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:antifaschistische Nr.

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nachrichten g 3336 1.11.2007 23. jahrg./issn 0945-3946 1,30 ¤
www.antifaschistische-nachrichten.de

SPD-Parteitag fordert
Verbot der NPD Erfolgreiche Kundgebung
Hamburg. „Gewalt hat bei der NPD
Methode“, mit dieser Begründung for- gegen die NPD
derte der SPD-Bundestagsabgeordnete
Nils Annen am Freitag auf dem Ham- Am Nachmittag des 26. Oktober 2007 beteiligten sich über 1.000 Ham-
burger SPD-Parteitag, die rechtsextre- burgerinnen und Hamburger an einer Kundgebung des „Hamburger
mistische Partei zu verbieten. Annen, Bündnis gegen Rechts“ (HBgR) gegen die neofaschistische NPD.
der den Leitantrag des Vorstandes
begründete, stellte fest, unverhoh-
len und aggressiv greife die NPD
die freiheitlich-demokratische
Grundordnung an. Während der
Antrag debattiert wurde, beteilig-
ten sich Jusos und Hamburger So-
zialdemokraten am Protest gegen
einen Aufmarsch von Neonazis
vor dem Kongressgebäude.
In dem mit großer Mehrheit an-
genommenen Antrag wird neben
der Forderung nach einem Verbot
der NPD auch der Unvereinbar-
keitsbeschluss mit rechtsextre-
mistischen Burschenschaften er-
neuert. Gleichfalls verabschiedete
„Leitlinien der SPD zum Umgang
mit Rechtsextremismus“ betonen,
dass Dauerhaftigkeit statt Stroh-
feuer-Aktionismus notwendig ist.
Auch deshalb sei in den Antrag
die Forderung nach einer Bundes-
stiftung für demokratische Kultur
aufgenommen worden, um nach-
haltige Programme gegen Rechts-
extremismus zu fördern, Vorbeu-
gung kontinuierlich zu betreiben,
Demokratie zu fördern und Tole-
ranz und interkulturelle Kompe-
tenzen zu garantieren.
Alle Reden zum Thema beton-
ten, der Antrag beschränke sich
nicht auf ein Verbot der NPD, sondern Die Nazipartei nahm den momentan ser Breite hat schon seit Jahren keine an-
sei langfristig und als umfassender An- stattfindenden Parteitag der SPD zum tifaschistische Kundgebung mehr in
satz über einen längeren Zeitraum ent- Anlass, um gegen das mögliche Verbot Hamburg stattgefunden. Vielfach wurde
wickelt worden. Außerdem bedeute ein ihrer Organisation zu protestieren. Die ein gemeinsames Agieren aller Demo-
mögliches Verbot der NPD keineswegs, NPD konnte nur weniger als hundert kraten gegen die NPD angemahnt und
dass Rechtsextremismus dann ver- Neonazis mobilisieren und blieb völlig ein Verbot der Nazipartei gefordert.
schwinde. isoliert von der Bevölkerung. Das Ham- Verschiedene Redner und Rednerin-
Quelle: http://parteitag.spd.de/ burger Bündnis gegen Rechts dagegen nen sprachen sich darüber hinaus für ei-
servlet/PB/menu/1731246/index.html ■ konnte ein breites Spektrum von Redne- nen antifaschistischen Wahlkampf gegen
rinnen und Rednern für seine Kundge- die DVU aus, welche zur Bürgerschafts-
bung gewinnen. Es sprachen: Wolfgang wahl im Februar 2008 kandidiert.
Inhalt: Kirstein (Hamburger Forum), Wolfgang Das HBgR wird seine erfolgreiche
ver.di Bundeskongress: Rose (verdi), Inka Damerau (SPD), Ant- Bündnispolitik im Wahlkampf fortsetzen
Kampf gegen Rechtsextremis- je Möller (GAL), Christiane Schneider und startet in wenigen Tagen einen
mus – wichtiges Anliegen . . . . . 7 (Die Linke), Conny Kerth (Vereinigung „Hamburger Aufruf“ gegen die Kandida-
Frankreich: Neues Einwande- der Verfolgten des Naziregimes), Felix tur der DVU.
rungsgesetz verabschiedet . . 14 Krebs (Avanti – Projekt undogmatische Für das „Hamburger Bündnis gegen
Linke) und Olaf Harms (HBgR). In die- Rechts“ (HBgR), Jürgen Schmidt ■
: meldungen, aktionen
„Neue Zürcher Zeitung“ (4.5.2007). Au-
ßerdem sei „mittlerweile dokumentiert,
das abweichende Meinungen“ bei „PI“
Braune Briefmarken Deutsche Sprache“ (VDS) wollen künf- „hurtig gelöscht werden“, während Pas-
Kiel. Im Jahreskatalog „Lesen & Schen- tig miteinander kooperieren. Darauf ha- sagen wie „Muselmanen sind Mörder!
ken“ 2008 des Kieler „ARNDT-Buch- ben sich Vertreter beider Vereine auf ei- Daher rufe ich dazu auf, das Kriegsbeil
dienst/Europa-Buchhandlung“ werden nem Treffen verständigt. Es gebe „große gegen Islamer auszugraben. Sprengt ihre
frankierte Briefumschläge mit einer Mo- Schnittmengen“, so VDA-Chef Hartmut Propagandabunker! Rasiert die Bärtigen,
tivreihe „Große deutsche Soldaten“ an- Koschyk. VDS-Vorsitzender Prof. Walter indem ihr ihnen die Köpfe abschlagt!
geboten. Zu sehen sind die Porträts der Krämer regte gemeinsame Kulturveran- Verbrennt ihre Brut! Versklavt ihre Frau-
Wehrmachts-Generalobersten Eduard staltungen „mit den deutschen Volks- en!“ über Monate hinweg stehenblei-
Dietl und Heinz Guderian, der General- gruppen im Ausland an“. Wenn es um ben.“ Herres Weblog sei „mittlerweile
feldmarschalle Erwin Rommel und Erich den Einsatz für die deutsche Sprache Teil einer größeren Szene, wo man sich
von Manstein sowie die Jagdflieger und gehe, „rennen wir dort offene Türen ein“, über alles empört, was fremd und schein-
Majore Walter Nowotny und Erich Hart- so Manfred Schröder vom VDS-Bundes- bar typisch muslimisch ist“.
mann. Dank der Deutschen Post dürfen vorstand. Vereinbart wurden neben einer „Extrem absurde Behauptungen“ wür-
Firmen nun fertige Briefumschläge mit gegenseitigen korporativen Mitglied- den von „Islamkritikern“ gerne verbrei-
offiziell aufgedruckten Briefmarken schaft beider Vereine auch der regelmä- tet. So habe der Publizist Udo Ulfkotte
selbst gestalten. In der Bewerbung wer- ßige Austausch von Beiträgen in beiden berichtet, „dass Fundamentalisten die
den „die besten Aussichten auf hohe Vereinszeitschriften „Globus“ und Gipfelkreuze durch Halbmonde ersetzen
Wertsteigerung“ versprochen. In dem „Sprachnachrichten“. In einer gemeinsa- lassen wollen“. In Wahrheit sei dies eine
Katalog beklagt Verleger Dietmar Mu- men Pressemitteilung wurde die „Veran- Aktion der „Wiener Künstlergruppe mit
nier, in den 70er Jahren bei den „Jungen kerung der deutschen Sprache im Grund- dem bezeichnenden Namen „Haben wir
Nationaldemokraten“, eine angebliche gesetz“ gefordert. Die Jahrestagung des denn keine anderen Sorgen“ gewesen.
„Kriminalisierung der deutschen Vergan- VDA zur „Stellung der deutschen Spra- Von Ulfkottes „Behauptung, Muslime
genheit“. So gebe es „Sondergesetze ge- che und Kultur in Rumänien nach dem spuckten in Metzgereien aufs Schweine-
gen freie Geschichtsschreibung“ und ein EU-Beitritt des Landes“ soll am 24. No- fleisch“ habe der „Deutsche Fleischer-
„Unterlaufen des Zensurverbotes“. In vember im Gebäude des Hessischen verband“ „noch nie etwas gehört“ und
dem 132 Seiten umfassenden Katalog Landtages in Wiesbaden stattfinden verweist darauf, „dass sich zwischen
werden neben Büchern, Videos, DVDs („Globus“ 3-2007). hma ■ Fleisch und Kunden eine Glasscheibe“
und Musik-CDs aus zumeist einschlägig befindet. Dass angeblich in den USA ein
rechten Verlagen auch Reproduktionen „Pro Köln“ in Gelsen- Schüler angezeigt worden war, weil er
von Wehrmachts-Uniformen angeboten. ein Schinkenbrot aß, während Muslime
Auch Modellpanzer, das „Milchkänn- kirchen am Tisch saßen, wie von „PI“ gemeldet,
chen Irminsul“, die „Schmucktruhe Gelsenkirchen. Der stellvertretende entstammte in Wirklichkeit einer Paro-
Thorshammer“, der „Briefbeschwerer Landesvorsitzende der extrem rechten die.
Runenstein“ und eine Nachbildung des „Bürgerbewegung pro NRW“, Kevin Ga- Herre, der unlängst noch die Ehrenfel-
„Volksempfängers“ fehlen nicht. hma ■ reth Hauer, will am Sonntag, den 4. No- der „Pro Köln“-Funktionärin Marylin
vember, eine „betont islam- und multi- Anderegg hochgelobt hatte, wurde kürz-
„5. Freiheitlicher Kongreß“ kulti-kritische Anhörung“ zur kommuna- lich auch von der rechten Berliner Wo-
len Integrationspolitik im Ratssaal der chenzeitung „Junge Freiheit“ interviewt.
Riesa. Zum „5. Freiheitlichen Kongreß“ Stadt Gelsenkirchen durchführen. abk ■
lädt der Verlag des NPD-Organs „Deut- Als „Experten“ eingeladen hat Stadt-
sche Stimme“ ein. Der soll vom 23. bis rat Hauer, Ex-„Republikaner“, Bur- Nachahmenswert:
25. November unter dem Motto schenschafter und zu Beginn des Jahres
„Deutschland lebt! 1807 – 2007: 200 Interviewpartner des NPD-Organs Ein Brief des Holiday Inn
Jahre Kampf um die Nation“ an einem „Deutsche Stimme“, dazu Rüdiger Hotels Dresden
bislang noch unbekannten Ort stattfin- Schrembs von „Pro München“, der zu- An: „NPD Fraktion im Sächsischen
den. Als Redner werden „Nation und letzt noch dem bayrischen NPD-Landes- Landtag, Herren H. Apfel und A. Delle,
Europa“-Mitherausgeber Harald Neu- vorstand angehörte, die „Pro Köln“- Bernhard-von-Lindenau-Platz 1, 01067
bauer, der Geschichtsrevisionist Udo Fraktionsvorsitzende Judith Wolter und Dresden,
Walendy, der ehemalige Jagdflieger Hajo „Pro Köln“-Chef Markus Beisicht. Dresden, 18. Oktober 2007.
Herrmann, der Ex-„Republikaner“- hma ■ Ihre Zimmerreservierung im Holiday Inn
Funktionär Björn Clemens, der Publizist Dresden. ...
und Berater der sächsischen NPD-Land- Herre-Blog in der Kritik wir erhielten heute Ihre über www.ho-
tagsfraktion, Dr. Olaf Rose, und „Natio- tel.de getätigte Reservierung für den 7.
nalzeitungs“-Autor Gerard Menuhin an- Bergisch-Gladbach/Grevenbroich. November 2007 und sind einigermaßen
gekündigt. Das „musikalische Rahmen- Der Betreiber des Internetblogs „Politi- erstaunt, dass Sie ausgerechnet ein ame-
programm“ gestalten die sog. „nationa- cally Incorrect“ (PI), der in Bergisch- rikanisches Hotelunternehmen mit aus-
len Liedermacher“ Frank Rennicke (frü- Gladbach lebende Sportlehrer Stefan ländisch klingendem Namen bevorzu-
her bei der „Wiking-Jugend“) und der Herre, hat nach einem Interview in der gen.
NPD-Aktivist Jörg Hähnel. hma ■ rechtsliberalen Zeitschrift „eigentümlich Da Sie in unserem Hause nicht will-
frei“ aus Grevenbroich weitere Kritik er- kommen sind und ich es auch meinen
VDA und VDS kooperieren fahren. Mitarbeitern nicht zumuten kann, Sie zu
So seien, so „eigentümlich frei“ (10- begrüßen und zu bedienen, haben wir ho-
Berlin/Wiesbaden. Der „Verein für 2007), auf den Webseiten von „PI“ Mus- tel.de gebeten, die Buchung zu stornie-
Deutsche Kulturbeziehungen im Aus- lime als „Ziegenficker“, „Gesindel“ und ren. Sollte dies aus vertraglichen Grün-
land“ (VDA), der früher unter dem Na- „Migrationsmüll“ beschimpft worden. den nicht möglich sein, darf ich Sie da-
men „Verband für das Deutschtum im „Eine Zeitlang wurden sogar offene rauf hinweisen, dass ich sämtliche in un-
Ausland“ firmierte, und der „Verein Mordwünsche publiziert“, schrieb die serem Hause durch Sie getätigten Um-

