Sie sind auf Seite 1von 14

Die Liturgie des Theodor von Mopsuestia

Der soeben erschienene sechste Band der Woodbrooke Studies bringt als willkommene Überraschung einen Traktat des Theodor von Mopsuestia über die eucharistische Liturgie im Zusammen- hang eines größerenWerkes, das eine Unterweisung der Katechu- menen über das Nicaenische Bekenntnis, das Vaterunser, die Taufe und den Meßgottesdienst enthält, also eine Parallele zu Kyrills Katechesen bietet. Wie es sich bei dem in Justinianischer Zeit verketzerten Autor fast von selbst versteht, ist das grie- chische Original verlorengegangen. Hrn. Mingana gebührt das Verdienst, eine syrische Übersetzung ausfindig gemacht, er- worben und mit englischer Übersetzung und Einleitung heraus- gegeben zu haben.! Unter den Liturgien der alten Kirche ist uns die des palästinensisch-syrischen Gebiets am besten bekannt. Wir besitzen von ihr Zeugnisse, die in der Mitte des 4. Jahrhun- derts mit Kyrills J erusalemer Katechesen anheben und über das Liturgieformular im 8. Buch der Apostolischen Konstitution, die Zeugnisse des J ohannes Chrysostomus und den Traktat de hierarchia ecclesiastica zu den vollständigen Liturgien der byzan- tinischen und syrischen Kirche führen. In dieser Reihe ist das Werk des Theodor von Mopsuestia ein neues und wichtiges Glied, welches nach seinen Beziehungen zu den übrigen Zeugen gefragt und dem Ergebnis entsprechend in die Entwicklung eingeordnet werden muß. Dieser Aufgabe ist die folgende Untersuchung ge- widmet.

[Sitzungsberichte der Preußischen Akademie der Wissenschaften XXIII, 1933

S.915-936J

1 Woodbrooke Studies. Christian Documentsedited and translated with a critical apparatus by A. Mingana, Vol. VI, Cambridge 1933. Die Handschrift nennt er Cod. Mingana Syr. 561; sie scheint im 17. Jahrhundert geschrieben zu sein. Die Hs. liegt jetzt in der Selly Oak Colleges Library in Birmingham.

72

1. Zur Geschichte der Liturgie

Wir dürfen wohl mit Recht annehmen, daß diese katecheti- schen Unterweisungen der Zeit entstammen, in der Theodor das bischöfliche Amt zu Mopsuestia in Kilikien inne hatte, also 392-428, ohne daß wir Anhaltspunkte zu genauerer Datierung .besäßen. Daß der Verfasser in Antiochia und der theologischen Tradition dieser Stadt aufgewachsen ist, wird durch diese Vor- träge nun auch liturgisch bestätigt. Ich gebe im folgenden zunächst die Stellen, an denen Theodor von den liturgischen Handlungen spricht, die uns also die Re- konstruktion der zugrunde liegenden Liturgie ermöglichen. l

~

1&,0.0

_~~, ~;c

.

L0)., ,

.

lJ

m

~

o

-:JI-xo,

oo

o~J

~

S!l.J

Q

~l

l-~o

i:J.mL~

.~

,.Y::J

oS!l.J

~,I:l

~ l-

1.

(Syr.

p.

222

=

translat.

den

heiligen Gefäßen, der Patene (n{j!a~) und dem Kelch, das zur Darbringung bestimmte Opfer

herauskommt, so müssen wir 2

denken, daß unser Herr Christus herauskommt, indem er zum Leiden geführt wird.

p.

85).

Wenn

nämlich

in

I

~I I~L, IL~

x:lO"

1J

~

~~OI "1~

0'1

I.i:.l.-~ U~

~Y::Jo 1.a.0I ~~b' 1:0 la~~

o

c.9>I,

\.Y::Jo

• .•

0),).,

l;ol:l

9

'.~J'

)Q

CO

"'t"1

:!A-,

/•

lO~ I.~~ ~

::0':::,

L~~~

~OlOll

LA~ oU.=l.o o~ ~o Ho~

",co-.9, I.Ul:s;:)A~~ ,O~ IJOl ~~

~Jl.:o~ L

:co,

J~o~ ~

l.m~

2. (223 = 86).Wir müssen 2 also die Diakonen, wenn sie jetzt das Brot tragen und zum Opfer her- ausbringen, als Abbild der un- sichtbaren Dienstgeister gelten

lassen

gebracht haben, legen sie es auf den heiligen Tisch zur vollkom- menen Erfüllung (nkljewfW) des Leidens (Christi), so daß wir ihn ansehen, als ob er auf dem Tisch wie ins Grab gelegt wäre und sein Leiden nun gelitten hätte. Des- halb liefern diejenigen von den Diakonen, welche Decken über den Tisch breiten, ein Abbild der

Und wenn sie es heraus-

1 Während ich das Manuskript für den Druck fertigsteIlte, erhielt ich durch die Güte des Verfassers eine ganz analoge Arbeit von Hrn. Adolf Rücker, Ritus Baptismi et Missae quem descripsit Theodorus ep. Mopsuestenus in sermonibus catecheticis e versione syriaca ab A. Mingana nuper reperta in linguam latinam transIatus (= Opuscula et Textus, series liturgica ed. cur. Stapper et Rücker fase. H.), Münster 1933. Ich habe die saubere Arbeit dank- bar benutzt. Sodann bin ich Hrn. H. H. Schaeder für freundliche Kontrolle meiner Übersetzung Dank schuldig.

2

So wohl mit Mingana zu lesen statt des "du mußt" der Hss.';:" statt +.

~

~Ol

JLc:U J ~

Die Liturgie des Theodor von Mopsuestia

73

~OlO ./,Ol·~ ~OJ lucn.o

,OOf,

'L

"'~oP )O

Q;>LLI

O~~,

IY::J,

~h ;JJ ~.~Y::JO "'~ ~

oP. ~~O J-

o,~JJ~,~!XOJ

~

.~

~,

)oo\J

~

~

JJ )ote,

9J

"

~oP. I:l

J

~Ol~~L ~~ ~Y::J, .JL~r

li:nro~ " ~Ol'~~ ~ .J~::::l

~o,

;i~

9J-io

J;;ol

.1:l

~;

J OA

Leichentücher durch diese Hand- ~ung. Sobald dieser nun hingelegt 1st, treten sie (die Diakonen) zu beiden Seiten (des Altars) und schlagen die ganze Luft die über d~mheiligen Leichnam 1224 I ist mIt Fächern, und behüten ihn daß nichts ihm nahekomme. '

.3. (Synopsis 204 = 70). (Die DIakonen) haben auch ein Kleid (aXiJp.a), welches der Sache ent- spricht: denn ihr äußeres Gewand

I 205 I ist größer als sie auf die linke Schulter aber lege~sie eine Stola (weaeIOV), und die hängt

nach beiden

herunter.

Seiten gleichmäßig

4. (225 = 87). Dies geschieht, während Schweigen auf allen liegt, weil jedermann, solange der Gottesdienst noch nicht begonnen hat, in Schweigen und Furcht und lautlos stillem Gebet dem Heraus- bringen und Hinlegen dieses aanz

Großen

sehen soll.

und

Wunderbaren 0 zu-

5. (226 = 88). Zuerst kommt ein Gebet, nicht mehr in Schwei- gen, sondern vom Ruf des Diako-

nos angekündigt, der, wie wir wis-

Signal

gIbt fur alles, was in der Kirche

er aber

diesen ge;iliemenden Dienst voll- endet hat und alle mit seiner Stimme erweckt und aufgefordert hat zu den Gebeten, die den kirch-

lic~en Versammlungen (avva~!<;)

geZiemen, während alle in Schwei-

s~n m~ssen, Zeichen und

geschieht

Nachdem

gen dastehen, beginnt der Priester mit der vorgeschriebenen Liturgie und sendet vor allem andern ein

Der

Priester vollendet also das Gebet indem er zuerst dem Herrn be:

kennt (6fwÄoyEirat) mit Dank-

Gebet zu Gott empor

~00l "

~~

J,.;OA ~

;o

J~

~

~~

~Ol

,u ~,~

Jx,;

JLo).?o J~~o ~ 1~::o.a.L

-

J,

0"

).1

0

JJ, J~OOl'

L.or:-

a.,

IJOl'

001'

,l::o

CXl::lO

 

.Oj

::oLo

:::l;

JJ )o~cU

L,.oOl

lLcU

J

)"0"''''0, ~ J,~~, 'uJ ).o~.A::)

p

0",

001

,~, 4-Jo JL), ~~,

~o J

JLo).J ~

~ .).;;JL~ J;

~ • •• .~,~ JL~ ~OOl' ~J

~

ß,

J~L 001 ~, "

~o

"'':l

J

oP-a:::l

a.~ ~,

l~~ l~ IJ~ :)ol.o J.o~

,

)o~o ~~

oCQ::o

~Ol,~ IJ~~Ol )O\.Ax> ••• J~'u

JL~o~ )o~o).b~ ~ JL~

74

: -:;?;o; ~

~~ ~, J; 4.okI9~,

1. Zur Geschichte der Liturgie

Cl'

~,

~,

9l~

,~

)Omo

IJOl' ~01

O

sagung für all das Große, das er zum Heil und Leben der Menschen verordnet hat, und daß er in uns gelegt hat die Kenntnis dieser wunderbaren Geheimnisse, welche sind das Gedächtnis dieser unaus- sprechlichen Gabe (ÖW(!ww), die er uns durch sein Leiden beschert hat, da er versprach, uns alle von den Toten zu erwecken und in den Himmel zu bringen. Er dankt (o,uoAoyeirw) danach auch für sich selbst, daß er ihn gemacht hat zum Diener dieses ganz furchtbaren Geheimnisses. Und dabei opfert (n(!oaepe(!et) er auch ein Gebet, daß er der Gnade des Heiligen Geistes, von dem er zum Priestertum erhoben ist, möge auch jetzt würdig gemacht werden, I 227 \ zu genügen der Größe dieses ganzenDienstes, und frei von jedem bösen Gewissen durch die göttliche Gnade diesen Dienst vollbringen möge, ohne Furcht vor irgendeiner Strafe dafür, daß er, obwohl unendlich entfernt von seiner (sc. des Dienstes) Größe, Dinge darbringt, die hoch über ihn erhaben sind. Nachdem der Priester mit die- sen und ähnlichen (Worten) das Gebet vollendet hat, sprechen alle Anwesenden "Amen."

