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:antifaschistische Nr.

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nachrichten g 3336 14.8.2003 19. jahrg./issn 0945-3946 1,30 ¤
www.antifaschistische-nachrichten.de

www.arbeiterfotografie.com
Info:
Kundgebung vor dem Dom am 3.8.

Am 31. Juli begann das Anti-


rassistische Grenzcamp auf
den Poller Wiesen in Köln.
Antirassismus weggeräumt
Schon nach den ersten Aktionen nah- mit Massenverhaftungen Grenzcamp beendet
men polizeiliche Kontrollen im Camp
zu. Das gipfelte am Samstag, 9.8. in Großes Polizeiaufgebot sicherte Mahnwache
der Umstellung des Lagers und Mas- von „Pro Köln“ und Neonazi-Aufmarsch am 9.8.
senfestnahmen in der Nacht zu Sonn-
tag. Zum Ablauf im Einzelnen: mäßig und überzogen war der Polizeiein- und wendeten sich
satz mehrerer Hundertschaften gegen die • Gegen Armut und soziale Stigmati-
Am Samstag, 2.8. veranstaltete das Antifaschistinnen, es kam zu mehreren sierung
Camp einen Morgenspaziergang durch Festnahmen. • Gegen Kriminalisierung und Illegali-
den Stadtteil Köln-Poll mit Lautspre- Gleichzeitig und anschließend besuch- sierung von Migrantlnnen.
cherdurchsagen, Musik, der Campzei- ten Teilnehmerlnnen des Camps die Von Freitagabend bis Sonntagmittag
tung und einem Flugblatt an die Men- Flüchtlingsunterkünfte im Stadtteil und fand in der Fachhochschule Deutz das
schen in Poll „Schöner leben ohne Ras- die Containerschiffe am Deutzer Hafen. Auftaktforum „Antirassismus ausbuch-
sismus“, um sich vorzustellen. Dieser Die Spaziergängerlnnen kritisierten die stabiert“ statt. Die einzelnen Veranstal-
Spaziergang bildete auch eine deutliche Unterbringungssituation von Flüchtlin- tungen wurden teilweise von weit über
Antwort auf den Aufruf der Rechtspopu- gen, sie forderten hundert Menschen besucht. Ziel des Fo-
listen von „Pro Köln“, die an diesem Tag • Abschaffung der menschenunwurdi- rums war es, verschiedene antirassisti-
die kleinste Mahnwache des Rheinlandes gen Unterbringung in Heimen und de- sche Politikansätze, die momentan ne-
auf die Beine stellten. Eine müde Neona- zentrale Unterbringung in Wohnungen beneinander existieren, stärker aufeinan
zi-Elf wurde von Ersatzspieler Thorsten
Crämer, NPD-Kader aus Schwelm, der
erst vor ein paar Monaten aus der Haft
entlassen wurde, ergänzt. Ca. 300 Akti-
vistlnnen des Grenzcamps und des
Bündnisses „Köln stellt sich quer“ kes-
selten die Nazi-Demo ein. Unverhältnis-

Aus dem Inhalt:


Besorgnis über Aufschwung
von Naziaktionen . . . . . . . . . . . . 5
Attac-nahe Zeitung in Polen Mahnwache von „Pro Köln“,
Sprachrohr für Mahler . . . . . . . . 7 rechts Manfred Rouhs
: meldungen, aktionen
Filbinger sollte Empfang zu
seinem 90. absagen
Stuttgart. Leni Breymaier, DGB:
„Peinliche Veranstaltung für einen Unbe-
lehrbaren, der als Ministerpräsident we-
gen seiner Nazi-Vergangenheit geschei-
tert ist“.
„Hans Filbinger täte gut daran, auf den
Empfang der Landesregierung zu seinem
90. Geburtstag zu verzichten – so wie er
dies in Freiburg getan hat“, erklärte die
stellvertretende DGB-Landesvorsitzende
Worch in Moers Leni Breymaier. Filbinger würde sich
schüsse in fünf Jahren) und überzeugten und der politischen Kultur im Land da-
Moers. Viele waren es nicht, die dem Nazi. Walter Nowotny war Führer der mit einen Gefallen tun.
Aufruf des Neonazis Christian Worch damals in Österreich noch illegalen Hit- Die offizielle Ehrung eines anschei-
aus Hamburg gefolgt waren, sich am lerjugend und NSDAP-Mitglied seit dem nend unbelehrbaren Mannes, der sich bis
Samstag den 26. Juli in Moers „gegen 1. Mai 1938. heute als unschuldiges Opfer einer politi-
Massenarbeitslosigkeit und Steuerver- Schützenhilfe gibt es von der „Natio- schen Rufmordkampagne sieht, sei eine
schwendung“ von 14 bis 19 Uhr am ört- nal-Zeitung“ des DVU-Chef Frey. Der peinliche und unsensible Veranstaltung.
lichen Bahnhof zu versammeln. Etwa 80 Bruder des „großen deutschen Soldaten“ Es sei keine „Normalität“, einen ehema-
Neonazis waren erschienen und wurden Rudolf Nowotny, ehemals Funktionär ligen Ministerpräsidenten hochoffiziell
von mehr als 600 Polizisten beschützt. des mittlerweile verbotenen „Vereins mit einem Empfang zu ehren, der 1978
Immerhin sei die Polizei verpflichtet Dichterstein Offenhausen“, spricht in ei- als Ministerpräsident wegen seiner Be-
(den Feinden der Demokratie!) das ver- nem Interview mit dem Blatt von teiligung an Todesurteilen als Marine-
fassungsmäßige Recht auf Versamm- „Schmähung“ und Nestbeschmutzung“. richter unter Hitler seinen Hut nehmen
lungsfreiheit für alle zu garantieren, hieß hma ■ musste. Der DGB kritisiert auch Filbin-
es zur Begründung des massiven Polizei- gers Tätigkeit im Präsidium des Studien-
aufmarsches von offizieller Seite. Meh- Aktionstage im Westen zentrums Weikersheim, das schon vielen
rere hundert Gegendemonstranten hatten Rechtsextremisten ein Forum geboten
sich bereits um 13 Uhr an einem Kauf- Mönchengladbach. Nachdem die so- habe. Vor allem aber sei die Ehrung ge-
haus in der Innenstadt versammelt. Ver- genannten „Republikaner“ in Nordrhein- schmacklos gegenüber den Angehörigen
suche, die Neonazi-Versammlung zu be- Westfalen bereits im Mai ein Mandats- der Opfer der Nazizeit.
hindern, scheiterten an den Polizeiketten. und Funktionsträgertreffen im Rahmen Hans Filbinger soll am 16. September
Platzverweise wurden erteilt und es gab ihrer Vorbereitungen für die Kommunal- im Ludwigsburger Schloss durch einen
auch Festnahmen. Ein 46jähriger Moer- wahl im nächsten Jahr durchgeführt hat- festlichen Empfang der Landesregierung
ser hatte die Polizisten als „Scheißbul- ten, wurde nun ein erster „Aktionstag“ mit über 100 geladenen Gästen geehrt
len“ beleidigt und faselte etwas von „Ju- im Rahmen ihrer „Sommeroffensive“ werden.
denrepublik“. Ein anderer Mann wurde durchgeführt. DGB-Pressestelle, Jürgen Klose ■
nach dem Zeigen des Hitlergrußes fest- Unter der Leitung von Daniel Schöppe
genommen. aus Köln, einst Aktivist der neofaschisti- Einstweilige Verfügung
58 Fälle mit einem rechtsextremen schen „Deutschen Liga für Volk und Hei-
Hintergrund bearbeitete die Moerser Po- mat“ und heute stellvertretender Landes- gegen „Pro Köln“
lizei im vergangenen Jahr. Im laufenden vorsitzender der „Republikaner“, führten Köln. Die „Bürgerbewegung Pro Köln“
Jahr wurden bisher neun Straftaten mit etwa 60 Mitglieder des Landesverbandes hatte Anfang Juli auf ihrer Internet-Seite
rechtsextremem oder ausländer-feindli- Flugblattaktionen in mehreren Stadtbe- die Behauptung aufgestellt, ein Schlä-
chem Hintergrund gezählt. Drei davon zirken Mönchengladbachs durch, wobei gertrupp der Antifa K, „darunter auch
waren Hakenkreuz-Schmierereien, zwei nach eigenen Angaben etwa 40 000 das PDS-Ratsmitglied Jörg Detjen“ ha-
Briefe mit Nazi-Symbolen. Hinzu Haushalte betroffen waren. In der Innen- ben sich am Vormittag des 5. Juli (Sams-
kommt ein Drohbrief an eine syrische stadt nahmen an einem Informations- tag) in Köln aufgehalten und die Vorsit-
Familie, eine Beschimpfung, eine Bedro- stand u.a. die Landesvorsitzende Ursula zende von Pro Köln, Judith Wolter
hung und eine gefährliche Körperverlet- Winkelsett aus Senden und Bundes- „überfallen und brutal zusammenge-
zung. VVN-BdA MG ■ schatzmeister Ralf Goertz aus Erkelenz schlagen“. Gegen diese unwahre Be-
teil. hauptung hat das Ratsmitglied der PDS
Ein Ehrengrab weniger Nach Angaben der sog. „Republika- Offenen Liste das Gericht angerufen. Die
ner“ seien bei der Aktion „etliche neue 28. Zivilkammer des Landgericht Köln
Österreich/Wien. Nachdem die Stadt Interessenten und Anhänger“ gewonnen hat am 30. Juli in einer einstweiligen
Wien sich im Mai für die Aufhebung des worden. Eine Wiederholung des Akti- Verfügung angeordnet:
Ehrengrabes für den NS-Jadgflieger onstages „in naher Zukunft in weiteren „Dem Antraggegner (pro Köln) wird
Walter Nowotny (1920-1944) ausgespro- Städten Nordrhein-Westfalens“ wird be- unter Androhung eines Ordnungsgeldes
chen hat, ruft nun ein „Schutzbündnis reits angekündigt. Am Dienstag darauf bis zu 250.000 Euro und für den Fall,
Soldatengrab“ für Samstag, den 23. Au- fand um 11 Uhr eine Versammlung der dass dieses nicht beigetrieben werden
gust im Großraum Wien zu einer De- NPD/JN vor dem Mönchengladbacher kann, der Ordnungshaft oder Ordnungs-
monstration gegen diesen „kulturschän- Arbeitsamt Lürriper Straße statt. Auf ei- haft bis zu sechs Monaten, zu vollziehen
derischen Willkürakt“ auf. nem Transparent forderten die knapp 20 an ihrem Geschäftsführer, für jeden Fall
Dabei war die Aufhebung des Ehren- NPD-Anhänger, beschützt von Polizis- der Zuwiderhandlung verboten in Bezug
grabes längst überfällig. Handelte es sich ten, fast eine Stunde lang „Arbeitsplätze auf den Antragsteller (Jörg Detjen) die
bei dem Luftwaffenmajor Nowotny doch zuerst für Deutsche“. Behauptung aufzustellen und/oder auf-
um einen vielfachen Mörder (258 Ab- VVN-BdA MG ■ stellen zu lassen, zu verbreiten und/oder

2 : antifaschistische nachrichten 17-2003


GegendemonstrantInnen – obwohl
durch massive Polizeiabsperrungen nur
wenige durchkamen – lautstark protes-
tierten.
Schon in den frühen Morgenstunden
hatte ein Aufgebot von 2500 Polizisten
das Camp abgeriegelt, so dass von dort
nur einzelne rauskamen. Die Polizei
zeigte immer wieder auf einzelne Cam-
per, die dann aus der Menge heraus ge-
griffen wurden. Tränengas wurde einge-
setzt, was bei knapp 40 Grad Celsius zu
schweren Verbrennungen der Haut führt.
Zusätzlich stellte die Polizei das Wasser
ab, so dass auch die Verletzten nicht be-
handelt werden konnten. Nachdem Tele-
fon- und Internetleitungen des Camps
gekappt waren, wurden alle Anwesen-
den als verhaftet erklärt.
Fortsetzung von Seite 1 in nicht zu übersehender Weise. Sie Um die auf dem Camp anwesenden
der zu beziehen und bestehende Kampa- kippten Müll vor der Türe ab, um zu zei- Flüchtlinge zu schützen, nahmen die
gnen zubündeln. gen, was sie von den Geschäftspraktiken Eingeschlossenen diese in die Mitte. Pa-
Nach Abschluss des Forums stellte des Konzerns halten. Denn ACCOR pro- rallel wurden Verhandlungen über freien
sich das Camp zentral am Kölner Dom fitiert vom Abschiebegeschäft: in Frank- Abzug geführt u.a. durch Rechtsanwälte
der Stadt vor, Ausgaben der Campzei- reich durch die Vermietung von Etagen und die stellvertretende NRW-Landtags-
tung wurden verteilt. In Anlehnung an ans französische Innenmiinisterium als vorsitzende (Bündnis 90/Die Grünen)
das Kölner Brauchtum erschienen etli- Wartelager für Abschiebehäftlinge, in Edith Müller. Von Seiten der Polizei gab
che Campteilnehmer kostümiert. Von der BRD durch das staatlich eingerichte- es jedoch keinerlei Einlenkung.
der Domplatte aus machte sich der te Chipkarten- und Gutscheinsystem.
Demo-Zug selbständig getreu dem Mot- Es folgten Aktionen gegen das Ab-
to „Out of control“ quer durch die Stadt schiebegeschäft der Lufthansa, am Bun-
bis zur Südbrücke und zurück zum desverwaltungsamt, beim Ausländerzen-
Camp auf den Poller Wiesen. tralregister und beim IOM.
Am 4.8. fand bei IKEA in Godorf Im Laufe der Woche stieg die Beteili-
eine Kundgebung und Kennzeichnung gung sowohl am Camp selbst als auch
von bestimmten Produkten statt. IKEA an den Aktionen. Ca. 700 Teilnehmerln-
lässt im Abschiebeknast Büren zu Hun- nen, Menschen fast allen Alters und ver-
gerlöhnen produzieren (2 Euro Stunden- schiedenster Herkunft (Israel, Italien,
lohn und davon wird von der Ausländer- Mazedonien, Deutschland, Togo, Polen,
behörde auch noch 3/7 gepfändet. Niederlande, Peru, Rumänien, Austra-
Bei den ACCOR Hotels Ibis in Bonn lien, Irland etc.) lebten einen bunten an-
und Köln tauchten ebenfalls Grenzcam- tirassistischen Alltag. Da die Räumung des Camps
per auf und informierten die Hotelgäste Am 9.8 wollten erneut Neonazis auf- Stadt Köln in-
Protest gegen „Pro Köln“, 2.8. marschieren, diesmal hatte der „Kampf- zwischen auch das Gelände gekündigt
bund Deutsche So- hatte, war die Bahn frei für die Verhaf-
zialisten“ aufgeru- tung sämtlicher sich nun illegal auf dem
fen, es kam im we- Gelände befindlichen Camper. Einige
sentlichen die Ka- TeilnehmerInnen gingen nach Feststel-
meradschaft Köln lung der Personalien „freiwilig“ vom
(Kameradschaft Platz, die übrigen wurden ins Gefange-
Walter Spangen- nensammellager nach Brühl verbracht
berg) um Axel und erst am frühen Morgen wieder auf
Reitz. Auflagen freien Fuß gesetzt.
sorgten dafür, dass „Den Polizeiangriff verstehen wir als
gar nicht erst alle Angriff auf die antirassistische Bewe-
zum Kundge- gung in der BRD und ihre internationale
bungsplatz durch- Vernetzung“, erklärten die Camper in ei-
kamen. Ein Häuf- ner ersten Pressemitteilung. „Durch die
lein von 30 Neo- erfahrene maßlose Machtdemonstration
nazis, ausgerüstet sollen die Aktivistinnen eingeschüchtert
mit Köln-Fahne und Organisierungsprozesse verhindert
und einem Trans- werden“. Noch während der Räumung
parent „Nationale fanden Soldaritäts aktionen in Köln,
Sozialisten“ Kiel, Dresden, Leipzig, Hamburg, Göt-
lauschten zum Teil tingen, Freiburg, Frankfurt, Bremen und
auf Socken den im Wendland statt.
Reden, die Nach Pressemitteilungen des Pressebüros des
schlecht zu verste- 6. antirassistischen Grenzcamps - u.b., Infos:
hen waren, da die www.nadir.org/camp03, mehr Fotos:
www.version-foto.de, Videos: www.kanalb.de ■

