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schulstreik-berlin.

de KLASSEN_KAMPF #2 1

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SCHULSTREIK!
AM 17.JUNI ALLE AUF DIE STRASSE
SchülerInnen und Studierende gemeinsam gegen Bildungsblockaden

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ie Schule ist für die meis- noch extremeren Leistungsdruck. von vielen Beispielen! Denn auch an den Unis wird die Menschen und ihre Bedürf-
ten Jugendlichen kein Ort, Das mehrgliedrige Schulsystem Die überarbeiteten Lehrerin- das Lernen immer unerträglicher. nisse im Mittelpunkt, sondern die
den sie gerne Besuchen. sortiert Schülerinnen und Schü- nen und Lehrer haben kaum noch Die Hochschulen werden durch Reichtumsvermehrung der Wirt-
Das hat verschiedene Ursachen. ler, die in den ersten Jahren mit Zeit, auch pädagogische Arbeit zu den Bologna-Prozess immer mehr schaft. Und weil die sich gerade in
Einige haben ein Problem damit, dem Schulstoff Probleme haben leisten und ein persönliches Ver- nach wirtschaftlichen Gesichts- der Krise befindet und dafür viel
zu unmenschlichen Zeiten aus nach der 6. Klasse aus. Besonders hältnis zu den Schülerinnen und punkten geordnet. Dadurch wird Geld vom Staat benötigt, um nicht
dem Bett gejagt und vom Staat leiden sozial Schwache und Men- Schülern aufzubauen. Stattdes- das Studieren noch stressiger, unterzugehen, wird in Zukunft
zum Schulbesuch gezwungen zu schen mit Migrationshintergrund sen soll ihnen in möglichst kurzer weil ähnlich wie in den Schulen noch mehr Geld im Bildungsbe-
werden. Andere kritisieren, dass unter dieser Diskriminierung. Zeit möglichst viel Wissen einge- bekloppte Benotungssysteme ge- reich eingespart. Jede Wette!
wir in der Schule nicht für uns, Sie werden auf Hauptschulen mit trichtert werden. Die inhaltlichen schaffen werden. Studierendever- Es sei den wir hören auf, dem
sondern für unsere späteren Ar- Perspektivlosigkeit konfrontiert Schwerpunkte setzt dabei immer bände sprechen in dem Zusamm- Treiben fassungslos und ohnmäch-
beitergeber lernen oder kotzen auf und als „Versager“ stigmatisiert. mehr die Wirtschaft. Interessens- hang von einer „Verschulung der tig zuzuschauen und beginnen mal
die vielen Hausaufgaben ab. Dazu Die Bildung wird immer stärker orientiertes Lernen: Fehlanzeige. Universiät“. Das heisst, dass selbs- ein bisschen aufzumucken und
kommt der gnadenlose Konkur- den Bedürfnissen der Wirtschaft Wie wir sehen gibt es an der ständiges und selbstbestimmtes Remmidemmi zu machen. Denn
renzkampf unter den SchülerIn- angeglichen. Schule und ihrem Zustand so ei- Studieren immer mehr in den Hin- um auf unsere Probleme aufmerk-
nen, der vielen zu schaffen macht. Gleichzeitig werden die Kosten niges aususetzen. Damit wir uns tergrund rückt und Frontalvorträ- sam zu machen müssen wir selbst
Obendrei gehen einem noch au- für Bildung durch Büchergelder nicht jeden Tag über die unwürdi- ge und stumpfes Auswendiglernen Druck auf der Straße ausüben.
toritäre Lehrer mit ihrem uner- und andere Bildungsgebühren gen Zustände im Klassenraum auf- mehr Raum einnimmt. Durch Versammlungen, Demons-
träglich öden Frontalunterricht immer stärker auf die Schüler_in- regen müssen, ohne daran etwas Hinter den meisten dieser Pro- trationen und Aktionen des zivilen
auf die Nerven. Die Klassen sind nen und deren Eltern umgelegt. zu ändern, wollen wir im Juni un- bleme mit denen sich die Schü- Ungehorsams.
zu groß, die Schulgebäude herun- Die Jugendarbeit der Bezirke sere Wut über dieses beschissene lerInnen und Studierende her- Beteiligt euch am Bildungs-
tergekommen. Immer mehr zent- wird nach und nach weg gekürzt, Schul- und Bildungssystem auf die umschlagen müssen steckt der streik vom 15. bis zum 19.
rale Prüfungen wie der MSA und wie man an Jugendeinrichtungen Strasse tragen. Unterstützt wer- Sachzwang der kapitalistischen Juni!
die Verkürzung der Abiturzeit auf bzw. deren Fehlen sehen kann – den die Schülerinnen und Schüler Verwertungslogik. Den in unserem Auf zur Schulstreik-De-
12 statt 13 Jahre führen zu einem der Bezirk Pankow ist da nur eines dabei von den Studierenden. Gesellschaftsystem stehen nicht monstration am 17. Juni!

BUNDESWEITE AKTIONSWOCHE ZUM BILDUNGSSTREIK: 15. - 19. Juni 2009


Zentrale Schul- und Bildungsstreik-Demo: 17. Juni 2009
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KLASSEN_KAMPF #2 schulstreik-berlin.de

Uni Leipzig besetzt


Wir sind mehr als nur Zahlen!
Lernen können wir auch ohne Noten und Prüfungen!

E
ine unerwartete schlech- eine Klausur rein oder schreibt nichts neues. In diesem Kontext meinsam mit einem Thema be-
te Note kann einem ganz eine Hausaufgabe ab. Echtes In- gibt es übrigens auch viele Lehre- schäftigt haben. So könnte im
schön den Tag versauen. teresse können Zensuren nicht rinnen und Lehrer, die wenig Lust Laufe einer Schullaufbahn dann
Nach einer Klassenarbeit nach ersetzen. Wenn uns etwas absolut haben, ihre Schüler und Schüle- ein Heft mit den besuchten Kur-
Hause zu gehen und auf seine nichts gibt, helfen uns auch die rinnen zu bewerten. Denn sie fin- sen und bearbeiteten Projekten
Note zu warten, ist ähnlich dumm. Noten nicht dabei, es zu lernen. den, dass sie als Menschen keine entstehen, anstatt einer lahmen
Und gerade diejenigen, die gute Sie treiben uns nur dazu, so zu anderen Menschen bewerten und Zeugnismappe voller Zahlen.
Seit dem 15. April sind Teile Noten bekommen, freuen sich tun, als hätten wir etwas gelernt. auf Zahlen reduzieren sollten. Soll In unserer Vision bringt Schu-
der Universität Leipzig besetzt. nicht wirklich über sie. Wieso quä- Überhaupt haben Noten sehr die Wirtschaft eben anders den le (genau so auch Hochschule)
Etwa 50 Aktivisten besetzten len wir uns dann Tag für Tag mit häufig eine Komponente von „so Wert ihrer Arbeitskräfte ermitteln Menschen allen Alters zusammen:
das Geisteswissenschaftliche Zensuren rum? tun, als ob“: Zum Beispiel schrei- lassen! Menschen die lehren wollen, mit
Zentrum der Universität. Sie Die wenigsten Schüler und Schü- ben wir Leserbriefe als Hausauf- Nur wie könnte es ohne Zensu- Menschen, die lernen wollen. Und
protestieren damit gegen die lerinnen können sich einen Schul- gabe so, als ob wir wirklich auf ei- ren laufen? Zumindest die Rück- zwar nicht, damit die einen die an-
untragbaren Studienbedingun- alltag ohne Prüfungen und Noten nen Artikel reagieren wollten. Wir meldung zwischen Lehrenden und deren bewerten und kategorisie-
gen die als Folge des „Bologna- vorstellen. Viele denken, sie brau- schreiben Klausurtexte so, als ob Lernenden kann problemlos auch ren, sondern damit alle Beteiligten
Prozesses“ und der massiven chen die Zensuren als Rückmel- ihn irgendjemand außer der Leh- ohne sie erfolgen. Und Anerken- dabei neues Wissen gewinnen.
Unterfinanzierung der Bil- dung über ihren Lernfortschritt - rerin lesen würde. Und wir sollen nung von Mitschülern und Lehrern Wir wollen, dass Schule getrie-
dungseinrichtungen überall zu irgendwie muss man doch belohnt Bilder malen, als ob wir etwas ist sogar ehrlicher und wertvoller, ben wird von der Begeisterung der
spüren sind. oder bestraft werden. Manche mei- bestimmtes ausdrücken wollten. wenn sie nicht auf Zahlen herun- Lehrenden und dem Interesse der
Bereits am zweiten Tag der nen, unter Notendruck lerne sich Gelegentlich kommt es vor, dass tergebrochen wird. Auch ohne Lernenden. Noten stehen dieser
Besetzung zogen die Aktivis- sowieso viel besser! Außerdem: wir in der Schule etwas machen Zeugnisse hält man danach etwas besseren Schule im Wege. Doch
ten in 5 Räume des Neuen Wie sollen denn die Arbeitgeber müssen, was uns wirklich inter- in Händen – möglicherweise sogar bis wir Zensuren los sind, lasst
Seminar-Gebäudes um – denn sonst später herausfinden, wer zu essiert. Aber gerade dann würden mehr: Arbeiten und Projekte, Er- euch das Leben nicht von ihnen
eines war klar: Die Diskussion was taugt - so ganz ohne Schulno- wir uns auch ohne Noten freiwillig fahrungen und Wissen. Es spricht versauen: Sie sind nur Ziffern auf
um Bildungsblockaden und die ten? Müssen wir nicht in objektive und gerne damit beschäftigen. Im auch nichts dagegen, dass sich Papier. Sie haben für euer Leben
Frage, wie sie eingerissen wer- Leistungsklassen eingeteilt wer- Gegenteil kann einem Prüfungs- Menschen innerhalb einer Schule nur so viel Bedeutung, wie ihr ih-
den können, braucht Zeit und den? Und war es nicht schon im- druck die eigentlich vorhandene bescheinigen, wenn sie sich ge- nen beimesst. Lernt, was ihr wirk-
Raum. Seit mehreren Wochen mer so, dass Schule und Noten un- Freude an einem Thema rauben. lich lernen wollt!
wohnt, kocht und diskutiert die trennbar miteinander verbunden Gerade schlechte Noten wirken Thomas Wilt
sehr gemischte Gruppe in den waren? Das ganze Leben ist doch häufig eher demotivierend, als
besetzten Räumen gemeinsam. ein beständiger Wettkampf um dass sie uns zum besseren Lernen
„Den ganzen Tag lang gibt es Geld, Anerkennung und Punkte! antreiben.
hier Infostände und offene Wollen die Lehrenden und Schul- Viele Schülerinnen und
Workshops für alle, in denen politiker nicht unser Bestes, wenn Schüler kommen einfach
wir mit allen interessierten sie uns mit Noten auf dieses harte nicht mit Prüfungen klar,
über die Probleme im Bildungs- Leben vorbereiten? selbst wenn sie auf einem

