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Mahl Zeit

Essen und Trinken in verschiedenen Religionen, 18. April 2010


Evangelische Akademie Wien

Jüdische Traditionen

Gefillte Fisch

Fischmischung: 1/2 kg Feichenfilets, gemahlen (im Koscher Fischhandel erhältlich), 1/2 kg Weißfischfilets,
gemahlen (in Koscher Fischhandel erhältlich) 2 Eier, 2 mittelgrosse Zwiebeln, 2-3 TL Salz, 2-3 TL Zucker,
1 Pr. Pfeffer
Sud: 2 Karotten, geschnitten 2 große Zwiebeln, geschnitten, 1 Scheibe frischer Kren nach Belieben Pfeffer,
Salz und Zucker
Zwiebeln sehr fein hacken und zum Fisch geben. Die restlichen Zutaten der Fischmischung beigeben.
Mindestens 20 min mit dem Mixer mischen. Die Mischung wird dadurch luftiger und lässt sich leichter
formen. Wasser in einem Topf aufkochen und alle Zutaten für den Sud hineingeben. Einen großen Topf
nehmen, da die Fische beim Kochen aufgehen. Mit nassen Händen Fischbälle formen. Einen nach dem
anderen in das kochende Wasser legen. 2 Stunden kochen lassen. Bei Bedarf Wasser nachgießen. Sauce
abschmecken und nach Belieben nachwürzen. Kalt servieren.
Dazu: Rote Rüben – Krensauce:
Kren und Rote Rüben schälen, in eine Schuessel reiben. Salzen und zu einer Paste vermischen.

Tscholent
Zutaten für 8-10 Portionen
2 Esslöffel Öl, 4 Zwiebeln halbiert, in Scheiben geschnitten, 4 Knoblauchzehen feingehackt, 1,40 kg
Rindfleisch (Schlegel, Brust oder Schulter) In Würfel geschnitten, 42 dkg weiße Bohnen, mind. 8 Stunden
eingeweicht, 21 dkg Gerstengraupen, 10 mittelgroße Kartoffeln, geschält und halbiert (eventuell mehr), 2
Teel. Salz, Pfeffer, 11/2 Teel. Thymian getrocknet, 1 Teel. Paprika, 2 Lorbeerblätter, 2 El Zucker

Ein langsam köchelnder Eintopf aus Rindfleisch, Bohnen, Gerstengraupen und Kartoffeln, der traditionell
am Freitag Abend zubereitet wird und über Nacht im Ofen schmort. Am Sabbat, wo jegliches Kochen und
Feuermachen verboten ist, wird der Eintopf traditionell gegessen.

In einer ofenfesten Kasserolle mit fest schliessendem Deckel das Öl heiss werden lassen. Zwiebel ca. 7-10
Minuten anbraten bis sie gut braun sind. Knoblauch zugeben und noch eine Minuten braten. Alles
herausnehmen und beiseite stellen. Fleisch in der gleichen Kasserolle von allen Seiten gut anbraten, bis alle
Stücke gut gebräunt sind. Nicht zuviel Fleisch auf einmal anbraten, eventuell portionsweise arbeiten. Fleisch
herausnehmen. Zwiebeln und Knoblauch wieder in die Kasserolle geben und gleichmässig auf dem Boden
verteilen. Bohnen abtropfen lassen und zugeben und in Lagen Rindfleisch, Graupen und Kartoffeln
einschichten. Dabei mit Salz, Pfeffer, Thymian und Paprika die einzelnen Lagen würzen. Lorbeerblätter
hineinstecken.

Zucker mit 2 El Wasser bei starker Hitze aufkochen und 1-2 Minuten kochen, bis der Zucker ein dunkles
Karamellbraun angenommen hat. Topf vom Feuer nehmen und abgewandt vom Gesicht und Körper!!!
vorsichtig 60 ml Wasser zugiessen. Achtung der Karamell kann spritzen!!! Wieder auf die Kochstelle setzen
um den Karamell zu verflüssigen. Diesen dann in die Kasserolle giessen. Soviel Wasser zugeben, dass
Fleisch und Gemüse gerade bedeckt sind. Bei starker Hitze zum Kochen bringen. Schaum von der
Oberfläche abschöpfen und eventuell noch etwas Wasser zugeben, dass alles bedeckt ist. Topf gut
verschliessen und bei sehr niedriger Temperatur (100 °C) im Ofen ca. 10-12 Stunden oder über Nacht
schmoren.
Christliche Tradition

Was hat Lamm für eine Bedeutung?

Als Lamm wird ein junge Schafes (oder Ziege) bis zum Alter von einem Jahr bezeichnet. Lämmer werden
aufgrund ihres zarten Fleisches geschlachtet, das milder ist als das der erwachsenen Tiere.
Die Lämmer als Opfertiere spielen im Judentum bei Pessach/Passah eine bedeutende Rolle. Das Christentum
identifiziert Jesus mit dem Pessachlamm. „Christe du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd’ der Welt“, heißt
es in der Abendmahlsliturgie.

Warum isst man am Gründonnerstag Spinat und Eier?