: antifaschistische nachrichten 17-2003 3


verbreiten zu lassen, dieser habe sich am Nazi-Liedermacher bei 27-jährigen Nigerianer Naziparolen
Vormittag des 5. Juli 2003 in Köln – Poll „Wählergruppe Hehl“ gröhlend so brutal getreten, dass das Op-
aufgehalten.“ Red ■ fer mit einem Bauchtrauma ins Kranken-
Mannheim. Am Sonntag den 27. Juli haus eingeliefert werden musste. Der Tä-
Rechtsextremist Mahler veranstaltete die „Wählergruppe Hehl“ ter, ein einschlägig polizeibekannter 27-
einen Liederabend mit dem Nazi Barden jähriger aus Schwandorf, wurde festge-
darf nicht nach Polen reisen Michael Müller. Das Konzert fand im nommen, aber wieder freigelassen. (FR,
Brandenburg. Der Rechtsextremist Rahmen einer Rheinland – Pfalz Tour 22.7.03)
Horst Mahler darf vorerst nicht nach Po- des „Liedermachers“ statt. Michael Mül-
len reisen. Nach Mitteilung des Innenmi- ler ist durch die Beteiligung an Gewaltta- Tirschenreuth (Bayern), 24.7. In der
nisteriums Brandenburg ist ihm eine ent- ten und Volksverhetzung bekannt gewor- Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ha-
sprechende Anordnung am Freitag von den. So war er für die musikalische Be- ben drei bis vier Mitzwanziger einen
der zuständigen Behörde seines Wohnor- gleitung einer Skinhead Party in Mün- Brandanschlag auf die Wohnwagen einer
tes zugestellt worden. Mit dieser Maß- chen verantwortlich, bei der am Rande Sinti-Familie verübt. Zum Glück ver-
nahme soll ein für nächste Woche ge- ein Grieche von BesucherInnen der Party fehlten die drei Brandsätze die fünf
planter provokativer Auftritt Mahlers auf beinahe totgeschlagen wurde. Müller Wohnwagen der Familie. Die 14 Er-
dem Gelände des früheren Konzentrati- soll danach den Haupttäter im Haus der wachsenen und 4 Kinder blieben unver-
onslagers Auschwitz-Birkenau verhin- Burschenschaft Danubia versteckt ha- letzt (Amberger Zeitung, 25.7.).
dert werden. Mahler, der unter anderem ben. Müller trat unter anderem beim Ru-
die NPD im Verbotsverfahren vor dem dolf-Hess-Marsch 2002 in Wunsiedel Wittenberg (Sachsen-Anhalt), 26.7.
Bundesverfassungsgericht vertrat, wollte auf. Seine aktuelle CD wurde von Frank Ein 21-jähriger Iraker ist von sechs jun-
nach Erkenntnissen der Verfassungs- Rennicke produziert. Einer seiner „Hits“ gen Männern überfallen, beschimpft und
schutzbehörden in Auschwitz in einer öf- ist die abgewandelte Version eines be- schwer verletzt worden. Das Opfer
fentlichen Aktion unter anderem die Zahl kannten Liedes von Udo Jürgens: „Mit 6 musste mit einer Kopfwunde und Prel-
der von den Nazis ermordeten Juden in Millionen Juden, da fängt der Spaß erst lungen an Schulter und Oberschenkel in
Frage stellen. an (…)“ Als Veranstalter für diesen ras- ein Krankenhaus eingeliefert werden.
„Der geplante Auftritt von Herrn Mah- sistischen und antisemitischen Fall von Der Iraker sei mehrmals getreten wor-
ler und seinen Gesinnungsfreunden im Volksverhetzung trat die „Wählergruppe den, als er bereits am Boden gelegen
früheren KZ Auschwitz – dem herausra- Hehl“ auf. Es ist somit die erste öffentli- habe. Die Tatverdächtigen im Alter zwi-
genden Symbol für die Nazi-Verbrechen che Aktivität des jetzt in Mannheim schen 16 und 21 Jahren seien gefasst und
– ist eine unglaubliche Provokation. Es wohnhaften Nazi Skinhead Christian der Polizei zum Teil einschlägig bekannt.
geht ihm dabei um nichts weniger als da- Hehl. Wie aus gewöhnlich gut unterrich-
rum, die Verbrechen der Nazis zu ver- teten Kreisen zu hören war, befand sich München, 19.7. Ein 23-jähriger Maler-
niedlichen und die Opfer zu beleidigen“, der Treffpunkt der Nazis am Ludwigsha- geselle, der aus der rechten Szene aus-
sagte Innenminister Jörg Schönbohm. fener Hauptbahnhof. Von dort ging es steigen wollte, ist nach einer Zechrunde
„In dieser Situation mussten wir handeln, dann per Autocorso und Polizeiobserva- mit Nazis zusammengeschlagen worden.
um Schaden vom guten Ruf Deutsch- tion zum eigentlichen Veranstaltungsort. Die Täter, der 27-jährige Alexander M.
lands abzuwenden. Und wir haben ge- Ob das nachfolgende Konzert ebenfalls und der 33-jährige Maik P., streckten ihn
handelt. Die zuständige Gemeinde hat von der Polizei überwacht wurde, ist un- mit Fausthieben zu Boden und traten mit
von Möglichkeiten des Pass- und des bekannt. Springerstiefeln auf ihn ein. Ein weiterer
Personalausweisgesetzes Gebrauch ge- 20-jähriger Naziskin und zwei 17 und
macht. Herr Mahler darf die Bundesre- Mal wieder Nazi-Konzert in 18-jährige Mädchen aus der Szene stan-
publik Deutschland vorerst nicht mehr in den daneben und applaudierten. Der Ma-
Richtung Polen verlassen.“ Mannheim lergeselle wurde mit einem Kieferbruch,
Ein Vorauskommando Mahlers hatte Laut „Blick nach Rechts“ fand Mitte Juli Prellungen und Schürfwunden ins Kran-
bereits vor Ort Erkundungen vorgenom- ein weiteres Nazi Rockkonzert in den kenhaus gebracht. Alle Beteiligten waren
men und dabei Video- und Fotoaufnah- Räumlichkeiten der Bandidos Mannheim der Polizei als rechtsextrem bekannt. Die
men von Krematorien und Gaskammern statt. Es traten „Jungsturm“ aus dem Täter stammen nach Polizeiangaben aus
in Auschwitz-Birkenau gefertigt. Beab- Saarland, „Mosphit“ aus Sachsen sowie ostdeutschen Bundesländern, der Aus-
sichtigt war, die Zahl der im dortigen die zwei Black Metal Bands „Totenburg“ steiger ist Münchner. (SZ, 21.7.)
Konzentrationslager ermordeten Men- und „Wewelsburg“ vor ca. 150 Nazis
schen erheblich zu relativieren. Ferner auf. Es werden wohl die üblichen Veran- Wittstock (Brandenburg), 25.6.
sollte die Fahne des rechtsextremisti- stalter gewesen sein. Sechs 14 bis 16 Jahre alte Jugendliche
schen ,Deutschen Kollegs‘ gehisst wer- Quelle: www.juz-mannheim.de ■ griffen eine 13-jährige Deutsche kubani-
den, dessen Führungsmitglied Mahler scher Abstammung an. Sie beschimpften
ist. Der Rechtsextremist wollte zudem Naziübergriffe... sie wegen ihrer dunklen Hautfarbe und
ein Manifest verlesen, in dem seine äu- misshandelten sie. (Jungle World 2.7.03)
ßerst antisemitische Haltung deutlich eine Zusammenstellung von Gamma-
zum Tragen kommt. news Leipzig Ilmenau (Thüringen), 19.7. In der
Unter dem Gesichtspunkt der histori- Freiberg, 18.7. Auf das Asylbewerber- Nacht verübten Unbekannte einen Brand-
schen Verantwortung Deutschlands für heim ist in der Nacht zu Freitag ein anschlag auf den Asia-Laden des Vietna-
die Ermordung von sechs Millionen Ju- Brandanschlag verübt worden. Zwei un- mesen Tran Vanhieu. BewohnerInnen
den wäre durch Mahlers Auftritt massi- bekannte Männer warfen einen Molo- von fünf Wohnungen mussten evakuiert
ver Schaden für erhebliche Belange der tow-Cocktail an die Wand des Hauses, werden. Vanhieu und seine Frau erlitten
Bundesrepublik Deutschland entstanden. der Brandsatz erlosch von selbst, Men- Rauchvergiftungen. Der Laden brannte
Dies rechtfertigt die jetzt erfolgten Rei- schen kamen nicht zu Schaden. (LVZ aus, es entstanden 100.000 Euro Sach-
sebeschränkungen“, so das Innenminis- 18.7.03) schaden. Die Polizei schließt einen ras-
terium sistischen Hintergrund nicht aus: Vanhieu
PM Inneministerium Brandenburg Schwandorf (Oberpfalz), 20.7. Ein wurden bereits zwei Mal von Nazis die
vom 25.7.2003, gez. Heiko Homburg, ■ betrunkener Nazi hat am Sonntag einen Fortsetzung Seite6
: antifaschistische nachrichten 17-2003
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Hamburg. Für den 28. Juli hat-
te der Hamburger Neonazi Faschismus ist eine Meinung
Christian Worch, einer der
Hauptorganisatoren neonazistischer
Demonstrationen im Bundesgebiet,
und die Überbringer
eine „Mahnwache“ am Feuersturm-
Mahnmal mit der Inschrift „Nie wie-
anderslautender Botschaften
der Faschismus – Nie wieder Krieg“
angemeldet.
sind Verbrecher?
Noch bevor seine 45 Anhänger und An-
hängerinnen per Sonderfahrt in der U-
Bahn herangekarrt werden konnten, „be-
setzten“ rund ein Dutzend Nazi-Gegne-
rInnen den Platz um das Mahnmal an
der Mundsburg und riefen: „Für die
Freiheit, für das Leben, Nazis von der
Straße fegen.“ Nach wenigen Sekunden
wurden sie von starken Polizeieinsatz-
kräften umzingelt und festgenommen.
Fortan sperrte die Polizei mit mehreren
Hundertschaften, Wasserwerfern und
schwerem Gerät für eineinhalb Stunden
eine Hauptverkehrsachse von Hamburg
und legte den Betrieb der U2 lahm. Da-
rüber hinaus durfte sich im Umkreis um
die Haltestelle Mundsburg, auf deren
Vorplatz die Kundgebung lief, niemand

