Berliner Brief

Juli 2016
Liebe Leserinnen und Leser,
„Nein heißt Nein“. Über diesen
Grundsatz wurde in den letzten Monaten nicht nur im Bundestag debattiert. Die sexuellen Übergriffe auf
Frauen in der Silvesternacht in Köln
hatten eine gesamtgesellschaftliche
Debatte über die Notwendigkeit einer
Verschärfung des Sexualstrafrechts
entfacht. Diese Verschärfung hatte
die Frauen Union schon seit langem
gefordert. In dieser Woche haben wir
Gesetzesänderungen verabschiedet,
um die sexuelle Selbstbestimmung
insbesondere von Frauen zukünftig
besser zu schützen. Den Grundsatz
„Nein heißt Nein“ haben wir fest im
Sexualstrafrecht verankert und damit
ein klares Zeichen gesetzt. Nach Zustimmung des Bundesrates kann das
Gesetz in Kraft treten.

In dieser Woche gab es eine gute
Nachricht für Mülheim an der Ruhr.
Der Bund fördert zukünftig mit
50.000 Euro die Planung für den weiteren Breitbandausbau in Mülheim.
Ein entsprechender Förderbescheid
wurde am 06. Juli durch den parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Enak Ferlemann,
in Berlin Vertretern der Mülheimer
Wirtschaftsförderung übergeben. Die
Projektmittel ermöglichen die Planung für den flächendeckenden Ausbau des Breitbandnetzes in den Gewerbegebieten und in Mintard. Der
Bund unterstützt mit dem Ende 2015
aufgelegten Förderprogramm aber
nicht nur die Planung, sondern auch
den Ausbau des Breitbandnetzes. So
erfolgt auch eine Unterstützung der
Kommunen beim Ausbau in Stadtbe-

reichen, wo bisher ein Engagement
von Telekommunikationsunternehmen aus wirtschaftlichen Gründen
ausblieb. Eine flächendeckende
Breitbandversorgung ist von großer
Bedeutung. Zum einen ist die Verfügbarkeit entsprechender Anschlussmöglichkeiten ein wichtiger Standortfaktor. Für die Bürgerinnen und
Bürger bedeutet sie zum anderen
mehr Komfort und eine höhere Qualität der Inhalte. Vor diesem Hintergrund freue ich mich, dass es nun in
dieser Sache in unserer Stadt weiter
voran gehen kann.
Über meine ereignisreiche Sitzungswoche informiert Sie wieder mein
aktueller Berliner Brief.
Es grüßt Sie herzlichst, Ihre

Fotos: Kai Horstmann (oben), CDU/CSU-Bundestagsfraktion| Steffen Hollah, Deutscher Bundestag| Anke Jacob, Deutscher Bundestag | JF Müller (unten, v.l.n.r); V.i.S.d.P.: Astrid Timmermann-Fechter

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Meine Woche im Parlament
Am Montag (04.07.) bereite ich mich
auf die Termine der laufenden Sitzungswoche vor.
Ab Dienstag (05.07.) habe ich für
drei Tage einen Hospitanten in meinem Berliner Büro: den Stipendiaten
Riley Stevens aus den USA, für den
ich während seines einjährigen
Deutschlandaufenthaltes die Patenschaft übernommen habe. Am Dienstagmorgen gewinnt er in der Sitzung
der Arbeitsgruppe Familie, Senioren,
Frauen und Jugend der Unionsfraktion gleich einen ersten Einblick in
meine Parlamentsarbeit. In der AG
besprechen wir noch einmal die Erfolge der Union im Rahmen der Verhandlungen zum Prostituiertenschutzgesetz. Hier haben wir dafür
gesorgt, dass das Gesetz seinen Namen zu Recht trägt, da umfangreiche
Schutzregelungen durchgesetzt wurden. Auch die geplante Neuregelung
des Mutterschutzgesetzes wird besprochen. Der Leitgedanke der Neuregelung ist, eine Abwägung zwischen
dem Gesundheitsschutz für eine
schwangere oder stillende Frau und
ihrem (ungeborenen) Kind einerseits
und der selbstbestimmten Entscheidung der Frau über ihre Erwerbstätigkeit und ihre Ausbildung andererseits sicherzustellen. Vor diesem
Hintergrund haben wir beispielsweise das Nacht- und Sonntagsarbeitsverbot zeitgemäß ausgestaltet. In der
Fraktionssitzung geht es am Nachmittag um die aktuellen parlamentarischen Vorhaben der Woche wie das
Integrationsgesetz. Am Abend führt
mich eine Sondersitzung des Familienausschusses zur Abstimmung über
das Prostituiertenschutzgesetz in den
Ausschusssitzungssaal.

