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Leitfaden zur Bewerbung auf ein

BWL-Master-Studium
im europäischen Ausland

Inhalt
1 Einleitung.........................................................................................................................................2
2 Zeitplan.............................................................................................................................................2
3 Auswahl geeigneter Universitäten und Programme.........................................................................3
4 Erfüllen der Eingangsvoraussetzungen............................................................................................4
4.1 TOEFL......................................................................................................................................4
4.2 GMAT.......................................................................................................................................5
4.3 beglaubigte Übersetzungen.......................................................................................................6
4.4 beglaubigte Kopien...................................................................................................................6
4.5 Letter of recommendation.........................................................................................................7
4.6 CV, motivation..........................................................................................................................7
5 Auswahlverfahren der Universitäten................................................................................................8
6 Akzeptanz Berufsakademie..............................................................................................................8

© Stephan Duffner, stephanduffner bei web.de; This work is licensed under the
Creative Commons Attribution-Noncommercial-Share Alike 3.0 Germany
License. To view a copy of this license, visit
http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/

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1 Einleitung
Dieses Dokument (neudeutsch „white paper“) soll eine Hilfestellung zur
Bewerbung auf ein Master-Studium sein. Ich habe mich 2009/2010 für ein
Studium an unterschiedlichen europäischen Universitäten beworben,
beispielsweise die die norwegische Handelshochschule in Bergen (NHH), die BI
Norwegian School of Management in Oslo, die Stockholm School of Economics
and Business Administration oder die Leeds University Business School. Bei den
genannten Universitäten bin ich angenommen worden. Die NHH und die
„Master in Energy, Natural Ressources and the Environment“-Spezialisierung
innerhalb des „Master of Science in Economics and Business Administration“-
Programms war dabei aus unterschiedlichen Gründen meine erste Wahl,
weswegen ich mich nach deren Zusage nicht noch bei weiteren Unis bewerben
musste.
Da diese Bewerbungen teilweise einen erheblichen Zeitaufwand bedeuten und
ich bei meinen Recherchen bisher keine vergleichbare „Anleitung“ gefunden
habe, schreibe ich meine Erfahrungen hier nieder um Nachfolgern eventuell
eine Hilfestellung geben zu können.
Zu meinem Hintergrund: Ich habe an der Berufsakademie Karlsruhe 2008
(heute Duale Hochschule) einen Abschluss als Diplom-Betriebswirt (BA)
gemacht und danach zwei Jahre im Controlling eines größeren
Energieversorgers gearbeitet. Da mich Skandinavien für ein Master-Studium
gereizt hat, finden sich in diesem Leitfaden sicher an der einen oder anderen
Stelle Bezüge zu Skandinavien – aber das meiste sollte sich auch auf andere
Länder übertragen lassen.

2 Zeitplan
Für einen ersten Überblick habe ich hier exemplarisch einen Zeitplan erstellt,
um die Eingangsvoraussetzungen zu erfüllen. Ich gehe hier davon aus, dass die
ersten Universitäten bereits im Januar die Bewerbungen vorliegen haben
wollen, wenn man zum Wintersemester anfangen will - bei allen Unis in
Schweden ist das so.
Es wird klar: Man sollte ca. ein Jahr vor Beginn des Studiums mit dem Procedere
beginnen.
Wesentliche Punkte sind die Auswahl geeigneter Universitäten, das Erreichen
bestimmter Testergebnisse sowie die weitere Zusammenstellung der
Bewerbungsunterlagen. Die einzelnen Punkte werde ich im Folgenden
beschreiben.

