Kreativität

1 Etymologie

Kreativität ist allgemein die Fähigkeit, etwas vorher
nicht da gewesenes, originelles und beständiges Neues zu
kreieren.[1] Darüber hinaus gibt es verschiedene Ansätze, was Kreativität im einzelnen auszeichnet und wie sie
entsteht (s. u. Abschnitt über die Definitionen von Kreativität).

Der Begriff Kreativität geht auf das lateinische Wort
creare zurück, was so viel bedeutet wie „etwas neu schöpfen, etwas erfinden, etwas erzeugen, herstellen“, aber auch
die Nebenbedeutung von „auswählen“ hat. Der Begriff
enthält als weitere Wurzel das lateinische „crescere“, das
“geschehen und wachsen” bedeutet. Diese Doppelgesichtigkeit der Kreativität zwischen aktiven Tun und passivem Geschehen-Lassen findet sich auch in modernen
Kreativitätskonzepten (s. Csikszentmihalyi 1996, Runco
2007, Holm-Hadulla 2010).

Der Begriff Kreativität bezeichnet im allgemeinen
Sprachgebrauch vor allem die Eigenschaft eines Menschen, schöpferisch zu sein, was wiederum auf seinen Ursprung aus dem Lateinischen zurückgeht. „Creare“ bedeutet übersetzt „schöpfen“. Das Schöpferische im Menschen wird deswegen meist mit Berufen oder Tätigkeiten aus den Bereichen der bildenden Kunst und der
darstellenden Kunst verbunden.
Neurobiologisch findet sich von frühester Kindheit an eine Plastizität des Gehirns, das sich selbst organisierend
in ständigem kreativen Austausch mit der Umwelt steht.
Schon Säuglinge nehmen Reize aus der Innen- und Umwelt wahr und verarbeiten sie aktiv. Deshalb wird davon ausgegangen, dass schon sehr kleine Kinder ihre Welt
unbewusst „komponieren“. Diese Fähigkeit bleibt bis ins
hohe Erwachsenenalter erhalten.

2 Kulturgeschichte der Kreativität
Das Schöpferische beschäftigt die Menschheit seit ihren
Anfängen. In Schöpfungsmythen verständigten sich Menschen über sich selbst und ihre Stellung in der Welt. Sie
bildeten Vorstellungen über das Schöpferische, die bis
heute bedeutsam sind (Holm-Hadulla 2011). So beginnt
die Schöpfung in der griechischen Mythologie mit der
Ordnung des Chaos, aus dem der Kosmos, die geordnete Welt, hervorgeht. Anschließend entsteht die Erdmutter Gaia, die mit ihrem Gatten Uranos die ersten Götter
erzeugt. Diese sind einerseits schöpferisch und andererseits zerstörerisch. Kronos, ein Sohn von Gaia und Uranos, in der lateinischen Welt Saturn genannt, wird zum
Inbegriff des Schöpferischen. Er ist einerseits konstruktiv tätig und andererseits von destruktiven Leidenschaften
und melancholischen Stimmungen beherrscht (Klinbansky, Panofsky & Saxl 1964). Seine Kreativität bewegt sich
zwischen Schöpfung und Zerstörung, Ordnung und Chaos. Ähnliche Vorstellungen finden sich in der Bibel, im
Hinduismus und Konfuzianismus. Auch in der Moderne
findet sich die Vorstellung einer Dialektik von Ordnung
und Chaos. So sagt Nietzsche in „Also sprach Zarathustra“: „Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern zu gebären“. In der Periode des Sturm und
Drang wurde der Geniebegriff aus der antiken Vorstellung der Führung durch einen Genius weiter entwickelt.
Das Genie wurde einerseits als neue Formen erschaffender Heros, der unbewussten Eingebungen folgt, gedacht.
Es ist aber auch dunklen und chaotischen Leidenschaften
unterworfen. Für die Psychologie sollte die Dialektik zwischen bewussten und unbewussten Denkformen und das
Wechselspiel zwischen disziplinierter Arbeit und freiem
Assoziieren besonders wichtig werden. Auch in der modernen Neurobiologie findet sich eine Dialektik zwischen

Der Psychologe Csikszentmihalyi geht davon aus, dass
Kreativität immer in einem System von Individuum, Domäne und anerkennender Umwelt stattfindet.[2] Laut der
Kognitionswissenschaftlerin Boden ist außergewöhnliche
Kreativität im Gegensatz zur alltäglichen nicht nur für
die kreative Person, sondern auch für andere Menschen
bedeutsam (Boden 1990). Dabei existieren viele Übergänge von alltäglicher und außergewöhnlicher Kreativität. Beide entwickeln sich in einem Zusammenspiel
von Begabungen, Wissen, Können, intrinsischer Motivation, Persönlichkeitseigenschaften und unterstützenden
Umgebungsbedingungen (Holm-Hadulla 2010). Allerdings ist Kreativität nicht immer leicht zu verwirklichen.
Schöpferische Tätigkeiten sind häufig mit Spannungszuständen verbunden (s. u.). Aus psychologischer Sicht sind
neben guten, aber nicht notwendigerweise Höchstbegabungen für Kreativität flüssiges Denken und Assoziationsfreude sowie die Fähigkeit zum Perspektivwechsel
und zur Grenzüberschreitung bedeutsam. Aus diesen Fähigkeiten und Einstellungen entstehen aber nur neue und
brauchbare Produktionen, wenn flüchtige Einfälle festgehalten und kompetent ausgearbeitet werden.