chen regelungsgleiche Übernahme
des Gesetzes zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf
auch für Soldatinnen und Soldaten
sowie Bundesbeamtinnen und
-beamte. Diese haben beispielsweise
nun auch einen Rechtsanspruch auf
Familienpflegezeit. Am Nachmittag
geht es in das Bundesministerium für
Verkehr und digitale Infrastruktur.
Hier findet die Übergabe der Förderbescheide für Beratungsleistungen
beim Breitbandausbau statt. In diesem Zusammenhang freue ich mich
sehr, dass die Mülheim & Business
GmbH hierbei Fördermittel des Bundesverkehrsministeriums in Höhe
von 50.000 Euro erhält.
Am Donnerstag (07.07.) finden zahlreiche Debatten im Plenum statt. So
beraten und beschließen wir in zweiter und dritter Lesung das Prostituiertenschutzgesetz. Es beinhaltet unter
anderem eine Erlaubnispflicht für die

Am Mittwoch (06.07.) findet die reguläre Ausschusssitzung statt. Hier
beschließen wir neben weiteren Gesetzesvorhaben eine im WesentliAstrid Timmermann-Fechter, MdB
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Betreiber von Bordellen, eine Anmeldepflicht für Prostituierte und eine
Kondompflicht. Mit dem Integrationsgesetz stellen wir in zweiter und
dritter Lesung klar, wie anerkannte
Asylbewerber und Menschen mit guter Bleibeperspektive in der Integration gefördert und gefordert werden
sollen. Förderangebote und Pflichten
werden genau definiert und rechtliche Konsequenzen für fehlende Integrationsbemühungen eindeutig
geregelt.
Am Freitagvormittag (08.07.) stimmen wir namentlich über das
„Erneuerbare-Energien-Gesetz - EEG
2016“ ab. Am Nachmittag geht es zurück nach Mülheim an der Ruhr. Ich
freue mich schon jetzt darauf viele
Unternehmen, Vereine und Bürger
im Wahlkreis zu besuchen und mit
ihnen ins Gespräch zu kommen. Ich
freue mich, auch Sie in den kommenden Wochen im Wahlkreis zu sehen!

Aktion „Nein heißt Nein“ der Frauen Union vor dem Reichstagsgebäude.
Foto: Diana Tuppack

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Weiteres aus Fraktion und Plenum
In dieser Woche wird über zahlreiche Gesetze beraten oder beschlossen — hier eine Auswahl:
Regierungserklärung durch die
Bundeskanzlerin zum NATO-Gipfel
am 8./9. Juli 2016 in Warschau. In
ihrer Regierungserklärung gibt die
Bundeskanzlerin einen Ausblick auf
den Ende dieser Woche stattfindenden NATO-Gipfel in Warschau, der in
einer Zeit großer sicherheitspolitischer Herausforderungen stattfindet.
Gesetz zur Änderung des Strafgesetzbuches – Verbesserung des
Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung. Mit diesem Gesetzentwurf, den wir in zweiter und dritter
Lesung beschließen, sollen Schutzlücken im Strafrecht zur sexuellen Nötigung und Vergewaltigung geschlossen werden. Künftig reicht es aus,
wenn der Täter sich über den erkennbaren Willen des Opfers hinwegsetzt.
Ziel ist es, jede nicht einvernehmliche
sexuelle Handlung unter Strafe zu
stellen.
Gesetz zur Änderung des Strafgesetzbuches – Strafbarkeit von
Sportwettbetrug und der Manipulation von berufssportlichen Wettbewerben. In erster Lesung diskutieren wir, wie Manipulationsabsprachen, die im Zusammenhang mit einer Sportwette in allen Wettbewerben
des organisierten Sports stehen, unter
Strafe gestellt werden können. Es ist
dabei unerheblich, ob dies im Profioder im Amateursport geschieht. Darüber hinaus erfasst der neue Straftatbestand der Manipulation von berufssportlichen Wettbewerben Manipulationsabsprachen auch ohne Bezug zu
Sportwetten, wenn sich die Absprache auf hochklassige Wettbewerbe
mit berufssportlichem Charakter bezieht und damit spürbare finanzielle