JJ'J

~01' J~~ -:;?

J~L

U, )~011XO

.:,::)0}.-

~

o~, ~

~

IJ~o, ~~C,I h

QOOJ

01 J,D

x,~

,o~h ~

~o J~

)Q-QJ

;~ ",),mo

~ 01~' ~&.S!l.I~ -9) 1,01

", ~OPO ~, 01~ lJOI' JJ;),

~O;' )L~' .:,::)~ JL~ -9J

)o~!J!,J jLOJ01.::l~ .;:,•.oLJ Olm, JIll.'o.o,

"t,J l&0I ,,9J

JHJL

~

)t--

hOl'

oÄ\.

JLCQ~ ~JOO1J'

~

~o

JL~ ~

lJ

~

J~L

J~

J?01

~

.J~L ~

lJ, ~~ : ~p )Oa'ro !"" ~~?

JL~rO o,L~; ~ ~~ J.::l.m

;:,0.0

~

~

-~?

~OI-'}.::) o~lo :)

Jop

JLo.\.J ~?

.~J ~~, ~J

hOl

'o.c

().~l? ~ R.o L9-=> ~Oj

.,~ JoOp.! ~? UjO lJ~ /.::l

6. (227 =

89). Nachdem die An-

wesenden dieses W ort gesprochen haben, betet der Priester: "Friede sei mit ihnen" (lies euch).

7. (228 = 90). Die Anwesenden

erwidern hierauf: "Und mit dei-

nem Geiste."

j

i.o

J.,.1

'IO

.)mlll. ~~

lJop

).~

'0

0I0~), JL~? JJO~ ,?

8. (230 = 92). Der Priester be-

ginnt den Frieden(skuß) zu geben. Es ruft aber der Kirchenherold, das ist der Diakon, und befiehlt

,,~

Die Liturgie des Theodor von Mopsuestia

75

~

,c».~, ~ ~o

.JJ01~ ~? ~\

J

,O~l:nI, 't'J

allen, einander den Frieden(skuß) zu geben, so daß sie auch tun, was der Priester getan hat.

:

o

~1 ,001' ~ ~~o

.~~

JLOJOj

':)'

~~ .:,::)~, JLJ 't'J .A.1.\~ )OJ,o

."

-:'001'

~01-=>0 4a.XU.~

J~1ll.JkJL~ J~ --'C

J

,.!J!,'::O, JLOJ

.

::o.,,01~'

"" ,

, '.o~

~~ J Jt\:.~,o 4

,

J"~p, ,.;01 ~OI J.-\~~ : o~

J~o 4 ~oP~ : ~Oj "op

.,U.•

::l

~,

"Ol~~

.;:,~ 4.•.0 JJOj ~~h "

J.::o

JJo~ ~ J~~ J,.J~ ~~ ::o

~~.

.o

~.::o " JJJ ~J JL~,

.~;a.cl::> ok~

)O!.oa)

~ o,~LJ ~~ ~ J~OI

~Oj

.:;001

)O!.oLjo

)CWX>,

)O!

n::l

:~ ,~J ~~, )O~TJ

.JJ~ J~ J

I.::);o.o

';:';o.Q::)

~

9. (232 = 94). Unterdes wäscht sich der Priester zuerst und (dann) alle diejenigen, welche unter die Versammlung der Prie- sterschaft gerechnet werden.

10. (232 = 94). Alle erheben sich

auf ein Zeichen, das ihnen der Diakon gibt, und schauen auf das was da vorgeht. Es werden abe;

aus den kirchlichen Tafeln (mva- xtöw) die Namen der Lebenden und der Toten verlesen, die im Glauben Christi abgeschieden sind. Dabei ist es offenbar, daß mit wenigen, die jetzt erwähnt wer- den, alle Lebenden und Toten dem Sinne nach (övvd,uet) erwähnt werden.

11. (233 = 95). Nachdem aber

diese Verlesung beendet ist, tritt

nunmehr der Priester dem Gottes- dienst näher, während der Kir- chenherold, ich meine aber den

Diakon,

vorher ruft "Blicket

auf das Opfer."

12. (233 = 95). Nachdem so

alle vorbereitet sind, auf das Hin- gelegte (roneoxet,uevov) zu blicken, und derartige Dinge, von denen wir vorhin gesprochen haben,

vorausgegangen sind

dann beginnt der Priester mit dem Meßopfer.

I 234

I

13. (236 = 98). Nachdem näm-

lich der Diakon gesagt hat "Blicket auf das Opfer", und wenn nun alle Augen seinem Ruf entsprechend auf das gerichtet sind, was geschieht, beginnt der Priester mit dem Meßopfer und

Ja,a.o, )

Die Liturgie des Theodor von Mopsuestia

77

1. Zur Geschichte der Liturgie

76

o,~L p;,~ Jj, ,Lro

J~,o p),

: ,~o

~

J,n.a

:::l'

~o

,~LLJ )a.,a.o,

~;Ol~'

.~J, OlLQ::l;.x,J :,~~,

X)

J~~

.2IJ

~,

zuteil ward, und deren Erzählung von der Kreatur nicht begriffen werden kann. Und weil wir im

N amen des Vaters und des Sohnes

und des Heiligen Geistes unter- wiesen und getauft sind und wir daher die Erfüllung der gewirkten Dinge erwarten dürfen, sagt er:

"Die Größe des Vaters"; er fügt aber hinzu "und des Sohnes"

er ~ügt~uchzugleich notwendiger-

WeIse dIe Erwähnung des Heiligen Geistes hinzu, indem er auch den Geist als göttliche ovata bekennt. Er sagt aber, daß dieser von Ewigkeit göttlichen ovata von jeglicher Kreatur und vor allen

andern (Wesen) von den unsicht-

baren Geistern zu allen Zeiten Lobpreisungen und V~rherrli­ chungen dargebracht werden. Er erwähnt aber über allen die Se- raphim, welche jene Lobpreisung darbringen, die durch göttliche Offenbarung der selige Jesaias er- fuhr und schriftlich aufzeichnete:

die wir Versammelten alle mit lauter Stimme ausführen. Wie diese unsichtbaren Wesen spre- chen, so sprechen auch wir: "Hei- lig, heilig, heilig ist der Herr

Zebaoth: voll sind Himmel und Erde seiner Verherrlichungen."

~::l ~~ }O!~~ }O!""O ~;a.o

. "" Oll"'''''~J : ~

~."""-"

~

pJ JOl~\.' Po

o

JOOll

)A'O.o,

)

)~

0;'

'1

~

~a

li c

a~

JlQS)loao

.~

segnet vor allem das Volk mit diesen Worten: "Die Gnade unse- res Herrn Jesu Christi und Liebe Gottes des Vaters und die Gemeinschaft des Heiligen sei mit euch allenl"

0'/0

2U::I'O::c

~~

~Q

~!.t\. Ja.,a.o,

001 Ollo4 lJ~ ~ ~, ~l

 

eÄ.

W,.2l.X)

./0; ~o hOl ~~ ~~2>

 

J~;Q::l hOl ~, ;~ ~~

~~

: ~J

~

J~:a~~ 1.J~ eÄ.

.~~!::O

}

~

'1l~ ~

~, Jn

~~ ~o

~~,

:::l--t,

~Ol'

).X)"

eOl~'~o

~). ~~,.

~~, ~,)

p; J,L

e

X>

~~

.~;a.o

e0l~.D.

.~~),OJ .':0i

.

~

0')0

~

J)

49'i:

:::l;QQ;::I

~]

lJ~

)+aXl

~

)eÄ.\.'

).ä:U.a

c

;s:~ ~l ~o ~am

~, ~~~)

a.o~,

),o.x>

JaOl' hOl

J ~Ol )O~o ~

LOOl' IL~ 01' jJ~OlQ). ~~J,

14. (237 = 98). Manche Priester sagen nur: "Die Gnade unseres Herrn J esu Christi sei mit euch

allen!"

es antwortet aber das

Volk mit dem Gegenruf: "Und

) .2IJ J~oP.\. ,?Ol JLo~), ho:c

o;~ jJ,Ol~ .2IJ

~oP.\. ~ lJ~, :~, .x,J

~Ol )Ot""0 J~~ ~

 

JJ

JLcU.:.:

001' /.2>~ ~~ ~ ,"

~oP.\. 4~~, 001 ,,000 '0

4a.J

~Ob

mit deinem Geiste."

15. (237 = 99). Nach dieser

I er

.)~"";"'Lo ~a.o ~9-0~

Segnung bereitet der Priester das

Volk zu, indem I 238

"Empor eure Gedanken!" (vovv?) •

sagt:

16. (238 = 99). Es antwortet

aber das Volk: "Zu dir, Herrt" und nachdem der Priester so die Seelen und Gedanken der An- wesenden zubereitet und geordnet hat, spricht er: "Laßt uns dem

Herrn danken!"

wortet das Volk: "Würdig ist es

und recht"

in diesen (Gedanken) verharren und in großer Furcht schweigen,

Während wir alle

darauf ant-

beginnt der Priester das Meß- opfer.

17. (238 = 100). Es bestehen aber die Lobpreisungen Gottes darin, daß er (der Priester) be- kennt, daß I1lle I 239 I Lobprei- sungen und alle Verherrlichungen Gott zukommen. Es kommt ihm zu Verehrung und Dienst von uns allen, und vor (allen) andern (Gottesdiensten wird ihm ge- schuldet) der heutige, der ein Ge- denkfest der Gnade ist, die uns

.)CUA.J ~~o

~J~~~~~,

~~J ~ 2iJ ,~J 4.l.-.~

a

!""

a

~, lOP j ~~

.Ol~a.l b";Jo

~, ~Ol ~Ol' ~J :~~

.

.

t""

J~~ lJ~ .2IJ ~Ol ~J r-\.

0;0

J.;:)o pJ 'oP-), ~

hOl

~J

J~~

Jl~o ~a

c,

:::l9-0~

18. (240 = 101). Notwendiger- weise also sagt auch der Priester in diesem Gottesdienst, nachdem er den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist erwähnt hat, daß Lobpreis und Verehrung von jeg- licher Kreatur der göttlichen Natur dargebracht wird. Er er- wähnt aber auch die Seraphim, wie sie nach der göttlichen Schrift dastehen, indem sie diese Ver- herrlichung singen, die wir An- wesenden alle rufen und zur gött- lichen Verherrlichung sagen.

