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Feministische Positionen zur Pornographie zerfallen zurzeit in drei grobe Katego

rien. Die zumindest in akademischen Kreisen verbreitetste ist, dass Pornographie


ein Ausdruck männlicher Kultur ist, durch den Frauen zur Ware gemacht und ausge
beutet werden. Die liberale Position verbindet Respekt vor freier Meinungsäußeru
ng mit dem Prinzip der Körper einer Frau, das Recht einer Frau, um eine Verteidi
gung der Pornographie zu liefern nach dem Grundsatz: "Ich finde es nicht gut, ab
er jeder hat das Recht, Worte und Bilder zu konsumieren oder zu produzieren". Ei
ne echte Verteidigung der Pornographie stammt von Feministinnen, die als Feminis
tische Positionen zur Pornographie zerfallen zurzeit in drei grobe Kategorien. D
ie

Was sind, wenn man die Emotionen beiseite schiebt, die wesentlichen Fragen, die
von jeder feministischen Sichtweise jeweils aufgeworfen werden?

Anti-Porno-Feminismus

Page Mellish von den Feminists Fighting Pornography hat verkündet: "Es gibt kein
e Frage des Feminismus, die ihre Wurzel nicht im Porno-Problem hätte". In ihrem
Buch Only Words bestreitet Catharine MacKinnon, dass Pornographie aus Worten und
Bildern besteht, die beide durch den ersten Verfassungszusatz geschützt wären.
Sie betrachtet Pornographie als solche als einen Akt sexueller Gewalt. Warum wir
d Pornographie sowohl als Kernfrage des Feminismus, als auch als inhärenter Gewa
ltakt betrachtet? Die Antwort liegt in der radikalfeministischen Ideologie begrü
ndet, die Christina Hoff Sommers als gender feminism bezeichnet. Der gender femi
nism schaut in die Geschichte und sieht eine ununterbrochene Unterdrückung von F
rauen durch Männer, die kulturelle Schranken übersteigt. Für seine Anhänger best
eht die einzige mögliche Erklärung darin, dass es sich bei Männern und Frauen um
getrennte und feindliche Klassen handelt, deren Interessen notwendigerweise im
Gegensatz zu einander stehen. Männliche Interessen werden ausgedrückt und aufrec
hterhalten durch eine kapitalistische Struktur namens tte“.

Die Wurzeln des Gegensatzes liegen so tief, dass sie in der männlichen Biologie
selbst gründen. Zum Beispiel verfolgt Susan Brownmiller in dem einflussreichen B
uch Against Our Will die Unvermeidlichkeit der Vergewaltigung zurück bis zu den
Zeiten des Neandertalers, als Männer begannen, ihre Penisse als Waffen zu benutz
en. Brownmiller schreibt: "Von vorgeschichtlichen Zeiten bis zur Gegenwart, so g
laube Ich, erfüllte Vergewaltigung eine entscheidende Funktion. Sie ist nicht me
hr und nicht weniger als ein bewusster Einschüchterungsvorgang, durch den alle M
änner alle Frauen in einem Zustand der Angst halten". Wie sie zu diesem Wissen ü
ber pränner alle Frauen in einem

Liberale Feministinnen

Liberaler Feminismus ist eine Fortsetzung des Feminismus der 60er Jahre, welcher
die Gleichstellung mit den Männern forderte, die nicht so sehr ihrer Natur nach
Unterdrücker waren, sondern vielmehr widerspenstige Partner, die aufgeklärt wer
den mussten. Gleichstellung bedeutete nicht die Zerstörung des bestehenden Syste
ms, sondern seine Reform durch Maßnahmen wie affirmative action. Das liberale Pr
inzip "Der Körper einer Frau, das Recht einer Frau" lag Argumenten zugrunde, die
sich vom Recht auf Abtreibung bis zur Freiheit von Lebensstilen wie Lesbentum e
rstreckten. Die Betonung lag auf dem Akt des WäLiberaler Feminismus ist eine For
tsetzung des Feminismus’ der

Liberale Feministinnen teilen die allgemeine liberale Vorliebe für freie Rede, a
ber sie schwanken bezüglich Pornographie. Einige liberale Organisationen wie die
Feminists for Free Expression (FFE) haben Zensur in jeder Form durchweg bekämpf
t. Einige liberale Feministinnen wie Sallie Tisdale (Talk Dirty to Me) haben sex
uelle Freiheit unbeirrt verteidigt. Aber viele liberale Feministinnen argumentie
ren üblicherweise wie folgt: "Als Frau bin Ich über den Playboy entsetzt ... abe
r als Autorin sehe Ich ein, dass Freiheit des Ausdrucks notwendig ist".