Man könne „grundrechtlich garantier-


te Proteste durch unsinnige Auflagen
auch zur Farce“ verkommen lassen, sag-
te die Anmelderin Cornelia Kerth.
Das Landesamt für Verfassungsschutz
geht in seiner Diffamierung noch einen
Schritt weiter, spricht intressensgeleitet
wie unzutreffend davon: „Unter dem Te-
nor ,Nazis in Hamburg – We say no’ rief
die Vereinigung der Verfolgten des Na-
ziregimes - Bund der Antifaschisten“
(VVN/BdA) zu einer Gegenkundgebung
auf, bei der es zu Auseinandersetzungen
mit der Polizei kam.“
Tatsächlich beteiligte sich der größere
Teil KundgebungsteilnehmerInnen nach
dem vorzeitigen Ende der Kundgebung
an den legalen und gewaltfreien Protes-
außer den Nazis aufhalten, alle 20 Fahr- Wohnstraßen führen sollte. Die Route ten der vierhundert Antifaschistinnen
spuren der Kreuzung waren gesperrt. wurde nicht genehmigt (sei Rückzugs- und Antifaschisten in unmittelbarer
Man wolle nicht, dass es zu Störungen raum für Störer und so) und per Auflage Nähe zur Kundgebung der Nazis.
der Veranstaltungen komme, so die Poli- wurde der VVN eine Strecke zugewie- Gegen diese Maßnahmen und Aufla-
zei. sen, die am Eilbekkanal auf der einen gen prüft die VVN eine Feststellungs-
Trotz ihres Großeinsatzes verzichtete und Villen auf der anderen Straßenseite klage. Im Rahmen der „Hamburger Er-
die Polizei darauf eine Pressemeldung entlang führte. „Da wohnen nicht dieje- klärung“ wollen wir die polizeiliche Be-
abzusetzen, ganz im Sinne des innenpo- nigen, die wir erreichen können und und Verhinderung antifaschistischer Pro-
litischen Sprechers der Bürgerschafts- wollen“ sagte die VVN-Landesspreche- teste und die Ermöglichung faschisti-
fraktion der Partei Rechtsstaatlicher Of- rin und begnügte sich mit einer Kundge- scher Aufmär-
fensive, Frank-Michael Bauer, der seine bung, 300 Meter vom Aufmarschort der sche durch
Presseerklärung anlässlich des Naziauf- Nazis entfernt. Daran nahmen etwa 100 staatliche Stel-
marsches eine Woche zuvor mit den Menschen teil. Die Polizei trat mit schi- len (Amtshilfe
Worten schloss: „Wenn die Rechtsextre- kanösen Auflagen wie Beschränkung HVV, Abriege-
misten morgen durch Hamburg mar- der Lautstärke, die Ausrichtung der lung eines gan-
schieren sollten, hoffe ich darauf, dass Lautsprecher sowie der Aufforderung an zen Stadtteils
sie möglichst niemand zur Kenntnis die Teilnehmer auf, diese mögen sich für eine Nazi-
nimmt - oder ihnen durch unüberlegte, auf den Parkplatz zurückziehen und kundgebung
kurzsichtige Aktionen womöglich noch nicht auf den angrenzenden Fuß- und mit 44 Teilneh-
Öffentlichkeit verschafft“. Fahrradwegen aufhalten. Das unkoope- mern) politisch
Im Vorfeld hatte die VVN eine Demo rative Auftreten führte dazu, dass die noch einmal
angemeldet, die in einem Bogen um den Veranstalter die Kundgebung nach einer aufrollen.
Aufmarschplatz durch die anliegenden Stunde abbrachen. kun ■

: antifaschistische nachrichten 17-2003 5


Scheiben eingeworfen. (TA, 20., 21.,
22.7.) Dem Antisemitismus …
Falkenberg (Brandenburg), 3.7. Bei In der Nacht vom 22. auf den vermeintlicher Weise anderer Herkunft
einer Schulabschlussfeier an einem Ba- 23. Juli 2003 wurde der KZ- sind, sowie auf jene deren äußeres Er-
desee griffen nachts zwei junge Männer Friedhof in Vaihingen an der Enz ge- scheinungsbild bei Neonazis uner-
einen 19-jährigen vietnamesischen Schü- schändet. Es wurden Hakenkreuze, wünscht zu sein scheint. Dies geschah
ler an. Die Polizei geht von einem rassis- SS-Runen und Pentagramme ge- vor allem (aber nicht ausschließlich) auf
tischen Tatmotiv aus. (Jungle World sprüht. Die Tat war ganz klar rechts- Dorffesten wie dem Vaihinger Maientag
16.7.03) radikaler antisemitischer Natur und oder dem Kelterfest in Illingen, an des-
leider auch kein Einzelfall. sen Rande im letzten Jahr ein türkischer
Berlin, 9.7. In Friedrichshain wurden Junge mit Stahlruten angegriffen und
ebenfalls nachts vier Asiaten von ebenso Bereits im Oktober 1990 wurde der schwer verletzt wurde. Es muss alles da-
vielen Rechtsextremen im Alter zwischen Friedhof von Rechtsradikalen aufge- ran gesetzt werden, dass sich die Ver-
20 und 32 Jahren mit Billardqueues zu- sucht. Damals beschränkte sich die Tat hältnisse von sogenannten „national be-
sammengeschlagen. Ein 16-jähriger erlitt nicht „nur“
bei dem Überfall Platzwunden im Ge- auf hässli-
sicht. Laut Polizei sind die Tatverdächti- che Sprühe-
gen vorbestrafte Nazis. (tazBerlin, 10.7.) reien. Es
wurden so-
Ludwigshafen, 12.7. Im Rahmen der gar Grab-
Proteste gegen die Bundeswehrausstel- steine he-
lung „Unser Heer“ kam es zu einem rausgerissen
Übergriff auf einen jugendlichen Antimi- und zur
litaristen. Dieser wurde an der Straßen- Form eines
bahnhaltestelle in der Nähe der Ausstel- Hakenkreu-
lung von dem Naziskin Thomas B. ange- zes zusam-
griffen und geschlagen. Als dem Antimi- mengelegt.
litaristen PassantInnen zu Hilfe eilen History
wollten, zog der Nazi ein Messer und be- repeats! Das
drohte damit die Anwesenden. Problem be-
steht nicht
Amberg. Ein 27-jähriger Nazi ist zu vier alleine da-
Monaten Haft auf vier Jahre Bewährung rin, dass
samt Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt Rechtsextre-
worden, sein Komplize zuvor wegen misten zum
Volksverhetzung und dem Tragen verfas- wiederholten Male den KZ-Friedhof an- freiten Zonen“ hier nicht verwirklichen
sungswidriger Insignien zu zwei Jahren gegriffen haben, sondern darüber hinaus, können. Darum muss das Thema Rassis-
Jugendstrafe. Die beiden Freunde hatten dass sie wieder einmal ungestört ihrer mus bestimmt, analysiert und diskutiert,
sich das zweite Januar-Wochenende über antisemitischen Paranoia freien Lauf sowie vehement gegen dessen Sympto-
in der Wohnung des 27-jährigen ver- lassen konnten. Das Traurigste aber ist, me und Ursachen angegangen werden.
schanzt, „in zwei Tagen vier Kästen Bier dass sie mit ihrer Haltung inzwischen
vernichtet“ und durch die Stadt mar- nicht mehr alleine sind. So tragen etwa
schiert. Dabei grölten sie laut Nazilieder, die wachsende Ablehnungshaltung ge-
… entgegentreten!
die Reichskriegsflagge um ihre Schultern gen die israelische Politik und einseitige Darum rufen wir alle auf, sich an die
geworfen, und schrieen einem Radfahrer Befürwortung der palästinensischen Sei- Solidarität von Kandel zu erinnern. Dort
ein „Verrecke, Saujude“ entgegen. Ein te sowie z.B. die mediale Hetze gegen wurde 2002 das Jugendhaus von Neona-
Zeuge verständigte die Polizei. Vor Ge- Michael Friedmann dazu bei, dass der zis überfallen, woraufhin eine sehr kurz-
richt präsentierte sich der 27-jährige als Antisemitismus in Deutschland wieder fristige Mobilisierung stattfand, die sehr
Aussteiger aus der Rechtsradikalen-Sze- salonfähig wird. Lassen wir nicht zu, erfolgreich war. Also auf zur Doppel-
ne: Er gab an, er habe der Polizei bereits dass sich die Geschichte wiederholt. kundgebung gegen Rassismus und Anti-
sein ganzes Nazigut übergeben. Seinem semitismus.
fast kahl geschorenen Kumpanen, der
noch einiges mehr auf dem Kerbholz
… und Rassismus Keine Dörfer für Nazis, keine Orte
dem Antisemitismus und Rassismus!
hatte, hatte der Richter den Sinneswandel Vaihingen/Enz und seine Umgebung Samstag 9. August Vaihingen/Enz
nicht geglaubt. blieben auch nicht vor gewalttätigen Part I: 11Uhr Marktplatz
rechtsgerichteten Übergriffen verschont. Part II: 13.30Uhr beim KZ-Friedhof
Pößneck (Ost-Thüringen). Seit April In jüngster Zeit gab es immer wieder ge- Antifa Vaihingen/Enz, unterstützt von
häufen sich Anschläge auf Geschäfte walttätige Angriffe auf Menschen, die autonome antifa ludwigsburg ■
migrantischer Inhaber. In der Regel wer-
den die Fensterscheiben eingeworfen, es
gab auch Bombendrohungen. Ein Tatver-
dächtiger, der die ersten vier Anschläge ten, falls sie Zeuge eines solchen An- schläger, zwei Messer und vier CDs mit
begangen hat, sitzt bereits in Haft – die schlags würden. (OTZ, 18.7.) rechtsradikaler Musik gefunden. Was die
Sachbeschädigungen gehen unvermin- Gruppe damit vorhatte, ließ sich nicht er-
dert weiter. Außerdem taucht massiv Bautzen, 20.7. Bei 11 rechtsextremen mitteln. (Sächsische Zeitung, 22.7.)
Nazi-Propaganda im Straßenbild auf. Jugendlichen, die auf einem Supermarkt- www.free.de/infotelefon, mail:infotelefon@
Bürgermeister Roolant rief die Bürger zu Parkplatz herumlungerten, wurden eine firemail.de, GAMMA ist in Leipzig zu haben im
mehr Zivilcourage auf: sie sollten doch Schreckschusswaffe, ein Metallrohr, eine B12, Conne Island, Infoladen, Linxxnet und in
der Lichtwirtschaft. ■
die Polizei zu rufen und Anzeige erstat- Holzkeule, ein Totschläger, ein Baseball-

6 : antifaschistische nachrichten 17-2003


„Eine rechtsextremistische Ideo-
logie lässt sich auch nicht mit
den Mitteln des Demonstrationsrechts
Besorgnis über Aufschwung
legitimieren.“ So der Tenor von Be-
schlüssen des obersten Verwaltungsge-
der Naziaktionen
richtes von Nordrhein-Westfalen, des
OVG Münster. (Az 5 B B 585/01). Das Die VVN-BdA an NRW-Ministerpräsidenten Peer Steinbrück:
Land NRW hat nicht nur ein oberstes Ver- Handeln Sie!
waltungsgericht, das hoffen lässt. Es hat
auch einen Landtag, dessen Petitionsaus- Naziszene einen fast ungehemmten Auf- fortgesetzten Bemühungen dreier Karls-
schuss über 80 Antifaschisten zustimmte, schwung. Nicht einmal die Versammlun- ruher Verfassungsrichter, unter Vermei-
die sich unter Hinweis auf den OVG-Be- gen des Präsidenten des Zentralrates der dung einer endgültigen Entscheidung, den
schluss hilfesuchend an den Landtag Juden können an Rhein und Ruhr ohne Neonazis in Eilentscheidungen immer
wandten: Der Ausschuss befürworte ein Aufmärsche der Antisemiten stattfinden. wieder das Demonstrationsrecht zu ge-
entschiedenes Vorgehen gegen Neonazis In Wuppertal stehen derzeit 70 Jugendli- nehmigen. Die drei Richter bescheinigen
und wies zugleich zustimmend auf die che vor Gericht, weil sie Naziansammlun- den Neonazis, „eine missliebige Mei-
entsprechende umfangreiche Rechtsspre- gen mittels Teilbesetzung eines Bahnhofs nung“ zu haben, die zu dulden sei. Die
chung des Oberverwaltungsgerichts störten. Der Staatsanwalt in Wuppertal er- Gegendemonstranten, die unter der Lo-
Münster hin. mahnte die Angeklagten jungen Antifa- sung „Faschismus ist keine Meinung,
Soweit so gut. Neben diesen erfreuli- schisten, indem er sie mit den Nazis auf sondern ein Verbrechen“ gehen, werden
chen Faktoren, sind im Lande aber auch eine Stufe stellte und diesen Nazis noch immer wieder behindert, auch durch die

sehr unerfreuliche zu verzeichnen. „Sie Tipps für ihren Terror gab: Was Du nicht Polizei des Bundeslandes. Die VVN-BdA
bestehen darin, dass derzeit auch in NRW willst, daß man dir tu, das füg auch kei- erklärte dazu: „Der historische wie aktuel-
die größte Nachfolgeorganisation der ver- nem andern zu...) le Faschismus wird damit verharmlost,
brecherischen NSDAP, die NPD, zusam- In Hagen geschah nun dies: Die Poli- die von ihm ausgehenden Gefahren wer-
men mit anderen Alt- und Neonazis an zeipräsidentin tat sich mit dem Aufruf den verniedlicht.“
fast jedem Wochenende mit ihren widerli- hervor, nicht „störend“ gegen die Nazis zu Genugtuung löste bei der VVN-BdA
chen Parolen durch irgendeine Stadt unse- demonstrieren, auf jeden Fall aber auf die die Tatsache aus, dass der Präsident des
res Landes marschieren darf und dass sie Verwendung von Trillerpfeifen zu ver- Oberverwaltungsgerichtes von Münster,
mit staatlich bezahlten V-Leuten ihre Ka- zichten, weil dies eine Störung einer ge- Michael Bertrams, gegen die zweifelhafte
derbestände auffüllen kann,“ erklärte die nehmigten Veranstaltung darstelle, und Haltung der drei Karlsruher Juristen öf-
VVN-BdA des größten deutschen Bun- eine solche Störung werde mit Gefängnis fentlich Stellung bezogen hat, so in Zei-
deslandes. Sie startet jetzt eine neue Peti- bis zu drei Jahren bestraft. In Aachen und tungsartikeln unter der Überschrift „Die
tion und eine Unterschriftensammlung, Umgebung reagierten die Strafverfol- Renaissance des Rechtsextremismus wird
um die Politiker zum Handeln zu bewe- gungsbehörden auf Beleidigungsklagen verharmlost“.
gen. (Siehe www.nrw.vvn-bda.de) der Neonazis mit Hausdurchsuchungen Die VVN-BdA fordert in einem Brief
Es wurden solche alarmierende Fakten bei Antinazis, Anfertigen von Fotos der an Ministerpräsident Peer Steinbrück,
aufgezeigt: Sogenannte „Kameradschaf- Antifaschisten, Verhören. Über die An- dass die Landesregierung es dem höchs-
ten“ agieren als unmittelbare Nachfolge- wälte der Neonazis gelangen diese – per ten Gerichtspräsidenten des Landes und
organisationen der in den neunziger Jah- Akteneinsicht – zu neuem Material zu- dem Landtagsausschuss gleichtun möge.
ren verbotenen Neonazigruppen nahezu gunsten ihres Anti-Antifa-Terrors. Gleich- Dies erscheine notwendig, da sich eine
ungehindert. Mittels ihrer Aufmärsche zeitig blieben im Raum Aachen Gesetzes- Resignation breit mache, „nach dem Mot-
konnten sie schon große Ortsgruppen in verstöße der Neonazis ohne Strafverfol- to: Münster kann entscheiden, was es will,
vielen Städten und Orten neu aufbauen. gung. Karlsruhe hebt es wieder auf.“ Es werde
Auch rechte Gewalt nimmt zu. Anderer- Warum richten sich Polizei und Justiz bereits im Vorfeld fast jeder Naziprovoka-
seits wurden Jugendliche, die gegen die nicht nach den Voten des Landtages und tion der Versuch unterlassen, mit den Mit-
Nazis demonstrierten, von der Polizei in nach den Entscheidungen des Obersten teln des Verbots gegen die Nazis vorzuge-
Kesseln zusammengepfercht. Sie sind Verwaltungsgerichts des Bundeslandes? hen. Es habe keinen Zweck, sagen Poli-
bisher nicht rehabilitiert worden. Das fragen sich die Antifaschisten immer zeipräsidenten und Landräte. Sie haben
Seit dem Desaster mit dem „Frei- wieder. Polizeipräsidenten und Landräte leider erfahren, dass der Innenminister sie
spruch“ der NPD in Karlsruhe erlebt die bleiben untätig und verweisen auf die im Stich lässt.

