Vorwort10 Kolumnen. 10 Texte, die ich in dieses Internet geschrieben habe.

10 Texte, die sich mit unterschiedlichen Themen beschäftigen. Daher erwartet Sie, lieber Leser, an dieser Stelle eine bunte Themenvielfalt - sie reicht von der Frage nach der Souveranität im Digitalen hin über Storytelling bis zur Aufforderung die eigenen Comfortzone zu verlassen.Diese Texte sind im Laufe von mehreren Jahren entstanden und sind an unterschiedlichen Stellen erschienen. Teilweise nur in meinem persönlichem Blog, teilweise sind sie im Rahmen von wöchentlichen Kolumnen entstanden. Da die Themen bei diesen Kolumnen meistens tagesaktueller Natur sind - denn das Internet ist schnell und lebendig - habe ich 10 Texte ausgewählt, die sich zwar teilweise auf aktuelle Dinge beziehen, ansonsten aber - so denke ich jedenfalls - eine bleibende Wirkung haben werden.Ob dem so sein wird kann ich natürlich heute nicht sagen. Es würde mich aber freuen, wenn Sie als Leser zumindest einige neue Erkenntnisse aus diesen Texten mitnehmen würden.Duisburg, im Juni 2016Christian Spließ Verlasst die Comfortzone, Wunder passieren in ihr nichtIch war noch nie auf der republica.Damit dürfte dann mein Ruf als SIO-Experte des Internets dahin sein, denn laut bekannten Internetgrößen muss man ja unbedingt zu einer Konferenz mit 6000 Leuten und an die 300 Vorträgen in eine Stadt, die als Mekka von Startups gilt. Muss man das wirklich frage ich mich und überlege das schon seit einiger Zeit – letztendlich um zu einer Antwort zu kommen die für mich passt, für euch vielleicht weniger: Nö.Auf der Republica 2013 hat Gunter Dueck etwas gesagt, was mich seit damals immer wieder begleitet: Die Blase namens Internet sei vor allem deshalb so gefährlich, weil sie Meinungen zementiere, die nur innerhalb bestimmter Gruppen gültig seien. „Die Realität aber ist da draußen“, ruft er und predigt, man müsse sich auch mal mit Menschen auseinandersetzen, die nicht der eigenen Meinung seien: „Sie müssen darauf achten, was Mama und Papa und der Mann von der SPD nebenan denken. Und sie müssen versuchen, sie zu verstehen!“„Die Realität ist da draußen.“ Abgesehen davon, dass sich natürlich mit Watzlawick fragen lässt, welche Realität das sein soll – das führt jetzt aber etwas zu weit – hat Dueck einfach Recht. Ob ich nun wirklich den Mann der NPD verstehen muss – urgs – wohl eher nicht. Aber Dueck hat natürlich darin Recht als das wir es uns immer so gemütlich in dieser Comfortzone einrichten, die auch als Blase verstanden werden kann und selten mal den Mut haben aus unseren Gewohnheiten herauszubrechen. Wer sich für Social Media interessiert besucht Veranstaltungen über Social Media. Daran ist ja auch nichts Falsches, den Kontakt mit Fachleuten zur Diskussion zu suchen und sich auszutauschen. Es gibt aber eine Tendenz – ich nehme mich davon nun nicht aus, bewahre – nur dauernd auf Veranstaltungen und Events zu gehen, die zum eigenen Thema passen. Und damit trifft man dann halt mehr oder weniger immer dieselben Gesichter und irgendwann möchte man diese behagliche Blase auch nicht mehr verlassen.Fünf Meter weiter spielen die Themen der republica keine Rolle mehr und ja, so sehr ich Barcamps als Weiterbildungsmaßnahmen schätze und mag – und ich organisiere ja das stARTCamp Ruhr York mit – wenn man schließlich nur noch auf stARTCamps geht ohne mal zu Schauen ob nicht vielleicht auch andere Barcamps mit anderen Themen interessant sind … dann gerät man schon in die Gefahr eine Filterblase.Deswegen: Gunter Dueck hat Recht! Wir brauchen Bodenhaftung. Wir brauchen Kontra, denn nur dann entwickeln wir unsere Meinungen auch weiter. Wir brauchen auch Verständnis und Einfühlungsvermögen – denn ich glaube, die Snowden-Thematik wäre sicherlich beim normalen Internetnutzer weit besser angekommen wenn wir versucht hätten den von seinem Wissensstand abzuholen. Und dazu gehört nicht ihn mit PGP-Schlüsseln zu verwirren sondern erstmal ein allgemeines Verständnis dafür zu schaffen, was der NSA-Skandal mit dem normalen Leben zu tun hat. Die hören ja auch Telefone ab. Die öffnen vermutlich auch Briefe.Also auch wenn das hier natürlich mal wieder keiner machen wird, ich schreibe es trotzdem mal hin: Raus aus der Comfortzone und erleben, das Wunder passieren können. Jenseits von ihr.   Kapitel 2Storytelling entweder? Storytelling drauf an!Es ist bemerkenswert, dass wir immer noch über die Frage streiten, ob Storytelling nun ein Hype ist, ob man das wirklich braucht, ob man jedes Produkt damit aufwerten kann oder ob Storytelling total überflüssig ist. Dabei gibt es offenbar nur die Pro-Fraktion, die Storytelling liebt und die Fraktion, die Storytelling überflüssig findet. Wozu streiten wir uns aber eigentlich?„Die Kunst des Digitalen Erzählens“ war 2011 die stARTConference überschrieben und widmete sich damals schon „einem alten Hut“, wie das Alexander Maximilian Otto Serrano nannte – untermauert übrigens mit einem schönen Hutwurf auf die Bühne. Was übrigens an sich schon eine kleine Geschichte ist, sonst hätte ich das nicht über die Jahre behalten. Storytelling an sich war auch nichts Neues. Geschichten haben sich die Menschen schon immer erzählt. Was aber seit 2008 allmählich mit Transmedia Storytelling mehr und mehr ins Bewusstsein der Experten rückte war die Tatsache, dass Storytelling weit mehr war als man bislang dachte. (Wobei die Narratoren wohl auch sich gewundert haben dürften, was da die Marketing-Fachleute aus Verlagen, Unternehmen auf einmal auf einem Gebiet suchten, was bisher eher nur Fachleuten vorbehalten war. Ich glaube, der ein oder andere Wissenschaftler wird sich echauffiert haben: Das hehre Ideal für schnöden Mammon zu nutzen kommt ja nie gut an.)„Wer wird denn gleich in die Luft gehen?“Ich erinnere mich noch zu Beginn des Jahres 2009 als Frank Tentler der Kulturbranche in Duisburg erklärte, dass das Projekt mit den Philharmonikern das bisher spannendste sei, was er je gemacht hätte. Auch, weil auf einmal die Klassik das Internet eroberte – auch aber, weil auf einmal Inhalte da waren, die für mehrere laufende Meter ARTE-Reportagen ausgereicht hätten. Man hätte einfach nur eine Kamera hinstellen und 24 Stunden mitlaufen lassen müssen, so Frank sinngemäß damals und im Gegensatz zu dem, was man sonst machen müsste – nämlich zu einem Produkt eine Geschichte erfinden – wäre das bei den Philharmonikern anders. Die hätten nämlich die Geschichten schon. Man müsste sie nur ausgraben.Das referiert natürlich auf die Art und Weise, wie die Wirtschaft ihre Waren an den Mann bringt. Sie nutzt Reklame dafür und in dieser Reklame kann man natürlich einfach hingehen und das Produkt zeigen und sagen: „Hier: Neuer Rasierer. Hat 4 Klingen. Ist gut zu Haut. Kaufen!“ (Bitte russischen Akzent dazu denken.) Was aber natürlich keine Kampagne macht. Kein Werbefilm funktioniert so. Bis auf Ausnahmen – aber als die Firma Benetton die Schockwerbung in den 90gern erfand war das halt ein dramatischer Taubbruch, über den die Welt sprach und damit war der Sinn des Ganzen auch erreicht. Aber selbst in dem blutigen T-Shirt eines Kosovo-Soldaten, der im Krieg gefallen war, steckte auch eine Geschichte – nur wurde die bei Benetton nicht unbedingt komplett erzählt. Für Marlboro reichte – wie wir aus „Mad Men“ wissen – die Aussage: „It’s toasted.“ Auch hier: Keine Geschichte an sich, aber schaut man sich Werbefilme aus den 60gern an stellt man fest – auch hier werden Geschichten erzählt. Somit: Ja, Storytelling an sich ist nicht neu. Machen wir seit Urzeiten. Nutzt die Werbung seit Jahrzehnten.Denke ich an Werbung fällt mir der niedliche Teddybär ein, der Milch auf einer Alm eingießt. Campari – was sonst? Jakobs Kaffee und die Gardine mit der Goldkante. „Sie baden gerade ihre Hände drin. – Im Geschirrspülmittel???