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Know-how

AUF EINEN BLICK

Ihr Start von zu Hause leicht gemacht

Zeichnung: Wiedenroth
Zeichnung: Wiedenroth

Know-how auf einen Blick

Die 8 Homeoffice-Fallen

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Das Geschäftsidee-Interview: „Ich liebe es, morgens aufzustehen und sofort am PC zu sitzen“

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Gewerbebetrieb oder freiberufliche Tätigkeit? Wie Sie sich anmelden

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So sparen Sie bares Geld

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Die 8 Homeoffice-Fallen

Benötigen Sie für die Organisation Ihres Unternehmens nur einen Schreibtisch, einen Computer und ein Telefon? Dann starten Sie im hei- mischen Arbeitszimmer – das erleichtert den Einstieg und spart eine Menge Geld.

Z u Beginn Ihrer Unternehmerkarriere bietet sich der Start aus den eigenen vier Wänden vielfach an. Sie sparen Miete, Maklerprovi-

sionen und gehen keine langjährigen Verpflichtun- gen ein. Sollte Ihr Geschäft gut anlaufen, haben Sie immer noch Zeit, auch räumlich zu expandieren. „Das Homeoffice ist allerdings nicht für jeden Menschen das Nonplusultra“, sagt Online-Coach Gitte Härter. So mancher verzettelt sich bei der Ar- beit im eigenen Heim oder arbeitet rund um die Uhr. Sie kennt das aus eigener Erfahrung und ihrer Arbeit als Online-Coach für Einzelkämpfer. Studie- ren Sie ihre Tipps zu den typischen Problemen von Ein-Mann-Unternehmen (siehe auch das Interview auf Seite 18).

1. Sie kommen zu Hause nicht richtig in die Gänge

Vereinbaren Sie mit sich selbst feste Arbeitszeiten und halten Sie sich daran. Das ist vor allem für den Beginn Ihrer Selbstständigkeit wichtig. Nehmen Sie sich feste Tätigkeiten vor und ent- werfen Sie einen Plan, welche Aufgaben Sie jeweils erledigen müssen. Planen Sie grundsätzlich auch Akquise-Maßnahmen ein. Das gilt vor allem für die Startphase. Erledigen Sie Hausarbeit nur in Pausen. Vermi- schen Sie vor allem in der Startphase nicht Privates wie Wäsche waschen, Spülen, Putzen oder Aufräu- men mit Beruflichem.

2. Sie arbeiten rund um die Uhr und können nicht abschalten

Halten Sie sich an Ihre festen Arbeitszeiten und trö- deln nicht herum, können Sie ohne schlechtes Ge- wissen Ihrem Privatleben nachgehen. Sie sind nicht erfolgreicher, wenn Sie abends noch einmal schnell die Ablage machen, ein Konzept durchden- ken oder zum zehnten Mal einen Brief checken, weil Ihr Arbeitszimmer so nah ist. Ruhepausen und Abstand helfen Ihrer Kreativität auf die Sprünge. Achten Sie auf ein ausgefülltes Privatleben. Hal- ten Sie Kontakt zu Freunden und Bekannten. Tref- fen Sie Sporttermine mit sich selbst. Gestalten Sie Ihre Arbeitswoche, wie es Ihnen gut tut. Probieren Sie ruhig eine Vier-Tage-Woche.

Aber nutzen Sie die Freizeit auch wirklich als freie Zeit.

3. Sie drohen zu verlottern

Ziehen Sie sich ruhig leger an, doch immer so, dass Sie sich auch vor die Tür trauen würden. Be- achten Sie aber: Business-Kleidung kann Ihr Selbstwertgefühl stärken und sich somit positiv auf Ihre Telefongespräche und Arbeitsdisziplin auswirken. Allein sich zu Hause am Schreibtisch Schuhe anzuziehen, anstatt in Pantoffeln zu arbei- ten, macht für viele Homeworker einen großen Unterschied.