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sätze unmittelbar als Spende an die Massendeportationen von Kindern VVN/BdA Bamberg war vor Ort und
Dresdner Synagoge weiterleiten werde. und Jugendlichen fanden auch in den sammelte rund 100 Unterschriften zur
Betrachten Sie dies als kleinen Beitrag vormals okkupierten europäischen Staa- Forderung, die NPD zu verbieten. Der
zur Wiedergutmachung für die Schäden, ten statt. Darin erinnert die fahrende Bürgermeister von Gremsdorf hat die
die Ihre damaligen Gesinnungsgenossen Ausstellung mit Biografien aus Norwe- Aktion der VVN/BdA ebenfalls unter-
der Synagoge und vor allem ihren frühe- gen, Belgien, den Niederlanden, Frank- zeichnet.
ren Besuchern zugefügt haben. reich, Italien, Griechenland und Osteuro- Bereits am Samstag fand am Gabel-
Eine Kopie dieses Schreibens leiten pa. Schätzungen sprechen von bis zu 1,5 mann in Bamberg trotz der Absage durch
wir an die Dresdner Presse weiter. Millionen Kindern und Jugendlichen, die die NPD eine Kundgebung von DGB,
In der Hoffnung, dass Sie eine zu Ih- nie mehr zurückkehrten. VVN/BdA und anderen Gruppen gegen
nen passende Unterkunft finden und uns An den Vorbereitungen der Fahrt die Neofaschisten statt. Dabei forderten
Ihr Besuch erspart bleibt, verbleiben wir durch 7 Bundesländer sind mehrere hun- die Anwesenden dazu auf, gegen den
mit freundlichen Grüßen ...“ ■ dert Freiwillige beteiligt, die mit dem un- braunen Mob zu kämpfen. Es darf in der
gewöhnlichen Gedenken auch ein Zei- Stadt keinen Platz für Nazis geben, hieß
„Zug der Erinnerung“ chen gegen Rassenhass, Rechtsextremis- es während der Veranstaltung. nah ■
mus und nationalen Größenwahn setzen
startet am 8. November in wollen. Die erheblichen Kosten der Kein Raum für Nazis in
Frankfurt am Main Kampagne, die mit einem bundesweiten
Am 8. November wird der „Zug der Er- Kinotrailer um das Interesse von Jugend- Fürth und anderswo!
innerung“ in Frankfurt a.M. zur Fahrt lichen wirbt, tragen die Bürgerinitiativen Fürth. Seit einigen Wochen läuft in
durch die Bundesrepublik starten. Der aus eigener Tasche. Sie haben sich mit Fürth eine antifaschistische Kampagne
Zug, der von einer Dampflok gezogen Bitten um finanzielle Unterstützung u.a. unter dem Motto „Nazitreffpunkte dicht-
wird und aus mehreren Ausstellungswa- an das Berliner Verkehrsministerium und machen! Kein Raum für Nazis in Fürth
gen besteht, verkehrt auf der Strecke der die Bahn AG gewandt. ■ und anderswo!“, die vom Antifaschisti-
früheren Deportationen der Reichsbahn. schen Aktionsbündnis Nürnberg (AAB)
Termine in Baden-Württemberg: und der Antifaschistischen Linken Fürth
Mannheim 14.-17.11, Karlsruhe (ALF) ins Leben gerufene wurde. Ein
18.-20.11., Ettlingen 21.11., Vaihin- Hauptziel der Initiative war die Schlie-
gen 22.11., Stuttgart 22.-24.11., Tü- ßung des wöchentlich stattfindenden
bingen 25.-27.11. NPD Stammtisches in der Kneipe „Grü-
ner Automat“, an dem bis zu 60 Neona-
Keine Chance für Nazis in zis teilnahmen. Nach dem es in der Ver-
gangenheit nach den Stammtischen öf-
Oberfranken ters zu gewalttätigen Übergriffen auf Mi-
Am Wochenende 22./23.9. planten grantInnen und Andersdenkende kam,
Rechtsextremisten gleich mehrere wurden zum Start der Kampagne mehre-
Veranstaltungen in Oberfranken. Der re tausend Flugblätter verteilt, auf dem
„Landesparteitag“ der NPD sollte am die AnwohnerInnen über die neonazisti-
Sonntag, den 23.9.07, in Bamberg schen Umtriebe in ihrer Nachbarschaft
stattfinden. Höchstrichterlich wurde informiert wurden. Als Reaktion meldete
den Rechten jedoch untersagt, in der die Kneipen-Besitzerin der Polizei, dass
Kongresshalle zu tagen, weil die Stadt sie die Nazis in Zukunft nicht mehr be-
Bamberg lange vor dem Termin der wirten werde. Trotz dieses Erfolges wer-
Nazis einen Tag der offenen Tür in den wir unsere antifaschistische Kampa-
dem Gebäude plante. Am Samstag gne fortsetzen und der NPD und deren
wollten die Rechten zudem am Bam- Strukturen offensiv entgegentreten.
Dort steuert er die Heimatstädte der über berger Gabelmann eine Kundgebung Kundgebung und Demo gegen Nazi-
12.000 Kinder an, die zwischen 1940 durchführen, auch die wurde abgesagt. strukturen in Fürth!
und 1944 in die Vernichtungslager ver- Antifaschisten sagen, dass die Nazis Demonstration: 3. November, 13 Uhr,
schleppt wurden. Haltestationen nach wohl kalte Füße bekamen. Es war abseh- Bahnhofsvorplatz, Fürth
Frankfurt a.M. sind Bahnhöfe in Darm- bar, dass höchstens eine Hand voll
stadt, Mannheim, Karlsruhe, Stuttgart Rechtsextremer zu der Veranstaltung Nazi-Treff auf dem
und Tübingen. Insgesamt wird der „Zug kommen würde. Ihren Landesparteitag
der Erinnerung“ über 3000 Kilometer führte die NPD dann am Sonntag in der Oktoberfest
zurücklegen. kleinen oberfränkischen Ortschaft München. Das Münchner Oktoberfest
An den früheren Deportationsorten Gremsdorf durch. Aus Gremsdorf wur- dient Rechtsextremen als Treffpunkt.
bemühen sich Bürgervereine teilweise den während der Nazidiktatur nachweis- Wie die rechtsextreme „Bürgerinitiative
seit Monaten um Spurensuche nach den lich 320 Menschen mit Behinderung de- Ausländerstop“, eine Tarnorganisation
deportierten Kindern und Jugendlichen. portiert und in den Vernichtungslagern der NPD, auf ihrer Website berichtet,
Die Opfer stammen aus jüdischen Fami- oder Versuchsanstalten der Nazis ermor- fand ihre Gründungsversammlung am
lien, aus Familien der Sinti und Roma det. In Gremsdorf trafen sich die bayeri- 30. September im Winzerer Fähndl statt.
oder sind Kinder von Nazi-Gegnern. Ihre schen Nazis in der Gaststätte „Göb“. Ziel der Rechtsextremen ist die Teilnah-
Lebenszeugnisse, Fotos, Archivbelege Beinahe 200 Antifaschisten demonstrier- me an der Kommunalwahl im kommen-
und mündlichen Berichte wird der Zug ten gegen die Anwesenheit der NPD in den März in München. Ihr Vorsitzender
am Ende der mehrmonatigen Reise zur dem Ort. Redner aus unterschiedlichen und designierter Spitzenkandidat ist der
Gedenkstätte Auschwitz (Oswiecim) Organisationen, wie beispielsweise der einschlägig bekannte Karl Richter, frü-
bringen. Der Leidensweg der jugendli- israelitischen Kultusgemeinde forderten her bei den Republikanern zu Hause und
chen Opfer ist in der deutschen Öffent- ein Ende des braunen Terrors in Grems- jetzt für die NPD-Landtagsfraktion in
lichkeit bisher weitgehend unbeachtet dorf und betonten, dass die Neonazis in Sachsen aktiv. Von der Seite geht direkt
geblieben. dem Ort keinen Rückhalt haben. Die

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ein Link zur Homepage der bayerischen lerweile ist das Filmmaterial auf ver- zungen zwischen mehreren hundert Au-
NPD. schiedenen einschlägigen Internetseiten tonomen und der Polizei, die Gummi-
Grünen-Fraktionschef Siegfried Ben- zu sehen. Die Eberbacher Polizei zeich- schrot und Tränengas einsetzte, verhin-
ker hat den Vorgang in einer Anfrage auf- net sich durch offensive Untätigkeit an- derte ihren Umzug
gegriffen und will wissen, ob die Stadt- gesichts zunehmender Naziaktivitäten Zur Anheizung ihres Wahlkampfes
verwaltung Kenntnis von dem rechtsex- vor Ort aus, wodurch sie den rechten hatte die SVP eine Unterschriftensamm-
tremen Treffen auf dem Oktoberfest hat Einschüchterungsversuchen Tür und Tor lung für eine Volksinitiative „für die Aus-
und ob sie derartiges in Zukunft verhin- öffnet. schaffung krimineller Ausländer“ (kurz:
dern will. Siegfried Benker: „Wenn eine Bei den beteiligten Neonazis handelte „Ausschaffungsinitiative“, bei jugendli-
offen ausländerfeindliche Organisation es sich keineswegs um Unbekannte oder chen Verurteilten soll gleich die ganze
mit ihrer Gründung auf dem Oktoberfest die viel zitierten Einzeltäter; vielmehr Familie abgeschoben werden) gestartet,
– einer offiziellen Veranstaltung der waren seit vielen Jahren aktive Kader aus für die sie angeblich bisher rund 200.000
Stadt München – wirbt, droht dies die der Region darunter, federführend der Unterschriften gesammelt hat. Dazu hat
Reputation nicht nur der Wiesn sondern mehrfach verurteilte Nazi-Schläger und sie ein Plakat herausgegeben, auf dem
der ganzen Stadt zu beschädigen. Ludwigshafener NPD-Kreisvorsitzende ein Migrant als „schwarzes Schaf“ von
Schließlich haben wir auf dem Okto- Christian Hehl, der als Bindeglied zwi- einem weißen Schaf mit einem kräftigen
berfest Millionen ausländischer Besu- schen den klandestin agierenden „Freien Tritt hinausbefördert wird (siehe Bild).
cher, die gewiss nicht hergekommen Kameradschaften“ und der NPD fun- Außerdem will sie den Bau von Minaret-
sind, um in Kontakt mit organisierten giert. ten verbieten und das Antirassismusge-
Neo-Nazis zu treten. Die Stadt sollte zu- Auch ist Eberbach nicht zum ersten setz abschaffen.
sammen mit Herrn und Frau Pongratz, Mal Ziel von faschistischen Umtrieben. Komitee Schwarzes Schaf,
den Wirten des Winzerer Fähndl, überle- Während im Umland bereits seit gerau- Indymedia Schweiz ■
gen, wie man gegen diesen Missbrauch mer Zeit Neonazistrukturen etabliert Inzwischen wurde gewählt: Die SVP leg-
des Oktoberfestes als Werbung für NPD- sind, kam es in der Kleinstadt selbst im te 2,3 Prozent gegenüber 2003 zu. Da-
Tarnlisten vorgehen kann.“ Juli 2006 zu einem Aufmarsch, der maß- mals wurde die Partei von Justizminister
Markus Viellvoye, Stadtratsfraktion geblich vom „Aktionsbüro Rhein-Ne- Christoph Blocher mit 26,7 Prozent der
Die Grünen - rosa liste ■ ckar“ initiiert worden war. Stimmen stärkste politische Kraft. Zwar
Faschistische Aktivitäten lassen sich fielen die Zuwächse niedriger aus als von
Nazi-Umtriebe gegen die nicht durch Ignorieren oder Totschwei- vielen befürchtet, aber mit 29 Prozent
gen bekämpfen. Sie fordern entschlosse- der Stimmen bleibt die SV die bestim-
Eberbacher Realschule ne Gegenwehr und öffentlichen Wider- mende Fraktion in der Regierung.
Heidelberg. Am Montag, 8. Oktober spruch. Nazistrukturen müssen zerschla-
2007, suchten mehrere Neonazis die Re- gen werden – im Odenwald und überall. Neonazis marschieren in
alschule in Eberbach (Odenwald) heim, PM 12.10. Antifaschistische Initiative
an der seit Beginn des Schuljahres der Heidelberg (AIHD) ■ Hildesheim
Antifaschist Michael Csaszkóczy unter- Hildesheim/Melle. Der Hamburger
richtet, der zuvor wegen seiner AIHD- Rechtsextremist Christian Worch und
Mitgliedschaft jahrelang mit Berufsver- seine Gefolgsleute konnten am 13.10.
bot belegt worden war. Dabei hatten die unter dem Motto „Gegen Mulitkulti und
„Nationalen Sozialisten“, wie sie sich Ausländergewalt“ mit 200 Personen
selbst in Internetveröffentlichungen nen- durch Hildesheim demonstrieren. Die
nen, die bereits berüchtigte „Schulhof- NPD bezeichnete dies als Demonstration
CD“ sowie Hochglanzbroschüren der nationaler Kräfte und als Erfolg. Die
sächsischen NPD (Nationaldemokrati- Stadtverwaltung wollte einen entspre-
sche Partei Deutschlands) im Gepäck. chenden Beschluss des Verwaltungsge-
Bei dem an die RealschülerInnen verteil- richts Hannover nicht anfechten, teilte
ten Material handelt es sich um speziell ein Sprecher mit. Die Stadt hatte zuvor
auf Kinder und Jugendliche zugeschnit- ein Versammmlungsverbot erteilt, dage-
tene Propagandaerzeugnisse, mit denen gen hatte Worch Widerspruch eingelegt.
ihnen die menschenverachtende Ideolo- Protest gegen rassistische Eine Gefährdung der öffentlichen Si-
gie der Neonazis nahe gebracht werden cherheit und Ordnung sei allein durch
soll. Wahlkampagne der SVP die geplante Strecke durch das überwie-
Die Neueinstellung Michael Csasz- Am 6. Oktober versammelten sich an- gend von Ausländern bewohnte Fahren-
kóczys nahmen die Faschisten zum An- geblich rund 10.000 SVP-Anhänger aus heitsviertel und das Motto „Gegen Mul-
lass, um gegen den „liberalen Geist“ an der ganzen Schweiz in Bern zu einer zen- tikulti und Ausländergewalt“ nicht gege-
Bildungseinrichtungen, gegen den tralen Wahlkampfdemonstration, darun- ben, begründet das Gericht den Be-
„linksextremen 68er-Schwachsinn“ und ter auch bekannte Nazis. Dagegen wie- schluss.
gegen die Vermittlung von „linken My- derum mobilisierte das „Komitee Als Reaktion auf den Gerichtsbe-
then“ an SchülerInnen zu wettern. Damit Schwarzes Schaf“, ein breites antirassis- schluss verhängte die Stadt am 11.10.
verbunden waren Drohungen gegen die tisches Bündnis, zu einem „ganz FEST Auflagen. Unter anderem wurde die an-
Schule und die Ankündigung, so lange GEGEN RASISSMUS“, an dem über gemeldete Strecke leicht geändert und
wiederzukommen, bis sie, so ihre An- 5000 Menschen teilnahmen. Darüber hi- das Abspielen von Marschmusik unter-
kündigung auf diversen Homepages, naus fanden in der ganzen Stadt vielfälti- sagt.
„ein demokratisches Gegengewicht zu ge weitere Aktionen gegen die rassisti- Gegen den Aufmarsch der Neonazis
den Ansichten des Antifalehrers“ ge- sche SVP-Politik und ihre aggressiv aus- haben unter anderem Gewerkschafter,
schaffen hätten. länderfeindliche Wahlkampagne statt, Kirchen, und Schülergruppen zu einer
Die hinzukommenden Lehrkräfte, die insgesamt, so das Komitee, deutlich Demonstration aufgerufen.
ihnen Hausverbot erteilten und das Pro- mehr als unter den SVP-Losungen. Die Unterdessen hat auf dem Meller Bahn-
pagandamaterial einsammelten, wurden SVP konnte ihre Wahlkundgebung nicht hof für mehrere Stunden die Fahne der
von den Provokateuren abgefilmt. Mitt- durchführen. Schwere Auseinanderset- NPD gehangen. Am 10.10. vormittags

4 :antifaschistische nachrichten 22-2007


Mit einer eindrucksvollen 2. Deutsches Sozialforum in Cottbus
Abendveranstaltung in der
Stadthalle von Cottbus erfolgte am
Donnerstag, den 18. Oktober der
„Die bessere Welt gemein-
Startschuss für das 2. Sozialforum in
Deutschland. Bis Sonntag, 21. Okto-
ber wurde in über 170 Veranstaltun-
sam gestalten“
gen beraten, wie Wege in eine „bes- Sozialforums in Cottbus. „Gewaltsame
sere Welt“ aussehen könnten und neoliberale Globalisierung und Kriege
wie sie gemeinsam zu beschreiten sind zwei Seiten einer Medaille“. Mit
wären. starken Worten eröffnete Peter Strutynski
vom Bundesausschuss Friedensratschlag
Außer dem Oberbürgermeister der Stadt die Konferenz „Für eine Politik des Frie-
Frank Szymanski (SPD) ergriffen Mari- dens“. Thomas Mann abwandelnd cha-
on Scheier, DGB-Vorsitzende der Region rakterisierte er den „ Krieg gegen den
Südbrandenburg, die Schriftstellerin Da- Terror“ als „Grundtorheit des Jahrhun- Der Abgeordnete zum Europaparla-
niela Dahn, Gerardo Garcia, Vize- Präsi- derts“. Auf den in Lissabon von den EU- ment Tobias Pflüger schilderte, wie
dent der MAS Boliviens und einer der Granden abgesegneten „Reformvertrag“ durch eine Reihe kosmetischer Änderun-
Gründungsväter des Weltsozialforums, eingehend, zitierte er die „Süddeutsche gen – etwa durch alternative Paragrafen-
Chico Whitaker aus Brasilien, das Wort. Zeitung“, die für den Vertrag offensive nummerierung – der alte Verfassungsent-
Marion Scheier betonte, dass es insbe- Werbung betreibt, aber der Bevölkerung wurf in „neuer“ Gestalt eine Resurrekti-
sondere um „mehr gelebte Solidarität“ nahe legt, das Papier gar nicht zu lesen. on erlebt.
geht. Daniela Dahn spannte einen weiten „Dem europäischen Bürger sei geraten, Er verwies darauf, dass die EU immer
Bogen vom Scheitern der Weimarer Re- den sich nun abzeichnenden Reformver- stärker als „imperialer Akteur“ auftritt.
publik über den „Krieg gegen den Ter- trag nicht in die Hand zu nehmen (sic!), Im Tschad etwa werde die neokoloniale
ror“ bis zum „aktuellen Kippen der De- seine Lektüre bereitet selbst Spezialisten Politik Frankreichs jetzt unter EU-Flag-
mokratie“ im Shareholder-Kapitalismus: große Probleme“. ge fortgesetzt.
„Die offizielle Politik gibt den Löffel ab Die Bundestagsabgeordnete der LIN- Tobias Pflüger machte deutlich, dass
und die Wirtschaft schwingt ungebremst KEN Inge Höger berichtete von einer sich die Friedensbewegung mit einigen
das Zepter“. Daniela Dahn in Anspielung Reihe von „breit angelegten“ Beschlüs- aktuellen Entwicklungen intensiver aus-
auf Marx: „Prekarier aller Länder verei- sen des deutschen Parlaments, die es der einander setzen muss: „Bei den ,Aus-
nigt Euch.“ Regierung erlauben, ohne weitere Man- landseinsätzen‘ spielt die sogenannte ,zi-
„Für eine Politik des Friedens“ date Truppenkontingente aufzustocken vile‘ Komponente eine immer stärkere
und auch kampfmäßig einzusetzen. Das Rolle. Viele ,Polizeiaufgaben‘ sind
Weltweite Aufrüstung, Kriege und Mili- liegt auf der Linie, die „Bundeswehr zu nichts anderes als klassische militäri-
tarisierung im Inneren waren Gegen- einer weltweit aktiven Armee zu ma- sche Repressionsmaßnahmen“.
stand der Debatten am zweiten Tag des chen“. Hermann Dworczak ■

