You are on page 1of 3

Berliner Brief

Juni (1) 2016
Liebe Leserinnen und Leser,
mit dem Integrationsgesetz, welches
wir in dieser Woche im Deutschen
Bundestag in erster Lesung beraten
haben, setzen wir klare Maßstäbe,
um anerkannte Flüchtlinge und
Menschen mit guter Bleibeperspektive besser zu integrieren. Unser Leitgedanke ist dabei, Integration zu fördern und vor allem auch zu fordern.
Denn die Schutzsuchenden sollen
möglichst zügig auf eigenen Beinen
stehen können und für sich und den
Familien eine Perspektive haben. Das
ist für jeden Einzelnen wichtig wie
für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Wir stehen dabei für eine
realistische Integration auf Zeit, bis
der Fluchtgrund entfällt und die
Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren können.

Die Voraussetzungen einer erfolgreichen Integration sind dabei ausreichende Sprachkenntnisse und Arbeit. Wichtig ist aber auch das Bekenntnis zur deutschen Werteordnung, dass bedeutet, diese nicht nur
zu kennen, sondern auch zu leben.
Mit dem Integrationsgesetz, welches
wir in der kommenden Woche beschließen werden, legen wir für die
notwendigen Integrationsschritte
eine solide Grundlage.
In dieser Woche haben wir neben
dieser Gesetzesinitiative weitere Gesetzesvorhaben vorangebracht. Neben dem Prosituiertenschutzgesetz
haben wir weiter an der geplanten
Reform der Pflegeberufe gearbeitet.
So fand die gemeinsame Anhörung
des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Ge-

sundheitsausschusses zu dieser Reform statt.
Wirtschaftlich steht Deutschland
weiterhin sehr gut da. Das Bruttoinlandsprodukt war im ersten Quartal
2016 im Vergleich zum letzten Quartal 2015 preis-, saison– und kalenderbereinigt um 0,7 Prozent höher.
Im Bundestag arbeiten wir weiter an
den gesetzlichen Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel zur Fachkräftesicherung, damit die Wirtschaft
auch in Zukunft kraftvoll wachsen
kann.
Über meine ereignisreiche Sitzungswoche informiert Sie wieder mein
aktueller Berliner Brief.

Fotos: Kai Horstmann (oben), CDU/CSU-Bundestagsfraktion| Steffen Hollah, Deutscher Bundestag| Anke Jacob, Deutscher Bundestag | JF Müller (unten, v.l.n.r); V.i.S.d.P.: Astrid Timmermann-Fechter

Astrid Timmermann-Fechter, MdB
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Telefon: 030/ 227 - 77915
Telefax: 030/ 227 - 76915
astrid.timmermann-fechter@bundestag.de
www.timmermann-fechter.de