Die christlichen Kirchen erinnern sich am Gründonnerstag an das Pessachmahl, das Jesus kurz vor seiner
Verhaftung mit seinen Jüngern und Jüngerinnern gefeiert hat. Dieses Mahl nennt die christliche Tradition das
„letzte Abendmahl“. Im Englischen heisst der Gründonnerstag „Maundy Thursday“ – der Tag, an dem die
Jünger einen Auftrag, ein „Mandat“, ein neues Gebot (Joh. 13,34) empfingen.
Das Wort „grün“ im Namen Gründonnerstag hat verschiedene Ursprünge: es könnte sich vom alten
deutschen Wort „greinen“ herleiten, das soviel wie „weinen, klagen“ bedeutete. Es könnte aber auch eine
Übersetzung des lateinischen Namens für diesen Tag sein: „dies viridium“, der Tag der „Grünen“, oder der
Antlass-/Entlass (Ablass)tag, der Tag, wo die Sünden vergeben werden. An diesem Tag wurden die reuigen
Sünder, die ihre Busse geleistet hatten, wieder in die Kirche aufgenommen, sie wurden dadurch wieder
frische und grüne Zweige am Stamm der Kirche! Und dann war da noch der alte Pessachbrauch, zum
Pessach-Mahl auch grüne Kräuter zu essen. Schliesslich knüpfte das Essen von grünen Kräutern und
Gemüsesorten auch an alte vorchristliche Traditionen an: im Frühling wurden zu Ehren der Frühlingsgöttin
und zum Ende der toten (weissen) Zeit grüne Kräuter gegessen. Grün war das Zeichen der Fruchtbarkeit und
des Wachsens: das Wort „grün“ bedeutet im Ursprung „wachsen, spriessen, keimen“. So war es in vielen
ländlichen Gegenden auch Brauch, am Gründonnerstag Blumen, Kohl und Kräuter zu säen.

SPINAT ist eine der Grünspeisen für den Gründonnerstag, es gibt aber – regional verschieden – eine
reichhaltige Palette, die von Brennessel bis zu grünem Kuchen mit Schnittlauch, Petersilie und Beerlauch
reicht.
Oft wird der Spinat mit SPIEGELEIERN gegessen, eine Vorwegnahme der österlichen Eier. Sie wurden in
vielen alten Kulturen als Symbole des Frühlings und des Neubeginns interpretiert.
Beim Sederabend, dem Vorabend des jüdischen -Pessach Festes, gehört zu den sieben traditionellen Speisen
neben den grünen Kräutern auch ein gerötetes, hartgekochtes Ei. Es ist ein Symbol für die Geburt und steht
für das Festtagsopfer, das zur Zeit des Tempels geopfert worden ist. Das Ei zu rösten wird auch als ein
Symbol der Trauer über die Zerstörung des Tempels erklärt.
Mit den christlichen Ostern werden Eier erst seit dem 15. Jahrhundert in Verbindung gebracht. Zu Ostern
mussten Eier als Zins abgeliefert werden. Es gibt aber viele Legenden, die die Eier in der Tradition der alten
Kirche zu verankern suchen. So soll Maria Magdalena dem Kaiser Tiberius ein rotes Ei mit dem Worten
„Chrisus ist auferstanden“ geschenkt haben.

Was ist die Bedeutung von Fisch?

Der Fisch hat für das Christentum seit der frühesten Zeit seiner Entstehung eine wichtige Bedeutung. Es
erinnert an Jesu wundervolle Vermehrung von Brot und Fischen (Mathäus
14, 15 bis 21). Im Laufe der frühen Kirchengeschichte wird der Fisch für
die verfolgten ChristInnen und Christen der ersten drei
Jahrhunderte zu einem Geheimzeichen. Das griechische Wort dafür
„ίχθύς“ enthält ein kurzgefasstes Glaubensbekenntnis: Iēsous (Jesus)
Christós (Christus, gesalbter) Theoú (Gottes) Hyiós (Sohn)

Sotér (Erlöser).
Die Speisegebote untersagen seit dem Mittelalter für alle
Fastentage den Verzehr von Fleisch sowie für besonders strenge Tage auch den
Genuss von tierischen Erzeugnissen wie Milch, Käse und Eier. An diesen Tagen wurden Fische gegessen:
insbesondere an Aschermittwoch und Karfreitag – in der Folge auch an jedem Mittwoch und Freitag. Das
Fastengebot gilt für in der römisch-katholischen Kirche alle Volljährige bis zum Beginn des 60.
Lebensjahres.

Fastenzeit
Fasten ist eine geistig, körperliche Übung mit dem Ziel das Leben und die Beziehung zu Gott und zu seiner
Schöpfung zu vertiefen.
Das Christentum kennt zwei Zeiten des Fastens: die 40 Tage vor Ostern, an denen daran erinnert wird, dass
Jesus selbst 40 Tage lang in der Wüste fastete und betete, und die Adventszeit. Beide geprägten Zeiten
dienen dazu, sich auf das Geheimnis der Hochfeste Ostern und Weihnachten besonders gut vorzubereiten.
Etymologisch entstammt „fasten“ dem gotischen „fastan“ (festhalten, beobachten, bewachen) bzw. dem
althochdeutschen „fasten“ (fest).

Bier als Fastengetränk


Zu vielen Klöstern des späten Mittelalters gehörten Brauereien. Dort wurde schon im Mittelalter die
Entwicklung medizinisch wertvoller Fastenbiere gefördert. Da die meisten Fastenregeln das Verbot von
festen Speisen vorsahen, versuchte man auf diesem Weg eine gesunde Ernährung zu gewährleisten.

Die Bedeutung von Brot und Backwaren

Das Abendmahlsbrot geht auf die Mazze des Sederabends zurück.