hatten Passanten die Fahne zum ersten ben, mit denen sie den Kampf der Del- ein nationales Jugendzentrum“ im Berli-
Mal bemerkt, am nächsten Tag war sie menhorster gegen ein geplantes Nazizen- ner Südosten stattfinden. Der Auf-
jedoch bereits wieder verschwunden.Wer trum in ihrer Stadt dokumentieren. Der marsch, der von den sogenannten „Frei-
die Fahne auf- und abgehängt hat, wissen Hamburger Nazi-Anwalt Jürgen Rieger en Kräften Berlin“ organisiert wird, er-
weder Polizei noch Stadtverwaltung. hatte Ende Juli 2006 angekündigt, ein hält Unterstützung der Berliner NPD und
Der stellvertretende NPD-Bundesvor- 100-Zimmer-Hotel im Zentrum der deren Jugendorganisation „Junge
sitzende Jürgen Rieger hatte vor einigen Stadt kaufen zu wollen, was Nationaldemokraten“.
Tagen einen Vertrag zum Kauf des Ge- schließlich durch das En- Bereits im letzten Jahr
bäudes für 700 000 Euro unterschrieben. gagement der Bürgerin- beteiligte sich der
Nach Ansicht der Stadtverwaltung will nen und Bürger – NPD-Bundesvorsit-
der Käufer durch den Vertrag mit dem nicht zuletzt auch zende Udo Voigt
Hamburger Rechtsextremisten die Stadt durch insgesamt am Aufmarsch
zwingen, das Gebäude zu einem erhöh- 940.000 Euro durch die als so-
ten Preis zu erwerben. Der Meller Bür- Spendengelder, genannte
germeister hatte jedoch gesagt, die Stadt die gesammelt „Angstzonen“
werde sich nicht erpressen lassen. Nach wurden, verhin- bezeichneten
seinen Angaben liegt der Verkehrswert dert wurde. Kieze Johan-
der Immobilie lediglich bei 200000 Bestellungen nisthal und Ru-
Euro. Rieger hatte angekündigt, den über den DGB dow. Für dieses
Bahnhof als Schulungszentrum für Neo- Delmenhorst bzw. Jahr kündigte die
nazis zu nutzen. bee ■ übers Internet: NPD eine bundes-
www.keine-nazi- weite Mobilisierung
Keine Nazis in unserer schule-in-delmen- an.
horst.de (8 Euro plus Ein antifaschistisches
Stadt! Versandkosten) ■ Bündnis wird unter dem Slo-
Delmenhorst. Das DGB „Forum gegen gan „Antifa-Event statt Nazi-Advent“
Rechts“, die medienagentur für men- „Antifa-Event statt Nazi- alles an eine Verhinderung des Aufmar-
schenrechte (beide Delmenhorst) und die sches setzen.
Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Advent“ Sonderseite für mehr Informationen
Nds. Nord haben eine kleine Broschüre Berlin. Bereits im fünften Jahr in Folge www.antifa-dezember.de.vu
und eine 28-minütige DVD herausgege- soll am 1.12. ein Nazi-Aufmarsch „Für Antifaschistisches Bündnis Südost ■

: antifaschistische nachrichten 22-2007 5


Nationales Auktionshaus bereits erwähnten „Blood an Honour“
Seit dem 5. September gibt es in Saar- Konzert, sowie im Juli im bayrischen
brücken ein „nationales Auktionshaus, Wunsiedel. Ein Konzert im sächsischen
wo jeder Dinge versteigern oder erstei- Delitzsch im Oktober 2006 konnte von
gern oder auch nur verkaufen und kaufen der Polizei verhindert werden. Auch im
kann, ganz wie bei Ebay“, informierte März 2007 traten „Eternal Pride“ mit
der rheinland-pfälzische Landesverband Nazibands aus England und den Nieder-
der NPD. Im Angebot finden sich bisher landen in Flandern beim „SS-Gedenk-
unter anderem eine CD mit dem Titel tag 2007“ auf, welcher ebenfalls durch
„Elitesoldaten. Musik der Waffen-SS“ das „Blood and Honour“ Netzwerk or-
(Untertitel:“ Originallieder der Leibstan- ganisiert wurde.
darte Adolf Hitler“), die 19-bändige Schon vergangenes Jahr wiesen wir
Chronologie „Der große Krieg 1914 – darauf hin, dass „Eternal Pride“ längst
1919“ und eine DVD mit Leni Riefen- die regionale Bühne verlassen haben.
stahls Olympiafilm von 1936. Inhaber Dies zeigt auch die Entstehungsge-
der Domain www. Nationalversand.de schichte ihrer aktuellen CD: so fuhr die
ist der saarländische NPD-Landesvorsit- Band extra nach Schweden um ihr erstes
zende Frank Franz. Album mit dem gleichnamigen Titel
Unter dem Motto „Dem Wecker auf „Eternal Pride“ im Studio der rechten
den Wecker gehen!“ mobilisiert der Vikingband „Ultima Thule“ aufzuneh-
NPD-Landesverband Rheinland-Pfalz men. Dabei mussten laut eigenen Anga-
gegen den Auftritt des Liedermachers ben 5 Titel nach anwaltlicher Beanstan-
Konstantin Wecker am 14. Oktober in dung von der CD gestrichen werden und
Zweibrücken im Rahmen des Euroklas- es wurde ein Gutachten zur CD ge-
sik Festivals. Damit setzt sich die Hetze schrieben, welches deutlich zeigt, wie
gegen Wecker, die bereits in Halberstadt knapp die Inhalte noch an der Grenze
zu Einschüchterungen geführt hatte (Ab- des Legalen lancieren. Erschienen ist
sage des Konzerts durch den Landkreis) die CD bei dem Label „Barbarossa Re-
fort. cords“, für das der Neonazifunktionär
Newsletter 9/2007 AK Antifaschismus Enrico Marx aus Sangerhausen verant-
Die Linke ■ wortlich zeichnet. Marx war Anführer
der mittlerweile aufgelösten Kamerad-
StGB soll verschärft werden schaft Ostara Skinheads und ist derzeit
Vorsitzender der JN Sangerhausen. Zu-
Rechtsextremistische Gewalttäter sollen dem kann er durch den Vertrieb von nisterium. Vertreter der deutschen Wirt-
nach Vorstellung von Sachsen-Anhalt, rechtsradikaler Musik über seinen Ver- schaft sahen die Stiftung nach Abschluss
Brandenburg und Mecklenburg-Vorpom- sandhandel auch als Sprungbrett vieler der Zahlungen an die Zwangsarbeiter als
mern strenger bestraft werden. Dazu Nachwuchsbands zur bundesweiten Sze- „rein deutsche Angelegenheit“. Diesem
brachten die Länder eine Bundesratsini- ne gewertet werden. Ansinnen folgend plante die Bundesre-
tiative ein. Das StGB soll politische oder Trotz dieser Verbindungen findet sich gierung eine deutliche Verkleinerung des
rassistische Beweggründe festschreiben, im aktuellen Verfassungsschutzbericht Gremiums. Damit wäre nicht nur die
die bei einer Gewalttat als strafverschär- für das Jahr 2006 nicht der geringste Bundestagsopposition von der Mitgestal-
fend zu berücksichtigen sind. So soll er- Hinweis auf die bundesweiten oder inter- tung der künftigen Arbeit praktisch aus-
reicht werden, dass Gerichte nach Über- nationalen Aktivitäten der Musikgruppe. geschlossen worden, sondern vor allem
fallen von Rechtsextremen Gefängnis- „Der geplante dritte Auftritt der Band bei die ausländischen Partner und die Opfer-
statt Bewährungsstrafen verhängen. Der diesen so genannten „Gedenkkonzerten“ organisationen unter anderem aus Osteu-
Vorstoß stößt in anderen Bundesländern zeigt deutlich, dass „Eternal Pride“ mitt- ropa, Israel und den USA.
noch auf ein geteiltes Echo. lerweile zu einer festen Größe im inter- Proteste gegen die Pläne unter ande-
Newsletter 9/2007 AK Antifaschismus nationalen Spektrum des militanten rem von der Jewish Claims Conferenz,
Die Linke ■ „Blood and Honour“ Netzwerks gewor- den osteuropäischen Regierungen und
den ist“, so Thorsten Stein für das Antifa sogar der US-Regierung ließen großen
Sachsen-Anhaltische Band Infoportal in Magdeburg. außenpolitischen Schaden befürchten.
Thorsten Stein, Pressesprecher // Daher zogen SPD und Union ihre wirt-
erneut bei Gedenkkonzert Antifa Infoportal Magdeburg schaftsfreundlichen Pläne zurück.
für „Blood and Honour“- Web: www.a-i-p.tk ■ Die internationalen Kuratoren vertra-
Gründer ten zudem einhellig die Auffassung, dass
Internationale Besetzung sie mit der Arbeit der derzeit amtieren-
Belgien. Wie bereits im vergangenen den Vorstände Dr. Martin Salm und Gün-
Jahr wird die Blankenburger Rechtsrock- des Kuratoriums der ther Saathoff vollauf zufrieden seien und
band „Eternal Pride“ erneut beim so ge- Zwangsarbeiterstiftung auch hier keine Änderung erfolgen solle.
nannten „Ian Stuart Memorial“ spielen, bleibt Dank des internationalen Drucks
einem Gedenkkonzert für den Gründer bleibt es nun bei der bewährten Struktur
des in Deutschland verbotenen Rechts- Berlin. Die Pläne der Regierungskoali- und die Stiftung kann sich voll darauf
rocknetzwerkes „Blood and Honour“. tion zur Entmachtung des Kuratoriums konzentrieren, zukünftig Projekte der Er-
Geplant ist das Konzert für den 27. Okto- der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung innerung an die Naziverbrechen und der
ber im belgischen Flandern. Bereits und Zukunft“ (EVZ) sind vom Tisch, so Verhinderung von Menschenrechtsver-
mehrfach waren „Eternal Pride“ durch die Vertreterin der Linksfraktion im Ku- letzungen zu fördern.
internationale Nazi-Kontakte bekannt ratorium, Ulla Jelpke. Dies sei das Er- PM Ulla Jelpke, MdB
geworden: so spielte die Band im März gebnis einer Sondersitzung des Kuratori- Innenpolitische Sprecherin
letzten Jahres in Belgien (Flandern) beim ums am Mittwoch im Bundesfinanzmi- Fraktion DIE LINKE ■

6 : antifaschistische nachrichten 21-2007


ver.di Bundeskongress:

Kampf gegen Rechtsextremismus –


ein wichtiges Anliegen der Mitgliedschaft
Wie jeder Gewerkschaftskongress steigende Verarmung verschlimmert. haftierung oder anderen unmenschlichen
war auch auf dem 2. ordentlichen Eine Politik, die sich auf soziale Gerech- und entwürdigenden Behandlungen und
Bundeskongress der Gewerk- tigkeit orientiert, kann helfen, die Brut- Bestrafungen werden könnte und dabei
schaft ver.di (30.9.-6.10.) viel zu wenig stätten für Rechtsextremismus auszu- insbesondere auf Gewalt zu achten, die
Zeit, um alle Anträge (etwa 1300) zu be- trocknen. Frauen und Kindern zugefügt werden
handeln. Thematisch bildeten die Anträ- könnte.
ge zu den Themen Mindestlohn/Zeitar- 5. ver.di ruft die Bundesregierung und ver.di wird auf dieser Grundlage Bil-
beit, Hartz IV – zweiter/dritter Arbeits- Landesregierungen sowie die politisch dungsangebote entwickeln und anbieten,
markt, „politischer Streik“ sowie Rechts- Verantwortlichen in den Städten und Ge- die den Mitgliedern den Rücken stärken
extremismus Schwerpunkte der Diskussi- meinden auf: für eine Auseinandersetzung mit rechts-
on. Allein zum Thema „Rechtsextremis- ◗ allen Menschen wirksamen Schutz extremen Positionen.
mus“ lagen dem Kongress rund zwei und Hilfe gegen diskriminierende Hand- ◗ ver.di mischt sich ein und begreift
Dutzend Anträge vor. Um dem Anliegen lungen zu garantieren, die auf Hautfarbe, den „Kampf um die Köpfe“ in der Ausei-
gerecht zu werden, erarbeitete der Ge- Nationalität, Kultur oder ethnische Ab- nandersetzung mit rechtsextremen,
werkschaftsrat – das höchste ehrenamtli- stammung, Zugehörigkeit zu einer natio- rechtspopulistischen und fremdenfeindli-
che Gremium – einen eigenen umfassen- nalen Minderheit, Sprache, Religion/ chen Haltungen als eines der wichtigsten
den Antrag, den wir (auszugsweise) do- und zentralen Ziele in der Bildungsar-
kumentieren. Er wurde mit wenigen Ent- beit. Dazu gehört die klare Auseinander-
haltungen angenommen. setzung mit neoliberaler Politik und je-
Ein Antrag auf Streichung der Forde- der Form – auch von auch unterschwelli-
rung nach Verbot der NPD wurde mit gem Rechtsextremismus – der „Fremde“
großer Mehrheit abgelehnt. Zur Unter- zu Sündenböcken stempelt. Dazu gehört
stützung der Verbotsforderung wurde so- es, die Abstiegs- und Existenzängste der
gar ergänzend ein Antrag zur Unterstüt- Stand der Unterschriften- Menschen ernst zu nehmen und die Men-
zung der Kampagne „NPD-Verbot-jetzt“ sammlung am 28.10.07: schen zu Zivilcourage zu ermutigen.
beschlossen. ◗ Die Auseinandersetzung darf nicht
Außerdem wurde zur Koordinierung
147.381 nur auf die Bildungsarbeit beschränkt
und Unterstützung gewerkschaftlicher bleiben, sondern muss als Aufgabe der
Aktivitäten gegen Rechts ein zentraler Glaube oder Weltanschauung, Behinde- gesamten Organisation begriffen wer-
Arbeitskreis eingerichtet. har ■ rung, Geschlecht oder sexueller Identität den. Wichtig ist deutlich zu machen, dass
Aus dem Beschluss des Bundeskon- gründen und erlittene Schäden auf ge- ver.di Mitglieder gemeinsame Werte ver-
gresses: Rechtsextreme, fremden- rechte Weise wieder gutzumachen; binden wie: Solidarität, Kampf für de-
feindliche und antisemitische Positio- ◗ Diskriminierung am Arbeitsplatz, in mokratische Rechte, für Arbeitnehmerin-
nen und Einstellungen bekämpfen! der Ausbildung, in den Sozialdiensten nen-/Arbeitnehmer- und Gewerkschafts-
1. ver.di wendet sich entschieden gegen und bei der Unterbringung sowie bei der rechte, für Gleichheit, für Freiheit; Frie-
alle Formen von Rechtsextremismus, Inanspruchnahme von öffentlichen den und soziale Gerechtigkeit über alle
Rassismus, rassistischer Diskriminie- Dienstleistungen zu verbieten und zu un- Grenzen hinweg.
rung, Antisemitismus, Fremdenfeind- terbinden; ◗ ver.di sucht, wo immer es möglich
lichkeit und Intoleranz. ◗ im Hinblick auf die Bekämpfung ist, Bündnispartner zu finden in dieser
von Vorurteilen und Stereotypen, die zu Auseinandersetzung, bei anderen Verei-
2. ver.di verurteilt jedes demagogische Fremdenfeindlichkeit führt, wirksame nen, Initiativen und Organisationen.
Verhalten von PolitikerInnen und Partei- Maßnahmen zu ergreifen und hierbei ◗ ver.di zieht in der politischen Ausei-
en, die die berechtigten Ängste der Men- auch die Bereiche Ausbildung, Kultur nandersetzung einen scharfen Tren-
schen in Bezug auf wirtschaftliche, so- und Medien einzubeziehen; nungsstrich zwischen der richtigen Ver-
ziale und öffentliche Unsicherheit und ◗ rassistische und fremdenfeindliche teidigung sozialer und materieller Min-
Globalisierung ausnutzen, um Immi- Propaganda oder Handlungen, die über deststandards gegen Unterbietungskon-
grantinnen/Immigranten, Asylbewerbe- Literatur, die Medien (Presse/Internet, kurrenz auf der einen und rassistischer
rinnen/Asylbewerber und ethnische Min- Radio, Musik, Filme etc.) übertragen Umdeutung dieser Konkurrenz auf der
derheiten als Ursache der Misere verant- oder ausgeführt werden, zu unterbinden anderen Seite zum Beispiel beim Kampf
wortlich zu machen. und/oder zu verbieten; gegen Auslagerung von Unternehmen in
◗ die Familienzusammenführung von andere Regionen.
3. Angesichts der Tatsache, dass Strafta- eingewanderten Arbeitnehmerinnen und ver.di sorgt dafür, dass verstärkt Be-
ten mit rechtsextremen Hintergrund und Arbeitnehmern zu erleichtern und sicher werberinnen und Bewerber mit Migrati-
damit verbundene ausländerfeindliche zu stellen, dass die ausländischen Arbeit- onshintergrund in ehren- und hauptamtli-
Haltungen in der Bevölkerung in beunru- nehmerinnen und Arbeitnehmer, insbe- che Funktionen gewählt werden.
higendem Maße zugenommen haben, sondere Frauen, ihre sozialen Rechte
fordert ver.di die Öffentlichkeit, und ins- kennen und leben können; 6. ver.di ruft alle Gewerkschaftsmitglie-
besondere die Gewerkschaftsmitglieder, ◗ das Asylrecht zu garantieren und von der, alle demokratische Parteien und die
dazu auf, aktiv gegen rechtsextreme Ak- kollektiven Abschiebungen abzusehen Öffentlichkeit auf:
tivitäten und Einstellungen vorzugehen. sowie sicherzustellen, dass niemand in ◗ den Einfluss rechtsextremistischer
ein Land ausgewiesen, abgeschoben und Bewegungen, Doktrinen, Medien und
4. Diskriminierung wird durch wachsen- ausgeliefert wird, in dem die jeweilige Politik zurückzudrängen;
de Unsicherheit, Arbeitslosigkeit und an- Person Opfer von Todesstrafe, Folter, In-