Solche Argumente sind keine Argumente für Pornographie. Es sind Argumente gegen
Zensur, die sich auf verschiedene Gründe stützen, darunter: "Große Werke der Kun
st und Literatur würden verboten; der erste Verfassungszusatz würde verletzt; po
litische Meinungsäußerung würde unterdrückt; und eine schöpferische Kultur erfor
dert Redefreiheit".

Andere liberale Feministinnen, die viele der ideologischen Annahmen der Anti- Po
rno-Position akzeptiert haben, scheinen bereit zu sein, die freie Rede dem größe
ren Gut des Schutzes der Frauen zu opfern. Zum Beispiel verurteilen sie auch den
freien Markt für seine Kommerzialisierung von Frauen als Körperteile, wodurch F
rauen erniedrigt werden. In A Capital Idea, einem Aufsatz zur Verteidigung der P
ornographie, der teilweise ein Angriff zu sein scheint, bemerkt Lisa Steel: "Sex
istische Darstellung von Frauen ... ist völlig Teil des selben Systems, das, im
Dienste des Profits, die Gesellschaft auf Verbrauchergruppen reduziert. Und Mark
eting ist ganz genauso konservativ wie das Militär ...Wir zahlen teuer für die R
echte einiger weniger, mit dem Rest von uns Gewinn zu machen". Solche wirren und
ambivalenten rperteile“ , wodurch Frauen erniedrigt werden. In „A Capital Idea“
, einem beabsichtigen.

Pro-Sex-Feminismus

Im Laufe des letzten Jahrzehnts hat eine wachsende Anzahl von Feministinnen beze
ichnet als Pro-Sex-Feministinnen die Entscheidung von Frauen verteidigt, an Porn
ographie mitzuwirken und sie zu konsumieren. Einige dieser Frauen, wie Nina Hart
ley, sind derzeitige oder ehemalige Sexarbeiterinnen, die aus erster Hand wissen
, dass das Posieren für Pornographie eine nicht erzwungene Entscheidung ist, die
bereichernd sein kann. Pro-Sex-Feministinnen behalten eine konsequente Auslegun
g des Prinzips "der Körper einer Frau, das Recht einer Frau" bei und bestehen da
rauf, dass jeder friedlichen Entscheidung, die eine Frau bezüglich ihres eigenen
Körpers trifft, voller gesetzlicher Schutz, wenn nicht Respekt, gewäIm Laufe de
s
Pro-Sex-Argumente scheinen sich teilweise mit liberal-feministischen zu decken.
Der Staat, der Margaret Sanger ächtete , weil sie die Wörter Syphilis und Gonorr
höe gebrauchte, unterscheidet sich im Prinzip nicht von dem, der heutzutage Obsz
önität interpretiert. Es wird nicht einmal Schutz für die Klassiker des Feminism
us wie Our Bodies, Ourselves geben, der einer Generation von Frauen die erste ex
plizite Ansicht ihrer eigenen Biologie zur Verfügung stellte. Unweigerlich wird
die Zensur gegen die am wenigsten verbreiteten Ansichten eingesetzt werden, gege
n die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft ... einschließlich Feministinnen u
nd Lesben. Als der kanadische Oberste Gerichtshof 1992 beschloss, Frauen zu schü
tzen, indem er den Import von Pornographie einschränkte, war eines der ersten Op
fer ein lesbisch/schwuler Buchladen namens Glad Day Bookstore, der auf einer pol
izeilichen Hitliste gestanden hatte. Unter den Büchern, die vom kanadischen Zoll
beschlagnahmt wurden, waren zwei Bücher von Andrea Dworkin, Pornography: Men Po
ssessing Women und Women Hating. Solch ein Ereignis sollte Dworkin nicht überras
cht haben, die in Take Back the Night erklärte: "Es gibt keine Feministin auf Er
den, die vom männlichen Rechtssystem irgend einen wirklichen Schutz vor dem syst
ematisierten Sadismus der Männer erwarten köSyphilis“ und „Gonorrhöe“"

Über die Gefahren der Zensur von Pornographie sind sich Pro-Sex- und liberale Fe
ministinnen oft einig. Bei den möglichen Vorteilen der Pornographie für Frauen t
rennen sich ihre Wege. Solche Vorteile werden am Schluss dieses Artikels untersu
cht.