“ Herr Kaiser!Bestimmt würde ich noch mehr aus dem Gedächtnis kramen, aber diese sind spontan verfügbar. Der kleine Bärenmarkenbär, der irgendwie über die Alm reist und dann die Milch in die Kanne gießt – Campari, in dem der Mann elegant die Frau verführt – Jakobs Kaffee, der die Kaffeetafel rettet und die Ado-Gardine – aber da war gar keine Geschichte dabei. Herrlich, wie die Hausfrau bei der Handpflege das Töpfchen verwechselt und Herr Kaiser, der immer gut gelaunte Mann, der bei kleinen Problemen im Alltag hilft. (Und der Spot der Versicherung mit dem alten Mann und dem Kirschbaum! Stimmt. Aber ich glaube, ich lasse das jetzt mal, das wird sonst zu nostalgisch.) Jedenfalls: Bei fast allen Werbeclips, an die ich mich erinnere spielt eine Geschichte eine Rolle. Wenn diese keine Rolle spielt, dann wird zumindest aber an meine Emotionen appelliert.„Es ist nur ein Hype, der geht vorbei“Macht man sich das mal bewußt, so sind wir wirklich von Geschichten umgeben. Wir merken das aber nicht unbedingt, weil wir das schon von Kindheit auf so gewohnt sind. Deswegen ist Storytelling an sich auch weder Neu noch Ungewöhnlich. Storytelling funktioniert halt. Und es kann – es kann, nicht muss wohlgemerkt – durchaus eine Rolle im Marketing spielen.Wobei ich den Eindruck habe, dass die Abneigung gegen das Storytelling ab und an darauf beruht, dass das so ein Mittel ist, dass in dem einem bösen Wort mit M eingesetzt wird – Marketing. (Das andere böse Wort mit M ist übrigens Manipulation.) Sicherlich ist Storytelling als Buzzword Ende der 2000er durch das Dorf gejagt worden und natürlich gibts auch hier schlechte Umsetzungen – die dann natürlich eher im Gedächtnis bleiben als die guten Umsetzungen und wir kennen das Phänomen des Confirmation Bias natürlich. (Bestätigungsfehler: Man schneidet sich die Fakten so zurecht, dass sie ins eigene Weltbild passen und ignoriert alles andere. Grob gesagt.) Und weil Marketing natürlich mit der hehren Welt der Kultur allenfalls die Schnittmenge „Wir müssen Leute in die Ausstellung bekommen“ gemein hat und Storytelling als unbequemes neues Mittel wahrgenommen wird, das dann auch noch mehr Zeit und Personal bindet als man eh schon hat – vielleicht liegt darin auch ein Teil der Abwehr begründet. Anders kann ich mir jedenfalls nicht gewisse Reaktionen erklären…„Ist es nicht Wahnsinn, so hat es doch Methode“Persönlich halte ich Storytelling als Basis für unabdingbar. Es gibt gute Gründe Storytelling für das Unternehmen einzusetzen und es gibt gute Gründe zuerst zu klären, was man eigentlich vermitteln möchte. Dazu eignen sich Geschichten wirklich hervorragend. Aber was häufig fehlinterpretiert wird: Ich muss nicht auf Biegen und Brechen eine Geschichte um einen Fakt erfinden. Da stimme ich mit Lousy Pennies überein: „Wenn ich über Google wissen will, wie ein Ei gekocht wird, dann will ich nicht erst etwas über den Aufbruch des liebevollen Partners morgens vom Bett erfahren, der sich plötzlich auf seiner Reise in das Happy End des gemeinsamen Frühstücks mit der überraschenden Fallhöhe eines Eis konfrontiert sieht.“ Natürlich nicht. Als Besucher eines Museums für Fluxus-Kunst interessiert mich an einem Kunstwerk auch nicht, ob der Künstler an dem Tag mies drauf war, dann die Liebe seines Lebens traf und mit welchem Hüftschwung er den Farbladen betrat um rosarote Massenartikel zu verfassen. Also erstmal nicht. Erstmal reicht mir Name des Künstlers, Datum, Name des Werkes und allenfalls eine kurze Erläuterung, warum das wichtig ist oder warum das da hängt.Für so etwas reichen dann andere Formate durchaus auch aus. Abgesehen davon aber, dass dieses Kunstwerk dann auch schon seine Geschichte mitbringt – frisch verliebter Künstler macht Liebe massenfertig oder so – kann dieser Informationshappen im Rahmen einer größeren Geschichte oder eines kleineren Plots eingebettet sein. Insofern: Ja, Storytelling hat Grenzen und ist sicherlich nicht allein selig-machend. Aber wer eine Core-Story erstellt hat sich schon mal intensivst mit der eigenen Identität auseinandergesetzt. Und weiß immerhin schon mal, wohin er möchte. Und woher er kommt. Was für ein Unternehmen und eine Institution sicherlich nicht verkehrt ist.Allerdings: Wenn man dann feststellt, dass man für das eigene Marketing keine Geschichte haben möchte – dann ist das zwar schade aus meiner persönlichen Sicht, aber ich bin nicht der Fanatiker, der jetzt dann versucht Leute unbedingt davon zu überzeugen. Bringt ja meistens auch eh nichts. Und es heißt ja MarketingMIX – es gibt also auch genügend Werkzeuge mit denen man Marketing auch ohne Geschichte betreiben kann. Wird schwierig, kann man aber machen.„Der Worte sind genug gewechselt … dort, wo man Komplimente drechselt mag Nützlicheres geschehen.“Im Endeffekt: Ich persönlich bin für die Geschichte und das Erzählen derselben. Ich bin aber nicht der Meinung, dass man das als Methode nun wirklich Jedem aufzwingen muss oder das alles auf einmal in Geschichten verpackt werden muss. Vielleicht ist es das, was die Kritiker übersehen. Sicherlich kann man auch Kritik an der Methode äußern – aber dann würde ich mir manchmal wirklich handfestere Argumente wünschen anstatt nur das diffuse „Finden wir halt doof“ zu vermittelt bekommen. Ja, schön, aber warum denn jetzt genau? möchte ich dann manchmal fragen. Etwas abzulehnen nur weil es nicht ins eigene Weltbild passt, dafür sollten wir uns zu schade sein. Und meine Güte, wenn es halt nicht mit der Story passt, dann halt nicht. Ist doch in Ordnung. Man kann ja das eine tun und das andere lassen oder umgekehrt halt nicht lassen. Ansonsten: Mehr Gelassenheit bitte. Danke.  Das Markenkernproblem der kirchenWofür stehen wir?Das sollte man als Kirchengemeinde ja eigentlich schnell und gut beantworten können. Ob evangelisch oder katholisch: Es gibt gewisse Grundwerte, die das Christentum inspiriert haben. Im Prinzip wäre die Frage nach dem Markenkern der Gemeinde damit auch schon erledigt, aber so einfach ist das dann leider nicht. Denn zwar sind die Grundwerte im Christentum zwar gleich – aber die Art und Weise wie diese Grundwerte gelebt oder praktiziert werden differiert stark von Gemeinde zu Gemeinde. Ich nehme mal jetzt den Unterschied zwischen Evangelisch, Katholisch, Freikirchlich, Pfingstlerisch etc. pp. bewußt aus – aber auch das gehört zur Frage nach dem wofür man steht natürlich dazu. So wird der Status von Jesu Mutter Maria von katholischer Seite aus anders betrachtet als von der evangelischen. Sicherlich findet hier dann schon eine erste Differenzierung statt. Doch davon soll hier nicht die Rede sein sondern von der Frage, wie sich eine Gemeinde selbst definiert. Und da haben wir dieses ominöse „Alle“ – eine Gemeinde soll für alle Christen zugänglich und offen sein. Vom Kindergarten bis hin zur Beerdigung deckt die Gemeinde die Grundfunktionen des christlichen Lebens ab. Konfirmation, Hochzeiten, Weihnachten sind hochemotionale Höhepunkte im Leben, die man natürlich dann besonders feiern möchte.Die Frage, wofür eine Gemeinde denn nun wirklich steht und der Begriff Markenkern sind vielleicht ketzerisch. Formuliere ich das aber um und frage: „Was sind die Tugenden der Gemeinde?