontinuierlich weiterentwickelt werden und Vorteile gegenüber bekannten, aber veralteten Produkten auf- weisen, haben sie das Potential, die Marktführerschaft zu erlangen. Disruptiv waren Autos (vs. Pferdewagen), Personalcomputer (vs. Schreibmaschine) oder Strea- ming-Dienste (vs. Download).

Unter Disruption in der Führung verstehe ich beispiels- weise, Bewährtes auf den Prüfstand zu stellen. Jeder Produktionsprozess, jede Stellenbeschreibung und jede Form der Zusammenarbeit sollte neu gedacht werden:

„Ist das wichtig oder kann das weg?“ Vereinfachung, Reduktion, Kaizen, aber auch Werteorientierung und Nachhaltigkeit sind Stichworte zum disruptiven Führen.

In Konzernen und von QM-Prozessen getriebenen, schwerfällig agierenden Unternehmen bedeutet Dis- ruption in der Führung auch, dass man wieder anfängt, unternehmerisch zu denken. Das bedeutet, nicht jede kleine Entscheidung bis in die oberste Führungsebe- ne absegnen zu lassen, sondern selbst Verantwortung zu übernehmen und ohne übertriebene Rücksicht auf Befindlichkeiten im Hause innovative Ideen zu prüfen und schnell umzusetzen. Um Disruption in der Führung zu leben, muss das bestehende Management nicht un- bedingt ausgetauscht werden, solange die Verantwort- lichen bereit sind, in neuen Kategorien zu denken und echte Veränderungen durchzuhalten.

Ein erfolgreiches Beispiel für Disruption ohne Füh- rungswechsel liefert die SAP-Beratung Boldly Go Indus- tries GmbH in Frankfurt am Main. Andreas Jamm, den ich als einen außerordentlich reflektierten und intelli- genten Leader erlebe, über seinen Innovationsprozess:

„Wir haben uns Anfang 2015 auf den Weg gemacht, unser Unternehmen mutig und radikal auf die neuen Herausforderungen der Digitalisierung der Welt aus- zurichten. Digital Leadership ist für uns keine Wort - hülse. Als Gründer und CEO - zurichten. Digital Leadership ist für uns keine Wort- hülse. Als Gründer und CEO sehe mich heute primär als Impulsgeber und Innovator für meine Mitarbeiter und Kunden.“

Mit seiner Führungsmannschaft habe ich in einem „Di- gital Leadership“-Workshop die Konsequenzen ihrer disruptiven Firmen-Transformation unter dem Aspekt Mitarbeiterführung und Unternehmenskultur durch- dacht. Aktuell erlebt der Change-Initiator seine Kolle- gen „im Spagat zwischen liebgewonnener Attribute der Old Economy wie Firmenwagen und Bonusregelungen und den Erwartungen der Generation Y in Bezug auf Work-Live-Balance“, wie Elternzeit auch für Väter oder flexible Arbeitsmodelle. Jamm ist fest davon überzeugt, dass der Transformationsprozess bei Boldly Go nur dann erfolgreich sein wird, wenn alte Zöpfe abgeschnit- ten werden:

„Manager müssen von Machtstrukturen loslassen und Mitarbeiter mehr Eigenverantwortung überneh- men. Aktuell spüren wir gemeinsam die Kraft, den nächsten Schritt zu gehen und erste - men. Aktuell spüren wir gemeinsam die Kraft, den nächsten Schritt zu gehen und erste selbststeuernde Mechanismen zuzulassen.“

Disruption und Change sind damit zu einer Hauptauf- gabe von Führung geworden. Denn Zeit ist Geld. Jede Branche muss fürchten, von einem neuen, digitalen Player in die Enge getrieben zu werden. Ob es Google ist, die den Automobilsektor durcheinander wirbeln, oder Apple, die mit iTunes die Musikindustrie aufge- mischt haben – im Moment ist derjenige erfolgreich, der Kundenwünsche am besten versteht und möglichst individuell und effektiv umsetzen kann.

2. Sei innovativ

„Thinking outside the box“ ist ja fast schon zu einem Mantra in unserer Businesswelt geworden. Kurse in „Design Thinking“ sind en vogue, Barcamps inspirieren zum innovativen Austausch. „Menschen erfinden nichts im Internet. Sie erweitern lediglich eine Idee, die schon existiert“, sagte einst Evan Williams, der Twitter mit- begründet hat und heute CEO der Publisher-Plattform Medium ist.

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Um innovativ sein zu können, sollten Firmenlenker in die Zukunft schauen und die richtigen Fragen zulassen, selbst dann, wenn man als Entscheider die Antwort noch nicht kennt. Innovation fängt schon damit an, dass man ungewöhnliche Gedanken zulässt und nicht sofort als Unsinn abwertet. Denn ein dummer Gedanke und eine geniale Idee liegen manchmal ganz nah beieinander. Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder Mensch zu in- novativem Denken fähig ist. Erfolgreiche Unternehmer, die sich immer wieder neu erfinden, erzählen gern, dass sie schon als Kind disruptiv waren, wie beispielsweise die ehemalige Top-Journalistin und TV-Moderatorin Melinda Wittstock, die jetzt eine sehr erfolgreiche New Media-Unternehmerin ist. Sie erklärt es in ihrem Talk auf dem „Women New Media Entrepreneurs Making New Ideas Happen Summit“:

New Media Entrepreneurs Making New Ideas Happen Summit“: Wer anders denkt, ist innovativ, damit aber disruptiv

Wer anders denkt, ist innovativ, damit aber disruptiv und somit störend. Eigenschaften wie Phantasie, Quer- denken und ungewöhnliche Fragen zu stellen, sind in vielen streng durchstrukturierten Unternehmen für Mitarbeiter tabu. Im Zeitalter der digitalen Transforma- tion lernen wir nun, dass unternehmerische Innovati- on erst da möglich ist, wo Menschen den Normen der Gesellschaft, der Familie oder einer Firmenkultur nicht mehr entsprechen müssen.

Für innovatives Denken braucht man Zeit und Geld, um

sich inspirieren zu lassen und von den Besten zu ler- nen. Nicht umsonst werden regelmäßig Gruppenreisen ins Silicon Valley veranstaltet. Getreu dem Motto „Er- leben – Verstehen – Transformieren“ laden beispiels- weise Stephan Grabmeier, Chief Innovation Evangelist von Haufe umantis (dem Vorzeigeunternehmen für di- gitalen Wandel und neue Führung im deutschsprachi- gen Raum) und Sabine Remdisch, Professorin für Orga- nisationspsychologie von der Leuphana Universität zu Lüneburg, deutsche Führungskräfte zum Leadership-

Garage-Experience „Inside

Silicon Valley“ ein. Dort

lernen sie, wie man Innovationen erkennt, mit klarem betriebswirtschaftlichem Kalkül umsetzt und so ein po- sitives Ergebnis erwirtschaftet.

3. Sei mutig in der Führung, flexibel und zeige Haltung

Wenn Chefs ihre Mitarbeiter nicht nur anleiten und ex- trinsisch motivieren, sondern wirklich überzeugen wol- len, verwenden sie den sogenannten „Transformational Leadership Style“. Auf Wikipedia wird „Transformatio- nale Führung“ als der Führungsstil beschrieben,

nale Führung“ als der Führungsstil beschrieben, „…bei dem durch das Transformieren (aus dem La -

„…bei dem durch das Transformieren (aus dem La- teinischen transformare = umformen, umgestalten) von Werten und Einstellungen der Geführten – hin- weg von egoistischen, individuellen Zielen, in Rich- tung langfristiger, übergeordneter Ziele – eine Leis- tungssteigerung stattfindet. Transformationale Führungskräfte motivieren ihre Mitarbeiter intrin- sisch, indem sie beispielsweise attraktive Visionen vermitteln, den gemeinsamen Weg zur Zielerrei- chung kommunizieren, als Vorbild auftreten und die individuelle Entwicklung der Mitarbeiter unterstüt- zen.“

Ich war nicht immer davon überzeugt davon, dass der „Transformational Leadership Style“ eine zwingende Voraussetzung für Digital Leadership sein muss. Reicht es nicht, wenn Manager unterschiedliche Führungssti- le kennen und diese je nach Situation und Mitarbeiter- Struktur bewusst anwenden? Wenn sie die Methoden des Digitalen kennen und eine Wertschöpfungskette ge- mäß des „Lean Management-Prinzips“ agil entwickeln und/oder Projekte mit zertifizierten „Scrum Mastern“ und „Product Ownern“ zum Erfolg führen?