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Drevdahl (1956) und Edward de Bono (1957) versuchten. der Wissenschaftsgeschichte und der Wirtschaftswissenschaften.[6] Schon seit sehr langer Zeit sind kreative Fähigkeiten und Leistungen Betrachtungs. Andererseits gibt es hochintelligente Menschen. wenn die Testperson im Scanner liegt und man müsste vergleichbare Kontrollgruppen bilden können. und rief dazu auf. da Psychologie und Neurobiologie nur alltägliche Kreativität untersuchen können. De Bono prägte unter anderem den Begriff des lateral thinking. Jahrhunderts[3] wurde der Begriff obsolet und durch „Kreativität“ ersetzt.000 erschienenen psychologischen Arbeiten nur etwa 186 relevante Titel zum Thema Kreativität verfasst worden waren. MacKinnon (1962) und F. Schumpeter (1883–1950) schrieb in seinem 1911 erschienenen Werk Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung Pionierleistungen nicht vorwiegend ökonomischem Eigennutz zu. Dasselbe Problem haben die modernen Neuroimaging-Verfahren: Die kreative Leistung müsste ausgelöst werden. wissenschaftliche und pädagogische Gesichtspunkte in Bezug auf die Definition von Kreativität bei und schuf somit die Grundlage zur Messung kreativer individueller Problemlösungen.und Forschungsobjekt mehrerer Wissenschaften. die den kreativen Menschen als solchen erkennbar machen sollten. Außerdem wird die außergewöhnlich kreative Leistung oft erst nach langer Zeit erkannt.2 3 FORSCHUNGSGESCHICHTE DER KREATIVITÄT ordnender Formgebung und entordnender Labilisierung des Bekannten im kreativen Prozess (s. Guilford markierte einen Wendepunkt in der Kreativitätsforschung. 3 Forschungsgeschichte der Kreativität Seit 1950 begannen.). dass in den 25 Jahren zuvor von 121. damit widersprach er dem bis dahin vorherrschenden Hochbegabten-Paradigma und öffnete die Tür für ein breiteres Kreativitätsverständnis und nachfolgende spezielle Kreativitätsforschungen.[5] 1962 versuchten Getzel und Jackson. deren Kreativität sich auf dem Niveau eines Kleinkindes bewegt. bei unklarer Problemstellung und mehreren Lösungsmöglichkeiten). Denkens. In einem Test müsste die Person „auf Kommando” kreativ sein. W. Zum Anderen gipfelte seine Rede in der These: „Jeder Mensch ist kreativ!”. Barron (1965). zu denen auch „Freude am Gestalten“ zählt. Berechenbar• Originalität (Unverwechselbarkeit). Kreativität zu definieren. um sie messbar zu machen. Beispielsweise können Lernbehinderte und sogar geisteskranke Menschen künstlerisch außerordentlich kreativ sein. u. moralische und psychologische Fähigkeiten bezeichneten.[6] Dabei definierte McKinnon Kreativität als eine Idee. Die Erforschung kreativer Prozesse unter den Aspekten ihrer Beherrschbarkeit. dass und wo ein Problem besteht) • Flüssigkeit (in kurzer Zeit viele Ideen hervorbringen) • Flexibilität (gewohnte Wege des Denkens verlassen. Guilford beschrieb das Wesen individueller Kreativität durch folgende grundlegende psychische Merkmale: • Problemsensitivität (erkennen. Kriterien festzulegen. dass sie also Raum zur Spekulation bietet. was aber mit dem spontanen Charakter vieler kreativer Leistungen unvereinbar ist.[9] • Redefinition (bekannte Objekte neu verwenden. Die stark überarbeitete Neuauflage 1926 machte die Begriffe Schöpferische Zerstörung und 'kreative Zerstörung' in der Makroökonomie (und darüber hinaus) sehr bekannt. Nach der Korrumpierung des Geniebegriffs durch „geniale“ Despoten des 20. die neu ist und gleichzeitig selten von mehreren Menschen gedacht wird.[4] keit und Verwertung hat in der Innovationsforschung an [10] Nach Guilford ist Kreativität eine spezielle Form des Bedeutung gewonnen. Sie konnten das Wesen der Kreativität aber nur teilweise erhellen. B. die zu verwirklichen ist und die der Verbesserung oder der Veränderung dient. neue Sichtweisen entwickeln) umrissener Problemstellung mit genau einer Lösung) von divergentem Denken („the kind that goes off in different directions“. wenn sie sich in irgendeiner Weise als nützlich für • Elaboration (anpassen der Ideen an Realität) andere erweisen. John E. die sie als kreative. der in der deutschen Sprache als Querdenken in die Umgangssprache Einzug hielt. Er unterschied konvergentes Denken (bei klar . Guilford steuerte weitere Aspekte wie sozioökonomische.[5] Es zeigte sich jedoch bald. intensive empirische Forschungen. Er stellte zum Einen fest.[8] Zur unternehmerischen Kreativität gehört laut Schumpeter die Fähigkeit zur erfolgreichen Rekombination existierender Ressourcen und Kräfte. dass Kreativität kein scharf eingrenzbarer Begriff ist. intelligente. dass die Kreativität eines Menschen nicht mit seinem IQ korreliert (Andreasen 2005). diesem Bereich mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Auch Wissenschaftler wie Stein (1953). z. ausgelöst durch den Psychologen Joy Paul Guilford. Dabei legten sie vier Hauptmerkmale fest. improvisieren) Kreative Leistungen werden meist erst als solche anerkannt. sondern erklärte sie mit psychologischen Motiven.[7] Schumpeter erkannte das Wechselspiel aus Innovation und Imitation als Triebkraft des Wettbewerbs.[5] Weitere Definitionen stammen von D. Außergewöhnliche Kreativität lässt sich empirisch-psychologisch und experimentell nicht untersuchen (Andreasen 2005). Dorsch kam 1994 (wie andere Forscher auch) zu dem Schluss.