: antifaschistische nachrichten 22-2007 7


◗ für eine gerechte Behandlung aller NEIN“ bei allen ihren beruflichen und Kinderkrippe über Kindergärten, Vor-
Mitglieder und Mitmenschen ungeachtet privaten Tätigkeiten aktiv zu handeln; schulen, Schulen bis zur Universität, die
ihrer Hautfarbe, Nationalität, Sprache, ◗ auf rechtspopulistisches Gedanken- den Bedürfnissen der Mehrheit der Be-
Behinderung, Religion/Glauben oder gut zur Erlangung politischer Ziele zu völkerung entspricht: mit kleinen Klas-
Weltanschauung, ihres Geschlechtes verzichten. sen, mit speziellen Angeboten für Kinder
oder sexueller Identität einzutreten; ◗ ver.di fordert eine breite Bildungsre- und Jugendliche aus sozialen Brenn-
◗ Menschen mit Migrationshinter- form, die neben der fachlichen und be- punkten und mit Migrationshintergrund
grund und Vertreterinnen/Vertreter ethni- ruflichen Qualifikation auf eigene Ur- sowie Menschen mit Behinderungen.
scher Minderheiten zu organisieren und teilskraft und Kritikfähigkeit der Auszu- ◗ ver.di fordert das Verbot der NPD
ihre Interessen zu vertreten; bildenden und Lehrenden setzt sowie ein und anderer rechtsextremer Parteien und
◗ nach dem Motto „Mach meinen ausreichendes gebührenfreies Angebot Organisationen.
Kumpel nicht an“ und „Rassismus an ganztägiger Einrichtungen von der ■

Nach einer jetzt in Schwerin veröf-


fentlichten Umfrage gibt es in der
Bevölkerung einer breite Mehrheit
Breite Mehrheit für
für ein NPD-Verbot. Demnach sprachen
sich 76 % der WählerInnen für ein NPD-
NPD-Verbot
Verbot aus, nur 20 % dagegen. Hierbei Umfrage in Mecklenburg-Vorpommern – Beschluss im Landesparlament
gibt es mit 78 % bei den Einwohnern
Mecklenburgs und 73 % bei den Einwoh- der CDU/SPD-Koalition, der auf ein Als einzige demokratische Fraktion
nern Vorpommerns kaum regionale Un- neuerliches NPD-Verbotsverfahren ab- stimmte die FDP gegen den Antrag auf
terschiede. zielte (Drs. 5/903). Prüfung eines neuerlichen Verbotsverfah-
Deutlicher hingegen fällt der Unter- Der CDU-Fraktionsvorsitzende Armin rens. Ein Verbot sei nicht geeignet das
schied aus, wenn eine Differenzierung Jäger zeigte sich überzeugt, dass die NPD Denken der Rechtsextremen zu verändern,
eine gegen die Ziele der daher sollte sich die Demokratie lieber
Verfassung gerichtete stark und selbstbewusst auf politischer
Partei sei und dies auch Ebene mit der NPD auseinander setzen, so
in „agrressiv-kämpferi- Fraktionschef Roolf.
scher Weise“ tue. Weite- Michael Andrejewski von der NPD sah
re Beweiserhebungen den Antrag der Koalitionsfraktionen gelas-
seien aus seiner Sicht sen und sprach von einem „Pfusch gegen
überflüssig. Es lägen so Rechts“. Richtig führte er aus, dass das
zahlreiche Äußerungen NPD-Verbotsverfahren seinerzeit nicht an
führender NPD-Funktio- V-Männern an sich, sondern an der Tatsa-
näre auch aus dem Land- che scheiterte, dass diese während des
tag vor, dass hieran kein Prozesses nicht abgezogen worden waren.
ernsthafter Zweifel be- Eine Minderheit der Richter sah hierdurch
stehen könne. „Es macht ein faires Verfahren nicht mehr als gesi-
mich wütend, dass diese chert an, da die Antragsteller auf diese
Partei auch noch Geld Weise die Antragsgegnerin hätten über die
vom Staat erhält.“, be- Prozessstrategie ausspionieren können.
gründete der CDU-Frak- Die NPD habe daher vorsorglich längst
nach Geschlecht, Alter oder Parteipräfe- tionschef seine entschlossene Haltung eine Projektgruppe eingerichtet, die sich
renz vorgenommen wird. So sprechen Volker Schlotmann (SPD) gilt als ei- mit einem neuen Verbotsverfahren be-
sich 84 % der Frauen, aber nur 68 % der gentlicher politischer Vater des Verbotsan- schäftige: „Wenn sie da drin einen Spitzel
Männer für ein Verbot aus. Bei den Partei- trages. Bereits vor zwei Jahren, als in ganz haben, kennen Sie die Grundzüge unserer
anhängern fällt das Ergebnis folgender- Deutschland noch große Skepsis herrsch- Verteidiungsstrategie bereits jetzt, und das
maßen aus: 85 % der SPD-Anhänger sind te, arbeitete der SPD-Fraktionschef bun- wird Ihnen in Karlsruhe keiner abnehmen,
für ein Verbot, aber auch 77 % der CDU- desweit für einen neuen Anlauf. Schlot- dass Sie im Landesvorstand keinen einzi-
Anhänger sowie 74 % der Anhänger der mann machte dabei in seiner Rede darauf gen Zuträger haben. Die Diskussion, ob
Linken oder 69 % der Anhänger der FDP. aufmerksam, dass im Jahr 2003 keinesfalls Sie Informanten abziehen sollten oder
Letzteres ist vor allem deshalb von Inte- eine Mehrheit der Verfassungsrichter für nicht, können Sie sich also sparen, das hät-
resse, weil die FDP vor wenigen Tagen die Einstellung des Verfahrens gestimmt ten Sie längst tun müssen.“, sagte Andre-
gegen einen Landtagsantrag auf Prüfung hatte: „Nur drei der acht Richter waren jewski selbstbewusst.
eines NPD-Verbotsverfahrens gestimmt dieser Auffassung, nämlich dass ein Ver- Trotz der hitzigen Debatte wurde der
hat. fahreshindernis vorläge. Drei von acht!“, Antrag der Koalition mit den Stimmen von
Die Umfrage wurde im Auftrag der führte Schlotmann in seiner Rede aus. Für SPD, CDU und DIE LINKE bei Gegen-
SPD-Landtagsfraktion durchgeführt und ihn sei jedoch besonders erklärungsbe- stimmen von NPD und FDP angenom-
enthält noch weitere zahlreiche Daten. Sie dürftig, dass auch jene, die gegen ein Ver- men.
wird auf der Website www.endstation- bot der NPD argumentieren, von ihrer Ver- Im Laufe des Tages sprach das Präsidi-
rechts.de zum Download angeboten. fassungsfeindlichkeit überzeugt seien, sie um gegenüber der NPD-Fraktion 9 Ord-
Mehrheit des Schweriner Landtages jedoch weiter agieren lassen wollen. nungsmaßnahmen aus, darunter 7 Ord-
fordert NPD-Verbot Selbstverständlich könne niemand so naiv nungsrufe sowie je ein Ausschluss von der
sein zu glauben, mit einem Verbot wären Sitzung sowie ein Entzug des Rederechts.
Auf der 27. Landtagssitzung in Schwerin alle Probleme gelöst, aber ein Verbot hätte Von insgesamt bisher 63 erteilten Ord-
kam es zu deutlichen parlamentarischen den Entzug der Infrastruktur und damit nungsrufen entfallen auf die NPD-Land-
Kontroversen rumd um das Thema NPD. eine organisatorische Schwächung der tagsfraktion allein 58.
Dabei ging es vor allem um einen Antrag NPD zur Folge. Quelle: www.endstation-rechts.de ■

8 :antifaschistische nachrichten 22-2007


Die Komplimente fliegen tief, wenn Französische extreme Rechte vor dem nächsten FN-Kongress:
Rechtsextreme sich streiten. ‚Mari-
ne Le Pen: Quelle conne!‘ donnerte
Robert Spieler, der Vorsitzende der vom
Drei politisch-ideologische
Front National (FN) abgespaltenen Regio-
nalistenbewegung Alsace d’abord oder
„Elsass zuerst“, in einem Beitrag für den
Pole schälen sich heraus
Blog Novopress, der von Fabrice Robert tungskampfs innerhalb des FN. Auf dem Carl Lang schart die „alten Kämpfer“
(Nizza) betrieben wird. Bei letzterem han- nächsten Kongress der rechtsextremen hinter sich und schwingt sich zum Garant
delt es sich um eine Art Indymedia von Partei, am 17. und 18. November 2007 in für die „Orthodoxie“ der Parteipositionen
rechts, also einen „unabhängigen Nach- Bordeaux, will Jean-Marie Le Pen sich auf. Lang war von 1999 bis 2005 General-
richtendienst“ für Neofaschisten, mit (laut zwar noch ein „letztes Mal“ als ihr „Präsi- sekretär des FN gewesen und wurde dann
Eigenangaben von Fabrice Robert, die dent“ bestätigen lassen. Offiziell „für die durch Jean Marine Le Pen von seiner
eventuell mit Vorsicht zu genießen sind) in- Periode von 2007 bis 2010“, also bis zum Funktion abgelöst, um dem Marine-Ver-
zwischen 60 ehrenamtlichen Mitarbeitern ordnungsgemäßen Termin des übernächs- trauten Louis Aliot einen Platz zu ver-
und 200.000 Zugriffen pro Monat. Der ten Parteitags – die Kongresse des FN fin- schaffen. Im Gegensatz zu vielen Altka-
Vorwurf Robert Spielers lautete übersetzt: den alle drei Jahre statt. Faktisch aller- dern, die im Hinblick auf sozial- und wirt-
„Marine Le Pen, was für eine...“, wobei dings vermuten manche Parteifunktionäre, schaftspolitische Fragen ein eher kleinbür-
‚conne‘ die weibliche Form von Depp oder Le Pen wolle seine Tochter schon jetzt für gerlich-reaktionäres Profil mit mittelstän-
Trottel bezeichnet. Das Posting ist inzwi- ihre zukünftige Funktion vorbereiten, und discher Ausrichtung pflegen, steht Carl
schen redaktionell gelöscht worden. sie dann zwischen zwei Kongressen als Lang allerdings auch für einen Diskurs,
Weiße und schwarze Schafe seine Nachfolgerin ernennen. Schon jetzt der starke Elemente von Sozialdemagogie
unterschreibt Marine Le Pen bereits sehr enthält. Seine Devise diesbezüglich lautet:
Was war passiert? Ein Kurzartikel auf der viele der offiziellen Kommuniqués im Na- „Sozial, weil national“. Während Bruno
Webpage des konservativen Wochenma- men der Partei. Ihr Aufstieg geht jedoch Gollnisch, der ebenfalls eher „orthodoxe“
gazins ‚Le Point‘ hatte am Abend des 17. nicht reibungslos vonstatten. Während Parteipositionen zu garantieren suchte,
Oktober enthüllt, dass Marine Le Pen „den Marine Le Pen als „Modernisiererin“ gilt, den katholischen Fundamentalisten in der
Wahlkampf der schweizerischen UDC kri- die ihre Partei in Wirtschaftskreisen und und um die Partei nahe stand, gilt Carl
tisiert“. UDC, oder Union démocratique den bürgerlichen Medien salonfähig ma- Lang jedoch eher als Repräsentant der
du Centre, ist der – politisch irreführende – chen möchte, suchen altgediente Kämpfer Neuheiden.
Name der Schweizerischen Volkspartei und hochrangige Parteikader ihr den Weg In jüngerer Zeit kam ein zweiter Gegen-
(SVP) des Christoph Blocher in der fran- zu versperren. Ihnen zufolge droht eine kandidat hinzu. Jean-François Touzé ist
zösischsprachigen Schweiz. Es ging um „Aufweichung der Inhalte“. Ferner hätten der Repräsentant der „harten“ Aktivisten-
das berüchtigte Plakat der SVP, das drei sie gern, dass die Regelung der Nachfolge fraktion, die erneut eine Partei mit dezi-
weiße Schafe zeigt, die ein viertes Jean-Marie Le Pens an der Parteispitze diert ideologischen Zügen und einer mani-
schwarzes Schaf von den Umrissen einer über „Verdiente im gemeinsamen Kampf“ festen Basisaktivität aufbauen möchte.
eidgenössischen Fahne herunter kicken. und über ein klares ideologisches Be- Nicht zu Unrecht wirft er dem heutigen
„Niemals“ hätte ihre Partei ein solches kenntnis, statt über pure familiäre Zugehö- FN vor, in seiner momentanen Verfassung
Plakat herausgegeben, da es „einen Zu- rigkeit, geregelt wird. hauptsächlich noch in den Medien und auf
sammenhang zwischen Einwanderung Der bisherige große Rivale Marine Le dem Wahlzettel zu existieren – aber nicht
und Hautfarbe“ herstelle, monierte Marine Pens im Streit um die Nachfolge an der wie eine „soziale Bewegung“ aufzutreten,
Le Pen. Daraufhin tobte der Mob in den Spitze hat de facto aufgegeben. Eine kaum oder keine Stadtteilarbeit zu machen
einschlägigen Foren im Internet – dort, wo schwere Herzoperation im August 2007 usw. Für dieses Profil macht er unter ande-
Rechtsradikale unter sich diskutieren, aber hat Bruno Gollnisch, derzeit ‚délégué gé- rem Marine Le Pen verantwortlich und
auch im Webforum des ‚Point‘. Marine Le néral‘ (Generalbeauftrager) des FN, dazu persönlich haftbar.
Pen gebe den Kampf gegen die „Immigra- gezwungen, bei seinen zahlreichen Äm- Wiedervereinigung der aufgesplitter-
tion-Invasion“ auf und strecke die Waffen, tern und Parteifunktionen kürzer zu ste- ten extremen Rechten?
wurde suggeriert. Kurz darauf war ihre cken. Nunmehr möchte Gollnisch, der im
Partei gezwungen, ein Kommuniqué he- Europaparlament der gemeinsamen Frak- Touzé bricht dabei ein Tabu, weil er auch
rauszugeben, das auf die rechtsextremen tion der rechtsextremen Parteien – „Identi- jenes Kader-, Aktivisten- und Intellektuel-
Kritiker antwortete. Sie habe das Spiel mit tät, Souveränität, Tradition (ITS)“ – vor- lenpotenzial, das bei der großen Partei-
den Farben schwarz und weiß kritisiert, steht, sich mit einer Vizepräsidentschaft spaltung im Winter 1998/99 zusammen
weil auch die Antillais (Karibikfranzosen) des FN, die ihm eine Zuständigkeit „für mit dem damaligen Chefideologen Bruno
schwarzer Hautfarbe seien, schrieb Marine internationale Fragen“ einräumt, zufrieden Mégret den FN verließ, anvisiert. Touzé
Le Pen. Diese aber seien „unsere Lands- geben. strebt tatsächlich eine Art „Wiedervereini-
leute“ und integraler Bestandteil der fran- Neue Herausforderer: Carl Lang und gung“ der unterschiedlichen rechtsextre-
zösischen Nation. Tatsächlich ist der FN Jean-François Touzé men Strömungen an – und möchte ferner
aufgrund seiner kolonialistischen Traditi- von dem Kaderpotenzial, das sich dereinst
on sehr darum bemüht, die letzten „Über- Inzwischen hat Marine Le Pen aber zwei rund um Mégret versammelte, retten, was
seegebiete“ – die Antillen oder Neukale- andere Gegenkandidaten gefunden, die noch zu retten ist. Denn aufgrund des
donien – bei Frankreich zu behalten. Im sich „für 2010“ um die Nachfolge des al- Schiffbruchs, den das Parteigründungspro-
Falle der Schweiz, die sich selbst mehr- ternden Vorsitzenden bewerben möchten. jekt von Bruno Mégret – der heutige MNR
heitlich gern als rein weiße Gesellschaft Innerparteiliche Kritiker des Le Pen-Clans (Mouvement National Républicain) – er-
sähe, liegen eben die Voraussetzungen an- werfen den beiden Gegenkandidaten aller- litt, sind viele der beteiligten Aktivisten
ders als in einer Kolonialnation. dings vor, nicht schon in diesem Jahr auf „verloren gegangen“, haben sich in eigene
Vorbereitung auf den kommenden dem Kongress offen Jean-Marie Le Pen kleine Clubs oder aber ins Privatleben zu-
Parteitag heraus zu fordern, sondern zuzulassen, rückgezogen. Jean-François Touzé möchte
dass dieser sich wieder wählen lassen und ferner den historischen „politischen Fami-
Die Episode ist nur ein Glied in der Kette seiner Tochter Marine offen den Weg an lien“ der extremen Rechten (Monarchis-
des lang anhaltenden Macht- und Rich- die Spitze bereite. ten, „Nationalrevolutionäre“, katholische