Weihnachtsstollen
Der Brauch, in der kalten Zeit spezielles Gebäck herzustellen, ist älter als das christliche Weihnachtsfest. Der
in Laibform gebackener Christstollen hat Symbolcharakter und steht für das in die weiße Windel gehüllte
Jesuskind in der Krippe.

Drei Königskuchen
Beim Königskuchen zum Fest der Epiphanie. (6. Januar) wurde ein heidnischer Brauch christlich gedeutet.
Das in Bethlehem geborene Kind ist der neugeborene König. Er ist verborgen, man muss ihn finden, wie
einst die Magoi, die ihrerseits als Könige dargestellt werden. (Mt 2) Wer dem König begegnet, wird selber
König. Die eingebackene Bohne, Münze oder das Königsfigürchen berechtigen zum Tragen der Krone und
zum „regieren“.

Warum trinken Christinnen und Christen Wein?

Weingärtner spielen in Gleichnissen Jesu eine Rolle, er selbst hat sich als Weinstock und seine
Anhänger/innen als Reben bezeichnet (Johannes 15,1).
Für Griechen und Römer war der Wein ein Alltagsgetränk, da bekannt war, dass Wein ein weniger
gefährliches Getränk als das oftmals verschmutzte Wasser war. So findet sich im Neuen Testament der Rat
des Paulus an seinen Mitarbeiter Timotheus: „Trink nicht mehr bloss Wasser, sondern nimm ein wenig Wein
zu dir, wegen des Magens und wegen deiner häufigen Krankheiten.“ Im gleichen Brief warnt er allerdings
wiederholt vor der Trunksucht (1. Tim. 3,3, 3,8).
Die Menschen wussten seit jeher um die Ambivalenz des Weines. Die Psalmen preisen den Wein, der des
Menschen Herz erfreut (Psalm 104, 15), aber viele biblische Stellen warnen vor den vielen moralischen
Fehltritten, zu denen der Wein verführen kann.
Wein und Brot sind im Zentrum des heiligen Abendmahls, des Erinnerungsrituals an Jesu Tod und
Auferstehung. Beim letzten Abendmahl (das in der jüdischen Tradition des Sedermahles steht), das Jesus mit
seinen Jüngerinnen und Jüngern gefeiert hat, hat er Brot und Wein in der üblichen Weise gesegnet und sie
zum Zeichen für seine Hingabe gesetzt. In den verschiedenen christlichen Konfessionen gibt es
unterschiedliche Auffassungen, ob aus dem Brot und dem Wein auf geheimnisvolle Weise Leib und Blut
Christi werden; ob dies nur im gläubigen Annehmen geschieht, oder ob Wein und Brot Zeichen bleiben für
eine grössere Wirklichkeit. In den Abendmahlsliturgien wird das Brot oft als „Brot des Lebens“ bezeichnet,
und der Wein als „Kelch des Heils“.

Wasser ist zum Trinken da... und für einiges andere mehr!

Wasser kommt in der Bibel mehr als 500 mal vor, in den unterschiedlichsten Zusammenhängen. Es ist
lebenswichtig für Pflanzen, Tiere und Menschen. Alle müssen trinken. Wasser hat auch reinigende, heilende
und entspannende Kraft.
In einem Gespräch mit einer Frau an einem Brunnen in Samarien bietet Jesus lebendiges Wasser an, das den
Durst für immer stillt und zur Quelle des ewigen Lebens wird (Joh. 4, 13-14). Auch in den Schlusskapiteln
des Buchs der Offenbarung ist immer wieder vom lebendigen Wasser die Rede, und die Menschen
bekommen dieses Lebenswasser „umsonst“, gratis, zugesagt.
Wasser ist schliesslich auch ein Bild für Reinigung, Neuanfang, und für die Lebenskraft selbst: In der
Tradition der orthodoxen Kirchen wird die christliche Taufe bis heute als Tauchbad zelebriert – die Täuflinge
müssen ganz untertauchen, und verdeutlichen damit die geistliche Wiedergeburt aus Wasser und Geist.

Speisensegnungen zu Ostern

Die vielerorts übliche Speisensegnung an Ostern bildete sich im Zusammenhang mit der alten, strengen
Fastendisziplin heraus, die nicht nur auf Fleisch, sondern auch auf Käse und Eier verzichten hiess. Diese lang
entbehrten Speisen wurden in der Osterfeier für das erste häusliche Ostermahl gesegnet.

weitere Speisensegnungen

Brotsegnungen sind beispielsweise in manchen Regionen an anderen Festtagen üblich. Das Brot ist nicht nur
Nahrungsmittel, sondern der Inbegriff dessen, was wir zum Leben brauchen. Die Segnung des Brotes ist
Lobpreis des Schöpfers, Bitte um seine Gaben und Mahnung zum geschwisterlichen Teilen.

Die Segnung der Erntegaben bedeutet, dass wir für all das danken, was uns an Nahrung und
Lebensnotwendigem das Jahr hindurch geschenkt wurde. Sie fordert uns aber gleichzeitig auf, an all die
Menschen zu denken, die Hunger leiden müssen, und für sie mitzusorgen. Armen, Kranken und alten
Menschen sollen in das gemeinsame häusliche Mahl einbezogen werden.

