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FRÜHJ 06
ZEITUNG FÜR EINE
INTERVENTIONISTISCHE LINKE

Informationen rund um und gegen das G8-Treffen 2007 | Heiligendamm | BRD

Auf dem Weg


Es geht was vor, es geht wer um im Land.
Auf E-Mail-Listen kursieren Tipps, „erste“
Nachrichten vom Roten Planeten
Treffen finden statt, Infotouren rollen an, Countdown für die Mobilisierung gegen den G8-Gipfel in Mecklenburg-Vorpommern
Aktionsversammlungen und Sommercamps
werden geplant. Pläne werden geschmiedet
und Fragen diskutiert. Was können wir Noch immer tritt das Neue Kann man mit Tony Blair und Georg Zarenresidenz in St. Petersburg statt und Für eine linke Intervention
da ausrichten gegen die? Wie die eigene durch Kämpfe in die Welt. Seit W. Bush etwas anderes erörtern als ihr im Frühsommer 2007 erwartet uns das Zum Neuen der Bewegung der Bewe-
Sache mit anderen zusammenbringen? Und mehreren Jahren sind die G8-Gipfel globales Kriegskommando – und dessen Gipfel-Szenario in Deutschland, wenn sich gungen gehört, dass sie die Sache jeder
überhaupt: kann das funktionieren, quer immer wieder zu Kristallisationspunkten Kosten? Kann man mit den EU-Konti- die „Führer der Welt“ im Kempinski Grand einzelnen Bewegung ist, aller an ihr Be-
durchs außerparlamentarische Spektrum für Protest und Widerstand geworden. nental-Chefs über anderes reden, als ihr Hotel in Heiligendamm an der mecklenbur- teiligten. Nicht in gleicher Weise, nicht
der örtlichen Gruppen und Initiativen bis Hunderttausende AktivistInnen haben rassistisches Grenzregime – und dessen gischen Ostseeküste treffen. durch dieselben Aktions-, Protest-, Orga-
rein in die Linkspartei und die großen auf Demonstrationen, in Diskussionen Konsequenzen? Das Mittelmeer ist heute Es geht daher darum, schon jetzt die nisationsformen, schon gar nicht mit ei-
Verbände, Ost und West, Funktionäre und in den Camps und auf den zahlreichen das größte Massengrab Europas. 15.000 Voraussetzungen zu schaffen, um in Hei- nem gemeinsamen Programm. Natürlich
BasisaktivistInnen, Gewaltfreie und Militante Gegengipfel-Veranstaltungen ihr kollekti- Menschen ertranken in den letzten Jahren ligendamm gemeinsam kraftvolle Tage auch nicht durch eine Konkurrenz, in der
– die alle zusammen? Marx meinte mal: ves „Nein!“ gegenüber den ökonomischen bei dem Versuch, die Schengen-Küsten zu des Widerstands zu organisieren. Demons- jede „Partei“ ihr „Ding“ durchzieht und
Sind mehr als drei deutsche Revolutionäre und militärischen Verwüstungskriegen des erreichen. Nein, die Weltbank-Vertreter trationen, Veranstaltungen, Blockaden, die anderen zu ihrer Gefolgschaft oder zu
in einem Raum vereint, regiert nach kurzer globalen Kapitals zum Ausdruck gebracht. werden mit den Finanzministern reden, Aktionen, Diskussionen, Kultur- und ihrem Publikum zu machen sucht. Auch
Zeit das Stuhlbein … Aber Verhältnisse Die Menge, Vielfalt, Internationalität und G8-Chefs werden mit ihren Sicherheits- Musikfestivals sollen sichtbar und hörbar nicht durch ein bloßes und gleich-gültiges
können sich ändern, selbst linke. Radikalität der Bewegungen ist schon längst ministern konferieren, sie alle mögen machen, dass wir uns mit dem kapitalisti- Nebeneinander. Sondern so, dass dabei
Der G8-Gipfel 2007 findet in Heiligendamm manifester Beweis eines neuen, alternativen mit dem IWF-Präsidenten und den Vor- schen Weltsystem nicht abfinden werden, eine andere Welt: eine gesellschaftliche
an der Ostseeküste statt. Und was jetzt Globalisierungszyklus von unten. standsmitgliedern der Multinationalen nirgendwo. Alternative wirklich in Bewegung kommt.
schon läuft macht Mut: es kommt nur auf Durch Straßenproteste, Blockaden oder Konzerne diskutieren. Über das entschei- Dazu müssen alle wollen, dass alle sicht- Eine antikapitalistische, antiimperial(is-
die … Genossinnen und Genossen selbst direkte Aktion wurden die „Roten Zonen“ dende Problem sind sich alle einig: Das bar werden und zu Wort kommen. Das tisch)e, antirassistische, antipatriarchale
an. Können wir wirklich Hunderttausende der imperialen Macht attackiert und die G8- globale Kommando muss vertieft, die reicht von den AktivistInnen der Sozialpro- Alternative. Das ist weder eine Sache