: antifaschistische nachrichten 17-2003 7


Anders als die OVG-Rechtssprechung ge, Kruzifixe und Tucholsky-Zitate. Wa- 20. 9. 03 vor – , so erwarten die nord-
und Landtagsmeinung behauptete das rum dürfen nur Bayerns Bürger Karlsruhe rhein-westfälischen Antifaschisten „von
Landesinnenministerium in einem Schrei- kritisieren, nicht aber auch die Nordrhein- der Politik“, wie es heute immer so schön
ben an die VVN-BdA: „Entscheidungen Westfalens?“ heißt, dass sie endlich mehr tut, als auf
des BverfG sind unanfechtbar. An seine Doch leider nimmt der NRW-Innenmi- eine verunsicherte Polizei zu verweisen
Rechtssprechung sind alle übrigen Staats- nister in Sachen Neonazis nicht mal die und sich mit den unsäglichen Entschei-
organe gebunden. Insoweit steht es dem eigenen Entscheidungen und die seiner dungen des Bundesverfassungsgerichtes
Innenministerium Nordrhein-Westfalen Innenministerkollegen ernst. Von 1992 in dieser Frage herauszureden. Jupp An-
nicht zu, Entscheidungen des Bundesver- bis 1995 wurden einige rechte Gruppie- genfort: „Die Landesregierung muss han-
fassungsgerichts zu werten.“ rungen durch die Innenminister, auch deln, will sie nicht schweren Ansehens-
Parallel dazu wurden VVN-Aktivisten durch den NRW-Innenminister verboten. verlust hinnehmen. Denn diese Wehr-
im Bundesverfassungsschutzbericht 2002, Doch die Führer dieser verbotenen Grup- machtsausstellung wird auch ein landes-
der im Mai 2003 von Minister Schily vor- pen stellen sich an die Spitze von offen- politisches Ereignis werden; - schließlich
gestellt worden ist, als Verfassungsfeinde kundigen Nachfolgeorganisationen – und wird die Dortmunder Ausstellung die letz-
dargestellt, weil sie gewagt hatten, das sie können ungehindert von der Polizei te in NRW sein. Zudem werden italieni-
Bundesverfassungsgericht zu kritisieren, agieren. Das nennt das Landesinnenmi- sche und griechische Opfer der Wehr-
das die drei Richter gewähren lässt, aber nisterium dann – so in dem Brief an die machtsverbrechen gerade am 20. Septem-
nicht zu einem Spruch gegen die NPD VVN-BdA – „konsequente Durchsetzung ber und in den Wochen danach der 60.
und andere Neonazis gelangt. In dieser der Verbote von ANS, NO und FAP“ (Ak- Wiederkehr des Tages gedenken, an de-
Kritik komme eine verfassungsfeindliche tionsfront Nationaler Sozialisten, Natio- nen Tausende ihrer Landsleute von Wehr-
Absage an die Unabhängigkeit der Justiz nalistische Offensive, Freiheitliche Arbei- machtssoldaten ermordet wurden.“ Es
zum Ausdruck. terpartei). Es lägen keine Erkenntnisse dürfe nicht sein, dass dieser Jahrestag
Jupp Angenfort, Landessprecher der vor, dass Strukturen dieser rechtsextre- durch den Aufmarsch von Neonazis ge-
VVN-BdA in NRW, dazu: „Wir erinnern mistischen Vereine existieren. Angenfort: schändet werde. „Es sollte möglich sein,
uns noch sehr gut daran, wie bayerische „Diese Strukturen sind doch Woche für so wie am Gedenktag 27. Januar, an dem
Landesregierungen und andere Kreise ge- Woche in diesem Lande zu besichtigen.“ den Nazis nachhaltig die Aufmärsche ver-
gen Urteile des Bundesverfassungsgerich- Was die angedrohten Aufmärsche der boten wurden, auch am Gedenktag 20.
tes – Urteile und keine Eilentscheidungen Neonazis gegen die Wehrmachtsausstel- September zu handeln.“
dreier Herren! – das Volk auf die Straße lung in Dortmund ab September anbe- Ulli Sander
riefen, in Sachen Abtreibung, Ostverträ- langt – es liegt eine Anmeldung für den Landessprecher VVN-BdA NRW ■

Seit Jahren wehrt sich die


Stadt Wunsiedel mit Verbots-
verfügungen gegen den jährli-
Hält das Verbot des Heß-
chen Neonazi-Aufmarsch zum
Gedenken an Hitler-Stellvertreter Ru- Gedenkmarsches?
dolf Heß. Und mit ebensolcher Regel-
mäßigkeit hob der bayerische Ver-
waltungsgerichtshof danach diese
Verfügung auf – die Neonazis konn-
ten kommen.

Die beabsichtigte Meinungskundgabe


sei noch keine strafbare Verherrlichung
des Nationalsozialismus, die eine Unter-
sagung rechtfertigen könnte, argumen-
tierte der VGH zum Beispiel im Jahr
www.arbeiterfotografie.com

2002. Das Verwaltungsgericht Bayreuth


hatte mit dieser Begründung die Kund-
gebung untersagt und geltend gemacht,
dass so der „Werteordnung des Grund-
gesetzes zuwider gehandelt werde und
die öffentliche Ordnung gefährdet sei“.
Info:

In diesem Jahr aber schafften die


Wunsiedeler es: Bayerns oberster Ver-
waltungsgerichtshof (VGH) bestätigte
die Entscheidung des Verwaltungsge-
richts Bayreuth: die für den 16. August Heß-Gedenkmarsch im August 2002 – das bleibt der Gemeinde wohl dieses
geplante Gedenkkundgebung bleibt ver- Mal erspart
boten.
Dass der VGH so entschied, hatte für VGH-Sprecher. Dieser habe nur „sub- Verfassungsgericht anzurufen, stand bei
die Richter allerdings rein prozessuale jektive Sichtweisen zur Person Rudolf Redaktionsschluss noch nicht fest.
Gründe. Es gibt neue Vorschriften in Be- Heß“ vorgebracht, nicht „rechtlich rele- Im brandenburgischen Wittstock dür-
schwerdeverfahren: Der VGH prüft nur vante Gesichtspunkte“, die der Entschei- fen Alt- und Neonazis nach einer Ge-
noch die Fehlerhaftigkeit der Verwal- dung des Verwaltungsgerichts hätten richtsentscheidung jedoch am Wochen-
tungsgerichtlichen Entscheidung, nicht entgegengesetzt werden können. ende mit einer Kundgebung an Heß er-
mehr den Sachverhalt. „Der Veranstalter Wieweit es möglich ist, gegen die innern.
war also in Begründungszwang“, so ein Entscheidungen jetzt noch das Bundes- Quelle: FR 9.8.2003 - u.b. ■

8 : antifaschistische nachrichten 17-2003


Attac-nahe Zeitung in Polen als
Sprachrohr für Horst Mahler
Einer der bekanntesten Vertreter legitimieren könne. Das bei einem Zu- von Attac Polska 2001 auf die Verbin-
der extremen Rechten in Deutsch- sammenbruch der globalen Wirtschaft dungen von Attac-Führungspersonen zur
land, Horst Mahler, hat jetzt in Po- entstehende Chaos begrüßt er als Chan- extrem-rechten Szene hin. Wesentliches
len ein Medium gefunden, das seine völ- ce, Linke und Rechte würden sich verei- Scharnier ist „Obywatel“, die mit der
kisch-nationalistischen Vorstellungen in nigen, um an der Seite der Deutschen die Veröffentlichung linker wie rechter Posi-
die Öffentlichkeit trägt. schwierige Situation zu meistern. tionen einer Querfrontstrategie folgt, wie
Es handelt sich um das Magazin Es ist kein Ausrutscher, dass die polni- sie von neu-rechten oder nationalrevolu-
„Obywatel“ (Der Bürger), das dem pol- sche Zeitschrift „Obywatel“ Horst Mah- tionären Strömungen der extremen
nischen Flügel von Attac nahe steht, Rechten propagiert wird.
bzw. von der Öffentlichkeit in Polen als Die Querfrontstrategie sieht öffentli-
Attac-Organ aufgefasst wird. Horst Mah- che Diskussionen mit Linken vor, gesell-
ler, einst wegen RAF-Mitgliedschaft in- schaftliche Diskurse zu besetzen (wie die
haftiert, ist radikaler Antisemit und seit Globalisierungskritik), und die „anti-
einem halben Jahrzehnt in rechtsextre- Systemkräfte“ zu bündeln.
men Strukturen aktiv. Er möchte rechte Innerhalb Attac Polska gibt es offen-
wie linke Kräfte zu einem nationalen sichtlich nicht die Kräfte für einen Rich-
Aufstand gegen das ‚liberal-kapitalisti- tungswechsel. Es ist nicht das erste Mal,
sche System‘ sammeln. Einen von Horst dass die extreme Rechte anhand von An-
Mahler geplanten provokativen öffentli- tisemitismus, Anti-Amerikanismus und
chen Auftritt im ehemaligen Konzentra- vorgeblicher Kapitalismuskritik einen
tionslager Auschwitz haben die deut- Anknüpfungspunkt zur globalisierungs-
schen Behörden gerade unterbunden. kritischen Bewegung sucht. „Ein Ge-
Jetzt liegt es bei den großen Attac-Orga- währenlassen von Rechtsextremen in der
nisatonen, vor allem in Frankreich und globalisierungskritischen Bewegung
Deutschland, für Klarheit im Umgang schadet nicht nur international dem An-
mit der polnischen Attac-Führung zu sor- sehen von Attac, sondern allen emanzi-
gen. patorischen Bewegungen, die sich kri-
Der Titel von Mahlers Artikel in lers Vorstellungen, mit denen er in tisch mit den sozialen und politischen
„Obywatel“ lautet: „Globalisierung als Deutschland weitgehend isoliert ist, Verhältnissen auseinandersetzen,“ sagt
das höchste Stadium des Imperialismus ohne jegliche kritische Stellungnahme Ulli Jentsch vom Antifaschistischen
verlangt ein Wiedererwachen der deut- sechs Seiten einräumt. Auch in anderen Pressearchiv.
schen Nation“. Darin heißt es u.a., das Ausgaben wird in „Obywatel“ zum ge- Pressemitteilung, Berlin, 29.7.2003
‚Deutsche Reich‘, zur Zeit nicht funkti- meinsamen Kampf von links und rechts Stowarzyszenie „NIDGY WIECEJ“
onsfähig, aber existent, solle ein wesent- gegen das „System“ aufgerufen; über „NEVER AGAIN“ Association, Warszawa
licher Faktor sein, um US-Imperialismus Autoren von „Obywatel“ reichen die Antifaschistisches Presse-Archiv und
und Globalisierung zu blockieren. Die Verbindungen in das gesamte extrem- Bildungszentrum e.V., Berlin
unvermeidliche Krise der USA sei die rechte Spektrum Polens. Brisant dabei: Antifaschistisches Infoblatt, Berlin ■
„Stunde von Deutschland“, das zum die Redaktion wird zum Teil von Füh-
„Herzen Europas“ werde. Die „Verpflan- rungs- bzw. Gründungsmitgliedern von apabiz e.v. - antifaschistisches pres-
zung von kulturell unterschiedlichen Na- Attac Polska gestellt. se-archiv und bildungszentrum berlin
tionalitäten“ nach Deutschland sei ein Die polnische antifaschistische Verei- e.v., lausitzer str.10, 10999 berlin
US-Plan, der eine NATO-Intervention nigung „Nidgy Wiecej“ wie auch andere tel/fax 0049-030-6116249
wegen provozierter ethnischer Konflikte KritikerInnen weisen seit der Gründung ww.apabiz.de

Mehrfach schon musste sich At- sierungskritik und einer rechten und des-
tac mit rechten Tendenzen inner- Mitglieder von Attac- halb auch primär antiamerikanischen
halb des Netzwerks oder mit
Frankfurt im Bündnis mit „Globalisierungskritik“ zusammen. Dass
versuchten Einflussnahmen rechter die „Freien Wähler“ sich dem Bürgerbe-
und rechtsradikaler Gruppen ausei- rechtsradikaler Wähler gehren überhaupt anschließen konnten,
nandersetzen. „Globalisierungskritik“ initiative - medico inter- war ein schwerer politischer Fehler nicht
ist nicht per se und nicht allein ein nur von Attac-Frankfurt, sondern auch al-
emanzipatorisch-demokratisches Pro-
national fordert umge- ler anderen Beteiligten; die Jungsozialis-
jekt, sondern auch ein Feld, auf dem hend Konsequenzen ten haben sich deshalb vom Bündnis zu-
nationalistische und rassistische Kräfte rückgezogen, andere Gruppen sich ihm
versuchen, die sozialen Proteste ge- gar nicht erst angeschlossen.
gen neoliberale Politik für ihre Ziele gerbegehren gegen Cross-Border-Leasing Seit Wochen fordern viele Mitglieder
einzuspannen. in Frankfurt. Keineswegs zufällig kom- von Attac-Frankfurt und die Mehrheit des
men im Widerstand gegen das Cross-Bor- Koordinierungs- und Sprecherkreises des-
Jüngstes Beispiel dafür ist die Teilnahme der-Leasing die radikal unterschiedlichen halb den sofortigen Ausschluss des BFF
des rechtsradikalen und rassistischen Bür- Motive einer auf die Verteidigung und aus dem Bürgerbegehren gegen Cross-
gerbündnis für Frankfurt - Freie Wähler Durchsetzung demokratischer Rechte und Boarder-Leasing bzw. alternativ den
(BFF) an dem von Attac initiierten Bür- soziale Gerechtigkeit gerichteten Globali- Rückzug von Attac-Frankfurt aus dem

