Ausgabe 12 - SoSe 2016

COGITO
DAS ERSTE LINZER STUDIERENDENMAGAZIN. VSSTÖ - SEIT 1966.
Seite 2

Seite 3

Seite 6

Neuerung im
Soziologie-Studium

Registrierkassapflicht Erleichterungen für
das Ehrenamt

Bericht:
Student_innen analysieren
die Flüchtlingspolitik

JEDE
WOCHE
NEU!

From my cold, dead hands!
- Waffengesetze in den USA
Bericht Seiten 4-5

VERBAND SOZIALISTISCHER STUDENT_INNEN ÖSTERREICHS

I

http://linz.vsstoe.at

rtrtrtrtrtrt

BOA-WIST-HeimbarAussauffest

ÖH JKU
Sommerfest

Volkshilfe Nacht gegen
Armut

29. Juni, 21:00 Uhr
WIST Heimbar

30. Juni, 15:00 Uhr
JKU Bibliotheksplatz

4. Juli, 19:30 Uhr
Arena Wien

Das Sommersemester neigt sich dem
Ende zu und somit muss alles raus aus
der Bar!

Auch dieses Mal erwarten euch
sowohl Live Bands als auch DJs. Feiert
gemeinsam mit uns das Semesterende.
Karten gibt es im VVK im ÖH Shop.

Am 04. Juli setzen wir gemeinsam
ein Zeichen gegen Armut und Ausgrenzung. Volkshilfe und Nova Music
veranstalten dazu die Nacht gegen
Armut - ein Open-Air-Benefizkonzert
mit der wunderbaren Musikerin Patti
Smith. Jede Unterstützung zählt!

Happy Hour von 21 Uhr - 22 Uhr:
Alle Getränke um € 1
Dann alles um € 1,50

EDITORIAL
René Röbl
Vorsitzender
VSStÖ Linz

Vertrauensfragen
Vielleicht habt ihr es ja schon mitbekommen. Wir haben einen neuen Rektor. Seit
Oktober 2015 hat Meinhard Lukas nun
das Amt des Rektors inne. Seit dem hat sich
viel getan! Lehrstühle wurden eingespart,
Sprachkurse werden kostenpflichtig, Gebühren auf Studienrichtungen werden erhoben, wir haben ein neues Unilokal, eine
absolut unverkennbare neue Marketingstrategie und eine Vizerektorin wirft nun
das Handtuch. Nun lässt Lukas, nachdem
es unterhalb der brüchigen Hülle der Universität ordentlich rumort, die Vertrauensfrage im Unisenat stellen. Steht die Universität geschlossen hinter ihm oder nicht?
Das ganze wurde natürlich im Stile einer
modernen, offenen Kommunikationsform
über die Medien ausgerichtet. 100% Unterstützung für Einsparungen und der Verschlechterung von Lehre und Forschung
erwartet man sich. Hohe Ziele. Aber der
Weg zur europäischen Topuniversität ist
nun einmal hart und steinig. Und was
passiert, wenn keine 100% zustandekommen? Was passiert, wenn die Universität
sich nicht mit unbesetzten Lehrstühlen und
Einsparungen zufrieden geben möchten?
Was passiert, wenn man sich für eine
taugliche und funktionierende Universität
entscheidet, die nicht den Anspruch um
einen Platz an der Sonne stellt? Auf diese
Fragen gibt es nur eine Antwort…
Vielleicht habt ihr es ja schon mitbekommen. Wir haben möglicherweise bald
einen neuen Rektor.

Wer nicht dabei ist, ist selber schuld!