werden? Wird die Chance genutzt, dass Treffen aus den Großstädten an die Periphe- Machtstruktur muss gestärkt werden. teste, der Umwelt- und Friedensbewegung, geduldig nach allen Seiten abgedichteter
die Bewegungen im gemeinsamen wider- rie gedrängt. Die Bilder wandelten sich: Das Nein, „außerhalb“ der Machtsphäre kann der Gewerkschafts- und Menschenrechts- Bündnispapiere noch einer politisch kor-
ständischen Spektakel die G8 zum Teufel populistische Bad in der Menge gehört dem es keine wirkliche Mitsprache geben. So arbeit, der Selbstorganisation der Migran- rekten Grundsatzerklärung der endlich un-
wünschen, oder kommt’s doch wieder nur letzten Jahrtausend an. Seit den Ereignissen sind die Gesetze der Schwerkraft. Die tInnen bis hin zur globalisierungskriti- verkürzten Kapitalismuskritik. Es ist die
zur alten Schnittmusterpraxis, den öden von Genua treffen sich die G8 in nichtöffent- Bewegungen der Bewegung kann dagegen schen Bewegung und den traditionellen, Sache der Gegenmacht in Bewegung: in
Exerzitien der jeweiligen Milieus von links lichen Luxusdomizilen fernab der Zentren, nur ihre eigenen Konzepte, Öffentlich- alternativen und militanten Strömungen der „Vorbereitung“, in der Mobilisierung,
ganz radikal bis links eher parlamenta- hinter Stacheldraht, geschützt durch Flugab- keiten und Praxen finden, in denen sich der Linken. Gelingt es, diese Gruppen und im Moment der direkten Delegitimierung
risch nah. Bitte alles, aber das nicht. wehrraketen und massive Polizeitruppen. eine emanzipatorische Gegenmacht und Milieus, die kein geschlossenes „Lager“ des imperialen Blocks während des G8-
G8-Xtra wird bis Juni 2007 unregelmäßig Und seit dem letzten Gipfel im schottischen Vernunft gegenüber dem kapitalistischen bilden und sich doch nicht in „Spektren“ Treffens und natürlich und erst recht in
und kostenlos erscheinen und will mithel- Gleneagles wissen wir es nun wirklich, dass Wahn artikulieren kann. voreinander abschotten, in Kommuni- der Zeit danach, an möglichst vielen Or-
fen, die unterschiedlichen Vorstellungen, die einnehmende Aufforderung „Setzen wir kation zu bringen, können die Tage von ten und Tag für Tag.
Themen und Praxen in Kommunikation zu uns zusammen und diskutieren die Sache“ Initiativen zusammenbringen! Heiligendamm ein Forum der außerpar- „Links“ und erst recht „linksradi-
bringen und anzufangen – um mal den – dort war es der monströse Propagandapop Gemeinsam mobilisieren! lamentarischen, emanzipatorischen Bewe- kal“ wird die Intervention gewesen sein,
großen Bogen zu wagen – die „Organisa- des selbstgewählten Schuldenverzichts – nur Im Juni dieses Jahres findet das G8- gung werden, auf dem gesellschaftliche die dazu ihre Gelegenheiten zu nutzen
tionsfrage“ der alten, der neuen und der ein schlechter Witz ist. Treffen in der ehemaligen russischen Alternativen erprobt werden können. wusste. 1
neu-neuen Linken in neuer Form diskutierbar
zu machen: Fragen der inneren Demokratie,
der Sichtbarkeit verschiedener Politikfor-
men, der gesellschaftlichen Alternative.
Die Zeitung wird von Redaktionen, lokalen
Gruppen, bundesweiten Projekten und vielen
Einzelnen gemacht, die im Netzwerk Inter-
ventionistische Linke zusammenarbeiten.
U.a. sind das die Redaktion von ak – analyse
& kritik, arranca!, Fantômas und so oder so,
vor Ort aktive Gruppen und Organisationen
wie die Antifaschistische Linke Berlin (ALB),
Avanti – Projekt undogmatische Linke (Nord-
deutschland), Gruppe dissident! (Marburg),
FelS (Berlin), radikale linke Nürnberg, Radi-
kale Linke Köln, Stiftung Unruhe Köln, aber
auch Koordinierungen wie Krieg ist Frieden
und Libertad! sowie Personen aus der Sozial-
forums- und Anti-Kriegsbewegung oder von
attac. Wir nennen uns so, weil es uns wort-
wörtlich darum geht, dazwischen zu gehen:
gegen die herrschenden Zustände. Das geht
nur gemeinsam. Die G8-Xtra ist eine Zeitung
für eine solche Linke, kein Parteiblatt. Der
Leitartikel stammt aus der Feder der beteilig-
ten Redaktionen. Das kurze Selbstverständ-
nis zeigt, dass es um Gemeinsamkeit, nicht
um Einheit geht, um einen Zusammenhang
von Vielen, der erst hergestellt, erprobt und
um ungezählte Leute erweitert werden muss.
Zu Zeiten Großer Steuermänner hieß das
mal: Die Praxis ist der Beweis der Wahrheit.
Die Redaktion
Die Mobilisierung gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm läuft an. Seattle November/Dezember 1999

