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Id ealism u s

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Idealismus (abgeleitet von griechisch ἰδέα „Idee“, „U rbild“) bezeichnet in der Philosophie

unterschiedliche Strömungen, die sehr grob zusammengefasst die Ü berzeugung gemein haben, dass das

eigentlich Wirkliche geistig-ideeller N atur ist.

D er A usdruck „Idealismus“ w ird allerdings für

unterschiedliche E inzelpositionen verw endet. Im engeren Sinn w ird oft als V ertreter eines Idealismus bezeichnet, w er annimmt, dass die physikalische Welt nur als O bjekt für das B ew usstsein oder im

B ew usstsein existiert oder in sich selbst geistig beschaffen ist. [1 ] D er A usdruck „Materialismus“ bezeichnet dazu insofern eine G egenthese, als damit die Position beschrieben w ird, dass alle Wirklichkeit materiell (und daher nicht geistig oder abkünftig von G eistigem, z.B . in platonischer T radition im Sinne einer E manation) ist.

Im alltäglichen Sprachgebrauch kann „Idealismus“ eine altruistische H altung beschreiben bzw . eine O rientierung an Wertvorstellungen, gerade auch dann, w enn die R ealität diesen nicht entspricht.

Inhal tsve r z e i c hni s

  • E rkenntnisthetorie und Metaphysik

1

1.1 K ritik

1.1

K ritik

  • Ä sthetischer Idealismus

2

  • E inzelnachw eise

3

  • iteratur

L

4

 
  • Weblinks

5

Er ke nntni sthe tor i e und M e taphysi k

Z u w ichtigen Strömungen, die als „Idealismus“ bezeichnet w erden, gehören folgende Positionen:

  • T heorien, die gelegentlich als objektiver Idealism us bezeichnet w erden und die alle Wirklichkeit auf Ideen zurückführen, die an sich selbst existieren und an w elchen alles übrige partizipiert, w ie dies in der Ideenlehre Platons und in dessen R ezeption entw ickelt w ird.

H istorisch w ird diese Position zuerst bei Platon festgemacht. In seinem D ialog P oliteia entw ickelt er, u.a. mit dem H öhlengleichnis und an die Mathematik anknüpfend, eine Ideenlehre, in der er sich Ideen als U r-Modelle bzw . Pläne von D ingen und H andlungen vorstellt. Wer diese Ideen verw irklicht, der könne auch das G emeinw esen regieren. B ezüglich insbesondere mittelalterlicher D ebatten um das sog. U niversalienproblem w ird die A nnahme einer selbständigen R ealität (also nicht nur als V orkommen in unserem G eist, in unserer Sprache oder als E igenschaften an O bjekten) von Ideen auch als „R ealismus“ (bezüglich unabhängig existenter Ideen oder U niversalien) bezeichnet.

H auptartikel: Ideenlehre, P latonism us und O bjektiver Idealism us

  • E ine monistische V ariante entw ickelte B aruch de Spinoza.

H auptartikel: Spinozism us

  • D ie rationalistische O ntologie (siehe Monadologie) von G ottfried Wilhelm L eibniz kann ebenfalls als objektiv-idealistische Position verstanden w erden.

L eibniz vertritt einen geistigen Monismus, der u.a. einem mechanistischen N aturmodell entgegensteht, w ie es in der R ezeption N ew tons teils populär gew orden w ar. Seine geistigen Monaden stehen in keinem w irklichen Wechselw irkungsverhältnis, sondern sie sind in einer prästabilierten H armonie aufeinander abgestimmt.

H auptartikel: Monadologie

  • D er theistische Idealismus, w ie ihn G eorge B erkeley vertreten hat,

w ird auch als empirischer oder als Subjektiver Idealismus bezeichnet. Ihm zufolge beruht die R ealität auf unserer E inbildungskraft bzw . auf der G ottes.

H auptartikel:

Subjektiver Idealism us

  • kritische Idealism us oder

D er

transzendentale Idealism us w urde von Immanuel K ant entw ickelt.