Foto: schulaction.org
bereich und gesellschaftliche Doch so nobel die Absichten der Gebiet sicher sind. Ande-
Gründe dafür diskutieren“, so Zensurenverfechter sein mögen, re hingegen können sich
eine Besetzerin. Unter den an- Noten sind Zwang. Sie sind Selbst- kaum dazu motivieren, im
deren Studierenden und auch betrug und Offenbarungseid: Unterricht dem Lehrer in
bei einigen Professoren gebe es „Das, womit wir euch quälen, ist den Arsch zu kriechen,
viel Zustimmung für die Aktion. zu uninteressant und unwichtig, nur weil er sie mit
Auch vom Rektorat der Univer- als dass es euch um seiner selbst Noten unter Druck
sität würde mit Verständnis re- Willen interessierten könnte. Wir setzen kann. Sol-
agiert. „Als nächstes steht bei müssen euch mit Noten zu eurem che persönlichen
uns eine stärkere Vernetzung Glück zwingen.“ Aber man kann Konflikte schla-
mit dem Bildungsstreik an. nicht zu seinem Glück gezwungen gen sich dann auch
Und vielleicht können wir es werden. Bildung muss freiwillig schnell in den Zensu-
auch in Deutschland irgend- angenommen werden. Unter No- ren nieder: Dass Leh-
wann schaffen, dass alle Uni- tendruck paukt man sich vielleicht rende nur Menschen sind
versitäten und Schulen mehre- einmal etwas für einen Test oder und ihre Lieblinge haben, ist
re Wochen dicht bleiben.“

„Politik? Geh ma wech!“


Mehr zu Bologna auf Seite 4

1. Mai in XBerg Eines ist Politik bei Jugendlichen auf jeden Fall: Unpopulär. Aber warum eigentlich?
Am 1. Mai kam es in Berlin-

I
Kreuzberg zu den stärksten n der Schule sind ziemlich ein Fernglas. Kein Wunder, dass Dass Kiffen immer noch illegal an dem sich die Realität vom
Zusammenstößen mit der Poli- viele verschiedene Menschen viele Jugendliche nur einmal in ist: Schuld der Politik! Dass das Jump-and-Run unterscheidet: Im
zei seit 5 Jahren. Bis zu 15.000 zusammen gesperrt. Klar das 4Jahren mit Politik in Berührung bemalen von langweiligen grauen Game zockt einer, im Reallife alle
Menschen beteiligt sich an der dort auch geredet wird, ein Teil kommen, nämlich dann, wenn in Wänden eine Sachbeschädigung gleichzeitig. Und so sind im Real-
„revolutionären 1.Mai-Demo“ nennt sich Unterricht aber der der ganzen Stadt plötzlich wieder sein soll: Schuld der Politik! Dass life auch viele Dinge mit einander
unter dem Motto „Kapitalis- größere und meist interessantere hunderte Wahlplakate stehen, die du fürs „raubkopieren“ in den verknüpft. Wenn ein Spieler ge-
mus ist Krieg und Krise - für die Teil der Gespräche dreht sich um sich super als Graffitiwände nut- Knast wandern kannst: Schuld winnt, verliert ein anderer. Wenn
soziale Revolution“, um ein Ge- Fußball, Shopping, die Action vom zen lassen. der Politik! Und selbst dass Schule sich jetzt Gruppen, z.B. Unterneh-
sellschaftssystem zu fordern, in letzten oder die Party-Tour vom Nur schade, dass alle Dosen der meist stinklangweilig ist: Schuld men oder Parteien bilden, die ihre
dem der Mensch und nicht der nächsten Wochenende. Doch es Welt nicht reichen, um die Reali- der Politik! Aktionen abquatschen, so haben
Profit im Mittelpunkt steht. gibt ein Killer-Thema, das selbst tät, die uns schon am nächsten Ki- Wie du siehst, ist das ganze Le- die einzelnen Gruppenmitglieder
An der Spitze der Demo lief der entspanntesten Atmosphäre osk einholt, erträglich zu machen. ben durch Politik bestimmt, alles. bessere Chancen zu gewinnen,
der „Jugendblock“, zu dem eines jähes Ende setzt: Politik. „Deutsche Schüler immer noch zu Denn wie mensch auch bei Wiki- das Risiko für den Einzelnen, also
auch die SchülerInnen-Ini- Wer auf dem Schulhof das The- dumm!“ titelt die eine und „Un- pedia nachlesen kann, bezeichnet dich und mich, sinkt und vielleicht
tiative „Bildungsblockaden ma, stößt zumeist auf taube Oh- sere Jugend säuft zu viel!“ eine der Politik „hauptsächlich [...] die können wir zusammen ein neues
einreißen!“ aufgerufen hatte ren oder muss sich Kommentare andere Zeitung. Alle heulen rum, Gestaltung der Ordnung in der Level erreichen. Um also etwas zu
und an dem sich über 4.000 wie „Hör ma uff mit Politik“, „Geh weil früher alles besser war, for- Welt“. Und auch wenn das jetzt verändern, ist es notwendig sich
Jugendliche beteiligten. Darü- wech“ oder „Politik sind doch eh dern von uns mehr Leistung und erstmal wahnsinnig groß und ab- zu organisieren. Um zum Beispiel
ber hinaus sprach ein Aktivist allet Spinna“ gefallen lassen. Aber weniger Chilln, mehr Disziplin strakt klingt, so ist es doch ganz das Schulsystem zu verbessern,
von „Bildungsblockaden ein- woran liegt das? und weniger Drogen, mehr Ord- einfach zu erklären. müssen sich Schüler, Lehrer und
reißen!“ auf der Auftaktkund- Auf jeden Fall liegt das zum ei- nung und weniger Raubkopien. Stellen wir uns einfach mal vor, Eltern zusammenschließen und
gebung und rief dazu auf, sich nen daran, dass Schüler gar kei- Dass wir ganz andere Interessen Politik wäre ein einfaches Jump- ihrem Ärger gemeinsam Luft ma-
am Bildungsstreik im Juni zu nen Bock auf Politik haben, weil und Bedürfnisse haben als Büffeln and-Run Spiel mit 10 Leveln. Die chen. Also bildet euch, bildet an-
beteiligen. Später wurde die sich ja eh kaum was ändert und und Gehorchen, ist für die meisten meisten von uns sind eher Noobs dere, bildet Banden. Sprüht (mit
Demo von der Polizei brutal an- zum anderen daran, dass Politik Politiker entweder unvorstellbar und befinden sich in den ersten Sprühkreide) den Schulstreikter-
gegriffen. 280 Festnahmen und fast immer von alten Männern oder geht ihnen total am Arsch Leveln und die Pros, also die Mer- min an eure Schule, malt Transpa-
336 Verletzte waren das Ergeb- und Frauen gemacht wird, deren vorbei. Aber ist ja auch nicht so kels und Obamas dieser Welt, ha- rente, macht Straßentheater oder
nis. Die Auseinandersetzungen Auftreten höchstens so aufregend wichtig, was wir wollen, einfach ben sich schon in die Level 9 und sonst was, seid kreativ, laut und
dauerten noch bis in die frühen ist wie das 5-stündige Anglot- schnell ein neues Gesetz gemacht 10 durchgezockt. viele.
Morgenstunden. zen eines Schweizer Käses durch und alle müssen sich dran halten. Jetzt gibt es aber einen Punkt, Marietta Smoska
schulstreik-berlin.de KLASSEN_KAMPF #2 3
Naziangriff in NRW
Der Schulstreik in Österreich Eine böse Osterüberraschung
mussten zehn Schüler, darun-
60 000 SchülerInnen protestierten gegen Kürzungen ter acht Aktivisten der Landes-
SchülerVertretung, in Essen