,op::o .~oP.\. ~

)~Q::la.L

~~Jo ~

~~\.\. ~~, !:n::>J )2>~ .21) "

01

LJ

,:;,"").:c

O

~

~

~~ ~,

01

.J~oP.\. J~o:dA.~

1

So

Schaeder statt

~

der Hs.

78

1. Zur Geschichte der Liturgie

~~o 1.J

Sil

~

~~, JL~, JJo~ ~

~~

~

~o

",;~

.)Oo.clJ J~L~o I~~; J~ ~

Und

während jedermann sich zum Schweigen wendet und wir den Blick nach unten neigen, ruft der

Kirchenherold: "Laßt uns alle in großer Furcht und Zittern auf- stehn."

19. (Synopsis 234 =

96).

J~!~ ,

~~

~~

.~~

~

oJ

~;

~ ,Ja ~ ~ ~0I ~
~
,Ja
~
~
~0I
~

.a

!.c

~,

)O!""

~

J

~-;.c ~~ ,,~0I ;~

010 .~Ool' ~0I' JLQ::l;

,.9Lo~ .~~ .u~, ~J J~,

lJ~ ~0I ,.9J ",0I~ ""

~ ~

.~J-~ .u JL~

20. (241 = 102).Wir stehen alle,

indem wir den Blick in großer Furcht nach unten neigen.

21. (241 = 102). Sowohl bevor wir "Heilig" rufen als auch da- nach, neigen wir den Blick nach unten wegen der Größe dessen, was da geschieht, und bringen eben diese Furcht geziemend zum Ausdruck. Es gesellt sich aber bei alledem auch der Priester mit (lauter) Stimme zu den unsicht- baren Geistern.

~

~~,

J,.~

~0I ~

~

~J

!""

.a

~

~

)O!""

""

.a

c,

,.9J

.j.A,a

",'S:J

~

!.c

J-o;

"'~,

!""

~

;~

~

).!Ln

~

.,:)oLo : LOPJ

j.J~ : J~P J~P'

.It:-.a

p) QA

,.9J

""

!.c

!",,'

I~L

-;.cl

+-0

)O~

J~

OIL~~ ,.9J

)O}OO ""

,,~;~

0 o,~~~, 1ß~~ .u, ~).,

0I0~J

.~, co, JA. "'S:J~' JLOJ~~

.

.

'.

'4 J I J!~, JLo

~~o

J

~

J-

~,

J~\., ILQ

Ja.J~'

""") 00'<'1\

'i.)~

JLOAJ), ~ OI-\~' 4.c;~

.,:)OOJ

01.,.00

,::"

~OI J~Jl

co J~~ l~o

22. (242 = 102). Nachdem alle Anwesenden mit (lauter) Stimme gerufen haben: "Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth", und sie allmählich wieder zum Schwei- gen zurückgekehrt sind, setzt der Priester dann den heiligen Dienst fort, indem er vor allem spricht:

"Heilig ist der Vater, heilig aber auch der Sohn, heilig aber auch der Heilige Geist."

23. (242 = 102). Danach aber stellt er (uns vor Augen) auch

die uns erwiesene unaussagbare Barmherzigkeit, um deretwillen er (Gott) (uns) die Oikonomia in Christus zeigte, der, obwohl er in der Gestalt Gottes war, sich ent- schloß, die Knechtsgestalt anzu- nehmen, indem er den ganzen und vollkommenen Menschen annahm zur Erlösung des ganzen Men- schengeschlechts und die alten

Die Liturgie des Theodor von Mopsuestia

79

~

.;,;001 ~

)o

!""

~ Jm~,

.J~OJ ,,~, JLcm,

lJroJo

~~.~,o ~.:c~ .u, J~

"'~~-, JrwuJ I~A'l ~

oP.b~' "t""J L--.a

It-

:o·

c

:o

;L

'S:J

a

J'

~ !.:':l.~ JLo~, Jo~

~OI' ~c:l~ ~

,,\,.,::,t,

~.A.'S:J' j

.00Le':

,

J0I

JM

.~01 L~ ,lQ

j.oo.S')~

A;

,L.:C

~ '1\~O 01-\

JLa.9loA ,~~,

,,~

.,:)0\

~~r-J

'