START!LOS! 25./26. März 2006 | Aktionskonferenz | Rostock | Universität


Die Rostocker Aktionskonferenz soll Startsignal sein, INFOS

AKTIONS
damit es im kommenden Jahr kraftvolle Tage des Widerstands gegen den G8-Gipfel gibt. www.heiligendamm2007.de
Der Konsens lautet:

KONFERENZ
• eindeutige Delegitimierung des G8
• gegenseitige Anerkennung unterschiedlicher Aktions- und Widerstandsformen – solidarischer, verlässlicher Umgang miteinander, der verbindliche Absprachen erlaubt

ROSTOCK
• klare und offensive Abgrenzung gegenüber rechtspopulistischen und rechten Kräften

Einladende: attac, Initiative für ein Sozialforum in Deutschland, BUKO, Bundesausschuss Friedensratschlag, Interventionistische Linke u.a.
G8-Xtra | Nr. 00 | FEB 2006 Für eine interventionistische Linke

Ein andere Welt


ist längst da!
Seattle, Genua, Heiligendamm …

Es gibt Tage, an denen im in Deutschland wurde die Bundestagswahl sucht, wird – jedenfalls solange diese Bewe-
Verlauf weniger Stunden ein 2005 für beide neoliberalen Blöcke zur gungen nicht von innen heraus besiegt sind
Umbruch aufscheint. Der 30. Novem- Niederlage. – zum Schicksal einer Sekte verurteilt oder
ber 1999 war ein solcher Tag. In Seattle Die andere Welt ist nirgendwo anders sich von den Bewegungen verabschieden
blockierten Zehntausende eine Tagung als in dieser Welt. Denn noch immer ist und das werden, was sie nicht sind: Staat.
der Welthandelsorganisation (WTO) und die Welt nichts anderes als das, was die
sorgten mit dafür, dass die Verhandlungen Geschichte der sozialen Kämpfe aus ihr Die Zusammensetzung der Kämpfe
der globalen Funktionseliten abgebrochen machen wird: Was aber macht den alternati- Aus der Zeit vor Seattle rührt aller-
wurden. Was für sich genommen nur eine ven Globalisierungszyklus aus? Zwei Dinge dings auch die Schwäche der Bewegungen
„Meldung“ war, hat in Wahrheit gezeigt, waren neu in Seattle und in Genua. Die Zu- her: Für die andere Welt, die mit diesen
dass die sozialen Bewegungen in ihrem sammensetzung der Kämpfe und der Kämp- Bewegungen begonnen hat, fehlen bisher
Zusammenwirken siegen können und eine fenden, die Kommunikation im Kampf die Worte, in denen frühere Bewegungen