Auswirkungen insbesondere für
Sportler und Vereine haben kann.
Integrationsgesetz. In zweiter und
dritter Lesung stellen wir klar, wie
anerkannte Asylbewerber und
Menschen mit guter Bleibeperspektive in der Integration gefördert und gefordert werden sollen.
Wir wollen Flüchtlingen etwa den
Zugang zu Integrationskursen und
zum Arbeitsmarkt erleichtern. Förderangebote und Pflichten werden
genau definiert und rechtliche Konsequenzen für fehlende Integrationsbemühungen eindeutig geregelt. Wer
sich nicht an die Regeln hält, muss
mit Leistungskürzungen rechnen, wer
sich anstrengt, soll etwas davon haben. Zugleich sollen die Asylverfahren weiter beschleunigt werden.
Gesetz zur Erleichterung des Ausbaus digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze (DigiNetzG). In zweiter
und dritter Lesung setzen wir die Kostenreduzierungsrichtlinie der EU in
nationales Recht um und treiben damit den Breitbandausbau voran. Wir
erleichtern es Telekommunikationsnetzbetreibern, bislang ungenutzte
öffentliche Versorgungsnetze,
etwa für Gas, Elektrizität oder
Fernwärme, für den Breitbandausbau zu nutzen.
Fortsetzung der Beteiligung
bewaffneter deutscher Streitkräfte an EUNAVFOR MED
Operation SOPHIA. Wir stimmen einer Verlängerung der
deutschen Beteiligung an der
EU-Mission zur Bekämpfung
krimineller Schleuseraktivitäten im südlichen und zentralen
Mittelmeer zu. Dazu sollen auf
hoher See Schiffe und an Bord
befindliche Gegenstände, die
von Schleusern oder Men-

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schenhändlern benutzt werden, im
Einklang mit dem anwendbaren Völkerrecht ausgemacht und beschlagnahmt werden.
Gesetz zur Regulierung des Prostitutionsgewerbes sowie zum Schutz
von in der Prostitution tätigen Personen. Die Zustände im Prostitutionsgewerbe sind oftmals von organisierter Kriminalität, Zwangsprostitution und Menschenhandel gekennzeichnet. Mit dem Gesetzentwurf, den
wir in zweiter und dritter Lesung beschließen, gehen wir gegen diese
Probleme vor. Es ist überfällig, dass
das Prostitutionsgewerbe in Deutschland stärker reguliert wird, um menschenunwürdige Zustände zu beseitigen und die organisierte Kriminalität
zurückzudrängen. Besonders wird der
Schutz von 18- bis 20-jährigen Prostituierten verbessert. Ziel des Gesetzes
ist es nicht nur, das kriminelle Umfeld zu bekämpfen, sondern auch jede
Form der Fremdbestimmung in der
Prostitution einzudämmen: Gewalt,
Einschüchterung, Manipulation, Ausnutzen von Hilflosigkeit, Mietwucher, Uninformiertheit und schlechte
Arbeitsbedingungen.

Reichstagskuppel. Foto: Diana Tuppack