Rezepte:

LAMMRAGOUT: 1,5kg Lamm in Würfel geschnitten, 3 Zwiebeln, 2-3 Knoblauchzehen, 3/4l Wasser ,
Gewürze : Rosmarin, Paprika, Kümmel, Koriander,Thymian, Salz nach Geschmack, Suppenwürfel

Fein gehackte Zwiebel in 3 Esslöffel Olivenöl anbraten, Knoblauch und Fleisch kurz mitbraten ,Wasser und
Gewürze dazugeben und weichkochen;
mit Senf abschmecken, event. mit Mehl stauben und Sauerrahm einrühren; nach Wunsch Fisolen(gebrochen)
unterheben.

SPINATSTRUDEL: Strudelblätter fertig kaufen oder Strudelteig bereiten.


Fülle: pro Strudel ca. ½ kg Spinat blanchieren, würzen mit Salz, Muskatnuss, Pfeffer und Knoblauch,
mischen mit 1/8 l saurem Rahm.'
Strudelblätter mit zerlassener Butter bestreichen, Fülle aufstreichen, Strudel einrollen, mit Butter bestreichen,
backen.
Muslimische Traditionen
Bismillah ar Rahman ar Rahim – Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

MAHL-ZEIT - Essen und Trinken im Islam

DIE islamische Küche gibt es nicht, jedes Land hat eine eigene Küche entwickelt. Doch es finden sich
Gemeinsamkeiten.

Im Qur´an (wortwörtliche Überlieferung der Rede Gottes) und in der Sunna (Aussagen, Handlungen und
Duldungen) des Propheten Mohammed (der Friede und Segen sei auf ihm, wird arabisch mit sas) werden
natürliche und möglichst naturbelassene Lebensmittel beschrieben, die auch mit den Grundsätzen der heute
beliebten Vollwerternährung übereinstimmen: Viel Getreide bzw. Getreideprodukte, viel frisches Gemüse
und Obst, wenig Fleisch. Fleisch war zur Zeit des Propheten eine Beilage, und nicht die „Hauptsache“ einer
Mahlzeit, zu der es heute geworden ist.

Das Brot/ Getreide


Der Prophet Mohammed (sas) sagte: „In den Augen Allahs ist das beste Nahrungsmittel das, was von vielen
gegessen wird.“(d.h. das Getreide) und „In drei Dingen liegt ein Segen: in einem frühen Frühstück, im Brot
und in der Suppe.“
Andere im Qur´an und in der Sunna erwähnte Nahrungsmittel sind z.B. Datteln, Feigen, Oliven, Zwiebeln,
Knoblauch, Granatäpfel, Trauben, Nüsse, Getreide, Linsen, Schwarzkümmel, Honig, Fleisch, Fisch,
Wachteln, Kräuter, Gurken etc.

Ernährung als Gnade Gottes – Gott der Ernährer – Ar-Razaq; der selbst keiner Speise bedarf
Wahrlich, Allah ist es, Der das Korn und Keime keimen lässt. Er bringt das Lebedinge aus dem Toten hervor,
und Er ist der Hervorbringer des Toten aus dem Lebendigen. (Sure 6:95)
„Er ist es, Der Wasser aus den Wolken herniedersendet; davon wachsen die Gebüsche, an denen ihr (euer
Vieh) weiden lasst. Damit lässt Er für euch Korn sprießen und den Ölbaum und die Dattelpalme und die
Trauben und Früchte aller Art. Wahrlich, darin liegt ein Zeichen für nachdenkende Menschen.“ (Sure 16:10-
11)
Erlaubt (Halal – rituell rein) sind alle guten Dinge, außer was verboten ist
Allahs Gesandter (sas) hat gesagt: „Allah der Erhabene, ist gut und nimmt nur Gutes an. Allah hat den
Gläubigen befohlen, was er den Gesandten befohlen hat, und der Erhabene hat gesagt: O ihr Gesandten,
esst von den guten Dingen und tut das Rechte. (Sure 23:51)
„O ihr, die ihr glaubt, esst von den guten Dingen, mit den wir euch versorgten. (Sure 2:172)
„Darum esst nur von den erlaubten, guten Dingen, womit Allah euch versorgt hat; und seid dankbar für
Allahs Huld, wenn Er es ist, Dem ihr dient.“ (Sure 16:114)
Fleisch und Fisch:
Kein leichtfertiger Umgang mit Fleischgenuss, Respekt vor dem Leben, Tiere nur zum Verzehr
schlachten/kein Opfern mehr seit Abraham (Friede sei mit ihm), ohne dass das Fleisch zu zwei Dritteln
verteilt wird. „Und das Vieh hat Er erschaffen, ihr habt an ihm Wärme und Nutzen; und davon esst ihr.“
(Sure 16:5) „Der Fang aus dem Meer und sein Genuss sind euch als Versorgung und für die Reisenden
erlaubt.“(Sure 5:96)

Schächten:
Der Prophet Mohammed (sas) sagte: „Allah hat vorgeschrieben, alles gut zu machen. Wenn ihr nun tötet,
tötet recht, und wenn ihr schlachtet, schlachtet recht. So soll ein jeder von euch seine Klinge schärfen und
sein Schlachttier zur Ruhe bringen.“