“ befinde ich mich durchaus auf vertrautem Terrain. Christliche Tugenden sind uns mehr oder weniger geläufig und vertraut. Und sicherlich sind Gemeinden immer bemüht die Ansprüche der Gemeindemitglieder zu erfüllen. Aber die lokalen Gegebenheiten bringen dieses Bemühen auch immer wieder ins Schwanken und lassen es bisweilen scheitern. Auf dem Land etwa sieht die Gemeinde anders aus als in der Stadt. Das Erntedankfest einer „Dorfkirche“ etwa verläuft ganz anders als das in der Stadt. Würde man versuchen die erfolgreichen Strukturen einer Gemeinde zu übernehmen ohne sie zu adaptieren wären sie zum Scheitern verurteilt. Weil sie nämlich nicht den Tugenden der Gemeinde vor Ort entsprechen sondern künstlich aufgepfropft sind. Doch für welche Tugenden steht denn eine Gemeinde? Und warum ist das so schwer diese Frage zu stellen ohne erstaunt angesehen zu werden?Dinge, die immer schon so gemacht wurdenWeil mit dieser Frage etwas Empfindliches berührt wird: Das eigene Selbstverständnis nämlich. Wo kommen wir denn dahin, wenn Kirchengemeinden sich auf einmal wie Betriebe nach Sinn und Nutzen fragen lassen müssen? Das entspricht doch gar nicht der christlichen Tradition! Und dann überhaupt dieses Marketing-Gewäsch – das hat in der Wirtschaft doch sicherlich seine Berechtigung, aber in der Kirche? Um Gottes Willen! Nur nicht!Es wäre so schön, wenn Kirche außerhalb der Wirtschaft stehen würde. Aber auch Kirche muss wirtschaften. Sie muss mit ihren Mitteln haushalten und diese Mittel so vernünftig und angemessen verwenden wie es ihrem Auftrag zusteht. Stellen wir das doch erstmal sachlich fest. Dass Kirchengemeinden allerdings anderen moralischen Werten und einem anderen Kodex verpflichtet sind ist auch unbestritten. Die Frage nach Tugenden nach denen die Kirche handelt – und damit auch die Gemeinde vor Ort – ist aber essentiell wichtig, weil nur durch die Besinnung darauf was man kann und was man erreichen möchte man für die Zukunft planen kann. Dass die Einstellung „Wir sind für ALLE da“ sehr lobenswert ist, aber in der Praxis kaum umzusetzen – zu wenig Personal, zu wenig Zeit, zu wenig Geld – ist eine bittere Erkenntnis. Das heißt natürlich nicht, dass Kirche jetzt vom allgemeinen Inklusionsgedanken Abschied nehmen muss, das sei ferne. Es heißt aber, dass Gemeinde sich bei der Fortentwicklung und bei der Planung intensiver mit denen beschäftigen muss, die vor Ort sind und die in manchem christlichem Verständnis auch die eigentliche Kirche sind. Nämlich den Menschen, die in der Gemeinde wohnen.Das hängt mit der Entwicklung der eigenen Tugenden sehr eng zusammen. Zwar kann man für sich selbst Tugenden definieren und diese dann entwickeln – man kann diese Tugenden aber dann am Bedürfnis der Gemeinde vor Ort vorbei entwickeln und sich dann wundern, warum Angebote nicht angenommen werden. Gerade auch weil Kirche ja den Anspruch hat für den Menschen da zu sein sollten sich Ziele und Tugenden an den lokalen Gegebenheiten der Gemeinde orientieren. Die Frage nach den eigenen Tugenden, dafür was man leisten kann mit den Mitteln und was man gegebenenfalls auch dann sein lassen muss sollte anhand der Gegebenheiten der Gemeinde vor Ort entwickelt werden – wenn sich kein Mitarbeiter für den Bibelgesprächskreis findet, dann ist das zwar schade, aber vielleicht besteht tatsächlich auch kein richtiger Bedarf danach. Und die Fähigkeiten der Mitarbeiter sind vielleicht in einem anderem Team besser aufgehoben. Dafür gibts aber keine Patentlösung. Wäre ja auch zu einfach. Doch nach diesem Schlenker zurück wieder zum Thema. Der Frage: „Wofür steht die Gemeinde eigentlich?“Den Markenkern entwickeln heißt für die Zukunft gerüstet seinSo blöd das auch klingt: Menschen wollen Orientierung. Sie wollen genau wissen wofür etwas steht. Das vereinfacht unser Leben enorm. Wenn eine Gemeinde daher besonderen Wert auf die Kirchenmusik legt, dann wird sie vermutlich als kompetent für diesen Bereich eher wahrgenommen als für die Arbeit mit Trauernden. Wenn eine Gemeinde andererseits ein Hospiz betreut, dann werden Menschen sicherlich eher die Gemeinde damit assoziieren als mit Kirchenmusik. Wir als Menschen sind halt so gestrickt. Wir lieben es wenn die Realität vereinfacht wird. Wissenschaftlich übrigens bewiesen durch das Paradoxität-der-Wahl-Prinzip.  Wenn daher jemand uns ALLES anbietet, dann sind wir dermaßen verwirrt, dass uns eine Entscheidung schwerfallen würde. Sicherlich gibt es Kerntugenden, die die Gemeinden haben und die auch nicht aufgegeben werden können. Aber was spricht dagegen sich bei diesen Kerntugenden auf die zu besinnen, die die Gemeinde nun wirklich gut kann?Höchst ketzerischer Gedanke, nicht? Das klingt als müsste die Gemeinde dann die Bereiche abstoßen, die nicht rentabel sind und zack sind wir wieder beim Denken in Konzernform. Das möchte ich aber damit gar nicht sagen. Es wäre furchtbar, wenn Gemeinden auf einmal die Altenpflege einstellen nur weil sie der Meinung sind, das machen die Privaten besser. Natürlich ist das damit nicht gemeint – ebensowenig kann ich bei einer Kulturinstitution nicht fordern, dass die Opernschlager wie „Aida“ aus dem Programm genommen werden und jetzt nur noch Bergs „Lulu“ gezeigt wird. Aber wenn wir beim Vergleich bleiben: Das Schauspielhaus Dortmund steht seit dem Intendantenwechsel halt für eine gewisse Richtung. In Düsseldorf gibt es eine hervorragende Tanz-Abteilung. Das heißt ja nicht, dass in Dortmund nicht auch Theater für Jugendliche gespielt wird. Das heißt auch nicht, dass in Düsseldorf die Deutsche Oper am Rhein aufgehört hätte zu existieren. (Okay, Düsseldorf-Duisburg, fairerweise gesagt. Ist ja ein Verbund.) Aber innerhalb der Bereiche und Aufgaben, die diese öffentlichen Häuser leisten haben sie sich ein Profil, einen Markenkern geschaffen. Sie stehen für etwas. Und sorgen damit für Orientierung. Möchte ich eher traditionelles Theater sehen, werde ich mit Sicherheit nicht in „Das Goldene Zeitalter“ in Dortmund gehen oder in „Häuptling Abendwind“ – eine Punk-Operette.Mit Talenten wuchern – aber sicher dasDies aber, so werden konservative Denker einwenden, ist dann doch gerade das, was Kirche nicht sein möchte. Man kann sich als Kirche doch nicht die Freiheit nehmen Gemeindemitglieder zu verprellen. Das geht doch nicht. Man muss doch für Alle da sein. Man kann doch nicht einfach ausschließen!Mit Verlaub: Ja, Kirche ist ein Haus der offenen Türen und wir üben uns manchmal in Geduld mit den Ansprüchen und Gegebenheiten, die an die Kirche herangetragen wird. Aber um es noch einmal zu betonen: Es geht um die Besinnung auf das, was man als Gemeinde tun kann und was man besonders gut tun kann. Die Vernachlässigung von Gebieten, die eine Gemeinde nicht so gut kann steht gar nicht zur Debatte ebenso wenig die Veräußerung der christlichen Tugenden. Es geht um die Gaben und Tugenden, die in der Gemeinde vorhanden sind und darum, wie man sie am Besten nutzt.:“Sind sie alle Apostel? Sind sie alle Propheten? Sind sie alle Lehrer? Sind sie alle Wundertäter?“ Nein, meint der Korintherbrief. Müssen sie auch gar nicht sein. Sondern jeder sollte seine Gaben zum Besten nutzen. Zwar ist hier die Rede von den Gemeindemitgliedern, man kann das aber auch ohne Weiteres auf die Gemeinde selbst übertragen. Aber man kann ja nur wissen womit man wuchern möchte – falls jemand mal nachlesen möchte, es gibt da so ein Gleichnis, bei dem jemand seine Talente vergräbt – wenn man seine Tugenden und seine Talente kennt.Daher: Die Frage nach dem was eine Gemeinde ausmacht und die Frage nach einem Leitbild oder Gemeindeverständnis ist unabdingbar. Denn nur wenn man weiß was einen ausmacht und was man als Gemeinde kann und in welchen Gebieten man gut ist, nur dann kann man diese besonderen Talente auch wirklich für sich nutzbar machen. So ketzerisch die Frage nach dem Markenkern und der Gedanke der Gemeinde als Marke auch ist – er hilft bei der Orientierung und bei der Planung. „Das Klima in der gastfreundlichen Gemeinde wird vom Verständnis der eigenen Identität beeinflusst.“ Wenn solch ein Satz in einem Leitbild steht und wenn die Gemeinde die Kernkompetenz Gastfreundschaft hat – dann ist das Verpflichtung, auch Verbindlichkeit. Ja, das schreckt dann bisweilen ab, weil die Rolle der Gemeindemitglieder auf einmal neu definiert ist. Andererseits ist das auch hilfreich, weil jetzt jeder genau weiß wofür die Gemeinde steht und was einen erwartet wenn man zu Besuch im Gottesdienst ist oder wenn man am Gemeindeleben teilhaben möchte. Genauso wie der Gottesdienstablauf im Gesangbuch hilft, den Gottesdienst besser verfolgen zu können wenn man nicht ständig in der Gemeinde da ist. Denken wir mal drüber nach.  