Rein technisch betrachtet schon. Doch bei meinen „Di- gital Leadership“-Diskussionen kam immer wieder die Frage auf: „Wie motivierte ich Menschen zu maximalen Leistungen in einer sich ständig verändernden Welt?“ – „Was heißt eigentlich „maximale Leistung“ und wem nützt sie letztendlich?“ und: „Wie kann ich Menschen dazu bewegen, alles das zu tun, was nötig ist, damit die digitale Transformation in Unternehmen gelingen kann?“

Inzwischen bin ich davon überzeugt, dass die digitalen Transformationen in Unternehmen und in der Gesell- schaft nur gelingen können, wenn ich als Leader das vorlebe, was ich von meinen Mitarbeitern erwarte. Da- mit sie tagtäglich sehen können, ob es sich lohnt, sich für das Projekt – oder was auch immer gerade ihre Auf- gabe ist – einzusetzen. Dass ich das, was meine Kollegen und Mitarbeiter für das Unternehmen tun, positiv un- terstütze. Wenn ich ihnen mich und meine Vision erklä- re, und in meinen Augen der kommunikative Austausch nicht als Zeitverschwendung gilt.

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Um Veränderungen zu leben, bedarf es auf allen Seiten viel Kommunikation. Denn nur wenn wir miteinander reden, werden wir unsere Unternehmung erfolgreich führen und die Welt ein bisschen besser machen – ob nun im persönlichen Gespräch, am Telefon, per Mail, mit einem Gruppen-Kommunikationstools wie Slack, über die Messenger wie beim guten alten Facebook oder per Flurfunk. Um diese Art Vorbild zu sein, muss man übrigens keine „echte“ Führungskraft mit oder ohne Personalverantwortung sein. Bei „Digital Leadership“ geht es vor allem um eine vorbildliche Selbstführung und darum, mit welchem Selbstverständnis wir uns für unsere Aufgaben einsetzten.

„Digital Leadership Excellence“ heißt, sich selbst, die eigenen Werte, Stärken und Schwächen zu kennen und mit diesen auf die Erfordernisse der Zeit reagieren zu können. Eine Führungskraft, die zu ihren Schwächen steht und keine Schuld verschieben muss, ist berechen- bar und zeigt Haltung. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass einer Chefin, die mit ihrem Team aus Fehlern lernt, die eine Problemlöserin ist und niemanden bestrafen muss, Vertrauen entgegen gebracht wird. Damit ist sie Vorbild und „Enabler“ für andere zugleich. Eines meiner Interviews wurde mit meinem Lieblings- satz zu Leadership überschrieben: „Leader haben Vi- sionen. Follower sehen Probleme“. Egal, was Helmut Schmidt einst dazu gesagte, für mich sind Visionen die absolute Voraussetzung für eine zukunftsorientierte Führung. Dazu gehört auch die Vorstellung, dass „new work“ etwas Positives ist. Weniger „Ja, aber“ und mehr „Wir schaffen das!“

4. Sei sozial kompetent

Die bereits im ersten Teil erwähnte CEB-Studie ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Teams moderner Füh- rungskräfte, die Offenheit leben und sich als „Enabler“ sehen, zu 68 Prozent innovativer, zu 35 Prozent enga- gierter und zu 21 Prozent anpassungsfähiger sind als Teams mit einer klassischen Führungskraft. Und: Nur ein Drittel der gefragten Entscheider gaben an, dass sie sich wertgeschätzt fühlten, wenn sie sich für ihr Team oder Kollegen einsetzten. Leider wahr.

Sozialer Kompetenz wird in klassischen Unternehmenskulturen wenig Wert beigemessen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sozialer Kompe- tenz in klassischen Unternehmenskulturen wenig Wert beigemessen wird. „Warum zeigen Sie sich öffentlich mit dem neuen Projektteam? Was ist, wenn das schief geht?“ wurde ich ganz ernsthaft von einem obersten

schief geht?“ wurde ich ganz ernsthaft von einem obersten Chef gefragt als ich ihm ein internes

Chef gefragt als ich ihm ein internes Kick-off-Video zur Einführung einer Innovation präsentierte. Es ist wohl die viel zitierte Überforderung, die das Top-Manage- ment nicht auf Augenhöhe denken und handeln lässt. Erfolgsdruck, keine Zeit, kein Geld, machtpolitische Scharmützel auf Vorstandsebenen sowie die große Angst davor, die Kontrolle zu verlieren – alles das führt dazu, dass Chefs ihre soziale Kompetenz verlieren und zu ängstlichen Kontrollfreaks mutieren. Auch die heftigen Diskussionen um das Homeoffice hat mit Vertrauen zu tun.

Laut einer Bitkom-Studie prophezeien 30 Prozent der befragten Führungskräfte, dass das Homeoffice in deutschen Unternehmen zunehmen wird. Doch prophezeien 30 Prozent der befragten Führungskräfte, dass das Homeoffice in deutschen Unternehmen zunehmen wird. Doch lehnen noch immer zwei Drittel aller deutschen Arbeitgeber die Arbeit außerhalb des Büros und an- dere alternative Arbeitsformen ab. Und das in einer Zeit, in der für virtuelles Arbeiten Hochkonjunktur herrscht.

Laut einer Studie von Hays verbringen Mitarbeiter heute 35 Prozent ihrer Arbeitszeit in fachbereichs- übergreifenden Projekten. Rein funktionale verbringen Mitarbeiter heute 35 Prozent ihrer Arbeitszeit in fachbereichs- übergreifenden Projekten. Rein funktionale Organi- sationsstrukturen stoßen an Grenzen.

Laut der aktuellen Trendstudie „Zusammenarbeit virtueller Teams in deutschen Unternehmen“ der Marktforschung PAC geben 70 Prozent von 152 Füh- rungskräfte an, dass der Fokus auf die Kernaufgaben unter geben 70 Prozent von 152 Füh- rungskräfte an, dass der Fokus auf die Kernaufgaben unter ineffizienter Projektarbeit leidet, was bei zwei Dritteln der Mitarbeitern zu Frust führt. 30 bis 50 Prozent beklagen negative Folgen für die Produk- tivität wie fehlende Innovationsfähigkeit, unzurei- chender Kundenservice bis hin zum Burnout.

Da Projektmitarbeiter häufig ausschließlich virtuell zu- sammenarbeiten, oft an unterschiedlichen Standorten, in verschiedenen Zeitzonen und Führungskulturen, macht es Sinn, in moderne Kommunikationstechnik zu investieren und die Arbeitsorganisation den jeweiligen Projektteams zu überlassen.

Sozial kompetent zu sein bedeutet auch, Unterschiede im menschlichen Sein zuzulassen.den jeweiligen Projektteams zu überlassen. Sozial kompetent bedeutet auch, Unterschiede im menschlichen

Sozial kompetent bedeutet auch, Unterschiede im menschlichen Sein zuzulassen. Das Buzzword „Diversi- ty“ ist in aller Munde. Thomas Sattelberger hat sich früh als Verfechter des Diversity-Managements profiliert und in seiner Zeit als Telekom-Personalvorstand (2007 bis 2012) die 30-Prozent-Frauenquote für Führungspo- sitionen eingeführt.

BEST OF zur #rpTEN

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Diversity setzt „Cultural Intelligence“ voraus, also das, was Shuvo Saha, Direktor der Digital Academy von Google, mit dem „Durst von Menschen zu lernen, die nicht wie du sind“ umschreibt.