).;~

~~~

L~

OI!",p,

.J~,O'S:J'W")'

und harten (Gebote) löste, die vor- her mit der Schwere des Gesetzes auf uns lagen, und die lang dauernde Macht des Todes. Und er schenkte uns unsagbare Güter die höher sind als alles mensch:

liehe Denken, um deretwillen unser Herr Christus auf sich nahm zu leiden, damit er die vollkom- mene Beseitigung des Todes wirke durch seine Auferstehung, und er versprach uns durch (wohl falsch übersetztes sv) die Seligkeit der zukünftigen (Dinge) die Gemein- schaft (xOlvwv{a) mit sich. Ganz notwendigerweise aber gab er uns dies Mysterium, welches uns wirk- sam (ZxavaJi;) zu jenen (verheiße- nen Dingen) leitenkann; denn da- durch sind wir wiedergeboren

Symbol

Taufe.

durch

das

(Tvno~) der

),01

::>

,.:0' OILo~, L,OI~o

.u JL~o ~!::::l.'l J~, J~L

Oj.'S:J'o

OI~'

JL

l

o;o

JLL~

~~ ~ ~OI ~I-,I .~ ,~,

 

JLo m\"X)

JA-':

1001

~OI ~, -r--J

Lo':

 

,OJJ

,Cl.IJ ~

J~po J-

~,

'S:J") ~0I.:c, ~~I ~.,.::u lJ~o, l!",b

OILo 'S:J'

~, Jßx>~ JJ, JL~o ~

~ ~J ~OI ~O .,I;\~O'O p;Ol

JLa9Lo

a':

,~, ~, ,~

'1::'':

01

'1""J,o ~OI .,~~, ~O!,

I~ !.c J~AL I,~~ lJ~ ~J

24. Und das Gedächtnis des Todes des Herrn begehen wir d~rchdiesenfurchtbaren (Gottes-)

DIenst und empfangen die un- sterbliche und geistliche Nahrung des Leibes und Blutes unsers Herrn. Denn hierüber gab der Herr, als er dem Leiden nahen sollte, eine Belehrung an seine Jünger, daß wir Christgläubigen alle durch sie (die Jünger) sie (die Elemente) empfangen (vgl. AaßSTB) und sie tun (vgl. ravra nO/Bire) sollen. Und der Reihe nach (wohl

= dxoAovf)w~) begehen wir, das

Gedächtnis des Todes I 243 I un- seres Herrn Christi und empfan- gen hiervon die unaussprechliche Nahrung. Und durch die (Dinge) wird uns eine Hoffnung, die stark genug ist, uns zur Teilnahme an den zukünftigen (Herrlichkeiten) zu führen.

Diese und dergleichen (Worte) spricht der Priester in diesem heiligen (Gottes-)Dienst und be-

80

1. Zur Geschichte der Liturgie

o;

~

:

:oo01Q

"

l01~

)J~01~;:)O

~01 ~ ,~ J_JIl.Xl~ 01~01CU)\.

.lJ

X)~

~~

~ ~~Xl ~~

reitet uns alle durch die Erwäh- nung der Dinge, die geschehen sind, darauf vor, die Gabe unsres Herrn Christi in den (auf dem Altar) liegenden (Elementen, ni n(]OxB[/uwa) zu erblicken.

IL~ ~'.Q);) ILCJ~' lmQ:O.J ;~

 

o~!-o;~I~LJXl~loP.u

 
 

ILIL

ILa.::L

bO

ll

~'

-r)

lO--CO'

,o-Xl~ ~~o 001 01

Jo

:n--

:::s,':?>

o l-:o-~

LI

a.,

.JLoLcw;) th W~01~ _Olo~l~

-eoo.-\

1A.~o

:)

~

.2>J~ ~~ ,,~ IJ01~

o~

l_o;~

JLQ::l

b

ILJL ~A-.l~'

.A;~~ I~~ ILa:c~ ,J ,ClJ01 -91,

la.01 .2» : o.X)~1 J~Cl.~~.01~'

01

Cl~~',I

~~

JLa9LCl~ J:cJll

~o

ILa-ol.;)o

-eJ~ ,

X),

~~ .p~'~ ~\JJ ~)

?

JLcU~~.;)o

~~ 1.!~01 ~~ ,Cl.s!).OJ~o -e~IJ lO~co

U L01~\. L~ ~ - ~A. l.w ~ l-o;? ILa9LOA. ~.Q l JA."""I,omX)\ L~o ,~
U L01~\. L~
~
-
~A. l.w
~
l-o;? ILa9LOA. ~.Q
l
JA."""I,omX)\
L~o ,~
)
ii~~~."OJ~OO~
1la.I~o
o?
~
).
I.nm-o
4.!bo
IL,;01o
4,
J
.

h-~ ul J-o-.2U. Jo;,.'::)o~ ~~O

).J

-.L:)O

JLClJo~? :

::::unJ?

~ClA.?

25. (243 = 103). Ganz not·

wendigerweise also bringt der Priester, indem er folgt dem Ge- setz des Kultes (lB(]Wavv1]), Gebet und Flehen Gott dar (n(]Oacpe(]Bt), daß das Kommen des Heiligen Geistes geschehe und die Gnade von dort komme auf das Brot und den Wein, die da liegen (n(]oxet- /lBva), daß sie erscheinen (cpavwat) wahrhaftig als Leib und Blut unsres Herrn Christi, was das Gedächtnis der Unsterblichkeit

ist.

26. (244 = 104). Der Priester

aber bittet, daß auch auf alle, die versammelt sind, die Gnade des Heiligen Geistes komme, damit auch sie, wie sie nach dem Bilde der Wiedergeburt zu einem Leibe vollendet wurden (in der Taufe), auch jetzt wie zu einem Leibe ver- bunden werden durch die Kom- munion des Leibes unsres Herrn

und in Eintracht und Friede und Arbeit (anovo~)an dem, was recht ist, zu einer Einheit kommen und zusammengefügt werden. Denn blicken wir alle so mit vollkomme- nem (reÄBws?) Sinn auf Gott, so empfangen wir nicht zum Gericht die Gemeinschaft des Heiligen Geistes - indem wir zwiespältig sind in unsern Gedanken, und zu Streitigkeiten und Kämpfen und Eifersucht und Neid neigen und guten Wandel verachten - so~­ dern wir erscheinen würdig, (dIe Kommunion) zu empfangen, weil in Eintracht und Friede und

Die Liturgie des Theodor von Mopsuestia

81

~O=>O J~~ JL~o

.J

-

J~\. LeU. ~? J~

~~ JJ'J~ JLa9LQA~

,~

J-

JIl.X)

2l.OJ~

~.~ ~L~J J?OI

~o J•. ~9 ,,~J~ ".1

OO

OIx)

IJ~\. J.!~ L~ JLa2>LOA. ~

Arbeit (anovo~)an guten (Werken) und in vollkommenem (reÄBws) Sinn das Auge unserer Seele auf Gott blickt. Und so wollen wir uns an die Kommunion der heili- gen Mysterien anschließen und uns hierdurch verbinden mit un- serem Haupt, unserem Herrn Christus, dessen Leib wir sind und von dem uns die Gemeinschaft mit der göttlichen Natur kommt, wie wir glauben.

I~00.\. J~.A-Xl.A. L 1.l

:l01

-9\_ J~L ~ .QX) .~ WO\.~

n~U":"L;"'" lmClXlJ -e~ t-

Jj,

~J laX) -2'bo .~l-\~~ JL~),.~ Joo,J

I~?' ~~l o~),.? ~l~ lJ~01o)"\.

.•t;-J~~ ,,). p~ W01 bo.\~~ -9) I?O!

I'!.U

Ooll? 'I:"'\JU JleX) ;t-

~"XlO

u.JJU'l~ p~ \\\.X)~ u~ l~oO!

n

-e0l~ ",.-

-0

~~)J~

.~?

27. So vollendet der Priester

den göttlichen Dienst und bringt Fürbitte dar für alle, für die die Vorschrift besteht, daß sie allezeit in der Kirche erwähnt werden. Und danach geht er über zur Er- wähnung derjenigen, die abge- schieden sind: entsprechend dem, daß dies Opfer sowohl in dieser Welt uns behütet werden läßt und nach dem Tode den im Glauben Abgeschiedenen jeneunaussprech- liehe Hoffnung beschert, welche

alle Teilnehmer am Mysterium Christi ersehnen und erwarten.

J,:o-\

lla. Il~J ~Ql

~.6

a.

:)

_01'O~P 01~

.p;:>(J~u JJt ~01ClL:~0 ;!- Wo.a. Lro.o

JL~\~Cl.o~ )O~~ J~~oL

J}o I~"o; 1~ö,o.X) ~01 'f"1?

bc.)

e.colo ~~ JOO1L I~\.~ O!LQ.:~"M ,~~ O1L~ IOO1L : ~O!

JJJX) JJf'? 01X)~ ~ ~

~

-.2>1 ,?

~O

~

.1

.

)

.,~\~)O) ~

,

.

J.Lo L.~ j.Ü

o

~~ OO!

.

I Diese Gebete ver-

richtet der Priester schweigend,

und sofort ergreift er mit seinen

Händen das heilige Brot und blickt gen Himmel und hebt seine Augen empor. Einen Dank· sagungsspruch tut er für diese so großen Gaben und bricht das Brot.Während es gebrochen wird, betet er für das Volk, daß die Gnade Gottes über ihnen sei, und spricht so: "Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi sei mit euch allen." Das Volk aber nimmt das entgegen und antwortet den üb- lichen Spruch. Und mit dem Brot macht er (der Priester) über dem

28.

I 245

~, ~ ~ .p.:;. :J.n\ '.~' J~, .~~ ~ ~ o!.:) ~ OA . )J~
~,
~
~
.p.:;. :J.n\
'.~' J~,
.~~ ~
~
o!.:) ~
OA
.
)J~ "JJ
.~
,l
:;
~
).a.~ J
::>J
• •.
.J.a
.
o
:0001
J~
~

97 .~tehtder

a ::>

J.Lo

.

.

Die Liturgie des Theodor von Mopsuestia

83

82

1. Zur Geschichte der Liturgie

~ .lJo o,L0.9Lcu~ Jo~

~ J~ lJ,o~, J

~Ol ,Ji=J

,,ooo"'\

.~ L':O;o

l-n~~' i~':OO JLm. (

~o

.lib,r'

~

,~~ .ll-

':"l0l

o~

,.2»

,~

~Oj \.:)

~o

~~

;

J:-m ~ )O~~ ~~O Jlo~(

;;J-l.a.,Cl-O ~.m.i~ ~0j

r- ~~~

C0

.~~ : Jl~, JJo~ JJ ~~X>

o

jO.::1'''::> J.o::,~, ,N.::o ~

o

u~o

.o9X>J~ !_tu.~

.).A;. ~

la. ~Cl-O

viel und unendlich höher und er- habener als wir. Nachdem er mit solcherlei Worten das Gebet be- endet und das Volk mit dem Friedensgruß gesegnet hat, ant- wortet auch dieses und erwidert den üblichen Spruch, der von allen Anwesenden gebetet wird, indem sie ihre Häupter geziemend neigen. Nachdem er so das Gebet vollendet hat und mit diesen (Worten) alles zu seinem Ende gekommen ist und jeder Einzelne von ihnen darauf wartet, das Heilige zu empfangen, da ruft der Kirchenherold: "Laßt uns acht-

geben (neoaaXWlt€v) " und bereitet

Ruf

mit

darauf

vor, auf etwas achtzugeben, was nun gesagt werden soll. Der Priester spricht aber (dann): "Das Heilige den Heiligen!"

Blut das Zeichen des Kreuzes mit dem Blut über dem Brot verbindet und vereint sie sammen.

29. (246 = 106). Und deswegen ist es Vorschrift, daß wir stück- weise ("ara Ideo,) das leblenspEm- dende Brot in den Kelch

30. (247 =

107). Am Ende

das ganze Brot gebrochen, damit

wir Anwesenden alle (davon) be-

kommen können

aber der Priester diese ganze heilige Liturgie vollendet hat, be- ginnt er das Brot zu brechen, wie

Nachdem

es sich geziemt.

31. (247 = 108). Nachdem so alles seinen Abschluß gefunden hat, ruft wiederum der Kirchen- herold und erwähnt mit kurzen

Worten diejenigen, für die jeder-

mann I 248 I beten soll, und vor allem spricht er dies: "Wir müssen beten für denjenigen, der dieses Opfers gewürdigt wurde"2, als ob jemand sagte: dafür (vnee rovrwv), daß wir dieses Opfers gewürdigt wurden 3. Denn auch dafür wollen wir beten, daß wir ·würdig seien, es zu schauen und dabeizustehen und an ihm teilzunehmen. Und damit vollendet der Priester das Gebet, daß er bittet, dies Opfer möge angenehm (neoaöe"ro,) sein vor Gott, und daß die Gnade des Heiligen Geistes auf alle komme, damit wir würdig sein können seiner Kommunion und sie nicht empfangen zur Strafe, denn sie ist

~bdie

Synopsis p. 235.

~i=J0 ~} ~et, ~':O'~ )O~;

l

j.ma.nl

t:-

J

l-JOI ~O

 

•. ~

-rJ Jf'~ ~

.~, ~

~~ JL~

~~~, ~J ~,

~

•••

LF' J~ JA,o.o,

JL~L ~ JJop )O~, "

.J.o,O' -rJ ~

(lautem)

jeden

)O~ f> ~Ol

JL~, .::>oL J)O~

~OA ~

'0U-X:l0

~

~

. '"'

o~, .'"~~ J~Q.:'oo0):-

~

01

0')

.

l.a. 'Cl-O !.J OP

r-

,

J- 0;

,.-,Jo

.

.

J.a

.

.

.o

.

-.::0 h

~o~

J9=)

32. (249 = 109). Nachdem der Priester gesagt hat: "Das Heilige den Heiligen", antworten alle

ist

heilig, der Vater; einer ist heilig,

der Sohn; einer ist heilig, der

Geist"

"Ehre sei dem Vater und dem Soh- ne und Heiligen Geiste in Ewigkeit der Ewigkeiten, Amen."

.,x;! )O~~ )Or"0 ~r»- ~

~ ~

~~

.0'"

-r l .}A.~ JJOl ~;om

1250 I und sprechen:

"Einer

.

w04h 1

J-o~o J;~o plJ ~OA " ~::o

.~':OJ ~

~

l.a.,Cl-O,

sie fügen aber hinzu:

~;o.o JJ~, ~Ol ~ ~/J .aJ1

,.J

~

IJi hOl

~

9h

)OO.QJ'O OlL~ ~o~

.~o~)

JoO!-!,

/J~ ~0Cl

9Lo~,o ~

l~, ),01 JOOlL, JJJ~~ ILm. J ~

~ ~

~,

,J

ILJLo Jo& )O~ )~\~

\l.a.,\o.o, !-o;, JL~

0;0.0

Nachdem dies so ge- schehen ist und die ganze Liturgie ein Ende genommen hat, sind wir alle nunmehr eifrig darauf be- dacht, das Opfer zu empfangen, und von dem Tisch, der furchtbar

ist und über (jedes) Wort erhaben,

unsterbliche

bekommen

und heilige Speise. Obwohl näm- lich diejenigen, die zum Altar ge- hören und für den göttlichen Dienst bestimmt sind, zum Altar herantreten und (dort) die gött- liche Speise empfangen, die übri-

~Ol ~01

~O!

~

~J' ).:m.OA ~ ~\!:) J~

Lo

~ ~0l;~X> ~;o.o ~~

~,

lJ-,

J;o~ ~o

~~O JL!.~ JJ JLe

, 00 '"

~'~Ol ~~J .,I~"'O'O

J~~o~J ~~.

wir

die

1 So Schaeder: )

2 Hs. "denjenigen, der gebracht hat", in der Synopsis 235 =

w~h Hs. '.0 o

Plural. Aus dem Folgenden ergibt sich die Notwendigkeit der Anderung

Schaeders. 3 So faßt Rücker die Stelle. Mingana übersetzt fOl' those who (gave us the

occasion) of becoming worthy of this offering.

84

1. Zur Geschichte der Liturgie

,:)0 0

'l.:.

~~, Oll~

,,'0 rn

,

~~O ''<:~ ~\:lDI~; ~ POA~ ~~

~Ol .J~\. Jl~

IL';'

m.:>

0,.:, 1~0l~

.00

~l

o;:)

lO~

1001

0 lJl

/.lA\a21

gen aber (sie) in (einiger) fernung von ihm empfangen, ist doch deswegen in der selbst kein Unterschied.