Kinderbücher sind keine BWL-Lehrbücher!Wer als Erwachsener sich manche Kinderbücher anschaut wird auch feststellen müssen, dass eine Menge Schrott produziert wird. Was allerdings umgekehrt nun auch gilt. Es gibt jede Menge Schrott für Erwachsene. Nur, dass sich Erwachsene offenbar laut Meinung des Kolumnenautors Constantin Seibt, der beim Tagesanzeiger für die Recherche zuständig ist - steht unterhalb seines Photos jedenfalls - offenbar immer total logisch, dramatisch wertvoll und halten sich immer an die Gesetze der Physik.Offenbar gibt es für Herrn Seibt keine Fantasy und keine Science-Fiction, keine Märchen für Erwachsene, keine Fabeln und keine anderen Formen, die irgendwas mit Fantasie und der Vermittlung von anderen Werten zu tun haben. Vermutlich lässt er sie nur dann gelten, wenn sie dramaturgisch wertvoll ist. Was auch immer das sein soll. Vermutlich soll der Hauptcharakter über sich hinauswachsen und eine Heldenreise erleben. Sorry, liebe Heftromanleser - nach Herrn Seibt seid ihr erstmal weg vom Fenster. Tja. Schade. Ist aber so. Aber tröstet euch, wenigstens sind die Cover von Arzt-Romanen und Mutti-Heftchen immer schön bunt. So wie Kinderbücher das halt auch sind."In Kinderbüchern trauen sich die Autoren unter dem Vorwand der Fantasie, alle möglichen Joker zu ziehen," schreibt Seibt. Was natürlich auch auf alle phantastische Literatur an sich zutrifft. Selbst die biedere und brave Bibi Blocksberg, die zusammen mit Benjamin Blümchen für die Aufrechterhaltung des deutschen Spießertums wirbt ist für Herrn Seibt damit außen vor. Weil: Charakterentwicklung - na ja. Physik? Fliegende Besenstäbe sind eh nicht möglich. Und ein Elefant, der spricht? Fantasie! Totale Fantasie!Würde Herr Seibt jetzt Beispiele anführen, bei denen man wirklich, wirklich zustimmen könnte - das wäre ja noch zumindest eine gerechtfertigte kurze Rand-Kolumne wert. Natürlich gibts eine Menge Schrott bei Kinderbüchern. Aber sich dann ausgerechnet auf zwei Bücher zu stürzen, die durchaus wertvoll sind - tja, Herr Seibt - das ist blöd. Wirklich, wirklich ungeschickt. Denn Elmar, der Elefant und Frederik die Maus zahlen zwar "keinen Preis fürs Außenseitersein", wie er das sinngemäß formuliert. Aber das müssen sie auch nicht, denn sie zeigen gerade für die Kleinen - wir reden hier von Bilderbüchern, also Kindergartenalter bis ungefähr erste Klasse - dass es andere Werte gibt als die, die wir Erwachsenen immer so gerne hätten.Schauen wir uns mal Elmar, den bunt karierten Elefanten an. Klarer Fall von Außenseiter. Mit dem wird keiner spielen wollen. Der ist halt anders als alle anderen. Genau so wie Flüchtlinge, Ausländer, Asylanten, Kinder mit besonderen Begabungen, Leute im Rollstuhl oder Erwachsene, die nicht immer genau verstehen was man sagt. Tja. Die sind halt anders und wir verhalten uns wie die Elefanten im Kinderbuch. Wir grenzen sie aus und sind nicht nett zu ihnen. Aber dann geschieht ein Wunder. Und nun kann man argumentieren, im normalen Leben kämen Wunder nicht mehr vor, aber ich bin mir da nicht so sicher - ab und an gibts Gelegenheiten, bei denen das Leben oder wer auch immer das Leben steuert Humor und Einfühlungsvermögen beweist. Wunder gibt es immer wieder. Und das Wunder bei Elmar ist: Auch wenn wir nicht wissen, warum und wie - Elmar gibt dem Regenbogen seine Farben wieder. Die Moral von der Geschichte könnte natürlich auch im Sinne von Seibt lauten: Solange jemand was nützliches für die Gesellschaft leistet, solange ist er geduldet. Aber das ist gar nicht so intendiert. Eher lehrt Elmar die Kinder - und auch uns, wenn wir das vorlesen: Wer anders ist, ist ebenfalls wertvoll.Das aber ist eine Lektion, die wir nicht früh genug Kindern beibringen können. Denn, dass der Beste gewinnt, dass Geld alleine zählt, dass man immer der Erste sein muss, dass man Ellenbogen einsetzen muss - das lernen Kinder noch früh genug. Ebenfalls lernen Kinder auch, dass man seinen Verstand bitte nicht anstrengen braucht, dass RTL2 ein Bildungskanal ist und dass Potentiale bitte vernachlässigbar sind. Abgesehen davon, dass man seine Träume in die Tonne kloppen kann, man kann sie eh nie verwirklichen. Das alles lernen Kinder noch früh genug.Mit Frederick der Maus - die Fabel lehnt sich an ein dickeres Buch an, wie heißt das noch, das ist doch immer zitiert als Grundlage unserer Kultur... Ach ja, die Bibel, stimmt, da gibts Maria und Martha... Jedenfalls: Klar, auf der einen Seite sammeln die Mäuse Futter für den Winter. Und klar, Frederik macht da nicht mit. Das ist natürlich für den Konsumismus und den Materialismus unserer Welt total nicht denkbar. Leute, die sich bewußt der Arbeit entziehen sind Sozialschmarotzer. Die machen es sich in der Hängematte der Gesellschaft bequem. Und überhaupt: Allgemein Arbeitspflicht für alle! Fordert ja schließlich schon die AfD und während man zu allen anderen Punkten Widerspruch hört sind die Parteien hier erstaunlich leise... Ist aber auch kein Wunder: Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen.Letzten Endes ist aber die Pointe bei Frederick ja gerade die, dass auch derjenige, der "anders arbeitet" ebenfalls eine gute Ernte einbringt. Nur ist dieses Ernte nicht materiell und ja, es mag sein, dass richtige Mäuse verhungert wären - aber die Botschaft des Buches ist doch die, dass man mit Fantasie seine Situation, egal wie trostlos die ist, verändern kann. Und auch wenns keine sichtbaren Erfolge gibt, heißt es nicht immer man müsse seine Geisteshaltung zuerst ändern bevor man was bewirkt? In diesem Falle ist Frederick die Maus ein Vorbild: Sie verändert die Trostlosigkeit der Situation und gibt das, was man braucht. Nennt sich Hoffnung. Dass man als zynischer, verbitterter und abgeklärter Erwachsener sowas mit einem "Humbug" belegt, das ist durchaus schade. Nicht, dass ich das unterstellen möchte. Aber nun ja, Herr Seibt schreibt normalerweise auch über Wirtschaft. Und dass die Wirtschaft keine guten Kinderbücher hervorbringt, dass ist nun mal nicht die Schuld der Kinderbücher. Wobei sich auch fragen lässt, ob Wirtschaft schon im Kindergarten Einzug halten sollte oder ob die Welt der Kinder nicht vielleicht auch Themen wie Andersartigkeit und Inklusion lernen sollten. Und Fantasie. Aber Fantasie lässt sich nicht mit klingender Münze messen. Tja. Blöd, Herr Seibt, aber: Isso. Digitale SouveränitätWas ist das Gute Leben? Gute Frage. Schlimm und kompliziert und komplex genug, denn das Gute Leben ist nicht für jeden gleich. Jeder hat seine eigene Vorstellung davon und wenn schon Philosophen seit Jahrhunderten darüber diskutieren, wie man das Gute Leben leben könne... Eine Frage ohne Boden. Noch komplizierter wird es, wenn man fragt: Wie sieht das Gute Leben eigentlich in oder mit der Digitalisierung aus?​Oder gar: Wie gelange ich an die Digitale Souveränität - und das ist nicht gleichzusetzen mit dem Thema Datenschutz oder Datensicherheit oder irgendwelchen Leaks, die Journalisten aufbereiten.Wenn ich in meinem Leben der Souverän bin, der Inhaber der Staatsgewalt für das eigene Leben also, dann müsste ich auch wissen nicht nur wo ich selbst Spuren im Netz hinterlasse und wie ich mit gewissen Diensten umgehe - das gilt ja schon für das Suchen mit der Google-Suchmaschine - sondern ich müsste auch wie der wunderbare ideale Homo oeconomicus in der Lage sein alles zu durchrauschen. Alles zu wissen. So zum Beispiel ob meine Krankenkasse Daten von mir hat und wieviele - und warum werden die gespeichert? Wie lange? An wen gibt die Krankenkasse Daten weiter? Für welche Zwecke? Digitale Souveränität heißt: Ich selbst weiß, wo wer meine Daten verarbeitet und wer sie nutzt und habe zustimmend mit dem Kopf genickt und gnädigst erlaubt, diese Daten zu speichern. Zu vervielfältigen. Weiterzugeben.Allein: Das ist eine Vision, die nicht erfüllbar ist. Überall werden Daten von mir hinter meinem Rücken gesammelt. Programme tracken, welche Webseiten ich besuche - damit sie mich später mit Werbeanzeigen auf anderen Seiten versorgen können. In