Monat 07 08 09 10 11 12 01 02 03 04 05 06 07 08 09
Infos zu Unis sammeln
GMAT (ggf. 2. Versuch) X X

TOEFL X

Unterlagen zusammenstellen
erste Deadline Bewerbung X

erste Deadline Testergebnisse X


2 Zusagen Unis
Beginn Studium X

eigenbestimmt z.T. fremdbestimmt fremdbestimmt


3 Auswahl geeigneter Universitäten und
Programme
Man spielt also mit dem Gedanken, nach dem ersten Studium noch einen
Master-Abschluss zu machen. Aber welche Universitäten gibt es überhaupt und
welches Programm ist das richtige?
Zunächst sollte man sich über die Unterschiede zwischen einem MBA und
einem Master of Science/of Arts klar sein: ein MBA ist von der Zielsetzung eher
ein Studium Generale für Leute, die davor nicht zwangsläufig BWL studiert
haben und noch BWL-Kenntnisse erwerben wollen. Die Studiengänge kosten
teilweise mehrere zehntausend Euro und sind dann sehr komprimiert innerhalb
von ca. einem Jahr. Ein konsekutives Studium wie ein Master of Science vertieft
nochmal bestimmte BWL-Themen und setzt meistens ein erstes BWL-Studium
voraus. Die Inhalte dieses Dokuments richten sich ausschließlich auf
Erfahrungen mit konsekutiven Studiengängen.
Es ist gar nicht so leicht, nun in Frage kommende Unis umfassend
zusammenzutragen, hier einige Webseiten, die ich hierzu gefunden habe:
• gute Verzeichnisse:
◦ Ranking der Financial Times:
http://rankings.ft.com/businessschoolrankings/european-business-
school-rankings
◦ http://www.masterguide.org/
◦ http://www.mastersportal.eu/
• oft haben einzelne Staaten Webseiten, auf denen Informationen zum
Studium innerhalb des Landes gesammelt werden, z.B.:
◦ https://www.studera.nu/
◦ http://www.studyinnorway.no/
• hier findet man ggf. weitere Unis:
◦ http://www.karriere.de/bildung/studieren-in-osteuropa-und-
skandinavien-6874/
◦ http://www.dhbw-
karlsruhe.de/alumni/Weiterbildung/WeiterfuehrendeInfoMasterundBac
helor.php
◦ http://www.e-fellows.net/

Man sollte sich selbst fragen, in welche Richtung man vertiefen will und dann
entsprechend Unis zusammentragen. Einige Punkte können z.B. sein:
• In welche Fachrichtungen will man sich spezialisieren?
• Welches Ansehen soll die Uni haben?
• Welche Faktoren spielen neben der Uni eine Rolle (z.B. Land & Leute,
soziales Leben, ...)

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• Mit welchen Kosten ist das Studium verbunden (Lebenshaltung,
Studiengebühren)?
• Kann ich die Eingangsvoraussetzungen erfüllen?

Die Unis verlangen von den Bewerbern in unterschiedlicher Ausprägung die


folgenden Nachweise:
• GMAT: Dieser Test prüft sprachliche und analytische Fähigkeiten. Durch
das Design des Tests bedeutet er für jeden Testteilnehmer ca. 4 Stunden
höchste Konzentration. Die Vorbereitung auf ein ordentliches Ergebnis
kann mehrere hundert Stunden benötigen.
• TOEFL: Ein Englisch-Test. Hier sollte man sich auf die spezifischen
Fragestellungen vorbereiten, inhaltlich sollte man bereits auf dem
benötigten Englisch-Level sein.
• beglaubigte Übersetzungen
• beglaubigte Kopien
• Letter of recommendation: Empfehlungsschreiben durch ehemalige
Professoren oder Führungskräfte.
• CV, motivation: Lebenslauf bzw. ein Anschreiben in dem man seine
Motivation erläutert

Am Besten stellt man sich dann eine persönliche Liste der Unis zusammen und
strukturiert dann auch die Eingangsvoraussetzungen, die Unis haben hier ganz
unterschiedliche Wünsche die für eine Bewerbung jeweils erfüllt werden
müssen. Die Abgabe von eher halbherzigen Bewerbungen, „um mal zu
schauen“, würde ich nicht empfehlen – wenn man sich bei einer Bewerbung
keine Mühe gibt kann es gut sein, dass die Uni einen dann auch nicht nimmt.