Verboten ist Verendetes, Blut, Schweinefleisch und Akohol


„O die ihr glaubt! Berauschendes, Losspiel, Opfersteine und Lospfeile sind ein Gräuel, das Werk des Satans.
So meidet sie, auf dass ihr erfolgreich seid; der Satan will durch das Berauschende und das Losspiel nur
Feinschaft und Hass zwischen euch auslösen, um euch vom Gedenken an Allah und vom Gebet abzuhalten.
Werdet ihr euch denn abhalten lassen?“ (Sure 5:90-91) „Verboten hat Er euch nur (den Genuss von)
natürlich Verendetem, Blut, Schweinefleisch und dem, worüber etwas anderes als Allah angerufen worden
ist.“ (Sure 2:173)

Soziales
Allahs Gesandter (sas) hat gesagt: „Essen für zwei genügt für drei und Essen für drei genügt für vier.“
„Ein Gläubiger ist nicht jemand, der sich satt isst, während sein Nachbar an seiner Seite hungrig
ist.“ „Ein Drittel des Magens für Essen, ein Drittel für Trinken, Ein Drittel zum Atmen.“ Wir sind eine
Gemeinschaft, die nur isst, wenn sie den Hunger spürt und, wenn sie isst, dann auch nicht bis zum
Sattwerden.
Gemeinsames Essen schafft Verbundenheit – Bsp. Fastenbrechen im Ramadan; Einladungen zum Essen soll
man annehmen.
Ein Mann hat Allahs Gesandten (sas) gefragt: „Was ist das Beste des Islam?“ Er sagte: „Gib Speisen und
sprich den Friedensgruß für den, den du kennst, und den, den du nicht kennst.
Der Prophet Mohammed (sas) hat gesagt: „Gebt den Hungrigen zu essen, besucht die Kranken und kauft die
Gefangenen los.“

Dankbarkeit
Allahs Gesandter (sas) hat gesagt: „Allah hat an Seinem Knecht Wohlfgefallen, der, wenn er einen Bissen
isst, Ihn dafür preist, und wenn er einen Schluck trinkt, Ihn dafür preist.“
„Und Er hat die Erde für die Geschöpfe bereitet; auf ihr sind Früchte und Palmen mit Fruchthüllen und
Korn auf Halmen und duftende Pflanzen. Welche der Wohltaten Eures Herrn wollt ihr beide da leugnen?“
(Sure 55:10-13)
„O die ihr glaubt, esst von den guten Dingen, die Wir euch bereitet haben, und seid Allah dankbar, wenn ihr
Ihm allein dient.“ (Sure 2:172)
„So soll der Mensch doch seine Nahrung betrachten. Siehe, Wir gossen das Wasser in Fülle aus. Alsdann
spalteten Wir die Erde in Spalten und ließen Korn in ihr wachsen, und Reben und Gezweig, und Ölbäume
und Palmen, und dicht bepflanzte Gartengehege, und Obst und Futtergras, als Versorgung für euch und euer
Vieh.“ (Sure 80:24-32)
„Und wir sandten Wasser vom Himmel in bestimmtem Maß nieder, und Wir ließen es in der Erde ruhen; und
Wir vermögen es wieder hinwegzunehmen. Dann haben Wir damit für euch Gärten mit Dattelpalmen und
Trauben hervorgebracht; an ihnen habt ihr reichlich Früchte; und von ihnen esst ihr. Und (Wir haben) einen
Baum (hervorgebracht), der aus dem Berge Sinai emporwächst; er gibt Öl und Tunke für die Essenden. Und
betrachtet das Vieh als Lehre für euch. Wir geben euch von dem zu trinken, was in ihren Leibern ist, und ihr
habt von ihnen vielerlei Nutzen, und von ihnen esst ihr.“ (Sure 23:18-21)

Esskultur
Umar Ibn Abu Salama berichtet: „Ich war als Junge in der Obhut des Propheten. Ich fuhr gewöhnlich mit der
Hand ziellos durch den Topf. Da sagte Allahs Gesandter: „Junge, sag Bismillah und iss mit deiner rechten
Hand und iss von der Seite, die dir am nächsten ist.“ Seitdem esse ich in dieser Weise.“
Allahs Gesandter (sas) hat gesagt: „Der Segen des Essens liegt im Waschen (der Hände) davor und
danach.“
Allahs Gesandter (sas) sagte: „Erlaube deiner Nahrung, auszukühlen, bevor du sie isst, denn in heißer
Nahrung ist kein Leben.“
Nach Abu Huraira hat der Prophet (sas) niemals Speisen getadelt. Wenn ihm nach etwas verlangte, aß er es,
und wenn er es nicht mochte, ließ er es.

Mäßigung
Von Abu Karima al-Mikdad Ibn Ma´dikarib: Ich hörte Allahs Gesandter (sas) sagen: “Der Mensch füllt kein
schlechteres Gefäß als seinen Bauch. Einige Bissen genügen für den Sohn Adams, um seinen Rücken
aufrecht zu halten. Aber wenn das nicht möglich ist, dann (soll) ein Drittel (des Magens) für sein Essen, ein
Drittel für sein Trinken und ein Drittel für sein (freies) Atmen (vorbehalten sein).“ „Und esst und trinkt,
doch überschreitet (dabei) das Maß nicht; wahrlich, Er liebt nicht diejenigen, die nicht Maß halten.“ (Sure
7,31)

Das Fasten
Ein mal jährlich verpflichtend im Monat Ramadan (eine der fünf Säulen des Islam), jedoch nur für jene, die
körperlich dazu in der Lage sind. Auch freiwilliges Fasten als Mittel der Läuterung und Charakterschulung.
Allahs Prophet (sas) hat gesagt: „Der Magen ist das Haus der Krankheit und das Fasten ist die
allerwichtigste Arznei. Mache dir das zur Gewohnheit.“

