Kreativität

1 Etymologie

Kreativität ist allgemein die Fähigkeit, etwas vorher
nicht da gewesenes, originelles und beständiges Neues zu
kreieren.[1] Darüber hinaus gibt es verschiedene Ansätze, was Kreativität im einzelnen auszeichnet und wie sie
entsteht (s. u. Abschnitt über die Definitionen von Kreativität).

Der Begriff Kreativität geht auf das lateinische Wort
creare zurück, was so viel bedeutet wie „etwas neu schöpfen, etwas erfinden, etwas erzeugen, herstellen“, aber auch
die Nebenbedeutung von „auswählen“ hat. Der Begriff
enthält als weitere Wurzel das lateinische „crescere“, das
“geschehen und wachsen” bedeutet. Diese Doppelgesichtigkeit der Kreativität zwischen aktiven Tun und passivem Geschehen-Lassen findet sich auch in modernen
Kreativitätskonzepten (s. Csikszentmihalyi 1996, Runco
2007, Holm-Hadulla 2010).

Der Begriff Kreativität bezeichnet im allgemeinen
Sprachgebrauch vor allem die Eigenschaft eines Menschen, schöpferisch zu sein, was wiederum auf seinen Ursprung aus dem Lateinischen zurückgeht. „Creare“ bedeutet übersetzt „schöpfen“. Das Schöpferische im Menschen wird deswegen meist mit Berufen oder Tätigkeiten aus den Bereichen der bildenden Kunst und der
darstellenden Kunst verbunden.
Neurobiologisch findet sich von frühester Kindheit an eine Plastizität des Gehirns, das sich selbst organisierend
in ständigem kreativen Austausch mit der Umwelt steht.
Schon Säuglinge nehmen Reize aus der Innen- und Umwelt wahr und verarbeiten sie aktiv. Deshalb wird davon ausgegangen, dass schon sehr kleine Kinder ihre Welt
unbewusst „komponieren“. Diese Fähigkeit bleibt bis ins
hohe Erwachsenenalter erhalten.

2 Kulturgeschichte der Kreativität
Das Schöpferische beschäftigt die Menschheit seit ihren
Anfängen. In Schöpfungsmythen verständigten sich Menschen über sich selbst und ihre Stellung in der Welt. Sie
bildeten Vorstellungen über das Schöpferische, die bis
heute bedeutsam sind (Holm-Hadulla 2011). So beginnt
die Schöpfung in der griechischen Mythologie mit der
Ordnung des Chaos, aus dem der Kosmos, die geordnete Welt, hervorgeht. Anschließend entsteht die Erdmutter Gaia, die mit ihrem Gatten Uranos die ersten Götter
erzeugt. Diese sind einerseits schöpferisch und andererseits zerstörerisch. Kronos, ein Sohn von Gaia und Uranos, in der lateinischen Welt Saturn genannt, wird zum
Inbegriff des Schöpferischen. Er ist einerseits konstruktiv tätig und andererseits von destruktiven Leidenschaften
und melancholischen Stimmungen beherrscht (Klinbansky, Panofsky & Saxl 1964). Seine Kreativität bewegt sich
zwischen Schöpfung und Zerstörung, Ordnung und Chaos. Ähnliche Vorstellungen finden sich in der Bibel, im
Hinduismus und Konfuzianismus. Auch in der Moderne
findet sich die Vorstellung einer Dialektik von Ordnung
und Chaos. So sagt Nietzsche in „Also sprach Zarathustra“: „Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern zu gebären“. In der Periode des Sturm und
Drang wurde der Geniebegriff aus der antiken Vorstellung der Führung durch einen Genius weiter entwickelt.
Das Genie wurde einerseits als neue Formen erschaffender Heros, der unbewussten Eingebungen folgt, gedacht.
Es ist aber auch dunklen und chaotischen Leidenschaften
unterworfen. Für die Psychologie sollte die Dialektik zwischen bewussten und unbewussten Denkformen und das
Wechselspiel zwischen disziplinierter Arbeit und freiem
Assoziieren besonders wichtig werden. Auch in der modernen Neurobiologie findet sich eine Dialektik zwischen

Der Psychologe Csikszentmihalyi geht davon aus, dass
Kreativität immer in einem System von Individuum, Domäne und anerkennender Umwelt stattfindet.[2] Laut der
Kognitionswissenschaftlerin Boden ist außergewöhnliche
Kreativität im Gegensatz zur alltäglichen nicht nur für
die kreative Person, sondern auch für andere Menschen
bedeutsam (Boden 1990). Dabei existieren viele Übergänge von alltäglicher und außergewöhnlicher Kreativität. Beide entwickeln sich in einem Zusammenspiel
von Begabungen, Wissen, Können, intrinsischer Motivation, Persönlichkeitseigenschaften und unterstützenden
Umgebungsbedingungen (Holm-Hadulla 2010). Allerdings ist Kreativität nicht immer leicht zu verwirklichen.
Schöpferische Tätigkeiten sind häufig mit Spannungszuständen verbunden (s. u.). Aus psychologischer Sicht sind
neben guten, aber nicht notwendigerweise Höchstbegabungen für Kreativität flüssiges Denken und Assoziationsfreude sowie die Fähigkeit zum Perspektivwechsel
und zur Grenzüberschreitung bedeutsam. Aus diesen Fähigkeiten und Einstellungen entstehen aber nur neue und
brauchbare Produktionen, wenn flüchtige Einfälle festgehalten und kompetent ausgearbeitet werden.