4 Erfüllen der Eingangsvoraussetzungen

4.1 TOEFL
Der TOEFL wird von vielen Unis als Nachweis für die Englisch-Kenntnisse
verlangt. An der Berufsakademie habe ich das von der Uni Cambridge
verliehene „BEC Higher“-Zertifikat gemacht, welches aber bei „meinen“
Universitäten nicht anerkannt wurde. Ich habe später erfahren, dass es sich
evtl. auch lohnt, hier nochmal nachzuhaken und eine Liste der Universitäten zu
zeigen, die das „BEC“ anerkennen – habe ich aber nicht selbst versucht.
Für den TOEFL registriert man sich über http://www.de.toefl.eu/. Früher gab es
wohl auch Papier-Tests etc., heute wird alles über den über Internet
ausgelieferten TOEFL ibt gemacht. Es gibt unterschiedliche Testcenter, die das
ganze Jahr über prüfen, darunter eines in Stuttgart. Wer sich früh anmeldet
(einige Monate vorher) kann sich einen Termin besser aussuchen, wer spät dran

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ist muss evtl. auf entferntere Testcenter ausweichen.
Da ich durch das BEC Higher bereits auf einem C2-Sprachniveau war hatte ich
inhaltlich beim TOEFL keine Bedenken, ich habe mir ein Vorbereitungsbuch
(„Cracking the TOEFL iBT with CD“ von Princeton Review) gekauft und dieses
durchgearbeitet, das hat gereicht. Ein wenig ungewohnt ist vor allem der
„Verbal“-Teil, hier hat man ca. 45-60 Sekunden Zeit um möglichst gute
Antworten ins Headset zu sprechen – Das ist nicht viel und in diesem Zeitraum
sollten die Antworten sitzen da eine leere Aufzeichnung der Punktzahl nicht
förderlich ist.
Der Test an sich wird in einem Computer-Raum abgenommen, es gibt keine
Einzel-Kabinen, d.h. man bekommt mit, was der Nachbar nebenan spricht, hier
muss man sich dann entsprechend konzentrieren. Das Headset dämpft ein
bisschen, daher kann man es eigentlich während des gesamten Tests auf dem
Kopf lassen. In meinem Fall war es so, dass die Verbindung zu den Servern in
Amsterdam nicht hergestellt werden konnte und der Test sich dann insgesamt
ca. 1h Verzögert hat.
Das Testergebnis bekommt man dann einige Wochen später, die
aufgezeichnete Sprach-Dateien und die Aufsätze werden von menschlichen
Korrektoren geprüft (wobei man davon ausgehen kann, dass das für die
Korrektoren eher ein Massenprozess ist)

4.2 GMAT
Einen Fehler sollte man nicht machen: den GMAT unterschätzen. Egal wer ihn
macht oder wie intelligent jemand ist, durch das Test-Design wird jeder
Teilnehmer an seine Leistungsgrenze gebracht: der GMAT ist ein sogenannter
CAT, ein Computer Adaptive Test. Wird eine Frage richtig beantwortet, ist die
nächste Frage schwerer; wird eine Frage falsch beantwortet, ist die nächste
Frage einfacher. Die richtige Beantwortung schwerer Fragen bringt mehr
Punkte, d.h. Ziel ist es, zu den schweren Fragen zu gelangen und diese dann
richtig zu beantworten. Interessant wird das ganze durch den Zeitrahmen: pro
Frage hat man ca. 2 Minuten Zeit und bei den schwereren Fragen sind gleich
mehrere sprachliche oder analytische Probleme eingearbeitet. Die Antworten
werden zwar per Multiple-Choice ausgewählt, aber die falschen
Antwortmöglichkeiten sind so konzipiert, dass unterschiedliche Fallen darin
versteckt sind.
An Vorbereitungszeit benötigt man mehrere Monate, dabei können locker 200-
300 Stunden an Vorbereitungen zusammenkommen. Im u.g. Forum
gmatclub.com gibt es Teilnehmer, die auch deutlich länger gelernt haben,
wobei diese dann z.T. auch in die für Harvard-MBA und Co. benötigten Top-
Punktzahlen reinkommen wollen.
Wenn man früh genug mit Lernen anfängt, geeignete Literatur hat, konsequent
lernt und dann auch beim Test an sich keine Schwierigkeiten aufkommen kann
man die von den Unis verlangten Punktzahlen erreichen. Ohne eine ordentliche
Vorbereitung müsste man nach meinen Erfahrungen schon sehr sehr intelligent
sein, um den Test gut zu meistern.

