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PRAXIS

Photoshop-Praxis
Teil 81: RGB bearbeiten - CMYK beurteilen
Hennig Wargalla
ie Bearbeitung von Bildern im RGB-Modus hat den ent- ansichtsoptionen von Photoshop kann man sich einen re-

D scheidenden Vorteil, dass man sich noch nicht auf ei-


nen Druckprozess festgelegt hat, sondern die so bear-
beiteten Daten beliebig umwandeln und verwenden kann.
lativ guten Überblick über das zu erwartende Ergebnis ver-
schaffen. Bedenkt man darüber hinaus, dass die Komple-
mentärfarbe von besonderer Bedeutung ist, dann steht
Doch leider haben RGB-Korrekturen den Nachteil, dass man dem Erfolg nichts mehr im Wege und man kann schon im
die Farben nur schwer bewerten kann. Mit Hilfe der Vor- RGB-Modus auf konkrete CMYK-Werte hinarbeiten.

Um eine korrekte Darstel-


lung sicherzustellen, sollte
man zuerst die Farbeinstel-
lungen kontrollieren. Diese
findet man seit Version 6
im Bearbeiten-Menü. 1
Das RGB-Ausgangsbild
wird definiert durch den
RGB-Arbeitsfarbraum. Di-
rekt darunter finden Sie
die CMYK-Einstellungen.
Auf das hier angewählte
Profil greift Photoshop
zurück, wenn Sie sich die
CMYK-Vorschau eines
RGB-Bildes einblenden las-
1 2
sen. 2

Unter dem Menüpunkt


„Ansicht“ können Sie sich
nicht nur eine Voransicht
des CMYK-Gesamtbildes
anzeigen lassen, sondern
auch die einzelnen Kanäle
prüfen. So können Sie das
Zusammenspiel der Farb-
kanäle Cyan, Magenta und
Gelb 3 oder allein den
Schwarz-Kanal kontrollie-
ren. 4

3 4

Wollen Sie überprüfen, wie


das Bild in einem anderen
Druckprozess aussieht,
dann können Sie im Menü-
punkt „Eigene“ ein ande-
res CMYK-Profil anwählen.
5 Die hier vorgenommen
Einstellungen wirken sich
aber nicht auf die Info-Pa-
lette aus. Dort werden die
CMYK-Werte immer an-
hand des Arbeitsfarb-
raums berechnet. Welcher
Farbraum angezeigt wird,
ist in der Info-Palettte frei
5 6 wählbar. 6

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PRAXIS
Die Info-Palette zeigt Ihnen
den Weg, wenn Sie schon
im RGB-Modus bestimmte
CMYK-Werte erreichen
wollen. Sollen etwa die
Gelbwerte des Bildes ver-
stärkt werden, dann blei-
ben Sie auf der gleichen
Höhe in der Palette und fin-
den dort die Komplementärfarbe Blau. Jede Änderung
im Blaukanal beeinflußt überwiegend die Yellow-Wer- 8
te des späteren CMYK-Bildes, während die Cyan- und
Magenta-Werte nur in geringerem Maße geändert
werden.

Sinnvoll ist es in diesem Zusammenhang sich den Farbkreis vor Augen zu führen.
Dort stehen sich jeweils eine Farbe des CMY- und des RGB-Modells gegenüber. Jede
Veränderung, die man an einer Farbe vornimmt, wirkt sich bei der Übersetzung in
das andere Farbmodell in der Gegen- oder Komplementärfarbe am Stärksten aus.
Leider sind diese Übersetzungen zwischen den Farbräumen, aufgrund des unter-
schiedlichen Reflexionsverhaltens der Druckfarben, nicht perfekt. Dies ist der Grund,
weshalb die andern Farben auch in geringem Maße verändert werden. Dennoch ist
das eine erfolgversprechende Herangehensweise, um schon im RGB-Modus konkrete
CMYK-Werte zu erreichen.

Der Rot-Kanal beeinflußt in erster Linie die Cyan-Werte


des späteren vierfarbigen Bildes.
Ausgangsbild

Der Grün-Kanal beeinflußt in erster Linie die Magenta- Der Blau-Kanal beeinflußt in erster Linie die Yellow-Wer-
Werte des späteren vierfarbigen Bildes. te des späteren vierfarbigen Bildes.

Diesen, wie alle anderen seit 7/95 erschienenen Tips, können Sie auch im Internet abrufen:
http://www.daton.de/wargalla

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