Das Vorbild für gelebte Vielfalt ist nicht, wie von vie- len gehofft, Yahoo-Chefin Marissa Meyer geworden, sondern beispielsweise Burton-CEO Donna Carpenter. Wie Teresa Bücker in ihrem lesenswerten Interview mit der Chefin des Snowboardherstellers auf Edition F be- schreibt, ist Diversity die Voraussetzung für echte In- novation und Mitarbeiterzufriedenheit. Erst als Burton Diversity-Management zum Kernthema des Unterneh- mens erklärte und ausreichend viele Frauen Führungs- positionen bekleideten, setze sich das Management- team für flexiblere Arbeitszeiten, vom Unternehmen bezahlte Kinderbetreuung, Elternzeit für Väter und ein Mentoringsystem für Nachwuchs ein – alles Maßnah- men, von denen auch männliche Führungskräfte der Generation Y gern profitieren.

Last not least weiß eine sozial kompetente Digita- le Führungskraft, die mit vier Generationen arbeiten muss, dass jede Generation eigene Kommunikations- kulturen und Werte lebt. Ganz banal gesprochen, erfüllt der Babyboomer am Arbeitsplatz seine Pflicht und die Generation X ihren Vertrag. Generation Y möchte sich selbst verwirklichen und sinnstiftend tätig sein. Die Ge- neration Z trägt das Gen in sich, welches man zum „Di- gital Leadership“ braucht: einen gesunden Egoismus, gepaart mit einem offenen Sozialverhalten. Alles geht, solange es dem eigenen Fortkommen und der ökonomi- schen Vernunft des Unternehmens zuträglich ist. Diese Generation Z weiß auch, dass die eigene Marke wich- tiger ist denn je und wie es sich anfühlt, als Person auf sozialen Medien sichtbar zu sein. Deshalb tun sie sich so schwer, einen Beruf zu ergreifen oder ein Studienfach zu wählen: Mit einer Fehlentscheidung laufen sie Ge- fahr, ihren eigenen Ruf (und ihre mühsam auf Instagram und Snapchat aufgebaute Marke) zu zerstören. Wie bei mächtigen Managern, Politikern und Stars steht hinter ihrer scheinbaren Interessenlosigkeit an der Zukunft die Angst vor dem eigenen Versagen.

5. Sei entschlossen

Es gibt diese Zahl, die gern zum Thema Veränderung zitiert wird: 70 Prozent aller Change-Projekte in Unter- nehmen gehen schief. Die Hauptursache dafür: Wankel- mütige Führungskräfte, die erst begeistert in Richtung Neues stürmen und dann, wenn der erste Stein im Weg liegt, reumütig wieder umkehren – und vielleicht sogar den Wandel als vollzogen erklären (kein Scherz).

Mehr zu erfolgreichem Change-Management erfahren Sie übrigens im Artikel von Ingo Sauer in dieser Ausga- be des UPLOAD Magazins.

Digital Leader sind offline und online Influencer, die ihren Ruf und den des Unternehmens stärken.von Ingo Sauer in dieser Ausga- be des UPLOAD Magazins. Digital Leader aber sind entschlossen, selbstgesteck-

Digital Leader aber sind entschlossen, selbstgesteck- ten Ziele zu erreichen und ihre Visionen erlebbar zu machen. Sie entwickeln klare Strategien und flexible Taktiken, um über Hindernisse hinwegzukommen. Sie unterstützen ihre Teams, und motivieren sie, es ihnen gleich zu tun. Digital Leader arbeiten transparent und teilen ihre Learnings auf Kongressen und Barcamps so- wie auf Blogartikeln mit, die sie auf Twitter, Xing, Lin- kedIn und Facebook verlinken. Für ihn macht es Sinn, sich als eine „Personal Brand“ aufzubauen und feiern zu lassen. Arbeitgeber müssen lernen damit umzugehen, dass sie Führungskräfte und Mitarbeiter beschäftigen, die in bestimmten Communitys bekannter sind als die Unternehmensmarke selbst. Denn Digital Leader sind offline und online Influencer, die nicht nur den eigenen Ruf, sondern auch den des Unternehmen stärken.

Jetzt anfangen

In der Welt der Social-Media-Strategie gibt es das Mot- to: „Think big. Start small. Act now.“ Wenn Sie jetzt auch Lust haben, ein Digital Leader zu werden, können Sie mit meiner Digital Leadership Canvas beginnen. Tragen Sie ein, was Sie besonders gut können, wofür Sie stehen, wer Ihre Unterstützer sind, wo die Chancen und Risiken liegen und welche Ressourcen Sie benötigen, um Ihre unternehmerische Vision leben zu können. Das ist ein erster Schritt. Denn Sie wissen genau so gut wie ich: Die digitale Transformation geht nicht mehr weg. Sie ist ge- kommen, um zu bleiben. Und sie wird zum größten Um- bruch seit der Industriellen Revolution.

Ein Beitrag von Christiane Brandes-Visbeck Den ausführlichen Artikel online lesen: Den ausführlichen Artikel online lesen:

upload-magazin.de/?p=12904 – Dort finden Sie auch alle Links, Videos und weitere Inhalte.

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Die Welt mit anderen Augen sehen:

Storytelling als Kunsthandwerk

Hüa! Das kleine Buzzword Storytelling galoppiert keuchend durchs Bild. Sieht man es sich genauer an, wirkt es etwas abgewetzt. Kein Wunder, wird es doch seit Jahren immer wieder durchs Dorf getrieben. Mit Erfolg? Alle glauben zu wissen, was Storytelling ist. Ge- schichten erzählen, das hat man doch irgendwann in der Schule gelernt oder „man kann das einfach“. Und so gleichen manche Geschichten von Unternehmen dem einstmals mü- hevoll abgerungenen „schönsten Ferienerlebnis“. Als Kunsthandwerk wird Storytelling nicht wirklich geschätzt, lieber vertraut man auf Storytelling-Tools. Gute Geschichten entstehen jedoch aus einer Kombination aus Handwerkskunst, Werkzeugen, Ideen und nicht zuletzt einem Funken Inspiration und Begeisterung.

Anfangen ist leicht, beharren eine Kunst:

Was ist Storytelling noch gleich?

Zunächst einmal bezeichnet Storytelling nichts ande- res als das Erzählen von Geschichten. Von jeher wur- den Wissen und Erfahrungen durch Geschichten von Generation zu Generation weitergegeben. Mythen und Märchen sind ein Zeugnis davon. Lange Zeit wurden Geschichten oral weitergegeben, als Erzählung oder in Form eines Liedes. Die Erfindung der Schrift und erst recht der Buchdruck machten Geschichten immer mehr Menschen zugänglich. Seit der Erfindung von Film und Fernsehen werden wir regelrecht mit Geschichten ge- tränkt. Wie eine Geschichte funktioniert, wissen wir da- her im Grunde alle recht genau. Fragt man Menschen nach Faktoren, die eine Geschich- te gut oder schlecht machen, erhält man sehr ähnliche Ergebnisse: Spannungsbogen, Figuren, Sprache, Nach- vollziehbarkeit und nicht zuletzt eine Anküpfung zur Lebenswelt des Publikums sind einige dieser Faktoren, die darüber entscheiden, ob eine Geschichte als gut wahrgenommen wird – oder als Zeitverschwendung.

Wird Storytelling von Unternehmen als Methode einge- setzt, soll dem geneigten Publikum eine Botschaft ver- mittelt werden. Mit Geschichten lassen sich Menschen erwiesenermaßen besser erreichen, ob nun in der klas- sischen Werbung oder in Social Media. Zahlreiche Bü- cher und Blogbeiträge ermuntern Unternehmen dazu, Geschichten zu erzählen. Viele Unternehmen folgen diesem Auftrag und setzen auf Geschichten. Diese die- nen als eine Art Trojanisches Pferd, mit dem zum Bei- spiel Werte des Unternehmens oder Wissen vermittelt, Menschen inspiriert und unterhalten oder die Marke in- szeniert werden können.

und unterhalten oder die Marke in- szeniert werden können. (Bild: © vasabii – Fotolia.com) In der

(Bild: © vasabii – Fotolia.com)

In der Folge gibt es also immer mehr Geschichten, die erzählt werden: von Mitarbeitern, über Mitarbeiter, über die Marke, das Produkt, die Dienstleistung, das Unter- nehmen selbst und seine Geschichte. Diese Geschich- ten stehen neben den Geschichten der Konkurrenz, den Geschichten von Unternehmen anderer Branchen und natürlich neben den Geschichten all jener, die „nur so“ etwas erzählen. Was für ein Getümmel! Wie kann man also die Chancen erhöhen, mit der eigenen Geschichte wahrgenommen zu werden?