Bittgebet vor dem Essen


O Allah, gewähre uns darin Segen und speise uns mit Besserem als diesem. Bismillah.
Bittgebet nach dem Essen
Lob sei Allah, Der uns damit gespeist und versorgt hat, ohne Macht noch Kraft von uns.
Rezepte:
Lamm-Maqlube
Zutaten
1 kg Lammkeule, 400 g Basmatireis, 750 ml Wasser, 600 g Auberginen, 500 g Naturjoghurt, 1 Bd. frische
Minze, 50 g Pinienkerne, 200g Mandeln mit Schale, Datteln, Rosinen, Salz, Pimentkörner, Safran,
Pflanzenöl, Butterschmalz

Bei Maqlube handelt es sich um ein Eintopfgericht. Der Topf sollte ausreichend groß und nach Moeglichkeit
beschichtet sein. Ist er dies nicht, so sollten Sie ihn vor der Zubereitung des Essens
gut einfetten.

Bereits am Vortag des Essens kann mit den Vorbereitungen begonnen werden. Beispielsweise mit den
Mandeln. Die werden zehn Minuten in Wasser gekocht, abgeschreckt, abgezogen und mit dem Messer
halbiert. Von den Auberginen laengs drei Streifen der Schale entfernen. Die Fruechte in etwa einen
Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Zehn Minuten in Salzwasser legen, dann abtrocknen und in
Pflanzenoel frittieren, wuerzen, anschliessend abkuehlen lassen.

Das Fleisch mit Wasser und Pimentkoernern aufsetzen. Kurz bevor es gar ist, Salz und eine Prise Safran mit
in die Bruehe geben. Das Fleisch herausfischen, etwas abkuehlen lassen, vom Knochen
lösen, die Stuecke in mundgerechte Bissen schneiden. Je nachdem, ob Sie Datteln moögen, nehmen Sie mehr
oder weniger davon, halbieren sie und entfernen die Kerne. Falls Sie skeptisch sind: Die
Suesse tut dem Gericht sehr gut.

Schliesslich wird noch die Minze gewaschen, gezupft, gehackt und unter das Joghurt gemischt. Statt Joghurt
koennen Sie auch Dickmilch verwenden.

Nun kommt das Einschichten der vorbereiteten Zutaten in den Topf . Ganz unten kommt eine Lage
ungekochter Basmatireis hinein. Dann folgen Auberginen, auf deren Rand die Datteln und Rosinen kommen.
Dann wieder Reis, dann Fleisch, dann Reis - und wenn sie nicht gestorben sind, dann ist der Topf bald mit
den Zutaten gefuellt, und die oberste Schicht ist wieder Reis.

Bei milder Hitze garen.

Die Lammbruehe haben Sie inzwischen entfettet und fuellen sie mit Wasser auf die Menge von 0,75 Liter auf
(bei einer Zubereitung mit 400g Reis). Aufkochen und vom Rand her in den grossen Topf gießen. Deckel
drauf - und dann soll das Festessen bei milder Hitze langsam vor sich hin garen. Wenn der Reis die Bruehe
aufgesogen hat, duerfte das orientalische Gericht fertig sein.

Die gekochte Maqclube aus dem Topf auf eine grosse runde (Torten-)Platte stuerzen. Darueber werden die in
Butterschmalz angeroesteten Mandeln sowie die zum Schluss kurz mit in die Pfanne
gegebenen Pinienkerne gestreut. Den durchgezogenen Minzjoghurt separat dazu servieren.

Varianten: * Gekochtes Huhn statt Lamm nehmen., * Wer gar nicht auf Fleisch steht, fuellt entsprechend
mehr Auberginen in den Topf.

Nudelauflauf
Zutaten für 4 Portionen: 1 l Milch, 6 Eßl. Mehl, 1 Würfelbrühe, Salz, Pfeffer, etwas Öl, 500g faschiertes
Rindfleisch, 500g Nudeln, 1 Zwiebel, Salz und Pfeffer, 2 Eßl. Tomatenmark, 1 Ei
Zubereitung
Die Nudeln wie gewohnt in Salzwasser kochen. Die Milch aufkochen und den Brühwürfel reingeben. Etwas
Öl in einer Pfanne erhitzen. 6 EL Mehl dazugeben und so lange anschwitzen lassen, bis es eine schöne gelbe
Farbe hat. Mit Milch unter ständigem Rühren aufgießen und so lange köcheln lassen, bis es eine cremige
Konsistenz hat. Salzen und pfeffern, wenn erwünscht.

Die Zwiebel klein schneiden und anrösten. Das Hackfleisch und 2 EL Tomatenmark dazugeben. Ebenfalls
salzen und pfeffern.

Die Nudeln abgießen und die Menge in 2 Teile teilen. 1 Teil mit der Hälfte der Bechamelsoße verrühren. In
eine feuerfeste Form geben. Dann das Hackfleisch oben auf den Nudeln verteilen. Dann die 2. Hälfte der
Nudeln drauf.

In die restliche Bechamel ein Ei einrühren und gleichmäßig auf den Nudeln verteilen. Die Form etwas
schütteln, damit sich die Bechamelsoße etwas setzt. Ins Backrohr schieben und bei 190°C so lange backen,
bis die Makkaroni oben eine schöne goldbraune Farbe haben.