4. Ihnen fehlen Kollegen zum Informationsaustausch

Gehen Sie unter Leute – auch privat. Gitte Härter besucht beispielsweise gern ein Café, wenn sie sich ein Konzept überlegt. Probieren Sie aus, was Sie brauchen. Treten Sie mit anderen Selbstständigen in Kon- takt, bauen Sie sich ein Netzwerk auf, treten Sie ei- nem Netzwerk oder Branchenverband bei.

5. Sie haben Probleme, Ihre geschäftlichen Kontakte professionell zu pflegen

Legen Sie sich DSL zu und halten Sie Ihre geschäft- liche Telefonnummer auf jeden Fall separat von Ih- rer privaten Nummer. Geben Sie nur Ihre geschäft- liche Nummer weiter. Programmieren Sie die Klin- geltöne unterschiedlich. Dann können Sie sich vor dem Abheben viel besser auf „Geschäft“ oder „pri- vat“ einstellen. Ein separater Anrufbeantworter für die Geschäftstelefonleitung sollte selbstverständ- lich sein. Haben Sie kleine Kinder, dann führen Sie ge- schäftliche Gespräche nur innerhalb der Geschäfts- zeiten. Kindergeschrei im Hintergrund wirkt un- professionell. Arbeiten Sie nur, wenn ein Babysit- ter Ihren Nachwuchs hütet beziehungsweise Ihr Kind im Kindergarten oder Hort ist. Andernfalls fühlen Sie sich ständig hin und her gerissen und können weder richtig arbeiten noch sich um die Kinder kümmern.

Lassen Sie keine Familienmitglieder an das Geschäftstelefon. Schalten Sie lie- ber den Anrufbeantworter ein. Mieten Sie notfalls vorübergehend einen Raum in einer Bürogemeinschaft. Arbeiten Sie eine gewisse Zeit bei Ihrem Auftraggeber, falls das möglich und gewünscht ist.

6. Sie können sich nicht motivieren

Disziplin ist für Homeworker der Er- folgsfaktor schlechthin. Im Angestell- tenverhältnis gibt es in der Regel feste Arbeitszeiten und feste Abgabetermine für Projekte. Fällt dieser Rahmen weg, ist es wichtig, sich wieder einen zu schaffen. Also strukturieren Sie Ihren Arbeitstag.

7. Sie fürchten, unprofessionell zu wirken

Teilen Sie Ihren Kunden ruhig mit, dass Sie ein Homeoffice haben, empfiehlt Online-Coach Härter. Das ist nichts Peinliches, weiß sie nach mehr als sechs Jahren als selbstständige „Home- workerin“. Falls Sie Auftraggeber nicht in Ihrer Privatwohnung empfangen möchten, weil sie zu klein ist oder Sie kein abgetrenntes Arbeitszimmer ha- ben – verabreden Sie sich einfach in Cafés, Restaurants, oder suchen Sie Ihren Kunden auf. Tipp: Manchmal lassen sich auch Besprechungsräume bei anderen Fir- men nutzen. Bei Büroservice-Unter- nehmen können Sie Räume mieten.

8. Was Sie bei Laufkundschaft beachten müssen

Kommen viele Kunden – zum Beispiel Nachhilfeschüler – zu Ihnen, holen Sie am besten die Genehmigung Ihres Ver- mieters ein. Lesen Sie Ihren Mietver- trag genau durch. Denken Sie außer- dem an eine eindeutige und ordentliche Beschriftung von Klingel und Brief- kasten. Wenn Kunden Sie regelmäßig aufsu-

chen, bietet sich eventuell ein richtiges Schild an (auch hierfür holen Sie am besten die Genehmigung Ihres Vermie-

ters ein).

Anne Barfuß

aba@vnr.de

Know-how

TIPPS FÜR HOMEWORKER

Checkliste: Start von zu Hause aus

Haben Sie für Ihren Unternehmensstart aus den eigenen vier Wänden alles beachtet?

Rechtlich zulässig?

Erledigt

1. Ist die geschäftliche Nutzung Ihrer Wohnung rechtlich zulässig?

2. Erlauben Ihr Mietvertrag und die Hausordnung die Ausübung eines Gewerbes in Ihrer Wohnung?

3. Dürfen Sie ein Firmenschild anbringen?

4. Haben Sie einen gesonderten Raum zur Verfügung?

Unterstützt Sie Ihre Familie?