Cookies, die gegen meinen Willen gesetzt werden, werden Informationen über mein Surfverhalten gespeichert. Werbefirmen dringen ungesehen und ungefragt in meine Souveränität ein. Ich merke davon nichts. Meine Kreditwürdigkeit hängt nicht nur davon ab, ob ich meine Rechnungen pünktlich bezahle. Sie kann davon abhängen in welchem Stadtviertel ich wohne. Scoring geschieht hinter meinem Rücken und selbst wenn ich einmal im Jahr bei der Schufa einen Wisch beantragen kann - da steht längst nicht alles drin. Und wie der Score sich zusammensetzt? Betriebsgeheimnis. Selbstverständlich. Haufen von Datenbergen rund um mich her und ich ahne noch nicht einmal etwas von ihnen. Das müsste ich aber, wenn ich wirklich ein Digitaler Souverän wäre. Oder zumindest müsste man mich in Kenntnis darüber setzen, welche Daten von mir gesammelt werden. Die Frage nach dem Guten Leben in der Digitalisierung trifft da genau den Kern. Ist das Gute Leben jetzt dieses Arbeiten 4.0, dass sich eh nur jene erlauben können, die in der Wissensbranche arbeiten und nicht als Kundenberater vor dem PC sitzen müssen eine geregelte Zeit? Ist das Gute Leben jetzt eines, in dem ich per Smartphone dem Haus mitteile, bitte jetzt die Heizung aufzudrehen da ich gerade aus dem Büro komme? Welche flüchtigen Daten gebe ich da schon wieder aus der Hand? Das Gute Leben: Boni von der Krankenkasse, die per App nachschaut ob ich mich auch wirklich bewege und was ich tue. Wenn nicht: Sorry, dann erhöhen wir den Beitrag wegen des Risikos. Die Schöne Neue Welt, die solche Bürger trägt: Das Gute Leben im Digitalen?Es gibt keine Antworten auf die Fragen. Weil wir gerade mal mit den Schiffen über den Ozean gesegelt sind und den ersten Streifen des Neulandes entdeckt haben. Irgendwo weiter hinten sehen wir zwar Berge, aber wir müssten uns erst einen Weg durch den Dschungel schlagen - nachdem wir uns häuslich am Strand und in der Nähe eingerichtet haben. Das Ideal der Digitalen Souveränität ist für jeden ein anderes. Sicherlich aber sollten wir uns neben dem Wirrwarr um Tools, Werkzeuge, Servern, Angriffen auf Banken, der Angst vor dem nächsten Virus - wir sollten uns bewußt machen, dass wir diese Frage noch nicht mal ansatzweise angefangen haben zu diskutieren. Und ich denke, wenn wir damit nicht bald anfangen ist die Frage nach der Gestaltung der Zukunft eine, die nicht mit der Antwort einer Digitalen Souveränität zufriedenstellend auflösbar ist. Verhindert die Digitale Spaltung, Bibliotheken!2013 schon beschäftigte man sich im Bibliothekswesen mit der Frage, wie man die Rolle von diesen Einrichtungen in einem Zeitalter definiert, das Wissen jederzeit verfügbar - sofern man die Gebühren für den Internetanschluss und die Hartware bezahlen kann - nicht mehr in fester Art und Weise wie etwa in gebundenen Lexikon-Bänden sondern in flüssiger und sich stets wandelnder Form anbietet.​Im Jahr 2013 fand man beim Weltkongress der Bibliotheken in Singapur das Thema "Wandel" ebenso schon vor wie das Thema der Integration oder der Nachhaltigkeit. Dinge, die eigentlich immer noch auf der Agenda von Bibliotheken stehen sollten. Vor allem Integration hat an Brisanz gewonnen, aber ein Thema, das Bibliotheken eigentlich von ihrer Geschichte her immer begleitet hat, hat noch mehr an Spannung erhalten. Seltsamerweise ist das aber aus den Medien wieder verschwunden. Und auch Bibliotheken kümmern sich leider nicht mehr besonders darum.Bibliotheken haben ihre Rolle geändert. Sie sind nicht mehr Hüter und Selektoren des Wissens - die Zeiten, in denen der Bibliothekar entschied, was man nach Hause mitnehmen durfte sind vorbei. Bibliotheken unterliegen wie allem in dieser Zeit dem digitalem Wandel und müssen sich der Herausforderung stellen: Einerseits sind sie noch Häuser von Medien - und Medienpädagogen seien daran erinnert, dass Bücher und Fernsehen ebensolche sind wie Computer und Smartphones - andererseits rücken sie mehr und mehr an das heran, was seit je als Soziale Bibliotheksarbeit definiert wurde. Auch wenn man es vielleicht nicht gerne hören mag. Soziale Bibliotheksarbeit wurzelt - wie so etliches, was Bibliotheken bestimmt - in dem Verständnis, dass Chancen und Zugänge nicht für eine Elite da sind, sondern dass diese selbstverständlich auch Menschen zugänglich sein müssen, die entweder zu alt oder zu arm sind um an der gesellschaftlichen Entwicklung anteilnehmen zu können. Merkwürdig, dass man Bibliotheken immer wieder an ihre Geschichte und ihre Herkunft erinnern muss - denn die Öffentlichen Lesehallen in Hamburg etwa wollten ja genau das: Sie wollten, dass der Bürger Zugang zu Informationen erhielt, die ihm im Leben weiterhalfen. Sonderformen wie die Arbeiterbibliotheken wurden von Preußen kritisch beäugt, aber auch sie speisen sich aus dieser Vorstellung: Dass es Dinge geben muss, die für alle Menschen gleich erreichbar sein sollten.Während das Schulsystem unserer Zeit mehr und mehr dem Drängen der Wirtschaft nachgibt - und die Konsequenzen eines verkürzten Abiturs immer noch nicht absehbar sind - und die eigentliche Bildung eines Humboldts nach und nach für eine Rentabilität verpfändet, die die Aufklärer wie Kant im Grab rotieren lassen - haben Bibliotheken eigentlich die Aufgabe, die Digitale Spaltung in unserem Lande wenigstens etwas abzumildern. Abgesehen davon, dass Bibliotheken als Zentren für das gemeinsame Arbeiten ebenfalls keine neue Idee sind. Coworking gab es dort schon immer, wenn auch ohne Internet und ohne schicke Laptops. Das Thema der Digitalen Spaltung jedoch ist keines, das populär wäre - obwohl wir im Land immer wieder darauf hingewiesen werden wie wichtig Informationstechnologie und die Datenautobahn sind damit wir nicht den Anschluss verlieren. Die Regierung selbst drückt sich um das Thema so herum. Während es Dinge gibt, die jedem Bürger per Gesetz zustehen gehört das Recht auf einen Internetanschluss nicht dazu. Dafür aber rufen wir händeringend nach Programmierklassen weil unsere Gesellschaft sonst den Anschluss verliert. Irgendwann im Laufe der Zeit haben wir das Thema der Digitalen Spaltung mal auf der Agenda gehabt und es wieder in die Rumpelkammer der Geschichte gestellt.Die Digitale Spaltung ist nicht dadurch behoben, dass heute jeder ein Smartphone hat. Oder dass man mit WhatsApp kommunizieren kann. Die Digitale Spaltung der Gesellschaft, die sich längst vollzogen hat, geht tiefer. Es geht um das grundlegende Wissen und Verstehen davon, wie die Digitale Welt funktioniert. Die Digitale Spaltung ist nicht nur das Nicht-Besitzen von Technologien wie dem Internet - die Digitale Spaltung umfasst das Wissen darüber, wie Mechanismen und Algorithmen funktionieren. Ebenso übrigens auch wie das Thema von neuen Technologien, die nicht jeder bei sich zu Hause haben kann. In unserer Gesellschaft wären das 3D-Drucker momentan. Die Digitale Spaltung wurde durch die Sozialen Medien nicht aufgehoben - denn für diese Medien ist Wissen notwendig. Dazu gehört die richtige Größe fürs Profilbanner ebenso wie die Frage, wie man ein Bild eigentlich auf diese Maße bekommt. Und mit welchem Programm. Und welches Format man dafür nun braucht: Doch ein PNG?Da die Rolle der Bibliotheken sich wandelt sollten sich diese darauf besinnen, dass sie schon immer auch Orte waren, an denen das liquide Wissen, das nicht in Büchern stand und nicht unbedingt sofort fassbar war, weitergegeben wurde. Und sicherlich ist die Frage, wie sich Bibliotheken verstehen keine, die einfach mit ein paar Sätzen beantwortet werden kann - auch ein Selbstverständnis muss immer wieder auf die Probe gestellt werden. Dies geschieht zur Zeit zwar auch, teilweise. Und das ist gut so. Besser wäre es aber, wenn von den wenigen Leuchtturmprojekten mehr Feuer in die Gesellschaft getragen werden könnten - und da sind Bibliotheken noch ein wenig in der Bringschuld. Leider. Die schwarzen MesskistenWie misst man eigentlich Social-Media-Kampagnen? Ganz