: antifaschistische nachrichten 22-2007 9


Fundamentalisten, Neuheiden, Nacheife- Ihr politisches Projekt lautet, die Mehr- MNR) vom völkischen Zirkel ‚Terre et
rer des historischen Faschismus...), deren heitsnation solle auch die dauerhaft in peuple’, also „Volk und Erde“; oder den
ideologische Ausrichtung oft konträr zuei- Frankreich lebenden Immigranten in eine rechtsextremen elsässischen Regionalisten
nander steht und für Debatten über die „nationale Identität“ einbinden, um einer Robert Spieler und seine Gattin Chantal
„Doktrin“ sorgt, einen offiziellen „Status“ „Zersetzung“ der Nation durch „globalisti- Spieler, die den Nachmittag moderierte.
innerhalb der Partei verleihen. Hingegen sche Tendenzen“ Vorschub zu leisten. Der Auch einer der Anführer der Gruppie-
möchte besonders Marine Le Pen erklär- Antisemitismus liefert dabei zumindest ei- rung Les Identitaires, Fabrice Robert (Niz-
termaßen ihren Einfluss – der lange Jahre nen wichtigen Nenner. Marine Le Pen hat za), war mit von der Partie, dessen Strö-
hindurch das Erscheinungsbild des FN sich später freilich sichtbar von diesem mung sich als das Rückgrat der noch nicht
prägte – auf ein Mindestmaß beschneiden. Sammlungsversuch distanziert, da der durch wahltaktische Anpassung verdorbe-
Ihr Vertrauter Louis Aliot hat das Ziel aus- rohe Antisemitismus mehrerer der Betei- nen, aktivistischen Basisfaschisten an-
gegeben, die Parteidoktrin auf einige ligten – wie Dieudonné - dem Streben um pries. Robert forderte die Anwesenden
Kernsätze oder Essentials einzudampfen „Salonfähigkeit“ und bürgerliche Repu- dazu auf, sich der „lokalen Verwurzelung“
und nicht länger all diesen historischen tierlichkeit zuwider läuft. der rechtsextremen Bewegung durch örtli-
Ballast mitzuschleppen. Die anderen Kandidaten
Der Streit um die grundlegende Aus- um die Nachfolge Jean-Ma-
richtung der extremen Rechten dürfte also rie Le Pens – Gollnisch,
noch keineswegs beendet sein. Lang und Touzé – haben den
Weiteren Schwung erhält diese Rich- Flirt mit Soral und Konsor-
tungsdebatte – de facto – dadurch, dass ten hingegen von Anfang an
auch Jean-Marie Le Pen in der Praxis als „linke Verwirrung“ und
durchaus andere Orientierungen verfolgt verwerfliche, schwere Kurs-
oder vorschlägt, als die „Modernisie- abweichung kritisiert. Und
rungs“- oder – wie rechtsextreme Kritiker auch viele der Wähler Le
unken – „Anpassungs“strategie seiner Pens wurden dadurch, im
Am Rednerpult: Robert Spieler, Alsace d’abord. Auf dem Podium
Tochter sie implizieren müsste. So ließ Vorfeld der diesjährigen Par- v.l.n.r.: Chantal Spieler, Moderatorin der Veranstaltung; Nicolas
sich Jean-Marie Le Pen am 8. und 9. Sep- laments- und Präsident- Bay Generalsekretär des MNR; Fabrice Robert von “Les Identitai-
tember zu einem Auftritt bei der „Som- schaftswahlen, sicherlich res”, aus Nizza; Jean-François Touzé (FN, Hardliner-Gegner von
meruniversität“ eines Klüngels um den ex- desorientiert und verwirrt. Marine Le Pen); eine Dame, deren Name und Redebeitrag ich eis-
linken Schriftsteller Alain Soral in einer Ihre konservativste, bürger- kalt verpasst habe; Roland Hélie, Direktor des Magazins „Syn-
Kleinstadt in der Nähe von Versailles bli- lichste Fraktion wurde auf thèse nationale”, das die Veranstaltung ausgerichtet hat
cken. diesem Wege darin bestärkt,
„Rot-Braune“, „Modernisierer“ und schon im ersten Wahlgang für den bürger- che Aktivitäten und Betätigung im Ver-
rassistische Traditionsbewahrer lichen Kandidaten Nicolas Sarkozy – der eins- und Bürgerinitiativwesen zu wid-
starke rechtskonservative Elemente in sei- men. Die Zeit des hauptsächlich auf Wah-
Der Club unter Anführung des Berufspro- nen Wahlkampf integriert hatte – zu stim- len ausgerichteten und zudem auf einen
vokateurs Soral war im Juni 2007 unter men. Mann orientierten Cäsarismus sei vorüber,
dem Namen Egalité et réconciliation „Unsere Identität verteidigen“ bemerkte Fabrice Robert. Dieser Positio-
(Gleichheit und Aussöhnung) gegründet nierung stimmten die meisten Anwesen-
worden und verfolgt den Zweck, mit ei- Jene Opponenten, die sowohl den „Mo- den mit Blick auf Jean-Marie Le Pen zu.
nem „rot-braun“ ausgerichteten Diskurs dernisierern“ um Marine Le Pen als auch In diesem Saal hatten Marine Le Pen
politische Verwirrung zu stiften und „alle dem „Linkskurs“ der Rot-Braunen abge- und die sie umgebenden „Modernisierer“
Gegner de Systems, jenseits überholter neigt sind und ihnen „National-Kosmopo- keinen guten Ruf. Vielmehr erschienen sie
Kategorien von links und rechts“ zusam- litismus“ (Fabrice Robert) vorwerfen, als Verräter, die den Kampf gegen die „Im-
menzuführen. Zu den prominentesten sammelten sich wiederum am vergange- migration-Invasion“ und gegen die „Isla-
Gästen zählten der französische Antisemit nen Samstag, den 27. Oktober in einem misierung Frankreichs“ längst aufgegeben
schwarzer Hautfarbe Dieudonné M’bala Saal im 7. Pariser Bezirk; Davor: über 30 hätten. In einem extra aus diesem Anlass
und der Nationalrevolutionär Christian Mannschaftswagen der Gendarmerie, erschienenen Sonderheft von ‚Synthèse
Bouchet. Auch Pierre Guillaume, einer der drinnen: ein überfüllter Saal, der circa 250 nationale’, das für den stolzen Preis von 15
„Päpste“ der französischen Negationisten bis 300 Sitzplätze bietet. Unter einem rie- Euro vertickt wurde und unter der Über-
– also Holocaustleugner –, ließ sich an je- sigen Transprent mit der Aufschrift ‚Dé- schrift „Untersuchung über unsere Identi-
nem Samstag zwischendurch blicken. In fendre notre identité‘ (Unsere Identität tät“ steht, nehmen zahlreiche Kader aus
seinem Beitrag am folgenden Tag sprach verteidigen) sitzen die Redner. unterschiedlichen Strömungen der extre-
sich Jean-Marie Le Pen für die Aktivität Die Zeitschrift ‚Synthèse nationale‘ fei- men Rechten zu diesem ideologischen
solcher „Denkclubs“ aus, die unabhängig erte so ihren ersten Geburtstag. Ihr Anlie- Zentralproblem Stellung. Bernard Antony
vom „engen Rahmen politischer Rahmen“ gen besteht darin, unterschiedliche ideolo- schreibt etwa, der FN hätte bei den Wahlen
agieren könnten und dadurch neue Ansät- gische Strömungen der extremen Rechten im April und Juni 2007 deswegen so
ze entwickelten. – die in den letzten Jahren anfingen, sich schlecht abgeschnitten, weil Le Pen sich
Die politische Konfusionsstiftung eines vom FN zu entfernen und auseinander zu bei seinen Auftritten in Valmy (im Sep-
Alain Soral oder auch des früheren Anti- laufen – erneut zu sammeln. Dazu konnte tember 2006, wo er sich erstmals symbo-
rassisten Dieudonné M’bala hatte Marine sie so unterschiedliche Redner gewinnen lisch positiv zur Französischen Revolution
Le Pen anfänglich unterstützt. In der frü- wie Jean-François Touzé vom FN; Nicolas von 1789 ff bekannte) und in Argentueil
hen Wahlkampfphase hatte sie deren Trei- Bay, den (jungen) Generalsekretär des (Anfang April 2007, wo er unter dem Ein-
ben als Beitrag zum politischen und me- MNR von Bruno Mégret; den Kopf der fluss von Alain Soral und Co. um die Wäh-
dialen „Entstauben“ des FN betrachtet, der katholischen Fundamentalisten Bernard ler/innen der Pariser Banlieue und auch
dadurch als weniger rassistisch erscheine, Antony, welcher freilich aus Krank- um die Franzosen migrantischer Herkunft
da Alain Soral und Dieudonné – die bei- heits(?)gründen entschuldigt blieb, dessen warb) „seine klare Doktrin zur Identität
den Männer sind persönlich miteinander Redebeitrag aber verlesen wurde; den neu- aufgegeben“ und sich um ein „republika-
befreundet – auch unter „ethnischen Min- heidnischen Rassenideologen Pierre Vial nisches“ Profil bemüht habe.
derheiten“ um Anhänger werben. (Lyon/Villeurbanne, ehemals FN und Bernhard Schmid, Paris ■

10 :antifaschistische nachrichten 22-2007


: ausländer- und asylpolitik
ratifizieren. Es sieht ein umfassendes Ver-
bot von Diskriminierung vor. Wie sich aus
Ein Jahr Härtefallkommission: abgeschoben werden, obwohl die Eltern der Antwort auf eine Große Anfrage der
Kein Korrektiv für eine harte und minderjährigen Geschwister ein Blei- Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (BT-
Politik gegen Flüchtlinge berecht erhalten hatten. Die ganze Familie Drucksache 16/6314) ergibt, ist die Regie-
ist staatenlos, was auch von den deutschen rung der Auffassung, dass „eine Ratifizie-
Niedersachsen. Zum Tag des Flüchtlings Behörden anerkannt wird. In Serbien hät- rung keine unmittelbaren Folgen für die
und anlässlich des einjährigen Bestehens ten die jungen Männer ohne einen Pass deutsche Rechtsordnung auslösen würde“.
der Härtefallkommission hat der Flücht- weder Anspruch auf Arbeit noch Anspruch Bereits jetzt sei Diskriminierung umfas-
lingsrat Niedersachsen Bilanz gezogen auf eine Sozialversorgung. Ein Härtefall- send durch Artikel 3 des Grundgesetzes
über den Umgang des Landes Niedersach- antrag konnte jedoch nicht gestellt wer- verboten. An diesen Artikel seien Gesetz-
sen mit Härtefällen. Das Fazit: Der Vorsit- den, weil die jungen Männer aus Angst gebung, Verwaltung und Rechtsprechung
zende und die meisten Mitglieder der zwischenzeitlich untergetaucht waren. unmittelbar gebunden. Der wirkliche
Kommission bemühen sich redlich um Die geringe Zahl der Härtefälle wird Grund für die Unlust der Bundesregie-
Einzelfallgerechtigkeit. Die Rahmenbe- von Seiten des Innenministeriums vor al- rung, das 12. Zusatzprotokoll zur EMRK
dingungen für die Arbeit der Härtefall- lem mit dem Vorrang der allgemeinen zu unterschreiben ergibt sich aus der Ant-
kommission sind jedoch so restriktiv ge- Bleiberechtsregelung begründet. Aber wort auf Frage 19: „Artikel 1 des 12. Zu-
fasst, dass kaum ein Flüchtling Chancen auch dieser Weg führte nur selten zum Er- satzprotokolls sieht vor, dass alle gesetz-
hat, als Härtefall anerkannt zu werden. Die folg: Am 30.06.07 hatten von den 20.176 lich niedergelegten Rechte jedermann
Härtefallkommission erweist sich im Er- geduldeten Personen in Niedersachsen ohne Diskriminierung wegen der nationa-
gebnis als ein wenig wirksames Korrektiv 6048 einen Antrag nach der Bleiberechts- len Herkunft zu gewähren sind. Diese For-
für eine Politik der Härte gegenüber regelung gestellt, aber nur 1.599 erhielten mulierung könnte dahingehend ausgelegt
Flüchtlingen in Niedersachsen. eine Aufenthaltserlaubnis. Ein großer Teil werden, dass Differenzierungen nach der
Seit ihrem Bestehen hat die Kommissi- der langjährig geduldeten Flüchtlingen Staatsangehörigkeit, die in Deutschland
on nur über neun Anträge entschieden, von scheitert an Ausschlussgründen. Wenn nun verfassungskonform sowohl im Sozial-
denen lediglich in fünf Fällen eine beson- die niedersächsische Härtefallverordnung und Arbeitsgenehmigungsrecht als auch
dere Härte und somit ein Aufenthaltstitel nahezu die gleichen Ausschlussgründe für im Ausländer- und Asylrecht vorgenom-
zugebilligt wurde. Ein Grund für die ge- die Prüfung und Feststellung eines Härte- men werden, nicht mehr zulässig wären.“
ringe Zahl der geprüften Anträge ist in der falls vorsieht, fallen viele tatsächliche Här- Die Bundesregierung meine zwar, dass die
Tatsache zu sehen, dass von den acht Mit- tefälle durchs Raster ... Wir fordern daher genannten Differenzierungen mit dem Zu-
gliedern der Härtefallkommission sechs die Streichung aller formalen Ausschluss- satzprotokoll vereinbar seien. Es gebe aber
Mitglieder zustimmen müssen. Keine an- gründe, die Gewährleistung einer schnel- bisher noch keinerlei Rechtsprechung des
dere Härtefallkommission im Bundesge- len Befassung mit Härtefallbegehren – Europäischen Gerichtshofs für Menschen-
biet sieht eine derart hohe Zustimmungs- zum Beispiel über einen Vorprüfungsaus- rechte zu diesen Bestimmungen. Deshalb
quote vor. Eine Reihe von Sitzungstermi- schuss – und eine Feststellung von Härte- könne eine andere Auslegungspraxis nicht
nen der HFK ist schlicht deshalb ausgefal- fällen durch einfache Mehrheit der Mit- ausgeschlossen werden.
len, weil nicht mindestens sechs Kommis- glieder. Quelle: proasyl-newsletter Nov. 2007 ■
sionsmitglieder den Termin wahrnehmen gez. Norbert Grehl-Schmitt, Vorsitzen-
konnten. der, Quelle: Presseerklärung des Flücht- Sprachanalysen in Asylverfah-
Ein Problem stellt auch der lange An- lingsrats Niedersachsen vom 28.9.2007
tragsweg vom ersten Kontakt zu einem zum „Tag des Flüchtlings 2007“ ■ ren sollen gesteigert werden
Kommissionsmitglied bis zur offiziellen Trotz zurückgegangener Asylneuantrag-
Eingabe in die Kommission dar: Zuweilen Sparkasse unterstützt anti- stellerzahlen will das Bundesamt für Mi-
vergeht dabei so viel Zeit, dass die Auslän- gration und Flüchtlinge die Zahl der soge-
derbehörde in der Zwischenzeit bereits die rassistische Aktion nannten Sprachanalysen in Asylverfahren
Abschiebung eingeleitet hat. „Kein Platz für Rassismus!“ – das nehmen steigern. Mit Sprachanalysen sollen die
Die Hauptursachen für die geringen An- das Frankfurter Fußball-Magazin Zico, die vermutlichen Herkunftsländer / Staatsan-
erkennungszahlen sind jedoch rigorose Frankfurter Sparkasse und die Frankfurter gehörigkeiten von Asylsuchenden in
Ausschlusskriterien, die dazu führen, dass Rundschau wörtlich und schenken jedem Zweifelsfällen bestimmt werden. Tauglich
die Anträge von vielen Flüchtlingen von Sportplatz in der Region ein Schild mit ist die Methode eher zum Ausschluss be-
vornherein nicht zugelassen werden. dieser Botschaft. stimmter behaupteter Herkunftsländer,
Beispiele: Als deutliches sichtbares Zeichen der nicht aber zur positiven Bestimmung des
● Ein seit 22 Jahren in Deutschland le- Vereine und Fußballer werden diese öf- Herkunftsstaates. Nach Angaben des Bun-
bender Flüchtling, der gemeinsam mit ei- fentlich angebracht. Prominente Profis wie desministeriums des Innern in einer Sach-
nem Schlachtergesellen fachkundig und Michael Thurk, Ioannis Amanatidis, Ben- information für den Haushaltsexperten der
unter Einhaltung der Tierschutzbestim- jamin Köhler und Jermaine Jones, für den Partei Die Linke, MdB Claus, wird ange-
mungen Schafe geschlachtet hat, erhielt es mittlerweile zu viele fremdenfeindliche kündigt, es sei eine Steigerung der Fall-
einen Strafbefehl über 100 Tagessätze á 20 und rassistische Zwischenfälle im Fußball zahlen von ca. 15% pro Jahr vorgesehen.
Euro, weil er in Unkenntnis des Fleischhy- gibt, „als dass man jetzt noch schweigen Für das Jahr 2008 seien rund 800 Analy-
gienegesetzes keinen Veterinär hinzugezo- kann“, unterstützen die Aktion. sen in Asylverfahren geplant. Multipliziert
gen hatte. Diese Strafe verhindert nicht nur Quelle: Publikation „Aktiv + Gleichbe- mit 360 Euro, die die Gutachten im Ein-
eine Einbeziehung in die Bleiberechtsre- rechtigt Oktober 2007“ ■ zelfall kosten, ergeben sich 288.000 Euro
gelung, sondern auch eine Anerkennung als Haushaltsbedarf. Weitere 55.000 Euro
als Härtefall: Ein Antrag wird gar nicht an- Keine Ratifizierung des Zu- stehen im Haushaltsplanentwurf für die
genommen, wenn eine Verurteilung zu ei- Einholung von Gutachten, darunter amts-
ner Geldstrafe von mindestens 90 Tages- satzes zur Menschenrechts- ärztliche Gutachten im Inland wegen ziel-
sätzen vorliegt. konvention staatsbezogener Abschiebungshindernisse.
● Zwei junge, gerade volljährig gewor- Berlin. Die Bundesregierung plant der- Aufgrund der mündlichen Verhandlung
dene, geduldete Roma-Flüchtlinge sollten zeit nicht, das 12. Zusatzprotokoll zur Eu- beim Bundesverwaltungsgericht am 11.
mit einem Passersatzpapier nach Serbien ropäischen Menschenrechtskonvention zu September 2007 sei mit erhöhtem Bedarf