1

MacKinnon (1962) und F. Guilford markierte einen Wendepunkt in der Kreativitätsforschung.000 erschienenen psychologischen Arbeiten nur etwa 186 relevante Titel zum Thema Kreativität verfasst worden waren. moralische und psychologische Fähigkeiten bezeichneten. Außergewöhnliche Kreativität lässt sich empirisch-psychologisch und experimentell nicht untersuchen (Andreasen 2005). Beispielsweise können Lernbehinderte und sogar geisteskranke Menschen künstlerisch außerordentlich kreativ sein. Kriterien festzulegen. diesem Bereich mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Berechenbar• Originalität (Unverwechselbarkeit). Dorsch kam 1994 (wie andere Forscher auch) zu dem Schluss. Dasselbe Problem haben die modernen Neuroimaging-Verfahren: Die kreative Leistung müsste ausgelöst werden. improvisieren) Kreative Leistungen werden meist erst als solche anerkannt. Jahrhunderts[3] wurde der Begriff obsolet und durch „Kreativität“ ersetzt. was aber mit dem spontanen Charakter vieler kreativer Leistungen unvereinbar ist. Zum Anderen gipfelte seine Rede in der These: „Jeder Mensch ist kreativ!”.[6] Schon seit sehr langer Zeit sind kreative Fähigkeiten und Leistungen Betrachtungs. der Wissenschaftsgeschichte und der Wirtschaftswissenschaften.[5] Weitere Definitionen stammen von D. die zu verwirklichen ist und die der Verbesserung oder der Veränderung dient. die den kreativen Menschen als solchen erkennbar machen sollten. intensive empirische Forschungen. damit widersprach er dem bis dahin vorherrschenden Hochbegabten-Paradigma und öffnete die Tür für ein breiteres Kreativitätsverständnis und nachfolgende spezielle Kreativitätsforschungen. Guilford steuerte weitere Aspekte wie sozioökonomische. deren Kreativität sich auf dem Niveau eines Kleinkindes bewegt. um sie messbar zu machen. neue Sichtweisen entwickeln) umrissener Problemstellung mit genau einer Lösung) von divergentem Denken („the kind that goes off in different directions“.und Forschungsobjekt mehrerer Wissenschaften. Die Erforschung kreativer Prozesse unter den Aspekten ihrer Beherrschbarkeit.[8] Zur unternehmerischen Kreativität gehört laut Schumpeter die Fähigkeit zur erfolgreichen Rekombination existierender Ressourcen und Kräfte. da Psychologie und Neurobiologie nur alltägliche Kreativität untersuchen können. intelligente. sondern erklärte sie mit psychologischen Motiven.). wissenschaftliche und pädagogische Gesichtspunkte in Bezug auf die Definition von Kreativität bei und schuf somit die Grundlage zur Messung kreativer individueller Problemlösungen.[5] Es zeigte sich jedoch bald. bei unklarer Problemstellung und mehreren Lösungsmöglichkeiten). Guilford beschrieb das Wesen individueller Kreativität durch folgende grundlegende psychische Merkmale: • Problemsensitivität (erkennen. zu denen auch „Freude am Gestalten“ zählt. Sie konnten das Wesen der Kreativität aber nur teilweise erhellen. wenn sie sich in irgendeiner Weise als nützlich für • Elaboration (anpassen der Ideen an Realität) andere erweisen. Die stark überarbeitete Neuauflage 1926 machte die Begriffe Schöpferische Zerstörung und 'kreative Zerstörung' in der Makroökonomie (und darüber hinaus) sehr bekannt. In einem Test müsste die Person „auf Kommando” kreativ sein. wenn die Testperson im Scanner liegt und man müsste vergleichbare Kontrollgruppen bilden können. Außerdem wird die außergewöhnlich kreative Leistung oft erst nach langer Zeit erkannt. Drevdahl (1956) und Edward de Bono (1957) versuchten. Nach der Korrumpierung des Geniebegriffs durch „geniale“ Despoten des 20. dass Kreativität kein scharf eingrenzbarer Begriff ist. Dabei legten sie vier Hauptmerkmale fest. Auch Wissenschaftler wie Stein (1953). Kreativität zu definieren. Barron (1965). dass und wo ein Problem besteht) • Flüssigkeit (in kurzer Zeit viele Ideen hervorbringen) • Flexibilität (gewohnte Wege des Denkens verlassen. die neu ist und gleichzeitig selten von mehreren Menschen gedacht wird. W. 3 Forschungsgeschichte der Kreativität Seit 1950 begannen.[6] Dabei definierte McKinnon Kreativität als eine Idee. u. dass sie also Raum zur Spekulation bietet. Er stellte zum Einen fest. der in der deutschen Sprache als Querdenken in die Umgangssprache Einzug hielt. z. John E. ausgelöst durch den Psychologen Joy Paul Guilford. Schumpeter (1883–1950) schrieb in seinem 1911 erschienenen Werk Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung Pionierleistungen nicht vorwiegend ökonomischem Eigennutz zu.[4] keit und Verwertung hat in der Innovationsforschung an [10] Nach Guilford ist Kreativität eine spezielle Form des Bedeutung gewonnen.[5] 1962 versuchten Getzel und Jackson. Er unterschied konvergentes Denken (bei klar . De Bono prägte unter anderem den Begriff des lateral thinking. B. und rief dazu auf.2 3 FORSCHUNGSGESCHICHTE DER KREATIVITÄT ordnender Formgebung und entordnender Labilisierung des Bekannten im kreativen Prozess (s.[9] • Redefinition (bekannte Objekte neu verwenden. Denkens. die sie als kreative. dass in den 25 Jahren zuvor von 121.[7] Schumpeter erkannte das Wechselspiel aus Innovation und Imitation als Triebkraft des Wettbewerbs. Andererseits gibt es hochintelligente Menschen. dass die Kreativität eines Menschen nicht mit seinem IQ korreliert (Andreasen 2005).