D
er dritte Schulstreik am 24. am Ostersamstag erleben. Am
April war ein voller Erfolg! Bahnhof wurden sie plötzlich
60.000 SchülerInnen de- von einer größeren Gruppe be-
monstrierten in ganz Österreich, waffneter Nazis bedrängt.
30.000 DemonstrantInnen in Die Nazis verletzten mit Tele-
Wien, 12.000 in Linz und weitere skopschlagstöcken und Pfeffer-
Tausende in anderen Städten! spray drei Schüler. Am 8. Mai
Aber worum ging es eigentlich? will die rassistische Initiative
Die Verhandlungen zwischen der proKöln ihren sogenannten
Lehrergewerkschaft GÖD und der Anti-Islamisierungskongress
SPD-ÖVP-Regierung um Einspa- wiederholen. Schon jetzt ver-
rungen im Bildungsbereich, kurz suchen Neofaschisten an Schu-
nach den ersten zwei Streiks, en- len für das menschenverach-
deten mit einem „Kompromiss“ – tende Weltbild dieser Gruppe
auf Kosten der LehrerInnen, aber zu werben. „Solche Übergriffe
auch der SchülerInnen. sind die traurigen Folgen einer
Die Regierung will weiterhin Ideologie, die alle Menschen,
rund 200 Millionen Euro ein- die irgendwie anders sind,
sparen. Sie plant dazu aber nicht schon einmal für minderwertig
mehr, wie ursprünglich vorgese- und lebensunwert erklärt hat
hen, eine unbezahlte Verlängerung ganz egal ob sie nun auslän-
der Arbeitszeit der Lehrkräfte um disch, muslimisch oder links-
zwei Stunden pro Woche. alternativ aussehen“, erklärt
Statt dessen soll es Einsparun- Lara Turek von der LSV NRW,
gen auf anderen Ebenen geben, die selbstbetroffen war.
um das Gehalt der Lehrer zu drü- Von Seiten der Polizei wird
cken, zum Beispiel indem Zulagen der Vorfall runtergespielt. „Die
gestrichen werden. Auch die Strei- drei verletzten konnten noch
chung der fünf schulautonomen eigenständig den Notruf an-
Tage pro Jahr, an denen die Schü- rufen und später nach Hause
ler in Österreich von den Schulen tage - einmal am 2. April in Wien auf, die die Bundesschülervertre- von den Schülern zuletzt gefor- gehen – schwerverletzt können
frei bekommen und LehrerInnen mit rund 3.000, dann am 20. April tung dominiert und kein Interesse dert, einen Alternativvorschlag die nicht gewesen sein“, posi-
Fortbildungen besuchen sollen, mit bundesweit 10.000 SchülerIn- an politischen Protesten hat, son- auszuarbeiten. Während vor al- tioniert sich ein Sprecher der
war geplant – also praktisch eine nen. dern die Proteste nur als Jubelver- lem die regierungsnahen Grup- Polizei Essen eindeutig. Einen
Verlängerung der Schul- und Ar- Bezeichnend ist hierbei vor al- anstaltungen für sich nutzen will. pen AKS und Schülerunion sich rechten Hintergrund der Täter
beitszeit für LehrerInnen und lem die Solidarität, mit der Schü- Aber auch die sozialdemokrati- an einem „kleinen Schulgipfel“ könne man noch nicht sehen,
SchülerInnen. lerInnen und LehrerInnen Seite sche Sozialistische Jugend und die beteiligen und den Kampf gegen aber es würde natürlich auch in
Gegen diesen faulen Kompro- an Seite gegen soziale Kürzungen SPÖ-nahe AKS (Aktion Kritischer Lern- und Leistungsterror so auf- diese Richtung ermittelt.
miss, der noch dazu eine direkte kämpfen. Diese Solidarität, müs- Schüler), die aus Angst vor einem gegeben haben, ruft die „Liga der Die LSV NRW nimmt die At-
Verschlechterung auf dem Rücken sen auch wir aufgreifen. Vereini- Konflikt mit der eigenen Partei Sozialistischen Revolution“ und tacle unterdessen zum Anlass,
der SchülerInnen durch Strei- gen wir unseren Protest mit ande- erst spät auf den Streik-Zug auf- die Jugendgruppe „Revolution“ zu ihr Engagement gegen Rassis-
chung freier Tage vorsieht, gingen ren sozialen Kämpfen. sprang, bot viel Musik und wenig weiteren Schulstreiks auf. mus und Gruppen wie „pro-
60.000 SchülerInnen am 24. April Anders als bei den vorherigen politische Perspektive. Weitere Infos: www.revolution- Köln“ zu verstärken.
auf die Straße. Schülerstreiks rief am 24. April Die österreichische Unterrichts- austria.at
Schon davor gab es zwei Streik- auch die ÖVP-nahe Schülerunion ministerin Schmied (SPÖ) hatte Christiane Haas Rebel Youth-Treffen

Pankower Jugendclubs vor dem Aus?


Der Kampf um den Erhalt von Sozialeinrichtungen und Jugendclubs in Pankow geht weiter.

D
er Großbezirk Pankow ist Einschnitte im Bezirk durch eine Überwachungssystem. 2,6 Millio- Leben ohne Kapitalismus - mög- Vom 9. bis zum 12. April
mit 32 Millionen Euro ver- immer rasantere Mietpreisent- nen für einen Hochsicherheitszaun lich ist. Und da wir ungeduldig sind trafen sich im Baskenland Ju-
schuldet, da der Bezirk in wicklung begleitet (Bsp.: Palais am Jugendknast Plötzensee, so wie und vom Staat nichts weiter zu er- gendlichen aus ganz Europa,
der Vergangenheit Sozialleistungen Kolle Belle, Kollwitzplatz, 4 Zim- zusätzliche 5 Millionen Polizeie- warten haben, als Zurichtungen, um zu diskutieren, wie der Wi-
für Bedürftige nicht wie erwartet mer 309 000 Euro). tat hat das Land Berlin investiert. Ausgaben für Aufrüstung, Über- derstand gegen Bildungsabbau,
vom Senat zurückerstattet bekam. Die Kürzungswelle betrifft fast Der Staat begegnet somit den, von wachung und anderen Mist, den Privatisierung und Kapitalis-
Bis 2011 sollen die Schulden getilgt alle Angebote und würde den ge- ihm selbst erzeugten, Folgen seiner nur die Herrschenden brauchen, mus europaweit besser vernetzt
werden. Für das Jahr 2009 ver- samten Bezirk in eine soziokultu- Politik (Beschaffungskriminalität, sollten wir unser Leben in die ei- werden kann. Teilgenommen
hängte der Senat eine Haushalts- relle Brache verwandeln, was einen Schwarzfahren usw.). Wenn schon gene Hand nehmen. Jugendclubs, haben ca. 50 Jugendliche, die
sperre für Pankow und forderte massiven Verlust an Lebensquali- von Kriminalität gesprochen wird, Altersheime, Hausgemeinschaften in verschiedenen Ländern ak-
eine höhere Effizienz der, eh schon tät für viele Menschen im Kiez nach dann möchten wir den Kapitalis- usw. gehören in Selbstverwaltung tiv sind. Unter anderem fanden
massiven, Einsparungsmaßnah- sich zieht. Wir haben jedoch das mus, als eigentliches Verhältnis ohne staatliche Bevormundung. sich Teilnehmer aus Finnland,
men. Insgesamt sind im Kinder- Recht auf ein gutes Leben: unein- organisierter Kriminalität skanda- Wenn wir aus unseren Treffpunk- Schweden, Norwegen, Däne-
und Jugendbereich 47 Einrichtun- geschränkter Zugang zu Bildung, lisieren. Wir jedenfalls lassen uns ten geworfen werden, wenn wir mark, Deutschland, Italien, der
gen betroffen, die täglich von 3000 Kultur, Wohnraum usw. Allerdings nicht abziehen! aus der Wohnungen fliegen, dann Schweiz, Katalonien und dem
Kindern und Jugendlichen genutzt wollen wir mit unserer Kritik nicht Um vor all dem nicht zu kapitu- machen wir die Stadt zu unserem Baskenland ein. In verschie-
werden. Hinzu kommt eine Viel- bei hohen Mieten und Jugendclub- lieren, veranstalten wir mit vielen Wohnzimmer! Entwickeln wir in denen Workshops wurde z.B.
zahl an Angeboten aus dem Sozial- rationalisierung stehen zu bleiben. anderen am 29. Mai auf dem Helm- Zeiten von Mietsteigerung und über den Bologna-Prozess und
und Bildungsbereich, die der Spar- Gerade weil im Kapitalismus al- holzplatz ein Hip-Hop-Openair Leerstand alternative Raumnut- den Bildungsabbau in Europa,
politik zum Opfer fallen würden: les von Rentabilität abhängt, wird und am 19. Juni eine Kiezparade zungskonzepte! Das Cinemax, ein Feminismus, die Krise, Terror-
Frauenhäuser, Notunterkünfte es auch immer Ungleichheit geben. durch P-Berg um uns gemeinsam Umsonstkino, der Polizeiabschnitt Gesetzte und Hausbesetzungen
für Obdachlose, Migrant_innen- Deswegen finden wir es wichtig in den Kürzungen und der Verdrän- an der Eberswalderstr., ein Nach- diskutiert.
Beratungen, Bibliotheken und die Proteste gegen die Sparmaß- gung Einkommensschwacher aus barschaftscafé, der Flughafen Tem- Verschiedene Gruppen ha-
Schülerclubs. Dank des Wider- nahmen unsere Kritik am Kapita- dem Viertel entgegenzustellen. pelhof, Mehrzweckhalle für Raves ben Unterstützungsaktionen
standes vieler Menschen, konnte lismus mit einzubringen. Für den Wir wollen die Menschen im Kiez und Konzerte. Nehmen wir uns in ihren Ländern für den Bil-
die Schließung der Kinder- und Staat lohnt sich die Finanzierung zusammenbringen, die sich damit also die Stadt zurück, denn sie ge- dungsstreik im Juni angekün-
Jugendeinrichtungen gesichert sozialer Angebote nur in soweit, als nicht abfinden und die sich eine hört uns allen. Kommt am 29. Mai digt. Vertreter der baskischen
werden, allerdings nur für ein hal- dass sie (unter anderem) die stei- lebenswerten Stadt wünschen, in und am 19. Juni nach P-Berg um zu Jugendbewegung kommen
bes Jahr. Im Mai erfährt die Hin- gende Frustration in der Bevölke- der die eigene Existenz nicht vom zeigen, dass wir die Kürzungswelle Mitte Mai sogar nach Berlin
haltetaktik von Senat und Bezirk rung abfedert und staatliche Für- Geldbeutel abhängt. Deswegen 2010 nicht akzeptieren, sondern um über ihre Kämpfe vor Ort
eine Neuauflage. Bis Ende 2009 sorge suggeriert. Außerdem dienen unterstützen wir den Kampf um uns schon jetzt querstellen! zu informieren. Denn die Ju-
werden wir weitere sechs Monate sie der Vorbereitung auf den Ar- die Einrichtungen und gegen die 29. Mai 2009 | Hip-Hop-Open- gend in Europa muss zusam-
abgespeist und schon jetzt ist klar, beitsprozess und der Regeneration Stadtumstrukturierung vor Ort air | 16 Uhr | Helmholzplatz men Widerstand leisten, wenn
dass uns 2010 massive Streichun- von Arbeitskraft. Mit den Sparmaß- Wir wollen aber mehr! Wir den- 19. Juni 2009 | Kiezparade | 18 wir etwas gegen den Problemen
gen erwarten. Im Zuge der Gen- nahmen einher geht eine immer ken, dass ein Leben jenseits von Uhr | Mauerpark junger Menschen unternehmen
trifizierung, werden die sozialen stärkere Investition ins Knast- und Konkurrenz und Verwertung - ein Ralf Mainhardt wollen.
4 KLASSEN_KAMPF #2 schulstreik-berlin.de