: antifaschistische nachrichten 22-2007 11


an Gutachterkosten im Hinblick auf Sach- kommen von Niedriglohnempfängern drü- der türkischen Armee in den Nordirak ge-
verhaltsaufklärung bezüglich krankheits- cken bzw. unten halten. stimmt. Ein Krieg scheint kurz bevorzuste-
bedingter Abschiebungsverbote nach § 60 Eine andere Studie aus den USA doku- hen. Die Menschenrechtsorganisation am-
VII Satz 1 zu rechnen. Weitere Gutachten- mentiert eine bemerkenswerte Entwick- nesty international beklagt auch im Gebiet
bereiche betreffen vertrauensärztliche lung. Als in den 1980er-Jahren Kuba kurz- der kurdischen Regionalregierung Men-
Gutachten, die über deutsche Auslands- fristig eine unbehinderte Ausreise zuließ schenrechtsverletzungen wie Folter von
vertretungen in der Regel zu der Frage ein- (Mariel-Exedus), wuchs die Bevölkerung Gefangenen. Dazu kommt die hoffnungs-
geholt werden, ob ein bestimmtes Krank- von Miami in einem Jahr um sieben Pro- lose soziale Lage für abgeschobene
heitsbild im Herkunftsland behandelbar zent. Die kubanischen Zuwanderer ver- Flüchtlinge. In mehreren kurdischen und
ist, was im Jahr 2006 in 56 Fällen geschah. dienten weniger als die Einheimischen irakischen Städten brach kürzlich sogar
Im Jahr 2006 wurden darüber hinaus in 88 und verzeichneten höhere Arbeitslosen- die Cholera aus. Ulla Jelpke: „Ich appellie-
Fällen von den deutschen Auslandsvertre- quoten. Einkommen und Arbeitslosigkeit re an die Verantwortlichen von Zagros-Air,
tungen Vertrauensanwälte mit Recherchen von ungelernten amerikanischen Arbeit- dem Druck deutscher Behörden oder der
betraut, was knapp 20.000 Euro an Kosten nehmerinnen und Arbeitnehmern – egal ob kurdischen Regionalregierung nicht nach-
mit sich brachte. schwarz oder weiß – blieben davon unbe- zugeben und sich nicht für die Abschie-
Quelle: proasyl-newsletter 2007 ■ rührt. bung der eigenen Landsleute zur Verfü-
Schwieriger ist aus Sicht der TUC-Stu- gung zu stellen. Die deutschen Ausländer-
Zuwanderung als Gewinn: die die Einschätzung, wie Migranten ohne behörden müssen endlich die Realitäten
Papiere die Einkommenssituation beein- anerkennen und Flüchtlingen aus dem Irak
Studie des TUC räumt mit ei- flussen. „Es scheint sehr unwahrschein- ein dauerhaftes Bleiberecht gewähren.“
nigen Mutmaßungen in lich, dass das keinen Einfluss auf das Ulla Jelpke, MdB Innenpolitische
Großbritannien auf Lohnniveau hat – zumindest am unteren Sprecherin Fraktion DIE LINKE ■
Ende des Arbeitsmarktes.“
Großbritannien. Der britische Gewerk- Aus Sicht des TUC ist der nationale Übergriffe bei Ausweis-
schaftsdachverband Trades Union Con- Mindestlohn ein wichtiges Instrument im
gress (TUC) hat Ende Juni eine Literatur- Niedriglohnbereich, Lohndumping mit kontrollen
studie über die Auswirkungen von Migra- den entsprechenden Folgen für den Ar- Almeria. Während der letzten Monate
tion auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt in beitsmarkt zu verhindern. Lohndumping häuften sich in der Provinz Almería die
Großbritannien veröffentlicht (the econo- hat aber nicht mit Zuwanderern zu tun, Anzeigen polizeilicher Übergriffe auf Im-
mics of migration – managing the imp- sondern mit skrupellosen Arbeitgebern, migrantInnen. Ein jüngstes Info der Land-
cats). Das zentrale Ergebnis: „In diesem die „schlecht informierte und schlecht or- arbeiterInnengewerkschaft SOC berichtet,
Land ist die Wirkung von Zuwanderung ganisierte Arbeitnehmer“ ausbeuten. Da- dass die Polizeikräfte zudem dabei auch
insgesamt begrenzt aber positiv. Ausländi- raus ergibt sich unmittelbar die Aufgabe Diebstähle begangen haben.
sche Arbeitnehmerinnen und Arbeitneh- der Gewerkschaften in diesem Zusam- Allein im Verlauf der vergangenen zwei
mer zahlen mehr Steuern als sie an Leis- menhang: informieren und organisieren. Monate sind hunderte Anklagen von Im-
tungen erhalten und Migration führt wahr- Insgesamt – auch unter Einbeziehung migrantInnen über polizeiliche Misshand-
scheinlich zu einem leicht höheren Be- der anderen oben genannten Fragestellun- lungen und Missbräuchlichkeiten bei der
schäftigungs- und Einkommensniveau für gen – kommt die Studie zu dem Schluss, SOC eingegangen, die unter dem Schutz
einheimische Arbeitnehmerinnen und Ar- dass Zuwanderung für Großbritannien ein vermeintlicher Routinekontrollen von Pa-
beitnehmer.“ Gewinn ist. pieren stattgefunden haben.
Die Untersuchung geht fünf Fragen Quelle: Publikation „Forum Migration Die meisten dieser Taten haben in pre-
nach, die in der Debatte in Großbritannien Oktober 2007“ ■ kären Wohnungen stattgefunden; zwei in
(und nicht nur da) immer wieder auftau- den als ,Casas Viejas‘ bekannten Ruinen
chen: „Hat Migration zu Arbeitslosigkeit Wieder Abschiebungen in von San Isidro, in Níjar, die jeweils zwi-
geführt? Hat Migration die Einkommen schen 20 und 40 Personen beherbergen.
gesenkt? Bürdet Migration den Steuerzah- den Irak Die Ruinen werden von den ImmigrantIn-
lern Kosten auf? Schadet Migration den Die kurdisch-irakische Fluggesellschaft nen als Übergangslösung genutzt, bis sie
Entwicklungsländern? Ist Migration für Zagros-Air hat angekündigt, wieder für eine feste Unterkunft auf den Finkas der
die Migranten von Nachteil?“ Alles in al- Abschiebungen von Flüchtlingen in den Unternehmer oder eine Mietwohnung ge-
lem muss jede dieser Fragen verneint wer- Irak zur Verfügung zu stehen, so die in- funden haben. Ein Teil der BewohnerIn-
den. Allerdings ist es notwendig im Ein- nenpolitische Sprecherin der Linksfrakti- nen gehört zu den sin papeles, d.h. hat kei-
zelnen zu differenzieren. Ein Beispiel: on Ulla Jelpke. Nächsten Monat finde die ne Papiere oder befindet sich bezüglich
Einkommensentwicklung. Unter Verweis erste Abschiebung mit einem Charterflie- des Status noch im Prüfungsverfahren.
auf eine Studie der Universität Notting- ger der Linie Zagros-Air statt. Alle arbeiten als TagelöhnerInnnen in der
ham heißt es, dass der Anstieg der Zahl Erst vor wenigen Wochen hatte die kur- Landwirtschaft.
von ungelernten Zuwanderern die Ein- disch-irakische Fluggesellschaft Zagros- Laut den von der SOC dokumentierten
kommen der ungelernten einheimischen Air nach einer Kampagne von Flüchtlings- Aussagen, haben zwei junge Guardia Ci-
Arbeitnehmer drückt. Quantitativ fällt das hilfsorganisationen und antirassistischen vil-Beamte in diesem Kontext dort „in ge-
aber kaum ins Gewicht. Ein Einfluss von Gruppen versprochen, für Abschiebungen waltsamer, missbräuchlicher und unver-
Migration auf die Einkommenssituation künftig nicht mehr zur Verfügung zu ste- hältmäßiger Weise“ Ausweiskontrollen
gelernter Beschäftigter ist nicht festzustel- hen (wir berichteten). Da Zagros-Air als vorgenommen. Dabei legten sie Immig-
len. einzige Fluggesellschaft Direktflüge von ranten ohne erkenntlichen Grund Hand-
Die Tatsache, dass amerikanische Studi- Deutschland in die autonome Region Kur- schellen an oder warfen unter Drohungen
en für den US-Arbeitsmarkt zum Teil zu distan im Nordirak anbietet, mussten die ihnen vorgelegte Dokumente auf den Bo-
anderen Ergebnissen kommen, wird in der deutschen Ausländerbehörden die Ab- den. Die Guardias schossen in die Luft
Untersuchung unter anderem darauf zu- schiebungen daraufhin aussetzen. und veranlassten mit dieser Einschüchte-
rückgeführt, dass der amerikanische Min- Abschiebungen in den Irak – auch in die rung, dass die Immigranten losliefen, um
destlohn rasant an Kaufkraft verloren hat – kurdische Region – sind menschenverach- sich in den Bergen in Sicherheit zu brin-
seit 1979 rund 30 Prozent. Unter diesen tend und unverantwortlich. Gerade hat das gen. Dabei lachten die Beamten und riefen
Umständen konnten Zuwanderer die Ein- türkische Parlament für einen Einmarsch Beleidigungen hinter den Fliehenden her.