werden kreative Einfälle oft als Eingebung einer überpersönlichen Intelligenz oder Wesenheit (Inspiration. vorher nicht gedachten Mitteln (Originalität) und mehreren Möglichkeiten der Problemlösung (Ideenflüssigkeit). Berühmte Beispiele sind Nikola Teslas Vision von der Drehstromübertragung oder Friedrich August Kekulés Traum von der Benzolformel.[13] Bei der Definition von Kreativität spielen folgende Faktoren eine entscheidende Rolle: • die individuellen Möglichkeiten einer einzelnen Person • die Möglichkeiten der Kreativität und deren Entstehung im sozialen Kontext und deren mögliche Bewertungen • die Unterschiede zwischen den verschiedenen Gesellschaftsformen und deren Bewertungsformen der Kreativität im Einzelnen. Dieser Zustand ist zugleich konzentriert und dissoziativ. B. Guilford leitet sein Verständnis von Kreativität von seinem Strukturmodell der Intelligenz ab. Gelatt/C. Da die kreativen Denkprozesse weitgehend unbewusst ablaufen. dass divergentes Denken und Kreativität nicht gleichzusetzen sind: Während ursprünglich angenommen wurde. dass kreative Leistungen oft an Grenzstellen zwischen wissenschaftlichen Domänen auftreten. Es gibt Versuche. entspricht diese Dichotomie nicht mehr dem aktuellen Stand der Kreativitätsforschung. assoziativ und ganzheitlich denkenden (in der Regel rechten) Hirnhälfte für kausale Problemlösungen eine besondere Bedeutung zu (H.) oder als ein mystisches Geführtwerden erlebt. Denkprozesse im Gehirn in verschiedenen Arealen genau zu lokalisieren und voneinander abzugrenzen. Gelatt 2003). Kreativität im weitesten Sinn beruht auf der Fähigkeit. Musenkuss usw. Diese halten lange an etablierten Theorieansätzen fest (siehe auch Paradigmenwechsel). die dem Ziel dienen. seltener in den Domänenkernen selbst. die es ermöglichen. Beteiligt am kreativen Prozess sind aber letztlich beide Hirnhälften. Daraus ergeben sich praktische Konsequenzen: Um Informationen neu kombinieren und verarbeiten zu können. Sie kann . Der kreative Funke kann nur das entzünden. neurobiologische. um alle Aktivitäten zur Herstellung und zum Vertrieb von urheberrechtlich geschützten Produkten zu beschreiben. Aus Sicht der modernen Neurobiologie kann man Kreativität als: „Neuformation von Informationen“ definieren (Holm-Hadulla 2011). beim Probehandeln und als Gedankenspiel wesentlich zur Kreativität.[11] Weitere Impulse erhielt die Kreativitätsforschung aus der sprunghaften Entwicklung der Hirnforschung durch die Anwendung neuer bildgebender Verfahren. was schon vorhanden ist. indem er diejenigen Intelligenzfaktoren als für die Kreativität relevant bestimmt. Das gilt auch für die psychologische Kreativitätsforschung selbst. Guilford bezeichnet als kreativ jede neue. dafür aber nonverbal. Flexibilität und Originalität.3 Wissenschaftstheoretiker haben festgestellt. logische Sinnproduktion ersetzt. Das heißt. sie müssen durch Lernen im Gedächtnis vorhanden sein. Die kreative Sinnproduktion ist besonders in jungen Jahren ausgeprägt und wird später zunehmend durch wissensbezogene. In den Wirtschaftswissenschaften gilt Kreativität heute als eine wichtige Ressource bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Seit Ende der 1990er Jahre wird auch der Begriff Kulturoder Kreativwirtschaft verwendet. noch nicht da gewesene. durch die Investmenttheorie der Kreativität von Sternberg und Lubart (1996) neue Impulse durch Analogien aus anderen Domänen empfangen hat. der als Flow (Fließen) bezeichnet wird und meist mit einem vorübergehenden Verlust des Zeitbewusstseins einhergeht. Demzufolge wäre Kreativität die zeitnahe Lösung (Flexibilität) für ein Problem mit ungewöhnlichen. von wenigen Menschen gedachte und effektive Methode. wie man Kreativität als Wirtschaftstätigkeit verstehen und interpretieren kann. Kreative Prozesse können auch im Schlaf oder Halbschlaf ablaufen. die für das Individuum vor der Problemlösung in irgendeiner Weise nicht denkbar ist (Problemsensitivität). die Lücke zwischen nicht sinnvoll miteinander verbundenen oder logisch aufeinander bezogenen materiellen und nichtmateriellen Gegebenheiten durch Schaffung von Sinnbezügen (freie Assoziation) mit bereits Bekanntem und spielerischer Theoriebildung (Phantasie) auszufüllen. So gehören auch ungewohnte Kombinationen von bekannten Materialien oder die Durchbrechung der üblichen Verwendungsschemata von funktionsgebundenen Gebrauchsgegenständen im Spiel. Heute gibt es in Europa eine Vielzahl von Ansätzen. dass divergentes Denken Kreativität ausdrückt und konvergentes Denken dessen Fehlen. Beim Menschen kommt der weniger begrifflichisolierenden und logisch-kausalen. psychologische und kulturelle Kreativitätsforschung miteinander zu verbinden (HolmHadulla 2013). Ideenflüssigkeit. Nach Csikszentmihalyi (1996) tritt im kreativen Schaffensprozess oft ein besonderer Bewusstseinszustand – eine Art Trance – auf. Das Kulturministerium Großbritanniens spricht von Creative Industries und hat dazu verschiedene Studien veröffentlicht.[12] Neben der Bestimmung von Kreativität als intelligente Fähigkeit wurde diese Auffassung dahingehend kritisiert. 4 Definitionen von Kreativität Kreativität wird ganz allgemein als die Erschaffung neuer und brauchbarer Formen definiert (Amabile 1996). die z. Geld zu verdienen. ein Problem zu lösen beziehungsweise die Miteinbeziehung von Faktoren wie Problemsensitivität. müssen sie neuronal gespeichert sein. B. die Voraussetzung divergenten Denkens sind.