Novellierungen im
Studienföderungsgesetz
Was längst ausständig war, wird
nun langsam Realität. Im Nationalrat
wurden erste Änderungen im Studienförderungsgesetz zu Gunsten Studierender über 27 Jahre einstimmig
beschlossen. Vor allem dieser Gruppe
soll das Studium durch monatliche
Zuschläge und der Möglichkeit zur
erhöhten Studienbeihilfe, unabhängig
vom Wohnort der Eltern, erleichtert
werden, da sie bisher meist durch das
Beihilfesystem fallen.
In der Debatte rundum das Studienbeihilfensystem machte sich vor allem
eines bemerkbar: Das bisherige System entspricht nicht mehr der Realität.

gespol
Kerstin Plank

ÖH StV SozWi
kerstin.plank@oeh.jku.at

SPÖ-Abgeordnete fordern eine Valorisierung, da die Beihilfen schon lange
nicht mehr an die stetig wachsenden Lebenshaltungskosten angepasst
wurden und der Anteil an berufstätigen
Studierenden immer höher ansteigt.
Zudem wurde darüber debattiert,
dass die Kriterien und Zugangsvoraussetzungen, wie das Einkommen der
Eltern, neu überdacht werden sollen.

Neuerungen im
Soziologie-Studium
Kurz vor den Sommerferien gibt es
noch Neues zu berichten:
Die Studienrichtungen Soziologie und
Sozialwirtschaft haben eine Umstrukturierung im Studienplan beschlossen.
Bisher war es möglich, zwischen verschiedenen Sprachen im Ausmaß von
sechs ECTS zu wählen. Ab dem kommenden Wintersemester sind diese
sechs ECTS verpflichtend für zwei
Englischkurse
aufzuwenden:
Englisch für Sozialwissenschaftler_innen
I & II mit jeweils drei ECTS. Andere
Sprachkurse können künftig nur mehr
im Rahmen der freien LVAs absolviert
werden.

soz
Philipp Stadler

ÖH StV Soz
philipp.stadler@oeh.jku.at

Die Studienvertretung Soziologie hat
das ganze Jahr über versucht, Verbesserungen im Studium zu erreichen.
Von der Erstsemestrigenberatung, über
Sprechstunden, bis zu einer Vielzahl
von Veranstaltungen und Exkursionen.
Wir freuen uns über Feedback, Wünsche, Anregungen und über Mithilfe
in der ÖH Soziologie. Melde dich bei
uns: soz@oeh.jku.at!

Law & Order Forum.JUS Stammtisch
28. Juni, 18:00 Uhr
Juridicum
Es ist wieder so weit! Am Dienstag findet wieder unser Jus-Stammtisch statt.
Hier habt ihr die Möglichkeit, Fragen
zum Jus-Studium zu stellen, euch mit
anderen Student_innen zu vernetzen
oder einfach nach einem Lerntag ein
kaltes Getränk zu genießen!

Summerbreak
2016
8. Juli ab 16:00 Uhr
@AEC Platz Linz
Das Summerbreak geht in die nächste Runde. Und das bei freiem Eintritt!
Mit dabei Tagtraeumer, Folkshilfe,
MTS, Blechsalat und Mandao.

“Britain first”
Jo Cox, britische Abgeordnete der
Labour Party, wurde am 16. Juni von
dem 52-jährigen Thomas Mair zuerst
angeschossen und dann abgestochen.
Drei Stunden nach dem Attentat starb
diese im Krankenhaus.
Dieser Mord soll politisch motiviert gewesen sein, da der Mörder
während seiner Tat „Britain first!“
geschrien haben soll. Dies könnte ein
Zeichen dafür sein, wie sehr Teile der
Gesellschaft bereits radikalisiert sind.
Denn um eine solche Tat zu planen,
und diese auch dann so zu begehen, muss der Hass in einer Person

sehr stark sein. Ein wahrscheinliches
Motiv von Thomas Mair könnte sein,
dass diese sich immer für Menschen
mit Migrationhintergrund stark gemacht hatte. Während hauptsächlich
auf konservativer und rechter Seite
Stimmung gegen Flüchtlinge und
Migrant_innen im Zuge der BrexitDiskussion gemacht wird, war Cox
eine der starken Stimmen, die sich
dem entgegen gestellt hatte.
Sie hat für einen menschlichen
Umgang und für die Integration der
aufgenommenen Personen gekämpft,
und musste dafür ihr Leben lassen.