Zwischenstand
andere Welt, wenn auch nur symbolisch und die Kommunikation zwischen den ihr Projekt, ihre Alternativen benannt und
und für wenige Stunden, wieder sichtbar Kämpfen, die tatsächlich sofortige globale verdichtet haben: Republik, Demokratie,
werden kann. Wahrnehmung und Wirkungsweise der ge- Sozialismus, Kommunismus, freie Assozia-
Davon war vorher nur sehr selten zu meinsamen Aktion. In Seattle demonstrier- tion freier Individuen. Dabei kommt es
hören, auch deshalb, weil man es nicht ten GewerkschafterInnen und Autonome, weniger auf die Worte an als auf den Streit,

einer andauern-
hören wollte. Margaret Thatcher gab den Nonnen und Feministinnen, NGO-Funktio- die Auseinandersetzungen, die Debatten
Ton an: „There is no alternative!“ Genau närInnen und das Direct Action Network, um Alternativen, die aufs Ganze gehen.
15 Jahre vor Seattle, 1984/85, hatten die BauernaktivistInnen der Via Campesina Und auf die individuellen und kollektiven
britischen Konservativen einen landeswei- aus aller Welt, das Arts and Revolution Col- Experimente, in denen sie alltäglich er-

den Diskussion
ten Bergarbeiterstreik niedergeworfen. Ein lective aus San Francisco, Organisationen probt werden können, in denen mit den
ganzes Jahr lang hatten die Streikenden von MigrantInnen aus Lateinamerika und bestehenden Verhältnissen auch praktisch
dem Angriff getrotzt. Im auch mit bruta- anderswo. Was in Seattle geschah, wurde gebrochen wird. Und sei es in Abwehr-
ler Gewalt erzwungenen Abbruch ihres zeitgleich-weltweit zum Ereignis und fand kämpfen, die nur temporäre, doch schon
Streiks – 20.000 Bergarbeiter wurden ver- auch und gerade deshalb in Göteborg, Prag, gemeinsame Fluchten und Passagen nach
letzt, 13.000 festgenommen, 200 inhaftiert, Genua, in Porto Alegre und an vielen ande- draußen sind. Soll das möglich werden,
Für eine Linke, die dazwischen geht zwei Streikposten getötet, drei starben im ren Orten seine Fortsetzung. müssen in diesen Debatten, Experimenten
Winter beim Kohlesammeln – wurde die Darin liegt die andere Welt, auf die wir und Brüchen noch weitere, darunter auch
ArbeiterInnenbewegung einer ganzen Epo- setzen, weil sie schon da ist. Das hat, wie einige ältere, ganz alte Fragen neu gestellt
Fein säuberlich ausdiffe- Bündnissen die konstruktive, faire Zu- che besiegt. Die historisch erstrittenen So- sollte es anders sein, mit den Transforma- werden. Nicht zuletzt die Frage: Was ist
renziert hatten wir uns in die sammenarbeit zu suchen und gleichzeitig zialleistungen und Pensionskassen wurden tionen der globalisierten kapitalistischen eigentlich links, und was ist eigentlich,
behaglichen Nischen der Teilbereichs- antikapitalistische Positionen hineinzu- abgeschmolzen, nahezu alle Staatsbetriebe Produktionsweise zu tun. Das hat mit der noch weiter hinausgefragt, linksradikal?
politik zurückgezogen. Wir waren und sind tragen sowie für konfrontative Aktions- und öffentlichen Dienstleistungen Zug um globalen Ausdehnung des Netzwerks impe- Wieder und wieder neu zu stellen ist dann
aktiv in der Antifa-, AntiRa-, Öko-, Pop-, formen wie z.B. sozialen Ungehorsam zu Zug privatisiert. Großbritannien wurde rialer Herrschaft zu tun, denn das gehört auch die Frage: Was macht die andere
Kultur- oder Gewerkschaftslinken, in inter- werben. zum europäischen Laboratorium des Neo- eben auch zur Zeit nach Seattle: der 11. Sep- Welt zu einer nicht mehr kapitalistischen,
nationalistischen, feministischen, sozial- Inhaltlich wollen wir das durch die liberalismus. tember, die Kriege in Afghanistan und im imperial(istisch)en, patriarchalen, rassisti-