der „Schere im Kopf“. B. Einer guten Idee folgt die Überzeugung der Umwelt vom Wert dieser Idee. Es gilt als bei kreativen Prozessen hilfreich.[14] • Soziales Faulenzen – Die einzelnen Teammitglieder sind bei einfachen Aufgaben zur Ideengenerierung weniger kreativ. Abwägen u. die kreativ sein wollen – Schwache Bindungen mit begrenztem Wissen und soziale Distanz hemmen die Kreativität. die das kreative Potential hemmen oder sogar blockieren. oder die Ideen vergessen werden. sich eher auf sicherem. führen oft zu Verhaltensweisen. Ideen ungefiltert zu produzieren und diese nicht zu früh zu bewerten bzw. sie führt selten zu neuen Ideen.[14] . alte Glaubenssätze („das macht man nicht . Sie können Menschen veranlassen. B.) oder vermeintliche äußere Schranken innovative Ideen bzw. erlebt. starre Lösungswegfixierung und Methodismus im Sinne der Bindung an etablierte Problemlösungsrituale – Die mechanische Vorgehensweise bei der Problemlösung und das Handeln nach vorgeprägtem Ritual hält davon ab. B. Stress kann stimulierend wirken. • Leistungsdruck. Teresa Amabile (2008) und Shelley Carson (2010) haben typische Kreativitätsblockaden aufgezeigt: • Strikte Zielorientierung. Perfektion kann andere Menschen verunsichern und sie ängstigen.[15] Vielen Schulsystemen wird vorgeworfen. den Ideenfluss. Mark Runco (2007). die Ideen und Lösungen schon beim Entstehen verwirft. Erfolgsorientierung – Hohe Leistungsforderungen kommen meist von außen (z. Der kreative Denkprozess kann durch spezielle Kreativitätstechniken gefördert und beschleunigt werden. So müssen kreative Personen hohe Problemsensibilität und einen guten Sinn für Themenwahl haben. Howard Gardner (1997). Überarbeitung kann körperliche (z. die den Wert der Idee steigert. da die eigene Ideenfindung unterbrochen wird. Fehler implizieren die Chance auf Neues (siehe Veränderungsmanagement. 5 Kreativitätsblockaden Impulse aus der Umwelt (Erziehung. Fehlerängstlichkeit – In unserer Kultur besteht ein schlechtes Verhältnis zu Fehlern (siehe Fehlerkultur. nach effizienteren Vorgehensweisen Ausschau zu halten oder neue Lösungen auszuprobieren. von Vorgesetzten. damit der Lernende seine Umwelt als ein Feld von Hürden.. Ausbildung. Andererseits kann diese Fähigkeit auch durch eine einseitig auf verbalisierbares Wissen orientierte Erziehung und Bildung überlagert werden. durch eine zu starke Orientierung auf Wissenserwerb und Begrifflichkeit zur frühzeitigen Verkümmerung von Kreativität beizutragen. Laut Pohl (2011) gibt es ohne Fehler keine Weiterentwicklung. • Perfektion – Zu Perfektionismus neigende Menschen wollen Probleme besser lösen als andere. oberhalb des Optimums kann er den Wahrnehmungs. kann dies kreative Ideen begünstigen (wenn spontane Einfälle zugelassen werden). Mitarbeitern).) hat. zu verwerfen (Trennung von Ideengenerierung und Ideenbewertung).und Handlungsspielraum aber einengen. Glaubenssätze stammen z. • Angst vor Versagen / Misserfolg. Normen etc. Kaizen). • Schwache Bindungen zwischen Betroffenen. Perfektionisten setzen sich (und manchmal auch andere) unter Druck. die er mit Hilfe kreativer Lösungsansätze überwinden kann. ä. Die Lerntheorien des Konstruktivismus kombinieren deshalb den klassischen Wissenserwerb mit freien Unterrichtsmethoden. B. Burnout-Syndrom). aus Erziehung und Religion. Kollegen. bekanntem Terrain zu bewegen.). • Bewertungsängste – Wenn Personen Angst vor Bewertungen ihrer Person oder ihrer Idee haben. B. Enge Zeitvorgaben können das Reifen von Ideen auch verhindern und negativen Stress verursachen. Es wird am Althergebrachten festgehalten. weil an mögliche negative Konsequenzen gedacht wird.“ etc. Lernen aus Fehlern). weil die Einzelleistung unbekannt ist.). Im schlimmsten Fall führt das zu einem selbst auferlegten Denkverbot. Wissenschaftler wie z. Mögliche Motive dafür sind Angst und ein starker Wunsch nach Anerkennung. Bluthochdruck) und seelische Folgen haben (z. „Alltägliche Kreativität“ kann durchaus geweckt oder erlernt werden (Knieß 2006).[14] • Zeitdruck – kann förderlich und/oder hinderlich sein: Wenn man (zu) wenig Zeit zum (rationalen) Denken (Analysieren.4 5 KREATIVITÄTSBLOCKADEN durch Übung bis ins hohe Alter erhalten bleiben. leidet ihre Kreativität darunter.. Starke Erfolgsfixierung kann dazu verleiten. Arbeitsklima etc. es entsteht eine Nachfrage.[16] • Gedankliche Schranken – Vielfach behindern individuelle Befindlichkeiten (Werte.[17] • Ideenäußerung der anderer Teammitglieder – Durch die Kommentare und Ideen von anderen kommt es zu eigenen Produktionsblockaden. Edward de Bono (1992). Die nordamerikanischen Kreativitätsforscher Sternberg und Lubart (2006) beschreiben in ihrer Investmenttheorie der Kreativität eine spezifische Erfolgsintelligenz. Neben Begabungsprofilen hat Holm-Hadulla (2010) das intrinsische Interesse. sich zu überarbeiten. Neugier und Selbstwertsteigerung als wichtige Motivationsfaktoren beschrieben.