12 :antifaschistische nachrichten 22-2007


Es gibt auch Fälle, bei denen die Polizisten „Mit den Entrechteten“ in der spanischen Enklave Melilla
Fliehende gefesselt haben.
Ein brutales Beispiel dieses Vorgehens Spanien. Seit einer Woche bin ich in der hause Melilla ist. Nach spanischem Recht
hat sich am 4. September ereignet, als die spanischen Enklave Melilla, um ein drei- haben alle Minderjährigen, egal welcher
Guardia Civil am Nachmittag per Auto an monatiges Praktikum bei der Kinder- und Nationalität und welchem Aufenthaltssta-
den ,Casas Viejas‘ erschienen war und das Menschenrechtsorganisation PRODEIN tus ein Anrecht auf einen Schulplatz, doch
Vorzeigen der Dokumente verlangt hatte. zu machen. Ich erfahre, was Polizei- und hier in Melilla herrschen scheinbar andere
Die Bewohner mussten alle Papiere, ein- Militärpräsenz ist; was es heißt, in einer Gesetze. Das, was Ihnen laut spanischem
schließlich ihres Geldes, in Plastiktüten Stadt zu leben, die durch einen Grenzwall Gesetz und außerdem laut der von Spanien
stecken und den Beamten aushändigen. von Marokko, und damit vom afrikani- unterzeichneten internationalen Kinder-
Die Guardias fuhren damit weg, um kurz schen Kontinent getrennt ist; was es heißt, rechtskonvention zusteht, wird ihnen hier
darauf wiederzukommen und die Plastik- eingekesselt von einem Grenzwall zu le- verweigert.
tüten aus dem Wagenfenster zu wer- Jugendliche, die jahrelang unter der
fen..., allerdings ohne das darin gewese- Vormundschaft der Stadt standen, die als
ne Geld. Als daraufhin zwei marokka- unbegleitete Kinderflüchtlinge in die Stadt
nische Arbeiter, die eine Aufenthaltsge- gekommen sind und seitdem in Aufnah-
nehmigung besitzen, versucht hatten meeinrichtungen des Staates leben und
mit den Beamten zu reden und das Geld hier zur Schule gehen, werden mit Vollen-
zurückzuverlangen, waren diese ausge- dung der Volljährigkeit der Straße überlas-
stiegen und hatten mit ihren Schlagstö- sen.
cken losgeprügelt. Doch damit nicht Mit Vollendung der Volljährigkeit wer-
genug, die beiden Marokkaner wurden den sie ohne ein einziges Papier, dass ih-
auch noch unter der Anschuldigung Wi- nen die Dauer des Aufenthaltes, den Be-
derstand gegen die Staatsgewalt und such der Schule oder die Teilnahme an Be-
verübter Körperverletzung festgenom- rufskursen oder Praktika bestätigt, ohne
men. Als am folgenden Tag ein weiterer ihre Aufenthaltserlaubnis, aus der Einrich-
Immigrant auf dem Revier der Guardia tung entlassen. Ohne eines dieser Papiere
Civil die Zurückgabe des Geldes for- wird ihnen die Erneuerung der Aufent-
derte, wurde er ebenfalls verhaftet und haltserlaubnis verweigert. Ohne diese Pa-
beschuldigt, an der „Aggression in ,Ca- piere können sie weder eine legale Ar-
sas Viejas‘ Teil genommen zu haben“. beitsstelle finden, noch eine Wohnung. Sie
Die Verhafteten erstatteten eine An- finden sich rechtlos auf der Straße wieder
zeige wegen Diebstahls gegen die und laufen Gefahr, illegaler weise nach
Guardias Civiles, die jedoch bislang Marokko ausgewiesen zu werden. In die-
noch kein Resultat erzielt hat. ser Situation befinden sich zurzeit etwa 26
Ende September hatte es eine Ver- Jugendliche, weitere in den verschiedenen
handlung am Gericht in Almería gege- Aufnahmeeinrichtungen für Minderjähri-
ben, bei der 15 Personen verschiedener In Madrid wurde jetzt ein Viertel abgerissen, in ge, die das 18. Lebensjahr alsbald vollen-
sozialer Organisationen der Provinz an- dem 30000 Menschen, meist marokkanische Ein- den werden. Um diese illegalen Praktiken
wesend waren, um ihre Solidarität mit wanderer, leben. Der Text auf dem Plakat im Hin- des Staates, die Verlängerung der Aufent-
tergrund: „Keine Vertreibungen mehr, ihr Rassis-
den migrantischen Arbeitern zu de- haltsgenehmigung in Zusammenarbeit
ten“. Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, 20.10.07
monstrieren. Laut Federico Pacheco von Jugend- und Sozialamt und der Aus-
vom Provinzkomitee der SOC, „identifi- ben, an dem es schon unzählige Tote und länderbehörde zu verhindern, öffentlich zu
zierte einer von ihnen, den Blonden der Verletzte gegeben hat und täglich gibt; was denunzieren, haben sich einige der Ju-
oben genannten Beamten als Mitglied des es heißt, in einer Stadt am Meer zu leben, gendliche mit Mitgliedern und Anhängern
Fanclubs des Fußballteams von Almería. dass Tote in sich birgt, die versucht haben, der Organisation PRODEIN am 25.9.2007
Bereits zuvor hat es Anklagen über Neo- Melilla schwimmend zu erreichen; was es vor dem Sozial- und Jugendamt versam-
nazis bei der Guardia Civil gegeben. Da- heißt, in einer Stadt zu leben, in der Men- melt. Damit der Protest nicht von den Ju-
durch erklärt sich die Vorgehensweise ein schen erniedrigt und entrechtet werden. gendlichen, die noch in den Einrichtungen
wenig“. Die Gewalt und die Machenschaften, die leben unterstützt werden konnte, wurde
Inzwischen gibt es die Nachricht, dass von dieser Grenze und damit mit dem Ver- den Minderjährigen der Einrichtung „La
die Verhafteten, die der Aggression gegen such, Europa von Afrika abzuschotten, Purisima Concepción“ der Ausgang ver-
die Guardia Civil beschuldigt worden wa- ausgehen, werden mir in allen Ausmaßen wehrt und sie wurden in ihren Zimmern
ren, freigesprochen worden sind. wohl verborgen bleiben, aber schon jetzt eingeschlossen.
Die Widersprüche der Polizei haben ge- erfahre ich, dass sie die Menschenrechte Das heißt, dass ihnen das Versamm-
zeigt, dass alles eine Konstruktion gewe- außer Kraft setzt; dass sie Recht und Ge- lungsrecht, sowie die Teilnahme am
sen ist, um den Diebstahl zu vertuschen. setz außer Kraft setzt; dass sie Korruption Schulunterricht oder an ihren Berufskur-
Die SOC bereitet einen Bericht über alle hervorruft, dass sie Menschen entwürdigt. sen versagt worden ist. Mit diesen konkre-
polizeilichen Missbräuchlichkeiten in der Die Menschen, die den Sitz der Organi- ten Ereignissen kann ich nur einige The-
Region von Nijar vor, der dem Regie- sation PRODEIN aufsuchen sind ernied- men nennen und anreißen, und aufzeigen
rungsdelegierten und Subdelegierten in rigt durch das, was sie erlebt haben, durch mit welchem Unrecht die Menschen in
Andalusien und Almería sowie dem Om- das, was ihnen widerfahren ist und was sie dieser Grenzstadt täglich konfrontiert sind.
budsmann des andalusischen Volkes über- täglich erleben. Es bedarf internationalen Widerstands
geben werden wird. Die SOC ruft alle aus- Es kommen Mütter mit ihren Kindern, gegen diese Vorgehensweisen, damit sie
ländischen ArbeiterInnen dazu auf, diese die nicht zur Schule gehen dürfen, weil sie unterbunden werden und die Rechte, die
Missbräuchlichkeiten anzuzeigen. keine spanische Aufenthaltsgenehmigung diesen Menschen zustehen, gewahrt wer-
SOC-Almería www.soc-almeria.org haben. Es sind Kinder, die zum Teil hier in den.
(http://diagonalperiodico.net/ arti- der unabhängigen Stadt Melilla geboren Linda Ebbers; Melilla den 26.09.2007
cle4655.html) sind, Kinder die seit Jahren hier leben, Quelle: flucht@nds-fluerat.org,
Quelle: indymedia ■ dessen Sprache spanisch und dessen Zu- proasyl@proasyl.de ■

: antifaschistische nachrichten 22-2007 13


Der neueste Gesetzentwurf zur Trotz Gegenmobilisierungen unterschiedlicher Natur:
Verschärfung des Ausländerrechts,
immerhin schon der vierte inner-
halb der letzten vier Jahre (nach
dem Ausländergesetz „Sarkozy I“ vom No-
Neues Einwanderungs-
vember 2003, den neuen Regelungen zum
Asylrecht vom Dezember 2003, und dem
Ausländergesetz „Sarkozy II“ vom Juli
gesetz verabschiedet
(wie des „aufrichtig katholischen“ Ver- der Gesetzgebung aufgetaucht: Die im
2006), wurde am 23. Oktober durch die sailler Abgeordneten Etienne Pinte, der zu- Ausland lebenden Familienmitglieder
beiden Kammern des französischen Parla- mindest in Fragen der Einwanderung hu- müssen sich einem französischen Sprach-
ments definitiv verabschiedet, in der Natio- manistische Positionen verteidigt), vor
nalversammlung mit 282 gegen 235 Stim- dem Hintergrund der scharfen Ablehnung Und die französische Öffentlichkeit?
men. Im Senat („Oberhaus“ des französi- durch die christlichen Kirchen, sowie eini- Diese ist gespalten. Während die öffentliche Meinung sich
schen Parlaments) waren es 185 gegen 136 ger Liberaler und die Widerstände von Po- zum überwiegenden Rest des neuen Einwanderungsgeset-
Voten. litikern mit Migrationshintergrund. zes (das freilich nicht als rassistische Ausschlussregelung,
Die Parlamentarier der konservativen Der Senat – das Oberhaus des französi- sondern als „der Förderung einer besseren Integration
Regierungspartei UMP stimmten überwie- schen Parlaments – hat das geplante neue dienlich“ präsentiert wird) eher zustimmend verhält, steht
gend für den Gesetzentwurf, auch wenn in Einwanderungsgesetz bei der dortigen Le- ihre Haltung zu den Gentests auf der Kippe. Zunächst fie-
der Nationalversammlung vier UMP-Ab- sung vom 2. bis 5. Oktober in gewissen len, im September, die befürwortenden (47 %) und die ab-
geordnete mit Nein stimmten und 21 von Grenzen entschärft. Die umstrittenen Gen- lehnenden Stimmen ungefähr gleich stark aus. Aber, wie so
ihnen sich der Stimmen enthielten. Die par- tests etwa sollen nicht mehr sämtlichen Vi- oft, kommt es stark darauf an, wie die Frage formuliert wird.
lamentarische Opposition (KP und Grüne, sumsbewerbern im Rahmen der Familien- Anfang Oktober ergab eine Umfrage des Instituts IFOP,
die in der Nationalversammlung zusam- zusammenführung „angeboten“ werden das die konservative Tageszeitung ‚Le Figaro’ in Auftrag
men eine Fraktion bilden, um an die nötige gegeben hatte, unterdessen 56 % Zustimmung auch zu
können, wie es bisher vorgesehen war, son-
Abgeordnetenzahl zum Erhalt des Frakti- den DNA-Proben – wie es der ‚Figaro’ sofort triumphie-
dern nur auf richterliche Anordnung hin
rend von der Titelseite herab verkündete. Zu Anfang der
onsstatus heranzukommen; die französi- vorgenommen werden können. (Vgl. die (vor)letzten Oktoberwoche ergab eine erneute Umfrage
sche Sozialdemokratie; die liberal-christ- vorige Ausgabe der AN) des Instituts jedoch, dass inzwischen (nach der Polemik) die
demokratische frühere UDF, die nun in Ansonsten errichtet das neue Gesetz Zustimmung wieder auf 49 Prozent – in der Gruppe der
MoDem umbenannt worden ist) votierte „zur Beherrschung/Zügelung der Einwan- rund 1.000 Befragten – gesunken ist. Sicherlich dürfte es
geschlossen dagegen. Das rechtsliberale derung“ (Loi relatif à la maîtrise de l’im- zutreffen, dass die öffentliche Meinung in dieser Frage hin-
‚Nouveau Centre‘ (Neue Zentrum) wieder- migration) vor allem neue, zusätzliche und hergerissen ist, und von der an diesem Punkt zeitweise
um war zutiefst gespalten. Bestehend aus Hürden bei der Familienzusammenfüh- heftigen Debatte auch beeinflusst wurde.
jenen früheren Abgeordneten der liberal- rung. Nunmehr werden schärfere Anforde-
christdemokratischen UDF, die deren Chef rungen an die Einkommens- sowie Wohn-
François Bayrou mit seinem Oppositions- verhältnisse von AntragstellerInnen auf test unterziehen, bei denen ihre Franzö-
kurs (infolge von dessen strategischer An- den Nachzug von Familienmitgliedern ge- sischkenntnisse überprüft werden. Sollten
näherung an die Sozialdemokratie) die Ge- stellt. So können Familien, die mehr als 3 diese sich als (aus Sicht der Tester) unzu-
Kinder aufweisen, erst ab reichend erweisen, so muss die betreffende
einem Einkommen des Personen einen zweimonatigen Kurs
Stein des Anstoßes in Frankreich, Schweigen in bereits „legal“ in Frank- durchlaufen. Nur mit dem Teilnahme-
Deutschland: Die umstrittenen DNA-Untersuchungen
Nicht genügend unterstrichen wurde in der deutschen Berichterstattung
reich lebenden Familien- schein, der die Absolvierung dieses Unter-
über die diesbezügliche Auseinandersetzung, dass in der BRD solche
mitglieds in Höhe von richts attestiert, kann ein Visumsantrag ge-
Gentests längst (ohne eigene gesetzliche Grundlage!) durchgeführt wer- mindestens 120 Prozent stellt werden. Nun wird innerhalb von zwei
den. Und zwar insbesondere, um das Recht auf den Nachzug der Famili- des gesetzlichen Mindest- Monaten (in einer nicht französischspra-
enmitglieder von Asylbewerber/inne/n zu klären. Auch hier handelt es lohns SMIC nachziehen. chigen Umgebung) sicherlich niemand
sich um einen echten Skandal – nur, dass er im Gegensatz zu Frankreich (Die Nationalversamm- Französisch lernen, eine weitaus bessere
kaum in der Öffentlichkeit debattiert und nicht durch Intellektuelle oder lung hatte zunächst 133 Voraussetzung dafür wäre die Einreise
politische Oppositionelle angegriffen wird. Vgl. dazu ausführlich: Prozent des Mindestlohns nach Frankreich. Doch geht es auch nur
http://www.fr-online.de/top_news/ ?sid=ef1ca0043d75d074816 SMIC gefordert, wobei darum, eine bestimmte Anzahl von Antrag-
af354be7bf15c&em_cnt=1230098 und der ursprüngliche Gesetz- stellern von vornherein fern zu halten –
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?sid=a096944 entwurf noch auf 100 Pro- nämlich all jene, die etwa in ländlichen Zo-
3c 0b30356a5c551cdc87e000c&em_cnt=1230052 zent des SMIC basierte.) nen oder Provinzen ihres Herkunftsland le-
So löblich es ist, dass man ben und keinen Zugang zu entsprechenden
folgschaft verweigerten, um sich dem Re- Personen nicht im Elend leben lassen Sprachzentren haben, die i.d.R. in den
gierungslager anschließen zu können, hat möchte (so die theoretische, doch vorge- Hauptstädten oder urbanen Zentren ange-
das ‚Neue Zentrum‘ sich bei der Abstim- schobene Begründung), so sehr wird diese siedelt sind. Auch soll die „Kenntnis und
mung nun aufgeteilt. Zuvor hatten die Par- Absicht pervertiert, wenn man sie gegen Verinnerlichung der Werte der Republik“
teivorderen des Nouveau Centre zu dieser das Recht auf familiäres Zusammenleben bei den Antragstellern überprüft werden.
Frage die Fraktionsdisziplin aufgehoben. wendet und dadurch instrumentalisiert – Ein Konzept, das schwammig genug ist,
10 seiner Abgeordneten in der Nationalver- statt bessere Lebensbedingungen für Alle um bürokratischer Willkür neue Spielräu-
sammlung enthielten sich zum neuen Ein- in Frankreich einzufordern. Zumal bei der me zu öffnen.
wanderungsgesetz der Stimme. Vier von Berechnung des erforderlichen Einkom- Die Grundphilosophie des Gesetzent-
ihnen votierten dafür, vier andere stimmten mensniveaus alle Sozialleistungen, Kin- wurfs besteht letztendlich einfach darin,
dagegen. dergeldansprüche usw., auch wenn die Fa- dass aus Sicht der Regierung „zu viele Ein-
Besonders die geplanten DNA-Untersu- milie in Frankreich ein volles Anrecht da- wanderer“ aufgrund von Familienbezie-
chungen für Visumsbewerber, die im Rah- rauf hat, nicht mit angerechnet werden dür- hungen (und unter Geltendmachung eines
men des Familiennachzugs nach Frank- fen. durch nationale Gesetze und internationale
reich einreisen möchten (wir berichteten Ähnliches gilt für die Wohnverhältnisse Abkommen garantierten Rechts) nach
ausführlich), stoßn auch einen Teil der bür- des „legal“ in Frankreich lebenden Famili- Frankreich kommen – und „zu wenige“,
gerlichen Rechten ab. Deshalb auch sah die enmitglieds, die genau überprüft werden. weil sie berufliche Qualifikationen mit-
konservative Regierungspartei UMP meh- Diese beiden Anforderungen für den bringen, die Frankreich speziell interessie-
rere ihrer eigenen Abgeordneten gegen die Nachzug von Familienmitgliedern sind ren. Erklärte Absicht der Regierung ist es,
Vorlage stimmen, oder sich in die Enthal- nicht prinzipiell neu, obwohl sie nunmehr die Proportionen zwischen beiden umzu-
tung flüchten. Dabei bündeln sich die Op- neu beziffert worden sind. Hingegen sind kehren.
position christlich motivierter Politiker zwei neue Ansprüche nunmehr erstmals in Bernhard Schmid, Paris ■