1. Haben Sie mit Ihrer Familie über die Unternehmens- gründung gesprochen und sie über Auswirkungen auf das häusliche Zusammenleben informiert?

2. Ist Ihre Familie mit der Unternehmensgründung einverstanden?

3. Ist Ihre Familie bereit, eventuelle Mitarbeiter in der Wohnung zu akzeptieren?

Wohnung geeignet?

1. Ist Ihre Wohnung groß genug?

2. Sind alle Anschlüsse vorhanden (DSL, ISDN, genügend Steckdosen usw.)?

3. Ist ggf. eine Lagermöglichkeit für Material vorhanden (Keller, Garage)?

4. Können Sie Lagerräume in der Nähe mieten?

5. Könnten sich Mitbewohner des Hauses gestört fühlen?

Post informiert?

1. Weiß der Briefträger über Ihr neues Unternehmen Bescheid oder haben Sie ein Postfach beantragt?

2. Haben Sie Vollmachten für die Annahme von Postsendungen ausgestellt?

3. Eignet sich Ihr privater Telefonanschluss zur geschäftlichen Nutzung oder haben Sie einen zweiten Anschluss beantragt?

Das Geschäftsidee-Interview

„Ich liebe es, morgens aufzustehen und sofort am PC zu sitzen“

Gitte Härter und ihre Kollegin Christel Öttl arbeiteten fast ein Jahrzehnt im Management eines internationalen Medienkonzerns, bevor sie sich Anfang 1999 mit dem Beratungs- und Trainings- unternehmen objektiv. Management & Lebensqualität in München selbstständig machten. Beide Unternehmerinnen starteten von zu Hause aus, stehen aber bis heute täglich per E-Mail in Kontakt.

Zusammen veröffentlichten sie etliche Ratgeber-Titel zu den Themen Selbstmanagement und -marketing sowie Karriere und Führung.

Gitte Härters Spezialität ist das Online-Coaching. Per E-Mail berät die 36-Jährige ihre Kunden – darunter zahlreiche Einzelkämpfer – rund um Business und Karriere.

Geschäftsidee: Sie selbst sind 1999 von zu Hause aus gestartet. Was war Ihr größtes Problem?

Gitte Härter: Das erste Jahr zu überbrücken. Ich hatte kaum Ersparnisse.

Geschäftsidee: Wie haben Sie Ihren ersten Kunden gefunden?

Gitte Härter: Übers Internet. Als Online-Coach werbe ich natürlich ausschließlich per Internet. Das ist nicht nur kostengünstig, sondern hat auch einen psychologischen Vorteil: Das Telefon klingelt bei mir. Die Kaltakquise kann für Gründer schon sehr depri- mierend sein.

Geschäftsidee: Wie lange hat es dann gedau- ert, bis Sie einen „Namen“ hatten?

Gitte Härter: Das ging relativ schnell. Wir haben viele Kooperationen aufgebaut und sowohl im Inter- net als auch in Printmedien viele Artikel veröffent- licht. Dann kamen die Bücher dazu. Seit unserem ersten Jahr sind wir kontinuierlich in Presse, Funk und Fernsehen.

Geschäftsidee: Wer bucht eine Online-Bera- tung? Wer sind Ihre Hauptkunden?

Gitte Härter: Wir beraten rund um Business und Karriere. Einer meiner Schwerpunkte sind die „Selbstständigen-Coachings“, meist für Einzelkämp- fer quer durch alle Branchen, zum Beispiel Compu- ter-, Internet- und Finanzdienstleister, Medienleute, Therapeuten usw.

Geschäftsidee: Warum wenden sich die Leute an Sie?

Gitte Härter: Viele klagen, sie hätten keine Ideen mehr, würden lethargisch und antriebslos, haben das Gefühl, uneffektiv zu arbeiten. Ein ganz großes Problem bei Einzelkämpfern: Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten geht verloren. Andere haben zum Beispiel Angst, Kunden zu akquirieren. Das ist für einen Selbstständigen natürlich tödlich.