revolutionären oder antimilitaristischen Entwicklung von Richtungsforderungen Irak, der Kriegsdrohungen gegen den Iran. schen ... Welt, zur Welt, die radikal für alle,
Initiativen – wir schreiben, diskutieren und leisten. Sie sollen unseren Vorstellungen Abbruch und Neubeginn für die Vielen ist, die nicht Eins sind?
demonstrieren. Einige Erfolge konnten wir von einem anderen, besseren Leben kon- Zur Vergangenheit wurde in den da- Bewegung der Bewegungen Die Hegemonie des Neoliberalismus
verbuchen, viele Niederlagen mussten wir kreten Ausdruck verleihen und gleichzeitig rauf folgenden Jahren allerdings nicht Die Bewegung der Bewegungen, die in hat in Seattle nur erst Risse sichtbar werden
hinnehmen. Aber das Gefühl, den grund- über die Grenzen des Kapitalismus hinaus nur die britische Gewerkschaftsbewegung. Seattle erstmals weltweit sichtbar wurde, ist lassen, die es zu vertiefen, zu verlängern,
sätzlichen gesellschaftlichen Entwicklungen die mögliche Richtung gesellschaftlicher Weltweit stürzten die Staaten und Parteien nicht „die“ Bewegung und schon gar keine in alle Richtungen zu verzweigen gilt. Ob-
letztlich ohnmächtig gegenüber zu stehen, Veränderung aufzeigen. Sie erinnern an das der real existierenden Sozialismen in sich Partei, auch wenn Parteien an ihr teilhaben wohl längst nicht mehr unangefochten,
haben wir immer wieder erlebt. selbstverständliche Recht aller Menschen zusammen. Ihnen folgten die regierenden können. Ihr geht es aber auch nicht um die durchdringt und überformt diese Hege-
Konkret zusammengebracht hat uns der überall auf gleichen Zugang zum (welt-)ge- und kämpfenden Befreiungsbewegungen Vielfalt als solche, um die Differenz, die monie unseren Alltag und den Alltag aller,
Aufbruch der Bewegungen gegen den globa- sellschaftlichen Reichtum und den Mitteln des globalen Südens, schließlich die west- Identität schafft. Deshalb nutzt sie zur eige- weltweit. Von ihr wird auch das imperiale
lisierten Kapitalismus. Diese Bewegung der seiner gesellschaftlichen Reproduktion: lichen Sozialdemokratien. Die Auflösung nen „Führung“ neue Medien, zu denen das kapitalistische Kommando getragen, über
Bewegungen wurde zum praktischen Labo- Alles für Alle! traf auch die Neuen Sozialen Bewegungen Internet ebenso gehört wie die Sozialforen. dessen globale Regulation in G8-Gipfeln
ratorium linker Politik, hier konnten neue Beispiele hierfür sind unsere Forderun- und sämtliche linken Organisationen ein- Der Bewegungszyklus seit Seattle zeigt aber und WTO-Konferenzen verhandelt wird.
Formen der Zusammenarbeit entstehen. gen nach einem bedingungslosen ausrei- schließlich der Gruppen und Szenen einer auch, dass die punktuellen, örtlichen wie re- Dazu gehören die staatlichen Zwangs- und
Nach den Aktionen gegen den EU- und chenden Existenzgeld für alle, dem Recht undogmatischen Linken. Die folgende Läh- gionalen Störungen des Imperiums, unab- Gewaltmittel, die tagtäglich zum Einsatz
G7-Gipfel in Köln 1999 hatten wir als locke- auf globale Bewegungsfreiheit, der Legalisie- mung wurde in Seattle für alle erfahrbar hängig von ihren Formen und Mitteln, nur kommen: in Abu Ghraib, in Guantanamo,
res Diskussionstreffen begonnen. Ausgangs- rung für alle hier lebenden MigrantInnen, aufgebrochen. Das war das Ereignis, nicht dann zu Ausgangsorten gesellschaftlicher in Ceuta, an der Oder, in Tschetschenien,
punkt für das Projekt Interventionistische Wiederentwaffnung jetzt!, der bedingungs- der Abbruch der WTO-Verhandlungen. Gegenmacht werden können, wenn die im US-amerikanischen „Krieg gegen den