Kritik des Anti-Porno-Feminismus

Unter den typischen Beschuldigungen, mit denen die Pornographie konfrontiert wir
d, sind:

1. Pornographie erniedrigt Frauen;


2. Pornographie führt direkt zu Gewalt gegen Frauen;
3. Pornographie ist Gewalt gegen Frauen, denn:
a. Frauen werden physisch zur Pornographie gezwungen;
b. Frauen, die an der Produktion von Pornographie beteiligt sind, sind d
urch das Patriarchat psychologisch so geschädigt, dass sie unfähig sind, eine in
formierte oder echte“ Einwilligung zu geben.
Halten diese Beschuldigungen einer Überprüfung stand?

*
1. Pornographie ist erniedrigend
Erniedrigend ist ein subjektiver Ausdruck. Ich finde Werbespots, in denen Frauen
wegen Seifenlauge einen Orgasmus bekommen, ungeheuer erniedrigend. Der Punkt is
t, dass jede Frau das Recht hat, für sich selbst zu definieren, was erniedrigend
und was befreiend ist. Die angenommene Erniedrigung wird oft mit der Objektivie
rung von Frauen verbunden: das heißt, Pornos verwandeln sie in Sexualobjekte. Wa
s bedeutet das? Wenn man es wörtlich nimmt, bedeutet es gar nichts, denn Objekte
haben keine Sexualität, nur Lebewesen. Aber zu sagen, dass Pornos Frauen als Se
xualwesen darstellen, läuft auf bloße Rhetorik hinaus. Üblicherweise bedeutet de
r Ausdruck Sexobjekte, dass Frauen als Körperteile präsentiert, auf körperliche
Gegenstände reduziert werden. Was ist daran falsch? Frauen sind genauso ihr Körp
er, wie sie ihr Geist oder ihre Seele sind. Niemand regt sich auf, wenn man Frau
en als Gehirne oder als geistige Wesen präsentiert. Wenn ich mich auf den Humor
einer Frau konzentriere, unter Ausschluss ihrer sonstigen Eigenschaften, ist das
erniedrigend? Warum ist es erniedrigend, sich auf ihre SexualitäErniedrigend“ i
st ein

*
2. Pornographie führt zu Gewalt
Es wird eine Kausalbeziehung aufgestellt zwischen männlichem Ansehen von Pornogr
aphie und männlichen Angriffen auf Frauen, vor allem in der Form der Vergewaltig
ung. Aber Studien und Experten sind sich uneinig darüber, ob irgend eine Beziehu
ng besteht zwischen Pornographie und Gewalt, zwischen Bildern und Verhalten. Sog
ar der zensurfreundliche Meese Commission Report gestand ein, dass die Daten für
eine Verbindung von Pornographie mit Gewalt nicht verlässlich waren. Andere Stu
dien, so wie die von der Feministin Thelma McCormick 1983 für die Metropolitan T
oronto Task Force on Violence Against Women erstellte, finden keinen Hinweis auf
eine Verbindung zwischen Pornos und Sexualverbrechen. Unglaublicherweise verhei
mlichte die Task Force die Studie und übergab das Projekt an einen männlichen Ze
nsurbefürworter, der die korrekten Ergebnisse lieferte. Seine Studie wurde verök
orrekten“

Wie sieht es mit Feedback aus der Realität aus? In Japan, wo Pornographie mit an
schaulichen und brutalen Gewaltdarstellungen weithin erhältlich ist, ist die Anz
ahl der Vergewaltigungen pro Kopf wesentlich niedriger als in den Vereinigten St
aaten, wo Gewalt in Pornos stark eingeschränkt ist.