Geschäftsidee: Heute bieten Sie Coachings und Trainings an, sind Autorin zahlreicher Ratgeber- Titel und haben mit www.netzpertise.de noch eine Firma für Internet-Dienstleistungen gegründet. Warum arbeiten Sie denn immer noch von zu Hause aus?

Gitte Härter: Weil ich gern von zu Hause aus arbeite und natürlich dank meines Schwerpunkts Internet und Veröffentlichungen keine eigenen Büroräume brauche. Ich finde es einfach praktisch, morgens aufzustehen und sofort am PC zu sitzen. Allerdings bin ich auch jemand, der gern allein arbeitet, diszipliniert ist und keine Leute und Gespräche nebenher braucht.

Kontakt:

objektiv. Management & Lebensqualität Christine Öttl und Gitte Härter GbR St.-Cajetan-Str. 10 81669 München Tel. (0 89) 40 90 69 61 Fax (0 89) 40 90 69 63 www.selbstmarketing.de

Know-how

IHRE GEWERBEANMELDUNG

Gewerbebetrieb oder freiberufliche Tätigkeit?

Fällt Ihre Tätigkeit nicht unter die freien Berufe, müssen Sie ein Gewerbe anmelden – egal ob Sie neben- oder hauptberuflich einsteigen.

Ihr Start als Gewerbetreibender

Jede Aufnahme einer selbstständigen, gewerbli- chen Tätigkeit, ob haupt- oder nebenberuflich, ist anzeigepflichtig. Maßgeblich ist, dass Sie diese Tätigkeit über einen längeren Zeitraum ausüben und Gewinn erzielen wollen. Ausgenommen von der Gewerbepflicht sind die freien Berufe sowie Land- und Forstwirte.

Hier bekommen Sie den Gewerbeschein Den Gewerbeschein erhalten Sie bei der Gewerbe- meldestelle des zuständigen Ordnungsamts oder der Gemeindeverwaltung. Sie können den Antrag meist auch telefonisch anfordern oder aus dem Internet herunterladen. Füllen Sie den Antrag in Ruhe zu Hause aus. Achtung: Verschweigen Sie dem Gewerbeamt Ihre Selbstständigkeit, handeln Sie sich Ärger ein; es droht ein Bußgeld. Dazu kommt: Das Finanzamt for- dert Steuernachzahlungen. Ihr Einkommen wird rückwirkend geschätzt. Diese Schätzung fällt fast immer zu Ihrem Nachteil aus. Wichtig: Das Gewerbe müssen Sie dort anmel- den, wo das Unternehmen angesiedelt sein soll. Bei einer nebenberuflichen Selbstständigkeit, die Sie von zu Hause aus beginnen, ist also die Behörde Ihres Wohnorts zuständig.

Das kostet die Gewerbeanmeldung Je nach Gemeinde zahlen Sie zwischen etwa 15 und 60 ç für eine Gewerbeanmeldung.

Was Sie für eine Gewerbeanmeldung mitbringen müssen

1. Ihren gültigen Personalausweis oder Reisepass,

2. je nach Tätigkeit – zum Beispiel Gastronomie oder Personenbeförderung – eine Erlaubnis oder Genehmigung,

3. eine Handwerkskarte, falls Sie einen Handwerks- betrieb gründen,

4. eine Aufenthaltsgenehmigung, falls Sie nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen oder nicht EU-Bürger sind.

Zu den Punkten 2 und 3 erfahren Sie mehr bei Ihrer Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Hand- werkskammer (HwK).