klar: Mit Werkzeugen, mit Tools. Nur: Was und wie genau messen die nun eigentlich den Erfolg einer Kampagne? Das ist eine Frage, die nicht so einfach zu beantworten ist obwohl sie einfach zu sein scheint. Software-Tools messen halt Werte. Sie messen das, was da ist. Sie messen, was vorhanden ist. Nur: Wie messen die das denn jetzt wirklich und wie vertrauenswürdig sind diese Instrumente? Lassen wir erst mal den Ansatz von Quantitativ und Qualitativ außen vor - dass dieser auch eine wichtige Rolle spielt ist klar, denn wie misst man den Wert eines Tweets? Wie misst man den Wert eines Facebook-Beitrags? Was ist das eigentlich Qualität - und wird die Qualität nicht eigentlich vom Nutzer aus gewertet? Entscheidet nicht der Nutzer letzten Endes was für ihn Qualität ist und wenn das nun lustige Katzenbilder sind, dann sind lustige Katzenbilder Qualität? Da haben wir ja schon nach wenigen Fragen recht tiefes Wasser erreicht - das Problem ist: Solange das semantische Web nicht Wirklichkeit ist und wir tatsächlich Tools haben, die Stimmungen exakt bewerten können - oder zumindest für uns, die wir ja alles so sehr Schwierigkeiten mit Ironie und Satire im Internet haben, oh doch - oder zumindest verstehen wie etwas gemeint ist ... so lange können wir die Frage ob etwas Qualität hat oder nicht nicht mit Tools messen. Natürlich gibt es Bewertungs-Tools, die Tweets bewerten können, aber diese sind nicht perfekt. Und werden das auch nie sein, weil jedes Tool eigentlich wenn es Qualität messen möchte erst mal unsere persönliche Sichtweise der Qualität gesagt bekommen muss. Wie geschrieben: Tiefes Wasser ist tief. Schade, dass diese Fragestellung meistens gar nicht diskutiert wird.Was Werkzeuge gut messen können sind quantiative Werte. Wieviele Fans gewannen wir im Vergleich zum letzten Quartal? Sagt uns Facebook selbst mit seinem internen Mess-Tool. Wieviele Retweets hatten wir? Twitter hat ein Statistik-Tool. Diese Tools liefern im Endeffekt die "harten Zahlen" - nur: Wie messen sie die? Und messen sie die auch wirklich korrekt? 2013 meldete Facebook, es hätte wegen eines Bugs falsche Zahlen geliefert und man würde in Zukunft natürlich die richtigen Auswertungen ausgeben. Soweit zu der Verlässlichkeit von Tools... Und wenn man nicht unbedingt den Tools von Facebook vertrauen darf, wie ist das dann mit Tools, die die API von Facebook anzapfen - die Programmierschnittstelle - und so an die Werte kommen? 2013 waren wohl auch diese falsch.Im Endeffekt muss man sich klarmachen: Wir alle arbeiten mit Schwarzen Kisten. Wir wissen zwar, dass Zahlen an der einen Seite der Kiste in die Software hereinkommen, wir wissen aber nicht genau wie diese Zahlen verarbeitet und gemessen werden, geschweige denn dass wir wirklich verstehen wie das vor sich geht - wir haben am Ende des Prozesses aus der Schwarzen Kiste halt die Ergebnisse, die wir haben. Und wir müssen den Schwarzen Kisten vertrauen, dass die einigermaßen richtig oder korrekt messen. Das ist die Krux des Ganzen - und das gilt nicht nur für Social Media, das gilt auch für Google Analytics und Piwik oder andere Mess-Software. Gut, wenn diese Software offenlegt wie genau sie was bewertet und misst, dann haben wir eine transparente Kiste und können nachvollziehen wie Werte entstanden sind. Aber in der Regel können wir das halt nicht und müssen daher auf das vertrauen, was uns diese Schwarzen Kisten auswerfen.Das Merkwürdige ist aber: Selbst wenn wir nicht genau wissen, wie Zahlen zustande kommen und selbst wenn diese falsch sein sollten - in einem System an sich sind sie dennoch nutze. Wenn auch keiner weiß ob die Zahlen bei KLOUT wirklich richtig messen oder was KLOUT da eigentlich misst; solange diese Zahlen innerhalb des KLOUT-Systems vorkommen sind sie tatsächlich vergleichbar. Selbst wenn mein Schrittzähler nicht unbedingt wirklich auf den Punkt genau misst - so habe ich dennoch im Laufe der Zeit eine Datenübersicht und kann mit dieser operieren. Und wenn der Schrittzähler derselben Marke, den jemand anderer trägt, ebenfalls genau so falsch misst - dann kann ich tatsächlich annähernd vergleichen. In dem Fall spielt offenbar die Tatsache, dass der Wert nicht RICHTIG ist keine Rolle, denn ich habe zwei Werte und ich habe im Endeffekt über einen längeren Zeitraum eine Skala. Selbst damit kann ich arbeiten. Solange ich weiß, dass der Zähler nicht unbedingt richtig misst und um das festzustellen bräuchte ich mehrere Zähler von anderer Machart. Oder ich muss mich auf einen Wissenschaftler verlassen, der den Aktivitätentracker genau nach der Atomuhr mit einer speziellen Software aktualisiert, die dann mit GPS-Sensoren feststellt, wie oft ich wo unterwegs bin, diese Werte dann trianguliert und im doppelten Verhältnis zur aktiven Schrittzahl setzt, die sich dann wiederum teilen muss durch die Durchschnittsgeschwindigkeit... Oder anders gesagt: Wir müssen uns dann auf eine Schwarze Kiste verlassen, die von einem Wissenschaftler geprüft und für absolut total glaubwürdig befunden wurde. Wie war das noch: Vertrauen ist der Anfang von Allem?  Smart, Smart, Smart!Smart, smart, smart - heutzutage ist ja alles smart. Das fängt von der Uhr an, mit der man sein Auto entriegeln kann; sofern man das passende Betriebssystem hat. Im Haus ist ein Smartmeter für den Stromverbrauch eingebaut oder wird eingebaut werden weil das ja jetzt so sein muss und angeblich die Rechnungen damit total transparent sind. Fragt sich für wen und was passiert, wenn wirklich mal ein Fehler auftritt.​Wir haben ein smartes Telefon in der Jackentasche dabei, die Kühlschränke versuchen seit Jahr und Tag Smart zu werden und natürlich kann man mit einem entsprechendem System auch total praktisch smart mit dem Handy der Wahl die Heizung anwerfen wenn man im Büro ist. Und klar: Dank entsprechender Zusatzsoftware kann auch der alte Fernseher noch zu einem Smart-TV umgerüstet werden. Wir sind also umgeben von vielen, vielen bunten Smarties. Und PR und Reklame sorgen dafür, dass wir ständig neue smarte Produkte präsentiert bekommen. Toll.Allerdings: Was ist eigentlich genau die Definition von Smart? Wenn man im Duden nach Smart schaut hat man zwei Bedeutungen des Wortes. Einmal etwas in die Richtung gewitzt, clever; die zweite Bedeutung wäre modischer Art: Modische Eleganz, auffallend auserlesen, fein. (Nebenbei kann man auch gleichzeitig nach, dass "am smartesten" tatsächlich die ultimative Steigerungsform ist - gelobt sei die Flexibilität der deutschen Sprache.) Gleichzeitig hat smart aber auch noch eine Bedeutung gewonnen, die noch nicht im Duden verankert ist - der Technikbezug. Wenn etwas smart ist, dann hat es etwas, was mit Technik und Moderne zu tun hat. Wie das Smartphone ja kein normales Telefon ist, es ist halt smart: Es hat technische Funktionen, die weit über das hinausgehen was es eigentlich nur können sollte.Nämlich telefonieren. Dazu wurde das Telefon irgendwann mal erfunden, damit man Gespräche über Distanzen führen kann. Das definiert ein Telefon. Gut, die Technikweiterentwicklung fügte dann noch die SMS dazu - was uns ja lange Zeit auch völlig genügte. Okay, wenn das Telefon nicht mehr an einer Schnur hängt und im Flur angebracht ist, wenn wir uns dann auch nicht mehr mit dem Mondscheintarif rumschlagen müssen... Unmerklich haben sich nach und nach technische Funktionen angereichert, die aus dem reinen Telefon an sich ein Gerät machten, dass mehr und mehr um Multimedia-Knoten für alle Dinge wird. Und seitdem es Siri und Cortana und Co gibt kann man auch noch das Gefühl haben, dass man kein Telefon mehr in der Hand hat sondern das Äquivalent einer smarten Sekretärin. In dem Fall würde das Wort an sich auch wieder stimmen, Sekretärinnen sind in der Regel gewitzt: Schließlich verwalten sie die ganzen Termine und bearbeiten die Post. Und so.Im Laufe der Zeit haben also Geräte zusätzliche Funktionen gewonnen, die wir im normalen Alltag vielleicht