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In Deutschland ist der 17. Mrz ein Tag wie jeder andere.

In der englischsprachigen
Welt dagegen hat er einen Namen und ist mit bunten Paraden und Festlichkeiten
verbunden: Am St. Patricks Day feiern die Iren den Schutzpatron der grnen Insel,
den Heiligen Patrick. Die grte Parade und die witzigsten Bruche gibt es allerdings
nicht im alten Dublin, sondern in New York City. Denn New York, die dynamische
Millionen - Metropole am Hudson River, ist lngst vor Chicago und Boston zum
Zentrum der US - amerikanischen Feiern am St. Patricks Day geworden. Etwa
150.000 irisch-stmmige New Yorker marschieren frhlich an jedem 17. Mrz ab elf
Uhr ber die Fifth Avenue in Manhattan. Zwischen der 44. und 86. Strae ist an
diesem Tag alles fest in irisch-amerikanischer Hand. Der unverkennbare Klang von
Dudelscken erfllt die Straen, und die traditionellen Schottenrcke der Clans sind
einfach nicht zu bersehen.

In den USA gibt es heute mehr Amerikaner irischer Herkunft als Iren in Irland. Mitte
des 19. Jahrhunderts herrschte in Irland eine groe Hungersnot und viele Menschen
mussten auswandern. Damals fanden die Iren in den groen Stdten im Nordosten
der USA eine neue Heimat. Viele berhmte und erfolgreiche Amerikaner haben
irische Vorfahren: 20 von 43 US-Prsidenten, unter ihnen John F. Kennedy, Ronald
Reagan und Bill Clinton sollen familire Wurzeln auf der grnen Insel haben. Auch
wer keinen irischen Grovater hat, ist am St. Patricks Day willkommen und zum
Mitfeiern eingeladen. An diesem Tag drfen sich auch der Einwanderer aus Puerto
Rico und der Tourist aus Bayern als Ire fhlen. Voraussetzung ist, dass sie gute
Laune mitbringen, sich etwas Grnes anziehen oder sich zumindest ein dreiblttriges
Kleeblatt auf die Wange malen lassen. Egal ob grnes Bier oder grne Bagel die
Farbe der Hoffnung gehrt zum New Yorker St. Patricks Day wie das
Funkenmariechen zum Klner Karneval.

St. Patricks ist eigentlich ein religiser Feiertag fr die katholische Gemeinde, sagt
Adrienne Schwartz. Seit Jahren geht die junge New Yorkerin mit Freunden ganz in
grn zur Parade, obwohl ihre jdische Familie aus der Bronx keine irischen Wurzeln
hat. Aber mit den Iren ein Stck ihrer Geschichte zu feiern, ist einfach lustig. Als
Amerikanerin gibt es mir das Gefhl, Teil eines groen Mosaiks zu sein.