Das geschieht nach Ihrer Anmeldung Das Gewerbeamt informiert automatisch folgende Behörden, bei denen Sie ebenfalls angemeldet sein müssen: das Finanzamt, die zuständige Berufsge- nossenschaft, die Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer, das Amtsgericht (Han- delsregister), das statistische Landesamt sowie das Gewerbeaufsichtsamt. Das Gewerbeaufsichtsamt ist zuständig für den Arbeits- und Gesundheitsschutz Ihrer Angestellten und Kunden. Es überprüft zum Beispiel den Geträn- keausschank. Achtung: Die Meldung bei den jeweiligen Behörden erfolgt zwar automatisch. Doch die Mühlen der Behörden mahlen manchmal nicht ganz so schnell, wie Sie das möchten. Versi- chern Sie sich vor dem Start bei den jeweiligen Ämtern, ob alle erforderlichen Informationen vor- liegen. Innerhalb von drei Tagen nach der Anmeldung erhalten Sie daraufhin Ihren Gewerbeschein.

Für diese Gewerbe brauchen Sie eine besondere Erlaubnis Grundsätzlich besteht in Deutschland Gewerbefrei- heit. Doch es gibt viele Ausnahmen von dieser Regel. Für schätzungsweise 35 Prozent aller Gewer- beanmeldungen benötigen Sie eine besondere Erlaubnis. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Ordnungsamt. Zu diesen Gewerben zählen etwa der Betrieb ei- ner Fahrschule, eines Pfandhauses, einer Apotheke oder einer Kindertagesstätte.

Die Nachweise lassen sich in 3 Kategorien unterteilen

1. Persönliche Zuverlässigkeit,

zum Beispiel durch die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses und Auszugs aus dem Gewerbe- zentralregister sowie einer Unbedenklichkeitsbe- scheinigung des Finanzamts.

2. Sachliche Voraussetzungen,

zum Beispiel Nachweis der wirtschaftlichen Leis- tungsfähigkeit (durch Auszug aus dem Insolvenzre- gister und Auszug aus dem Zentralschuldenre- gister), erforderlicher Zustand der Gewerberäume durch Bauzeichnung.

3. Fachliche Voraussetzungen

Ausschlaggebend sind hier je nach geforderter Qua- lifikation die Teilnahme an einer Weiterbildung mit und ohne Prüfung, eine Ausbildung oder ein Studi- um. Die IHK Köln hat eine Übersicht der genehmi- gungspflichtigen Gewerbe und der dafür jeweils er- forderlichen Voraussetzungen zusammengestellt. Die Übersicht finden Sie unter

www.frankfurt-main.ihk.de Suchwort: genehmigungspflichtiges Gewerbe 3. Suchtreffer

Erkundigen Sie sich bei Ihrer IHK, bei welcher Behörde Sie die notwendigen Dokumente beantra- gen müssen. So sparen Sie Zeit. Vielfach finden Sie die Informationen auch auf den Internet-Seiten Ihrer IHK und Ihres Wohnorts, für Köln zum Beispiel unter www.ihk-koeln.de. Unter www.dihk.de gibt es die Anschrift und Inter- net-Adresse der für Sie zuständigen IHK.

Umzug vergessen sie jedoch, auch dem Gewerbe- amt ihre neue Adresse mitzuteilen.

3. Handwerkliche Tätigkeiten

sind nicht exakt eingeordnet Unterschieden wird heute zwischen Vollhandwerk, handwerksähnlichen und zulassungsfreien Tätig- keiten. Oft ist nicht klar, in welche Kategorie die von dem Antragsteller gewählte Tätigkeit fällt. Tipp: Informationen zu diesem Thema liefert Ihnen die Gewerbeordnung. Darin finden Sie die Handwerksordnung sowie eine Liste der hand- werksähnlichen, der zulassungsfreien und der Voll- handwerke. Auch der Bund unabhängiger Hand- werkerinnen und Handwerker (BUH) hält nützliche Informationen zum Thema bereit.

www.buhev.de

4. Ein ruhendes Gewerbe wird nicht dem

Gewerbeamt gemeldet So mancher Unternehmer, der sein Gewerbe eine Zeitlang ruhen lässt – beispielsweise aus gesund- heitlichen Gründen – denkt nur daran, dies dem Finanzamt mitzuteilen. An seine Gewerbe- anmeldung denkt er nicht. Dies kann ihn jedoch teuer zu stehen kommen: Ein Buß- geld kann in solchen Fällen verhängt wer- den.