gespol
Selma Music

studiert Jus
selma.music@reflex.at

Jo Cox wird uns in jedem Fall aufgrund ihrer bewegenden Arbeit in
Erinnerung
bleiben.
Gleichzeitig
sehen es viele aber auch als ein
Warnsignal, dass wir gegen die Radikalisierung vorgehen müssen. Solche
Morde an Menschen müssen verhindert werden. Jedoch stellt man sich
dabei die Frage, was Menschen zu
politischen Morden anregt.

Registrierkassenpflicht – Erleichterungen für
das Ehrenamt
In der vergangenen Woche haben
sich die Regierungsparteien endgültig
darauf verständigt, die Steuerpflicht
unter anderem für gemeinnützige
Vereine zu lockern.
In Vereinskantinen besteht künftig
keine Pflicht für eine Registrierkasse
und die Ausgabe eines Kassenbons, wenn die Öffnungszeit 52
Tage im Jahr nicht überschreitet und
der Jahresumsatz unter 30.000 €
liegt. Außerdem wurde die Maximalgrenze von sog. „kleinen Vereinsfesten“ von bisher 48 auf 72 Stunden
ausgeweitet und somit den Vorschriften
für Körperschaften öffentlichen Rechts

(bspw. Feuerwehren) gleichgestellt.
Dass diese Regelungen künftig
auch für Parteien und deren Vorfeldorganisationen gelten, mag einen
schalen Beigeschmack mit sich bringen. Dem wurde durch eine vernünftige
Differenzierung
Rechnung
getragen, indem im Vergleich zu Feuerwehren, Pfarren, etc. die Jahresumsatzgrenze mit 15.000 € festgesetzt
wurde. Außerdem beinhaltet das Paket
auch zahlreiche Vergünstigungen für
Gastronomiebetriebe, beispielsweise
im Bereich der Ski- und Schutzhütten
und der Zusammenarbeit von Wirten
mit Vereinen. Deshalb sind diese

gespol
Markus Medl

studiert Jus
markus.medl@reflex.at

Neuerungen eine Wertschätzung
gegenüber jenen Menschen, die auf
ehrenamtlicher Basis das gesellschaftliche Leben mitgestalten. Es gibt auch
andere Wege die Staatskasse zu füllen, als dem örtlichen Fußball- oder
Musikverein die Veranstaltung eines
Bierzelts durch bürokratische Hürden
zu erschweren.
linz.vsstoe.at I Seite 3

From my cold, dead h
“I’ll give you my gun when you take it from my cold, dead hands!” Das ist ein Slogan der National Rifle Association, dem
Waffenfanclub der United States. Es war der amerikanische Schauspieler und Präsident der NRA, Charlton Heston, der diesen
Spruch bei der 129sten NRA Convention gegen den demokratischen Präsidentschaftskandidat Al Gore skandierte. 16 Jahre
und unzählige Opfer von Waffengewalt später liegt das Thema wieder auf dem Tisch: Die USA und ihr Waffengesetz.

For the People, By the People!
Das Recht des Waffenbesitzes regelt der 2. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten. Der
1791 verabschiedete Zusatzartikel
verbietet der Bundesregierung das
Recht auf Besitz und Tragen von
Waffen einzuschränken. Hintergrund
war die Amerikanische Revolution, die
1776 in der Loslösung Amerikas von
Großbritannien resultierte. Man wollte nun die dafür nötige Mobilisierung
zurückfahren, die Staaten aber dennoch für mögliche Angriffe Britanniens
wappnen.

Bis heute wurde das Recht allerdings
aufgeweicht. So sind etwa Waffenkäufe stark reguliert. 1934 wurde der
Besitz von Schalldämpfern, vollautomatischen Waffen und Sprengmunition
im Rahmen des National Firearms Act
verboten.
Der Gun Control Act von 1968 verbietet das Verschicken von Waffen
per Post und den Privathandel über
Staatsgrenzen hinaus. Menschen mit
psychologischen Störungen, Drogenabhängige oder verurteilte Kriminelle
sind vom Erwerb von Waffen seit der
von Bill Clinton eingeführten „Brady
Bill“ ausgeschlossen.