die z.[11] Weitere Impulse erhielt die Kreativitätsforschung aus der sprunghaften Entwicklung der Hirnforschung durch die Anwendung neuer bildgebender Verfahren. dass kreative Leistungen oft an Grenzstellen zwischen wissenschaftlichen Domänen auftreten.) oder als ein mystisches Geführtwerden erlebt. von wenigen Menschen gedachte und effektive Methode. dass divergentes Denken Kreativität ausdrückt und konvergentes Denken dessen Fehlen. dass divergentes Denken und Kreativität nicht gleichzusetzen sind: Während ursprünglich angenommen wurde. Flexibilität und Originalität. Beteiligt am kreativen Prozess sind aber letztlich beide Hirnhälften. Das heißt. Ideenflüssigkeit. was schon vorhanden ist. um alle Aktivitäten zur Herstellung und zum Vertrieb von urheberrechtlich geschützten Produkten zu beschreiben. psychologische und kulturelle Kreativitätsforschung miteinander zu verbinden (HolmHadulla 2013).[12] Neben der Bestimmung von Kreativität als intelligente Fähigkeit wurde diese Auffassung dahingehend kritisiert. logische Sinnproduktion ersetzt. werden kreative Einfälle oft als Eingebung einer überpersönlichen Intelligenz oder Wesenheit (Inspiration. Guilford bezeichnet als kreativ jede neue. Guilford leitet sein Verständnis von Kreativität von seinem Strukturmodell der Intelligenz ab. die Lücke zwischen nicht sinnvoll miteinander verbundenen oder logisch aufeinander bezogenen materiellen und nichtmateriellen Gegebenheiten durch Schaffung von Sinnbezügen (freie Assoziation) mit bereits Bekanntem und spielerischer Theoriebildung (Phantasie) auszufüllen. wie man Kreativität als Wirtschaftstätigkeit verstehen und interpretieren kann. Der kreative Funke kann nur das entzünden. Diese halten lange an etablierten Theorieansätzen fest (siehe auch Paradigmenwechsel). Geld zu verdienen. durch die Investmenttheorie der Kreativität von Sternberg und Lubart (1996) neue Impulse durch Analogien aus anderen Domänen empfangen hat. Gelatt 2003). entspricht diese Dichotomie nicht mehr dem aktuellen Stand der Kreativitätsforschung. assoziativ und ganzheitlich denkenden (in der Regel rechten) Hirnhälfte für kausale Problemlösungen eine besondere Bedeutung zu (H. Nach Csikszentmihalyi (1996) tritt im kreativen Schaffensprozess oft ein besonderer Bewusstseinszustand – eine Art Trance – auf. Musenkuss usw. Aus Sicht der modernen Neurobiologie kann man Kreativität als: „Neuformation von Informationen“ definieren (Holm-Hadulla 2011). die Voraussetzung divergenten Denkens sind. Das gilt auch für die psychologische Kreativitätsforschung selbst. beim Probehandeln und als Gedankenspiel wesentlich zur Kreativität. Die kreative Sinnproduktion ist besonders in jungen Jahren ausgeprägt und wird später zunehmend durch wissensbezogene. Kreative Prozesse können auch im Schlaf oder Halbschlaf ablaufen. Demzufolge wäre Kreativität die zeitnahe Lösung (Flexibilität) für ein Problem mit ungewöhnlichen. Es gibt Versuche. Denkprozesse im Gehirn in verschiedenen Arealen genau zu lokalisieren und voneinander abzugrenzen.[13] Bei der Definition von Kreativität spielen folgende Faktoren eine entscheidende Rolle: • die individuellen Möglichkeiten einer einzelnen Person • die Möglichkeiten der Kreativität und deren Entstehung im sozialen Kontext und deren mögliche Bewertungen • die Unterschiede zwischen den verschiedenen Gesellschaftsformen und deren Bewertungsformen der Kreativität im Einzelnen. Dieser Zustand ist zugleich konzentriert und dissoziativ. Seit Ende der 1990er Jahre wird auch der Begriff Kulturoder Kreativwirtschaft verwendet. seltener in den Domänenkernen selbst. ein Problem zu lösen beziehungsweise die Miteinbeziehung von Faktoren wie Problemsensitivität. So gehören auch ungewohnte Kombinationen von bekannten Materialien oder die Durchbrechung der üblichen Verwendungsschemata von funktionsgebundenen Gebrauchsgegenständen im Spiel. Kreativität im weitesten Sinn beruht auf der Fähigkeit. neurobiologische. B. In den Wirtschaftswissenschaften gilt Kreativität heute als eine wichtige Ressource bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Beim Menschen kommt der weniger begrifflichisolierenden und logisch-kausalen. noch nicht da gewesene. indem er diejenigen Intelligenzfaktoren als für die Kreativität relevant bestimmt. Sie kann .3 Wissenschaftstheoretiker haben festgestellt. die für das Individuum vor der Problemlösung in irgendeiner Weise nicht denkbar ist (Problemsensitivität). Heute gibt es in Europa eine Vielzahl von Ansätzen. die es ermöglichen. sie müssen durch Lernen im Gedächtnis vorhanden sein. vorher nicht gedachten Mitteln (Originalität) und mehreren Möglichkeiten der Problemlösung (Ideenflüssigkeit). 4 Definitionen von Kreativität Kreativität wird ganz allgemein als die Erschaffung neuer und brauchbarer Formen definiert (Amabile 1996). B. Das Kulturministerium Großbritanniens spricht von Creative Industries und hat dazu verschiedene Studien veröffentlicht. Gelatt/C. müssen sie neuronal gespeichert sein. die dem Ziel dienen. dafür aber nonverbal. Daraus ergeben sich praktische Konsequenzen: Um Informationen neu kombinieren und verarbeiten zu können. der als Flow (Fließen) bezeichnet wird und meist mit einem vorübergehenden Verlust des Zeitbewusstseins einhergeht. Da die kreativen Denkprozesse weitgehend unbewusst ablaufen. Berühmte Beispiele sind Nikola Teslas Vision von der Drehstromübertragung oder Friedrich August Kekulés Traum von der Benzolformel.

