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Nr. 30-31 – 21.

Juli 2009 Küche 23

Schweiz ist wichtiger


Handelspartner Spaniens
Das kulinarische Weiterbil-
dungsstipendium für junge Kö-
che wird vom Spanischen Aus-
senhandelsinstitut ICEX orga-
nisiert. Die Handelsabteilung
der Botschaft in Bern sucht je-
weils die Teilnehmer mit sehr
guten Referenzen. Bisher ha-
ben folgende Schweizer diese
Chance erhalten: Gian Durisch
(2007/08), Ralph Schelling, Ga-
bi Bär, Simon Moser (2008/09)
sowie Simon Adam (2009/10).
Die Schweizer sind übrigens
weltweit pro Kopf die grössten
Hinter dem Jungkoch steht ein guter Chef. Daniel Thierwächter (links) ist Küchenchef des Restaurants Schloss Konsumenten spanischer Qua-
Wülflingen in Winterthur, Simon Adam (r.) sein Sous-chef. Sie haben schon früher im Hotel Palace in Gstaad zu- litätsweine. Die Importe haben
sammen gearbeitet. Eine internationale Küche und abends marktfrische A-la-Carte-Menüs ist ihr Programm. sich seit 2002 verdoppelt. 2008
führte unser Land 17,1 Mio. Li-

Vom Schlosskoch
ter spanischen Rotweine und
1,1 Mio. Liter Weissweine in
Simon Adam: Originalabfüllungen ein. Mit
900 vertretenen Weinkellerei-

zum «Spanienkämpfer»
en hat die Schweiz europaweit
das vielfältigste Angebot (welt-
weit nach USA die Nummer 2!).
Quelle: Handelsabteilung der Spanischen
Berufswettbewerbe sind für junge Köche die Chance, sich einen Namen zu schaffen. Das ist Simon Adam Botschaft in Bern. Infos zum Stipendium:
gelungen. Der Sous-chef des Restaurants Schloss Wülflingen in Winterthur, hat bereits einige Trophäen Maria Escudero, Mail: berna@mcx.es,
geholt. Ab August darf der Berner ein Jahr lang die Trendsetter der spanischen Küche kennenlernen. Telefon 031 381 21 71

Simon Adam, der nicht verwandt ses Jahr wird er zum zweiten Mal gesucht worden für ein Weiterbil- nischen Toprestaurants, darunter
ist mit Namensvetter Ivo Adam, am Finale des Swiss Culinary Cups dungsstipendium in Spanien. «Ein auch dem «ElBulli» von Ferran
will nach oben. Der ehrgeizige sein Glück versuchen. Zudem ist Jahr im Ausland zu arbeiten ist ei- Adria, sowie drei berühmten Kon-
Newcomer, der seine Grundbil- er neu Mitglied des Kochkunst- ne Supererfahrung für mich», freut ditoreien. Zum Einstieg unterneh-
dung im «Palace Gstad» bei Hugo teams der Schweizer Armee. sich Simon Adam. «Die spanischen men die Köche aus Europa, China
Weibel erhielt, lässt deshalb keine Köche setzen weltweit Trends. und den USA eine gastronomi-
Gelegenheit aus, sein Talent unter Viel lernen wird Simon Adam Man denke nur an die Tapas oder schen Kulturreise durch alle spa-
Beweis zu stellen. 2007 holte er auch beim nächsten Einsatz. die Molekularküche.» nischen Regionen und besuchen
den Sieg am Kochwettbewerb La Das Programm läuft jetzt im drit- einen Spanisch-Intensivkurs. Die
Cuisine des Jeunes und gewann Er ist nämlich dieses Jahr als einzi- ten Jahr (siehe Kasten). Es besteht Ausbildung ist kostenlos für die
den Hug-Dessertwettbewerb. Die- ger Bewerber aus der Schweiz aus- aus möglichen Praktika in 22 spa- Teilnehmer; sie erhalten eine Ent-
schädigung von 200 Euro monat-
lich sowie Kost und Logis.
Simon Adam wird nach der Ein-
führungsphase ab Oktober fünf
Monate im Restaurant Alkimia bei
Barcelona arbeiten. Küchenchef
Jordi Villa war ein Schüler Adrias.
Anschliessend wird Adam im Res-
taurant Arzak in San Sebastian ar-
beiten, das als fünftbestes Restau-
rant der Welt ausgezeichnet wur-
de. Für «eXpresso» hat der
Sous-chef des Restaurants Schloss
Wülflingen eine von seinem Spa-
nienjahr inspirierte sommerliche
Simons «Dessert loco»: Sorbet mit «Spanische Symphonie»: Loup de mer an einer Pommery-Senf- Rahm- Vorspeise und einen speziellen
Ananas und Basilikum (!), Schoko- sauce mit Risina-Bohnen, Gazpacho andaluz (spanische Nationalspeise), Dessert kreiert (siehe Fotos links).
ladenküchlein und Crème catalane. sowie Gambas Ajillo (in Knoblauch sautierte Riesencrevette). marc.benedetti@gastronews.ch