.:::.~ }

1

L.:);ü C~

:c~

.:::.~.o

'.C~

001

I~~ 1001b

IJO).:l

,-.1

~.o

~

l.ooOn.Q ~~ )~.a~':lJLL~ ~

~~~ .,:::"m;, ~ ~- ILOJC\.:l~

o-.u:D

\.l

I~ IlCU)~ ~IJQA ~~

.:;, ~'.C ~

~

':::';'.0

'('~OO

. ()J

L'L

~ *Cb;) ;~ L~

 

"

~ lOl.Co .,:::,OJ,.~' ~;o.o,

~ ~01

.~

1~01

_010~1

tbQQ).

~

l

.All

~~

34. (251

=

Ill).

Der

Lum,",,1'.

der das Opfer darbringt, tritt

erst heran und kommuniziert, daß es deutlich ist, daß er Opfer nach der Gottesdienstes, die in dem der Priesterschaft festgelegt für alle darbringt: er hat es ebenso wie die andern nötig, kommunizieren.

35. (253

=

ll3).

Mit

(Gedanken) tritt jeder elrlZeJlne von uns heran, indem er unten blickt und seine Hände ausgestreckt sind rechte Hand also streckt man um das Opfer, das wird, zu empfangen, unter legt man die linke.

01l\).~ -f-~ I;;!""p~ ~ ~~ ~l 1~,oL ~~), ~) ~

I.:::.C'

;::)

fWo).

~l

.)O

~

I~~

cc ,:.,;~p, I~QA~

1",""'0

1.:::.;

~~

~ ~, ~Jo .~ ~x>o

.~

a.'"

,L~J + ~;,

o~

~::).'"

36.

(254

=

113). Wenn

Priester spendet, spricht er:

Leib

sagst auch du nach ihm: "Amen."

Christi"

,

deshalb

37.

(254 =

113). Du aber,

dem du mit deinen Händen Leib empfangen hast, ver'neigst

dich, denn es ist ein Bekellnt;llls

(oder svxaeWT{a?) der ~acht,

in deine Hand gelegt 1st

großer und wahr~aftiger

aber drückst du Ilm an Augen und küßt ihn und ihm nunmehr deine Gebete wie unserm Herrn Christus, dir nahe ist.

Die Liturgie des Theodor von Mopsuestia

85

~0IJ.;r,;a ~J ~Ol ~Ol ~, ,,:0001

;l

.~,

38. (Synopsis 235 = 97). Diese

selben (Dinge) geschehen auch

beim Empfang des Kelches.

l~,

1l:nl~Ob 1-

ÖOl ~01

a.:c,~

)co,

~,~

.AJI ~l'.C ~;01 ~

I~

Jo.n

,

':::'0,

1.1

: 0,.'.C"

~ ~I ~L,::, ~, 1001 ~l.lO

39. (214 = 78). Daraus kann

man ersehen, daß es Wein ist, was

euch in dem Kelch von unserm Herrn Christus als Abbild seines Blutes gereicht wird, und zwar

auch gemischt mit Wasser.

~1~.oA ~ol ~I~o ~~

,11;'), )Lo.2>Lan oP. l;!A.:O o

 
 

",

;~~ ,,'.C

 

J,X)~b )o01L JJ, ,

) +0 '1~

~) Jo.ID:>O ')~J~\. I~OIQ.,X) hOl

~o•.2>L

.JU.\.:l

~

2>/,

.IL~, LccOnl ,J I~k,~o

~~, ,o

iol

c,I,

lo~ r-:ll, I~o; Il~

,c.u.t-2U J~; J~OlQ.lO hOl .J~~ol.

40. (255 = 114). Mit diesen und

ähnlichen (Gebeten) empfängst

du die Kommunion der Mysterien,

indem

schickst.

in

Inneres

du

sie

(dein)

41. (255 = 114). Nachdem du

aber (die Kommunion) empfan- gen hast, sendest du Dank (svX a - eWT{a) und Segen geziemender- weise zu Gott empor, und zwar du von dir selbst aus, damit du kein Verächter dieser göttlichen Gabe seiest. Und du bleibst (in der Kirche), damit du auch mit allen (übrigen Kommunikanten) Dank und Segen nach dem Gesetz der Kirche leistest, denn es ge- ziemt sich für sie alle, die diese geistliche Speise empfangen ha- ben, daß sie zusammen gemein- sam für diese große Gabe Gott Dank leisten.

Diese Angaben sind so genau, daß sie uns erlauben, nicht nur Verlauf der hier beschriebenen Messe darzustellen, sondern den Gedankengang einzelner Gebete zu erkennen. Dadurch W€lrd.en wir in die Lage versetzt, diese Liturgie unserer sonstigen der älteren syrischen Gottesdienstordnungen einzu- gll'ed(~rnund ihre Stellung innerhalb der landschaftlichen Ent- WI1CkJuTIlg zu bestimmen. Zum Vergleich ziehe ich folgende Texte

86

1. Zur Geschichte der Liturgie

Cyr =

Cyrill Hierosol., Katechesen aus der Zeit um 350: die

.Betracht kommenden Stellen ausgezogen bei H. Lietz

Liturgische Texte 12 (Kleine Texte Nr. 5), 14-16.

CAp. =

Constit. Apost. VIII 5-15, abgedr~ckt.bei LÜltzlTIa:nn,

Kl. Texte 61, und F. E. Brightman, LIturgIes Eastern Western 1,3-27: eine Liturgie aus der Zeit um 380, örtliche Zugehörigkeit umstritten ist; sie stammt wohl aus der antiochenischen Kirchenprovinz, hat aber VÜ311E'icllt schon Konstantinopeler Eigenheiten.

seinen anti-

ochenischen Homilien der Zelt von 387 bIS 397, zusammen-

gestellt bei Brightman 470-481.

Chrys. = Johannes

Chrysostom~s, Angaben. aus

Andere Schriftstellerzeugnisse sind gesammelt bei Brightman 481-490, darunter besonders wichtig die des Dionysius Areo- pagita.

Jakobusliturgie in ihrem griechisc~enText bei BI'i.1 5 h1bman 31-68; der syrische Text ist mit Ubersetzung edIert Ad. Rücker in LitQu 4 (1923).

[927J Ba. und Chr. = Die byzantinischen Liturgien des Basilius und des Chrysostomus, in synoptischem Abdruck der ältesten Form bei Brightman 309-344.

syrische Liturgie der Nestorianer nach der englischen

Übersetzung bei Brightman 247-305. Br. = bezeichnet stets das Werk von Brightman.

Ja. =

Nest. =

Die Liturgie des Theodorus baut sich in folgenderWeise auf:

1. Die Diakonen bringen die Elemente auf den Altar, bededcken sie mit Tüchern und stellen sich, mit Fächern wedeln , z~ beiden Seiten des Altars auf. Die Gemeinde verhält sich dabeI schweigend. Nr. 1. 2. 3. 4.

2. Diakonenruf und Gebet der Gemeinde. Nr. 5.

3. Einleitungsgebet des Priesters. Nr. 5.

4. Friedensgruß des Priesters. Diakonenruf. Friedenskuß. Nr.6-8.

5. Händewaschung der Priester. Nr.9.

6. Diakonenruf: die Gemeinde erhebt sich. Diptycha der Lebenden und Toten. Nr. 10.

Die Liturgie des Theodor von JllIopsuestia

87

7.

Diakonenruf: Blicket auf das Opfer. NI'. 11. 12. 13 . Gnadengruß des Priesters. Nr. 13. 14.

8.

Praefationsdialog.

Nr.

15. 16.

9.

Diakonenruf: die Gemeinde steht. Nr. 19.20.21.

10.

Eucharistiegebet.

Nr.

17. 18.

11.

Sanctus. Nr. 17.21. 22.

12. Priestergebet post Sanctus. Nr. 22. 23.

Einsetzungsworte.

Anamnese.

NI'. 24.

Nr. 24.

13. Epiklese mit Bitte für die Genießenden. Nr. 25. 28.

14. Fürbittgebet des Priesters. Nr. 27.

15. Brotbrechen.

Brotstücke werden in den Kelch geworfen. Dabei Danksagungsspruch des Priesters. Gnadengruß des Priesters. Das ganze Brot wird für die Kom- munikanten in kleine Stücke gebrochen. NI'. 28. 29. 30.

16. Diakonenlitanei. Nr.

17. Priestergebet um Würdigkeit. Nr. 31.

18. Friedensgruß des Priesters. Nr. 31.

19. Diakonenruf: Achtgeben. Priester: Sancta sanctis! Gemeinde: Unus sanctus. Nr. 31. 32. [928]

20. Kommunion, erst des Klerus, dann der Laien. Empfang der Hostie mit der rechten Hand, unter der die linke liegt. Spendeformel: "der Leib Christi", "das Blut Christi". Die Hostie wird geküßt und angebetet. Nr.33-39.

21. Danksagung der Gemeinde. Segen. Nr.40-41.

Die Hauptteile entsprechen in der Reihenfolge und ihrem liturgischen Inhalt zumeist dem uns durch die übrigen Quellen bekannten Typus des 4. Jahrhunderts, wie ihn vor allem die Musterliturgie der C Ap. zur Anschauung bringt. Indes zeigen sich gerade am Anfang zwei bedeutsame Abweichungen. Nach Theodor werden die Elemente vor Beginn der eigentlichen Missa fidelium von den Diakonen auf den Altar getragen, mit Tüchern bedeckt und von zwei fächerschwingenden Diakonen bewacht, während die Gemeinde in andächtigem Schweigen dieser feier- lichen Handlung zusieht. Genau dieselbe Handlung beschreibt Uns die Liturgie der CAp. 12, 3,' aber nach Friedenskuß und Händewaschung und unmittelbar vor dem Gnadengruß, welcher

7 Lietzmann, Kleine Schriften Bd. III

1. Zur Geschichte der Liturgie

88

den Praefationsdialog einleitetl: also an der Stelle, wo bei Theo-

dor der Diakon ruft: blicket auf das Opfer (~r.11).

. Dieser Diakonenruf dürfte der Rest der emst an dIeser.

stattgehabten Opferprozession

bereits eine weitere Stufe der Entwicklung vor uns: dIe prozession ist aus der "Anaphora" herausgenommen und Einleitungshandlung der Gläubigenmesse gema?ht worden. nächste Stufe finden wir bei Dionysius Areopaglta de eccl. arch. c. IU 2, p. 284 und 3, 8, p. 293f. Corderius (~G3, 425 B.

sein. Bei Theodor haben .wlr

437 A. BI'. 488, 1-5), wo gleichfalls diese ~roz~sslOn vor Friedenskuß gelegt ist, aber davor noch als EmleItl~ngder Glau- bigenmesse die Rezitation des Symbols durch dIe ganze Ge-