*
3. Pornographie ist Gewalt
a. Frauen werden zur Pornographie gezwungen.
Nicht eine der Dutzenden von Frauen im Pornogeschäft, mit denen ich gesprochen h
abe, berichtete, dass sie gezwungen worden sei. Nicht eine kannte eine Frau, die
gezwungen worden war. Trotzdem weise ich Berichte über Gewalt nicht zurück: In
jeder Branche gibt es Missbrauch. Und jeder, der Gewalt oder Drohungen anwendet,
um eine Frau zum Auftritt zu zwingen, sollte des Menschenraubs, der Bedrohung u
nd/oder der Vergewaltigung beschuldigt werden. Alle Bilder oder Filme sollten be
schlagnahmt und verbrannt werden, denn niemand hat das Recht, vom Ertrag eines V
erbrechens zu profitieren.
b. Frauen, die in Pornos auftreten, sind durch das Patriarchat so trauma
tisiert, dass sie keine echte Einwilligung geben können.
Obwohl Frauen in der Pornographie einverstanden zu sein scheinen, wissen Anti- P
orno-Feministinnen, dass keine geistig gesunde Frau der Erniedrigung durch Porno
graphie zustimmen würde. Scheint eine Zustimmung vorhanden zu sein, so liegt die
s deshalb daran, dass die Frauen sich in ihre eigene Unterdrückung verliebt habe
n und vor sich selbst gerettet werden müssen. Ein häufiges emotionales Thema für
die Pornodarstellerinnen, die ich befragt habe, ist eine Liebe zum Exhibitionis
mus. Doch wenn eine solche Frau ihre Freude an der Zurschaustellung ihres Körper
s erklärt, behaupten Anti-Porno-Feministinnen, dass sie nicht einfach ein einzig
artiges menschliches Wesen ist, das sich aus einem anderen Hintergrund oder eine
r anderen Persönlichkeit heraus verhält. Sie ist psychisch geschädigt und nicht
mehr für ihre Handlungen verantwortlich. Im Wesentlichen ist dies die Leugnung d
es Rechts einer Frau, irgend etwas außerhalb des beschränkten Bereichs von Wahlm
öglichkeiten zu wählen, die durch die political correctness bzw. sexual correctn
ess angeboten werden. Das Recht, zu wählen, hängt an dem Recht, eine falsche Wah
l zu treffen, so wie Religionsfreiheit das Recht, Atheist zu sein, zur Folge hat
. Schließckung verliebt“ haben und vor sich selbst gerettet werden müssen. Ein h
äufiges emotionales Thema für die Pornodarstellerinnen,

Eine Pro-Sex-Verteidigung

Als Pro-Sex-Feministin behaupte ich: Pornographie nützt Frauen, sowohl persönlic


h, als auch politisch. Persönlich nützt sie ihnen auf verschiedene Weise:

*
1. Sie liefert sexuelle Information auf mindestens drei Ebenen:
a. Sie liefert einen Überblick über alle sexuellen Möglichkeiten der Wel
t. Dies trifft sogar auf grundlegende sexuelle Information wie die Masturbation
zu, die für Frauen nicht so selbstverständlich zu sein scheint, wie für Männer.
Nicht selten erreichen Frauen das Erwachsenenalter, ohne zu wissen, wie sie sich
selbst Genuss verschaffen können.

b. Sie erlaubt Frauen, auf sichere Weise sexuelle Alternativen kennenzul


ernen und eine gesunde sexuelle Neugier zu befriedigen. Die Welt ist ein gefährl
icher Ort. Dagegen kann Pornographie eine Quelle einsamer Aufklärung sein. Porno
graphie erlaubt es Frauen, in der Privatsphäsichere“ Weise sexuelle Alternativen
kennenzulernen und eine gesunde sexuelle Neugier zu befriedigen. Die Welt ist e
in gefährlicher Ort.

c. Sie liefert eine andere Art von Information, als Lehrbücher oder Disk
ussionen. Sie bietet die emotionale Information, die nur aus der Erfahrung kommt
, entweder direkt oder aus zweiter Hand. Sie versieht uns mit einem Empfinden da
für, wie es sich anfühlen wühlen“ würde, etwas zu