Simsalabim! Was bewirkt gutes Storytelling?

Wenn alles klappt, kann Storytelling viel bewirken:

BEST OF zur #rpTEN

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Eine gute Geschichte lässt uns die Welt mit anderen Augen sehen. Sie gibt uns die Gelegenheit, Vertrau- tes, Alltägliches oder gar Banales neu zu entdecken.BEST OF zur #rpTEN Seite 53 Manchmal erfahren wir durch Geschichten von et- was, von dem

Manchmal erfahren wir durch Geschichten von et- was, von dem wir bislang nicht mal ahnten, dass wir uns dafür interessieren oder begeistern könnten. Geschichten machen das Leben aufregend und öff- nen uns neue Räume.tes, Alltägliches oder gar Banales neu zu entdecken. Gute Geschichten behandeln einen Konflikt. Durch dessen

Gute Geschichten behandeln einen Konflikt. Durch dessen Überwindung vermag eine Geschichte und die Beschäftigung damit Menschen zu bereichern. Ob nun ein dessen Überwindung vermag eine Geschichte und die Beschäftigung damit Menschen zu bereichern. Ob nun ein Drachen besiegt oder ein innerer Kon- flikt überwunden wird: für die Erzeugung von Nähe und Verbundenheit braucht es das Mitfiebern und die Möglichkeit des Scheiterns.

Kaum etwas ist faszinierender als eine Geschichte, in der wir uns oder unseren Alltag wiedererkennen. Eine gute Geschichte braucht also eine Anknüpfung an die Lebenswelt des Publikums, die zur Identifika - tion einlädt. an die Lebenswelt des Publikums, die zur Identifika- tion einlädt.

Das setzt voraus, dass man sich als erzählendes Un- ternehmen mit den Menschen auseinandergesetzt hat, die man erreichen möchte. Persona zu kreieren kann ein Anfang der Annäherung sein. Gerade Social Media eröffnen aber die Möglichkeit, an Gesprächen der Kunden teilzunehmen, sie zu beobachten oder sie durch Blogger- oder Twitter-Treffen persönlich kennenzulernen. Gute Geschichten brauchen ein Publikum.des Publikums, die zur Identifika - tion einlädt. Wie man in den Wald ruft, so schallt

Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus:

Geschichten sind Kommunikation

Funktionieren Geschichten, entstehen Vertrauen und Bindung zum Erzähler oder den Heldinnen und Helden der Geschichte. Dies sind entscheidende Fak- toren für die Empfehlung eines Produkts oder einer Dienstleistung. Gute Geschichten zeugen von Wert- schätzung, nämlich der des Erzählers dem Publikum ge- genüber. Im Gegenzug kann hierdurch Wertschätzung auf Seiten des Publikums erzeugt werden: Schätze ich etwas wert, bin ich als Kundin eher bereit, Geld oder Zeit zu investieren. Gute Geschichten stiften Sinn. Ob die Empfänger nun etwas verstanden haben oder sich emotional bereichert oder inspiriert fühlen: entscheidend ist, ob eine Ge- schichte das Gefühl sinnvoll verbrachter Zeit und Mühe hinterlässt oder ein schales Gefühl der Zeit- und Kraft- verschwendung. Als Teil des Publikums kann ich hieran ablesen, ob der Erzähler, also ein Unternehmen, mich und meine Zeit mit Respekt behandelt. Eine gute Ge- schichte lässt uns vergessen, dass wir überhaupt Zeit für sie aufgewendet haben.

Vor allem aber sind gute Geschichten glaubwürdig. Viele glauben, sie könnten mithilfe von Geschichten viel über ihre Produkte oder Dienstleistungen erzäh- len. Wenn diese sich aber in der Realität als Märchen entpuppen, werden sie statt Verbundenheit wohl eher Enttäuschung ernten. Je kleiner die Nische ist, desto weitreichender können die Konsequenzen sein. Ob eine handwerklich saubere und perfekt geplante Geschichte tatsächlich gut ist, befindet letztlich das Publikum.

Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen: Beispiele für Storytelling

Best-Practice-Beispiele haben ihre Tücken. Sie verlei- ten zum Kopieren, funktionieren aber nur bedingt als Vorlage für eigene Ideen. Hilfreich ist aber die Ausei- nandersetzung mit den Gedanken und Zielen hinter Storytelling-Projekten und mit den Faktoren für eine erfolgreiche Umsetzung. Dazu zählen allerdings auch die Faktoren Glück und Zufall – windige Schweinehun- de, die sich unserer Kontrolle entziehen.

Es war einmal … :

Lineares Storytelling mit der Heldenreise

Die Heldenreise ist eine klassische Methode des linearen Storytellings. Sie ist ein archetypisches Grundmuster von Geschichten, dem viele Sagen, Märchen, Romane, Serien und Filme folgen. Ausgehend vom Einstieg über den Alltag des Helden (oder der Heldin) werden der Ruf ins Abenteuer, die anfängliche Verweigerung des Rufs, der Aufbruch, das Finden von Gefährten oder Mentoren, die ersten Prüfungen bis hin zum letzten Kampf gegen das Böse (oder die Überwindung eines inneren Feindes) und der Rückkehr in den Alltags erzählt. Das Wissen um diese Struktur einer Geschichte tragen wir alle in uns – mehr oder weniger bewusst. Je nach Vor- kenntnis des Publikums kann man also mit der Struktur

alle in uns – mehr oder weniger bewusst. Je nach Vor- kenntnis des Publikums kann man

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spielen, Referenzen zu anderen Heldenreisen einbauen oder auch einzelne Teile weglassen. Hierbei bietet die bekannte Struktur eine grundsätzliche Orientierung, die durch überraschende Wendungen, Ereignisse und Kon- flikte sowie Brüche in der erwarteteten Struktur Span- nung und Empathie erzeugt. Neben der Heldenreise gibt es auch andere Formen des linearen Storytellings. Ihnen gemein ist der festgelegte Handlungsstrang. Ein Beispiel für eine Heldenreise und lineares Storytel- ling im Internet ist die Orgelmaus, eine Abenteuerge- schichte über zwölf Kapitel und ein Projekt für die Bay- erische Sparkassenstiftung und den Kulturrat der Stadt Regensburg, die ich als Autorin umgesetzt habe. Ziele dieser Heldenreise eines fiktiven Charakters sind die Herstellung von Aufmerksamkeit und Verbundenheit mit der Orgel des Historischen Museum Regensburg so- wie die Vermittlung von Wissen über Orgelmusik und die Geschichte eines historischen Instruments. Anlass ist die Restaurierung der Orgel aus dem 17. Jahrhundert, die Teil der Geschichte ist. Das lineare Storytelling im Social Web wird durchaus kritisch gesehen. Meiner Meinung nach gibt es aber nach wie vor gute Gründe für die Nutzung dieses For- mats.