B. oder die Ideen vergessen werden. leidet ihre Kreativität darunter. Stress kann stimulierend wirken. nach effizienteren Vorgehensweisen Ausschau zu halten oder neue Lösungen auszuprobieren. Neben Begabungsprofilen hat Holm-Hadulla (2010) das intrinsische Interesse. die kreativ sein wollen – Schwache Bindungen mit begrenztem Wissen und soziale Distanz hemmen die Kreativität. kann dies kreative Ideen begünstigen (wenn spontane Einfälle zugelassen werden). Andererseits kann diese Fähigkeit auch durch eine einseitig auf verbalisierbares Wissen orientierte Erziehung und Bildung überlagert werden. von Vorgesetzten. Der kreative Denkprozess kann durch spezielle Kreativitätstechniken gefördert und beschleunigt werden. aus Erziehung und Religion. oberhalb des Optimums kann er den Wahrnehmungs. die Ideen und Lösungen schon beim Entstehen verwirft. Bluthochdruck) und seelische Folgen haben (z. es entsteht eine Nachfrage. Fehlerängstlichkeit – In unserer Kultur besteht ein schlechtes Verhältnis zu Fehlern (siehe Fehlerkultur. Sie können Menschen veranlassen. der „Schere im Kopf“.“ etc. • Angst vor Versagen / Misserfolg. Erfolgsorientierung – Hohe Leistungsforderungen kommen meist von außen (z. Perfektion kann andere Menschen verunsichern und sie ängstigen.). weil an mögliche negative Konsequenzen gedacht wird. Ideen ungefiltert zu produzieren und diese nicht zu früh zu bewerten bzw. bekanntem Terrain zu bewegen. Laut Pohl (2011) gibt es ohne Fehler keine Weiterentwicklung. Kollegen. Wissenschaftler wie z. den Ideenfluss. da die eigene Ideenfindung unterbrochen wird. So müssen kreative Personen hohe Problemsensibilität und einen guten Sinn für Themenwahl haben. Mitarbeitern). Die Lerntheorien des Konstruktivismus kombinieren deshalb den klassischen Wissenserwerb mit freien Unterrichtsmethoden. B. zu verwerfen (Trennung von Ideengenerierung und Ideenbewertung). sich eher auf sicherem. Arbeitsklima etc.und Handlungsspielraum aber einengen. sie führt selten zu neuen Ideen. • Leistungsdruck. Abwägen u. Lernen aus Fehlern). die das kreative Potential hemmen oder sogar blockieren. Es wird am Althergebrachten festgehalten.[14] . Mögliche Motive dafür sind Angst und ein starker Wunsch nach Anerkennung. Enge Zeitvorgaben können das Reifen von Ideen auch verhindern und negativen Stress verursachen. Fehler implizieren die Chance auf Neues (siehe Veränderungsmanagement.. B. „Alltägliche Kreativität“ kann durchaus geweckt oder erlernt werden (Knieß 2006). Burnout-Syndrom). • Perfektion – Zu Perfektionismus neigende Menschen wollen Probleme besser lösen als andere. erlebt. ä. sich zu überarbeiten. Mark Runco (2007). 5 Kreativitätsblockaden Impulse aus der Umwelt (Erziehung. führen oft zu Verhaltensweisen. Howard Gardner (1997). Edward de Bono (1992). die den Wert der Idee steigert. Einer guten Idee folgt die Überzeugung der Umwelt vom Wert dieser Idee. B. die er mit Hilfe kreativer Lösungsansätze überwinden kann.) hat. Teresa Amabile (2008) und Shelley Carson (2010) haben typische Kreativitätsblockaden aufgezeigt: • Strikte Zielorientierung. • Bewertungsängste – Wenn Personen Angst vor Bewertungen ihrer Person oder ihrer Idee haben. damit der Lernende seine Umwelt als ein Feld von Hürden. • Schwache Bindungen zwischen Betroffenen. Glaubenssätze stammen z. Kaizen).4 5 KREATIVITÄTSBLOCKADEN durch Übung bis ins hohe Alter erhalten bleiben. weil die Einzelleistung unbekannt ist.). alte Glaubenssätze („das macht man nicht .. Normen etc. Es gilt als bei kreativen Prozessen hilfreich. B. Perfektionisten setzen sich (und manchmal auch andere) unter Druck.[14] • Soziales Faulenzen – Die einzelnen Teammitglieder sind bei einfachen Aufgaben zur Ideengenerierung weniger kreativ. durch eine zu starke Orientierung auf Wissenserwerb und Begrifflichkeit zur frühzeitigen Verkümmerung von Kreativität beizutragen.[17] • Ideenäußerung der anderer Teammitglieder – Durch die Kommentare und Ideen von anderen kommt es zu eigenen Produktionsblockaden. Die nordamerikanischen Kreativitätsforscher Sternberg und Lubart (2006) beschreiben in ihrer Investmenttheorie der Kreativität eine spezifische Erfolgsintelligenz. Im schlimmsten Fall führt das zu einem selbst auferlegten Denkverbot.[15] Vielen Schulsystemen wird vorgeworfen.[16] • Gedankliche Schranken – Vielfach behindern individuelle Befindlichkeiten (Werte. starre Lösungswegfixierung und Methodismus im Sinne der Bindung an etablierte Problemlösungsrituale – Die mechanische Vorgehensweise bei der Problemlösung und das Handeln nach vorgeprägtem Ritual hält davon ab. Neugier und Selbstwertsteigerung als wichtige Motivationsfaktoren beschrieben.) oder vermeintliche äußere Schranken innovative Ideen bzw. Starke Erfolgsfixierung kann dazu verleiten.[14] • Zeitdruck – kann förderlich und/oder hinderlich sein: Wenn man (zu) wenig Zeit zum (rationalen) Denken (Analysieren. Ausbildung. Überarbeitung kann körperliche (z.