Studis wollen Streik


Zur Vorbereitung des bun-
desweiten Bildungsstreiks hat
Der Streik an den Hochschulen
es an den Berliner Universitä- Studiengebühren, Bologna-Prozess. Der Proteste an Unis hat Geschichte.
ten studentische Vollversamm-
lungen gegeben. Die Themen

D
reichten von der Protestwo- ie Vorlesungen und Übun-
chenplanung über den Streß gen dauerten von 8 bis 18
mit dem Bachelor und die allge- Uhr, das Protokoll muss-
mein schlechten Studienbedin- te am nächsten Morgen abgeben
gungen bis zur Finanzmisere werden. Der 25-jährigen Bioche-
der Hochschulen. mie-Student Paul Dembny blieb
Überschattet wurde die FU- gleich an der Freien Universität
Vollversammlung, die sich auch Berlin, übernachtete im Fach-
gegen den Demokratieabbau schaftsraum, damit er das Proto-
an Unis aussprach, von einer koll bis acht Uhr morgens fertig-
Aktion der Berliner Polizei. Sie bekommen konnte.
sicherte sich offenbar einen Au- Die Nacht durchstudieren, um
diomitschnitt. das enorme Arbeitspensum unter
Bereits jetzt planen die Stu- konstantem Zeitdruck zu bewälti-
denten Protestaktionen in über gen, ist inzwischen Normalität in
20 Städten und es besteht die Bachelor-Deutschland. Denn seit
akute Gefahr, das diese wie 1999 wurde das Hochschulwesen
schon der letzte Schulstreik in in ganz Europa im sogenannten
Berlin kriminalisiert werden. „Bologna-Prozess“ massiv umge-
Auch in Potsdam schlossen krempelt. Das Ergebnis: In den
sich die Studierenden bei einer neuen Bachelor-Studiengängen ist
VV den Bildungsprotesten an. das Studium stark verschult. Statt
Mit überwältigender Mehrheit Zeit für eigene Forschung und
verabschiedeten 541 der 555 sind die Semester mit Auswendig-
Anwesenden vier Kernforde- lernen überfüllt. Eine Prüfung jagt
rungen. Neben der Verbesse- die andere. Wahlfreiheiten sind
rung der Lernbedingungen und weitgehend abgeschafft. Die Folge
mehr Selbstbestimmung for- sind hohe Abbrecherquoten.
dern sie vor allem eine Demo- Hinzu kommt, dass völlig unter-
kratisierung des Bildungssys- finanzierte Fachbereiche mit sys-
tems und kostenfreie Bildung tematischer Überforderung durch aus den überfüllten Seminaren in einer Zeit in der sich durch die durch massive Schülerproteste ge-
für alle frei von Selektion und ständigen Arbeits- und Prüfungs- geworfen – die Absolvierung des Krise die Auseinandersetzung um zwungen, eine Oberstufenreform
Konkurrenzdenken. druck möglichst viele Studierende Pflichtstudiums in der vorgegebe- die Bildungsfinanzierung durch zurückzunehmen. Bildungsminis-
nach einem oder zwei Semestern nen Zeit wird so für viele zur bei- zuspitzen dürfte. Wurde bislang ters Xavier Darcos begründete das
zum Abbrechen zwingen wollen. nah unerfüllbaren Aufgabe. mit Verweis auf fehlende finanzi- mit den „sozialen Spannungen, die
Freiraum geräumt Nur so meinen die Institutsdirek- Die Überfüllung der deutschen elle Mittel jede Verschlechterung offensichtlich ihre Ursachen au-
Besetzte Häuser sind vielen toren den Lehrbetrieb in den über- Hochschulen ist dabei nur die lo- gerechtfertigt, ist nun die Recht- ßerhalb des Schulbereichs haben“:
Menschen ein Dorn im Auge, füllten Hörsälen aufrecht erhalten gische Folge einer Politik, die sich fertigungslogik für Kürzungen wie „Wir haben heute ein Klima, das
für Andere aber sind sie Le- zu können, während immer mehr schon seit einer halben Ewigkeit ein Kartenhaus zusammengefal- keine ernsthafte Diskussion zu-
bens-, Wohn- und Freiraum. Lehrstellen zusammengestrichen nicht mehr daran orientiert, al- len. Die Milliardenspritzen für die lässt.“ Die Befürchtung der fran-
Das sogenannte „Topf-Squat“ werden. len Menschen die Möglichkeit zu Banken macht deutlich, dass es zösischen Regierung: Die Protes-
in Erfurt hatte es in den 8 Jah- Hinter den zunehmend unzu- geben, sich zu bilden. Denn Inte- durchaus möglich ist umfassend te der Schülerinnen und Schüler
ren seines Bestehens geschafft, mutbaren Studienbedingungen ressenten gibt es durchaus - nur Mittel zu investieren – wenn es könnten breiter in die Gesellschaft
die widerliche Nazi-Vergan- steht die chronische Unterfinan- keine Plätze. So bewarben sich an politisch gewollt ist. ausgreifen.
genheit des Geländes aufzu- zierung der Hochschulen. In den der FU Berlin letztens 32.000 Ab- Gleichzeitig drohen nach den Dass Widerstand erfolgreich
arbeiten und war durch seine letzten Jahrzehnten ist die Hoch- iturienten um nur 3.400 Studien- Bundestagswahlen neue Kürzun- sein kann, zeigen auch die Studen-
vielen Kulturveranstaltungen schulbildung regelrecht finanziell plätze. gen. Am 30. April hat Bundes- tenproteste in Hessen. Dort konn-
zu einem beliebten Treffpunkt ausgetrocknet worden. Gleichzei- Der dadurch erst so richtig ent- finanzminister Peer Steinbrück te die Studierendenbewegung ge-
auch für all die geworden, die tig haben sich die Studierenden- fachte Wettbewerb um den Stu- bereits alle neu beschlossenen meinsam mit Schülerinnen und
gesellschaftlich ausgegrenzt zahlen seit 1975 bis heute mehr als dienplatz verschärft die soziale Bildungsinvestitionen angesichts Schülern und anderen sozialen
wurden oder sich von der un- verdoppelt. Um in etwa die Werte Selektion im Bildungssystem. So der Krise unter „Haushaltsvorbe- Bewegungen einen so starken
solidarischen Kommerzgesell- – pro Studierendem – von 1975 kommen 60% der Studierenden halt“ gestellt. Damit wird immer Druck aufbauen, dass Studienge-
schaft um sie herum abgrenzen zu erreichen, müssten die Hoch- aus Akademikerfamilien - dabei klarer wohin nach dem Willen der bühren ein Jahr nach Einführung
wollten. Bis zum Ende hatten schulausgaben um 201 Prozent machen diese an der gesamten Politik die Reise gehen soll: Die wieder abgeschafft wurden. Der
die Besetzer gehofft, in ihrem also 36,3 Mrd. Euro steigen. Bevölkerung nur einen kleinen Milliardenspritzen für die Banken Druck der Studierenden führte
Haus weiter wohnen zu kön- Das Ergebnis der chronischen Teil aus. sollen bei Kürzung der Ausgaben dazu, dass selbst SPD und Grüne,
nen, haben sogar die Statue des Unterfinanzierung sind straffe- Entsprechend wächst der Unmut für Bildung und Soziales wieder die in anderen Ländern Studi-
Ki.Ka-Stars „Bernd das Brot“ re Prüfungsordnungen, während an den Hochschulen – gleichzeitig reingeholt werden. Ob ihnen das engebühren oder Studienkonten
„entführt“, doch aller Protest sich gleichzeitig die Betreuungs- blieb es bislang bei vereinzelten gelingt, dürfte nicht zuletzt davon mittragen, die Landtagswahlen zu
half nichts. Die Stadt Erfurt, verhältnisse von Studierenden zu Protesten. Im Juni könnte sich das abhängen, ob wir ausreichend Ge- einer Abstimmung über Studien-
die bis heute keine Pläne für Lehrenden verschlechtern. Zwan- ändern. Inspiriert von den Streiks gendruck auf die Regierung aufzu- gebühren gemacht haben. Selbst
die weitere Nutzung des Ge- zig Minuten vor der Vorlesung zu der Schülerinnen und Schüler, hat bauen können. der mittlerweile wiedergewählte
ländes hat, ließ das Gebäude in versuchen, noch einen freien Platz sich nun auch an den Hochschulen Die Bedingungen dafür sind CDU-Ministerpräsident Roland
den frühen Morgenstunden des in dem bereits völlig überfüllten ein breites Bündnis gebildet. Mit nicht schlecht. Denn in der Kri- Koch hat angekündigt, Studienge-
16. Aprils von Beamten der Be- Hörsaal zu bekommen, ist für vie- dem Bildungsstreik könnte es nun se stehen die Regierungen unter bühren nicht noch einmal einfüh-
reitschaftspolizei und des SEKs le Studierende zur alltäglichen Er- auch an den Hochschulen gelin- Druck, reagieren sensibel auf Pro- ren zu wollen.
stürmen. Dabei wurden meh- fahrung geworden. Andere wer- gen, bundesweit schlagkräftigen teste. In Frankreich sah sich die Jonas Rest
rere Aktivisten (darunter auch den gleich von den Professoren Protest aufzubauen – ausgerechnet Sarkozy-Regierung im Dezember www.bildungsstreik2009.de
Kinder) verletzt.
Partner:
In den folgenden Tagen gab
es mehr als 25 Solidaritätsak-
tionen im gesamten Bundes-
gebiet und auch die Erfurter
selbst kämpften für ihren Frei-
raum, so wurde ein leer stehen-
des Gebäude scheinbesetzt.
schulstreik-berlin.de KLASSEN_KAMPF #2 5
Zum Amoklauf von Winnenden Boss-Napping
Es ist Krise und während
man in Deutschland schufften
Die Schule ist nicht die Lösung, sondern Teil des Problems geht in der Hoffnung das ir-
gendwann wieder alles besser