denn Anpassung und Angleichung an gesellschaftliche Normen ist für deren Funktionieren notwendig. Dabei kann der soziale Druck dazu führen. Sie wollen erkennen. um auf diese Weise analysiert zu werden und kreative Personen müssen nicht alle diese Eigenschaften aufweisen. und umfassen • Die kreative Person • Den kreativen Prozess • Das kreative Produkt • Das kreative Umfeld (orig. aus dem Buch „Innovation und Kreativität“ von Michael A. h. einseitigen Lösungen. nicht kreativ zu sein – Sprachraum mit dem Begriff „absichtliche Kreativität“ Selbstbewusstsein und Reflexionsfähigkeit sind in Verbindung gebracht. d. die so genannten vier P’s der Kreativität. da alle sich „das gleiche erzählen” und scheinbar „das gleiche wissen”. werden. gab dem Begriff Kreativität in den 1960er Jahren eine bis heute noch immer gültige Unterteilung in vier verschiedene Grundelemente. die Innovationsprozesse und damit Kreativität unterbrechen. der Problemlösungsdruck der Umwelt). • Ausdauer – Problemlöseprozesse und Herausforderungen sind nicht immer schnell zu erledigen. In vielen Stellenausschreibungen wird Kreativität wie selbstverständlich von qualifizierten und engagierten Mitarbeitern verlangt. Dies zeigt sich durch konstruktive Hartnäckigkeit. Konformität kann Denken und Handeln einengen. Zweitens wird durch das Gruppendenken der soziale Druck bei der Ideenfindung erhöht.1 Merkmale kreativer Menschen vergentes Denken (mit vielen Alternativmöglichkeiten. Tab. modifiziert und ergänzt von Manuela Pohl (2012). die aber bislang weder schlüssig waren. Kreativitätsfördernde Persönlichkeitsmerkmale 6 Die kreativen Bausteine Mel Rhodes. von Führungskräften wird erwartet. „trifft nicht zu“. Natürlich lassen sich diese Merkmale und der Arbeitsstil nicht wie eine Checkliste zur Bestimmung der eigenen kreativen Persönlichkeit anwenden: „trifft zu“.: press. die kreative Einfälle begünstigen. Spielerisches Ausprobieren kann die Entwicklung von Neuem begünstigen (siehe Kreativitätstechniken).6. Die Identifizierung von kreativen Persönlichkeitseigenschaften hat heute eine ähnliche Bedeutung wie die Bestimmung intelligenter Leistungsfähigkeiten. ist man freier von Bürokratie und anderen Verantwortungen.[18] • Keine Autonomie – Wenn man jedoch autonom arbeiten kann. Persönlichkeiten sind zu komplex.[19] • Zweiteilung zwischen Arbeit und Spiel – Das Trennen zwischen „hier die Arbeit“ und „dort das Vergnügen bzw.1 Merkmale kreativer Menschen 5 • Negative Einstellung – Positive Sichtweisen erleich. verstehen. die vier P’s um weitere P-Begrifflichkeiten zu oder abgelehnte Ideen können Verunsicherung ergänzen. Problemsensibilität. Beispielsweise werden in Eignungstests für Bewerber auch kreative Potentiale ermittelt. Flexibilität. das Ertragen von Ambivalenzen und ungelösten Spannungen sowie die Ablehnung von zu schnellen bzw. • Neugier.und Problemlösung besitzen und vorleben.6. Diese Eigenschaften und Fähigkeiten lassen sich zumindest teilweise fördern. Kreative Kompetenz kann trainiert sich in der Kreativanwendung durchsetzen konnten. neu kombinieren. sondern erfordern ein überdurchschnittliches Energiepotential. • Starker Netzwerkzusammenhalt – Dieser kann di. • Gruppendenken – Erstens werden dadurch ausgetauschte Informationen eher redundant. die zu neuer Kreativität führen) hindern. B. dass sie die Fähigkeit zur kreativen Aufgaben. Spiel“ kann ein Nachteil sein. Dazu zählen auch die kreativen Fähigkeiten wie z. Es gab und gibt wiederholte Merkmale kreativer Menschen. weiterspinnen und ausprobieren. beschreibender Sicht. sammeln Informationen zu relevanten Themen.Diese Beschreibung hat.[18] Liste: • Konformitätsdruck – Wir werden zu einem gewissen Konformismus erzogen. noch bewirken. Offenheit gegenüber externen Einflüssen – Kreative Menschen sind ständig auf der Suche nach Neuem und Unbekanntem. den oftmals noch diffusen Begriff praxisbezogen zu unterteilen. Nicht umgesetzte Versuche. Einzig der Torrance Test of Creative Thinking weist passable Testgütekriterien auf. welche von der Gruppe akzeptiert wird. bis heute noch eine fundamentale Bedeutung und wird vor allem im anglo-amerikanischen • Die Überzeugung. dass die betroffenen Personen eine schnelle Lösung finden sollen. da man Zu den Merkmalen kreativer Menschen gibt es folgende nach einer schnellen Lösung strebt. Auf obigen Tabelle ist eine Vielzahl von kreativen Merkmalen aufgeführt. offen auf die Umwelt zuzugehen. West (1999). Die Reliabilität und Validität der verfügbaren Testverfahren ist jedoch sehr gering (Funke 2000). anstatt nach originellen und kreativen Ideen zu suchen. hohe Motivation und Frustrationstoleranz. ein amerikanischer Wissenschaftler. Sie suchen nach abwechslungsreichen Erfahrungen. sind offen für die Umwelt und geben sich .[20] Sie helfen. aus konzeptionelltern es.