: antifaschistische nachrichten 17-2003 9


Bündnis. Als Mitbegründer des Attac- land erfahren und sich in ihre neue Heimat der der Zuwanderer wie der der Unterstüt-
Netzwerks in Deutschland und im Attac- eingebunden fühlen.“ Der Antrag schließt zungsempfänger. Und weil „Frankfurts
Rat vertretene Mitgliedsorganisation mit mit dem Satz: „Alle Feierlichkeiten eines Zukunft Wurzeln braucht“, muss „der Ge-
Sitz in Frankfurt schließt sich medico in- 3. Oktober enden mit dem Absingen der brauch, die Pflege und der Schutz der
ternational dieser Forderung nachdrück- deutschen Nationalhymne“ (www.bff-im- deutschen Sprache in der Stadt Goethes
lich an. Weil nun aber andere Mitglieder roemer.de/Andere_NR_688.pdf). höchsten Rang haben. Magistrat und
des Koordinierungs- und Sprecherkreises Die Herstellung eines nationalen „Zu- Stadtverwaltung haben dafür eine beson-
von Attac-Frankfurt den längst überfälli- sammengehörigkeitsgefühls“ durch Pfle- dere Verantwortung und müssen mit gu-
gen Bruch mit dem BFF bis jetzt verhin- ge des nationalen Liedguts fügt sich in tem Beispiel vorangehen. Der inflationäre
dern konnten, sehen wir uns gezwungen, eine Lokalpolitik, deren Kern ganz analog Gebrauch unsinniger Anglizismen in öf-
uns in gebotener Ausführlichkeit an das „die Stärkung des städtischen Gemein- fentlichen Schriftstücken der Stadtverwal-
gesamte Netzwerk zu wenden. Wir beru- schaftsgeistes“ ist, „auch bei und zwi- tung und des Magistrats ist zu beenden.“
fen uns dabei auf das Selbstverständnis schen unterschiedlichen sozialen Grup- (http://www.bff-im-roemer.de/Wahl-
von Attac, in dem es unter Punkt 1 aus- pen. Weder die Leistungsfähigen noch die programm_2001.pdf).
drücklich heißt: Bedürftigen dürfen aus der Pflicht für die Hier wird trotz aller taktischen Manö-
„Für Rassismus, Antisemitismus, Gemeinschaft entlassen werden.“ Bei ver deutlich, wie nationalistische Politik
Fremdenfeindlichkeit, Chauvinismus wem das BFF da anfangen will, verrät sich „globalisierungskritisch“ stilisieren
und verwandte Ideologien gibt es schon der nächste Passus des Wahlpro- kann. Sichtbar wird allerdings auch, und
keinen Platz.“ gramms: „Der trügerischen, lediglich zu darauf kommt es uns an, wie sich eine re-
Die rassistische und chauvinistische unkontrollierbaren finanziellen Verpflich- aktionäre und eine emanzipatorisch-de-
Ausrichtung der „Freien Wähler“ ist ih- tungen führenden Parole von der ,Sozia- mokratische Globalisierungskritik unter-
rem Programm wie den Anträgen und Äu- len Stadt’ stellen wir unsere Vorstellung scheiden: zuerst in der Wahrnehmung des-
ßerungen ihres Stadtverordneten Hübner von der ,Schützenden Stadt’ entgegen. Ih- sen, was an der gegenwärtigen Form der
deutlich zu entnehmen, auch wenn sie im ren Bewohnern Schutz vor äußeren und Globalisierung eigentlich problematisch
Unterschied zu offenen Rassisten Wert inneren Gefährdungen zu geben - das war ist, und dann in der Art und Weise, das je-
auf einen eher bürgerlich-konservativen und bleibt die wichtigste Aufgabe des Ge- weilige Problem anzugehen: Stellen wir
Auftritt legen. Deshalb fordert das BFF meinwesens. Diesen Schutz zu organisie- die soziale, stellt das BFF die nationale
nicht umstandslos „Ausländer raus!“, son- ren und zu gewährleisten - das ist die Frage. Dazwischen aber – das ist jeden-
dern reicht im Römer scheinbar gänzlich wichtigste Aufgabe der Politik auch in falls unsere Position – gibt es keine Ver-
anderen Sinnes am 16.7.2002 einen An- Frankfurt.“ Deshalb sollen „alle freiwillig mittlung. Im Grundsatz nicht, und in kei-
trag ein, der mit dem Satz „Frankfurt gewährten, also nicht rechtlich vorge- nem einzelnen Fall. Denn am Cross-Bor-
braucht ein Amt für Integration und Zu- schriebenen Unterstützungsleistungen der der-Leasing, um den Einzelfall aufzugrei-
wanderung“ überschrieben ist. Ziel des Stadt (...) auf den Prüfstand“. Auf den ge- fen, besteht das Problem nicht darin, dass
Antrags ist aber nicht dessen Einrichtung, hören konsequenterweise dann auch die die Stadt mit einem amerikanischen Kon-
sondern die entsprechende Umbenennung Bezieher solcher Unterstützungsleistun- zern handelseinig werden will, sondern
des schon seit Jahren existierenden „Amts gen: „Als Maßnahme gegen den Miss- dass überhaupt ein öffentliches Gut - die
für multikulturelle Angelegenheiten“. Mit brauch von Unterstützungsleistungen wie U-Bahn - privatisiert und vermarktet wer-
dem Namenswechsel soll sich Frankfurt - auch gegen die Korruptionsgefahr in den den soll.
so wörtlich im Antrag - von „ideologi- Sozialbehörden (!) wird eine mit besonde- Sagen wir es offen und unmissver-
schen Projekten und Wunschvorstellun- ren Vollmachten ausgestattete Abteilung ständlich: Gerichtsverwertbare Nachwei-
gen“ verabschieden, die sich die „deut- ,Sozialkontrolle’ eingerichtet.“ Unter de- se von manifestem Rassismus und Chau-
sche Stadt mit dem höchsten Ausländer- ren Zuständigkeit fällt dann auch die vinismus liefert das hier in seinen ent-
anteil“ nicht leisten könne: „Auch das Überwachung der Umsetzung des nächs- scheidenden Zügen zitierte Programm der
neue Bundesamt für Migration und ten Ziels der „Schützenden Stadt“: „Bei „Freien Wählern“ nicht – zu sehr ähnelt es
Flüchtlinge vermeidet nicht grundlos den arbeitsfähigen Unterstützungsempfän- Positionen, die sich zunehmend auch in
theoretisch wie praktisch nicht länger gern, die keine Kinder betreuen oder der sog. „politischen Mitte“ durchsetzen.
haltbaren Begriff des ,Multikulturalis- Kranke pflegen, ist die gesetzlich veran- Attac aber entscheidet nicht als juristi-
mus’“ (http://www.bff-im-roemer.de/An- kerte Arbeitspflicht unter dem bereits in sches Gremium, sondern allein auf der
dere_NR_688.pdf). Frankfurt geltenden Motto ,Arbeit vor So- Grundlage des eigenen politischen Selbst-
Wohin die Reise geht ist einem am sel- zialhilfe’ durchzusetzen.“ Geht es doch verständnisses als Netzwerk für globale
ben Tag eingegangenen zweiten Antrag zu darum, „nahezu jeden Unterstützungs- Demokratie und globale soziale Gerech-
entnehmen, mit dem sich die „Freien empfänger in geeigneter Weise einzuset- tigkeit. Gerade die besondere Bedeutung
Wähler“ für eine angemessene Würdi- zen.“ Mit den im Rückgriff auf die sozial- der Initiative gegen das Cross-Border-
gung des deutschen Nationalfeiertags ein- kontrolliert durchgesetzte Arbeitspflicht Leasing als einer Möglichkeit, demokrati-
setzen: „Der überwältigende Empfang der eingesparten Geldern kann dann wieder- sche Globalisierungskritik auch im loka-
deutschen Fußball-Nationalmannschaft um der städtische Schutz verstärkt wer- len Raum erfahrbar und durchsetzbar zu
(...) hat gezeigt: Viele Deutsche der jun- den: „Um die Sicherheit der Bürgerschaft machen, verlangt jetzt die klare und un-
gen Generation sind willens zu fröhlicher auch außerhalb personell oder technisch missverständliche Verteidigung und Um-
und positiver Bezugnahme auf ihre natio- ausreichend überwachter Stadtzonen zu setzung des Grundkonsenses, auf dem die
nalen Symbole – ein Meer schwarz-rot- erhöhen, sind verstärkt hilfspolizeiliche unterschiedlichen Mitglieder und Mit-
goldener Fahnen hat es dokumentiert“. Fuß- und Fahrradstreifen einzusetzen. gliedsorganisationen von Attac ihre Ge-
Doch soll das „Bewusstsein nationaler Enge Kontakte zu den Bewohnern ihrer meinsamkeit gründen. Und von dort her
Verbundenheit (...) nicht nur bei sportli- Bezirke sollen die Probleme im Ansatz er- ist der Ausschluss des BFF aus dem Bür-
chen Erfolgen“, sondern „ebenso bei Da- kennen lassen, damit rechtzeitig vorbeu- gerbegehren gegen Cross-Border-Leasing
ten und Ereignissen von geschichtlich- gend agiert werden kann. Für je 25.000 bzw. alternativ der Rückzug von Attac-
symbolischer Bedeutung“ gefeiert wer- Einwohner sollten je zwei ,Ortsteilpolizis- Frankfurt aus diesem Bündnis zwingend
den. Denn „Das ist auch der Integration ten’ eingesetzt werden, die ständig einen geboten.
von Zuwanderern dienlich. Denn gerade bestimmten Bezirk betreuen und dort ver- Thomas Seibert, medico international, Tel:
diese sollen an diesem Tag von dem Zu- traut sind.“ Auch das dient – ein Schelm, 069/94438-36, Fax: 069/436002, eMail:
sammengehörigkeitsgefühl in Deutsch- wer Böses dabei denkt - der Integration, seibert@medico.de ■