*
2. Die Pornographie schiebt die emotionale Verwirrung beiseite, die den Se
x in der realen Welt so oft umgibt. Pornographie erlaubt es Frauen, Szenen und S
ituationen zu genießen, die im wirklichen Leben Angstthema für sie wären. Nehmen
wir zum Beispiel eine der häufigsten Phantasievorstellungen, von denen Frauen b
erichten, die Vorstellung, genommen, vergewaltigt zu werden. Zunächst muss man e
insehen, dass eine Vergewaltigungsphantasie nicht das Verlangen nach ihrer Verwi
rklichung bedeutet. Es ist eine Phantasievorstellung. Die Frau hat die Kontrolle
über das kleinste Detail jeder Handlung. Warum sollte eine gesunde Frau in Träu
me über ihre Vergewaltigung verfallen? Es gibt Hunderte von Gründen. Vielleicht
wirft sie durch den Verlust der Kontrolle jedes Verantwortungs- und Schuldgefühl
bezüglich Sex von sich. Vielleicht ist dies das genaue Gegenteil zu dem braven,
sanften Sex, den sie jetzt hat. Vielleicht ist es schmeichelhaft, sich vorzuste
llen, dass ein bestimmter Mann so überwältigt von ihr ist, dass er sie haben mus
s. Vielleicht ist sie neugierig. Vielleicht hat sie etwas masochistische Neigung
en, denen sie durch ihre Phantasien Luft verschafft. Ist es besser, sie zu unter
drüufigsten
*
3. Pornographie durchbricht kulturelle und politische Klischees, so dass j
ede Frau Sex für sich selbst interpretieren kann. Antifeministen bringen Frauen
bei, sich für ihre Neigungen und Triebe zu schämen. Pornographie bringt ihnen be
i, sie zu akzeptieren und zu genießen. Pornographie bietet Bestätigung und besei
tigt Scham. Sie sagt den Frauen: Du bist nicht allein mit deinen Phantasien und
geheimsten dunkelsten Begierden. Hier auf dem Bildschirm sind andere, die diesel
ben Triebe verspüren und so selbstbewusst sind, dass sie sie zur Schau stellen.“
*
4. Pornographie kann eine gute Therapie sein. Pornographie schafft ein sex
uelles Ventil für solche, die aus welchen Gründen auch immer keinen Sexualpartne
r haben. Vielleicht sind sie fern von zu Hause, frisch verwitwet, aus Krankheits
gründen alleinstehend. Vielleicht ziehen sie es einfach vor, allein zu sein. Man
chmal sind Masturbation und Sex aus zweiter Hand die einzigen Alternativen zur E
nthaltsamkeit. Paare benutzen Pornographie auch, um ihre Beziehung zu vertiefen.
Manchmal tun sie dies von sich aus, indem sie Videos gucken und ihre Reaktionen
zusammen erforschen. Manchmal gehen die Paare zu einem Sexualtherapeuten, der i
hnen empfiehlt, Pornographie als Mittel zu benutzen, um Kommunikation über Sex z
u eröffnen. Durch den gemeinsamen Konsum von Pornographie sind die Paare imstand
e, in ihrem Sexleben Abwechslung zu erfahren, ohne einander untreu werden zu mür

Pornographie nützt Frauen politisch in vielen Hinsichten, darunter folgende:

*
1. Historisch waren Pornographie und Feminismus Weggefährten und natürlich
e Verbündete. Beide sind während der selben Perioden sexueller Freiheit aufgekom
men und erfolgreich gewesen; beide sind von den selben politischen Kräften attac
kiert worden, gewöhnlich von Konservativen. Gesetze, die gegen Pornographie oder
Obszönität gerichtet waren, wie das Comstock Law in den späten 1880ern, sind st
ets verwendet worden, um die Wahrnehmung von Frauenrechten wie Geburtenkontrolle
zu behindern. Obwohl es nicht möglich ist, eine Kausalbeziehung zwischen dem Au
fkommen der Pornographie und dem des Feminismus aufzustellen, so setzen sie doch
beide dieselben gesellschaftlichen Bedingungen voraus näglich ist, eine
*
2. Pornographie ist Redefreiheit, angewendet auf den sexuellen Bereich. Re
defreiheit ist die Verbündete derer, die Veränderung suchen: Sie ist die Feindin
derer, die Herrschaft aufrecht zu erhalten suchen. Pornographie sollte, zusamme
n mit allen anderen Formen sexueller Häresie, wie Homosexualität, denselben rech
tlichen Schutz genießen wie politische Häresie. Dieser Schutz ist für Frauen bes
onders wichtig, deren Sexualität durch die Jahrhunderte von der Zensur kontrolli
ert wurde.
*
3. Das Ansehen von Pornographie mag durchaus eine kathartische Wirkung auf
Männer ausüben, die gewalttätige Neigungen Frauen gegenüber haben. Wenn dies st
immt, dann entfernt die Einschränkung von Pornographie eine Schutzbarriere zwisc
hen Frauen und Missbrauch.
*
4. Die rechtliche Anerkennung von Pornographie würde Sexarbeiterinnen schü
tzen, die durch unsere Gesellschaft stigmatisiert werden. Zurzeit untergraben An
ti- Pornographie-Feministinnen die Sicherheit von Sexarbeiterinnen, wenn sie sie
als indoktrinierte Frauen behandeln. Die Psychologieprofessorin Dr. Leonore Tie
fer bemerkte in ihrem Aufsatz On Censorship and Women: "Diese Frauen haben Femin
istinnen um Unterstützung, nicht Zurückweisung, gebeten ... In der Sexbranche Be
schäftigte streben, wie alle Frauen, danach, wirtschaftlich zu überleben und ein
anständiges Leben zu führen, und wenn Feminismus irgend etwas bedeutet, dann be
deutet er Schwesternschaft und Solidaritäindoktrinierte Frauen“ behandeln. Die"

Gesetze können Pornographie nicht abschaffen, genau so wenig, wie sie imstande w
aren, Prostitution auszumerzen. Aber Pornographie illegal zu machen, wird weibli
che Sexarbeiterinnen weiter entfremden und gefährden.

Die Aufgabe von Gesetzen

Die Pornographiedebatte wird hervorgehoben durch zwei fundamental gegensätzliche


Ansichten über die Aufgabe von Gesetzen in der Gesellschaft.

Die erste Ansicht, zu der sich Pro-Sex-Feministinnen bekennen, ist, dass Gesetze
freie Entscheidungen schützen sollen. Der Körper einer Frau, das Recht einer Fr
au ist auf alle friedlichen Aktivitäten anwendbar, an denen eine Frau sich freiw
illig beteiligt. Gesetze sollten nur dann ins Spiel kommen, wenn eine Frau Gewal
t initiiert, oder wenn Gewalt gegen sie initiiert wird. Die zweite Ansicht, zu d
er sich sowohl Konservative, als auch Anti-Porno-Feministinnen bekennen, ist, da
ss Gesetze die Tugend schützen sollen. Gesetze sollen korrektes Verhalten erzwin
gen. Sie sollten ins Spiel kommen, wann immer es einen Verstoß gegen die öffentl
iche Moral gegeben hat, oder einen Verstoß gegen rper einer
Das ist alter Wein in neuen Schlachten. Worum es bei der Pornographiedebatte geh
t, ist nichts weniger, als der uralte Konflikt zwischen individueller Freiheit u
nd gesellschaftlicher Kontrolle.

Text gegen sexistische Pornographie

Warum wir es immer noch für richtig halten, Sex-Shops anzugreifen...

Ein paar Gedanken ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Wahrheit

Es ist ein altbekanntes Phänomen - bei irgendeinem Porno-Laden werden die Scheib
en eingeschmissen und schon geben alle die, denen sonst auch nichts besseres ein
fällt, ihren Senf dazu ab. Vorzugsweise anonym, z.B. als Kommentar bei Indymedia
oder zumindest hinter vorgehaltener Hand. Da wird dann auch schonmal zugegeben,
daß Mensch ja auch mal ganz gern in so ein Lädchen geht und all die, die solche
Aktionen machen halt verklemmte Emanzen sind, die ihre verkorksten Moralvorstel
lungen durchsetzen wollen. Ob diese Leute das wirklich glauben oder solche These
n als Selbstrechtfertigung aufstellen, um nicht über sich selbst oder gar ihr Ve
rhältnis zu Sexualität nachdenken zu müssen bleibt im Dunkeln. Einzig ernstzuneh
mendes Gegenargument ist hier immer wieder die Frage nach der Vermittelbarkeit s
olcher Aktionen. Daher dieser Text.