In Ägypten wird dieses Gericht zu Hühnchen gereicht, aber ich finde es ist mit einem Salat genug für eine
Hauptmahlzeit.

Zubereitungsteit: ca. 20 Min.

Zuchinistrudel

1kg Mehl, 1 kg Zucchini, 1 Stange Porree, 1 Sauerrahm, Salz, Olivenöl

Blätterteig habe ich selber geknetet (Wasser,Mehl,Salz, Oliven Öl) rasten lassen.

Zucchini und einen kleinen Porree waschen , schneiden oder reiben, dann etwas Salz & Pfeffer & Koriander
dazu = alles miteinander vermischen.

Den Teig klassisch auseinanderziehen (so dünn es geht) Füllung dazu und in kleine Schneckenform rollen
oder wie man es möchte. Im Blech schön ordnen.

Ca.30 Minuten auf 180C backen. Später mit Sauerrahm oder Milch übergießen. Gutes Gelingen !

Hurmasice (Dessert)

Zutaten:
2 Eier, 200 g Zucker, 100 ml Öl, 2 EL Sauerrahm, 100g Walnüsse ,400g Mehl + 1 Pkg. Backpulver

Zubereitung:
Die Eier mit Zucker & Öl vermischen, den Rest hinzufügen
Nicht vergessen, Backpulver und Mehl am Ende noch dazu geben und fertig ist der Teig.

Aus dem Teig Förmchen bilden nach eigenem Geschmack und dann ca. 30min auf 180C im Backofen
backen lassen.
Guten Appetit !
Hinduistische Traditionen

Hinduismus besteht aus verschieden Glaubenswegen mit völlig unterschiedlichen Sitten und Gebräuchen.
Auch im Hinblick auf Speisen unterscheiden sich die Gewohnheiten und es gibt keine Vorschriften und
Verbote, die für alle Hindus gleichermaßen Gültigkeit hätten. Sämtliche heiligen Schriften der Hindus
beschäftigen sich mit diesem Thema – empfehlen bestimmte Speisen oder raten ab und weisen auf
gesundheitliche und mentale Folgen hin.

Jeder Gottesdienst, die so genannte Puja, im häuslichen Bereich ebenso wie bei einem Fest oder im Tempel,
ist mit einem SPEISEOPFER verbunden. Täglich stellte man vor dem Gebet auf seinen Hausaltar eine
Speise: z.B. eine oder mehrere Früchte, Trockenobst, gekochte Speisen wie z.B. Reis, Gemüse, Linsenbrei
oder/und Gemüse und/oder Süßspeisen. Nicht erlaubt sind hier Fleisch, Fisch, Eier (und alle daraus
hergestellten Produkt), Zwiebeln, Knoblauch. Nach dem Opfer wird alles an die Gläubigen verteilt und
gemeinsam als Prasad (d.h. Gnade) gegessen. Obwohl Fleisch als Opferspeise normalerweise nicht erlaubt
ist, gibt es z. B. gibt einige Traditionen, wo Tiere geschlachtet und geopfert werden und die Gläubigen das
Fleisch verzehren, z.B. im Kalighat-Tempel in Kalkutta sowie zu bestimmten Festen in Nepal.

Viele Hindus, bei weitem nicht alle, lehnen den Verzehr von FLEISCH generell ab, manche verzichten auch
auf Eier, viele selbst auf Zwiebeln und Knoblauch. Die Gewohnheiten sind hier von verschiedenen Familien-
und Glaubenstraditionen abhängig. Je höher der Anspruch hinsichtlich spiritueller Entwicklung und Religion
an sich selbst oder an die Familientradition ist, desto eingeschränkter ist der Speiseplan. Angehörige
niedriger Gesellschaftsschichen können alles essen – bei ihnen wird keine besondere Reinheit vorausgesetzt.
Brahmanen, die am höchsten stehende Gruppe, lehnen dagegen häufig vieles ab. Allgemein gilt jedoch der
Verzicht auf RINDFLEISCH, einschließlich den Produkten daraus. Diese Sitten sind heute vielfach in Frage
gestellt, teilweise aufgegeben – spielen aber trotzdem für viele noch immer eine wichtige Rolle. Besonders
Hindus in modernen indischen Städten oder hier in Österreich geben viele die überlieferten Tabus auf.

Jedes Essen unterliegt bestimmten Anforderungen an REINHEIT und darum ist die Küche oft der am
gründlichsten rein gehaltene Ort des Hauses.
Die indische Volkstradition überliefert das Wissen hinsichtlich der Wirkung verschiedener Lebensmittel.
Man weiß, was körperlich heiß und den Geist hitzig macht (z.B. Fleisch oder Zwiebeln), oder was kühlt und
eine Person ruhig werden lässt (z.B. frisches Obst, Reis). Es handelt sich um Wissen der traditionellen
indischen Volksmedizin, auch hier im Westen als Ayurveda bekannt.

Ein wichtiges Hindu-Sakrament (Samskara) ist das erste rituelle Füttern von fester Nahrung für einen
Säugling (Anaprasan). Es gibt auch eine Form des Göttlichen als Anapurna, der Essen gebenden Mutter.