Geschichten zum Mitmachen:

Non-Lineares Storytelling

mats. Geschichten zum Mitmachen: Non-Lineares Storytelling Art Girls Im Unterschied zum linearen Storytelling ist der

Art Girls

Im Unterschied zum linearen Storytelling ist der Hand- lungsstrang einer Geschichte zum Mitmachen nicht fix, sondern kann von dem Kunden selbst in Echtzeit beein- flusst werden. Non-lineares Storytelling kann, legt man es großzügig aus, bereits mit einer schlichten Personalisierung er- folgen (siehe Coca-Cola, in deren Kampagne der Käufer zum Protagonisten der Marken-Story wird). Es gibt aber auch aufwändige Transmedia-Storytelling-Projekte mit multimedialen Elementen und einem hohen Grad an In- teraktion, in denen der Kunde aktiver Teil und Held der

Geschichte wird und den Verlauf der Geschichte ent- scheidend beeinflusst. Durch das aktive Einbringen von eigenen Gedanken und Gefühlen sowie die Möglichkeit, mit Entscheidungen den Handlungsablauf zu beeinflussen, kann das Erlebnis für den Kunden in einer non-linear erzählten Geschich- te sehr intensiv werden. Damit das gelingt, muss man als Erzähler die Geschichte in- und auswendig kennen, mit allen möglichen Wendungen und Ereignissen. Man schafft eine Storyworld, in der mehr als eine Geschichte möglich ist. Nicht nur man selbst sollte von diesem For- mat überzeugt sein. Es sollte auch offensichtlich sein, worin der Reiz und der Mehrwert für das Publikum lie- gen wird, um bei der Geschichte mitzumachen. Gute Einblicke in die Möglichkeiten von interaktivem Transmedia Storytelling erhält man bei der Agentur vm people, die insbesondere für Buchverlage seit Jah- ren solche Projekte umsetzen. Hier gibt es inzwischen eine Community, die sich für interaktive Geschichten begeistert und die man nicht erst grundsätzlich mobi- lisieren muss. ARTE Creative ist ebenfalls ein zuverläs- siges Labor für Experimente mit non-linearem und in- teraktivem Storytelling, wie etwa am aktuellen Beispiel Art Girls.

Anfangen ist leicht, beharren eine Kunst:

Story-Schnipsel im Serienmodus

leicht, beharren eine Kunst: Story-Schnipsel im Serienmodus This Ain’t Art School Um Storytelling zu üben und

This Ain’t Art School

Um Storytelling zu üben und ein Gespür für Geschich- ten zu bekommen, kann man niederschwellig anfan- gen: mit einer Serie. Gerade Instagram ist eine ausge- zeichnete Fundgrube für Storytelling mit Hashtags. Bei @all_great_tags erhält man einen kleinen Einblick in die Möglichkeiten, mit einem Hashtag einen digitalen Raum für Geschichten zu schaffen. Auch das Fotokunstprojekt @thisaintartschool zeigt mit seinen Assigmments (Aufgaben), wie man für eine bestimmte Zielgruppe An- gebote zur Inspiration schaffen und gemeinsam Story- welten schaffen kann.

BEST OF zur #rpTEN

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Natürlich gibt es ebenfalls hinreichend bekannte und erfolgreiche Beispiele von Unternehmen: IKEA oder auch die Kampagne „Weil wir dich lieben“ der BVG

Die Axt im Haus erspart den Zimmermann:

Werkzeugkiste fürs Storytelling

Insbesondere im Journalismus haben sich seit Snow- fall und den Auswirkungen auf das digitale Storytelling einige Tools für multimediales Storytelling entwickelt – oder vielmehr „Scrollytelling“, etwa mit dem vom WDR entwickelten Tool Pageflow. Der Bayerische Rundfunk knöpft sich im story:first – digital storytelling lab Fall- beispiele und Methoden vor. Ein aktuelles Beispiel ist die Flucht voll Todesangst über eine Flucht aus Syrien. Einen Blick wert ist momentan Edgee, quasi eine Platt- form für Stories, die man dort mit wenig Aufwand ver- fügbar machen kann. Dieses Video stellt es vor:

Viel genutzt wird Storify, ein Tool, mit dem man Inhalte von verschiedenen Social-Media-Diensten zusammen- stellen kann. Allerdings ergeben lediglich automatisiert zusammengeworfene Tweets oder Instagram-Fotos in chronologischer Reihenfolge noch lange keine Story. Auch wenn man nur eine Aktion mit Storify inszenieren möchte, braucht man eine Idee davon, wie man die In- halte zu einer Geschichte verbindet. Wie immer bei Tools kommt es darauf an, wofür man sie nutzen möchte – und ob man sie zu nutzen weiß. Manch einer vermag mit einem Hammer nur einen Nagel krumm zu hauen. Ein anderer benutzt ihn, um Kunstwerke oder Holzhäuser zu bauen. Ein teures und mächtiges Werkzeug ersetzt noch keine gute Idee und noch viel weniger gute Erzählkunst. Daher kann bei einer guten Idee und einer ebensolchen Geschichte auch ein Hashtag immer noch ein probates Mittel für Storytelling sein. Davon abgesehen muss jeder einzeln entscheiden, ob die eigene Story idealerweise in einem Text, in Bildern, im Bewegtbild, per Audio oder in einem multimedialen Format erzählt wird. Ist die Geschichte gut, funktioniert sie in jedem Format. Es sollte zum Un- ternehmen, dem Publikum und den Kanälen passen, in denen bereits eine gute Vernetzung vorhanden ist.

Frisch gewagt ist halb gewonnen:

Ist jeder Mensch ein guter Geschichtenerzähler?

Vermutlich kennt jeder die Situation, wenn auf einer Tagung oder in einer Kneipe jemand von nichts ande- rem zu reden weiß als von seinem Geschäftsmodell. Ungefragt prasseln Details auf das meist unfreiwillige Publikum ein und die Augen werden glasig. Nein, Ge- schichten erzählen kann nicht jeder. Schon gar nicht, wenn es darum geht, mit einer Geschichte eine unter-

nehmerische Absicht zu verfolgen. Man sollte sich fra- gen: Schaffe ich es, meine Geschichte in wenigen Wor- ten so zu erzählen, dass meine Zuhörer mehr wissen möchten? Bleiben meine Geschichten im Kopf oder in den Herzen der Menschen haften? Versteht mein Publi- kum, was meine Geschichten mit meinem Unternehmen zu tun haben? Wer diese Frage nicht eindeutig mit „Ja“ beantworten kann, sollte sich nach einem Storyteller umsehen. Manchmal braucht es schlicht etwas Übung, um das Kunsthandwerk des Erzählens zu erlernen.

Ende gut, alles gut?

Wie Storytelling garantiert misslingt:

Man muss selbst völlig gelangweilt von der eigenen Geschichte sein. Je unbegeisterter, desto besser.Ende gut, alles gut? Wie Storytelling garantiert misslingt: Weder Zeit noch Mühe investieren. Das kann nun

Weder Zeit noch Mühe investieren. Das kann nun wirklich niemand verlangen!eigenen Geschichte sein. Je unbegeisterter, desto besser. Das Publikum ist dumm. Die kaufen einem doch al-

Das Publikum ist dumm. Die kaufen einem doch al- les ab!Mühe investieren. Das kann nun wirklich niemand verlangen! Grundhaltung: Ich selbst und mein Unternehmen sind

Grundhaltung: Ich selbst und mein Unternehmen sind strahlende und perfekte Helden – wie die Hel- den in meiner Geschichte. Unbedingt Ecken und Kanten oder gar Schwächen und Konflikte vermei - den! Was soll die Konkurrenz sonst denken? Kanten oder gar Schwächen und Konflikte vermei- den! Was soll die Konkurrenz sonst denken?

Man muss nichts erklären oder Bezüge schaffen. Einfach davon ausgehen, dass die Kunden jedes Pos- ting, jeden Blogbeitrag und jeden Tweet lesen.vermei - den! Was soll die Konkurrenz sonst denken? Unbedingt Dankbarkeit für die Geschichte erwarten. Gut,

Unbedingt Dankbarkeit für die Geschichte erwarten. Gut, es ist nicht viel Mühe hineingeflossen. Aber da - für ist ja auch keine Gut, es ist nicht viel Mühe hineingeflossen. Aber da- für ist ja auch keine Zeit!