die kreative Einfälle begünstigen.1 Merkmale kreativer Menschen vergentes Denken (mit vielen Alternativmöglichkeiten. Diese Eigenschaften und Fähigkeiten lassen sich zumindest teilweise fördern. Kreativitätsfördernde Persönlichkeitsmerkmale 6 Die kreativen Bausteine Mel Rhodes. Spiel“ kann ein Nachteil sein. denn Anpassung und Angleichung an gesellschaftliche Normen ist für deren Funktionieren notwendig.[18] • Keine Autonomie – Wenn man jedoch autonom arbeiten kann. bis heute noch eine fundamentale Bedeutung und wird vor allem im anglo-amerikanischen • Die Überzeugung. „trifft nicht zu“. gab dem Begriff Kreativität in den 1960er Jahren eine bis heute noch immer gültige Unterteilung in vier verschiedene Grundelemente. Konformität kann Denken und Handeln einengen. noch bewirken. einseitigen Lösungen. von Führungskräften wird erwartet. d. Kreative Kompetenz kann trainiert sich in der Kreativanwendung durchsetzen konnten. der Problemlösungsdruck der Umwelt). aus dem Buch „Innovation und Kreativität“ von Michael A. Tab. • Gruppendenken – Erstens werden dadurch ausgetauschte Informationen eher redundant. West (1999). offen auf die Umwelt zuzugehen.1 Merkmale kreativer Menschen 5 • Negative Einstellung – Positive Sichtweisen erleich. dass sie die Fähigkeit zur kreativen Aufgaben.[19] • Zweiteilung zwischen Arbeit und Spiel – Das Trennen zwischen „hier die Arbeit“ und „dort das Vergnügen bzw. Zweitens wird durch das Gruppendenken der soziale Druck bei der Ideenfindung erhöht. und umfassen • Die kreative Person • Den kreativen Prozess • Das kreative Produkt • Das kreative Umfeld (orig. Sie suchen nach abwechslungsreichen Erfahrungen. • Ausdauer – Problemlöseprozesse und Herausforderungen sind nicht immer schnell zu erledigen. ein amerikanischer Wissenschaftler. das Ertragen von Ambivalenzen und ungelösten Spannungen sowie die Ablehnung von zu schnellen bzw. dass die betroffenen Personen eine schnelle Lösung finden sollen. Nicht umgesetzte Versuche. sind offen für die Umwelt und geben sich . sammeln Informationen zu relevanten Themen. Es gab und gibt wiederholte Merkmale kreativer Menschen. die so genannten vier P’s der Kreativität. Dies zeigt sich durch konstruktive Hartnäckigkeit. sondern erfordern ein überdurchschnittliches Energiepotential. Sie wollen erkennen. Offenheit gegenüber externen Einflüssen – Kreative Menschen sind ständig auf der Suche nach Neuem und Unbekanntem. beschreibender Sicht. Spielerisches Ausprobieren kann die Entwicklung von Neuem begünstigen (siehe Kreativitätstechniken). • Neugier. verstehen. welche von der Gruppe akzeptiert wird. die aber bislang weder schlüssig waren. anstatt nach originellen und kreativen Ideen zu suchen.: press. • Starker Netzwerkzusammenhalt – Dieser kann di. Dabei kann der soziale Druck dazu führen. Beispielsweise werden in Eignungstests für Bewerber auch kreative Potentiale ermittelt. B. Natürlich lassen sich diese Merkmale und der Arbeitsstil nicht wie eine Checkliste zur Bestimmung der eigenen kreativen Persönlichkeit anwenden: „trifft zu“. ist man freier von Bürokratie und anderen Verantwortungen. h. Flexibilität. modifiziert und ergänzt von Manuela Pohl (2012). hohe Motivation und Frustrationstoleranz. neu kombinieren.6. Problemsensibilität.[20] Sie helfen. Dazu zählen auch die kreativen Fähigkeiten wie z. nicht kreativ zu sein – Sprachraum mit dem Begriff „absichtliche Kreativität“ Selbstbewusstsein und Reflexionsfähigkeit sind in Verbindung gebracht. die zu neuer Kreativität führen) hindern. werden.und Problemlösung besitzen und vorleben. Persönlichkeiten sind zu komplex. weiterspinnen und ausprobieren.[18] Liste: • Konformitätsdruck – Wir werden zu einem gewissen Konformismus erzogen. da man Zu den Merkmalen kreativer Menschen gibt es folgende nach einer schnellen Lösung strebt. den oftmals noch diffusen Begriff praxisbezogen zu unterteilen. Einzig der Torrance Test of Creative Thinking weist passable Testgütekriterien auf. um auf diese Weise analysiert zu werden und kreative Personen müssen nicht alle diese Eigenschaften aufweisen.6. Die Reliabilität und Validität der verfügbaren Testverfahren ist jedoch sehr gering (Funke 2000). da alle sich „das gleiche erzählen” und scheinbar „das gleiche wissen”.Diese Beschreibung hat. aus konzeptionelltern es. Auf obigen Tabelle ist eine Vielzahl von kreativen Merkmalen aufgeführt. Die Identifizierung von kreativen Persönlichkeitseigenschaften hat heute eine ähnliche Bedeutung wie die Bestimmung intelligenter Leistungsfähigkeiten. die Innovationsprozesse und damit Kreativität unterbrechen. die vier P’s um weitere P-Begrifflichkeiten zu oder abgelehnte Ideen können Verunsicherung ergänzen. In vielen Stellenausschreibungen wird Kreativität wie selbstverständlich von qualifizierten und engagierten Mitarbeitern verlangt.

