Funktionen der Medien

im Fremdsprachenunterricht
Richtige Auswahl von Medien zu Unterrichtszwecken ermöglicht, dass sie gewisse
Unterrichtsfunktionen erfüllen und dadurch auch den ganzen Lernprozess steuern
und unterstützen. Das Lernen wird beispielsweise durch den Einsatz von
elektronischen Medien intensiviert und seine Interaktivität wird dann gesteigert. Wenn
die Lernumgebung multimedial ist, ermöglicht das den Lernenden offenes und
kreatives Weiterlernen, sie werden dazu angeregt und motiviert. Neben der
Motivationssteigerung unterstützen die Medien auch pädagogische Maßnahme:


sie sind unabdingbare Voraussetzungen für Differenzierung wie auch Individualisierung des
Unterrichts,
wenn sie verwendet werden, werden die Schüler zu handelnden Personen, der Unterricht ist
dann handlungsorientiert,
selbstgesteuertes Lernen wird erfolgreicher, wenn die Lernenden eigene Spiel- und
Arbeitsmittel herstellen.

Funktionen der Medien im FSU
Zum Problem der didaktischen Mediennutzung sollen auch die Untersuchungen von
Apel und Sacher herangezogen werden, wo sie die Frage zu beantworten
versuchen, warum Medien überhaupt im Fremdsprachenunterricht verwendet
werden. Die Autoren listen beispielsweise folgende Verwendungskonzepte auf:

Medien als bloße belohnende Zugabe: im Allgemeinen handelt es sich hier darum, dass
Medien dann eingesetzt werden, wenn man nichts Konkretes zu tun hat (z. B. das Zeigen von
Filmen vor Ferienzeiten). Filme werden manchmal auch dann vorgespielt, wenn die Lerner
das verdient haben, z. B. nach einem gut abgeschlossenen Unterrichtsprojekt.
Medienverwendung zur Anreicherung des Unterrichts: anders wird dieses Vorgehen als
„enrichment“ bezeichnet. Medien sollen in diesem Fall den Unterricht interessanter und
abwechslungsreicher machen. Sie spielen dann aber eher keine besondere didaktische
Funktion, sondern sind nur als ein gewisser Zusatz anzusehen.
Medien als Werkzeug: sie spielen hier die Rolle von Hilfsmitteln, die die Lehrenden, aber
auch die Schüler zum besseren Veranschaulichen oder zur besseren Demonstration des
Lehrstoffes anwenden können.
Medien als Unterrichtsbausteine: Medien übernehmen in diesem Fall einigermaßen die
Instruktionsfunktion des Lehrenden. Das bedeutet aber nicht, dass die Person des Lehrers aus
dem Unterricht völlig ausgeschlossen wird. Er soll nämlich dafür sorgen, was vor und nach
der Medienarbeit zu machen ist und wie die Aufeinanderfolge von Unterrichtssequenzen

Im zweiten Fall ist von der mediengestützten Kommunikation die Rede. Wenn dazu noch Medien verwendet werden. Ideen. Haltungen und Gefühlen. dass es sehr schwierig sein kann. Er hat auch die Rolle eines Beraters und Helfers. übermitteln wenige Informationen. Medien als Kommunikationsmittel in der Hand der Schüler: In diesem Konzept werden die technisch komplizierten Medien fast ausgeschlossen und solche verwendet. weil beide Arten zur Übermittlung von Informationen an Empfänger gebraucht werden. die u. „Kommunikation“ möglichst klar wie folgt zu definieren: „Kommunikation ist eine optische und akustische Aussendung und Annahme von Verständigungssignalen […] zwischen Menschen. deswegen will man sich jetzt mit diesem Terminus kurz beschäftigen. Roth ist beispielsweise der Auffassung. .“ Die Aussendung von Signalen kann einerseits von einem Menschen erfolgen. Ausstellungen oder Schülerzeitungen. Im letzten Punkt ist der Begriff „Kommunikation“ aufgetaucht. die zur Kommunikation anregen. Collagen.a. eine eindeutige Erläuterung zu erstellen. Demzufolge stehen im Mittelpunkt beispielsweise folgende Materialien: Pinnwände. was die didaktische Funktion der Kommunikation sichtbar macht. Kommunikation – Begriffserklärung Mit der Erklärung des Begriffs haben sich viele Forscher beschäftigt. Trotz all den vorhandenen Erklärungen versucht Schwerdtfeger. besteht ein bestimmter Zusammenhang zwischen den technischen Unterrichtsmedien und den Massenmedien. Damit hängt des Öfteren auch Wissenszuwachs zusammen. Das ist eine sehr wichtige Erscheinung. Sie beinhalten bzw. mit der didaktischen Mediennutzung zusammenhängt. sind jedoch von den Lehrern oder Schülern leicht zu verändern. mit dem Ziel der gegenseitigen Teilnahme an Informationen. demzufolge stehen heutzutage zahlreiche Definitionen zur Verfügung. wie auch des Medienbedieners. dass unter „Kommunikation“ eine gewisse Konstruktion von Nachrichten und Bedeutung im zwischenmenschlichen Informationenaustausch zu verstehen ist. aussehen soll. was auch verursacht. die einigermaßen als indirekte Kommunikation bezeichnet werden kann. andererseits aber können diese Rolle technische Mittel übernehmen.