A
ls anlässlich des Amoklaufs wird, haben sich französische
von Winnenden von Leh- Arbeiter eine neue Form des
rerverbänden eine „Gefah- Protestes einfallen lassen. Sie
renzulage für Lehrkräfte“ gefordert bemerkten wie wir auch, das
wurde, hat das in gewisser Hinsicht viele Chefs noch nicht einmal
den Nagel auf den Kopfgetroffen. dazu bereit sind mit ihren An-
Offensichtlich gibt es auch hierzu- gestellten über Probleme zu
lande immer wieder Schüler, die reden, das kann natürlich nicht
die Schule als eine Art „Schlacht- sein und deshalb haben sie sich
feld“ erleben , an dem Lehrkräfte eine neu Aktionsform ausge-
sie so drangsalieren, dass sie glatt dacht: das „Bossnapping“.
an Gegenwehr oder Rache den- Wie der Name schon vermu-
ken. Man muss auch gar nicht viel ten lässt wird hierbei der Boss
geistigen Aufwand betreiben, um gekidnappt. Das heißt aber
an der Schule Seiten festzuhalten, nicht, das man diesen einfach
die Schüler derart „frustrieren“, wie im Aktionfilm in einen
dass sie immer mal wieder „unge- Kofferraum sperrt und durch
rechten“, autoritären Lehrern, aber die Gegend chauffiert (wäre
auch rücksichtslosen Mitschülern natürlich auch lustig, aber es
mindestens im Geiste Rache an- hat ja nicht immer jemand eine
drohen. Kamera dabei), sondern das
Nehmen wir den ganz normalen man ihn einfach nicht mehr
Unterricht, in dem das Lernen als aus seinem Büro heraus lässt,
permanente Bewährungsprobe für auch – immer viele Verlierer und nehin schon als aussichtslos abge- Frech- und Rohheiten aller Art von wodurch er zu Verhandlungen
die Schüler inszeniert ist, auf die weniger Sieger hervorbringen, folg- hakt haben. In der Anerkennungs- eben solchen Mitmenschen erhält, mit Arbeitnehmervertretern
sie sich mit allerlei „Tricks“ einstel- lich jene größere Gruppe von Schü- konkurrenz führen sie sich so auf, die denselben anerzogenen und gezwungen ist.
lenJeder Schüler weiß, dass er sich lern ermitteln, denen der Weg auf wie es ihnen in der Schulleistungs- inzwischen durchgesetzten geisti- Diese für viele unerwartete
möglichst nicht bei Lerndefiziten das Gymnasium versperrt oder er- konkurrenz verwehrt ist, nämlich gen Wahnvorstellungen anhängen. und drastische Aktionsform
oder nicht verstandenen Themen schwert wird. als die Herren der Konkurrenz. Wenn zudem heute Schüler mit 9 zeigt die ganze Wut franzö-
ertappen lassen darf, obwohl diese Was hat das alles mit den Amok- Alle rohen Formen der Angeberei oder 10 Jahren ihre Schulhefte auf sischer Angestellter und hat
Probleme nichts als das Produkt läufen der letzten Jahre zu tun? Ei- und des Mobbing – geschlechts- Lehrergeheiß mit dem Spruch „Ich auch schon für erste Erfolge
des Unterrichts sind. Folglich muss niges: Zunächst einmal bestärkt das spezifisch sortiert – stehen dabei bin wertvoll!“ zieren, dann darf man gesorgt, so hat sich zum Bei-
er seine Wissenslücken und Un- die These, dass es wohl kein Zufall hoch im Kurs. Da wird geklaut und sich endgültig nicht wundern, dass spiel der Caterpilar-Manager
kenntnis vertuschen und ganz bei sein wird, wenn alle Amokläufer erpresst, geschlagen und ausge- dabei der eine oder andere Robert (ihr wisst schon Caterpillar
sich behalten. Er weiß, dass ihre hierzulande eine bzw. ihre Schule grenzt, werden Schulen demoliert S. oder Tim K. herauskommt. Denn sind die mit den Baggern und
Offenlegung nicht dazu führt, dass aufsuchen und dort ein Blutbad an und Mutproben der brutalsten Art wo in Schule, Familie und Umfeld Bulldozern) dazu bereit erklärt
der Lehrer die offenen Fragen ruhig Schülern und Lehrern anrichten. abverlangt. vermehrt Erfahrungen gemacht weniger Stellen zu streichen als
und verständlich erklärt, sondern Weder haben diese Jugendlichen Zum Tragen kommt dabei, was werden, die diesen Spruch gerade geplant ob zu den 6 bekannten
dass die Unwissenheit Bestrafung in der Fußgängerzone, noch bei Kids in der Schule, in der Familie nicht mit Material unterfüttern, „Bossnapping“-Aktionen (u.A.
durch schlechte Noten nach sich einer Sportveranstaltung oder im oder bei „Deutschland sucht den wenn Niederlagen dieser oder jener bei Sony) noch welche hinzu-
ziehen kann. Und da das Lernen Kaufhaus um sich geballert. Sie Superstar“ gelernt haben, nämlich Art sich vielmehr zu erheblichem kommen und ob dieses Akti-
in der Schule als Konkurrenz um haben ganz bewusst diesen Tatort dass der Mensch ohne Selbstbe- Frust verdichten, wenn das ein- onskonzept auch in anderen
gute Noten, um gute Zeugnisse gewählt und die dort arbeitenden wusstsein nichts ist, dass man mit gebildete Recht auf Anerkennung Ländern Anklang findet bleibt
organisiert ist, bekommt auch die Schüler und Lehrer, oftmals ohne einer Portion Selbstbewusstsein nicht bedient wird, dann taugt so abzuwarten. Gerüchten zu Fol-
„Klassenkameradschaft“ nicht sel- sie zu kennen, als Repräsentan- die Zumutungen von Schule, Fa- ein Spruch eben nicht nur für die ge haben einige Manager schon
ten merkwürdige Züge. Permanent ten einer Institution umgebracht, milie und Straße besser aushält; erwünschten Anpassungsleistun- schlotternde Knie. Es bleibt
wird das Abschneiden von Mitschü- in der sie viele Jahre ihres jungen übrigens ist das Selbstbewusstsein gen, sondern lässt sich ebenso in die abzuwarten ob Schüler und
lern misstrauisch begutachtet und Lebens verbracht haben und die nur deswegen zum Erziehungsziel selbstzerstörerische Frage: „Bin ich Studenten auf die Idee kom-
beobachtet ob auch mit “gerecht“ folglich mehr oder weniger zu ihrer erklärt worden. Kein Wunder, dass wirklich wertvoll?“, wie auch in den men diese Aktionsform in den
benotet und mit einem Maßstab ge- Welt geworden ist. In der werden viele Schüler nur noch „total cool“ fremdzerstörerischen Beschluss: kommenden Bildungsproteste
messen worden ist. Die gute Note, sie wohl einige, sie schwer verlet- herumlaufen und sich aufführen, „Denen werde ich es zeigen, dass aufzugreifen.
die man selbst verfehlt hat, gönnt zende Angriffe auf ihre Persönlich- als seinen sie höchst persönlich ich wertvoll bin!“, umsetzen. Es
man schon mal den anderen nicht; keit erfahren haben. Das muss man ein „Superstar“, wenn nicht der schließt eben die radikalisierte Sor- Klokampf!!
besonders, wenn man meint, dass ernst nehmen und sollte es nicht als „Deutschlands“, dann doch wenigs- ge um jenes Selbstbewusstsein, das
sie ungerechtfertigter Weise erwor- rein subjektive Deutung eines kran- tens der Superstar der Schule oder sich nur in Idealbildern von sich
ben worden ist und der Lehrer ge- ken Verstandes abbuchen, die mit der Klasse. Der Anerkennungs- selbst herumtreibt, in seinen bei-
mäß seiner Vorurteile oder Vorlie- der Wirklichkeit der Schule nichts wahn, der sich hier austobt, ist ein den brutalsten Verlaufsformen ein:
ben den Rotstift angesetzt hat. Der zu tun hat – wie dies vielfach ge- Produkt von falsch verarbeiteten die Tötung und die Selbsttötung.
Übergang zur Missgunst darf nicht schieht. Was ist denn die wirkliche Konkurrenzerfahrungen, das in- Die Amokläufer sind also keine
fehlen. Da sperren sich Schüler ge- Schule? Sie ist zum einen der Ort zwischen auch das Privatleben defekten Monster, die ihre Mord-
gen das Abschreiben, weil die gute der Lernkonkurrenz, in dem Leh- kleiner und großer Leuten jeden gelüste eine Zeit lang hinter der Schultoileten gelten allge-
Note des Mitschülers die eigene re- rer über zukünftige Lebenschancen Geschlechts massiv besetzt hatSo Fassade des „unauffälligen, ruhi- mein hin als Orte der sozialen
lativiert oder werden gute Schüler junger Menschen befinden; und ist eine vernünftige Bilanzierung gen Jungen“ verstecken. Es handelt Interaktion und Kommunika-
als „Streber“ verunglimpft. Warum auf die satteln heute Schüler zum ihrer tatsächlichen Lebensumstän- sich vielmehr um aus dem Ruder tion. Auf verschiedenen Nivau-
das so ist und in der Lernkonkur- anderen ganz selbsttätig eine Kon- de als Schüler oder Lehrling nur gelaufene brave Lehrlinge eines öf- Stufen werden an deren Wän-
renz so sein muss, liegt auch auf kurrenz um Anerkennung drauf, in allzu oft überlagert von der Fra- fentlichen Lehrplans, mit dem sie den komplexe sexualpolitische
der Hand: An der Schulleistungs- der sich manche Schüler mehr an- ge, wie viel Beifall man für neue in Schule und Gesellschaft von Kin- Zusammenhänge ebenso be-
konkurrenz hängt eben einiges. Sie strengen als in der Lernkonkurrenz Klamotten, geschwollenen Bizeps, desbeinen an traktiert werden. leuchtet wie über differenzier-
soll – wie jede andere Konkurrenz – nicht selten, weil sie mit der oh- Sexual- und Saufleistungen, nebst Prof.Dr. Freerk Huisken te politische Programme in-
formiert. Auch das Schul- und
Partner:
IMPRESSUM Bildungsstreik-Bündnis hat
VISDP: Niklas Wuchenauer | c/o LandesSchülerVer-
tretung Berlin | Rodenbergstr. 53 | 10439 Berlin
die gesellschaftspolitische Be-
HERAUSGEBER: SchülerInnen-Initiative „Bildungs- deutung des Schulklos erkannt
blockaden einreißen!“
REDAKTION: Redaktionskollektiv (klassenkampf@
will die Klos dieser Stadt nut-
schulstreik-berlin.de) zen um die Fackel der Aufklä-
DRUCK: Caro Druck, Frankfurt (Main)
AUFLAGE: 20.000 Stück
rung und des Fortschritts in die
VERLAG: Eigenverlag Berliner Schülerschaft zu tra-
Die einzelnen Artikel enstprechend nicht zwingend
der Position der herausgebenden oder unterstüt-
gen. Deshalb unser Appell an
zenden Gruppen. die Arbeiterjugend: Verbindet
Die abgedruckten Artikel können zur Mobilisierung
bzw. Information zum Bildungsstreik oder anderen
eurer periodisches (grosses)
Bildungsprotesten ausdrücklich verwendet werden. Geschäft mit den Streuen po-
Inhaltliche Änderungen bitten wir abzusprechen.
litischer Propaganda. Vereint
„Bildungsblockaden einreißen!“ trifft sich don- Theorie und Praxis zur dialek-
nerstags um 17 Uhr im Bezirkamt Friedrichshain-
Kreuzberg (Frankfurter Allee 35-37; Raum 2624).
tischen Einheit. Scheissen und
Die berliner Gruppe „schulaction“ trifft sich frei- kämpfen! Aufkleber gibts beim
tags 16:30 im SO69 in der Sonnenburger Straße
69.
Bündniss und der LSV. Checkt
www.schulstreik-berlin.de
6
KLASSEN_KAMPF #2 schulstreik-berlin.de