nicht immer unbedingt brauchen, aber an die wir uns gewöhnt haben. Ich lehne es ja permanent ab mit meinem Fernseher zu sprechen, außer diese verdammte dämliche Kiste hat mal wieder die DVD verschluckt und rückt sie nicht raus aus dem internen Laufwerk und bei Amazons Echo läuft mein innerer Datenschützer Amok. Aber natürlich ist Sprache einfacher als wenn man den Rechner anschmeißen und irgendwas tippen muss. Pardon: Wenn man Siri auf dem iPhone etwas fragt. Es gibt sicherlich auch sehr nützlich Anwendungen für smarte, von der Sonne aufgeladenen Jacken - mir fällt zwar jetzt keine ein, aber klar ist auch Basecap mit eingebauten Lautsprechern sicher total sinnig - wenn man sowas tragen kann. Aber wie man sieht: Nach und nach sind bei den Dingen, die bisher nur eine Sache konnten und diese sehr gut neue Funktionen dazugekommen. Manche werden sich eher nicht durchsetzen, manche schon. Sind sie aber wirklich gewitzt und clever? Oder sind sie einfach nur überkompliziert und anfällig für Hacker?Noch sind sie weder gewitzt noch clever. Die Singularität, die Sheldon Cooper aus der "Big Bang Theorie" ja sehnlichst herbeisehnt und in der Mensch und Maschine verschmelzen wird nicht so rasch kommen. Clever sind die Geräte nicht, obwohl dazu schon Ansätze gegeben sind. Etwa wenn mein Smartphone mir sagt, dass es bis zum nächsten Ziel noch soundsoviele Stunden dauert obwohl ich das gar nicht eingegeben habe. Schon gruselig. Ansonsten aber sind die Geräte momentan nicht so clever Dinge von alleine zu tun - was ja eigentlich seit Jahren ein Verkaufsargument für diese smarten Kühlschränke ist. Wenn die Milch alle wird, funken die den nächsten Supermarkt an und bestellen automatisch nach. Sehr gruselig.Nein, die Maschinen und Geräte an sich sind noch nicht so weit, dass sie eigenständige Entscheidungen für uns fällen können - glücklicherweise. Dafür aber sind sie teilweise vom Design her sehr elegant, sind auserlesen und fein. Apple ist ja ein Beispiel dafür wie modische Eleganz bei technischen Geräten aussehen kann und wenn demnächst noch die SmartWatch kommt wird das wieder mal eine Revolution sein. Wobei sich die Ironie des Ganzen ja bei der Smartwatch schon zeigt: Sie ist nur wirklich "smart" wenn sie an das Smartphone der Wahl ankoppelt. Ansonsten funktionieren die ganzen Zusatzfunktionen in der Regel wohl nicht und sie wird auf das reduziert, was eine Uhr ursprünglich tut: Sie zeigt nur die Zeit an. Und vermutlich muss man sie jede Nacht wieder aufladen, da der Akku bestimmt nicht länger hält.Und ja: Letzten Endes ist natürlich auch die Tatsache, dass je komplexer etwas wird, desto anfälliger wird es für Fehler und für Leute, die Unfug treiben wollen. Und natürlich kehrt sich zum Beispiel beim Smartmeter heimlich und leise die Beweislast um: Da die Technik der Stadtwerke ja unfehlbar ist, können sie sich bei der Abrechnung gar nicht vertun. Ergo muss letzten Endes ich als Verbraucher irgendwie beweisen, dass ich nicht so viel Strom verbraucht habe wie man mir nahelegt, dass ich es getan haben soll. Wie genau ich das dann tun soll ist die Frage: Gegenüber der Technik kann ich das gar nicht. Außer natürlich der Fehler ist sehr offensichtlich und das Ding fällt mal komplett aus. Falls jemand jetzt einwendet, das sei vom Gesetzgeber her noch nicht der Fall - was nicht ist, kann noch werden. Und Hacker werden sicherlich ganz viel Spaß haben wenn alle Geräte im Haus mit dem Internet vernetzt sind und der Smart-TV mit der eingebauten Kamera beobachtet uns dann natürlich auch schön brav dabei, wie wir fernsehen, spielen oder eine App nutzen. Und die gesammelten Daten werden dann zu unserem Besten, nämlich zur Programmverbesserung für unsere kleinen Echokammern, benutzt und irgendwann sind dann bestimmte Fernsehkanäle einfach nicht mehr da, weil wir uns die nie angesehen haben - oder weil sie angeblich nicht für uns von Wert sind. Hallo 1984, wo warst du nur so lange?Ich darf hoffen, dass es zu diesen Szenarien erst gar nicht kommt, aber natürlich muss man wenn man das Eine denkt auch das Andere mitbedenken. (Was übrigens hervorragend die britische Anthologien-Serie "Black Mirror" macht. Falls jemand RTL Crime empfängt, sie scheint momentan dort zu laufen.) Wie immer sind wir gefordert uns mit den modernen Entwicklungen auseinanderzusetzen und unsere jeweils eigenen persönlichen Lösungen zu finden. Manche nutzen Siri nicht, andere tragen keine Fitnesstracker, wieder andere verweigern sich den Smartphones komplett. Jedem das Seine. Lassen wir uns aber nicht kirre machen, wenn demnächst wieder irgendetwas mit dem Zusatz "smart" angeboten wird sondern schauen wir mal besser genau hin und entscheiden dann, ob wir das wirklich brauchen. Ich persönlich warte ja dadrauf, dass es endlich den intelligenten Videorecorder gibt, der Dinge für mich ansieht damit ich das nicht tun muss. Sowas wie das Dschungelcamp zum Beispiel. Tools sind unwichtig! Ehrlich!Medienpädagogen sind komisch. Manchmal. Oder vielleicht sind nur die merkwürdig, die ich in einer Facebook-Gruppe verfolge. Das klingt jetzt wieder so nach Stalker und eigentlich - so formulierte das mal jemand - sei der Social-Media-Experte ja der natürliche Feind des Medienpädagogen. ​​Warum auch immer das so sein soll, ich sehe da keine Feindschaft. Sicherlich kann man darüber streiten ob die Konzentration auf reine Tools nicht vielleicht ein wenig überhand nimmt derzeit. Lasst uns das doch mal bereden, Freunde!Neulich mal wieder: Bekannter Pädagoge verurteilt die Nutzung von Tablets im Klassenzimmer. Mal wieder dann das übliche Reaktionsverhalten - Befürworter, Gegner schlagen aufeinander ein und nur selten kann man eine differenzierte Meinung zu diesem Thema wahrnehmen. Die einen fühlen sich halt in ihrer These des "Dieses Internetzeugs braucht wirklich keiner, wir kamen zu meinen Zeiten auch ohne Technik aus! Und das war VIEL BESSER, weil..." bestätigt. Andere wieder seufzen, warum man in Deutschland offenbar immer noch der Zeit hinterherhinke. Die Realität sähe doch eh anders aus, Jugendlich brächten die Smartphones mit in den Unterricht, man sollte dann doch vielleicht mal besser Regeln für den Umgang aufstellen anstatt komplett zu verbieten oder zu verbannen. Dazwischen gibts ja dann bekanntlich nichts. Entweder bist du für uns - oder du bist gegen uns. Wenn Jesus Christus das von sich als Anspruch fomuliert hat das ja eine bestimmte Richtigkeit, aber im Leben ist das eh immer etwas komplexer.An diesem Beispiel wird nämlich offenbar, wie sehr wir uns alle noch - immer noch - auf die Frage der Tools, der Werkzeuge und der Technik stürzen. Mein Gott, mit Smartwatches können Schüler jetzt im Unterricht die Wikipedia abfragen. Früher hätten die das nicht gekonnt, wir müssen daher die Smartwatches verbieten. Nun, früher hätten die Schüler andere Mittel und Wege gefunden - kleine Zettel als "Erinnerungshilfe" etwa. Wer betrügen will, der findet immer einen Weg. Wie sinnvoll ein Verbot ist, das ist dann die Frage, die natürlich keiner in der Diskussion um Tablets in Schulen, Whiteboards in Bildungseinrichtungen oder Smartphones im Gottesdienst stellt. Wir stürzen uns liebend gerne auf die Technik. Wir denken nicht darüber nach, wo wir damit hin wollen.Fest steht: Wir befinden uns immer noch einer Umbruchsphase. Die "Neuland"-Phrase der Kanzlerin mag belächelt worden sein von den Internetnerds, aber Nerds befinden sich laut Definition vielleicht nicht unbedingt in der Mehrheit. Die Mehrheit glaubt, WhatsApp habe nichts mit dem Internet zu tun sondern sei ein Dienst, der einfach über die normale Telefonleitung geht. Kein Witz, das habe ich während meiner Zeit als Kundenberater für ein Telefonunternehmen tatsächlich des öfteren so gehört. Installiert man ein Blog, so wird gar nicht verstanden, dass man die erste Anlaufstelle als Punkt für aktuelle Infos nutzen kann - stattdessen werde ich dann gefragt ob es möglich