Medien im Unterricht – weitere Funktionen Zu den Funktionen der Medien im Fremdsprachenunterricht zurückkehrend. den Unterricht abwechslungsreicher und interessanter zu gestalten. Es handelt sich nämlich um Erhöhung der Lernmotivation. Medienkompetenz Die Tatsache. Beispielsweise im Bereich der Textproduktion haben Bildvorgaben oder andere visuelle Materialien Steuerungsfunktion. Beim Computereinsatz mit entsprechenden Lernprogrammen ist die Einübung des Wortschatzes oder der Grammatik auf eine interessante Art und Weise möglich. dass der Medieneinsatz im Fremdsprachenunterricht von Nutzen ist. Diesem Problem wird die Publikation der Bundeszentrale für politische Bildung gewidmet. Benötigt wird hier nämlich die Medienkompetenz. Es kann nämlich nicht vorkommen. mit Hilfe eines Begleittextes einfache Dialoge erstellen und entsprechende Äußerungen in die Sprechblasen eintragen. Sie dienen nämlich der Wiedergabe von realen Sachverhalten. wurde in obigen Ausführungen bestätigt. Die vom Tonband gehörten Texte können variiert oder der Inhalt der bildlichen Materialien versprachlicht werden. dass sie eine richtige Aussprache und Intonation lernen. Davon behält er ca. Wenn noch Bildmaterialien. 30 Prozent. Zu Schreibübungen können auch Bildgeschichten verwendet werden. Anhand Bilder lassen sich die Texte einfacher konzipieren. werden landeskundliche Informationen vermittelt. was bestätigt nur. Das ermöglicht. sind Untersuchungen von Heyd anzuführen. Die Verwendung von Medien im Fremdsprachenunterricht verfolgt noch ein sehr wichtiges Ziel. die früher von Muttersprachlern aufgenommen wurden. Außer der Vermittlung von Informationen. sind Medien Mittel zur Aktivierung der Lernenden. wobei die eingesetzten Medien die Atmosphäre auflockern und es zugleich ermöglichen. Lenkungshilfen fungieren. Wenn das Gelernte gleichzeitig durch zwei Kanäle zum Empfänger überliefert wird. wie Fotos oder Filme. die auf einige Schwerpunkte aufmerksam macht. wie die angeführten Ziele zu erfolgen sind. Es wurde auch wissenschaftlich bewiesen. können sogar 50 Prozent der aufgenommenen Informationen dauerhaft gespeichert werden. beiliegen. dass die Medien nach Belieben verwendet werden oder dass man sie ohne Vorbereitung darbietet. dass der Mensch die meisten Sinneseindrücke durch die Augen aufnimmt. . man soll sich jedoch die Frage danach stellen. wo Sprechblasen leer sind und die Lerner haben die Aufgabe. wo die Lernenden beispielsweise Hörtexte wahrnehmen. also durch den optischen und den akustischen Kanal. Es wird vor allem die informative Rolle der Medien hervorgehoben. Medien können auch als Steuerungsinstrumente bzw. sowohl seitens der Lernenden als auch der Lehrenden. dass der Einsatz von visuellen Materialien von Nutzen ist.