N ach K ant hat das E rkennen nie direkt mit O bjekten, w ie sie an sich selbst sind, zu tun, sondern mit deren E rscheinungen im B ew usstsein. K ant setzt indes voraus, dass U rsache dieser E rscheinungen „D inge an sich“ sind, obgleich w ir von diesen nie unmittelbares Wissen haben können. A ls ein G egenbegriff kann die B ezeichnung (erkenntnistheoretischer) „R ealismus“ (bezüglich extra-mentaler O bjekte) gebraucht w erden, sofern damit gemeint ist, dass sich unsere B egriffe und Ü berzeugungen auf O bjekte außerhalb des G eistes richten, deren E xistenz und B eschaffenheit von unserem B ew usstsein und unserer E rfahrung unabhängig ist. K ant geht andererseits davon aus, dass im B ew usstsein schon vor aller E inzelerfahrung („a priori“) B edingungen für E rkennen mitgegeben sind, darunter etw a raumzeitliche Strukturen, die er „Formen der sinnlichen A nschauung“ nennt oder sog. K ategorien w ie die R elationierung von U rsachen zu Wirkungen. Solche transzendentalen E rkenntnisformen ordnen unser E rkennen; ohne sie ist Wissen daher nicht möglich.

H auptartikel:

Transzendentalphilosophie

  • absolute Idealism us, w ie ihn die V ertreter des D eutschen Idealismus vertreten haben, der die

D er

G anzheit des Seienden als w esentlich geistig bestimmt sieht.

Wohl schon im T übinger

Stift entstand D as älteste System program m des deutschen

Idealism us von Friedrich H ölderlin, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling und G eorg Wilhelm Friedrich H egel. Im absoluten Idealismus w urde in der deutschen Philosophie des 19. Jahrhunderts versucht, die Subjekt-O bjekt-Spaltung des K ritischen Idealismus zu überw inden. D ieser w urde von Schelling als O bjektiver Idealismus dem A nsatz eines „subjektiven Idealismus“ gegenübergestellt. D abei w erden etw a B erkeley und K ant gleichermaßen als „Subjektivisten“ verstanden. H egels System versucht, in seiner D ialektik diesen D ualismus zw ischen an und für sich und ‚für uns‘ aufzuheben. D ie geistige Welt der Ideen und die materielle objektive Welt der Fakten und G egenstände w erden zu einer E inheit durch den geschichtlichen B egriff der V ernunft. D er Idealismus hebt dadurch sich selbst in die R ealität auf.

H auptartikel: H egelianism us und D eutscher Idealism us

D er B ritische Idealismus w ar eine dominante philosophische L ehre im V ereinigten K

D er B ritische Idealismus w ar eine dominante philosophische L ehre im V ereinigten K önigreich in viktorianischer Z eit, die z.T . Positionen des D eutschen Idealismus übernahm und fortführte und auch für T eile der sog. analytischen Philosophie einflussreich w urde.

H auptartikel: B ritischer Idealism us

K ritik

H auptartikel: Metaphysikkritik

In seiner K ritik an der materialistischen A uffassung von L udw ig Feuerbach w ird bei K arl Marx die H egelsche D ialektik als Methode aufgenommen. Marx lehnt den Materialismus w ie den Idealismus gleichermaßen ab mit der B egründung: „D ie F rage, ob dem m enschlichen D enken gegenständliche Wahrheit zukom m e - ist keine F rage der Theorie, sondern eine praktische F rage. In der P raxis m uß der Mensch die Wahrheit, i.e. die Wirklichkeit und Macht, D iesseitigkeit seines D enkens bew eisen. D er Streit über die Wirklichkeit oder N ichtw irklichkeit des D enkens - das von der P raxis isoliert ist - ist eine rein scholastische F rage.“ Schrift von 1845 T hesen über Feuerbach. Idealismus und Materialismus als G egensätze finden hier ihre A ufhebung (H egels B egriff für: Synthese), in einem „durchgeführte(n)