14 antifaschistische nachrichten 22-2007


: ostritt
In Mannheim warben am 13. Oktober die Deut-
sche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegs-
dienstgegnerInnen (DFG-VK) Mannheim, Frie-
densplenum Mannheim, der Heidelberger Frie- Umstritten sind nur noch
densratschlag und die Werkstatt für gewaltfreie Personalia
Aktion Baden (Büro Heidelberg) mit einer Aktion
vor der Mannheimer Mercedes-Niederlassung. Darf die BdV-Präsidentin Mitglied der
beratenden Gremien werden, die das
„Wir kaufen keinen Mercedes: künftige Berliner „Zentrum gegen Ver-
treibungen“ erhalten wird? Erika Stein-
Boykottiert Streumunition!“ bach plädiert selbstverständlich dafür.
Alle kennen sie, die A-, B-, C- oder E-Klasse-Fahr- Dagegen hat sich jedoch der Vizepräsi-
zeuge von Mercedes. Mit dem Stern verbinden dent des Deutschen Bundestages, Wolf-
Menschen weltweit den „Mythos Mercedes“. Doch gang Thierse, ausgesprochen. Thierse
nur wenige wissen, dass der Hersteller dieser Autos weiß: Steinbach ist in Polen als Revan-
– die Daimler AG – über ihre Unternehmensbeteili- chistin verschrieen, sie wäre als Funktio-
gungen zugleich Deutschlands größter Rüstungs- närin des Zentrums außenpolitisch eine
produzent und -exporteur ist. Mit der 15-prozenti- offene Provokation. Selbstverständlich,
gen Beteiligung am Rüstungskonzern European sagt der Sozialdemokrat, darf der Bund
Aeronautics Defence and Space Company (EADS) der Vertriebenen (BdV) in Kuratorium
und weiteren Firmenbeteiligungen ist Daimler in und Beirat „jemanden entsenden. Doch
die Produktion von Kampfbombern, Militärheli- das sollte eben nicht Frau Steinbach
koptern, Trägersystemen für Atomwaffen und sein“.
Streumunition bzw. Raketenwerfern für Streumu- Abgesehen von den Personalia ist in-
nition verwickelt. zwischen alles unter Dach und Fach. Das
Daimler/EADS ist zu 37,5 Prozent an dem Rüs- „Zentrum gegen Vertreibungen“ wird ei-
tungsunternehmen MBDA beteiligt, welches Raketenwerfer vom Typ MLRS (Multi- nen neuen Namen bekommen - aus dem-
ple Launch Rocket System) sowie deren Streumunitionsraketen herstellt. MLRS- selben Grund, aus dem Erika Steinbach
Lenkraketen und die weiterentwickelten GLMRS-Lenkraketen werden im Rahmen nicht Mitglied in seinen Gremien werden
eines Kooperationsprogramms der Rüstungskonzerne Lockheed Martin, Diehl und soll. Es wird in der Hauptstadt in staatli-
Daimler/EADS/MBDA in hoher Stückzahl gefertigt. Eine Salve des Streumunitions- cher Trägerschaft errichtet, unter dem
werfers GLMRS, dessen Munition aus rund 8000 Mini-Bomben besteht, reicht aus, Dach des bundeseigenen Deutschen His-
um Zivilisten wie Soldaten in einem Gebiet von bis zu einem Quadratkilometer torischen Museums; allein im kommen-
durchsieben zu können. den Jahr stehen dafür Steuermittel in
Dabei verfügen die Militärs über einen weitaus besseren Schutz als wehrlose Frau- Höhe von 1,2 Millionen Euro zur Verfü-
en, Kinder und alte Menschen, die sich auf der Flucht befinden. Die beispielsweise gung. Kern des „Zentrums“ wird die
im Jahr 2006 von der israelischen Armee im Krieg mit dem Libanon eingesetzte Ausstellung „Flucht, Vertreibung, Inte-
MLRS-Streumunition besitzt eine Wirkung, die mit der von Landminen vergleichbar gration“ aus dem Bonner „Haus der Ge-
ist. Wegen der äußerst hohen Anzahl von Blindgängern, die bei bis zu vierzig Prozent schichte“, die sich in keinem einzigen
der abgeschossen Raketen liegen kann, werden ganze Landstriche mit Streumunition wesentlichen Aspekt von dem BdV-Pro-
verseucht. jekt „Erzwungene Wege“ unterscheidet.
Die Kritischen AktionärInnen DaimlerChrysler (KADC), die Deutsche Friedens- Damit setzt die Bundesregierung den
gesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Ohne Rüstung Leben Schlusspunkt unter eine jahrelange Dis-
(ORL), das RüstungsInformationsBüros (RIB) und die Werkstatt für Gewaltfreie Ak- kussion, die eigentlich gar keine war. Be-
tion Baden haben die Kampagne „Wir kaufen keinen Mercedes: Boykottiert Streu- reits im Mai 2002, als der Bundestag
munition!“ gestartet. Mit der Aktion wird um Unterstützung für diese den an Daim- über das geplante „Zentrum“ beriet und
ler-Vorstand gerichteten Forderungen geworben: die damaligen Regierungsparteien sich
● Ausstieg aus der Streumunition! mit einer angeblichen Alternative („Eu-
● Räumgeräte statt Raketenwerfer! ropäisches Zentrum gegen Vertreibun-
● Einrichtung eines Fonds für die Opfer von Streumunition! gen“) von dem BdV-Projekt („Zentrum
gegen Vertreibungen“) abzusetzen such-
ten, hatte der heutige Präsident des deut-
Der Herausgabekreis und die Redaktion sind zu erreichen über:
GNN-Verlag, Venloer Str. 440, 50825 Köln Tel. 0221 / 21 16 58, Fax 0221 / 21 53 73. schen Bundestages, Norbert Lammert,
email: antifanachrichten@netcologne.de, Internet: http://www.antifaschistische-nachrichten.de angesichts der rot-grünen Distanzie-
Erscheint bei GNN, Verlagsges. m.b.H., Venloer Str. 440, 50825 Köln. V.i.S.d.P.: U. Bach rungsversuche entnervt mit den Schul-
Redaktion: Für Schleswig-Holstein, Hamburg: W. Siede, erreichbar über GNN-Verlag, Neuer Kamp 25, tern gezuckt. „So viel Übereinstimmung
20359 Hamburg, Tel. 040 / 43 18 88 20. Für NRW, Hessen, Rheinland Pfalz, Saarland: U. Bach, gab es selten“, analysierte Lammert die
GNN-Verlag Köln. Baden-Württemberg und Bayern über GNN-Süd, Stubaier Str. 2, 70327 Stuttgart, Tel.
0711 / 62 47 01. Für „Aus der faschistischen Presse“: J. Detjen c/o GNN Köln. beiden angeblich unterschiedlichen Kon-
Erscheinungsweise: 14-täglich. Bezugspreis: Einzelheft 1,30 Euro. zepte von BdV und Rot-Grün: „Wir müs-
Bestellungen sind zu richten an: GNN-Verlag, Venloer Str. 440, 50825 Köln. Sonderbestellungen sind sen geradezu nach Meinungsverschie-
möglich, Wiederverkäufer erhalten 30 % Rabatt. denheiten suchen, eine Verlegenheit, in
Die antifaschistischen Nachrichten beruhen vor allen Dingen auf Mitteilungen von Initiativen. Soweit ein- die wir ja bei Debatten des Deutschen
zelne Artikel ausdrücklich in ihrer Herkunft gekennzeichnet sind, geben sie nicht unbedingt die Meinung Bundestages vergleichsweise selten
der Redaktion wieder, die nicht alle bei ihr eingehenden Meldungen überprüfen kann. kommen.“ Lammert lag völlig richtig.
Herausgabekreis der Antifaschistischen Nachrichten: Anarchistische Gruppe/Rätekommunisten (AGR); Annelie Bun-
tenbach (Bündnis 90/Die Grünen); Rolf Burgard (VVN-BdA); Jörg Detjen (Forum kommunistischer Arbeitsgemeinschaf-
Ohne dass BdV oder SPD sich inhaltlich
ten); Martin Dietzsch; Regina Girod (VVN - Bund der Antifaschisten); Dr. Christel Hartinger (Friedenszentrum e.V., Leip- von ihren Vorschlägen entfernen muss-
zig); Hartmut-Meyer-Archiv bei der VVN - Bund der Antifaschisten NRW; Ulla Jelpke (MdB); Marion Bentin, Edith Berg- ten, wird heute – wie eigentlich von Be-
mann, Hannes Nuijen (Mitglieder des Vorstandes der Arbeitsgemeinschaft gegen Reaktion, Faschismus und Krieg–
Förderverein Antifaschistische Nachrichten); Kreisvereinigung Aachen VVN-BdA; AG Antifaschismus/ Antirassismus in
ginn an – nur noch um einen einzigen
der PDS NRW; Angelo Lucifero (Landesleiter hbv in ver.di Thüringen); Kai Metzner (minuskel screen partner); Bernhard Punkt gestritten: Um Personalia.
Strasdeit; Volkmar Wölk. jk ■

: antifaschistische nachrichten 22-2007 15


: aus der faschistischen Presse
Ent-Tabuisierung der Nazi-
Herrschaft
Herman, Elsässer und Blatt: „Dass beide einmal zusammen- Junge Freiheit Nr. 44/07 vom 26.10.2007
kommen, schien undenkbar.“ und weiter:
Eliten „Angesichts der auch in seinem Buch …
Das Buch „Brief an einen jüdischen
Junge Freiheit Nr. 43 Freund“ des Italieners Sergio Romano ist
genannten Gefahren warb der linksnatio- inzwischen in Deutsch erschienen und das
vom 19. Oktober 2007
nale Elsässer bei den Altkonservativen Blatt hofft auf eine neue Debatte: „Roma-
Das Blatt bewundert die Fernsehmodera-
für ein Bündnis von ,Lafontaine bis Gau- nos Buch trifft auch in Deutschland den
torin Eva Herman bereits seit Veröffentli-
weiler‘ – das sei wichtiger als Gender- Zentralnerv. In der aktuellen Ausgabe des
chung ihres ersten Buches, passt die Rol-
Mainstreaming und der Einsatz für die Merkur hat der Althistoriker Flaig einen
le Kinder, Küche, Kirche doch in den
,Transsexuellen in der Mongolei‘. … Als zornigen Aufsatz über das Unvergleich-
rechten und nationalistischen Wertekom-
,Linker von altem Schrot und Korn‘ for- barkeits-Dogma veröffentlicht … Flaigs
plex des Blattes. Ihr Abgang in der Talk-
derte er angesichts der aggressiven US- Wutausbruch zeigt, dass die Demütigung
show von Johannes B. Kerner ruft denn
Finanzindustrie eine ,Re-Nationalisie- und der Selbstekel, in die frei denkende
auch die Empörung aller Nationalisten
rung‘: um die ,heimischen Arbeitskräfte‘ Menschen durch das Dogma und seine
auf den Plan. Ihr Fall sei vergleichbar mit
zu schützen und die demokratische Propagandisten getrieben werden, einen
dem des ehemaligen CDU-Bundestags-
,Staatskontrolle der Schlüsselindustrien‘ Grad erreicht haben, der nur noch zwei
abgeordneten Martin Hohmann: „Jeden
wiederzuerlangen.“ Es ist zu befürchten, Alternativen zulässt: entweder die politi-
kann es treffen – jederzeit. Prominenz ist
dass diese Position auch in die Pro- sche, moralische und intellektuelle Selbst-
kein Schutz. Wer dem Zeitgeist in die
grammdebatte der LINKEN eingebracht abschaffung oder die beherzte Abschaf-
Quere kommt, mit dem wird kurzer Pro-
werden soll. fung des auferlegten Tabus! Romanos
zess gemacht. Egal, ob der Delinquent
vorher beliebteste Fernsehmoderatorin Dieter Stein, Chefredakteur des Blat- Buch bietet das allgemein verständliche
Deutschlands und immer korrekt gegen tes, verteidigt die Klassenspaltung im Rüstzeug für die zweite Möglichkeit.“ Es
Rechtsextremismus usw. war oder CDU- Bildungswesen und fordert ihre Befesti- wird der erneute Versuch unternommen,
Direktkandidat mit Rekordergebnis – das gung: „Es ist eine uralte Klage, dass Kin- die Naziherrschaft zu relativieren und zu
Standgerichtsurteil steht von vornherein der aus ,besserem Hause‘ auch bessere verharmlosen. uld ■
fest: Medien-Tod durch totale Ausgren- Chancen in ihrer Schullaufbahn haben.
zung.“ Dass Frau Herman und Herr Hoh- Warum sollte das eigentlich anders sein? „Bitterer Abschied“ von
mann bislang noch immer Verleger für Es ist eine Kulturleistung eines Volkes,
ihre Bücher und auch Käufer gefunden gebildete, leistungsstarke, intakte Fami- Mölzer
haben, interessiert das Blatt nicht. Für lienstrukturen hervorzubringen … Die Dieter Stein, Chefredakteur der JF, hat die
das Blatt ist die Verharmlosung des Na- Rückbesinnung auf bewährte Standards Gründe für seinen Bruch mit FPÖ-MEP
tionalsozialismus Programm und es pro- in allen Schulformen ist das Gebot der Andreas Mölzer nun ausführlich darge-
pagiert alle, die sich daran beteiligen. Stunde.“ Dass die Klage uralt ist, gilt zu- legt. Die Aufkündigung der Kooperation
Jürgen Elsässer, Journalist, der u.a. für mindest nicht für die Bundesrepublik – mit „Zur Zeit“ sei nicht aus heiterem
die Junge Welt und den Freitag schreibt, sie taucht immer dann auf, wenn der Be- Himmel erfolgt, sondern habe sich schon
hat im Frühjahr dieses Jahres ein Buch darf der Unternehmen nach qualifizierter angekündigt. Mölzers „Emissäre“ seien
mit dem Titel „Angriff der Heuschre- Arbeitskraft nicht mehr spontan vom im Frühsommer dieses Jahres in ganz
cken, Zerstörung der Nationen und glo- Markt gedeckt wird und die Konkurrenz Deutschland unterwegs gewesen, um für
baler Krieg“ herausgebracht. Nun refe- unter diesen Arbeitskräften abnimmt. die „Einbeziehung der rechtsextremen
rierte er vor der Preußischen Gesell- Dass aber die Spaltung in schlecht- und NPD“ in die erhoffte neue Partei zu wer-
schaft Berlin-Brandenburg, ein Verein, kaum gebildete und gut gebildete Ar- ben. Noch im August habe Stein dem
der sich die „geistige Erneuerung beitskräfte sich am Ende bar auszahlt für FPÖ-Politiker bei einem Besuch in Kärn-
Deutschlands“ auf die Fahnen geschrie- die gut ausgebildeten, verschweigt Die- ten versucht darzulegen, „weshalb die
ben hat, worunter weniger die Erneue- ter Stein vornehm – denn nach seiner NPD für die Frage einer seriösen rechts-
rung als das Zurück zu preußischen (Mi- Meinung kommt der „gesellschaftliche demokratischen Alternative in Deutsch-
litär-)Traditionen und Wertvorstellungen Aufstieg“ durch „Willen zur Leistung land vollkommen indiskutabel ist, dass
zu verstehen ist. Zufrieden bemerkt das und Eigeninitiative“ zustande. uld ■ diese Partei nicht angeblich, sondern tat-
sächlich programmatisch und in ihrem
Führungspersonal ungebrochen beim
Dritten Reich anschließt“. Auch hätte er
BESTELLUNG: Hiermit bestelle ich … Stück pro Ausgabe (Wiederverkäufer erhalten 30 % Rabatt)
Mölzer „gewarnt, dass die Kooperation
O Halbjahres-Abo, 13 Hefte 22 Euro
Erscheinungsweise: der JF mit der ZZ und ihm automatisch
O Förder-Abo, 13 Hefte 27 Euro 14-täglich zur Disposition stünde, wenn er sich zum
O Jahres-Abo, 26 Hefte 44 Euro
Geburtshelfer einer Liaison mit der NPD
O Förder-Abo, 26 Hefte 54 Euro
mache“. (Junge Freiheit 41/2007) In ei-
O Schüler-Abo, 26 Hefte 28 Euro
nem weiteren Text bezeichnet Stein die
O Ich möchte Mitglied im Förderverein Antifaschistische Nachrichten werden. Der Verein unterstützt finanziell
und politisch die Herausgabe der Antifaschistischen Nachrichten (Mindestjahresbeitrag 30,- Euro). NS-Verbrechen als „Wegscheide“, insbe-
Einzugsermächtigung: Hiermit ermächtige ich den GNN-Verlag widerruflich, den Rechnungsbetrag zu Lasten
sondere für die „demokratische Rechte“,
meines Kontos abzubuchen. (ansonsten gegen Rechnung) und das Treffen in Straßburg als „Skan-
dal“, der „einem Dammbruch gleich-
Name: Adresse: kommt“. Mölzers Antwort auf die Kritik
aus Berlin fiel erwartungsgemäß aus: Es
Konto-Nr. / BLZ Genaue Bezeichnung des kontoführenden Kreditinstituts handle sich dabei nur um „hysterische
Reaktionen“, eine Polemik, „wie sie üb-
Unterschrift ler von linken Hetzblättern nicht hätte er-
folgen können“ und um einen „pflichtan-
GNN-Verlag, Venloer Str. 440, 50825 Köln, Tel. 0221 – 21 16 58, Fax 21 53 73, email: gnn-koeln@netcologne.de
Bankverbindung: Postbank Köln, BLZ 370 100 50, Kontonummer 10419507
tifaschistischen Amoklauf“ von Stein.
(Zur Zeit 41/2007). www.doew.at ■

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