B. verrückte Einfälle. ausgefallene. seinem Selbst zu vertrauen. sich über sein Selbst bewusst zu sein. widersprüchliche und unsichere Situation aushalten und gleichwohl beharrlich an deren Bewältigung arbeiten zu können. aber auch mit der eigenen Person voraus. Die Psychologie benutzt dafür den Begriff Ambiguitätstoleranz. unterschiedliche Kategorien zu nutzen. • Durchdringung – ist die Fähigkeit. welche Fähigkeiten einen zesses notwendig ist. vom langfristigen Planen abzusehen. Kreative Menschen favorisieren eher viele Baustellen mit unfertigen Entwürfen.6 6 DIE KREATIVEN BAUSTEINE nicht mit einfachen Antworten zufrieden. verschiedene Lebensentwürfe. Widersprüchen. sondern • Einfalls. „bedeutet Erstarrung und Verzicht auf Lebendigkeit“ (Preiser/Buchholz 2008). vorschnelle Vereinfachungen werden durch Komplexität verhindert. Objekte und Geschehnisse konzentriert levanter kreativer Fähigkeiten zusammengestellt: wird (Preiser/Buchholz 2008). Anstrengungsbereitschaft. vielschichtige Informationen.Als erstes stellt sich die Frage. Energieeinsatz). es lässt sionale Denken zu entwickeln. anzuordnen und zu nutzen. Krea. leisten. d. Gegenstände. ein Problemgebiet in Gedanken gründlich zu durchdringen. Flexibilität – ist die Fähigkeit. ein Problem aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. • Ausarbeitung – damit ist das Anpassen der Ideen an die Realität gemeint. Sich nur an den eigenen Frage stellen kann. die Veränderungen gege. Denn Wahrnehmung wird genauer entscheidenden Beitrag zur Entwicklung kreativer Ideen und umfassender. kann Konflikte ertragen und wird sich nicht kritiklos anpassen.und Denkflüssigkeit – ist die Fähigkeit. Ein gutes Beinicht auch an äußeren Regelungen und Veränderunspiel dafür ist die Mitarbeit beim Vorschlagswesen. ist damit verbunden. wenn sich bewusst auf die Umgebung. in unterschiedliche Richtungen zu denken. seltene. Voraussetzung für das Entwickeln von kreativer Kompetenz ist zunächst das Erkennen von Stärken und Schwächen. Verhaltensweisen und DenkUmwelt. die gewohnten Wege des Denkens zu verlassen und neue Sichtweisen zu entwickeln. Beispielsweise bei massiven Überschneidungen in der Aufgabenverteilung im Arbeitsalltag. Intensität führt zum Kern des Problembereichs. Einbindung von Wissen. Komplexität trägt dazu bei. Neugieri. kritische Haltung. h. Selbstreflexion. Außer diesen kreativen Fähigkeiten gibt es individuelle Persönlichkeitseigenschaften wie . Preiser/Buchholz (2008) haben einen Katalog reauf Menschen. die Idee in einen konkreten und realistischen Plan umzusetzen (Detailreichtum. zu einem Thema in kurzer Zeit möglichst viele Ideen zu entwickeln. gen in der Umwelt. Wer sich über sich selbst bewusst ist. • Aktives Problembewusstsein – ist die Fähigkeit. Gelatt 2003). Sie fördert konstruktiv-kritische Denkansätze und unterstützt die Überwindung konventioneller Barrieren und Denkblockaden (Pohl 2012). Unklarheiten und Komplexität nicht eingeschüchtert. Voraussetzung dafür ist ei• Spontanität – Kreative Menschen sind in der Lane offene. mit parallelen Welten (z. Unabhängigkeit äußert sich oft in nonkonformen und selbstsicheren Verhaltensweisen.stimuliert. unterschiedliche Gewohnheiten oder mehrere Lösungsansätze nebeneinander bestehen zu lassen. Der Blick für neue Ordnungen und Sichtweisen wird geschärft. Kreative Menschen werden von Ambivalenz. neue Zusammenhänge herzustellen oder den Gebrauchswert von Gegenständen zu ändern. Informationen und Ideen in völlig neuer Weise zu sehen. aber vor allem der Glaube an die eigene Kreativität sind hierfür entscheidend (Pohl 2011). Die an vielen Stellen nötige Reduktion von Komplexität kann zu einem „Schwarz-Weiß-Denken“ und einer vereinfachenden Sichtweise führen. Gegebenheiten unvoreingenommen und unabhängig von anderen Menschen zu beurteilen. • Selbstvertrauen und innere Unabhängigkeit – Selbstvertrauen bedeutet. Unterscheidung guter und schlechter Ideen. Kritikfähigkeit und der Mut zur Veränderung. wenn unkonventionelle und innovative Lösungen gefunden werden. die Sie in Bezug auf die oben genannten Kreativitätsfähigkeiten aufweisen. die Fähigkeit. begünstigt wirklichkeitsnahe Problemwahrnehmungen und kreative Lösungen und ist eine gute Voraussetzung für eine umfassende und realistische Sicht auf die Umwelt. Auch die Fähigkeit.stile tive Menschen sollten ihr Wahrnehmungsvermögen trainieren. sich etwas zuzutrauen. • Umstrukturierung – ist die Fähigkeit. Diese Fähigkeit ist typisch für kreatives Denken. Voreingenommenheit und unsichere Situationen zu. Gefragt sind einmalige. es kokettiert mit „Gefahr“. Kreatives Handeln setzt eine Auseinandersetzung mit der Kreative Fähigkeiten. B. • Originalität – entsteht. geht Schwierigkeiten nicht aus dem Weg. eine verwickelte. Probleme zu erkennen. das mehrdimenges Verhalten birgt auch ein gewisses Risiko. • Komplexität – Die Bereitschaft. Das Bewusstsein für VerbessePrinzipien und Gewohnheiten zu orientieren und rungsmöglichkeiten wird geschärft. spontan zu genüber aufgeschlossen ist und auch Bestehendes in handeln und zu reagieren. ein Freundeskreis aus sehr unterschiedlichen Charakteren) und der Akzeptanz von mehrdeutigen Situationen (J. sondern versucht. da es für verschiedene Stufen des kreativen Pro. Selbstbewusstsein heißt.