Krea. unterschiedliche Kategorien zu nutzen. es lässt sionale Denken zu entwickeln. Außer diesen kreativen Fähigkeiten gibt es individuelle Persönlichkeitseigenschaften wie . Gelatt 2003). vorschnelle Vereinfachungen werden durch Komplexität verhindert. Wer sich über sich selbst bewusst ist. Gefragt sind einmalige. die Veränderungen gege. • Originalität – entsteht.und Denkflüssigkeit – ist die Fähigkeit. Auch die Fähigkeit. Selbstreflexion. in unterschiedliche Richtungen zu denken. Unklarheiten und Komplexität nicht eingeschüchtert. Die an vielen Stellen nötige Reduktion von Komplexität kann zu einem „Schwarz-Weiß-Denken“ und einer vereinfachenden Sichtweise führen. Selbstbewusstsein heißt. wenn sich bewusst auf die Umgebung. Voreingenommenheit und unsichere Situationen zu. ein Problemgebiet in Gedanken gründlich zu durchdringen. • Selbstvertrauen und innere Unabhängigkeit – Selbstvertrauen bedeutet. • Komplexität – Die Bereitschaft. mit parallelen Welten (z. kann Konflikte ertragen und wird sich nicht kritiklos anpassen. ausgefallene. Verhaltensweisen und DenkUmwelt. verrückte Einfälle. Kreative Menschen favorisieren eher viele Baustellen mit unfertigen Entwürfen. anzuordnen und zu nutzen. Flexibilität – ist die Fähigkeit. Gegebenheiten unvoreingenommen und unabhängig von anderen Menschen zu beurteilen. verschiedene Lebensentwürfe. Voraussetzung dafür ist ei• Spontanität – Kreative Menschen sind in der Lane offene. • Umstrukturierung – ist die Fähigkeit. Widersprüchen. seinem Selbst zu vertrauen. sich über sein Selbst bewusst zu sein. B. Objekte und Geschehnisse konzentriert levanter kreativer Fähigkeiten zusammengestellt: wird (Preiser/Buchholz 2008). kritische Haltung. Informationen und Ideen in völlig neuer Weise zu sehen. seltene. gen in der Umwelt. ist damit verbunden. Denn Wahrnehmung wird genauer entscheidenden Beitrag zur Entwicklung kreativer Ideen und umfassender. widersprüchliche und unsichere Situation aushalten und gleichwohl beharrlich an deren Bewältigung arbeiten zu können. Probleme zu erkennen. aber vor allem der Glaube an die eigene Kreativität sind hierfür entscheidend (Pohl 2011). d. aber auch mit der eigenen Person voraus. Unabhängigkeit äußert sich oft in nonkonformen und selbstsicheren Verhaltensweisen. h. die Sie in Bezug auf die oben genannten Kreativitätsfähigkeiten aufweisen. Gegenstände. Kreatives Handeln setzt eine Auseinandersetzung mit der Kreative Fähigkeiten. es kokettiert mit „Gefahr“.6 6 DIE KREATIVEN BAUSTEINE nicht mit einfachen Antworten zufrieden. Kritikfähigkeit und der Mut zur Veränderung. spontan zu genüber aufgeschlossen ist und auch Bestehendes in handeln und zu reagieren. Intensität führt zum Kern des Problembereichs. die Fähigkeit. vielschichtige Informationen. Sie fördert konstruktiv-kritische Denkansätze und unterstützt die Überwindung konventioneller Barrieren und Denkblockaden (Pohl 2012). Anstrengungsbereitschaft. da es für verschiedene Stufen des kreativen Pro. begünstigt wirklichkeitsnahe Problemwahrnehmungen und kreative Lösungen und ist eine gute Voraussetzung für eine umfassende und realistische Sicht auf die Umwelt. die Idee in einen konkreten und realistischen Plan umzusetzen (Detailreichtum. Der Blick für neue Ordnungen und Sichtweisen wird geschärft. Ein gutes Beinicht auch an äußeren Regelungen und Veränderunspiel dafür ist die Mitarbeit beim Vorschlagswesen. B. geht Schwierigkeiten nicht aus dem Weg. welche Fähigkeiten einen zesses notwendig ist.stile tive Menschen sollten ihr Wahrnehmungsvermögen trainieren. Energieeinsatz). • Ausarbeitung – damit ist das Anpassen der Ideen an die Realität gemeint. Neugieri. ein Freundeskreis aus sehr unterschiedlichen Charakteren) und der Akzeptanz von mehrdeutigen Situationen (J. Sich nur an den eigenen Frage stellen kann. • Durchdringung – ist die Fähigkeit. vom langfristigen Planen abzusehen. ein Problem aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Preiser/Buchholz (2008) haben einen Katalog reauf Menschen. eine verwickelte. Diese Fähigkeit ist typisch für kreatives Denken. Das Bewusstsein für VerbessePrinzipien und Gewohnheiten zu orientieren und rungsmöglichkeiten wird geschärft. zu einem Thema in kurzer Zeit möglichst viele Ideen zu entwickeln. Voraussetzung für das Entwickeln von kreativer Kompetenz ist zunächst das Erkennen von Stärken und Schwächen. • Aktives Problembewusstsein – ist die Fähigkeit. die gewohnten Wege des Denkens zu verlassen und neue Sichtweisen zu entwickeln. sondern • Einfalls. neue Zusammenhänge herzustellen oder den Gebrauchswert von Gegenständen zu ändern. Einbindung von Wissen. Die Psychologie benutzt dafür den Begriff Ambiguitätstoleranz. leisten.Als erstes stellt sich die Frage. „bedeutet Erstarrung und Verzicht auf Lebendigkeit“ (Preiser/Buchholz 2008). Komplexität trägt dazu bei. wenn unkonventionelle und innovative Lösungen gefunden werden. unterschiedliche Gewohnheiten oder mehrere Lösungsansätze nebeneinander bestehen zu lassen.stimuliert. Unterscheidung guter und schlechter Ideen. sich etwas zuzutrauen. das mehrdimenges Verhalten birgt auch ein gewisses Risiko. sondern versucht. Beispielsweise bei massiven Überschneidungen in der Aufgabenverteilung im Arbeitsalltag. Kreative Menschen werden von Ambivalenz.