„Da eine wohlgeordnete Miliz für die
Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes,
Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht
beeinträchtigt werden.“

Die Studien zu dem Thema Waffenbesitz sind so vielseitig wie die
Diskussion um dieses Thema. Je nach
finanzieller Unterstützung von Lobbys
kommen Statistiken zu anderen Ergebnissen. Ein geschätzter Mittelwert liegt
bei etwa 300 Millionen Waffen im
Privatbesitz. Das ist etwa eine Waffe
pro Person.
Eine Ergebung des Gallup-Instituts
kommt zu dem Ergebnis, dass nur 43%
der befragten Haushalte eine Waffe
besitzen. Jährlich sterben im Schnitt
30.000 Menschen durch den Gebrauch von Schusswaffen. (Anmerkung: Das wären fast zweimal alle
Studierenden der JKU).
Die Washington Post berichtete von
265 Kinder und Jugendliche, die aus
Versehen auf sich selbst oder andere
geschossen hatten. Es war auch die
Washington Post, die im Dezember
2015, nach 336 Tagen, 355 Massenschießereien zählte. Schusswaffenvorfälle ab vier Opfern werden als
“Mass Shooting” bezeichnet.

Die Zivilbevölkerung sollte also eine
schlagkräftige Miliz gründen. Der Plan
ging scheinbar auf. Das Recht auf
Waffenbesitz und Waffengebrauch ist
heute tiefer im kollektiven Bewusstsein
Amerikas verankert als jemals zuvor.
Nur, dass heute keine Vormacht Britanniens demnächst über die Staaten herzufallen droht.
Foto: lionsjournal.org

Seite 4 I linz.vsstoe.at

Fakten, Fakten, Fakten

hands!
12. Juni 2016, Orlando
In der Nacht des 12. Junis 2016 schoss
ein Mann in einem LGBT-Club (Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender)
um sich. Er tötete 50 Menschen. 53
Menschen wurden verletzt. Über den
Täter „Omar Mateen“ gibt es wenig
stichhaltige Infos. Ob er nun aus religiösen Motiven oder psychologischen
Störungen diese Menschen tötete, ist
unklar.
Es sind Mass Shootings wie diese,
die nicht nur die amerikanische Gesellschaft in Schock versetzen. Weil sie
so nahe an unserer Lebensrealität sind.
In den United States wurde Orlando zum Anlass genommen wieder
über die Waffenkultur Amerikas zu
diskutieren. Und wieder scheitert
eine Reglementierung von Waffen-

besitz an den Streitigkeiten des Kongress zwischen Demokrat_innen und
Republikaner_innen.
In beiden Lagern gibt es Pro- und
Contrastimmen für strengere Waffengesetze. Relevant sind hier oftmals
nicht die eigene Gesinnung, sondern
die Wahlkampfspenden der Waffenlobby.
Feuer mit Feuer bekämpfen?
Das Mantra der Pro-Gun Bewegung
ist nach diesen Vorfällen immer:
Mehr Waffen! Nur wenn sich jeder
Amerikaner und jede Amerikanerin
bewaffnet, kann man solche Vorfälle
verhindern. Der Traum eines umfassend
bewaffneten Amerikas ist so dystopisch
wie unmöglich. Die Hälfte Amerikas
spricht sich gegen Waffenbesitz aus.
Und dennoch hat sich seit dem Film
„Bowling for Columbine“ wenig getan.
Reformen werden blockiert und die
National Gun Association wächst
jährlich. Ein gleisendes, gesellschaftliches Flächenfeuer löscht man nun
einmal nicht mit Öl, sondern mit
einer gerechteren Gesellschaft, in der
Chancengleichheit nicht nur der tote
American Dream ist. Ohne Waffen
würden sich die frustrierten Massen andere Wege suchen.