.und Frustrationstoleranz.v.4 Der soziale Kontext: Entstehung und Bewertung der Kreativität Konflikt. a. B. dass Kreativität mit Normenbruch.4 Der soziale Kontext: Entstehung und Bewertung der Kreativität Die Bewertung von Kreativität durch eine soziale Gruppe erweist sich als Barriere. Auf Grund des komplexes Konzepts der Kreativität beseiner Unterstützung schränken sich die Messverfahren meist nur auf spezifische Teilaspekte.6. Eine Gruppe legt die Normwerte fest.a. Vitalität. Eine subjektive Sichtweise jeder einzelnen Person ist in der Bewertung nicht auszuschließen. bringt weniger Störungen und vermeintlich weniger Rückschläge in den Erfolgen der Gruppe. das Brainstorming. weil bekannte und gleichzeitig gültige und verlässliche Definition von Kreativität zur Bewertung herangezogen wird. der mit der Gruppe konform ist. vorher festgelegten Gütekriterien zu bewerten und zu messen. Kreativitätstechniken sollen den kreativen Prozess unterstützen. wie er aus seinen psychischen Krisen schöpferische Impulse gewann (Holm-Hadulla 2009). Besonders eingehend hat sich Goethe mit dem kreativen Prozess auseinandergesetzt. Das kann bei Spracharmut der Gruppenmitglieder ohne jegliche Begründung geschehen. psychische Stabilität. tum” die spezifische Fähigkeit zur flüssigen. in den Ingenieurwissenschaften z. flexiblen und 1996): originellen Ideenproduktion erfasst. Diese Phasen treten jedoch selten in Reinform auf und sind eher rekursiv als linear. also die Frage. der Einzelne kann mit diesen konform gehen oder nonkonform sein. De Bonos Six Thinking Hats u. 7 und nach verschiedenen. James Watt oder Sir Alexander Graham Bell. Ein nonkonformes Individuum wird bei dieser Konstellation unterdrückt oder ausgegrenzt. wenn eine Problemlösung von der Gruppe für nicht durchführbar gehalten und verworfen wird. da jedes Individuum nach eigenen Kriterien bewertet. Auch in vielen seiner Werke – vom „Werther“ bis zum „Faust“ – stellt er dar. Diese Reaktion entspringt dem Gruppengefühl und dem Bild. Geduld. Motivation und Interesse. also dem Verstoß gegen tradierte Normen einhergeht. Doktor Faustus: Kapitel XXV).3 In der Kunst erfordert der hier geltende Innovationszwang. Jeder. Das bedeutet. auch TRIZ oder die Kepner-Tregoe-Matrix. Diese Einteilung geht zurück auf das 4-Phasen-Modell von Graham Wallas aus dem Jahr 1926. • Vorbereitungsphase • Inkubations. In seinem Gedicht Selige Sehnsucht resümiert er: „Und solang du das nicht hast. In seinen biografischen Schriften finden sich zahlreiche Hinweise. das eine Gruppe von sich selbst hat. etwa wie Leonardo da Vinci. die zusätzlich das kreative Potential einer Person beeinflussen und begünstigen.“ Individuelle und soziale Bewertung der – Johann Wolfgang von Goethe Kreativleistungen einzelner Personen Hier spielt einerseits die Eigenbewertung eine Rolle: Wie bewertet der Einzelne seine Kreativität und sein daraus entstehendes Problemlösungsverhalten im Vergleich zu anderen Personen? Andererseits gilt es aber auch die Bewertung durch andere Menschen einzubeziehen. 6. Eine dichterische Pointe: Goethe und Thomas Mann haben in ihren Fassungen des Faust-Mythos den kreativen Anstoß dem Teufel zugeschrieben (Faust I: Prolog im Himmel. Dieses: Stirb und werde! Bist Du nur ein trüber Gast Auf der dunklen Erde. Eigensinnigkeit.[21] 6. dass durch die mangelnde Definition des Begriffs die Wertung eines einzelnen Individuums fast immer subjektiv ausfällt und erst eine Gruppe von Menschen mit ihren verschiedenen Maßstäben zur Messung von Kreativität und einer internen Absprache von Regeln Forschungen in der Sozialpsychologie von Schlenker und zur Definition dazu in der Lage ist. Dazu rechnet man u. beherrschbar machen und zielgerichtet optimieren. wie Kreativität aus ständiger Selbstüberwindung und -erneuerung erwächst. Aha-Erlebnis • Bewertung • Ausarbeitung. Kreativität neutral Weigold zufolge gehen Kreative in dem Maße nicht kon- .[22] In krassen Fällen werden Kreative als verrückt angesehen. wie der Einzelne von außen über seine Kreativität und die dadurch entstehenden Problemlösungsfähigkeiten bewertet wird. Im Berliner Intelligenzstrukturmodell Der kreative Prozess wird traditionell als Abfolge von wird beispielsweise mit der Komponente “Einfallsreichfünf Schritten oder Phasen definiert (Csikszentmihalyi. das auch heute noch vielen Phasen-Theorien zugrunde liegt. In der psychologischen Diagnostik gibt es unterschiedli6. kanalisieren. wenn es keine Normwerte zur Verfügung hat und keine allgemeingültige. Reifungsphase • Einsicht bzw. die jedoch nach ihrem Ableben gefeiert wurden. die Synektik.2 Der kreative Prozess und Techniken zu che Ansätze zur Erfassung der individuellen Kreativität.bzw.