Es gibt keine allgemeine Zeit des FASTENS zu einer bestimmten Zeit im Jahreslauf. Man fastet entweder
an individuellen oder durch Familientradition bestimmten Tagen, entweder regelmäßig oder gelegentlich
um etwa einen Wunsch um Gottes Hilfe zu unterstreichen. An Feiertagen (besonders zum höchsten Shiva-
Feiertag, Shivaratri im Februar) fasten viele Gläubige, komplett oder mit sehr eingeschränktem Speiseplan.
Besonders häufig fasten Frauen, nicht nur für die eigene spirituelle und gesundheitliche Entwicklung, ebenso
will sie dadurch Verdienste für ihre Familie erwerben. Eine Witwe gab früher das Essen von Fleisch und
Eiern auf, von ihr wurde ein asketisches Leben erwartet (diese strengen Regeln haben sich heute teilweise
geändert).

Das TEILEN der Speisen ist eine wichtige Anforderung (s. Geschichte RANTIDEVA), die bis auf den
heutigen Tag einen hohen Stellenwert hat. Jede Frau und jeder Mann soll zuerst den Gästen anbieten, den
Kindern und dem Personal, um erst danach selbst zu essen.

Das TISCHGEBET ist nicht sehr verbreitet, da traditionell die Speise immer zuerst auf dem Altar angeboten
wurde. Viele rufen vor dem Essen das Göttliche unter seinen vielen Namen an.
Christina Kundu, Vorstand d. Hinduistischen Religionsgesellschaft in Österreich
Rantideva

Einmal saßen Brahma, Indra und die anderen Himmlischen mit Vishnu beisammen und fragten ihn: „Herr,
wen betrachtest du als deinen größten Verehrer?“
Vishnu antwortete: „Rantideva“. Brahma war erstaunt: „Diesen König? Nur weil er sein Königreich
aufgegeben und 48 Tage gefastet hat? Erlaube uns, dass wir ihn prüfen, Herr!“
An diesem Tag wollte der König seine Fastenzeit beenden und Vishnu stimmte der Prüfung zu. Alle sollten
Rantidevas Hingabe kennen lernen. So machten die Himmlischen sich auf. „Es ist hart, Wohltätigkeit zu
üben, wenn man hungrig ist“, sagten sie und glaubten ihn nun leicht in Versuchung führen zu können.
Rantideva wollte eben die gesegnete Speise, die erste nach 48 Tagen, zu sich nehmen, als ein Mann zu ihm
kam und bat: „Ich bin hungrig. Gib mir etwas zu essen!“ Rantideva reichte ihm die Hälfte. Gerade war der
Mann fort, als ein hungriger Bauer des Weges kam: „Heiliger, gib mir etwas zu essen, ich muss sonst
sterben. „Ohne Zögern gab er auch ihm etwas von seiner knappen Mahlzeit. Als er den Rest essen wollte
stand plötzlich ein Bettler mit seinen Hunden vor ihm und flehte um Essen für sich und seine Tiere. „Ich
habe nur wenig“, erwiderte Rantideva, „aber es soll dir gehören!“ Der Fremde und seine Tiere aßen, der
König jedoch blieb hungrig. Trotzdem erfüllte tiefer Friede sein Herz.
Es waren aber die Devas, die Himmlischen, gewesen, die in verschiedenen Gestalten gekommen waren,
Rantideva zu prüfen. Nun zweifelten sie nicht mehr an seiner Güte. Ohne Zögern hatte er sein ganzes Essen
den Hungrigen gegeben. Nur einer von ihnen, Yama, der Herr der Gerechtigkeit und des Todes, gab sich
nicht geschlagen. In Gestalt eines Unberührbaren wollte er den König noch einmal versuchen. Inzwischen
pries dieser froh den Herrn: „Ich durfte Dir dienen, indem ich den Hungrigen Essen gab. Mit etwas Wasser
werde ich mein Fasten nun beenden.“
Gerade setzte er sein Gefäß an den Mund, als ein Mann völlig erschöpft vor Durst vor ihm stand. Er bat
den König ihm die trockenen Lippen mit etwas Wasser zu benetzen. Rantideva reichte dem Fremden den
Krug - aber dieser zögerte: „Ich bin ein Unberührbarer, ein Unreiner. Eine Berührung von mir könnte das
Gefäß verunreinigen.“ Rantideva entgegnete: „Wie könntest du etwas verunreinigen, Bruder! Ist nicht der
alles durchdringende Vishnu auch in dir!“ und er gab ihm das Wasser seinen Durst zu stillen. Leise betete
er: „O Herr, ich wünsche keine königliche Macht, keine Belohnung - weder auf der Erde noch im Himmel,
ich suche auch nicht Erlösung. Aber gib mir die Fähigkeit den Schmerz des Anderen zu fühlen und gib mir
die Kraft ihm zu dienen. Alles was ich wünsche ist die Not von allen zu nehmen, die leiden.
In diesem Moment erschien Vishnu zusammen mit den anderen Himmlischen vor ihm und sprach:
„Ranitideva, ich habe an dir Gefallen gefunden. In jedem meiner Geschöpfe siehst du nur mich. Du hast nun
Mokscha, die Erlösung erreicht!“ Rantideva wurde ein großer Weiser, ein Yogi.
Nacherzählt von Christina Kundu
Diese Version der Geschichte des Rantideva ist eine Geschichte aus dem Bhagavatam. Über ihn, den
reichen, aber unendlich gütigen Herrscher, berichtet auch das Mahabharata (Drona Parva)