meinde gelegt ist. In

Mittelalters ist dann diese Prozession zu dem

ausgebildet worden, den

gleitet: in der Jakobusliturgie folgen Einzug mIt Off~rtonums­ gebet, Symbol, Friedenskuß aufeina~der(BI'. 41-43), m Ba. und ChI'. Einzug, Offertoriumsgebet, Fnedenskuß, Symbol (~r.318 bis 321). In der späteren syrischen Liturgie der JakobIten . diese ganze Prozession weggefallen, und die Reste der Zeremome sind in den Anfangsakt der Katechumenenmesse verleg~(BI'. 71 bis 74; Renaudot 2,3). Im nestorianischen Ritus ~olgenemander:

den späteren Liturgien des

d er"

Ch

b

eru sgesang

"

.

."

Emzug

Chors . be-

Opferprozession unter Gesang mit ~ebetendes ~nesters,Symbol, Händewaschung, Rezitation der DIptychen, F~Iedensk~ß(~r.267 bis 281). Es ist deutlich, daß uns nunmehr In der LIturW e Theodor der erste Schritt zu der Ausbildung des großen Emzuges

bekannt geworden ist. [929] Die nun in NI'. 4. 5 folgenden Gebete entsprechen den.

2-22 und 11 1-6 vorliegenden Formularen. Das erste wIrd

CA

p.

10

'

D'

Ja

k

nicht mehr in Schweigen, sondern vom Ruf des

,

onen

kündigt" (NI'. 4) ausgeführt und ist ein Gebet, "das den

lichen avvMCls geziemt"

muß das allgemeine Bittgebe~sein, w~lches~erJ?Iak~n,rezItIert und dessen einzelne Sätze dIe Gememde mIt ~vetB dsrjeJov be-

(NI'. 5), also ein Gemei~degebet

gleitet. CAp. 10, 2-22. Es fi~det sich an~log in Ja

~aßoAt~~avvan-rJj nach dem Fnedenskuß, wahrend es dIe byzantl-

44-48 .

1 Johannes

Chrysostomus de comp~nct. a~ Demetr. ~, 3, (1, 127b ~ontf.

PG 47, 398 Br. 473, 18) da:ruiCoVTUt dAA1)AOVs W5AAOVTOs TOV ~weovneOfJrpeeea{}w

ist nicht deutlich genug, um die Opferprozession der Dlakonen nach dem Friedenskuß zu bezeugen; unter dem TO r5(öeov neoarpeeetv kann auch der Kom- plex der Anaphora im engeren Sinne gemeint sein.

Die Liturgie des Theodor von lVIopsuestia

89

nischen Liturgien Ba. und ChI'. nicht haben. Dagegen ist es an- scheinend Johannes Chrysostomus bekannt, weil er von einem solchen Gebet redet, das nach Anweisung des Diakonos in der Gläubigenmesse von der Gemeinde respondiert wird (vna~overe) und inhaltlich zu dem Text der CAp. vortrefflich stimmt (BI'. 472f. 476. 478,13). Diesem Gemeindegebet folgen zwei Ge- bete des Priesters: das erste ist ein Dankgebet, das zweite enthält die Bitte um Würdigkeit des Priesters (NI'. 5). Was uns von dem Inhalt des ersten berichtet wird, hat Parallelen in CAp. 11: der "Dank für die Kenntnis der wunderbaren Geheimnisse" erinnert an 11, 2 ~JjevYfla yvwaewc; oovs n[tZv els sntyvwaty -rijs aijs 06~17s, und die Erwähnung des Leidens, "da er versprach, uns alle von den Toten zu erwecken und in den Himmel zu bringen", begegnet

sich mit 11, 6 ~ara~twaov av-rovs -rijs alwvtov Cwijs, nachdem 11, 5

auf die Erkaufung durch Christi Blut hingewiesen ist. Für das zweite fehlen in CAp. Parallelen, man müßte denn auf das 12,4 erwähnte stille Gebet des Priesters verweisen, das während der Opferprozession gesprochen wird: aber es wird uns nichts über seinen Inhalt mitgeteilt. In den späteren Liturgien ist das erste verschwunden: schon in CAp. 11 war ja die "Dank- sagung" höchstens in der Einleitung 11, 2 zu finden, und der Rest war Bitte um Schutz und Rettung der Gemeinde. In Ja. begegnet uns ein solches Bittgebet für die Gemeinde in dem Offertoriumsgebet 0 ßeo s 0 OU! Ja. 46, 21 = syr. 7,2 und an sekundärer Stelle in den Vorbereitungsgebeten vor dem Beginn Gläubigenmesse (32, 15-23). Ba. hat eine ganze Reihe ähn- licher Gebete: 309-312. Dagegen ist das Gebet um Würdigkeit Priesters in mannigfachen Formen anzutreffen: Ja. 45-49, ChI'. 316-320: es ist zum typischen Offertoriumsgebet ge- wordlBn. Man darf sich durch die Überschriften eVX17 nw-rwv 316, 10; 317, 8 nicht darüber täuschen lassen, daß in diesen Ge- nicht die opfernde Gemeinde, sondern der Priester für sich bittet. Die Zeremonie des Friedenskusses, eingeleitet durch den l<'riedenlsgruß des Priesters und die Aufforderung des Diakonus, entspricht völlig der Vorschrift von CAp. 11,7-9 und, wenn mit leichten Veränderungen, den Angaben in Ba. ChI'. 320f. In Syrien ist sie durch Gebete erweitert worden, Ja. 43, 11-44,2 syr. 3-5 und bei den Nestorianern (BI'. 281, 28). [930JEs folgt die Händewaschung des zelebrierenden Priesters des übrigen Klerus wie in CAp. 11, 12.

90

1. Zur Geschichte der Liturgie

Bei dem Jerusalemer Kyrill (Oat. ill. 5, 2) geht die Hände- waschung dem Friedenskuß vorauf: das ist wohl die ursprüng- liche Anordnung. Hr. Baumstark 1 hat darauf hingewiesen, daß in ältester Zeit die Annahme der Naturalspenden und die Aus- sonderung des zur heiligen Handlung Notwendigen aus diesen eine Säuberung der Hände nach sich ziehen mußte. Die gleiche Reihenfolge vonWaschung und Friedenskuß begegnet uns in der westsyrischen Liturgie (Renaudot 2, 11. 20) und bei den Nesto- rianern (Br. 271, 13 und 281, 28). Zu Theodor stimmt dagegen die Anordnung bei Dionysius Areopagita (Br. 488). Nun folgt, durch einen Diakonenruf eingeleitet, die Verlesung der kirchlichen Diptycha mit den Namen der Lebenden und der Toten, deren die Gemeinde beim Opfer gedenkt. Genau an der gleichen Stelle zwischen dem vorangehenden Friedenskuß und der nachfolgendenWaschung nennt der Areopagite die Diptychen (Br. 488).2 Auch die syrische Nestorianerliturgie hat sie mitsamt dem Fürbittgebet zwischen denselben beiden Akten, nur daß diese, wie gesagt, ihrerseits die Stellen getauscht haben; also so:

Waschung, Diptychen, Friedenskuß (Br. 271, 13; 275, 1; 281, 28). Die ägyptische Markusliturgie hat die Diptychen in das eucha- ristische Hochgebet eingeschoben (Br. 126-131). Dagegen findet sich das die Diptychen einschließende große Fürbittgebet in oAp. 12,40-13,9 in direkter Verbindung der Epiklese folgend, und ebenso bringen es Ja. (Br.56f. syr. 25-49) und Ba. Ohr. (Br. 330-337): bei Kyrill von Jerusalem Oat. ill. 5, 8-11, und in diesen Liturgien bildet das Vaterunser den Abschluß und zu- gleich die Vorbereitung auf die Kommunion. In diesem letzteren Sinne haben auch die Nestorianer 3 das Vaterunser (Br. 295, 31), obwohl sie das Fürbittgebet an früheren Stellen bringen. Das Erstaunliche an unserer Liturgie ist aber nun, daß hinter der Epiklese, entsprechend der Reihenfolge von OAp., wiederum ein Fürbittgebet folgt, in dem für die Lebenden und für die Toten gebetet wird (N. 27). Wir haben also eine regelrechte Dublette greifbar vor uns, in der zwei verschiedene Riten unausgeglichen

1 Anton Baumstark, Die Messe im Morgenland, München 1906, 119. 2 Dionys. Areop. de eccl. hierarch. c. IU 3 § 9.10 (PG 3, 437f.) rwv /36

[ee

[eeovQYTJ{}svrwv wv earws en{neoa{}ev rwv aytwrarwv aV{lßdAwV Man ras xeieas 0

[eeaexTJs v{nurw.

3 Auch Johannes Chrysostomus kennt das Vaterunser als Vorbereitung der Kommunion, horn. in Genes. 27, 8 (4, 268 a Montf.; PG 53, 251; vgl. BI'. 480).

rovrwv oe ua{}' Sv eYQTJrw {Jear OV

nrvxwv ij {lBra r~v ele~VI}V avaQQI)l1ts

Die Liturgie des Theodor von Mopsuestia

91

(OAp. und

'h

,Ie FurbItte für dIe opfernde lebende und tote

Gememde und KIrche ein. Bei dem Areopagiten und d

d

en

A

t

mt liturgisch ausgebaut worden. 1 Diese Auf-

f~ss~ng wurde ~u dem Befunde bei der Theodorliturgie stimmen

dIe 1m allg~memen dem Typus von OAp. folgt

nahelegt, dIe davon abweichende Dublette als sekundäre Ände-

rung anzusprechen.

" Es folgt ein.Dia:wnenruf (Nr. 11. 12. 13), der nur wenig ver-

andert auch grIechIsch 2 in Ja. (Br. 49

Ohr.

(321, 4) I~t davon n~r das S~ichwort'TCQ6aaxwpev übriggeblieben. Nun begmnt der Pnester sem Amt mit dem Gnadengruß II 0

nebeneinanderstehen. Die Form der älteren Liturgie Ja. Ba. Ohr.) faßt den Konsekrationsakt als Op.c

1 m

d

I'

d

d