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Ich habe den Test zweimal gemacht, beim ersten lief einiges schief - meine
Fehler kann die Nachwelt vermeiden:
• Mein Zug blieb im Schnee stecken und es war lange nicht klar wie und ob
es weitergeht. Der Zug hatte am Ende eine Stunde Verspätung und
wurde zu einem anderen Bahnhof geleitet, ich bin dann gerade noch
rechtzeitig zum Test-Center gekommen. Beim zweiten Versuch habe ich
mir ein Zimmer genommen und war ausgeruht beim Test statt gestresst
von der Anfahrt.
• Ich hatte zweitklassige Literatur. Nachdem Princeton Review beim TOEFL
ganz gut war, hatte ich mir deren Buch auch zum GMAT gekauft,
zurückblickend war es aber eher eine bunte Sammlung von Tipps und
Tricks. Das Buch von Kaplan („Kaplan GMAT Live Online“) hat eine
wirklich strukturierte und effiziente Herangehensweise vermittelt, die ein
deutlich höheres Sicherheitsgefühl vermittelt hat.
• Ich habe nicht ausreichend Full-Length-Tests gemacht. Beim GMAT
schreibt man zunächst zwei Aufsätze, dann kommen die wichtigeren
„Quant“ und „Verbal“-Teile. In der Vorbereitung hatte ich teilweise darauf
verzichtet, auch die Aufsätze zu schreiben, was meine „mentale
Ausdauer“ nicht ausreichend trainiert hatte. Zusammen mit dem Ärger
bei der Anfahrt hat das dann dazu geführt, dass ich mich nach fast 5
Stunden Stress in den letzten Teilen nicht mehr wirklich konzentrieren
konnte.
Das Ergebnis war dann entsprechend niederschmetternd und hat auch nicht
die Scores reflektiert, die ich in den Vorbereitungen hatte. Da ich zeitlich noch
etwas Luft hatte, habe ich einen zweiten Versuch für sinnvoll gehalten, die
Fehler vom ersten Versuch vermieden und den Test 5 Wochen später nochmal
gemacht. Das Gefühl danach war deutlich besser, die eingangs erwähnten Unis
haben mir z.T. zu einem „competetive score“ gratuliert. Auch beim GMAT gilt
analog: Intelligenz ist das, was der Intelligenztest misst.
Der Test wird in einem professionell betriebenen Center abgenommen, kein
Vergleich zum TOEFL. Im Raum sind ca. 6-7 andere, die ebenfalls den GMAT
machen, bis auf das Klappern der Tastaturen bei den Aufsätzen ist es ruhig.
Man bekommt eingangs Ohrstöpsel um auch letzteres zu minimieren. Der
Raum ist komplett Video-überwacht und um die Identität der Test-Taker zu
gewährleisten werden diese mit Fingerabdruck-Scannern erfasst und der
Fingerabdruck wird dann bei jedem Betreten und Verlassen des Raumes
gescannt um die Unterstützung durch einen Dritten auszuschließen. „Verbal“
und „Quant“ ergeben zusammen den eigentlichen GMAT Score, durch das
multiple-Choice-Prinzip erhält man dieses Ergebnis direkt im Anschluss. Die
Benotung der Aufsätze erfolgt nachgelagert und wird von einem menschlichen
Korrektor und einem Computerprogramm durchgeführt.
Pflichtprogramm für die Vorbereitung auf den GMAT ist insbesondere das Forum
www.gmatclub.com, hier gibt es u.a. sehr gute Literaturvorschläge, Tipps zum
Erstellen des Zeitplans, Gleichgesinnte, usw.