Es geht nicht darum, sich gegen einen offeneren Umgang mit Sexualität auszusprec
hen - im Gegenteil. Sex ist in dieser Gesellschaft etwas höchst Privates. Er wir
d nicht behandelt als etwas (im positiven Falle) Schönes, was wir annähernd alle
tun, so wie Eis essen gehen, sondern als Intimsache, über die nicht geredet wir
d, die unangreifbar im luftleeren Raum steht. Er wird (meist von Männern) als Mi
ttel zur Angabe benutzt, dann darf auch schon mal drüber geredet werden, sofern
er "erfolgreich" im Bett war. Wie die/der andere das fand, ist dabei irrelevant.

Dieser Umgang leistet einer gesellschaftlichen Stimmung Vorschub, in der es fast


unmöglich ist über negative Ereignisse zu berichten. Menschen, die von Vergewal
tigung und Missbrauch betroffen sind, haben es ungleich schwerer darüber zu rede
n, als Menschen, die anderen Formen physischer oder psychischer Gewalt ausgelief
ert sind. Und das nicht nur, weil solche Erfahrungen oft noch tiefer persönlich
verletzen, sondern weil die Betroffenen auch noch befürchten müssen, sich anhöre
n zu müssen ja auch irgendwie selber Schuld zu sein oder nur auf peinlich berühr
tes Schweigen stoßen. Es werden Räume geschaffen, wie z.B. die Institution Ehe u
nd Familie oder Beziehung, in denen Sex und damit eben auch sexuelle Gewalt imme
r noch als Privatsache gelten, in die sich gefälligst niemand einzumischen hat.
Dabei sind meistens Frauen oder Kinder beiden Geschlechts die Betroffenen, erwac
hsene Männer die Gewaltausübenden. Nur eine Stimung, in der es jeder/m Betroffen
en möglich ist, den Mund aufzumachen und sich sicher sein kann unterstützt zu we
rden, kann diese Praxis aufbrechen.

Und eine solche wird bestimmt nicht dadurch geschaffen, daß Sexualität nur im du
nklen Hinterzimmer existent ist. Es geht also im konkreten Fall nicht darum, daß
diese Läden Sexspielzeuge, Kondome oder Latexunterwäsche verkaufen. Die könnte
Mensch von uns aus auch im Supermarkt verkaufen, was die Verkaufszahlen aber wah
rscheinlich erheblich senken würde, weil doch alle zu verklemmt wären sich mit e
inem Dildo bei Famila in die Kassenschlange einzureihen. Unserer Meinung nach is
t alles erlaubt, was allen Beteiligten Spass macht. Und genau das ist der Punkt,
denn die Betonung liegt auf "allen". Denn leider verkaufen diese Läden nicht nu
r Utensilien für nette Stunden zu zweit, dritt oder wie auch immer.

Es wird ja wohl niemand behaupten, daß all die Darstellerinnen in Porno-Videos u


nd -Heften das zu ihrer eigenen sexuellen Freude tun. Wenn das so wäre, so sähe
die Sache anders aus. Das gängige Argument, daß ja keine(r) dazu gezwungen würde
, hakt an allen Enden und Kanten. Denn wir leben immer noch in einem knallharten
kapitalistischen System. Sicher ist den meisten keine Pistole auf die Brust ges
etzt worden und doch werden viele gezwungen mangels anderer Möglichkeiten lieber
einen solchen Scheiss-Job zu machen als nur Kartoffeln zu essen. Zahllose Porno
-Darstellerinnen sind Menschen ohne Papiere, die keine Arbeit im legalen Rahmen
annehmen dürfen, die gezwungen sind sich am Sozi vorbei ein bißchen Geld zu verd
ienen um sich oder die Familie zu ernähren. Andere hätten die Möglichkeit einen
anderen Job für viel weniger Geld bei viel längeren Arbeitszeiten zu machen und
haben vielleicht die Entscheidung zugunsten von ein bißchen mehr Freizeit getrof
fen. Bestimmt gibt es auch welche, die Spass dran haben. Aber woran erkennt bitt
e die Käuferin diese? Steht ja nicht drauf. Gäbe es für alle diese Menschen eine
Alternative, statt dessen einen Job der ihnen Spass macht bei gleicher Vergütun
g auszuüben, wäre das ein gutes Argument. Doch leider entbehrt das jeglicher Rea
lität.