d'

,,'

.'

1er un

en

t'

g Ie

N

es

er

t

0-

t

.emgema

t

I

d'

.

nanern seIt .

.

Iese Fürbitte hinter [931] dem O.cr

uer OrIum un

es.

E

s

h

a

t d

unterstreICht dadurch den Opfercharakter dieses Akt

·

I

b

••

nsc

h

em, a. so

die Umstellung des Fürbittgebetes in die Nähe

er h aup

und es dadurch

des OffertorIUms sekundär ' ist, denn das Offertorium ist u"b

'."

Z

t

ers m ]u~gerer

"

,

18) erhalten ist·

. 'TCQoaax w -

I

_

p8V Tn

,

~ytq. avmpoQf!. Sv elQ1}vn Ti(> {}ei(> 'TCQoacpsQew.

In Ba.

13, 13 wie in OAp. 12,4 und Ja. 49, 32 (syr. 9)

Ba. Ohr. 321

~l'

d81: auch :verkürzt werden kann (Nr. 14), wi~ er andersw; er~

wmtert, wIrd (Ja. ~~. 9 .Nest. 283,4). Der uralte Dialog der PraefatlO folgt, freilICh mIt Besonderheiten im Wortlaut OA

12,5 hat. avw Tav vovv,

Johannes Ohrysostomus (Br, 473) sa~t

e?enso wIe.!a. 5~, 4 avu; axwp~v Tav vovv xal Ta~xaQöta~; Ja. syr. 9 gIbt et,:a avw 'TCaVTWV r;pwv TOV vovv xat, Ta~ xaQ(j{a~ wieder, aber

der syrIsche Text hat auch " das erste Wort im Plural J

manc h e

a so

WIr schon bei unserem syrischen Text. Aber ~IellelChtgIbt ~~.:':~t~~::l~nur avw Tav vovv wieder: die Peschita

'TC~VT~Vvpw~: a sm

d

H

,_

d

h'

an sc nften brmgen dIe zweite Person Plural'

d

'd

'

IS,

JOOl, un

I

I

ubersetzt Eph. 4, 23 Ti(> 'TCVevfJ,au TOV voa~ vfJ,wv

o~:.:~~, J~o'::::'

Ba. Oh~.32~~abenavw axwfJ,ev' Ta~xaQöta~.Die Ant:ort lautet

allge~emWIe m OAp. 12, 5 eX0fJ,ev 'TCQa~Tav XVQLOV; das einfache "zu DIr, H~rr" Theodors ist auffällig, hat aber seine Parallele bei

s

un

den Nestorlanern " (283, 12):

"Zu Dir ' Gott Abraham

s un

d I

saa

k

d

J

a

k

0

b

s

.

Die nächsten Dialogworte entsprechen wieder dem üblichen

Stelle erklingt nun der

Formular OAp. 12,5.

Wohl an dieser

~ H. Liet~mann,Mess~und Herrenmahl, Bonn 1926, 81ff. Der sYl'lsc~eText ~uckershat es :{licht und ebensowenig die mir bekann-

~n Drucke sYl'lscher MIssalien von Qozchaja 1855 und Rom 1843

b

d'

bersetzung von Renaudot 2, 30 hat ecce oblatio infertul' et maiesta; :x:r~tu~~

1. Zur Geschichte der Liturgie

92

Diakonenruf, der die Gemeinde mahnt, sich in Andacht und ehr- fürchtigem Schweigen zu erheben (Nr. 19, vglo 20.21). In Ja.

erwähnten ne 6aa x OJ -

49 17 ist diese Aufforderung mit dem eben

{U3~usw. verbunden, in Ba. Chr. 321, 9 geht sie dem G~ade~gruß voraus, in CAp. 12,2 steht sie vor der OpferprozesslOn m der

Form: Oe{}Ol neo<; xvewJ!' {U3-ra. rp6ßov XUl -re 6 {WV ea-rw-rs<; dJfhSY. neoarpeesw, was an die ng6aaXWfhsy-Fo~mel ~rinne~t.

. Das Eucharistiegebet selbst entspncht mhaltlIch mcht dent Muster von CAp. 12, welches durch das große s~nagogaleDa~k~ gebet charakterisiert wird. Wir befinden uns .vlelmeh~de"?-thch auf dem Wege zu den kurzen Anaphoren der spateren ZeIt, dIe nur. allgemein Lobesformeln enthalten,. und (932J vo~denen ~a.50:

syr. 1of. eine gute Vorstellung gIbt. DI.e EntwICkl~ng Ist bel Theodor aber bereits insofern über Ja. hmausgeschrltten, als er auch diesen Gebetsteil trinitarisch formuliert, wie es Ba. Chr. 322f. und Nest. 283f. der Fall ist. Johannes Chrysostomus (Br. 474) steht ebenso wie Ja. dem Typ von CAp. noch näher, und selbst bei Nest. 283, 35f. ist eine Erinnerung daran erhalten. Den Lobpreis "von jeglicher Kreatur" und von ~en "unsicht- barenWesen" kennt auch Kyrill (Cat. ill. 5, 6), und m B~. 323, 10 begegnet noch eine deutliche Anspielung auf ih:r. Der Ubergang zum Sanctus wird hier wie überall durch dIe Nennung der Seraphe von J esaias 6 gewonnen. Das Sanctus begegnet, wenn anders die Mitteilung in ~r. 17 erschöpfend ist, in seiner einfachsten Form ohne das BenedICtus, wie in CAp. 12, 28; sogar die kleine Ergänzung! SVAOY'Y)-rO<; sl<; -rov<; alWYu<;, afh1}Y, die CAp. anfügt, ist nicht vorhanden. Vbn.der

gleichfalls einfachen ägyptisc~enFotl~des Sa~ct"?-sunterscheId~t

sich die unsrige aber auch, mdem SIe den bIblIschen Text -r'Y)<; 00;1]<; av-rov beibehält 2 und nicht wie die Ägypter -rfj<; aylu<; aov 06;'Y)<; liest (Br. 132, 9; 176, 3; 231, 35). Es folgt das Post Sanctus (Nr. 22. 23), die We~terf~~ru~gdes begonnenen Gebets durch den Priester, und zwar m tnmta~Ischer Form wie Ja. 51 = syr. llf. - ähnlich auch Chr. 324 -, wahrend

CAp. 12, 29f.

nur Vater und Sohn nennt

Im

~or~gangsc~einen

ähnliche Gedankengänge entwickelt zu sem, WIe SIe auch III den

1 Auch Serapion von Thmuis (Kl. Texte 61, S. 17, 15) liest eben~o.

2 Ob Johannes Chtysostomus diese einfache Form auch hat, Wle es. nach der Zusammenstellung bei Brightman 474, 14f. scheinen könnte, ist völhg"un. gewiß. Die S. 479 zitierten Stellen beweisen nichts für das Fehlen der Zusatze und des Benedictus.

Die Liturgie des Theodol' von Mopsuestia

93

'brigen Liturgien begegnen; es wird auf das Heilswerk Christi ingewiesen unter Bezug auf die olxOYOfhlu (wie Ja. 51, 22 = syr. 13, ll, Chr. 327~.26) und die fhOerp~ OOVAOV von Phil2, 6 (wie r. 326, 2). Die Uberwindung der Macht des Todes durch Christi eiden und Auferstehung wird inWendungen ausgeführt, die der eit Hippolyts Liturgie (Klo Texte 61, S. 26, 17ff.) bekannten adition entsprechen und in mancherlei Variationen überall egegnen. Die Einsetzungserzählung selbst wird nur angedeutet (Nr. 24) it denWorten: "denn hierüber gab der Herr, als er dem Leiden nahen sollte, eine Belehrung an seine Jünger". Die Worte er- innern an die entsprechenden Einleitungsworte in Ja. 51,22

xu-ruoexea{)m. Daß die Perikope

selbst nicht wörtlich zitiert oder ausführlich behandelt wird mag aus dem gleichen Motiv herzuleiten sein, das auch in de~ Handschriften der Nestorianerliturgie ihre Auslassung ver- ursacht hat: die mysteriöse Scheu vor dem Aussprechen der heiligen Worte außerhalb der sakramentalen Anwendung.! [933J Die ebenfalls nur kurz angedeutete Anamnese (Nr. 24) be- zieht sich auffälligerweise nur auf den Tod des Herrn. Die alte Tra- dition der Liturgien seit Hippolyt nennt daneben stets die Auf- erstehung. Nur in gallikanischen Messen findet sich gelegentlich die reine Todesanamnese 2 , wozu wir also hier ein überraschendes Gegenstück finden. Man darf zweifeln, ob wir hier Spuren einer uralten liturgischen Überlieferung oder nicht vielmehr spätere Biblisierung vor uns haben: Paulus nennt ja in der die Anamnese beginnenden Stelle, aus der dieser Teil der Liturgie ja überhaupt entsprungen ist, I Cor. ll, 26, nur den Tod als Gegenstand des Gedenkens. Die Epiklese (Nr.25) mit Wandlungsbitte hat eine knappe, scharf geprägte Form: am nächsten kommen ihr die Worte des

p,SAAOW OB -rOY lxovawy

{}ayuroy

Berichtes bei Kyrill Cat. ill. 5, 7 nueuXUAoVfhSY -rOY rptAay{}ewnoy {}SOy -ro aywy nysvfhu s;unoa-relAUt snl -ra. neoxslfhSya, lyu not1}an -rOY fhSY ae-rOY aWfhu Xewrov, -rOY OB olyoy ulfhu Xewrov. CAp. 12, 39 ist schon weiter ausgebaut; aber das 8nw<; anorp1}1J'(J -rOY ae-rOY -rov-rOY aWfhu -rov Xewrov aov usw. erinnert an das lyu rpuywaw Theodors.

Ja. 53 hat dieselben Grundbestandteile wie CAp., die dann auch in Ba. Chr. 329 wiederkehren, aber mit so reichen Erweiterungen,

1 Darüber Lietzmann, Messe und Herrenmahl 33. 54.

2 Lietzmann, Messe und Herrenmahl 50-68, bes. 60f.

94

1. Zur Geschichte der Liturgie

daß die Texte weit von Theodors Formulierung entfernt sind. Sehr bemerkenswert ist, daß neben dem Heiligen Geist auch! "die Gnade" (Xaetl;) erbeten wird, daß sie "von dort komme auf das Brot und denWein" ; da klingt irgendwie das uralte Didache-

gebet (13, 6) durch: eMHrw Xaetl; xal naed{}{r;w 0 xoafhol; O~TOI;.

Daß sich diese Erinnerung an älteste Formen in der antiocheni- schen Einflußsphäre gehalten hat, wird uns durch J ohannes Chrysostomus (BI'. 474, 22) bezeugt, der den Priester schildert, der nicht Feuer herabbete, sondern Td n'Vfivfha Td ayw'V' XaL TY)'V