KOMMENTAR
René Röbl
Vorsitzender
VSStÖ Linz

Waffendebatte
oberflächlich
In Bezug auf solche Debatten
stelle ich mir immer gerne vor, wie
die amerikanische Gesellschaft
ohne Schusswaffen aussehen
würde. Meiner Meinung nach
sind die Probleme Amerikas nicht
bloß mit strickteren Waffengesetze zu lösen. Diese sitzen viel
tiefgreifender.
Eine steigende Ungleichheit. Steigende Armut. Arbeitslosigkeit.
Racial Tensions. Die dortige
Waffengewalt ist nur ein Ausdruck
von steigenden gesellschaftlichen
Problemen, aber selbst nicht der
Auslöser. Ich möchte mir nicht
vorstellen, wie die derzeitigen
Spannungen in Österreich gelöst
werden würden, hätten wir einen derart unregulierten Waffenhandel. Erst kürzlich trat Norbert
Hofer für eine Lockerung der
Waffengesetze hier in Österreich
ein. Von da an ist es nur noch
ein kurzer Weg von brennenden
Flüchtlingsheimen zu Anschlägen
auf Einzelpersonen.

Foto: dailysignal.com

linz.vsstoe.at I Seite 5

Bericht
JKU-Student_innen analysieren die
Flüchtlingspolitik

Junge Forscher_innen der JKU Linz analysierten
die deutschsprachige Medienlandschaft rund um
das Thema Flucht und Asyl.
Es wurden vor allem die Vorfälle des am türkischen Strand gefundenen Buben Aylan Kurdi, der
Bein stellenden Kamerafrau Petra Laszlo und des
Kühl-LKWs auf der Ost-Autobahn in den Fokus der
Forschung gestellt.
Linz. Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Projektmanagement“ an der JKU beschäftigten sich
Studierende der Sozialwirtschaft zwei Semester lang mit dem medialen Diskurs in Bezug auf
die aktuelle Flüchtlingsthematik. Die Ergebnisse
dieser Arbeit wurden in einem umfangreichen
Forschungsbericht festgehalten.
Um einen tieferen Einblick in das Forschungsgebiet zu erhalten, wurden Interviews mit diversen
Personengruppen durchgeführt. Zum Beispiel
wurden die Meinungen der Passant_innen auf
der Linzer Landstraße eingeholt und ausgewertet.
Den befragten Personen wurde das Bild des toten
Aylan Kurdi gezeigt. Auffällig ist, dass das Bild bei
keiner der befragten Personen die Meinung über
Flüchtlinge ändern konnte. Somit lässt sich sagen,
dass solche Bilder vermutlich keine gravierenden
Änderungen in den Einstellungen der Menschen
auslösen können. Nur rund jede_r Vierte fand es
richtig oder eher richtig, dass das Bild des toten
Flüchtlingsjungen in den Medien veröffentlicht
wurde. Gleichzeitig gaben sie als vermutete Ziele
der Veröffentlichung dieses Bildes durch die Medien vor allem „Mitgefühl“ und „Wachrütteln
wollen“ an.
Des Weiteren wurde die Flüchtlingsversorgung
durch die Zivilgesellschaft am Linzer Hauptbahnhof untersucht, indem einige Ersthelfer_innen
interviewt wurden. Am ersten Tag waren nur
vereinzelt Menschen vor Ort, die vor allem durch
soziale Netzwerke erfuhren, dass viele Schutzsuchende ankamen und schlecht versorgt waren.
Es wurde versucht, so gut wie möglich zu helfen
und viele der freiwilligen Helfer_innen waren bis
mitten in der Nacht am Bahnhof, um auch den