Terroristenjagd
Mit Fahndungsplakaten wer-
den nicht nur vermeintliche Al-
Fürs Leben lernen wir
Qaida-Terroristen gejagt. Die Die Schule, der Staat, die Wirtschaft und der zweifelhafte Sinn des ganzen
Berliner Polizei hält 37 Schüler

D
für gefährlich genug um nach ih- u lernst doch nicht für die
nen mit öffentlich ausgehängten Lehrer oder deine Eltern,
Fahndungsplakaten zu suchen. sondern für dein Leben!“
Vorgeworfen wird ihnen, am Diesen Satz haben viele bestimmt
12. November am bundesweiten schon einmal gehört, wenn die
Schulstreik und der Streikdemo Zensuren und die Motivation zum
in Berlin beteiligt zu haben. Bei Lernen nicht so in Ordnung waren,
dieser Demonstration für eine wie es andere von einem erwar-
ganz andere Bildungspolitik, an tet haben. Aber was ist eigentlich
der sich 10.000 Schülerinnen dran, an diesem Versprechen?
und Schüler beteiligten, kam Für die Bildung der Menschen
es zu eine kurzfristigen Beset- richtet der Staat Schulen und Uni-
zung der Humboldt Universität. versitäten ein, in denen Lehrer
Während dieser Besetzung wur- und Professoren zumeist jungen
den ein paar Manager, die sich Leuten die Inhalte verschiedens-
das Audimax der Uni für ein ter Fächer beibringen sollen. Ab
Meeting gemietet hatten, auf- und an entschließen sich dann
geschreckt und unzählige Klo- auch die Wirtschaft oder gar die
papierollen durch die Gegend katholische und evangelische
geworfen. Kirche dazu für die Bildung der
Leider wurde in dieses ganzen Menschen zu sorgen und richten
Trubel auch eine Ausstellung Bildungsstätten ein, die nochein-
über jüdische Unternehmen mal in einzelnen Themengebie-
während der Nazizeit beschä- ten etwas spezielleres Wissen
digt. Politik, Medien und Polizei vermitteln, insgesamt aber doch
nutzten diesen bedauerlichen der Kontrolle durch den Staat un- den privaten Ruin, sondern hinter- sonst gibt es schlechte Zensuren, einer auch dahinter kommt, dass
Zwischenfall um den Schul- terliegen. Man sollte sich also an lässt mit den Schulden auch einen die sich erst bei der nächsten Leis- es sich hier um eine ziemliche
streik zu kriminalisieren. Der dieser Stelle fragen, was der Staat Schaden bei anderen. Wenn der tungskontrolle wieder ausgleichen Ungeheuerlichkeit handelt, wird
Höhepunkt dieser Kriminalisie- – und auch die Wirtschaft – sich Staat für Bildung sorgt, sorgt er lassen. Bei Klausuren und Ab- auch gleich noch das politische
rung sind die Fahndungsplaka- von einem Milliarden Euro teuren also vor allem auch erstmal dafür, schlussarbeiten kommt es dann EinMalEins mitgeliefert. Dem
te, welche die Polizei seit April Bildungssystem versprechen. dass seine Wirtschaft am funkti- bei nicht ausreichender Leistung Staat ist nämlich sehr wohl be-
aushängt. Den Abgebildeten u.a. Ein wesentlicher Grund, weshalb onieren gehalten wird. Wir sollen sogar ganz dicke und die Zensuren wusst, dass solche Zustände auch
besonders schwerem Landfrie- die Bildung vom Staat in die Hand also nützliche Arbeitskräfte sein, bereiten uns geradewegs ein Le- schnell mal dazuführen können,
densbruch, gefährlicher Körper- genommen wird und nicht uns die sich für den Profit des Arbeit- ben, dass nur noch mit einer Men- dass die Leute anfangen sich ent-
verletzung und Volksverhetzung selbst oder den Eltern überlassen gebers auspressen lassen. Nicht ge Alkohol und einer gehörigen weder über die Verhältnisse in de-
unterstellt. bleibt, ist der, dass wir im Erwach- zuletzt soll schließlich noch durch Portion Zynismus rosig aussieht. nen sie leben zu beschweren oder
Es ist wichtig sich von der Po- senenleben später arbeiten gehen Zensuren sortiert werden, wer die Mit der Verpflichtung schließlich, eben diese soweit treiben, dass sie
lizei nicht einschüchtern zu las- und unseren Alltag ohne Hilfe be- besserbezahlten Berufe abkriegt dass wir immer pünktlich zum sich wegen Leistungsdruck und
sen. Sorgt dafür das die Fahn- wältigen können sollen und müs- und wer sich besser auf ein Leben Unterricht erscheinen müssen und Geltungssucht gegenseitig an die
dungsplakate in euren Schulen sen. Das theoretische Handwerks- in permanenter Abhängigkeit zur bei Fehlens wegen Krankheit oder Gurgel gehen. Aus diesem Grund
nicht hängen. Schmeisst sie ein- zeug dafür bringt uns die Bildung. Lohnarbeit einzustellen hat. anderen Dingen immer eine Ent- lässt der Staat die minder- und
fach in den Müll. Und nicht ver- Damit soll einerseits sicher ge- Hinter der Bereitstellung von schuldung vorzulegen haben, zeigt volljährigen Bürger allesamt Fä-
gessen: Petzen sind das letzte. stellt werden, dass es immer ge- Bildung steht nun allerdings noch das Bildungsunwesen seine tat- cher wie Politikwissenschaft, Ge-
Denn auf den Fahndungsfotos nug Leute gibt, die ordentlich ein wenig mehr als die Zurichtung sächliche Gestalt. Was wir mit der schichte, Ethik und Sozialkunde
sind 37 SchülerInnen, doch ge- ausgebildet sind um die Aufgaben für die wirtschaftliche Verwert- Zeit machen, die wir 24 Stunden durchlaufen um den von Früh an
meint sind wir alle. in den Firmen und Betrieben er- barkeit der Leute, denn dann wür- und 7 Tage in der Woche haben, zu vermitteln, dass Probleme, die
füllen zu können oder zumindest den die sich das sicher nicht allzu obliegt nämlich nicht unserer Ent- sich hier ergeben im Rahmen und
Flatratesaufen soviel Grundwissen haben, dass lange gefallen lassen. Eine wesent- scheidung, sondern in der Schu- mit den geltenden Gesetzen zu re-
sie dann mit einer Weiterbildung liche Funktion nimmt die Schule le oder Universität der Aufsicht geln sind und andernfalls geahn-
fit für den Job sind. Andererseits und die Universität auch dann ein, durch Lehrer und Professoren und det werden.
sollen die Menschen aber auch in wenn es gilt die Grundregeln der später der des Arbeitgebers. Das Zum Abschluss steht also fest,
der Lage sein, dass sie ihr Leben Gesellschaft von Staat und Kapi- Recht auf Bildung ist also doch viel dass wir in der kapitalistischen
außerhalb des Berufs selbst regeln tal zu vermitteln. Hier nämlich weniger ein Gefallen, der uns von Gesellschaft sehr wohl für unser
können. Wer nämlich weder lesen lernen wir, dass wir unser Leben staatlicher Seite entgegengebracht Leben lernen, aber auch nur um
kann was er da für einen Vertrag den gesellschaftlichen Autoritäten wird, als viel mehr die Pflicht, dass dem Prinzip der Konkurrenz und
unterschreibt, noch vernünftig zu- unter zu ordnen haben. Wenn der wir uns fürs spätere Leben ver- den Interessen von Wirtschaft und
sammenrechnet ob das bisschen Lehrer es sagt, dann müssen wir brauchbar machen und den Dau- Staat zu folgen. Ein schönes Leben
Geld, das er besitzt, auch für alle fleißig und diszipliniert für den erzustand der angeblich von der ist das nicht!
Bedürfnisse des Lebens reicht, der nächsten Test lernen und immer Natur gegebenen Konkurrenz ak- Bethina Meruk
steuert nicht nur geradewegs in unsere Hausaufgaben machen, zeptieren sollen. Und weil manch