Ihr Start als Freiberufler

Gerade zahlreiche Homeworker starten als Freiberufler von zu Hause aus, zum Beispiel Journalisten, Übersetzer, Lehrer und Erzieher. Als Freiberufler genießen Sie einige Vorteile.

Foto: DIHK
Foto: DIHK

UNTER WWW.DIHK.DE finden Sie Ihre IHK.

Die 4 häufigsten Fehler bei der Gewerbeanmeldung

1. Die Tätigkeitsangaben sind

unzureichend formuliert Wer ein Gewerbe anmelden will, muss angeben, wel- che Waren oder Dienstleistungen er anbieten will. Ein Beispiel: Eine Bezeichnung wie „Handel mit Waren aller Art“ ist unzureichend. Machen Sie klar, ob Sie Groß- oder Einzelhandel betreiben wollen. Auch die Warengruppen, mit denen Sie handeln wollen, müssen hier festgelegt werden. Zwar müs- sen Sie bei der Beschreibung der Waren, die Sie anbieten wollen, nicht ins Detail gehen. Doch sollten Sie zumindest die Oberbegriffe wie beispielsweise Haushaltswaren oder Geschenkartikel angeben.

2. Bei Umzug wird das Gewerbeamt

nicht verständigt Viele Gründer geben als Adresse bei der Gewerbe- anmeldung zunächst ihre Privatadresse an. Beim

1. Keine Anmeldung beim Ordnungsamt

Als Freiberufler genügt ein kurzer Anruf beim Fi-

nanzamt. Die Behörde schickt Ihnen dann eine Steuernummer zu.

2. Keine Gewerbesteuer

Sie

zahlen.

müssen

grundsätzlich

keine

Gewerbesteuer

3. Keine komplizierte Buchführung

Sie können Ihren Gewinn unabhängig von der Höhe Ihres Umsatzes per Einnahmen-Überschuss- Rechnung ermitteln.

4. Bessere Abschreibungsmöglichkeiten

Für größere Anschaffungen können Sie als Freibe- rufler unabhängig von Ihrer Umsatzhöhe schon im Vorfeld steuerfreie Rücklagen bilden, so genannte Ansparabschreibungen. Das ermöglicht Ihnen, Ihren Jahresgewinn und damit auch Ihre Steuerlast flexibel zu gestalten. Nach § 18 des Einkommensteuergesetzes gelten Sie als Freiberufler, wenn Sie eine wissenschaftli- che, künstlerische, schriftstellerische, unterrich-

Know-how

IHR START ALS FREIBERUFLER

Foto: BFB
Foto: BFB

UNTER www.freie-berufe.de erhalten Sie zahlreiche TIpps für die Gründung als Freiberufler.

tende oder erzieherische Tätigkeit selbstständig ausüben (§ 18 Abs. 1 EStG). Darüber hinaus führt der Gesetzgeber in § 18 EStG und in § 1 Partner- schaftsgesetz (PartGG) eine Reihe von Berufen – so genannte Katalogberufe – namentlich auf, die rechtlich unumstritten als freie Berufe gelten. Auch wenn die sonst üblichen Einstufungsmerkmale fehlen, etwa die akademische Ausbildung, wissen- schaftlich ausgerichtetes Arbeiten und Ähnliches. So kann kein Finanzamt eine freiberufliche journa- listische Tätigkeit als Gewerbe einstufen. Denn der Journalist ist namentlich im Gesetz als Katalogbe- ruf genannt. Auch wenn Sie sich in einem Beruf selbstständig machen, der mit den Katalogberufen vergleichbar ist, können Sie als Freiberufler eingestuft werden. Das hängt im wesentlichen von folgenden Kriterien ab:

p Sie sind wirtschaftlich selbstständig. p Sie üben Ihre Tätigkeit aufgrund eigener Fach- kenntnisse aus und stützen sich dabei auf Ihre persönlichen Fähigkeiten.

p Sie arbeiten leitend und eigenverantwortlich un- ter Einsatz Ihrer Arbeitskraft auf eigene Rech- nung.