Eine Gruppe legt die Normwerte fest. Geduld. James Watt oder Sir Alexander Graham Bell. Kreativitätstechniken sollen den kreativen Prozess unterstützen. also dem Verstoß gegen tradierte Normen einhergeht. beherrschbar machen und zielgerichtet optimieren.2 Der kreative Prozess und Techniken zu che Ansätze zur Erfassung der individuellen Kreativität. der mit der Gruppe konform ist. Dieses: Stirb und werde! Bist Du nur ein trüber Gast Auf der dunklen Erde.a. die jedoch nach ihrem Ableben gefeiert wurden. wie Kreativität aus ständiger Selbstüberwindung und -erneuerung erwächst. De Bonos Six Thinking Hats u. das auch heute noch vielen Phasen-Theorien zugrunde liegt. Diese Phasen treten jedoch selten in Reinform auf und sind eher rekursiv als linear. Im Berliner Intelligenzstrukturmodell Der kreative Prozess wird traditionell als Abfolge von wird beispielsweise mit der Komponente “Einfallsreichfünf Schritten oder Phasen definiert (Csikszentmihalyi. 6. die Synektik. Dazu rechnet man u.und Frustrationstoleranz. bringt weniger Störungen und vermeintlich weniger Rückschläge in den Erfolgen der Gruppe. Besonders eingehend hat sich Goethe mit dem kreativen Prozess auseinandergesetzt. kanalisieren. wie der Einzelne von außen über seine Kreativität und die dadurch entstehenden Problemlösungsfähigkeiten bewertet wird. Aha-Erlebnis • Bewertung • Ausarbeitung. tum” die spezifische Fähigkeit zur flüssigen. flexiblen und 1996): originellen Ideenproduktion erfasst. also die Frage.“ Individuelle und soziale Bewertung der – Johann Wolfgang von Goethe Kreativleistungen einzelner Personen Hier spielt einerseits die Eigenbewertung eine Rolle: Wie bewertet der Einzelne seine Kreativität und sein daraus entstehendes Problemlösungsverhalten im Vergleich zu anderen Personen? Andererseits gilt es aber auch die Bewertung durch andere Menschen einzubeziehen.3 In der Kunst erfordert der hier geltende Innovationszwang. Doktor Faustus: Kapitel XXV). Das kann bei Spracharmut der Gruppenmitglieder ohne jegliche Begründung geschehen. etwa wie Leonardo da Vinci. das Brainstorming. wie er aus seinen psychischen Krisen schöpferische Impulse gewann (Holm-Hadulla 2009). Ein nonkonformes Individuum wird bei dieser Konstellation unterdrückt oder ausgegrenzt. 7 und nach verschiedenen. Diese Reaktion entspringt dem Gruppengefühl und dem Bild. in den Ingenieurwissenschaften z. Motivation und Interesse. der Einzelne kann mit diesen konform gehen oder nonkonform sein.6. Diese Einteilung geht zurück auf das 4-Phasen-Modell von Graham Wallas aus dem Jahr 1926. Das bedeutet. In der psychologischen Diagnostik gibt es unterschiedli6.4 Der soziale Kontext: Entstehung und Bewertung der Kreativität Konflikt. Vitalität. B.[21] 6. Auf Grund des komplexes Konzepts der Kreativität beseiner Unterstützung schränken sich die Messverfahren meist nur auf spezifische Teilaspekte. auch TRIZ oder die Kepner-Tregoe-Matrix.bzw. • Vorbereitungsphase • Inkubations. Kreativität neutral Weigold zufolge gehen Kreative in dem Maße nicht kon- .v.4 Der soziale Kontext: Entstehung und Bewertung der Kreativität Die Bewertung von Kreativität durch eine soziale Gruppe erweist sich als Barriere. dass Kreativität mit Normenbruch.[22] In krassen Fällen werden Kreative als verrückt angesehen. da jedes Individuum nach eigenen Kriterien bewertet. In seinem Gedicht Selige Sehnsucht resümiert er: „Und solang du das nicht hast. vorher festgelegten Gütekriterien zu bewerten und zu messen. psychische Stabilität. wenn es keine Normwerte zur Verfügung hat und keine allgemeingültige. Eigensinnigkeit. weil bekannte und gleichzeitig gültige und verlässliche Definition von Kreativität zur Bewertung herangezogen wird. Eine subjektive Sichtweise jeder einzelnen Person ist in der Bewertung nicht auszuschließen. das eine Gruppe von sich selbst hat. die zusätzlich das kreative Potential einer Person beeinflussen und begünstigen. Jeder.. wenn eine Problemlösung von der Gruppe für nicht durchführbar gehalten und verworfen wird. dass durch die mangelnde Definition des Begriffs die Wertung eines einzelnen Individuums fast immer subjektiv ausfällt und erst eine Gruppe von Menschen mit ihren verschiedenen Maßstäben zur Messung von Kreativität und einer internen Absprache von Regeln Forschungen in der Sozialpsychologie von Schlenker und zur Definition dazu in der Lage ist. Reifungsphase • Einsicht bzw. Auch in vielen seiner Werke – vom „Werther“ bis zum „Faust“ – stellt er dar. In seinen biografischen Schriften finden sich zahlreiche Hinweise. a. Eine dichterische Pointe: Goethe und Thomas Mann haben in ihren Fassungen des Faust-Mythos den kreativen Anstoß dem Teufel zugeschrieben (Faust I: Prolog im Himmel.