tXSTrJeW'V snt nOAV nOtstTat

exef'VrJl; nk ana'VTw'V o:va1pT/ 1pVXal; usw. (de sacerdotio 3,4; t. 1

p. 383a Montf.; PG 48,642). Und auch an der anderen Stelle, wo er ausführlicher auf die Epiklese zu sprechen kommt, wird das Wort Xaetl; erwähnt: der Priester steht am Altar mit erhobe-

nen Händen xaAw'V Td nvsvfha Td ayw'V TovnaeaysvBa{}at xal a1paa{}at TW'V neOXElfhB'VWV nOAAY) navxta, nOAAY) (1tY'I}, oTa'V 15t150 TY)'V xaew TO nvsvfha, oTa'V xadA{}T/, oTa'V l11prJTat TWV neOXstfhB'VW'V (de coemeterio

et cruce 3; t. 2 p. 401 d Montf.; PG 49, 398). Durch Theodor wer- den wir ermutigt, in diesen Worten keine Umschreibung des Referenten, sondern eine Anspielung an den Wortlaut der anti- ochenischen Liturgie zu sehen, die also auch neben dem n'Vsvfha ayw'V die Xaetl; nannte. Daß die Genießenden die Segnungen dieses Geistes empfangen mögen (NI'. 26), ist die typische Fortsetzung der Epiklese in den meisten Liturgien und begegnet schon in CAp. 12, 39. Aber die hier angedeutete Form hat ihre Parallelen zu- nächst in der Basiliusliturgie: da finden wir die Bitte, [934J daß der Heilige Geist komme üp' nfhul; xal enl Ta neoxstfhs'Va 15wea TaVTa, und weiterhin auch die Betonung der Einheit der Gemeinde:

nfhul; 158 naVTaI; TOVI; ex TOV lvdl; aeTOV xal TOV nOTrJetov fhsdxo'VTal; 6'Vwaat aAA1}AOtl; cll; hdl; n'VeiJfhaTOI; Xot'Vw'Vta'V (Ba. 329, 29; 330, 13).

Doch scheint die Theodorliturgie diese Gedanken noch erheblich weiter ausgebaut zu haben. Auf die Epiklese folgt dem normalen Schema entsprechend das Fürbittgebet des Priesters (NI'. 27), wobei ausdrücklich auf die vorgeschriebenen Klassen von Personen verwiesen wird und die Verstorbenen noch besonders hervortreten. Dieses Gebet finden wir überall, aber unserem Formular scheint der Text der Jakobusliturgie am nächsten zu kommen, weil darin das Ge- dächtnis der Toten auch gegen Ende erfolgt (Ja. l 57,12 = Ja.

,

\

,

\

d'"

t'Va 1] xaetl; snmsaovaa TT/ Vutq. ut

-

- {}".'

-'"

,

_

1 Deutlicher bei C. A. Swainson, Greek Liturgies, Cambridge 1884, 300, 1-

301,3.

Die Liturgie des Theodor von Mopsuestia

95

syr. 41, 12-43, 2),

die Toten an ziemlich früher Stelle genannt werden. Das Brotbrechen wird begleitet von einem Gebet und abge-

während in CAp. 12, 43 und Ba. ChI'. 332, 4

schlossen mit dem Gruß n Xagtl; TOV xvgtov nfhW'V ' IrJaov Xe WTOV

peTa na'VTw'V vfhW'V: danach werden die Brotstückchen in den Kelch geworfen (NI'. 28. 29. 30). In CAp. finden wir hierüber keine Anweisung, aber der Gruß des Priesters in der Form n clg1} v rJ T~V{}eov fh~Ta.na'VTw~Vfhw.'V ist an dieser Stelle vorhanden (13, 1). DIe nestorIal1lsche LIturgIe hat das Brotbrechen und die Mischung von Brot und Wein auch an dieser Stelle (BI'. 289, 15-293, 13); aber die übrigen Liturgien bringen dies hinter der Elevation (Ja. 62, 8-32. Ba. ChI'. 341,19). Der Xagtl;-Gruß begegnet in Ja. (61, 14 = syr. 53,2), wenn auch mit Erweiterungen. Der Zusatz von Ta ÜBrJ im griechischen Texte von Ja. stammt aus

Ba. Chr., wo dieses Wort statt Xagtl; den Gruß eröffnet (BI'. 337,28). Dann folgt eine kurze Diakonenlitanei (NI'. 36), welche ihre Entsprechung in CAp. 13, 2-9 hat, folgt die Brotbrechung, wie ausdrücklich bemerkt wird (NI'. 31 Anfang). Diese Litanei ist

auch in

ver-

zeichnet. Dann beginnt bei Theodor ein Gebet um Würdigkeit der Ge- nießenden, das mit dem Friedensgruß abgeschlossen wird, bei dessen Respons die Gemeinde die Häupter neigt; also doch wohl ein "Inklinationsgebet" (NI'. 31), wie es in CAp. 13, 10 vorge- bildet ist und voll ausgestaltet in den späteren Liturgien vor uns steht. Aber in diesen ist das Gebet zweigeteilt, indem das Vater- unser mitten hineingeschoben ist. Das Gebet CAp. 13, 10 be- ginnt 0 {}sdl; 0 fhByal;: ihm entspricht also das ebenfalls mit 0 {}SOI; anhebende Gebet Ja. 58, 19 = syr. 47, 7, Ba. 338, 8, und der Inhalt bestätigt das. Aber die Bitte um Heiligung von Leib und Seele für den würdigen Genuß des Abendmahls setzt sich in dem auf das Vaterunser folgenden Inklinationsgebet Ja. 60, 30 = [935Jsyr. 51, 5, Ba. ChI'. 340, 13 geradlinig fort (vgl. Ja. 59, 7. 8 mit 61, 2. 3; Ba. 338, 24ff., ChI'. 338, 22f. mit Ba. 340, 21: axaTaXet- TWI;) und beweist damit die innerliche Zusammengehörigkeit dieser beiden Gebetsteile. Bei Ja. steht der Xagtl;-Gruß hinter, in Ba. ChI'. der eABrJ-Gruß vor diesem Gebetskörper : dafür ist aber bei all diesen Liturgien der Friedensgruß (eleJ]vrJ nuaw) zwischen Vaterunser und Inklinationsgebet eingeschoben (Ja. 60, 22 •• syr. 51, 1, Ba. ChI'. 340, 7). Diesen Friedensgruß bringt Theo- dor nach dem Inklinationsgebet, wie bereits oben bemerkt ist.

Ja. 58, 19-59,

13 =

syr.

47, 6, Ba. ChI'. 338,

2-6

96

1. Zur Geschichte der Liturgie

Die Elevation wird eingeleitet durch den Achtungsruf Diakonen. Dem Sancta Sanctis des Priesters respondiert das mit einem zweigliedrigen Spruch, der mit slr; aywr; beginnt. So ist es auch in anderen Liturgien, aber wir können eine Entwicklung dieses Spruches klar übersehen. In CAp. 13, 13 ist der erste Teil rein christologisch, der zweite vereinigt das Gloria derWeihnacht mit dem Hosianna und Benedictus qui venit. In Ja. 62,4 finden wir das in starker Verkürzung: nur der Kern des ersten Teils ist stehengeblieben, der zweite zu einer kurzen doxologischen Formel geworden; Ba. Chr. 341,17 = 393, 15 haben das übernommen, lassen aber den zweiten Teil ganz weg. Die syrischen Liturgien (Ja. syr. 53, 7, vgl. Apparat) haben statt der christologischen eine trinitarische Prädikation und lassen den zweiten Teil auch fort. Theodor steht zwischen diesen Formen: er hat den ersten Teil bereits trinitarisch, bringt aber auch noch die Doxologie des zweiten Teils, natürlich diese nun auch in trinitarischer Gestalt. Die Kommunion (Nr. 33-39) wird erst vom Klerus, dann von den Laien gefeiert, wie es auch in CAp. 13, 14 vorgeschrieben ist:

die Spendeformellautet bei Theodor ebenso wie in CAp. aWfJa XeWiOV und alfJa XeWiOV. Das Empfangen der Hostie durch die von der linken gestützte rechte Hand ist auch bei Cyrill Cat. ill. 5, 21 geschildert und wird durch bildliehe Darstellungen wie die Abendmahlsfeier der Jünger im Codex Rossanensis bestätigt. Das abschließende Dankgebet ist zunächst ein privates des Kom- munikanten gleich nach dem Empfang der Elemente. Nach Be- endigung der Feier erfolgt der gemeinsame liturgische Dank: er wird wohl auch in der Kirche Theodors reicher ausgestaltet ge- wesen sein, als seine knappen Worte angeben. CAp. 14, 1-11 hat mehrere durch Diakonenruf angekündigte Priestergebete, wor- unter auch ein Inklinationsgebet, und die späteren Liturgien ver- halten sich analog. Theodor hält sich aber bei diesen Neben- dingen nicht weiter auf und erörtert statt dessen lieber theolo- gische Fragen. Die neugefundene Theodorosliturgie ist uns also dadurch so wichtig, daß sie zunächst einmal eindeutig sich dem syrisch- antiochenischen Typ zugesellt. Im besonderen ist unverkennbar, daß die Liturgie der CAp. ihr urverwandt ist. Aber es ist nun in einer Fülle von Einzelheiten zu beobachten, wie mannig[936Jfaltig sich um die Wende des 4. zum 5. Jahrhundert die liturgischen Formen fortbilden, und so können wir die Beziehungen Theodors nicht nur zu seinem Zeitgenossen Johannes Chrysostomus von

Die Liturgie des Theodol' VOn Mopsuestia

97

ilntiochJia und Konstantinopel, sondern auch rückwärts zu dem erusaleme~K~rillund vorwärts zu Dionysius Areopagita ver-

Schhe~h~h aber ~eher:wir auch zahlreiche Verbindungen

11 den byzant~l1lschenLIturgIen des Basilius und des Chrysosto- lnus auf der emen, des Jacobus und den nationalsyrischen For- lllularen auf der anderen Seite laufen. Die Liturgiewissenschaft at großen Anlaß, Hrn. Mingana für seine wertvolle Gabe zu anken.

olgen.