Juni (1) 2016

Berliner Brief

Seite 2

Meine Woche im Parlament
Am
Montag
(11.01) nehme
ich zuMeine
parlamentarische
Woche
benächst
an
der
vom
Ausschuss
für
Faginnt am Montag (30.05.) um 12 Uhr
milie,
Senioren,
Frauengemeinsamen
und Jugend
mit der
dreistündigen
durchgeführten
Anhörung zum
Anhörung der Ausschüsse
für von
Geder
Bundesregierung
geplanten
Konsundheit und für Familie, Senioren,
sum–
Abgabeverbot
elektroFrauenund
und
Jugend zur von
Reform
der
nischen
Zigaretten
undkontroversen
WasserpfeiPflegeberufe.
In einer
fen
Der Gesetzentwurf
von
aberteil.
konstruktiven
Sitzungwird
äußern
den
Sachverständigen
einhellig
beBefürworter und Kritiker Lob, nengrüßt.
Sie betonen
dabei, dass der
nen aber
auch VerbesserungsvorKonsum
von werden
sogenannten
Eschläge. Diese
wir nun im
Zigaretten
und
E-Shishas
entgegen
weiteren Gesetzgebungsprozess prüder
grafen.weitverbreiteten
Am Abend Meinung
ist die zuCDUvierenden
Gesundheitsschäden
fühLandesgruppe
Nordrhein-Westfalen
ren
kann.
Auch
wurden
Verbesserunbei der Deutschen Bahn AG zu Gast.
gen
in
Hiervorgeschlagen,
sprechen wir die
mit teilweise
dem Bahnden
weiteren Gesetzgebungsprozess
Vorstandsmitglied,
unserem ehemaeinfließen
werden.
ligen Kollegen Ronald Pofalla, über
Nordrhein-Westfalen betreffende
Am
Dienstag
(12.01.) tagt die ArbeitsThemen
der Verkehrspolitik.
gruppe Familie der Unionsfraktion.
Dabei
wirSenioren,
unter anderem
In der sprechen
AG Familie,
Frauen
mit
dem UNICEF-Geschäftsführer
und Jugend
am Dienstag (31.05.)
Christian
Schneider
über dieBerichteraktuelle
berichte ich
als zuständige
Situation
Flüchtlingslagern
den
statterin in
über
die Anhörungin zum
Nachbarländern
Syriens und
werfen
Pflegeberufereformgesetz.
Hier
diseinen
Blick
zurück
auf
die
Anhörung
kutieren wir noch einmal über offene
vom
Vortag.
In der In
Fraktionssitzung
Fragen
zur Reform.
der Sitzung der
am
Nachmittag spielen natürlich die
CDU/CSU-Bundestagsfraktion
am
Ereignisse
an
Silvester
in
Köln
eine
Nachmittag behandeln wir die parlagroße
Rolle. EsThemen
herrschtderabsoluter
mentarischen
Woche
Konsens
unserer
Fraktion, dass der
wie etwain
das
Integrationsgesetz.
Rechtsstaat hier mit aller Härte antworten
muss. Auch hat
die uniDen Schwerpunkt
der sich
Sitzung
des
onsgeführte
Regierungskoalition
sehr
Familienausschusses
am Mittwoch
schnell
diedas
rechtlichen
Konse(01.06.) auf
bildet
Gespräch mit
der
quenzen
verständigt.
Wir
werden
geParlamentarischen Staatssekretärin
meinsam
KoalitionsElke Fernermit
ausunserem
dem Bundesministepartner
gesetzliche
Verschärfungen
rium für Familie, Senioren, Frauen
beschließen,
erreicht
und Jugend. mit
Sie denen
berichtet
über werden
den
soll,
straffällige
Stand
derdass
Umsetzung
desAusländer
Gesetzes
und
leichter ausgewiesen
für Migranten
die gleichberechtigte
Teilhabe
werden
können
bzw.
ihnen
die
von Frauen und Männern an FühFlüchtlingseigenschaft
entzogen
werrungspositionen in der
Privatwirtden kann.