10 : antifaschistische nachrichten 17-2003


: ausländer- und asylpolitik
dass wir uns nicht verteidigen, wenn wir
angegriffen werden, sondern dass wir uns
Abschiebelager Fürth schließen! wie gezähmte Tiere verhalten, die nur ge-
horchen dürfen und sich vor ihrem Her-
Weg mit allen (Abschiebe-)Lagern! ren ducken.
Schluss mit Abschiebungen!
Aufruf zu Aktionstagen vom 11. bis 14. kriminalisieren uns die Gesellschaften, Abschiebung ist Menschenrechtsver-
September 2003 in Fürth/Nürnberg deren Reiche die Strukturen unserer Ge- letzung, ein Verbrechen. Die deutschen
Die Flüchtlingsfrage kann nur aus einem sellschaften und unsere Identitäten zerstö- Behörden müssen zur Verantwortung ge-
Blickwinkel verstanden werden, der die ren, und sie werfen uns in Gefängnisse, zogen werden für die Folgen dieser Ab-
koloniale Struktur der Unterdrückung, wo sie doch die Leute sind, die diese Ver- schiebungen und der Abschiebe-Drohun-
Ausgrenzung und Gewalt einschließt. brechen von Anfang an begangen haben. gen, die oft zu völliger Verzweiflung und
Flüchtlinge werden oft unter dem Aspekt Aufgrund der immer repressiveren Mi- Frustration geführt haben. Sie müssen zur
„Rasse“ gesehen (aus armen Ländern, in grationskontrollen beginnt diese Be- Verantwortung gezogen werden für die
denen Schwarz oder Mestizen leben). Zu schneidung unserer Bewegungsfreiheit Repression und für den Tod von Flücht-
Beginn des Kolonialismus, als die Wei- durch Polizeikontrolle und Polizeibrutali- lingen und MigrantInnen hier in Deutsch-
ßen AfrikanerInnen, IndanerInnen, etc. tät jetzt in unseren eigenen Ländern, wo land und unmittelbar nach der Abschie-
„entdeckten“, wurden diese in Zoos ge- die Polizei vor Ort Geld aus Europa er- bung, sowie für das Einsperren, die Ver-
sperrt und quer durch Europa geschickt, hält, um den Wunsch der Leute, ein besse- folgung, die Folter und den Tod von de-
um wie exotische Tiere begafft zu wer- res Leben zu suchen zu kriminalisieren nen, die abgeschoben wurden.
den. Die Realität heute ist nicht sehr an- und sie einzusperren. Falls wir es schaf- Auch nach so vielen Jahrhunderten ko-
ders. Flüchtlinge werden in Flüchtlings- fen, durch die zunehmend rigiden und lonialistischer und kapitalistischer Aus-
brutalen Kontrollen der beutung unserer Reichtümer und der
Festung Europa zu Menschen, nach so vielen Massakern,
kommen, werden wir unterdrückerischen Regimes und Folter
sofort als Terroristen kämpfen wir immer noch, sowohl in un-
und Kriminelle angese- seren Heimatländern als auch hier, da-
hen, und unsere Ab- rum, diese Ungerechtigkeit ein für alle
schiebung wird vorbe- mal umzustürzen! Wir sind immer noch
reitet, noch bevor sie da, wir sind immer noch stark, und wir
unsere Namen kennen haben immer noch unsere Würde! Egal
oder sogar von unserer wo wir sind, unser Widerstand - geerbt
Existenz wissen. Die von so vielen Generationen, die vor uns
bürokratische Maschi- für unsere Befreiung gekämpft haben und
ne der Ungerechtigkeit gestorben sind - geht weiter und wird
arbeitet weiter, und wir nicht besiegt werden!
bleiben Menschen und Wir rufen alle Flüchtlinge, MigrantIn-
Kulturen ohne Gesicht nen und fortschrittlichen Menschen dazu
und ohne Rechte, nur auf, zusammenzukommen und zu zeigen,
einfache Objekte, die dass eine andere Welt möglich ist und
heime wie Markersdorf in Thüringen oder angestarrt werden und über die geredet dass Solidarität, Gerechtigkeit, Ge-
Eisenhüttenstadt in Brandenburg ge- wird, als wenn wir noch immer in den schwisterlichkeit und Freiheit mehr sind
steckt, die weit entfernt sind von allen Menschen-Zoos wären, die vor Hunder- als bedeutungslose Schlagworte – anders
Möglichkeiten der Integration in die Ge- ten von Jahren für uns gebaut worden wa- als die Worte der Mächtigen.
sellschaft. Sie werden ausgeschlossen und ren. Wenn wir abgeschoben werden, wer- Bewegungsfreiheit jetzt! Schließt alle
marginalisiert und nur mit Neugier (oder den wir zurückgeschickt in die Länder, Abschiebelager und Abschiebeknäste!
vielleicht weniger Hass) angesehen, wenn die zerstört und jeglicher Zukunft beraubt Schluss mit den Abschiebungen und
sie einige Aspekte ihrer kulturellen Identi- wurden, was anfing, als die Europäer un- Residenzpflichtbeschränkungen für
tät zur Schau stellen (Kleidung, Musik, sere Länder erreichten und anfingen, sie Flüchtlinge in Deutschland!
Tanz, etc.). Wenn etwas getan werden im Namen der Religion und des Profits zu Wo auch immer es Repression gibt,
muss, um diese inhärente Ungerechtigkeit „entdecken“. Genauso wie heute. Und ge- werden wir da sein! Keine Ungerechtig-
zu bekämpfen, dann sieht der nau wie zu Beginn des Kolonialismus keit ist sicher vor unserem Widerstand!
Europäer/die Europäerin die Flüchtlinge werden wir behandelt wie Tiere, die die Karawane for the rights of refugees
als jemanden, dem/der geholfen werden sogenannten Ideale der Europäer nicht and migrants in Germany.
muss. Wenn der Stiefel der Unterdrü- wert sind - Freiheit, Brüderlichkeit und The VOICE Refugee Forum, Jena.
ckung auf dem Rücken der Mehrheit der Demokratie. Wir werden in Käfige ge- E-mail.:voice_mail@emdash.org,
Welt tritt, dann bleibt jede helfende Hand sperrt (entweder Heime, Ausreisezentren www.basicrights.de ■
nur eine Geste, so lange, bis wir den Stie- oder Abschiebeknäste) und sie versuchen, Bisheriges Programm: Donnerstag,
fel der Unterdrückung entfernen. Und es uns klar zu machen, dass wir die Errun- 11.09. nachmittags: Begrüßung der
muss klar sein, dass dieser symbolische genschaften einer sogenannten freien Ge- Menschen im Lager und im Asylheim.
Stiefel auf unserem Rücken die sehr kon- sellschaft mit Demokratie, Bildung, Ge- Anschließend: gemeinsames Auftakt-
krete Situation der Welt darstellt, wo we- sundheitsfürsorge, dem Recht auf Arbeit plenum. Freitag, 12.9. vormittags:
nige reiche Länder in den Händen der und dem Recht auf Bewegung weder hier Kundgebung vor dem Bundesamt für
Konzerne versuchen den Wohlstand noch in unseren eigenen Ländern genie- Migration, mittags: öffentliches Hea-
(menschlich und materiell) des gesamten ßen dürfen. Es wird von uns erwartet, die ring zum Widerstand gegen Abschie-
Planeten zu kontrollieren. Wenn wir ver- Ungerechtigkeit, die uns von unseren Re- belager, nachmittags: verschiedene
suchen, ein besseres Leben, um unsere gierungen und deren Herrschern (USA dezentrale Aktionen. Samstag, 13.9.
Familien zu ernähren, Bildung zu erhal- und europäische Regierungen, WTO, Großdemonstration gegen das Ab-
ten, oder das Recht auf eine vernünftige IMF, Weltbank) auferlegt wurde, zu ak- schiebelager, abends: Open Air Kon-
Gesundheitsversorgung zu erlangen, dann zeptieren. Es wird auch von uns erwartet, zert vor dem Lager

: antifaschistische nachrichten 17-2003 11


24.7.03–bfr/rp. Noch im Au-
gust diesen Jahres will Bay-
erns Innenminister Beckstein in
Zweites bayerisches
der Gemeinde Engelsberg/Obb.
(Landkreis Traunstein) ein neues Spe- Ausreiselager
ziallager für Flüchtlinge eröffnen. Das
Lager soll über 70 Plätze für „schwie-
rige Fälle“ verfügen, es entsteht ne-
geplant, aber erneut gescheitert
ben einer Gemeinschaftsunterkunft Migrationsbeauftragte des Verbands, ist am Widerstand der Gemeinde ge-
für Asylsuchende. Wilhelm Dräxler, als auch die Caritas scheitert.
Traunstein nicht zur Zusammenarbeit Dem für Engelsberg beabsichtigten
Seitens des Engelsberger Bürgermeisters mit der Regierung bereit. Vorhaben, über das zwischen Regierung
Franz Ketzer (CSU) und des Gemeinde- Keine Lagergesellschaft Bayern von Oberbayern, Gemeinderat und Bür-
rats aber gibt es Proteste. Dort wird be- germeister Franz Ketzer (CSU) bereits
fürchtet, dass es sich bei dem neuen La- Bayerischer und Münchner Flüchtlings- verhandelt wurde, erteilte die Kommune
ger um ein Ausreiselager nach dem Mo- rat sowie die Menschenrechtsorganisati- eine definitive Absage, wie heute be-
dell „Fürth“ handeln soll, in dem abge- on res publica lehnen die Errichtung ei- kannt wurde.
lehnte Flüchtlinge durch Verhöre und nes neuen Speziallagers für Flüchtlinge In die dortige Unterkunft sollen nun –
Repressalien zur Ausreise genötigt wer- kategorisch ab. zumindest vorläufig – nur „normaIe“
den sollen. Bayern ist auf dem besten Weg, zu ei- Asylsuchende eingewiesen werden.
Erfolgsmodell Fürth? ner Lagergesellschaft zu werden, in der Dies bestätigte Innenminister Beck-
wehrlose Menschen einer ausgrenzenden stein nach Protesten von Bürgermeister
und mit der Menschenwürde nicht zu Ketzer und dem Gemeinderat Engels-

Angesichts dieser Sachlage erscheint die vereinbarenden Sonderbehandlung un- berg. Nach dem im März diesen Jahres
gestrige Veröffentlichung des bayeri- terzogen werden. gestarteten Versuch, das zweite bayeri-
schen Innenministers über die „Erfolgs- BFR, MFR und res publica appellieren sche Ausreisezentrum in Neuburg an der
bilanz“ des Fürther Ausreiselagers (bis- an die Gemeinde Engelsberg, die Cari- Donau zu errichten, was ebenfalls am
her wählten knapp 50% der dort Einge- tas, alle in der dortigen Asylarbeit Täti- Widerspruch der dortigen Kommune
wiesenen lieber den Weg in die Illegalität gen und alle anderen interessierten Men- scheiterte, ist mit Engelsberg nun schon
als der Einweisung in das Abschiebela- schen, in Engelsberg kein neues Spezial- der zweite Standort für ein Ausreiselager
ger Folge zu leisten) als ein Legitimati- lager für Flüchtlinge zuzulassen. geplatzt.
onsversuch bayerischer Lagerpolitik im Proteste seitens der Kommune führten Der Bayerische Flüchtlingsrat und res
derzeitigen Landtags-Wahlkampf. in Neuburg/Donau im März diesen Jah- publica begrüßen diese Entwicklung, die
Das in Engelsberg geplante Lager res zur Zusage seitens des bayerischen zeigt, dass es Innenminister Beckstein
wird (noch) nicht als „Ausreiseeinrich- Innenstaatssekretärs Regensburger, um offensichtlich immer schwerer fällt, ge-
tung“, so die Behördensprache, bezeich- dessen Wahlkreis es sich hier handelte, eignete Standorte für die von ihm ange-
net. Im Lager Fürth hatten es die Wohl- dass „so lange, wie ich im Amt bin, in kündigten weiteren Ausreiselager in
fahrtsverbände abgelehnt, die im Kon- Neuburg kein Ausreiselager errichtet“ Bayern zu finden.
zept vorgesehene psychosoziale Bera- werde. Bei Engelsberg handelt es sich Auch die Tarnung als „Unterkunft für
tung zu übernehmen, weil es ihren sozia- um den Wahlkreis des derzeitigen CSU- schwierige Fälle“ hat dem Innenministe-
len Grundsätzen zuwiderlief. Bezüglich Fraktionsvorsitzenden Alois Glück. rium nicht geholfen, die weit verbreitete
Engelsberg laufen noch Verhandlungen Errichtung eines zweiten Ausreise- Skepsis gegenüber Ausreiselagern zu
zwischen der zuständigen Regierung von zentrums erneut gescheitert überwinden.
Oberbayern und dem bayerischen Cari- Für weitere Informationen:
tasverband über die Übernahme der Be- 30.7.03–bfr/rp. Inzwischen steht fest: Dagmar Illi, MFR 089/123 900 96
ratung. Sollte sich bewahrheiten, dass in Auch dieser zweite Versuch der bayeri- Florian Dotzler, res publica,
Engelsberg ein Ausreiselager in Betrieb schen Landesregierung, ein weiteres 0179/5486646, Stephan Dünnwald,
genommen wird, sind jedoch sowohl der Ausreiselager in Südbayern zu errichten, bfr 089 / 76 22 34 ■

Aachener Friedenspreis 2003 schwierigen Bedingungen Hilfstransporte in die Westbank


und nach Gaza.
Aachen. Der Aachener Friedenspreis 2003 wird am 1. Sep- Die Initiative Ordensleute für den Frieden (IOF) ist eine
tember 2003 Dr. Reuven Moskovitz und Nabila Espanioly so- Gruppe aus katholischen Ordensleuten, evangelischen wie
wie der deutschen Initiative Ordensleute für den Frieden katholischen Nicht-Funktionsträgern und auch Nichtchristen.
(IOF) verliehen. Seit den Protesten gegen den NATO-Raketenbeschluss vor 20
Seit vielen Jahren engagieren sich der Holocaust-Überle- Jahren engagiert sie sich für Frieden und Abrüstung und the-
bende Reuven Moskovitz und die Palästinenserin mit israeli- matisiert zugleich das kapitalistische Wirtschaftssystem als
schem Pass Nabila Espanioly in der israelischen Friedensbe- Quelle dauernder Ungerechtigkeit und Ausbeutung. Spekta-
wegung und im jüdisch-palästinensischen Dialog. Seit dem kuläre Aktionen zivilen Ungehorsams gehören zu ihren er-
Ausbruch der zweiten Intifada organisieren sie gemeinsam probten Methoden.
mit anderen Gruppen der Friedensbewegung unter oft www.comlink.apc.org/aachener-friedenspreis ■

12 : antifaschistische nachrichten 17-2003


Massenmedien, Migration Erklärung der IPPNW zum
Hiroshima-Tag
und Integration Berlin, den 4. August 2003

Migrationsberichterstattung als Herausforderung Das Gründungs- und Ehrenvorstandsmit-