6 Kreativität und psychische Störungen gen.und Bildungseinrichtun6. Joan Miró und sein chischer Labilität. wird in seiner Biografie als aufbrausend und von Selbstvorwürfen geplagt beschrieben. dass die Melanersten Fernglases durch die Entdeckung Galileo Gali. Erziehungs. Allerdings fährt der Text fort. Moderne Studien zeigen dementspreWerk sind ein Beispiel für die bildhauerische Kunst. sowie reger Austausch und niedrige Anregung und Herausforderung spielen bei der Entwick[24] lung einer kreativen Lebenseinstellung eine besondere Transaktionskosten.„Performing Artists“ wie Jazz. ein zusammenhängender Wahrnehmungsraum. Seit der Antike existiert der Mythos eines ZusammenWird eine Idee von verschiedenen Menschen nachein. wie auch in seinem nonkonformistischen Durchsetzungswillen. Pablo Picasso (Kubismus). verdeutlichen gleichzeitig. Eine Herausforderung kann zu existenziellen Veränderungen führen. kann to spricht von poetischer Verrücktheit und von Theoes geschehen. Rolle. kohol und Drogen. Der auch der Bewältigung [25] Störungen. GREMI-Gruppe („Groupe de Recherche Européen sur les Milieux Innovateurs“) geprägt. 6.dreimal so häufig wie in der Durchschnittsbevölkerung. Als Voraussetzung für die Realisierung gelten neben der räumlichen Nähe auch das Vorhandensein von gemeinsamen Wertvorstellungen und Vertrauen. Picassos kubistische Werke wie Der Mann an der den. dass die meisten außergewöhnlich Kreativen nicht und Friedensreich Hundertwasser mit seinen architekto. Die Gesamtheit der Beziehungen in einem kreativen 7 Siehe auch • Entwerfen • Ideenfindung • Innovation • Intuition • Kreative Klasse • Kreativer Prozess • Kreatives Schreiben • Kreativitätstechniken • Laterales Denken • Phasen des kreativen Prozesses • Problemlösen .cholie bei manchen so stark werde. dass sie krank würleis. gemeinsame organisatorischer Formen und Methoden.phrast. der Erfinder der Relativitätstheorie. Bei „poetic writers“ sind Vielfach wird Kreativität erst als solche bezeichnet und klinische Aufenthalte wegen Depressionen und Suizide bewertet. deren Gepflogenheiten und das Lebensumfeld bringen immer wieder neue Formen der Verarbeitung und Rekombination der in ihr vorhandenen Materialien und Ideen hervor.5 Kreatives Milieu Der Begriff des kreativen Milieus wurde durch die sog. in dem das Problem nach ihren Kriterien nicht anders zu bewältigen ist. sondern eher als Zustand psydie Vorstellungskraft des Einzelnen. definition bekannter und akzeptierter Gesetzmäßigkei. Zugehörigkeitsgefühl. So zum Beispiel das erste Fluggerät nach liefert.8 7 SIEHE AUCH form.hangs von Kreativität mit psychischen Störungen. Die unterschiedlichen Kulturen der Menschheit. Unbewiesenen oder Spekulativen. die Unsicherheit reduzieren. nach Roberto Camagni (1991) zu einem kreativen kollektiven Lernprozess führen. verbunden mit der dazugehörigen Unsicherheit des Unbekannten.[23] sowie Jazz. Plaander gedanklich einer Überprüfung unterzogen.völkerung. Häufig dienen kreative Aktivitäten und Transformation psychischer Albert Einstein (relative Sicht von Zeit und Raum).und Popmusiker neigen ten oder Bereiche. eingebunden in das soziokulturelle Umfeld (Embeddedness). wenn sie einhergeht mit einer völligen Neu. dass alle außergewöhnlichen Männer Melancholiden Zeichnungen von da Vinci oder die Entwicklung des ker seien. Die Gründe hierfür dürften in dem anfänglichen Unverständnis der Fachkollegen für die Kreativität Einsteins und deren Resultate gelegen haben. dass diese erst spät für durchführbar er. einem Schüler des Aristoteles. ist der Satz überklärt wird. Albert Einstein. warum Kreativität im sozialen Kontext immer wieder einen schweren Stand hatte und bis heute in vielen Gesellschaftsbereichen um Anerkennung ringen muss. in denen auf Ermutigung Wert gelegt wird. In diesem Sinne ist Melancholie also nicht primär Gitarre von 1918 und seine Collagen entstanden durch als krankhaft anzusehen. chend.und Popmusiker. Milieu soll.psychisch beeinträchtigter sind als die Durchschnittsbenischen Höchstleistungen sollte auf diesem Gebiet er. fördern die Kreativität (Frederick Mayer). Allerdings gibt es zwei Ausnahmen: Dichter wähnt werden. so dass sich die Herkunft der kreativen Lösungen nicht immer nachweisen lässt. berühmte Beispiele dafür sind Arnold wesentlicher häufiger zu schädlichem Gebrauch von AlSchönberg (Zwölftonmusik). Bruch mit alten Vorstellungen und Normen und die Schaffung eines neuen Paradigmas. Seit 1984 forscht eine Gruppe französischer Soziologen und Regionalwissenschaftler nach den Ursachen für die Unterschiede in der Innovationsfähigkeit und -tätigkeit verschiedener Regionen.

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