Linke war das gemeinsame Bedürfnis, sich losen Streichung der Schulden des globalen Mit einem Mal konnten alle sehen, dass Bewegungen nicht nur ihren weitgehend Terror“ und im EU-europäischen „Krieg
nicht mit einer bloß kommentierenden und Südens sowie Reparationszahlungen für die sozialen Bewegungen sich schon längst dezentralen und „spontanen“ Charakter gegen die ,illegale‘ Migration“. Aber auch in
kritisierenden Rolle zu begnügen, sondern mehr als 500 Jahre Ausbeutung und Kolo- zurückgemeldet hatten: im zapatistischen erhalten und ihre heterogene Stärke schüt- der ganz alltäglichen Kontrolle und Diszipli-
praktisch in die realen politischen und so- nialismus und dem sofortigen Ausstieg aus Chiapas, in den Bewegungen der Land- zen, sondern sich zueinander und miteinan- nierung all derer, deren Arbeitskraft sie zu
zialen Auseinandersetzungen einzugreifen allen Destruktivtechnologien. losen in Brasilien und in Indien, in großen der politisch organisieren. Sich aus falsch immer niedrigerem Preis prekarisiert, mo-
– eben zu intervenieren. Die Zahl möglicher Richtungsforde- und machtvollen Streiks, die bereits Mitte verstandener linker Geschichte und ihren bilisiert und flexibilisiert oder deren Armut
Wenn die Linke in Deutschland ihre rungen ist vorab nicht zu begrenzen, son- der 1990er in Korea und in Frankreich aus- Niederlagen jeglicher Organisierung zu und Ausgrenzung sie „sichert“. Hegemonie
relative Bedeutungslosigkeit überwinden dern hängt vom Stand und – eben! – der gefochten wurden. Auf Seattle folgten die verweigern und allein auf eine Bewegungs- und Kontrolle verschränken sich auch in
und wieder realen Einfluss auf die Rich- Richtung der sozialen Kämpfe ab. Mobilisierungen gegen die Gipfeltreffen politik in der ersten Person zu setzen, ist der Ausbreitung ethnisierter und rassifizier-
tung von Politik und gesellschaftlicher In dem Maß aber, in dem Richtungs- von Prag, Göteborg, Genua, folgten die in der Konsequenz ebenso autoritär wie ter Lebens- und Denkweisen, im roll back
Entwicklung nehmen soll, dann wird dies forderungen die Kämpfe und Bewegungen Weltsozialforen und andere „Versamm- sein Gegenteil, zu meinen, in der eigenen der Geschlechterverhältnisse. Dazu gehört
nicht das Werk einer einzelnen politischen in Kommunikation bringen, werden sich lungen der sozialen Bewegungen“ auf allen Kleingruppe, politischen Initiative oder die allseits propagierte Rückkehr zu den
Organisation oder Strömung sein können. die Macht- und die Eigentumsfrage wieder Kontinenten und in vielen Ländern. Am Kaderformation läge bereits die vorweg ge- „Werten“ des Dienstes, des Fleißes und der
Daher ist die Interventionistische Linke als aktuelle Fragen stellen. Eine radikale 15. Februar 2003 demonstrierten weltweit fundene Antwort auf die gesellschaftliche Pflicht für Volk und Vaterland.
kein Ansatz zur Gründung einer weiteren Linke wird ihre Antworten nur in der Millionen – so viel wie nie zuvor an einem Organisationsfrage der kommenden Kämp- In diesem Sinne sind Seattle und Ge-
parteiförmigen Organisation in Konkur- Perspektive der Aneignung formulieren Tag – gegen den kurze Zeit später begin- fe und Bewegungen. Dazu gehört, wenn nua noch lange nicht, noch gar nicht an-
renz zu bereits bestehenden, sondern ein können. Sie wird in der Radikalisierung nenden US-Krieg im Irak. In Deutschland auch noch vage, ein anderes Verhältnis gekommen, kommen Seattle und Genua