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4.3 beglaubigte Übersetzungen
Beglaubigte Übersetzungen müssen durch einen vereidigten Übersetzer
angefertigt werden, auch wenn man die Seiten theoretisch natürlich auch
selbst übersetzen könnte. Am Besten fordert man von verschiedenen
Übersetzern Angebote ein und wählt dann entsprechend aus, die Preise
variieren erheblich. Für ca. 5 Seiten reicht die Spanne der Angebote schon mal
von 100-300 Euro.
Der Übersetzter übersetzt das dann entsprechend, heftet hinter die
Übersetzung eine Kopie des deutschen Dokuments und macht dann seinen
Stempel mit dem Beglaubigungsvermerk drauf (d.h. man braucht hier für die
Universitäten nicht nochmal gesondert eine beglaubigte Kopie der deutschen
Variante). Am Besten bestellt man beim Übersetzer gleich so viele
Ausfertigungen wie man später für die Bewerbungen braucht.

4.4 beglaubigte Kopien


Die Unis verlangen von allen Original-Dokumenten beglaubigte Kopien. Wenn
nur das Original-Dokument kopiert werden muss und keine Übersetzung
notwendig ist, kann man Kopien z.B. beim Bürgerbüro oder beim Notar
übersetzen lassen.
• Das Bürgerbüro verlangt einen fixen Preis pro kopierter Seite und macht
Kopien nur für deutsche Institutionen. (Es wird ein Stempel auf die Kopie
gemacht, dort wird dann vermerkt, für wen die Beglaubigung ausgestellt
ist, also z.B. „Uni Mannheim“)
• Der Notar beglaubigt auch mehrere Kopien auf einmal und verlangt ca.
13€ dafür – , die Seiten werden dann per Siegelband zusammengehalten.
Eine Beschränkung auf dt. Institutionen gibt es nicht.

4.5 Letter of recommendation


Das Letter of recommendation ist ein Schreiben eines Dritten an die
Universität, das den Bewerber für einen Studienplatz empfehlen soll. Ein
solcher Dritter sollte nach Möglichkeit jemand sein, der ein gewisses Ansehen
hat und den Bewerber beurteilen kann – also z.B. ein Professor, der einen
während des Studiums begleitet hat oder die Führungskraft aus dem
Unternehmen.
Man sollte rechtzeitig auf die Empfehlenden zugehen und sie fragen, ob sie sich
das vorstellen können und Sie – wo notwendig – beim Erstellen unterstützen.
Vom Format her ist es meist so, dass ein Schreiben an die Universität
angefertigt wird, dieses wird jeweils persönlich unterschrieben und dann mit
den anderen Bewerbungsunterlagen an die Uni versandt. Teilweise gehen die
Anforderungen auch weiter: Manche Unis verlangen, dass die
Empfehlungsschreiben nochmal in einen eigenen Umschlag kommen, welcher
dann am Umschlag gestempelt wird und der Empfehlende nochmals auf dem
Umschlag unterschreibt. Andere Unis wollen das Empfehlungsschreiben z.B.

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vom E-Mail-Account des Empfehlenden bekommen. Solche Sachen sind
teilweise natürlich eher lächerlich und hier überlegt man dann auch, was davon
man seinen „Empfehlern“ zumuten will da deren Zeit natürlich auch kostbar ist.
Entsprechend ist es schön, sich bei den Empfehlern danach auch kenntlich
zeigen.

4.6 CV, motivation


Nicht alle Unis wollen einen Lebenslauf haben, ich persönlich würde aber
immer einen mitschicken, insbesondere wenn man nach dem Studium bereits
gearbeitet hat. Manche Universitäten würden durch die von ihnen
angeforderten Unterlagen gar nicht mitbekommen, dass man bereits gearbeitet
hat und Berufserfahrung gesammelt hat (Wobei das natürlich auch zeigt, dass
das manchen Unis evtl. gar nicht wichtig ist).
Wie ein CV und ein motivational letter verfasst werden können will ich hier im
Detail nicht behandeln, hierzu gibt es ja diverse andere Quellen. Nur zwei
Dinge, die ich persönlich für wichtig halte:
• Primäres Ziel sollte es sein, zu zeigen, warum man für das Studium
geeignet ist und was evtl. eigene Alleinstellungsmerkmale sind.
• Man sollte die wesentlichen Punkte herausarbeiten und sich kurz fassen -
Die Unis bekommen Hunderte von Bewerbungen.