ist, dass jeder seinen aktuellen Seitenbereich pflegen kann. Darüber kann man lächeln, schmunzeln, sich ärgern - die Wahrnehmung aber davon, wie Leute mit Facebook und Co umgehen, die ebend NICHT beruflich damit zu tun haben erdet einen auch wieder. Manchmal recht drastisch.Die richtigen Digitalen Natives sind gerade erst geboren worden. Und selbst wenn angenommen wird, dass jeder Jugendliche vertraut mit Sozialen Netzwerken oder dem Internet ist - es gibt genügend Gründe, warum dem nicht so ist. Das hat mit Bildung zu tun. Das hat auch - und da kommen die Medienpädagogen im Spiel - mit dem Umgang zu tun, den man den Kindern vom Elternhaus beibringt und der dann in der Schule als Impuls aufgegriffen werden und vermittelt werden soll. Der Umgang mit diesem Neuland ist etwas, was uns gesellschaftlich noch eine lange Zeit beschäftigen wird. Momentan aber fehlt eine ganzheitliche Vision davon, wie wir als Gesellschaft uns in Zukunft verhalten sollen. Kommt mir jetzt nicht mit der Digitalen Agenda der Bundesregierung, die ist schwachsinnig und wird eh nicht umgesetzt.Solange wir uns aber an der Frage aufhalten, wie das mit der Technik geht, warum Smartpads im Unterricht verboten sein sollten - warum Jugendliche in der Grundschule schon Smartphones haben sollten oder auch nicht - sollten wir uns fragen: Was möchten wir eigentlich unseren Kindern vermitteln? Und was können wir, die wir eine Zeit ohne Internet und Telefone an Schnüren mit Wählscheiben noch kennen von ihnen lernen? Momentan ist die Rede davon, man müsse die Städte verbessern, dieses smarter machen, diese vernetzen mit den Bürgern. Wie genau das aussehen soll - und ob man da nichts schnell in ein Big-Brother-Szenario gerät - ist momentan noch sehr nebulös, da hat jeder eigene Vorstellungen von. Wir als Gesellschaft sollten aber anstatt von Firmen und Industrien hier genau ansetzen und uns Gedanken machen. Vielleicht wäre das mal von Vorteil anstatt uns nur immer an Dingen aufzuhalten, die sich eh ändern. ICH HAB NUR EDGE!Zugegeben: Als ich vor einem Jahr in Rom war hatte ich tatsächlich kein Smartphone dabei. Noch nicht mal eine Kamera. Nein, nicht wegen der Roaminggebühren sondern einfach darum, weil das eine Rundreise war und das Hotel öfters gewechselt wurde. Man kann so ein Ding ja auch wirklich schnell mal liegenlassen wenn man auscheckt. Letzte Woche aber war das Smartphone natürlich mit von der Partie - es ging ja nur nach Bayern.​Pardon: Franken. Visa-Anträge hatte man vorher ja schnell durchgewunken, konnte dann also los gehen mit dem Spaß.Sofern man Telekom-Kunde ist geht der Spaß ja dann schon in der Bahn im ICE los. Sofern man a) Telekom-Kunde ist und b) man seine Daten vorher mal notiert hat. Sonst hat man ja in der Regel eher öfters Begegnungen mit der Göttin Edge, die über weite Teile des Landes noch herrscht. Dabei hab ich schon die Kraft der zwei Netze - seitdem O2 und Eplus eins sind soll das ja alles viel besser und toller sein als vorher. Klar. Aber nicht wenn man mobil im Zug unterwegs ist und mal eben vorher die Webseite des Hotels aufrufen möchte weil sich Fragen zum Einchecken ergeben hatten. Wobei dann die Webseite auch nicht für Smartphones optimiert war, was ich in diesen Zeiten für ein Unding halte. Nein, nicht aus Prinzip. Und es muss auch nicht jede Webseite total super fürs Smartphone angepasst sein, aber wenn ich im Touristikbereich unterwegs bin, dann könnte ich ja doch mal auf den Gedanken kommen, dass Leute auch vorher mit ihren Smartphones unterwegs und mobil Infos haben wollen dürfen. Der Hinweis auf eine App, die ich dann herunterladen darf - oder auch nicht, weil ist ja Edge, viel Spaß mit 80 GB meine Herren! - erfüllt dann den Zweck auch nicht.Jetzt kann man natürlich sagen, dass es Unfug ist im Urlaub überhaupt online gehen zu wollen bei all den schönen Dingen, die man so macht. Zum Beispiel photographiert man ja viel. Und vielleicht ist es auch nur eine blöde Angewohnheit am Ende des Tages sofort die Bilder auf Facebook hochzuladen anstatt dass man seine Verwandten mit einem Diaabend und launigen Kommentaren nervt wie "Keine Ahnung, was das ist. Halt so eine Burg. Und hier stehe ich vor der Burg. Und hier sind wir nochmal vor der Burg. Tolle Burg, oder? Also diese Burg da unten..." Heutzutage schreibt man das direkt in Facebook rein und gut ist. Darüber kann man sich streiten, ebenso ob man wirklich per Smartphone mit der Welt im Urlaub verbunden sein muss. Gut, wenn es ein Wochenende ist und Bundesliga und der HSV eventuell absteigt und der Reisekamerad unbedingt wissen will wie die gespielt haben... Dann schon. Allerdings - wenn man das Smartphone mitnimmt und auch mal über Land mit dem RE fährt - und den Schock verdaut hat, dass man zwischendurch nicht wie im Ruhrgebiet zwischen sechs bis zehn Bahnhöfen vorbeikommt sondern nur durch vier, die Fahrt dauert dann allerdings auch eine Stunde - dann wird einem nicht nur mit dem Blick aus dem Fenster bewusst, dass man an der Infrastruktur für das Internet noch arbeiten muss. Es mag ja idyllisch sein wenn man durch mehrere Dörfer fährt, die zwischen ausladenden Feldern liegen. Oh, Pferde! Und Kühe! Es mag ja dann auch die Frage sein ob die Bewohner dieser Dörfer dann das Internet wirklich brauchen - vermutlich natürlich schon, das Internet ist das Betriebssystem unserer Gesellschaft - aber sicher ist doch eines: Wenn man nur Edge auf dem Handy hat ist das mit der Informationsbeschaffung eine unendlich quälsame Last. Möchte gar nicht wissen, wie die zu Hause ins Netz gehen. 56k-Modem?Im Urlaub sieht man die Dinge bekanntlich anders - und wenn man nicht auf den üblichen Touristenpfaden herumwandert nochmal doppelt. Man lernt das Schlendern teilweise wieder. Vielleicht ist das dann mit dem Internetnichtausbau auch so, dass man ganz bewußt in Deutschland sagt: "Wir sind alle viel zu hektisch, komm mal runter, jetzt lass das Internet mal aus." Wenn das der Sinn und Zweck der Reise ist, dann bravo! Zumindest in den ländlichen Regionen haben wir das Ziel erreicht. Ich bin allerdings froh wieder im Ruhrgebiet zu sein, wo ich dauernd LTE habe und selbst 3G mit voller Balkenzahl. Ab und an habe ich auch hier einen Hotspot, der nicht zu einem Flix-Bus gehört - wenn man warten muss und einen in der Nähe hat, da kann man sich echt toll einklinken, die fragen nicht ab ob man auch eine Fahrkarte hat, kicher. Jedenfalls aber muss sich die Bundesregierung nicht wundern, wenn das mit dem Internetfortschritt in unserem Land nicht vorangeht. Wer nur Edge hat, der gründet kein Startup. Ins Internet geschrieben© Christian Spließ, 2016Dieses Werk steht unter folgender Creative-Commons-Lizenz: Attribution-NonCommercial 4.0 InternationalBy exercising the Licensed Rights (defined below), You accept and agree to be bound by the terms and conditions of this Creative Commons Attribution-NonCommercial 4.0 International Public License ("Public License"). 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If the provision cannot be reformed, it shall be severed from this Public License without affecting the enforceability of the remaining terms and conditions. c No term or condition of this Public License will be waived and no failure to comply consented to unless expressly agreed to by the Licensor. d Nothing in this Public License constitutes or may be interpreted as a limitation upon, or waiver of, any privileges and immunities that apply to the Licensor or You, including from the legal processes of any jurisdiction or authority.Creative Commons is not a party to its public licenses. Notwithstanding, Creative Commons may elect to apply one of its public licenses to material it publishes and in those instances will be considered the “Licensor.” The text of the Creative Commons public licenses is dedicated to the public domain under the CC0 Public Domain Dedication. 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