Am Mittwoch (13.01.) präsentiert sche Themen spreche.
Bundesfamilienministerin Manuela
Schwesig die Vorhabenplanung für Am Donnerstag (14.01.) beginnt der
das Jahr 2016. Es stehen zahlreiche Tag mit dem Treffen der AG Ruhrgewichtige Gesetzesvorhaben an, so biet um 9.30 Uhr. Danach geht es dizum Beispiel zur Entgeltgleichheit rekt ins Büro, wo ich unter anderem
zwischen Männern und Frauen oder ein Hintergrundgespräch führe und
zur Reform der Pflegeberufe. Wir als im weiteren Verlauf des Tages zusamUnionsfraktion werden weiter dafür men mit meinen Mitarbeitern eine
Sorge tragen, dass die Familienpolitik Vielzahl von Vorgängen bearbeite.
eine klare christdemokratische Hand- Anträge der Opposition zum Thema
schrift tragen wird. Danach geht es Prostitution führen mich dann am
für mich direkt ins Plenum, wo eine Abend zu einer frauenpolitischen DeRegierungsbefragung zum geplanten batte ins Plenum. Die Große Koalition
Gesetz zur Reform der Pflegeberufe will demnächst ein Gesetz zum bessestattfindet.
Bundesgesundheitsminis- ren Schutz von Prostituierten auf den
Astrid Timmermann-Fechter MdB mit dem Vorsitzenden der AG Familie der CDU/CSUWeg
bringen,
wird
der Debatte
terBundestagsfraktion,
Hermann GröheMarcus
(CDU)Weinberg
und Fami(li.) bei der
Anhörung
zur das
Reform
der in
Pflegeberufe
Foto:natürlich
Harriet Vahldieck
deutlich
lienministerin Manuela Schwesig von unserer Seite
(SPD)
hierbei Dienst.
die Fragen tung
gemacht.
der Vergangenheit und die Ausschaftbeantworten
und im öffentlichen
der Abgeordneten. Als zuständige Be- söhnung zwischen der heutigen TürNach
intensiven
Woche wolund
richterstatterin
im Familienausundeiner
Armenien
unterstützen
Am Donnerstag (02.06.)
debattieren kei
dem abschließenden
Plenartag
steige
schuss
CDU/CSU-BundestagsIm Anschluss findet
eine kurzwir direktder
zu Plenumsbeginn
den Ge- len.
ich amanberaumte
Freitag (15.01.)
Nachmittagder
in
fraktion
beschäftige
ich mich bereits
Sondersitzung
setzentwurf
der Bundesregierung
zur fristig
den
Zug
Richtung
Wahlkreis.
intensiv
mit
dem
Gesetzesvorhaben,
Regulierung des Prostitutionsgewer- AG Familie statt. Am Abend besuche
was
in zum
nächster
Zeit von
nochin
intenbes sich
sowie
Schutz
der ich dann zusammen mit meinen Mitsivieren
wird.tätigen
Gemeinsam
mit Aus
den arbeitern die Media Night der CDU im
Prostitution
Personen.
Kollegen
aus verstößt
dem Gesundheitsausunserer Sicht
Fremdbestim- Konrad-Adenauer-Haus.
schuss
werden
wir
in
denfundamennächsten
mung in der Prostitution
Wochen
alles daran
set- Im Anschluss an die Debatte zum
tal gegenund
die Monaten
Menschenwürde.
Angezen,
ein
ausgewogenes
Gesetz
zu
versichts der katastrophalen Auswirkun- Integrationsgesetz, das wir am Freiabschieden,
die Interessen
aller tag (03.06.) erstmalig beraten, freue
gen auf diedas
betroffenen
Personen
drei
Bereiche,
der Kranken-,
wollen
wir mitnämlich
der Regulierung
des ich mich ganz besonders, meinen
der
Kinderkranken–
und
der
AltenMarktes den Schutz von Prostituier- Stipendiaten im Rahmen des Parlapflege,
angemessen
berücksichtigt.
ten verbessern.
Ebenfalls
am Vormit- m e n t a r i s c h e n P a t e n s c h a f t s Dann
kann das Gesetz
zur Sicherung
tag debattieren
und beschließen
wir Programms (PPP), d en US des
Fachkräftebedarfs
in
der
Pflege
den Antrag zur Erinnerung und zum Amerikaner Riley Stevens, in Berlin
beitragen
fürVölkermord
eine Aufwertung
Gedenken und
an den
an den willkommen zu heißen. Er hält sich
des
Bereichsund
deranderen
Pflege älterer
Men- für ein Treffen aller PPP Armeniern
christlichen
schen
sorgen.
Minderheiten in den Jahren 1915 und Stipendiatinnen und –Stipendiaten
1916. Der stellvertretende VorsitzenAm
Abend
lädt die Familienministede der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion,
rin
zum
Neujahrsessen,
wo die MitFranz Josef Jung MdB, verdeutlicht
in
glieder
des
Familienausschusses
in
seiner Rede, dass wir mit unserem
ungezwungener
Atmosphäre
unter
gemeinsamen Antrag
die Aufarbeianderem auch über familienpoliti-

Astrid Timmermann-Fechter, MdB
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Telefon: 030/ 227 - 77915
Telefax: 030/ 227 - 76915
astrid.timmermann-fechter@bundestag.de
www.timmermann-fechter.de

in Berlin auf. Ich nutze daher gerne
die Gelegenheit, ihm vor Ort Näheres
über meine Arbeit als Abgeordnete zu
berichten.

Juni (1) 2016

Berliner Brief

Seite 3

Weiteres aus Fraktion und Plenum
In dieser Woche wird über zahlreiche Gesetze beraten oder beschlossen — hier eine Auswahl:
Gesetz zur Regulierung des Prostitutionsgewerbes sowie zum Schutz
von in der Prostitution tätigen Personen. Die Zustände im Prostitutionsgewerbe sind oftmals von organisierter Kriminalität, Zwangsprostitution, Menschenhandel sowie schlechten Arbeitsbedingungen der Prostituierten gekennzeichnet. Mit dem Gesetzentwurf, den wir in erster Lesung
beraten, gehen wir gegen diese Probleme vor. Nach langen und zähen Verhandlungen mit dem Koalitionspartner wird in dieser Woche ein Signal gesetzt, dass Deutschland nicht
das unkontrollierte Bordell Europas
bleibt.
Erinnerung und Gedenken an den
Völkermord an den Armeniern und
anderen christlichen Minderheiten
in den Jahren 1915 und 1916. Wir
gedenken den Opfern der Vertreibungen und Massaker an den Armeniern
und anderen christlichen Minderheiten des Osmanischen Reichs, die
1915 inmitten des 1. Weltkrieges ihren Anfang nahmen. Gleichzeitig
möchten wir die türkische Seite ermutigen, sich mit den damaligen Vertreibungen und Massakern offen auseinanderzusetzen, um damit den notwendigen Grundstein zu einer Versöhnung mit dem armenischen Volk
zu legen.
Erstes Gesetz zur Änderung des Agrarmarktstrukturgesetzes. Aufgrund der anhaltend schlechten
Marktsituation bei Milcherzeugnissen wurde auf EU-Ebene beschlossen,
dass anerkannte Erzeugerorganisationen und Genossenschaften Absprachen treffen können, um die Rohmilchproduktion auf freiwilliger Ba-