sie betonen aber auch. al. Wenn die Nachrichten auf einem Tonband verschlüsselt werden. sondern auch selbst zu erstellen (Zeitung. Wenn es sich um primäre Funktionen der Medien handelt. ist es mit Hilfe von Sehen und Hören wahrzunehmen und zu verstehen. laute Lesen zu entschlüsseln gelten. dass jeder Stoff. Im Allgemeinen handelt es sich darum. gewisse Vermittlungsmodelle zu entfalten. B. 2004:32). andererseits aber auch in verschiedenen außerschulischen Projekten entwickelt wird. Videofilm. dass die Kinder bzw.). Partizipationsmuster sowie Anschlusskommunikation. sie haben also gewisse medienpraktische Erfahrungen in diesem Bereich (zu prozentualen Untersuchungsergebnissen dieses Problems siehe beispielsweise Wiedemann et.Die Autoren weisen darauf hin. Von Bedeutung ist hier die Tatsache. die heutzutage zur Verfügung stehen. Die Jugendlichen sind mit ihnen des Öfteren schon vertraut gemacht und können damit relativ viel unternehmen.:28 nach Groeben 2002:165 ff. Im Unterricht soll sich der Lehrende nicht nur auf ein Medium konzentrieren. Medien nicht nur zu bedienen. und wenn man mit einem Videomaterial zu tun hat. Primäre und sekundäre Funktionen von Medien Die Funktionen von Medien können auch nach einer anderen Art und Weise unterschieden werden. Fernsextexte sollen also von einem Videoband abgespielt werden . Hörspiel oder Homepage). welch ein großer Bereich damit zusammenhängt. in seiner tatsächlichen Erscheinungsform dargeboten wird. Die dargestellten Inhalte in Form von Buchstaben oder Symbolen beinhalten gewisse Informationen. die den Terminus „Medienkompetenz“ näher bringen (ebd. Jugendlichen zu „gesellschaftlich handlungsfähigen Subjekten werden können“ (ebd. Selektion/Kombination von Mediennutzung. in denen Medienkompetenz einerseits in der Schule. sind sie vor allem Träger und Mittler der Informationen. sondern möglichst viele Wege der Informationsvermittlung verwenden. sind diese Funktionen in primäre und sekundäre zu teilen (Edelhoff 1986:16 ff. die das Wissen über Medien samt denen Verwendung mit dem Alltagsleben verbinden.und kulturpolitischen Schlagwort geworden“ ist. der durch Medien vorgetragen wird. Demzufolge wird der Medienpädagogik die Aufgabe zugeschrieben. dass der Begriff „Medienkompetenz“ zu einem „bildungs. die von dem Empfänger durch das stille bzw.): Medienwissen. Dazu können viele technische Geräte verwendet werden. Wenn man nämlich den Zusammenhang zwischen den schulischen und den außerschulischen Mediengewohnheiten der Lerner berücksichtigt. um bei den Lernenden mehrere Wahrnehmungskanäle zu aktivieren. dass dabei der soziale Wandel zu berücksichtigen gilt. Diese Dimensionen machen die Spannbreite der Medienkompetenz sichtbar und zeigen. z. Demzufolge lassen sich folgende Dimensionen zu nennen.und Kritikfähigkeit. Die Lernenden sollen nämlich imstande sein. können sie durch das Hören verstanden werden. medienbezogene Genuss. wo man sich der Medialisierung bewusst sein muss. Mobiltelefone oder Computer mit entsprechender Software.:30). medienspezifische Rezeptionsmuster.

Die erwähnten Videomaterialien haben dabei eine sehr wichtige Funktion: sie führen „[…] Menschen.:18). dass die Sendungen. Wenn man Tonband analysiert. in denen verschiedene Medien miteinander kombiniert werden. die im Schulfernsehen vorkommen. Es bietet einerseits authentische Texte dar. Diese Bilder kann der Lehrende auch mit Hilfe von Tageslichtprojektor projizieren und dadurch fremdsprachige Situationen simulieren. wobei sie auch verschiedene Fakten verdeutlichen. pädagogischen Funktionen der Medien fällt auf. Es werden also auch Fertigkeiten wie Sprechen und Schreiben entwickelt. Zu erwähnen gelten hier auch die audiovisuellen Fremdsprachenkurse. sie knüpfen „an die Seh-/Hörgewohnheiten der Lernenden an“ und übermitteln „Geschichten. Dank diesen Phänomenen können die Lernenden die Sprecher in einer Situation sehen und erfahren.). wie ihr nonverbales Verhalten aussieht oder wovon ihre sprachlichen Interaktionen beeinflusst werden (ebd. also die primäre (informationsübermittelnde Funktion) und die sekundäre (Lehrfunktion). Außer dem reinen Inhalt übermittelt es auch viele Nebengeräusche. Wenn es sich um Tonband handelt. wo in einem Fernsehfilm beispielsweise ein Lehrer auftritt und unbekannte Wörter erklärt oder Fragen stellt. andererseits können darin Möglichkeiten sichtbar gemacht werden. Dinge und Sprache sichtbar und hörbar vor“. dass sie nicht nur zur Herausbildung von rezeptiven Fertigkeiten. Der Autor führt hier ein deutliches Beispiel an. das Lehrwerk.oder Leseverstehen veranlassen. Dias. Diese Medien (z. Tonband) stellen Sprachmaterialien dar. Bilder.:19). . Es ist auch oft so. die den auditiv dargestellten Sachverhalt vorstellbar machen. weil es all die Äußerungen speichern und wiederholbar machen kann (ebd. In diesem Zusammenhang ist es deswegen wichtig.und auf dem Bildschirm erscheinen. sollen die mit seiner Hilfe gemachten Übungen sekundäre Zwecke berücksichtigen. Edelhoff (1986:19 ff. authentische Texte in ihrer originellen Erscheinungsform zu verwenden. Umstände. Bei der Analyse der sekundären. Die mit Hilfe von Bildern oder Fotos dargestellten Sachverhalte dienen im Unterricht als ein Kommunikationsanlass.) macht des Weiteren auf die sekundären Funktionen der Medien aufmerksam. die die Lernenden beim Lernen lenken. die Reportagen sind vom Tonband abzuspielen und im Lautsprecher zu hören (ebd. die beiden Funktionen der Medien vermischen. wie Hör. die sich als eine Folge aus dem Fremdsprachenlernen und –lehren ergeben. die im alltäglichen Unterricht von einem Lesetext selbst präsentiert werden. ist Ähnliches zu bemerken. B. Ein anderes Medium mit so einer doppelten Funktion ist das Buch bzw. Fakten und Meinungen mit Unterstützung von Bildern“. in welcher Umgebung sie sich befinden. sondern auch zur Schulung von Produktion der fremden Sprache anregen.