Allerdings sind die Grenzen fließend. Sind Sie nicht sicher, ob Sie zu den Freiberuflern zählen? Bitten Sie Ihr Finanzamt formlos, aber schriftlich um eine rechtsverbindliche Auskunft. Schildern Sie dazu Ihre Tätigkeit und begründen Sie, warum diese freiberuflich ist. Ein selbstständiger Fotograf kann beispielsweise als Künstler freiberuflich tätig sein oder in der Wer- bung gewerblich. In puncto Steuerbelastung sind die Unterschie- de zwischen Gewerbetreibenden und Freiberuflern nicht mehr so groß. Es gibt eine Gewerbesteuerfrei- grenze von 24.500 ç. Liegt Ihr Gewinn darunter, fällt keine Gewerbesteuer an. Dazu kommt: Zur Milderung der Sonderbelastung von Gewerbetrei- benden wird die Einkommensteuer des Unterneh-

mens durch die pauschale Anrechnung der Gewerbesteuer verringert.

Keine IHK-Beiträge im Gründungsjahr

Liegt Ihr Gewinn nicht über 5.200 ç pro Jahr, müssen Sie keine IHK-Beiträge zahlen. Sie zahlen im Gründungsjahr und dem zweiten Betriebsjahr ebenfalls keinen Bei- trag und im dritten und vierten Jahr nur den Grundbeitrag, aber keine Umlagen, wenn Sie Ihr Unternehmen nach dem 31. Dezem- ber 2003 angemeldet haben beziehungswei- se anmelden und Ihr Gewinn pro Jahr 25.000 ç nicht überschreitet. Vorausset- zung: Sie hatten in den letzten fünf Jahren vor Ihrer Betriebseröffnung keine Einkünfte aus Land- oder Forstwirtschaft, Gewerbebe- trieb oder einer selbstständigen Arbeit und waren

weder mittelbar noch unmittelbar an einer Kapital-

gesellschaft beteiligt.

Anne Barfuß

aba@vnr.de

Freiberuflich oder gewerblich?

Freiberufler

Gewerbebetrieb

Arzt, Zahnarzt,

Anlageberatung

Tierarzt

Architekt,

Apotheke

Baustatiker

Diätassistent

Baufirma

Dolmetscher,

Fitnessstudio

Übersetzer

Heilpraktiker,

GmbH, Aktiengesellschaft

Krankengymnast

Journalist,

Groß-, Einzelhandelsfirma

Schriftsteller

Komponist

Handelsvertretung

Maler, Künstler

Handwerksbetrieb

Musiker

Industriebetrieb

Rechtsanwalt, Notar

Kosmetikstudio

Reit-, Tanz-,

Personalberatung

Gymnastiklehrer

Steuerberater,

PR-Beratung

Wirtschaftsprüfer

Volks- und Betriebswirt als Berater

Reiseleiter

Quelle: Impulse, Sonderheft /Geschäftsidee

So sparen Sie bares Geld

Weniger ausgeben, mehr verdienen – das ist das oberste Gebot von Home- workern. Lesen Sie, wie Sie Ihr Budget am effektivsten einsetzen.

1. Beachten Sie die 80-20-Regel

20 Prozent Ihrer Einkäufe verursachen zirka 80 Pro- zent Ihrer Kosten. Analysieren Sie Ihre Einkaufsge- wohnheiten und finden Sie die größten Kosten- blöcke heraus. Versuchen Sie, hier anzusetzen, und reduzieren Sie diese Ausgaben. Das setzt allerdings eine klare Buchführung voraus. Üben Sie sich in Disziplin.

2. Nutzen Sie Sonderangebote

Entwickeln Sie einen Blick für günstige Angebote und nutzen Sie diese bei Ihrem Einkauf. Ein Bei- spiel: Original-Druckerpatronen kosten oft ein Viel- faches im Vergleich zu No-Name-Produkten. So zah- len Sie für eine Epson-Patrone für Ihren Tinten- strahldrucker fast 40 ç; Nachahmer-Systeme sind für einen Bruchteil zu haben. Nutzen Sie das Inter- net für die Suche nach günstigen Einkaufsquellen und kaufen Sie Büromaterialien, die Sie sofort benötigen, eher bei Discountern als im Fachhandel.