Was für eine Schande, auch


Hausaufgaben? Hab ich „vergessen“
nach mehreren Jahren des Ko-

W
matrinkens ist die deutsche Ju- ie oft saß mensch schon Matheaufgaben gelöst, unzählige nen Lerneffekt und damit auch nicht leisten können, sondern
gend immer noch nicht trink- stundenlang, bei dem französische und englische Voka- keinen nachweisbaren Einfluss zeigt auch, dass die Schulen schon
fest. Wie die Drogenbeauftragte schönsten sonnigsten beln auswendig gelernt und natür- auf die sonstigen Schulnoten. Viel lange nicht mehr versuchen, indi-
Bätzing (SPD) in ihrem Jahres- Wetter, in einem viel zu war- lich das Buch von Thomas Mann mehr ist es eine rein pädagogi- viduell auf Schüler und ihre Prob-
bericht feststellte, waren 2008 men und stickigem Klassenraum gelesen werden. Das erzeugt un- sche Maßnahme. Professor Hans leme einzugehen.
23.000 Teenager so schlecht, und die Zeit wollte einfach nicht nötigen Stress und Furcht vor dem Gängler (TU Dresden) sagt, dass Das wirft kein gutes Bild auf die
dass sie ins Krankenhaus ein- schneller vergehen? Was nach ei- nächsten Schultag, wenn man mal gute Schüler durch Hausaufgaben Hausaufgaben und angesichts die-
geliefert werden mussten. Diese nem schlechten Horrorfilm klingt, wieder nicht alles oder nicht ganz nicht unbedingt besser würden, ser Erkenntnisse erlangt der in der
Looser beschmutzen das Image ist für Schülerinnen und Schüler zur Zufriedenheit des Lehrers er- und das schlechte Schüler durch Schule so oft gebrauchte Satz: „Ihr
der Trinkerjugend, denn schließ- jedoch bitterer Alltag. Wenn dann ledigt hat. bloßes wiederholen von Unter- lernt fürs Leben“ eine ganz ande-
lich hat diese auch in 2008 wie- der oft langweilige Unterricht um Am Ende wurde das Meiste eher richtsstoff zu Hause, den sie schon re Bedeutung. Wir lernen nämlich
der neu Erfolge vorzuweisen, ist, gehts ab in den Park oder an halbherzig erledigt, einfach von ei- vormittags nicht verstanden ha- nicht was wir wollen, sondern nur
laut Bätzing seien mehr als 20% den nächsten See und der Alltag ner Freundin oder aus dem Inter- ben, selbigen noch lange nicht be- dass wir die Aufgaben zu erfül-
aller Minderjährigen einmal pro rückt in weite Ferne. Doch anstatt net abgeschrieben. Für Tests und greifen würden. len haben, die uns gestellt wer-
Monat besoffen gewesen. zu chilln vermießt uns ein schnel- Klausuren wird eh nur das Kurz- Jedes Jahr werden 5 Milliarden den. Erinnert an einen Roboter,
Geradezu schockierend ist, ler Blick ins Hausaufgabenheft zeitgedächnis trainiert. Der Lern- Euro für das ausgegeben, was uns ist aber bittere Realität. Nach der
das der Alkoholkonsum insge- den Tag und unsere schlimmsten effekt liegt bei sage und schreibe eigentlich in der Schule hätte bei- Schule sollten wir perfekt auf den
samt leicht zurückgegangen ist. Befürchtungen erfüllen sich. Sehr Null. Klar, das wussten wir schon gebracht werden sollen: für Nach- Arbeitsmarkt vorbereitet sein, die
Da tut es doch gut zu hören, dass viel Text füllt die Seiten. Scheiße! immer. Jetzt aber bestätigt eine hilfe. Das benachteiligt nicht nur Chefs wirds freuen. Ist ja klar das
die Anti-Alkohol-Kampagne der Unsinnige und noch dazu unfrei- Studie der Technischen Univer- Schüler mit Eltern, die nicht so wir da keinen Bock haben und die
Regierung wegen Koalitions- willige Aufgaben sind zu erledigen. sität Dresden unsere Annahme. viel Kohle verdienen, da diese sich Hausaufgaben lieber „vergessen“.
streit wieder auf Eis liegt. Es müssen Vorträge vorbereitet, Hausaufgaben zu machen hat kei- den teuren Nachhilfeunterricht Martin Schöller
schulstreik-berlin.de KLASSEN_KAMPF #2 7
Action, Action, Action!
Mit kreativen Aktionen vor Ort die Bildungsstreikwoche zum Erfolg machen!

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Dich kennen wir schon: Repression


I
n den letzten Jahren hat sich Fehltage: Gegen Fehltage lässt Schüler sitzen. Es ist also leicht der einmal zu einer kritischen Si- nie dazu verpflichtet! Euch dürfen
leider immer wieder gezeigt, sich leider nicht viel machen. machbar, dort eine Mehrheit ge- tuation kommen sollte, braucht auch nie Nachteile darauf erwach-
dass streikende Schüler bei Wenn ihr allerdings von euren gen den Verweis zu bekommen. ihr einen ungetrübten Verstand sen, dass ihr erst mal gar nichts
Schulleitern oft nicht nur auf Un- Eltern ein Entschuldigungsschrei- Aber auch die Schüler, die ohne und müsst schnell reagieren kön- gesagt habt - auch zu den abstru-
verständnis gestoßen sind, son- ben bekommt oder ein Attest vom Ärger durch die Schule gekom- nen. sesten Vorwürfen könnt ihr euch
dern auch immer wieder mit Re- Arzt habt, also gar nicht gestreikt men sind, oder sich nicht haben 3. Verhaltet euch in allen Situa- immer noch später äußern!
pression konfrontiert wurden. Die habt, sondern „krank“ ward, dann einschüchtern lassen, können tionen ruhig und besonnen. Rennt 5. Wenn ihr festgenommen wur-
Palette von Maßnahmen, die sich sieht der Streiktag auf dem Zeug- durchaus noch welchen bekom- auf keinen Fall panisch los! Poli- det oder Festnahmen beobachtet,
Schulleiter ausgedacht haben, um nis aus wie ein Krankheitstag. men. In den letzten Jahren hat zisten haben einen Tunnelblick ruft den Ermittlungsausschuss
uns unter Kontrolle zu behalten, Schlechte Noten: Schlechte No- die Berliner Polizei gezeigt, das sie für alles was rennt. (EA) an, der kümmert sich um
reicht von unentschuldigten Fehl- ten dürfen euch Lehrer nur geben, auch nicht davor zurückschreckt, 4. Wenn ihr festgenommen wer- euch. Sagt nichts über den Tatvor-
tagen und 6en bis zum Einschlie- wenn an diesem Tag eine Klassen- friedlichen Schülern z.B. die Na- det, ruft umstehenden Leuten eu- wurf oder gar, war ihr „wirklich“
ßen in Schulen und Tadeln. Solche arbeit oder ein Test geschrieben sen zu brechen (22. Mai 2008). ren Namen und euer Geburtsda- getan habt, der EA wird abgehört!
Versuche, Protest zu unterbinden wurde. Ist das nicht der Fall, muss Immer wieder kam es zu Übergrif- tum zu! Redet nicht mit den Cops, Wenn ihr wieder rauskommt, mel-
sind nicht nur unverschämt, son- die Stunde genauso bewertet wer- fen der Polizei und auch vereinzelt nicht einmal über das Wetter! Ihr det euch beim EA ab, weil sonst
dern teilweise auch illegal. den, wie wenn ihr krank gewesen zu festnahmen. Deshalb hier noch müsst ihnen nur das sagen was auf nach euch gesucht wird. Telefon:
„Alle Deutschen haben das wärt - also gar nicht! ein paar Tipps wie Ihr euch auf der eurem Personalausweis steht. In 030-6922222
Recht, sich ohne Anmeldung oder Schulverweise: Schulverweise Demo verhalten solltet: einer solchen Situation versucht 6. Wenn ihr wieder zu Hause
Erlaubnis friedlich und ohne Waf- sind ein sehr drastisches Mittel, 1. Geht wenn möglichst mit die Polizei gerne mit nettem Zure- seid, schreibt ein privates Ge-
fen zu versammeln“ (Grundgesetz, sie werden deshalb auch nur sehr Freunden zur Demo, passt auf ei- den die Angst der Verhafteten aus- dächtnisprotokoll über die Ereig-
Artikel 8) selten ausgesprochen. Damit ihr nander auf und weist einander auf zunutzen und ihnen Geständnisse nisse, damit ihr euch auch nach
Hier sind einige Tipps, wie Ihr einen Verweis bekommt, muss je- Gefahren hin. unterzujubeln. Unterschreibt Monaten erinnern könnt, falls ihr
den häufigsten Maßnahmen ent- doch die Schulkonferenz zustim- 2. Trinkt keinen Alkohol und nichts! Auch wenn Cops gern et- Ärger mit der Polizei bekommt.
gehen könnt: men, in der je 2 Lehrer, Eltern und nehmt keine Drogen! Falls es wie- was anderes behaupten, seid ihr Anna & Arthur
8 KLASSEN_KAMPF #2 schulstreik-berlin.de