Alle Kunden werden voll motiviert Videos produ- zieren, Fotos machen oder Texte schreiben, sobald jemand dazu aufruft. Sie warten nur darauf!hineingeflossen. Aber da - für ist ja auch keine Zeit! Kunden haben immer Zeit. Sieht man

Kunden haben immer Zeit. Sieht man doch: Was die für blödes Zeugs da allein in Facebook schreiben.sobald jemand dazu aufruft. Sie warten nur darauf! Voll auf die eigene Facebook-Seite setzen. Schließ- lich

Voll auf die eigene Facebook-Seite setzen. Schließ- lich kann man sich nicht auch noch um anderes kümmern!Was die für blödes Zeugs da allein in Facebook schreiben. Geschichten für unnützen Firlefanz halten. Damit

Geschichten für unnützen Firlefanz halten. Damit verkauft man nicht ein Produkt mehr. Das unbe- dingt bei jeder Gelegenheit betonen!lich kann man sich nicht auch noch um anderes kümmern! Diese Tipps klingen absurd? Das hoffe

Diese Tipps klingen absurd? Das hoffe ich doch! Und vielleicht wird es künftig mehr gute Geschichten von Unternehmen geben, die mit Herzblut erzählt werden und ihr Publikum bereichern.

Ein Beitrag von Wibke Ladwig Den ausführlichen Artikel online lesen: Den ausführlichen Artikel online lesen:

upload-magazin.de/?p=10816 – Dort finden Sie auch alle Links, Videos und weitere Inhalte.

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Wie man das richtige Projektmanagement-Tool findet

Die Wahl des richtigen Projektmanagement-Tools hängt maßgeblich davon ab, was man vorhat und wie man vorgehen möchte. In diesem Artikel geht es darum, grundlegende Prämissen unterschiedlicher Projekttypen zu erklären, sowie Beispiele und potenzielle Einsatzzwecke von vier verschiedenen Tools zu beschreiben.

Einsatzzwecke von vier verschiedenen Tools zu beschreiben. (Foto: joexx / photocase.de) Es gibt zahlreiche Definitionen

(Foto: joexx / photocase.de)

Es gibt zahlreiche Definitionen dafür, was ein Projekt ist. Gemäß Möller/Dörrenberg handelt es sich um ein zielgerichtetes, einmaliges Vorhaben, das aus einem Satz von abgestimmten, gelenkten Tätigkeiten mit An- fangs- und Endtermin besteht und durchgeführt wird, um unter Berücksichtigung von Zwängen bezüglich Zeit, Ressourcen und Qualität ein Ziel zu erreichen. Ein Tool wiederum ist ein Hilfsmittel, welches die Lösung von Problemen vereinfachen soll. Projektmanagement- Tools sollen somit dabei helfen, die Durchführung von Projekten zu vereinfachen, die Möglichkeit zu bieten sich auf die wesentlichen durchzuführenden Aktivitä- ten zu konzentrieren, den Fokus zu wahren und nicht den Überblick zu verlieren. Gerade in großen Projekten sind Tools die einzige Möglichkeit, um die Komplexität kontrollierbar zu halten.

Typen von Projekten

Wenn man der oben beschriebenen Definition folgt, ist nahezu jedes vorstellbare Vorhaben ein Projekt, ganz gleich, ob man seine Wohnung renoviert, einen Flugha-

fen baut, den Marktstart eines Produkts von der Mar- keting-Seite betreut oder eine Software entwickelt. So viele Ähnlichkeiten diese Vorhaben auch haben mögen, so gibt es doch auch viele Unterschiede, die beträchtli- che Implikationen auf die Wahl eines Tools haben. Da es ohnehin nicht die one-size-fits-all Lösung gibt und dies auch nicht sinnvoll ist, konzentrieren wir uns in unserer Betrachtung auf die letzten beiden beispielhaft genann- ten Projektszenarien.

Um die unterschiedlichen Anforderungen an einem praktischen Beispiel zu erklären, betrachten wir das fiktive Unternehmen Monkeybrain Timetracking Solu- tions GmbH (kurz MTS). MTS hat eine neuartige Time- trackinglösung entwickelt, die kontextbasiert, also abhängig vom Ort, mittels einer Smartphone-App im Hintergrund die Anwesenheitszeit am Arbeitsort trackt. Beim Launch eines solchen Produktes sind mehrere Ab- teilungen involviert, die sich in Subprojekten organisie- ren. Bei MTS kümmert sich die Entwicklungsabteilung um die Entwicklung des Projekts und die Marketingab- teilung plant die verkaufsfördernden Maßnahmen bei Marktstart.

Projektmanagement in der Software-Entwicklung

Software-Projekte gelten allgemein als sehr komplex, zumal viele verschiedene Stakeholder beteiligt sind, die unterschiedliche Skillsets einbringen und unterschied- liche Bereiche verantworten.

State-of-the-Art in der Software Entwicklung ist die agile Vorgehensweise. Besonders verbreitet sind hier Scrum und Kanban bzw. die Mischform Scrumban. Ohne zu tief ins Detail zu gehen, unterscheiden sich erstere beiden Varianten dadurch, wie geplant und deployt (d.h. eine neue Software Version zur Verfügung gestellt) wird. Scrum legt besonderen Wert darauf, die Ziele und zu re- alisierenden Features von Sprints im Vorfeld festzule- gen. Das Featureset wird bis zum Ende des Sprints um- gesetzt und dann deployt.

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Bei einem Kanban-Ansatz „commited“ sich das Team nicht im Vorhinein auf ein Ergebnis eines Sprints, die Zuweisung und Durchführung einer Aufgabe erfolgt nach dem Pull-Prinzip, d.h. ein Entwickler übernimmt eine Aufgabe, sobald er wieder freie Kapazitäten hat und seinen letzten Arbeitsschritt erfolgreich ausgeführt hat. Sobald ein Feature umgesetzt ist wird es (je nach- dem wie vielschichtig der Prozess ist) direkt deployt.

Beide Vorgehensweisen haben ihre Vor- und Nachteile. Der Einsatz ist im Einzelfall zu prüfen. Der Erfolg beider Vorgehensweisen hängt maßgeblich von der Feature- planung ab, die in festgelegten Zeiträumen erfolgt. In einem agilen Prozess können sich die Anforderungen zur Projektlaufzeit ändern. Da im Laufe der Zeit „Kartei- leichen-Features“ entstehen, sollte ein Projektmanage- ment-Tool gute Filtermöglichkeiten mitbringen, um den Überblick zu wahren. Zudem sollte es unterschiedliche Arten von Aufgaben geben – beispielsweise ist ein Fea- ture von einem Bug zu unterscheiden.

Im Falle der MTS wurde ein agiler Prozess gewählt. Der Produktmanager möchte jedes umgesetzte Feature zeitnah testen, um Feedback zu geben und die Qualität des Produktes zu optimieren. Features werden in einem wöchentlichen Jour Fixe besprochen und zugewiesen. Das Produktmanagement informiert in diesen Meetings auch über die zukünftige Feature Roadmap und Inter- aktionen mit anderen Abteilungen, um den Entwicklern einen Überblick zu geben, wo man gerade steht und wo sich das Produkt hinentwickelt.

Projektmanagement im Marketing

Projektmanagement im Marketing oder einem anderen betrieblichen Bereich ist weniger spezifisch als in der Software-Entwicklung – die Anforderungen an ein Tool sind somit nicht so kompliziert. In der Praxis zeigt sich jedoch oft, dass in diesen Bereichen weniger Wert auf eine klare Projektvorgehensweise gelegt wird, welche den Arbeits- und Kommunikationsaufwand reduzieren und die Effizienz erhöhen würde. Projektmanagement- Tools verfolgen hier oftmals den Zweck, Aufgaben zu- weisen und über Maßnahmen online diskutieren zu können. Tipps, wie man Projekte effizienter machen kann, finden sich in der Box „Projektmanagement Best Practices“ am Schluss.

Bei unser fiktiven Firma MTS laufen die Dinge in gere- gelten Bahnen. Das Marketingteam hat einen wöchent- lichen Jour Fixe, in welchem es Aufgaben bespricht, do- kumentiert und zuweist. Hin und wieder treten Fragen auf, die asynchron über Nachrichten geklärt werden.