5 Auswahlverfahren der Universitäten


Wenn man alles zusammen hat, kann man daran gehen, die Unterlagen für die
Unis zusammenzustellen und los zuschicken bzw. in die Online-Tools
einzugeben. Gerade bei den Online-Tools kann es sein, dass man am Ende noch
damit überrascht wird, irgendeine zusätzliche Unterlage abgeben zu müssen,
von der auf der normalen Webseite keine Rede war (meistens Kleinzeug wie
z.B. nochmal eine zusätzliche Kopie von allen Unterlagen, aber trotzdem
zeitraubend).
Danach können ggf. noch Rückfragen kommen und ansonsten heißt es erst mal
warten. Zwischen März und Juni kamen bei mir die meisten Reaktionen von den
ausländischen Unis, deutsche Unis haben ihre Abgabefristen z.T. deutlich
später d.h. man hat möglicherweise einen Versatz in den Zeiträumen in denen
man sich final für Unis entscheiden muss.

6 Akzeptanz Berufsakademie
Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass die Berufsakademie bei den
Universitäten genau wie andere Hochschulen angesehen wird, sie ist nicht
zwingend besser und aber auch nicht schlechter angesehen wie andere
Hochschulen. Da ich an meiner Wunsch-Uni angenommen wurde kann ich mich
nicht beschweren. Ich habe das duale Studium im Anschreiben kurz erläutert
und angedeutet, dass es kompakt und auch anspruchsvoll ist sowie meine

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Praxiserfahrung zeigen können – ich denke, dass das meiner Bewerbung
geholfen hat. Hier einige Beobachtungen zur Akzeptanz der BA:
• Eine Mitarbeiterin der Mannheim Business School (also ein Anbieter
hier eigentlich nicht beschriebener MBA-Studiengänge) meinte,
dass in einer internen Untersuchung BA-Studenten mindestens
genauso gut wie reguläre Studenten abgeschnitten haben, und z.T.
durch das straffere Studium auch belastbarer sind.
• Schweden ist eigentlich bekannt dafür, BA-Studenten eher
abzulehnen. So war es bei mir auch bei zwei etwas ländlicheren
Unis. An der Stockholm School of Economics, kurz SSE, (eine recht
angesehene Uni) wurde ich hingegen angenommen – Da alle Unis
in Schweden über ein zentrales Vergabeverfahren quasi die
gleichen Unterlagen bekommen hat wohl eines den Unterschied
gemacht: Die SSE hat meinen GMAT-Score erhalten, die anderen
nicht. Daher sehe ich den GMAT als Chance, mit einem
unabhängigen Test gewisse Fähigkeiten zeigen zu können.
• Die Aarhus Business School in Dänemark hat mich mit dem Verweis
auf zu wenige Credits in Statistik und VWL abgelehnt
• Für die oben genannten Unis, die norwegische Handelshochschule
in Bergen (NHH), die BI Norwegian School of Management in Oslo,
die Stockholm School of Economics and Business Administration,
die Leeds University Business School und die Aston Business School
scheint das BA-Studium kein Hindernis für eine Zusage gewesen zu
sein :). Die Copenhagen Business School hatte noch keine
Entscheidung gefällt als ich dieses Dokument erstellt habe, diese
hat in der Vergangenheit aber bereits BA-lern zugesagt.

Vielleicht bedeutet die Rückmeldung der Unis dann auch für einen Leser dieses
Leitfadens dass er in seiner Wunsch-Uni aufgenommen wurde – über
Rückmeldungen, Fragen o.ä. an „stephanduffner bei web.de“ würde ich mich
natürlich freuen. Ich hoffe, dass ich mit diesem Leitfaden jemandem helfen
kann und.

Viel Erfolg bei einer Bewerbung auf einen Master-Studienplatz!