glied der IPPNW, der Psychoanalytiker
für Journalismus und politische Bildung Horst-Eberhard Richter, kritisiert zum 58.
Tagung der Forschungsstelle C) Islamismus, Terrorismus und ‚Aus- Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hi-
für interkulturelle Studien länderkriminalität“ als Medienthemen roshima und Nagasaki die Politik der USA.
(FiSt) an der Universität zu Dr. Seref Ates, Universität Ankara: Mus- Die im Rahmen ihrer Nationalen Sicherheits-
Köln in Zusammenarbeit mit der Tho- limische Migrant(inn)en in deutschen strategie geplante Entwicklung von einsetz-
mas-Morus-Akademie Bensberg am Medien nach dem 11. September 2001 baren Atomwaffen bedeute nichts anderes
8. November in Köln Prof. Dr. Rainer Geißler, Universität/GH als eine atomare Erpressung der Welt, denn
Siegen: „Ausländerkriminalität“ als Me- sie bedrohe jedes Land mit Gewalt, das die
10.00 Uhr: Eröffnung und Begrüßung dienthema Übermacht der USA gefährde.
durch den Dekan der Erziehungswissen- Moderation: Schahrzad Farrokhzad, Deutschland binde sich in diese Strategie
schaftlichen Fakultät der Universität zu Universität zu Köln (FiSt) ein. Die fortgesetzte Teilhabe eines deut-
Köln, Prof. Dr. Klaus Künzel D) Zuwanderungsgesetzgebung, Frem- schen Tornado-Geschwaders am NATO-Nu-
10.30 Uhr Eröffnungsvorträge denabwehr und Rassismus klearwaffen-Kontingent, die Verteidigungs-
1. Medien, Migrant(inn)en und multikul- Dr. Gudrun Hentges, Universität zu minister Struck mit der zunehmenden Bedro-
turelle Gesellschaft — ein schwieriges Köln: Die Debatte über das Zuwande- hung durch „unberechenbare Staaten mit
Verhältnis. Dr. Gualtiero Zambonini ‚ rungsgesetz in den Medien Atomwaffen“ rechtfertigt, müsse beendet
WDR-Beauftragter für Integration und Prof. Dr. Bernd Scheffer, Universität werden.
Vielfalt München: Medien und Fremdheit: Zwi- Die IPPNW empfindet es als besonders
2. Die mediale Migrationsberichterstat- schen Blauäugigkeit und Zynismus makaber, dass sich ausgerechnet zu den
tung als Herausforderung für die politi- Moderation: Dr. Erol Yildiz, Universität Jahrestagen von Hiroshima und Nagasaki
sche Bildung. Prof. Dr. Christoph Butter- zu Köln (FiSt) Vertreter des Pentagon und des US-Energie-
wegge, Forschungsstelle für interkultu- E) Journalismus, Migration und Integra- ministeriums auf einer Militärbasis in Ne-
relle Studien (FiSt) tion: Welche positiven Ansätze gibt es? braska treffen werden, um die Tests kleiner
Dr. Sabine Jungk, Landeszentrum für Atomwaffen und deren Auswirkung auf das
13.30 Uhr 5 Diskussionsforen (A, B, C, Zuwanderung NRW (LZZ): Beispiele für Atomtestmoratorium zu besprechen. Zuvor
D und E) eine gelungene Medienpraxis hat die Regierung Bush in aller Stille das ein-
A) Migration, Topol und Semantik: Wie Prof. Dr. Hans-Jürgen Weiß, GöfaK Me- zige unabhängige Prüfungsorgan US-ameri-
man über Zuwanderung bzw. Zuwande- dienforschung GmbH, Potsdam/FU Ber- kanischer Atomwaffenpolitik, das beim Ener-
rer spricht/schreibt. lin: Überlegungen zum Verhältnis zwi- gieministerium angesiedelte „National Nu-
Dr. Matthias Jung, Heinrich-Heine-Uni- schen mutter- und deutschsprachigen clear Security Administration Advisory Com-
versität Düsseldorf: Medienangeboten mittee“ (NNSA), aufgelöst.
Reden über Ausländer — Ergebnisse, Moderation: Dr. Gregor Taxacher, Tho- Die Falken in der Politik und unter den US-
Möglichkeiten und Grenzen diskursse- mas-Morus-Akademie Militärs ebnen den Weg zu neuen Atomwaf-
mantischer Ansätze 16.00 Uhr Abschlussreferat fen, wie Bunker-Buster gegen tiefliegende
Dr. Martin Wengeler, Universität zu Wie die Medien und Medienmacher/in- Bunker oder taktische Mininukes mit einer
Köln: Zur historischen Kontinutät von neri dem Thema „Zuwanderung“ (bes- Sprengkraft von unter fünf Kilotonnen TNT.
Argumentationsmustern im Migrations- ser) gerecht werden können, Günter Pie- Dabei widerspricht beides der im Nichtver-
diskurs ning, Ausländerbeauftragter des Berliner breitungsvertrag eingegangenen Verpflich-
Moderation: Prof. Dr. Georg Auernhei- Senats tung, die atomare Abrüstung in bester Ab-
mer, Forschungsstelle für interkulturelle 17.00 Uhr Migrant(inn)en und Medien in sicht voranzutreiben (Artikel VI).
Studien an der Universität zu Köln (FiSt) der Zukunft, Überlegungen des Kölner Horst-Eberhard Richter fordert dazu auf,
B) Migrant(inn)en in der politischen Bil- Kabarettisten Heinrich Pachl laut an die Verbrechen in Hiroshima und
dung: Nur Problem- und Defizitträger? Nagasaki zu erinnern, um eine Wiederho-
Jan Motte, Landeszentrum für Zuwande- Anmeldung: Thomas-Morus-Akade- lung zu verhindern und für eine andere Poli-
rung NRW (LZZ): mie Bensberg, Overather Straße tik einzustehen:
Beispiele für gelungene Bildungsprojek- 51-53, 51429 Bergisch Gladbach, „Es gibt auf der Welt nur eine gemeinsa-
te. Telefon 0 22 04/40 84 72, me Sicherheit in einem Geist der Ebenbürtig-
Berrin Öziem Otyakmaz, Universität Es- Fax 0 22 04/40 84 20, keit und Gleichberechtigung der Menschen
sen: Das Bild der Migrant(inn)en in Me- akademie@tma-bensberg .de und Völker in einer gerechteren Globalisie-
dien und Bildungsinstitutionen, Modera- Veranstaltungsort: Caritas, Internat. rung. Der Kampf für dieses Ziel muss ver-
tion: Carolin Reißlandt, Köln Sozialdienst, Stolzestr. 1a, Köln stärkt werden. Die Millionen in allen Konti-
nenten, die am 15. Februar aufgestanden
sind, beweisen, dass eine große Mehrheit
hinter der Friedensbewegung steht. Diesen
unseren Willen müssen wir wach halten und
damit den gewählten Verantwortlichen noch
viel mehr Druck machen als bisher.“
Internationale Ärzte für die Verhütung
des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10,
10967 Berlin, Tel.: 030-698074-0, Fax:
030-6938166, E-Mail: ippnw@ippnw.de;
Internetseite: www.ippnw.de ■

: antifaschistische nachrichten 17-2003 13


: neuerscheinungen, ankündigungen
DTN
Deutsch-Tschechische
Nachrichten

Anne Dufourmantelle / Philosophie, seine Auseinan- des Paradigmas von Clause-


Antonio Negri dersetzungen mit dem politi- witz, sondern es ging darum, Dossier
N r. 2 Juni 2003

schen und privaten Umfeld, es zu wenden wie einen


Rück- seine Lebenserfahrungen und
Verarbeitung all dessen in
Handschuh. So findet man
das Empire. Heute stellt sich Sudetendeutsche Kapitel

kehr eine politische Theorie.


Ein Beispiel: F wie Fa-
schismus: „ Es gibt Leute, die
uns die Aufgabe, den Krieg
im imperialen Zusammen-
hang neu zu bestimmen. Wie
Studie zu Ursprung und Entwicklung der
sudetendeutschen Anschlussbewegung

Von Emil Hruška

Herausgegeben von der Redaktion


der Deutsch-Tschechischen Nachrichten

Alphabet eines be- behaupten, auch der Faschis- wird heute Krieg geführt?
wegten Lebens mus sei eine Form der Orga- Gegen wen wird heute Krieg
Das Erscheinen von nisierung der Menge. Ich hal- geführt? Was wird heute ver-
Empire II ist angekündigt. te diese Vorstellung für teidigt? Und was unterschei-
Wer sich zur Lektüre des ers- falsch, denn wenn die Multi- det eine weltweite Polizei-
ten Bandes bisher nicht ent- tude faschistisch wird, so, operation, also die Adminis- Vom Henlein-Clan
schließen konnte, dem bietet weil sie darauf beschränkt tration, die Machtausübung
die im Frühjahr dieses Jahres wird, Masse zu sein, einsam im imperialen Raum, von
zum „Sudeten-
in deutscher Übersetzung er- zu sein. Die Menge kann nur dem, was Zeitungen gewöhn- deutschen
schienene Biografie einen faschistisch werden, wenn lich, ,Krieg‘ nennen?“ Freikorps“
weniger aufwändigen, aber man ihre Besonderheit zer- Antonio Negris Analyse
aktuellen Überblick über Ne- stört, die Tatsache, dass sie des globalisierten Kapitalis- Über Ursprung und Entwick-
gris Auffassungen. Die Bio- ein Geflecht von Singularitä- mus, die er zusammen mit lung der sudetendeutschen
grafie oder besser Reflexion ten ist, in dem eine Vielzahl Michael Hardt 2000 unter Anschlussbewegung hat jetzt
über die eigene Biografie ge- irreduzibler Tätigkeiten zu- dem Titel „Empire“ vorgelegt Emil Hruška, Plzen (CR),
schieht anhand von Stichwor- sammenwirken. Der Faschis- hat, ist natürlich mit seiner eine umfangreiche Studie
ten von A bis Z und basiert mus ist immer eine Negation Biografie verbunden. Seine verfasst. Sie trägt den Titel:
auf langen Interviews, die die dieser Potenz, eine Enteig- Thesen zum Übergang der „Sudetendeutsche Kapitel“.
französische Journalistin nung, außerhalb des gemein- kapitalistischen Disziplinar- Dem Autor geht es vor allem
Anne Dufourmantelle nach samen Seins. Jeder Faschist gesellschaft (Fordismus) zur darum, die Gründe für die
dem 11. September 2001 mit schürt den Hass auf Andere, kapitalistischen Kontrollge- Einführung der Begriffe „Su-
Negri geführt hat. Am verherrlicht die Gewalt als sellschaft (Toyotismus) und deten“, „sudetendeutsch“ und
Schluss ist noch ein Interview Mittel gegen alle Widrigkei- die Nachvollziehung dieser „Sudetenland“ und die mit ih-
von Thomas Atzert mit Anto- ten der Welt, verdammt die Entwicklung anhand der Ent- nen verbundenen ideologi-
nio Negri vom Januar dieses Unterschiede, bejubelt eine wicklungen im italienischen schen und politischen Asso-
Jahres angehängt, in dem es Ordnung der Vergangenheit Norden (Lombardei) mögen ziationen und Folgerungen
wesentlich um die Bewertung … Der Faschismus, jeder Fa- gewissen wissenschaftlichen darzulegen. Er kommt zu der
der damals stattfindenden schismus wendet sich als Zer- Ansprüchen nicht immer ge- Auffassung, dass diese Be-
Vorbereitungen auf den Irak- störung gegen die Bewegung nügen. Nur sind solcherlei griffe „nicht einmal ihren un-
Krieg geht. des Lebens, gegen das Glück Ansprüche an eine Biografie mittelbaren Trägern, ge-
Der Stichwortkatalog als und die Vielfalt, die sie be- auch nicht zu stellen. Interes- schweige den jüngeren Gene-
Methode einer Biografie mag gründet.“ santerweise gelingt Negri rationen von Historikern, Pu-
zunächst abschreckend wir- Oder ein anderes Beispiel durch die Methode Frage und blizisten und Studenten aus-
ken, zeigt sich aber geeignet, über den Zusammenhang von Antwort die Darlegung be- reichend bekannt“ sind.
um über kurze Einblicke in Krieg und Empire: stimmter Sichtweisen sogar Eine erschreckende Fest-
das Leben Negris Aufschluss „Nun, im Empire, gibt es prägnanter und nachvollzieh- stellung, wenn man bedenkt,
zu gewinnen über wesentli- keinen Krieg mehr, der Krieg barer, als es im „Empire“ ge- mit welcher Leichtigkeit heu-
che Einflüsse aus Politik und ist zu Ende. Es hat einen lungen ist. te von der politischen Elite
Hauch von Provokati- Wer also sich nicht mit ei- mit diesen offensichtlichen
on, das so zu formulie- ner „aufwändigen Theorie“ Kampfbegriffen umgegangen
ren, aber ich bin tat- auseinandersetzen mag, keine wird. Hruška geht weit in die
sächlich überzeugt, übertriebenen Ansprüche an Geschichte zurück. Nach
dass die alte Form von eine Biografie stellt, der ent- Meinung des „sudetendeut-
Krieg, also National- deckt in dem Büchlein manch schen“ Historikers Heinrich
staat gegen National- interessantes Fragment, was Kuhn, schreibt Hruška, sind
staat, das Leben op- zur Gegenüberstellung mit die Sudetendeutschen als
fern, um die Grenzen den eigenen Lebenserfahrun- Volksgemeinschaft der Deut-
zu verteidigen, den gen reizt, insbesondere wenn schen in Böhmen, Mähren
Einzelnen opfern, um diese eigenen Lebenserfah- und Schlesien in die Ge-
das Volk zu retten, dass rungen auch durch die Ge- schichte eingetreten. Ein an-
dieser Krieg am Ende schichte der Neuen Linken in derer, Franz Jesser, beziffert
ist. Wenn man noch Europa geprägt sind. dieses Ereignis in einem Arti-
einmal die Arbeiten brr ■ kel auf das Jahr 1902. Dieser
Foucaults über den Artikel soll in der Prager
Krieg liest, findet man Antonio Negri / Rückkehr, Zeitschrift „Deutscher Volks-
eine bemerkenswerte Alphabet eines bewegten bote“ im gleichen Jahr veröf-
Antizipation: Es han- Lebens, erschienen im Cam- fentlicht worden sein. Das
delt sich nicht einfach pus-Verlag, (ISBN 3-593- Kuriose an der Sache ist, dass
um eine Umkehrung 37242-8) man diesen Artikel nie gefun-