SOMMER! SONNE! WIDERSTAND!


Theorie und Praxis für einen heissen Sommer der Revolte...
FR 15.5. Bildungsstreik International FR 12.6. VOSIFA-Festival
18:00 UHR :: HUMBOLDT UNIVERSITÄT 18:00 UHR :: MAXIM :: OPENAIR
Podiumsdiskussion mit Aktivisten aus dem Baskenland und einem Vertreter
Festival von SchülerInnen für alle. www.vosifa.de und www.im-maxim.de
von der SchülerInneninitative „Bildungsblockaden einreißen!“ über Bildung
und Widerstand in Zeiten der Krise
SA 13.6. VOSIFA-Fetival - 2.Tag
SA 16.5. Bildungsblock auf DGB-Demo Noch mehr Festival
11:30 UHR :: HAUPTBAHNHOF
Demonstration für eine Krisenpolitik im Sinne der Beschäftigten, und SA 13.6. Aktionstraining und Party
Arbeitslosen, SchülerInnen und RentnerInnen, Auszubildenden und Studie- 18:00 UHR :: MAUERPARK
renden. Es wird einen eigenen Block von SchülerInnen und Studierenden Das grosse „Bildungsstreik2009“ Terror-Camp im Mauerpark. Erst trainie-
geben um unsere Forderungen nach einer kostenfreien und selbsbestimmten ren wir Aktionsformen um uns auf den bevorstehenden Bildungsstreik vorzu-
Bildung lautstark ausdruck zu verleihen. bereiten, dann feiern wir eine wilde Party. Bringt Decken, Essen, Trinken(!),
Sonnebrillen, Soundsystems, Transparente, Dosen und jede Menge Ideen
FR 22.5. Bewegung an meiner Schule mit.
18:00 UHR :: WORKSHOP
Wie baue ich ein Streikkommittee an meiner Schule auf und bringe meine
Mitgefangenen dazu, sich am Bildungsstreik zu beteiligen? Welche Probleme DI 16.6. Park statt Schule!
kann ich wie an meiner Schule thematisieren. Wie können wir an den Schu- 14:00 UHR :: MAUERPARK
len öffentlichkeit herstellen und warum kriegt eigentlich niemand sein Arsch Im Sommer sind Parks irgendwie tausendmal attraktiver als Schulen. Darum
hoch? setzen wir uns lieber in den Mauerpark. Mit Vorträgen, Diskussion, Poetry
Slam, Musik. Bringt alles mit was für einen netten Tag im Park von nutzen
FR 29.5. HipHop-OpenAir Helmholz-Platz sein kann.
16:00 UHR :: HELMHOLZPLATZ
Gegen die Schließung von Jugendclubs und Sozialeinrichtungen in Pankow. MI 17.6. BILDUNGSSTREIK - GROß-DEMO!
Bands: Pillskills, Damion Davis [SpokenView], Schlagzeiln [Pgasuz Base- 11:00 UHR :: SENATSVERWALTUNG FÜR BILDUNG
ment], V-Mann [SpokenView], Jenz Steiner [Der King vom P-Berg], Zloty An diesem Tag werden sich tausende SchülerInnen und Studierende in der
Pippen & Derik [Jonni Botten] Berliner Innenstadt versammeln um ihren Unmut über das Bildungssystem
Außerdem: Kiezlotto, Redebeiträge, Writerperformance lautstark kundzutun. An diesem Tag heisst es nicht in die Schule sondern auf
die Strasse! Verbreitet den Termin an eurer Schule. Malt Transparente, denkt
FR 29.5. Amokläufe an Schulen euch Aktionen aus
18:00 UHR :: VORTRAG & DISKUSSION
Vortrag von Prof.Dr. Freerk Huisken über die Ursachen von Amokläufen im DO 18.6. Tag des zivilen Ungehorsams
gesamtgesellschaftlichen Kontext. Wir wollen der Frage nachgehen warum ÜBERALL! ZU JEDER ZEIT!
junge Menschen Amoklaufen und warum es in der Öffentlichkeit so eine An diesem Tag wollen wir mit mitteln des zivilen Ungehorsams auf unser
errgete Debatte darüber gibt. Anliegen aufmerksam zu machen. Den manchmal kann es nützlich sein die
Tegeln zu brechen um sich gehör zu verschaffen, wenn niemand zuhören
DO 4.6. TU-Sommerfest will. Denkt euch selber was aus. Bockiert, Streikt und Besetzt. Seit laut und
unberechebar!
16:00 UHR ;: TECHNISCHE UNIVERSITÄT SÜDCAMPUS
Konzert auf der Wiese hinter dem Chemie-Gebäude. U.a. mit Hans der Klein-
gärtner und Gauner. FR 19.6. Das war der Bildungsstreik
18 UHR :: WORKSHOP
FR 5.6. Schule & Kapitalismus Wir wollen uns zusammensetzen um uns über die Erfahrungen die wir bei
Bildungsstreik2009 gemacht haben auszustauschen. Ausserdem wollen wir
18:00 UHR :: DISKUSSIONS-VERANSTALTUNG die Ereignisse auswerten und uns bei einem netten Getränk die Videos der
Warum der Staat ein interesse daran hat das wir in den „genuß“ von Bildung
Demos uns Aktionen angucken. Kommt vorbei...
kommen und was die kapitalistische Wirtschaft damit zu tun hat, wollen wir
auf dieser Veranstaltung näher beleuchten.
SA 20.6. Besetzung des Flughafen Tempelhofs
SA 6.6. In 24h zum perfekten Bildungssystem ORT UND ZEIT WERDEN NOCH BEKANNT GEGEBEN
Immer grössere Teile der Innenstadt werden privatisiert und aufpoliert. Die
11:00 UHR :: SPORTJUGENDZENTRUM LYCHI Mieten steigen und Leute mit weniger Kohle müssen wegziehen. Öffentliche
Wir schließen uns von Samstag 11 Uhr bis Sonntag 11 Uhr für 24 Stunden
Plätze wo sich Jugendliche treffen können ohne Geld ausgeben zu müssen,
im Sportjugendzentrum Lychi ein, um unsere Vorstellungen vom perfekten
werden immer seltener oder stark von der Polizei überwacht wie am Alexan-
Bildungssystem weiterzuentwickeln. (Lychener Straße 75)
derplatz. Wir wollen an diesem Tag den stillgelegten Flughafen Tempelhof
als neue Freifläche für unser Ideen und Utopien erobern.
FR 12.6. Was tun bei Repression?
18:00 UHR :: WORKSHOP FR 26.6. Bildung ohne Hierarchien
Welche Rechte haben SchülerInnen, die ihre Schule bestreiken wollen, wel-
18:00 UHR :: VILLA FREUNDSCHAFT
che Rechte haben Demonstrierende? Worauf ist zu achten, was kann schief-
Wie kann ein Bildungssystem ohne Hierarchien aussehen, in dem Autorität
gehen, wenn Schulleitungen oder die Polizei sich Streikenden in den Weg
nicht aus formaler Macht, sondern aus der tatsächlichen Qualifikation des
stellen?
Lehrenden entsteht?

BILDET EUCH! BILDET ANDERE! BILDET BANDEN!


Wenn ihr in eurer Schule oder eurem Umfeld aktiv werden wollt, um auf den Bildungsstreik 2009 und den Kampf für eine
kostenfreie und selbstbestimmte Bildung aufmerksam zu machen, meldet euch bei dem SchülerInitative „Bildungsblockaden einreißen“
oder dem Bündniss „Schulaction“. Neben dieser Zeitung gibt es Plakate, Aufkleber, Flugblätter, Flyer und anderes Mobilisierungmateri-
al. Macht der Termin des Schulstreik überall bekannt. Organisiert euch in eurer Schule zusammen mit Freunden und verteilt Flugblät-
ter und Plakate. Haltet Schülerversammlungen ab und informiert über die Ziele des Schulstreiks. Versucht zusammen mit Freunden
Schulstreikkomitees aufzubauen, die sich regelmäßig treffen und den Streik vorzubereiten.

Mehr Infos findest du unter www.schulstreik-berlin.de und www.schulaction.org