Projektmanagement und Tools

Wie bereits beschrieben: Bei Projektmanagement geht es vor allem um die Art und Weise wie man arbeitet. Tools geben oftmals einen bestimmten Weg vor und las- sen sich nur schwierig anpassen. Die Herausforderung des Tool-gestützten Projektmanagement ist es, das rich- tige Tool auszuwählen und danach Vorgehensweise und Tool in Einklang zu bringen. Im folgenden Abschnitt werden vier Tools vorgestellt. Basecamp und Asana sind Vertreter, die man in vielen Unternehmen in allen Ab- teilungen vorfinden kann. Pivotaltracker und Blossom. io trifft man besonders in der Softwareentwicklung an.

Basecamp – Der Klassiker

in der Softwareentwicklung an. Basecamp – Der Klassiker Basecamp sehr vielseitig einsetzbar ist. Projekte können

Basecamp

sehr vielseitig einsetzbar ist. Projekte können flexibel angelegt und Nutzer individuell dafür freigeschaltet werden. Auf einer simplen Übersichtsseite finden sich alle Tasks, Nachrichten, Dateien und Textdokumente. Basecamp ist ideal für kleine (2 bis 10 Leute), inter- disziplinäre Teams. Das Tool gibt keinen Arbeitsablauf vor. Man sollte sich also im Vorfeld überlegen, wie man Basecamp nutzen möchte und dies mit den anderen Teammitgliedern abstimmen.

ist

ein

Projektmanagement-Tool, welches

Asana – Der Revoluzzer

und dies mit den anderen Teammitgliedern abstimmen. ist ein Projektmanagement-Tool, welches Asana – Der Revoluzzer

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Asana ist ein neuerer Vertreter von Tools. Die Missi- on: Teamwork ohne Mails. Asana funktioniert dabei als eine Mischung aus Messenger und Taskliste, d.h. Asa- na macht es Teammitgliedern einfach, sich gegenseitig Aufgaben zuzuweisen. Asana ist sehr Task-zentriert und eignet sich für Vorhaben, die wenig vorausschauende Planung erfordern. Asana hilft vor allem dabei, Aufga- ben wegzuschaffen. Eine Dokumentation von Arbeits- schritten findet nicht statt.

Pivotaltracker – Scrum in Action

findet nicht statt. Pivotaltracker – Scrum in Action Pivotaltracker ist ein klassisches Scrum-Tool. Die Ver-

Pivotaltracker ist ein klassisches Scrum-Tool. Die Ver- waltung von Features erfolgt in Listen. Das Team hat die Möglichkeit, die Sprintgröße festzulegen und dann mit der Arbeit zu beginnen. Pivotaltracker ist sehr stark auf Scrum zugeschnitten und setzt somit voraus, dass man sich an den Prozess hält. Nicht benötigte Features lassen sich nicht abschalten. Wenn man Pivotaltracker in einem weniger strikten Prozess verwenden möchte, stolpert man über die zahlreichen Scrum-Eigenheiten, was nicht immer hilfreich ist.

Blossom.io – Kanban in Action

nicht immer hilfreich ist. Blossom.io – Kanban in Action Blossom.io ist ein sehr junger Vertreter für

Blossom.io ist ein sehr junger Vertreter für ein Kanban- Tool. Wert wird vor allem auf ein leichtes, nicht über- frachtetes User-Interface gelegt. Anwender können fle- xibel die Prozessschritte/Stages festlegen, mit denen sie arbeiten möchten, Karten anlegen und zuweisen.

Ein Nachteil von Kanban-Tools ist oftmals, dass sie un- übersichtlich werden, wenn man viele Aufgaben zu ver- walten hat oder eine vollständige Liste aller Aufgaben pflegen möchte.

Fazit

Insgesamt ist der Markt an Projektmanagement-Tools sehr unübersichtlich. Eine vollständige Evaluation ist aufgrund der Vielzahl an Tools nicht möglich. Die in diesem Artikel beschriebenen Tools wurden gemäß der Basisannahmen der MTS GmbH ausgewählt und wurden vom Autoren in der Praxis bereits eingesetzt und für ge- eignet empfunden.

In der Praxis wird oft die Beobachtung gemacht, dass die Unsicherheit, das falsche Tool nehmen zu können, da- mit kompensiert wird ein möglichst featurereiches Tool anzuschaffen, also quasi eine eierlegende Wollmilchsau. Ein praktikabler und skalierbarer Ansatz ist aber auch, mehrere „kleine“ Tools mit simplen Featuresets auszu- wählen. Bewährt hat sich beispielsweise auch in Ent- wicklungsabteilungen der Einsatz von Basecamp und Blossom.io. Ersteres zur Kommunikation und Projekt- dokumentation, letzteres für die Feature-Entwicklung. In jedem Fall kann nur der Tipp gegeben werden, dass man für sich klar haben sollte, wie man vorgehen will und was man genau braucht. Und dann hilft nur noch ausprobieren … :-)

Projektmanagement Best Practices

Und hier noch einige grundlegende Tipps und Tricks:

Vermeide Unterbrechungen. Schreibe keine unnö- tigen Mails mit Inhalten, die im nächsten Meeting besprochen werden könnten. Sammle diese Punkte eher in einer Liste und gehe diese im nächsten Jour Fixe durch.Und hier noch einige grundlegende Tipps und Tricks: Schicke Infos nur an Leute, die sie benötigen

Schicke Infos nur an Leute, die sie benötigen oder die damit etwas anfangen können. Die Studie mit den Marktforschungsergebnissen muss nicht ans gesamte Entwicklungsteam gehen.in einer Liste und gehe diese im nächsten Jour Fixe durch. Sorge dafür, dass nur Personen

Sorge dafür, dass nur Personen im Meeting sitzen, die einen Nutzen davon haben. Lade zusätzliche Leute nur ein, wenn benötigt.muss nicht ans gesamte Entwicklungsteam gehen. Ein Beitrag von Peter Großkopf Den ausführlichen Artikel

Ein Beitrag von Peter Großkopf Den ausführlichen Artikel online lesen: Den ausführlichen Artikel online lesen:

upload-magazin.de/?p=10011 – Dort finden Sie auch alle Links, Videos und weitere Inhalte.

BEST OF zur #rpTEN

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Meine Tools und Dienste für Recherche und Themenfindung

Jeden Tag gehe ich 100 bis 200 Artikel durch, um Material für Recherchen zu sammeln oder Themenideen zu bekommen. Mir stehen dabei einige sehr nützliche Werkzeuge zur Seite, die ich hier vorstellen möchte.

Werkzeuge zur Seite, die ich hier vorstellen möchte. (Foto: joexx / photocase.de) „Erst Input, dann Output“,

(Foto: joexx / photocase.de)

„Erst Input, dann Output“, habe ich mir einmal sagen lassen. Oder auch: „Wer schreiben will, muss erst lesen.“ Und das stimmt. Entsprechend lese ich jeden Tag und das nicht gerade wenig. Zum einen brauche ich das in meiner Eigenschaft als freischaffender Journalist, aber auch als einer der Macher hinter den Kulissen des UP- LOAD Magazins. So betreue ich im Wesentlichen unse- re Social Media Kanäle, bei denen ich unsere Fans und Follower auf Facebook, Twitter und Google+ mit inte- ressanten Neuigkeiten und lesenswerten Artikeln ver- sorge. Dazu nutze ich übrigens Buffer. Zugleich will ich auf dem Laufenden bleiben, um selbst Artikel fürs Ma- gazin schreiben zu können oder gemeinsam mit meinen beiden Kollegen Falk Hedemann und Sebastian Schür- manns zu bestimmen, welche Themen wir uns vorneh- men wollen.

Hier mein aktuelles Setup an Werkzeugen und Diensten, die dazu bei mir zum Einsatz kommen:

Interessante Artikel und Themen finden

RSS-Feeds und Feedly

RSS hat in der breiten Masse zwar nie den Durchbruch geschafft, ist aber aus meinem persönlichen Alltag nicht wegzudenken. Feeds sind mein Mittel der Wahl, um über neue Artikel auf wichtigen Seiten auf dem Lau- fenden zu bleiben. Seitdem der allseits beliebte Google Reader ja vom Internet- und Technologieriesen einge- stellt wurde, bin ich Nutzer von Feedly. Das kann man problemlos kostenlos nutzen, ich setze dennoch auf ei- nen Pro-Account. Zwei Gründe: Zum einen gibt es ein, zwei Funktionen wie die Pro-Suche, die für mich nütz- lich sind. Zum anderen habe ich einfach die Nase voll von Gratis-Diensten, die dann doch wieder eingestellt werden. Insofern habe ich die Hoffnung, dass Feedly er- halten bleibt. Bislang sieht es ja ganz danach aus. Ich speichere die Artikel in Feedly ab. Das benutze ich also wie eine Favoritenliste. Zugleich werden alle ge- speicherten Artikel via IFTTT automatisch auch in Ever- note abgelegt. Artikel, die ich später lesen will, lege ich in Pocket ab. Mehr zu Evernote und Pocket weiter unten.