14 : antifaschistische nachrichten 17-2003


den hat. Bekannt ist lediglich, dass erst Weltkrieges. Es wird sicherlich von den
nach dem Ersten Weltkrieg diese Begrif- Oberen der „Sudetendeutschen Lands-
fe in den politischen Sprachgebrauch im mannschaft“ versucht werden, das Buch
Zusammenhang mit den oppositionellen totzuschweigen. ■
Deutschen in Böhmen, Mähren und
Schlesien eingeführt wurde. Emil Hruška: Sudetendeutsche Kapi-
Der Autor der Studie, ein promovier- tel – Studie zu Ursprung und Entwick-
ter Jurist und bekannter Publizist, glie- lung der sudetendeutschen An-
dert seine Arbeit in fünf Kapitel. Sehr schlussbewegung / GNN-Verlag
ins Detail gehend und mit sehr viel bis- Hamburg, 2003, bf., 124 Seiten,
her unbekannten Fakten untersucht er Herausgegeben von der Redaktion
vornehmlich die Zeit, als die deutschen Deutsch-Tschechische Nachrichten
Nationalsozialisten die deutschen Bür- München /Juni 2003 / Preis 5,00 Euro
ger in diesem Raum für ihre antitsche- Bestellanschrift: GNN Verlag Ham-
choslowakische Politik missbrauchten. burg, Neuer Kamp 25, 20359 Ham-
Die Entstehung des „Kameradschafts- burg, Tel.: 040/4318820, e-mail: gnn-
bundes“ (KB), die Gründung der „Sude- hhsh@hansenet.de
tendeutschen Heimatfront“(SHF) und
die Rolle der „Sudetendeutschen Partei“
(SdP) auf dem Territorium der CSR antifa - neue Zeitschrift,
werden gründlich untersucht. Nicht nur
das. Hruska schildert die verschiedenen alte Bekannte Ernst Antoni und Hans Canjé schreiben,
Strömungen in diesen Organisationen „das sich mit der Eigendarstellung zu-
und den Einfluss der NSDAP. Es wird Berlin. Bereits am 4. Oktober 2002 frieden gibt.“ So finden sich in der aktu-
die Bildung militärischer Verbände, des vereinigten sich die beiden antifaschisti- ellen Ausgabe Beiträge der Lagerarbeits-
sogenannten „Sudetendeutschen Frei- schen Verbände VVN-BdA (West) und gemeinschaft Lichtenberg, der Gedenk-
korps“ berichtet. Auch über die gezielte VVdN-BdA (Ost) auf einer gemeinsam stätte Neuengamme, ein Bericht über In-
Spionagetätigkeit für die Nazis ist eini- durchgeführten Bundeskonferenz: „Mit terbrigadistentreffen der Spanienkämpfer
ges nachzulesen. Die Spionagezentrale dem Zusammenschluss ist mit über am Ebro, ein Interview mit Ulli Sander
der SdP befand sich im bayrischen Selb, 11.000 Mitgliedern die mitgliederstärks- über die Proteste anlässlich des Gebirgs-
in der Franz-Heinrich-Str. 21. Ein Narr, te Organisation von ehemaligen Verfolg- jägertreffen in Mittenwald, ein Rück-
der dabei Böses denkt. Viele der Führer ten, Naziopfern, Widerstandskämpfern blick auf den 30ten Jahrestag des Mili-
dieser Organisationen wurden nach dem und Antifaschisten der nachfolgenden tärputsches gegen Salvador Allende und
Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepu- Generationen entstanden, die den Na- einer auf den 60. Jahrestag der Gründung
blik Deutschland wieder aktiv und grün- men VVN-BdA führt“, heißt es in der des Nationalkomitees Freies Deuitsch-
deten die „Sudetendeutsche Landsmann- Erklärung zur Gründung. land. Hinzu kommen Rezensionen, Ver-
schaft“. Mit der jüngsten August/September- anstaltungshinweise und Seminarankün-
Der Studie ist eine umfangreiche Do- Ausgabe der Zeitschrift „antifa“ hat der digungen.
kumentensammlung beigefügt. Hier ist Zusammenschluß nun auch die Publizis- Die Erscheinungsweise der antifa, die
der Aufruf Konrad Henleins zur Grün- tik erreicht. Erschien die antifa bisher im Berliner Format auf 24 Seiten ordent-
dung der „Sudetendeutschen Heimat- als ein eigenständiges, über Abo vertrie- lich aussieht, liegt mit zur Zeit sechs
front“ zu finden, ebenso wie sein Brief benes Monatsmagazin mit überwiegen- Ausgaben in der Mitte zwischen dem
an Konstantin von Neurath vom 19. No- der Verbreitung in den neuen Bundes- ehemals quartalsmäßigen Erscheinen der
vember 1937, den damaligen Außenmi- ländern, so war die Antifaschistische Rundschau und dem früher monatlichen
nister des Deutschen Reiches. Rundschau ganz als verbandsinterne Erscheinen der antifa.
Das Buch ist eine Fundgrube an histo- Mitgliederinformation der VVN-BdA
rischen Fakten und eindeutigen Bewei- ausgelegt. Auch die „antifa - Magazin Im Einzelbezug kostet die Ausgabe 2
sen für die nazistische Vergangenheit für antifaschistische Politik und Kultur“ Euro und kann über die Redakton be-
der oben genannten sudetendeutschen will ein Verbandsorgan sein, „aber kein stellt werden: Redaktion antifa,
Organisationen während des Zweiten Blatt“, wie die leitenden Redakteure Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin.

Der Herausgabekreis und die Redaktion sind zu erreichen über: Termine:


GNN-Verlag, Zülpicher Str. 7, 50674 Köln Tel. 0221 / 21 16 58, Fax 0221 / 21 53 73. Für den 30. August ruft das „Bündnis Lübeck
email: antifanachrichten@netcologne.de, Internet: http://www.antifaschistische-nachrichten.de Rechts“ zu einer Demonstration unter dem Motto
Erscheint bei GNN, Verlagsges. m.b.H., Zülpicher Str. 7, 50674 Köln. V.i.S.d.P.: U. Bach „Soziale Gerechtigkeit schaffen“ auf. Es handelt
Redaktion: Für Schleswig-Holstein, Hamburg: W. Siede, erreichbar über GNN-Verlag, Neuer Kamp 25, sich um eine Gegenaktion der Rechten zu einer ge-
20359 Hamburg, Tel. 040 / 43 18 88 20. Für NRW, Hessen, Rheinland Pfalz, Saarland: U. Bach, planten Demonstration gegen die Schließung des
GNN-Verlag Köln. Baden-Württemberg und Bayern über GNN-Süd, Stubaier Str. 2, 70327 Stuttgart, alternativen Zentrums, kurz „Walli“ genannt, dass
Tel. 0711 / 62 47 01. Für „Aus der faschistischen Presse“: J. Detjen c/o GNN Köln. der Streichungspolitik der CDU zum Opfer fallen
Erscheinungsweise: 14-täglich. Bezugspreis: Einzelheft 1,30 Euro. soll. Auftaktort für den Aufmarsch soll der Güter-
Bestellungen sind zu richten an: GNN-Verlag, Zülpicher Str. 7, 50674 Köln. Sonderbestellungen sind bahnhof hinter dem Hauptbahnhof sein, wo sich die
möglich, Wiederverkäufer erhalten 30 % Rabatt. Nazis um 10 Uhr treffen und um 11 Uhr losmar-
Die antifaschistischen Nachrichten beruhen vor allen Dingen auf Mitteilungen von Initiativen. Soweit ein- schieren wollen. Ab 9. 30 Uhr: Antifa-Action um
zelne Artikel ausdrücklich in ihrer Herkunft gekennzeichnet sind, geben sie nicht unbedingt die Meinung den Bahnhof und entlang der Naziroute. Achtet auf
der Redaktion wieder, die nicht alle bei ihr eingehenden Meldungen überprüfen kann. weitere Ankündigungen: www.antifa-luebeck.de,
Herausgabekreis der Antifaschistischen Nachrichten: Anarchistische Gruppe/Rätekommunisten (AGR); Annelie anschließend: vielfältige Aktionen in der City gegen
Buntenbach (Bündnis 90/Die Grünen); Rolf Burgard (VVN-BdA); Jörg Detjen (Forum kommunistischer Arbeitsgemein- die Politik der Lübecker CDU, ab 16.00 Uhr: Gro-
schaften); Martin Dietzsch; Regina Girod (VVN - Bund der Antifaschisten); Dr. Christel Hartinger (Friedenszentrum e.V., ße Abschlussdemo vom Koberg durch die Innen-
Leipzig); Hartmut-Meyer-Archiv bei der VVN - Bund der Antifaschisten NRW; Ulla Jelpke; Jochen Koeniger (Arbeitsgrup- stadt zur alternative: Gegen Sozialabbau und Ver-
pe gegen Militarismus und Repression); Marion Bentin, Edith Bergmann, Hannes Nuijen (Mitglieder des Vorstandes der treibung! danach Sommerfest auf der Walli mit
Arbeitsgemeinschaft gegen Reaktion, Faschismus und Krieg–Förderverein Antifaschistische Nachrichten); Kreisvereini- zahlreichen Live-Bands ( www.treibsand.net ),
gung Aachen VVN-BdA; AG Antifaschismus/ Antirassismus in der PDS NRW; Angelo Lucifero (Landesleiter hbv in ver.di nähere Infos: http://www.walli-bleibt.de ■
Thüringen); Kai Metzner (minuskel screen partner); Bernhard Strasdeit; Volkmar Wölk.

: antifaschistische nachrichten 17-2003 15


: aus der faschistischen presse

Auf jeden Fall zu deutsch angelegt, die Debatten zu ersticken und


Junge Freiheit Nr. 33/03 vom Veränderungen zu verhindern.“
8. August 2003 Eins ist für Neujahr sicher: „Als Präsi-
Unter der Überschrift „Zu deutsch für denten aber braucht es einen Mann.“
Deutschland“ veröffentlicht das Blatt ein Und dieser Mann soll nach ihrer Vorstel-
Interview mit dem Bundesvorsitzenden lung der Berliner Theologieprofessor Ri-
der Schlesischen Jugend. Die Düsseldor- chard Schröder sein: „Sein Ausspruch,
fer Gruppe dieses Vereins, die übrigens Deutscher zu sein sei nichts besonderes,
nach Auskunft des Vorsitzenden Chris- aber etwas bestimmtes, weist ihn als auf-
toph Wylezol zu 40% aus „Rheinländern“ geklärten Patrioten aus.“ Mal sehen, wie
besteht, führt alljährlich am 3. Oktober weit Doris Neujahr mit ihrem Mannes-
eine Kundgebung durch mit dem Motto schwarm kommt.
„Breslau, Oppeln und Stettin sind deut- Chefredakteur Dieter Stein war an der
sche Städte wie Berlin“. Der Unterschied Ostsee – mit Sohn. Und dort hat er eine
ist nur, dass in diesen drei Städten die Burg ins Wasser gebaut: „Nur mit zäher
polnische Urbevölkerung einige Jahr- Energie und vereinten Kräften kann dem
hunderte später ermordet oder vertrieben Meer ein Fleckchen Erde abgetrotzt wer-
wurde. den – und plötzlich steht sie doch stolz
or anderthalb Jahren erschien die
Wylezol beklagt, dass weder die Uni-
onsparteien noch die Regierungsparteien
da, die kleine Burg, und hält den Wellen
stand. Nicht viel einfacher stellt es sich V erste Ausgabe der Recherche-
broschüre Fight.Back. Jetzt ist die 2.
ihre Anliegen ernst nähmen und kündigt für diese Zeitung dar ...“ Stein sollte mal
an: „Dabei ist heute allen klar, dass nachsehen, wo seine Sandburg inzwi- Ausgabe erschienen, die sich nicht
Schlesien politisch nie wieder deutsch schen geblieben ist – vielleicht haben wir nur auf den Nordosten Berlins be-
sein wird, dennoch bleibt es unsere Hei- ja mit der Zeitung genauso viel Glück. zieht, sondern weit über die Bezirke
mat, und wir werden weiter gegen jede uld ■ Pankow und Lichtenberg-Hohen-
Form der Entrechtung der Schlesier schönhausen hinaus gerichtet ist.
kämpfen.“ Mit welchen Mitteln, teilt der Zum Beispiel werden diesmal auch
Deutsche Stimme Pressefest die neonazistichen Strukturen in den
42jährige „Jugendliche“, der 1983 von
Polen in die BRD umsiedelte, nicht mit. 2003 Berliner Stadtteilen Treptow und
Doris Neujahr hat einen eigenen Vor- Nach Eigenangaben haben am diesjähri- Moabit beleuchtet.
schlag für einen Bundespräsidenten. Auf gen Pressefest der NPD, das am Wo- In der Broschüre wird aufgezeigt,
jeden Fall ist für sie eins klar: Johannes chenende 9. August im sächischen Mee- dass die einstige plakative Eindeutig-
Rau darf es auf keinen Fall ein zweites rane stattfand, 3800 „Nationalisten“ teil- keit der Nazi-Skinhead-Ästhetik in-
Mal werden, denn: „Rau ist einfach eine genommen. Es seien Besucher aus vielen nerhalb der neonazistischen Szene ei-
Fehlbesetzung, und zwar die schlimmste, europäischen Ländern und den USA und ner breiten Mehrdeutigkeit gewichen
die dem Land in der jetzigen Situation Kanada zugegen gewesen, auch Teilneh- ist. Aktivisten der Anti-Antifa sind
passieren konnte. Sein Lebensmotto mer aus den Reihen der DVU und der vom normalen Lifestyle her kaum
,Versöhnen statt spalten‘ taugt nicht als Republikaner seien gekommen. Der noch zu unterscheiden. Diesem Pro-
politische Handlungsanweisung. Es ist bayerische DP-Vorsitzende Pätzold habe blem geht der Artikel „Der Neonazis
zwar richtig, dass alle Konfliktparteien, ein Grußwort des Parteivorsitzenden neuer Style“ nach. Ein weiterer Arti-
die in demselben Land zusammenleben Kappel verlesen. kel am Ende der Broschüre setzt sich
wollen, deshalb am Ende auch zusam- „Unterbrochen von Auftritten nationa- mit der Frage der „aussteigenden“
menfinden müssen, aber dieser Konsens ler Liedermacher“ redeten Udo Voigt, Neonazis auseinander. Gerade in den
kann erst das Ergebnis von lebhaften De- Baldur Springmann und John Tyndall, letzten Jahren verbreitet sich das
batten und mutigen Entscheidungen sein. der Gründer der British National Party. Phänomen der sogenannten Ausstei-
Der Konsensualismus à la Rau ist darauf Quelle: NPD Website ■ ger aus der neonazistischen Szene
überall und wird medial als wichtige
zivilgesellschaftliche Aktivität ange-
priesen. Die Kritierien und Maßstäbe
BESTELLUNG: Hiermit bestelle ich … Stück pro Ausgabe (Wiederverkäufer erhalten 30 % Rabatt) für einen gelungen Ausstieg werden
O Halbjahres-Abo, 13 Hefte 22 Euro im Artikel „Aussteigen bitte“ kritisch
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O Förder-Abo, 13 Hefte 27 Euro 14-täglich unter die Lupe genommen.
O Jahres-Abo, 26 Hefte 44 Euro Weiterhin bietet die zweite Ausga-
O Förder-Abo, 26 Hefte 54 Euro be der Fight.Back wie gewohnt ein
O Schüler-Abo, 26 Hefte 28 Euro Interview mit unterschiedlichen anti-
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und politisch die Herausgabe der Antifaschistischen Nachrichten (Mindestjahresbeitrag 30,- Euro).
fangreichen Rechercheartikel zu den
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Moabit, einen aktuellen Bericht zur
Name: Adresse:
Situation in Pankow, sowie eine kur-
ze Beschreibung der Situation im
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Westberliner Stateil Rudow.
(aus dem Vorwort zur Broschüre)
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16 : antifaschistische nachrichten 17-2003