3. Gründen Sie Einkaufsgemeinschaften

Eine der effektivsten Möglichkeiten, Geld zu sparen, sind Kooperationen mit Partnern. Auf diese Weise erhalten Sie Mengenrabatte, die Ihnen als Einzel- nem nicht gewährt würden. Keine Angst: Nur weil Sie Kopierpapier oder Druckerpatronen zusammen mit anderen Homeworkern kaufen, verraten Sie dadurch noch lange keine Geschäftsgeheimnisse. Vielleicht ergeben sich durch solche Einkaufsko- operationen ja auch nützliche Geschäftsbeziehun- gen.

4. Es muss nicht immer Hightech sein

In neue Technologie zu investieren, ist eine große Versuchung, der Sie widerstehen sollten. Muss Ihr Computer wirklich mit dem allerneuesten Prozessor aufgerüstet werden? Die Antwort kann „ja“ sein, aber das hängt von Ihrem Geschäftsfeld ab. Genauso ver- hält es sich mit der allerneuesten Software, die Sie oft nicht unbedingt benötigen. Die meisten Anbieter bringen jedes Jahr ein neues Update zum „Sonder- preis“ von 99 ç heraus. Aber wenn Sie es nicht wirk- lich brauchen, sollten Sie es auch nicht kaufen. Sol- che 99-ç-Angebote summieren sich schnell.

5. Kaufen Sie gebrauchte und/oder

zu haben. Seien Sie ehrlich: Bringt Ihnen der schnellste Computer oder das neueste Faxgerät wirklich mehr Umsatz? Wohl kaum. Und wenn Ihnen viel am Design Ihrer Einrichtung liegt, opfern Sie ein Wochenende und restaurieren Sie gebrauch- te Möbel nach Ihrem Geschmack.

6. Überprüfen Sie Ihre Versicherungspolicen

Auch kleine Beträge summieren sich. Prüfen Sie, ob Sie alle Versicherungen, die Sie abgeschlossen haben, wirklich benötigen. Wenn Sie beispielsweise Ihre Einrichtung versichert haben, überprüfen Sie die Notwendigkeit. Beschränken Sie sich auf die wirklich wichtigen Verträge für Ihr Business wie etwa die Betriebshaftpflicht und die soziale Absiche- rung.

7. Meiden Sie Ratenverträge

Sehen Sie sich Ihre regelmäßigen Raten genau an. Eine 20-ç-Rechnung jeden Monat summiert sich auf immerhin 240 ç pro Jahr. Und wenn Sie vier solche Zahlungen pro Monat leisten müssen, kommen schnell fast 1.000 ç zusammen. Wenn Sie sich dann die Finanzierungspläne genauer ansehen, zahlen Sie dabei teilweise sehr hohe Zinsen.

8. Sparen Sie nicht an professioneller Beratung

Für die wichtigen Dinge im Geschäftsleben – Rechts- und Steuerberatung – sollten Sie auf pro- fessionelle Hilfe zurückgreifen. Ein guter Steuer- berater zeigt Ihnen, wie Sie die Gesetze für sich nutzen. Viele Ihrer (Kauf-)Entscheidungen beein- flussen durch die steuerliche Abzugsfähigkeit des Erworbenen direkt Ihr Budget. Bei der Wahl Ihres Anwalts oder Steuerberaters sollten Sie sich auf Referenzen von Leuten verlassen, denen Sie ver- trauen.

9. Sparen Sie beim Marketing

Zu den häufigsten Fehleinschätzungen gehört die Hoffnung, dass sich eine Investition in eine teure

Marketing-Maßnahme irgendwann später rechnen wird. Natürlich brauchen Sie ein gezieltes Marke- ting, um an Kunden zu kommen und Umsätze zu erzielen. Aber Sie können auch mit wenig Geld eine gelungene PR-Kampagne starten.

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Monika Schaake

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