Seite 6 I linz.vsstoe.at

Menschen in den letzten Zügen Unterstützung anzubieten. Es etablierte sich in relativ kurzer Zeit eine
funktionierende Struktur, wobei sich ein großer
Tätigkeitsbereich am Bahnsteig selbst befand.
Dort wurde die Versorgung der mit dem Zug
reisenden Flüchtlinge übernommen, indem diverse
Versorgungsartikel wie Lebensmittel und Hygieneartikel in die Züge gebracht wurden. Es war für die
Helfer_innen bemerkenswert zu sehen, wie gut die
Verteilung zwischen den Flüchtlingen funktionierte.
Es wurden Schlangen im Zug gebildet, um die
Versorgungspakete nach hinten weiterzugeben
und es fielen seitens der Schutzsuchenden oft
Sätze wie “zuerst für die Kinder und Frauen”.
Eine weitere Aufgabe bestand darin, sich um
das Lager zu kümmern und Spenden entgegenzunehmen. Außerdem gab es Personen, die als
Übersetzer_innen tätig waren, sowie Personen,
die die Betreuung der diversen Facebook-Gruppen
übernahmen, durch die die gesamte Hilfsaktion
organisiert wurde. Bedeutend an dieser Aktion
war vor allem, dass die Hilfe nur von Freiwilligen
ausging und organisiert wurde.
Am 4. Juli um 18:00 werden die Student_innen
dieses Projekts live bei Radio Fro über die Ergebnisse ihrer Arbeit interviewt.

Dieser Bericht wurde von Nora Pühringer gemeinsam mit ihren Studienkolleg_innen Sarah Steininger
und Mario Bramberger verfasst.

Achtung: Satire

Dolm/Held_innen

Er ist wieder da!
Auf einen Zaunerstollen mit dem Kaiser. Ein so nie geschehenes
Interview zum Gedenkjahr.
Michael Fürthaller: Herr Kaiser, ist
es nicht ungewöhnlich, Sie 100
Jahre nach Ihrem vermeintlichen Ableben plötzlich in Bad Ischl zu treffen?
Kaiser Franz-Joseph I.: Die korrekte
Anrede lautet „Eure kaiserliche Hoheit“.
Merken Sie sich das, Schreiberjüngling!
Im
Übrigen
bin
ich immer
noch der Herrscher von Österreich
und
seinen
Kronländern!
Michael Fürthaller: Die Monarchie
wurde schon vor 98 Jahren abgeschafft.
Wir regieren uns jetzt selbst mit einer
Demokratie – also, mehr oder weniger.
Kaiser Franz-Joseph I.: Was? Das gemeine Volke ist zum heiligen Herrscher
der Krone geworden? Warum hat
mich 1918 niemand verständigt?
Jeden Tag flaniere ich in Bad Ischl auf
und ab und werde nach wie vor mit
Majestät angesprochen. Wo sind der
Metternich und meine Geheimpolizei
geblieben? Ich muss augenblicklich
in die Reichshauptstadt zur Hofburg!

an jeder Ecke und in jeder Auslage,
der “Zauner” scheint sich nach wie vor
als K.u.K. Hofzuckerbäcker zu sehen.
Währenddessen betrachtet der Kaiser – noch immer seine Paradeuniform
tragend - etwas verwirrt mein Mobiltelefon.
Michael Fürthaller: Landeskaiser oder
Landesfürsten haben wir noch in Österreich. Zumindest werden sie manchmal
in der Bevölkerung so genannt, weil sie
schon ähnlich lange regieren wie ein
Kaiser in Wien. Manche könnte man wohl
sozialdemokratischen Fürste nennen....
Kaiser Franz-Joseph I.: Was für ein
Humbug! Die Reichshauptstadt der
Donaumonarchie in den Händen dieser
Rote-Fahnen Proletarier, dem muss sofort Einhalt geboten werden! Ich werde
umgehend die K.u.K. Armee mobilisieren.
Der Kaiser verlangt, dass ich ihn
umgehend in meinem “motorisierten Wagen” nach Wien bringe... Etwas mühsam
zwängen wir uns in mein kleines Auto...