An diesem Punkt führt die Selbstrechtfertigungsfraktion gerne ein, daß das ja sc


hließlich in fast allen Jobs so sei. Wer macht schon eine Arbeit, die ihm/ihr wi
rklich nur Freude macht. Klar, wir verkaufen uns alle jeden Tag um leben zu könn
en. zum einen lässt diese Argumentation aber den Fakt aus, daß viele sich eben n
icht aussuchen können wofür sie sich verkaufen zum anderen ist es sowieso widerl
ich sich mit einem "ist ja eh alles Scheisse, dann machen wir eben auch die größ
ten Sauereien mit" rauszureden.

Es ist anmaßend zu behaupten, Mensch könne beurteilen, ob es für etliche nicht i


mmer noch weniger erniedrigend wäre einen langweiligen Fabrikjob zu machen als s
ich nackt vor einer Kamera als Sexobjekt anzubieten. Zudem ist eine solche Arbei
t nicht gerade besonders angesehen. Die Leute wollen zwar gerne Pornos kaufen, a
ber die Darstellerinnen als Gleichberechtigte, die ihren Job machen anzuerkennen
ist dann doch zuviel. Und wenn sich überhaupt mal jemand Gedanken darüber macht
, daß die Leute auf den Bildern auch reale Menschen sind, dann werden sie oft au
ch noch zu den dummen Opfern stilisiert, die zu blöde sind, was anderes zu mache
n. Die Frage nach Hintergründen, Motivationen oder Arbeitsbedingungen bleibt auf
der Strecke.

Hinzu kommt die Botschaft, die viele dieser Publikationen transportieren, in den
en es sicher nicht darum geht gemeinsam Spass zu haben, sondern Menschen als War
e darzubieten. Pin-Ups geschmückt mit Sprüchen wie "Mach mit mir was Du willst!"
entsprechen nicht gerade unserer Vorstellung von freier Sexualität sondern nur
der von Macht über andere. Es geht nur ums Aussehen, für jeden Geschmack gibt`s
was zu kaufen, Mensch kann genau das besitzen, was er will. Daß die Verkaufsschl
ager genau den gängigen Schönheitsidealen entsprechen, die wir eingetrichtert be
kommen haben, ist wohl kein Zufall. Sie tragen das Bild vom Menschen (denn es si
nd schon lange nicht mehr nur Frauen, um die es hier geht) als käufliche, nach W
ünschen der/s Kunden/in verfügbares Objekt.

Hier ist Sex nichts zwischenmenschliches mehr, sondern richtet sich nach dem, wa
s der/die KonsumentIn will, ist ja auch viel einfacher, als sich auch noch mit a
nderen Menschen und deren Wünschen auseinandersetzen zu müssen und passt prima i
n unser schönes Verwertungssystem. Und eben auch ins Patriarchat. Denn daß auch
Männer von diesem "Phänomen" betroffen sind heißt nicht, daß die Logik, die dahi
nter steht nicht die gleiche geblieben ist. Hier geht es um Macht und Besitz. Un
d ein Großteil der KonsumentInnen sind eben auch immer noch Männer.

All das ist keine generelle Verurteilung von erotischen Publikationen, es könnte
durchaus korrekte geben. Unserer Meinung nach liegt das Problem nämlich nicht i
n der Sache an sich, sondern den oben benannten Umständen. Und solange diese so
sind wie sie sind und in Sex-Shops und am Kiosk unreflektiert jeder Mist angebot
en wird, werden wir diese weiter angreifen.

Für eine freie Kooperation zwischen Menschen - im Bett und Überall!!!

Aus: Interim Nr.572 (15.05.03)