Einen Großteil meiner täglichen Newsquellen findet man übrigens auf meiner Feedly-Profilseite.

Weitere Quellen

Während ich die News in Feedly in der Regel immer komplett durchgehe (wenigstens nach Überschriften), kommen die folgenden Quellen je nach Zeit ergänzend hinzu:

Techmeme: Das Portal zeigt laufend aktualisiert viel diskutierte Themen und Artikel aus der Techszene. Ein : Das Portal zeigt laufend aktualisiert viel diskutierte Themen und Artikel aus der Techszene. Ein Algorithmus und menschliche Redakteure ar- beiten dafür Hand in Hand zusammen.

TweetedTimes oder Nuzzel : Beide Dienste analy- sieren, was all jene Twitterer posten, denen wir mit oder Nuzzel: Beide Dienste analy- sieren, was all jene Twitterer posten, denen wir mit @uploadmag folgen. Daraus generieren sie eine Newsseite.

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This: Bei diesem Social Network können die Nutzer nur einen einzigen Link pro Tag posten. : Bei diesem Social Network können die Nutzer nur einen einzigen Link pro Tag posten. Ich selbst bin dort passiv, aber mit sehr viel Gewinn dabei. Vor allem die E-Mail mit fünf handverlesenen Artikeln öffne ich jedes Mal. Die Themen sind hier bei wei- tem nicht auf Tech begrenzt.

Pocket (s.u.) sendet mir regelmäßig eine E-Mail mit interessanten Artikeln, die ich dann mit einem Klick (s.u.) sendet mir regelmäßig eine E-Mail mit interessanten Artikeln, die ich dann mit einem Klick abspeichern kann. Diese Empfehlungen finden sich auch in der App. Inzwischen bauen die Macher zu- dem an einer Art Social Network rund um lesens- werte Artikel. Man kann anderen Nutzern folgen. Hier findet sich mein Profil.

Medium: Hier finde ich Artikel zu allen möglichen Themen, manchmal als Zweitveröffentlichung. Auch hier bekomme : Hier finde ich Artikel zu allen möglichen Themen, manchmal als Zweitveröffentlichung. Auch hier bekomme ich eine E-Mail mit Leseemp- fehlungen.

Weitere Anlaufpunkte sind für mich Dinge, die ich selbst bei Facebook oder Twitter finde sowie nicht zuletzt:

Pressemitteilungen. Die landen meistens zunächst via E-Mail bei Evernote (s. u.).

Artikel lesen: Pocket

Zwar bin ich schon seit vielen Jahren Evernote-Nutzer (s. u.), aber zum Lesen der abgespeicherten Inhalte hat es sich bei mir nicht bewährt. Das können Dienste wie Instapaper oder in meinem Fall Pocket viel besser. Seit-

dem ich einmal damit angefangen habe, möchte ich es nicht wieder hergeben.

Ich habe Instapaper nie probiert, deshalb kann ich zu wesentlichen Unterschieden der Dienste nichts sagen. Ich nutze Pocket kostenlos und bin sehr zufrieden da- mit. Zu einem Premium-Account wie bei Feedly konnte ich mich noch nicht durchringen, weil ich tatsächlich keine einzige der dort enthaltenen Funktionen gebrau- chen kann. Das mag sich noch ändern.

Das Tolle an Pocket ist, dass es Artikel blitzschnell und in lesefreundlicher, bereinigter Fassung abspeichert. Ich habe den Pocket-Button als Add-on in meinem Browser auf dem MacBook. Und da ich auf iPad und iPhone die Pocket-App installiert habe, gibt es ihn dort im Share- Sheet ebenfalls. Ich lese die Artikel dann in der Regel auf dem iPad oder zwischendurch auch einmal auf dem iPhone.

Artikel und Inhalte ablegen: Evernote

Wie man sich denken kann: Ich finde sehr viel mehr in- teressante Beiträge, als ich sofort brauchen oder verar- beiten kann. Vieles davon landet in meiner allwissenden Ablage Evernote. Auch hier habe ich einen Premium- Account, den ich in diesem Fall tatsächlich brauche. So ist es beispielsweise nur damit möglich, E-Mails samt Anhängen an das eigene Evernote-Konto weiterzulei- ten. Wie oben erklärt, nutze ich das vor allem, um Pres- semitteilungen abzuspeichern.

weiterzulei- ten. Wie oben erklärt, nutze ich das vor allem, um Pres- semitteilungen abzuspeichern. Feedly Pocket

Feedly

weiterzulei- ten. Wie oben erklärt, nutze ich das vor allem, um Pres- semitteilungen abzuspeichern. Feedly Pocket

Pocket

BEST OF zur #rpTEN

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Darüber hinaus habe ich den Evernote-Button im Brow- ser installiert, über den man Artikel ebenfalls bereinigt sichern kann. Und wie bereits erwähnt, landen zudem Artikel automatisch in Evernote, die ich in Feedly ab- speichere.

Evernote kann noch viel mehr: Bei Vorträgen kann ich den Ton aufzeichnen und zugleich Notizen machen. Handschriftliche Notizen oder Papier-Dokumente kann per iPhone-App Scannable im Handumdrehen einscan- nen und abspeichern. Texte in Bildern und Scans wer- den dabei von Evernote ebenfalls erkannt. Auch PDFs landen hier wie beispielsweise Whitepaper und andere Downloads.

Entsprechend ist mein „digitaler Zettelkasten“ bereits enorm angewachsen, seitdem ich 2011 damit ange- fangen habe. Glücklicherweise gibt es eine recht gute Suchfunktion, die ich in den vergangenen Wochen und Monaten mehr und mehr nutze: Inzwischen habe ich so viel Material, dass Evernote mein erster Anlaufpunkt ist, wenn ich ein Thema recherchieren will. Schließlich finden sich hier alle Artikel, Pressemitteilungen, Down- loads und Notizen, die ich in den letzten Jahren selbst als interessant eingestuft hatte.

Daneben nutze ich gelegentlich ebenfalls die Suchfunk- tionen von Pocket und Feedly, um bereits gefundene und gelesen Beiträge wiederzufinden. Oder natürlich den Browserverlauf, wenn ich etwas zwar interessant fand, aber dann doch nirgends abgespeichert hatte… Zum Glück passiert das nur sehr selten.

Fazit

Die eierlegende Wollmilchsau der Tools gibt es nicht, aber meine Kombination aus Feedly fürs Finden, Pocket fürs Lesen und Evernote fürs Abspeichern hat sich be- währt. An sich könnte Evernote dabei theoretisch die Funktion von Pocket übernehmen. Schließlich lassen sich Artikel hier ebenfalls aufs Wesentliche reduziert mit einem Knopfdruck abspeichern. Insofern könnte man einen Pocket-Klon allein mit den bereits vorhande- nen Evernote-Features bauen. Derzeit ist das Nutzungs- erlebnis beim Lesen allerdings doch weit vom Pocket- Komfort entfernt. Vielleicht tut sich hier ja noch was.

Komfort entfernt. Vielleicht tut sich hier ja noch was. Ein Beitrag von Jan Tißler Den ausführlichen

Ein Beitrag von Jan Tißler Den ausführlichen Artikel online lesen:

upload-magazin.de/?p=12719 – Dort finden Sie auch alle Links, Videos und weitere Inhalte.

online lesen: upload-magazin.de/?p=12719 – Dort finden Sie auch alle Links, Videos und weitere Inhalte. Evernote
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