Mit seinem Auftritt auf der
Regenpbogenparade in Wien
setzte Christian Kern, der neue
Bundeskanzler, ein Zeichen für
Toleranz und Vielfalt.
“Ich bin ein großer Bündnispartner
dieser
Anliegen,
allerdings gibt es im Parlament
derzeit keine Mehrheit dafür”,
sagt der Bundeskanzler (SPÖ).
Zudem wolle dieser die Ungleichheit zwischen der eingetragenen Patnerschaft und
der Ehe begleichen.

Foto: jachwe.wordpress.com

Gut
Böse
Jenseits
Gut

Letzte Woche wurde die Erhöhung der Studienbeihilfe
für ältere Studierender ab 27
Jahren beschlossen. Dabei
geht es darum, jenen das
Studium durch zusätzliche
finanzielle Mittel zu erleichtern.

Michael Fürthaller: Die Hofburg ist
leider schon besetzt: Hier regiert jetzt
einer mit weniger Bart aber mehr
Augenbrauen und im Schloss Schönbrunn tummeln sich jeden Tag tausende
Tourist_innen in Eurem Schlafzimmer.

Böse

Die neue Kampagne des online
Wettanbieters bet-at-home.com
erfährt derzeit scharfe Kritik.
Der österreichische Werberat
fordert aufgrund sexistischer
Werbung einen sofortigen
Stopp der Kampagne.

Der Kellner bringt inzwischen Kaffee und
zwei Zaunerstollen, was der Kaiser mit
einem “Ich bin der Kaiser und ich will
einen größeren Strudel” kommentiert –
der Kellner sieht uns an, als stammen
wir aus dem vorigen Jahrhundert. Er
muss wohl neu hier in Bad Ischl sein.
Tatsächlich scheint man hier in Ischl
noch das Jahr 1914 zu schreiben. Der
Kaiser “Franz” wie ihn die Bad Ischler
Bevölkerung liebevoll nennt, begegnet einem in Bildern und Souveniers

Christian Kern

Jenseits

Foto: franzjoseph2016.at

In Frankfurt gab es letzten Donnerstag in einem Kino eine
Schießerei. Berichten zufolge
soll ein Mann maskiert Geiseln
genommen haben und dabei
55 Menschen mit einer Schusswaffe verletzt haben.
linz.vsstoe.at I Seite 7

Sudoku
Cogito ergo sum :)

Impressum
http://linz.vsstoe.at
http://facebook.com/vsstoe.linz
http://twitter.com/vsstoelinz

Medieninhaber_in und Herausgeber_in:
Verband Sozialistischer Student_innen Österreichs
Unternehmensgegenstand: gemeinnütziger Verein
Sektion Linz: J.W.Kleinstr. 72, 4040 Linz
Tel. 0732 24 38 58 | office@linz.vsstoe.at
Zweck/Grundlegende Inhalte: Hochschulpolitik,
Gesellschaftspolitik
Für den Inhalt verantwortlich: VSStÖ Linz
Fotos: Stefan Mayerhofer

Vorstand:
Vorsitzender: René Röbl
Stv. Vorsitzende/Frauensprecherin: Selma Music
Kassierin: Merima Zukan
Dieses Werk ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/at/

den VSStÖ Wandkalender

Quote this!

die VSStÖ Sozialbroschüre

Roter Faden zum Studienbeginn

das VSStÖ Grundsatzprogramm

Beihilfen kompakt

beim COGITO mitschreiben
beim VSStÖ mitmachen
Bitte kontaktiert mich!

eb

Broschüren

Kl

Informationen über den VSStÖ

m

ir

ei
n

e

Ich will (kostenlos):

An den
J.W. Kleinstraße 72
4040 Linz

Name: ..................................................................................
Adresse: ...............................................................................
E-Mail: .................................................................................. Telefon: ....................................
Studienrichtung: ..................................................................... Semester: .................................

Sign up to vote on this title
UsefulNot useful