N aturalismus

oder H umanismus.“ [2 ] Insofern hieß es später: „H egel w ird vom K opf auf die Füße

gestellt“. D er orthodoxen marxistisch-leninistischen T heorie w aren diese frühen - philosophisch- erkenntnistheoretischen - Schriften nicht bekannt, da sie erst 1932 w ieder entdeckt w urden. D ie Schw äche des späteren dialektischen Materialismus ist die erkenntnistheoretische A bbild-T heorie, w onach das Sein das B ew usstsein bestimmt. D anach sind die ökonomischen B edingungen G rundlage für die (gesellschaftliche) Wirklichkeit und nicht der G eist oder die Ideen. D ie Frage H egels nach dem Subjekt von G eschichte (gesellschaftliche R ealität) konnte von dieser T heorie nicht befriedigend beantw ortet w erden.

Max Stirner kritisiert w iederum an Feuerbach, dass er „nur den Materialismus seiner ‚neuen Philosophie‘ mit dem bisherigen E igentum des Idealismus, der ‚absoluten Philosophie‘, zu bekleiden“ w usste.

Während bestimmte existentialistische und phänomenologische Positionen im Schulzusammenhang das E rbe des Idealismus angetreten haben, spielt das Problem des ontologischen Status von Ideen nur mehr eine geringe R olle. D ie gegenw ärtige R ealismusdebatte ist eher an den G ültigkeitsbedingungen von B egriffen und Sätzen für die E rfahrungsw elt orientiert, als an der Frage, w as diese an sich seien. K lassische erkenntnistheoretische Probleme des Idealismus w erden heutzutage ebenfalls unter dem Schlagw orten E xternalismus und Internalismus behandelt.

Ästhe ti sc he r Ide al i smus

In den Werken Friedrich Schillers und Johann Joachim Winckelmanns w ird das Streben nach der idealen F orm propagiert.

In seiner klassischen Periode setzte Schiller das Programm der ästhetischen E rziehung des Menschen durch den A usgleich von V erstand und G efühl um. In seiner A bhandlung „Ü ber die ästhetische E rziehung des Menschen“ sieht er im ästhetischen Menschen und im vernünftigen Staat ein G egenprogramm zur Französischen R evolution w ie auch zur zeitgenössischen Politik, in der er nur rohe K räfte am Werk sah. E benso prägte Winckelmann durch seine Schriften über die N achahm ung der G riechischen Werke ein Streben nach idealen Formen. D as Z iel dieses Strebens ist die ästhetische B ildung der Menschen. „E del sei der Mensch, hilfreich und gut!“ sagt G oethe in der H ymne D as G öttliche.

H auptartikel: Weim arer K lassik und K lassizism us

Ei nz e l nac hwe i se

  • 1. V gl. T imothy Sprigge: A rtikel Idealism , in: R outledge E ncyclopedia of Philosophy.

  • 2. Marx, N ationalökonomie und Philosophie, in: D ie F rühschriften, Stuttgart 1971, S.273

Li

te r atur

  • V ittorio H ösle: P hilosophiegeschichte und objektiver Idealism us, München 1996.

  • O sw ald

Schw emmer: Idealism us, in: Jürgen Mittelstraß (H rsg.): E nzyklopädie P hilosophie und

Wissenschaftstheorie. B d. 2, B ibliographisches Institut, Mannheim u.a. 1984

  • O tto Willmann: G eschichte des Idealism us, B and I (1973), B and II (1975) und B and III (1979), A alen. ISB N 3-511-03709-3.

We bl i nks

→ H auptartikel: Weim arer K lassik und K lassizism us Ei nz e l nac

Wiktionary: Idealismus – B edeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ü bersetzungen

  • E intrag im Wörterbuch der Philosophischen B egriffe von R udolf E isler (http://w w w .textlog.de/3992.html) (1904)

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K ategorien: Metaphysik

E rkenntnistheorie

Philosophische Strömung

  • D iese Seite w urde zuletzt am 5. September 2012 um 16:21 U hr geändert.

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