sis für einen Zeitraum von sechs Monaten zu regulieren. Wir setzen diesen Beschluss in zweiter und dritter
Lesung in deutsches Recht um.
Gesetz zur Bekämpfung der Verbreitung neuer psychoaktiver Stoffe. Mit dem Gesetz, das wir in erster
Lesung beraten, bekämpfen wir die
Verbreitung von neuen psychoaktiven Stoffen, sogenannter „Legal
Highs“. Durch ein weitreichendes
Verbot des Erwerbs, Besitzes und
Handels mit diesen Stoffen wird dabei deren Verfügbarkeit als Konsumund Rauschmittel eingeschränkt.
Zweites Gesetz zur Änderung des
Telemediengesetzes. Durch eine gesetzliche Klarstellung, dass WLANBetreiber als Accessprovider unter die
Haftungsprivilegierung des Telemediengesetzes (TMG) fallen, schaffen wir
in zweiter und dritter Lesung Rechtssicherheit für die Betreiber. Wir haben uns darauf geeinigt, dass Rechteinhaber auch weiterhin die Möglichkeit besitzen, Urheberrechtsverletzungen wirkungsvoll nachzugehen,
ohne dass WLAN-Betreiber dafür haften. Der Anspruch auf Unterlassung
gegen WLAN-Betreiber bleibt dabei
erhalten.
Integrationsgesetz. Wir bringen den
auf der Kabinettklausur in Meseberg
beschlossenen Entwurf eines Integrationsgesetzes als Fraktionsinitiative
ein und beraten ihn in erster Lesung.
Es enthält für anerkannte Asylbewerber und Menschen mit guter Bleibeperspektive Maßnahmen, mit denen
wir sie fördern und fordern wollen.
Wir wollen Flüchtlingen den Zugang
zu Integrationskursen und zum Arbeitsmarkt erleichtern. Förderangebote und Pflichten werden genau definiert und rechtliche Konsequenzen
für fehlende Integrationsbemühun-

Astrid Timmermann-Fechter, MdB
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Telefon: 030/ 227 - 77915
Telefax: 030/ 227 - 76915
astrid.timmermann-fechter@bundestag.de
www.timmermann-fechter.de

gen klar geregelt. Wer sich nicht an
die Regeln hält, muss mit Leistungskürzungen rechnen. Zugleich sollen
die Asylverfahren weiter beschleunigt
werden. Eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis kann zukünftig nicht
mehr automatisch nach drei Jahren
erworben werden, sondern kommt in
der Regel erst nach fünf Jahren in Betracht, sofern Integrationsleistungen
wie hinreichende Sprachkenntnisse
und eine überwiegende Lebensunterhaltssicherung gewährleistet sind. Bei
herausragender Integration besteht
bereits nach drei Jahren die Möglichkeit der Aufenthaltsverfestigung. Mit
der Wohnortzuweisung bekommen
Länder und Kommunen zudem ein
Instrument in die Hand, um die Konzentration von Schutzberechtigten in
Ballungsräumen zu verhindern und
positiv auf die Integration in der Fläche einwirken zu können. Sie tritt
rückwirkend zum 1. Januar 2016 in
Kraft.
Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie 2011/36/EU des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 5.
April 2011 zur Verhütung und Bekämpfung des Menschenhandels
und zum Schutz seiner Opfer sowie
zur Ersetzung des Rahmenbeschlusses 2002/629/JI des Rates. In
erster Lesung setzen wir die EURichtlinie gegen den Menschenhandel in deutsches Recht um. Wir haben
uns in der Koalition darauf geeinigt,
darüber hinaus den strafrechtlichen
Schutz vor Menschenhandel und
Zwangsprostitution durch eine Neufassung der strafrechtlichen Vorschriften zu verbessern. Freier, die
die Zwangslage eines Opfers ausnutzen oder billigend in Kauf nehmen,
sollen demnach künftig bestraft werden können.