eingebunden in das soziokulturelle Umfeld (Embeddedness).dreimal so häufig wie in der Durchschnittsbevölkerung. wie auch in seinem nonkonformistischen Durchsetzungswillen. sowie reger Austausch und niedrige Anregung und Herausforderung spielen bei der Entwick[24] lung einer kreativen Lebenseinstellung eine besondere Transaktionskosten. Der auch der Bewältigung [25] Störungen. chend. Albert Einstein. der Erfinder der Relativitätstheorie. Picassos kubistische Werke wie Der Mann an der den. in dem das Problem nach ihren Kriterien nicht anders zu bewältigen ist. definition bekannter und akzeptierter Gesetzmäßigkei.phrast. Allerdings gibt es zwei Ausnahmen: Dichter wähnt werden. wird in seiner Biografie als aufbrausend und von Selbstvorwürfen geplagt beschrieben. Pablo Picasso (Kubismus). dass sie krank würleis. Plaander gedanklich einer Überprüfung unterzogen. ist der Satz überklärt wird.völkerung. GREMI-Gruppe („Groupe de Recherche Européen sur les Milieux Innovateurs“) geprägt. In diesem Sinne ist Melancholie also nicht primär Gitarre von 1918 und seine Collagen entstanden durch als krankhaft anzusehen. Erziehungs. sondern eher als Zustand psydie Vorstellungskraft des Einzelnen. verdeutlichen gleichzeitig. dass alle außergewöhnlichen Männer Melancholiden Zeichnungen von da Vinci oder die Entwicklung des ker seien.und Bildungseinrichtun6. Eine Herausforderung kann zu existenziellen Veränderungen führen. nach Roberto Camagni (1991) zu einem kreativen kollektiven Lernprozess führen. so dass sich die Herkunft der kreativen Lösungen nicht immer nachweisen lässt. kohol und Drogen. berühmte Beispiele dafür sind Arnold wesentlicher häufiger zu schädlichem Gebrauch von AlSchönberg (Zwölftonmusik). Die Gründe hierfür dürften in dem anfänglichen Unverständnis der Fachkollegen für die Kreativität Einsteins und deren Resultate gelegen haben. Joan Miró und sein chischer Labilität. Allerdings fährt der Text fort. Die Gesamtheit der Beziehungen in einem kreativen 7 Siehe auch • Entwerfen • Ideenfindung • Innovation • Intuition • Kreative Klasse • Kreativer Prozess • Kreatives Schreiben • Kreativitätstechniken • Laterales Denken • Phasen des kreativen Prozesses • Problemlösen .6 Kreativität und psychische Störungen gen.[23] sowie Jazz.cholie bei manchen so stark werde. Milieu soll. einem Schüler des Aristoteles. dass diese erst spät für durchführbar er. wenn sie einhergeht mit einer völligen Neu. kann to spricht von poetischer Verrücktheit und von Theoes geschehen. Bei „poetic writers“ sind Vielfach wird Kreativität erst als solche bezeichnet und klinische Aufenthalte wegen Depressionen und Suizide bewertet. Seit der Antike existiert der Mythos eines ZusammenWird eine Idee von verschiedenen Menschen nachein.und Popmusiker neigen ten oder Bereiche. Seit 1984 forscht eine Gruppe französischer Soziologen und Regionalwissenschaftler nach den Ursachen für die Unterschiede in der Innovationsfähigkeit und -tätigkeit verschiedener Regionen.„Performing Artists“ wie Jazz. Die unterschiedlichen Kulturen der Menschheit. Unbewiesenen oder Spekulativen. verbunden mit der dazugehörigen Unsicherheit des Unbekannten. in denen auf Ermutigung Wert gelegt wird. So zum Beispiel das erste Fluggerät nach liefert. dass die Melanersten Fernglases durch die Entdeckung Galileo Gali. Moderne Studien zeigen dementspreWerk sind ein Beispiel für die bildhauerische Kunst. 6.und Popmusiker.hangs von Kreativität mit psychischen Störungen.psychisch beeinträchtigter sind als die Durchschnittsbenischen Höchstleistungen sollte auf diesem Gebiet er.5 Kreatives Milieu Der Begriff des kreativen Milieus wurde durch die sog. Als Voraussetzung für die Realisierung gelten neben der räumlichen Nähe auch das Vorhandensein von gemeinsamen Wertvorstellungen und Vertrauen. Häufig dienen kreative Aktivitäten und Transformation psychischer Albert Einstein (relative Sicht von Zeit und Raum). dass die meisten außergewöhnlich Kreativen nicht und Friedensreich Hundertwasser mit seinen architekto. warum Kreativität im sozialen Kontext immer wieder einen schweren Stand hatte und bis heute in vielen Gesellschaftsbereichen um Anerkennung ringen muss. fördern die Kreativität (Frederick Mayer). gemeinsame organisatorischer Formen und Methoden.8 7 SIEHE AUCH form. Bruch mit alten Vorstellungen und Normen und die Schaffung eines neuen Paradigmas. ein zusammenhängender Wahrnehmungsraum. die Unsicherheit reduzieren. Rolle. deren Gepflogenheiten und das Lebensumfeld bringen immer wieder neue Formen der Verarbeitung und Rekombination der in ihr vorhandenen Materialien und Ideen hervor. Zugehörigkeitsgefühl.

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