offenes Projekt, das sich durch Interven- der konkreten sozialen Forderungen sicht- fanden zwei Demonstrationen statt, an der Bewegungen zur Organisation: Beide noch auf uns zu, muss mit der Bewegung
tion in praktische Kämpfe entwickeln soll. und streitbar machen, dass die rebellischen denen sich Hunderttausende beteiligten, bilden keinen Gegensatz, doch auch keine der Bewegungen erst noch angefangen
Gleichwohl erachten wir den gegenwärti- Wünsche und emanzipatorischen Ansprü- ebenso viele Leute protestierten einen Som- Einheit. Das stellt nicht zuletzt die Organi- werden. Der G8-Gipfel, der im Juni 2007
gen Zustand der Unorganisiertheit der Lin- che im Kompromiss mit der kapitalisti- mer lang gegen die rot-grüne Agenda 2010. sationen, die an ihr teilnehmen, vor neue an der Ostseeküste bei Rostock stattfinden
ken als ein wesentliches Hindernis auf dem schen Herrschaft nicht befriedigt werden, In Lateinamerika wird ein neoliberales Herausforderungen: Es wird nie mehr eine soll, ist dazu die nächste Gelegenheit, unse-
Weg zu gesellschaftlicher Relevanz. Dieses sondern nur in einer langfristig angelegten Regime nach dem anderen durch Regierun- Partei geben, die sich anmaßen dürfte, ihr re Gelegenheit. Und das nicht nur vor Ort
Hindernis kann nur mit neuen Formen Politik des revolutionären Bruchs mit dieser gen abgelöst, die sich jedenfalls rhetorisch „parlamentarischer Arm“ oder, schlimmer und im Juni, sondern ab jetzt, überall und
von Organisiertheit überwunden werden, Herrschaft ausgefochten werden können. der „anderen Welt“ zurechnen. Und selbst noch, ihre Avantgarde zu sein. Wer das ver- weit über Heiligendamm hinaus. 1
zu deren Entwicklung wir unseren Beitrag In der Perspektive geht es um die kollek-
leisten wollen. tive Aneignung des weltgesellschaftlichen
Während der Unmut über den Neo- Reichtums und der materiellen und sym-
liberalismus weltweit verschieden, aber bolischen Bedingungen seiner Reproduk-
deutlich wahrnehmbar zum Ausdruck tion, d.h. um die Abschaffung kapitalisti-
kommt, bleibt die Beschwörung des revolu- scher, patriarchaler und imperial(istisch)er
tionären Umbruchs dennoch als bloße Ges- Herrschaft.
te in der Luft hängen, wenn wir als Linke Als praktisches Experimentierfeld unse-
es z.B. nicht geschafft haben, Hartz IV zu rer Zusammenarbeit haben wir den G8-
verhindern. Gipfel 2007 in Heiligendamm gewählt. Im
Gerade in dieser gegenwärtigen Situa- Widerstand gegen den Gipfel soll unsere
tion bedeutet der Versuch realer Verände- Initiative ihre ersten Schritte tun.
rung also einen Spagat zwischen Reform
und Revolution: Nicht in linksradikaler Für eine interventionistische Linke
Rhetorik zu verharren, sondern in breiten Februar 2006 Red Skies over Paradise: Heiligendamm 2006, Kuranlage und Grand Hotel Kempinski.

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Für eine interventionistische Linke G8-Xtra | Nr. 00 | FEB 2006

Da war doch was…? sondern eine eher „an Seattle orientierte


Taktik“ anwenden: die der weiträumigen
und flexiblen Blockade. Zahlreiche Camps
sind Ausgangspunkt der Protestaktionen.
London sind hier die Stichwörter. Eine
überaus breite Bewegung demonstriert
für eine vollständige Entschuldung und
Dissent! versucht sich in Abgrenzung von

Da war viel!
Zusätzlich wird in Genf gegen die Welthan- der labour- und trotzkistisch-orientierten
delsorganisation (WTO) und das „Migrati- Mainstream-Linken.
onsmanagement“ der IOM (International
Organisation for Migration) demonstriert. Wie ging die linksradikale Mobilisie-
rung gegen den G8 in Gleneagles mit der
Gipfelmobilisierungen gestern und heute – AktivistInnen berichten Attac in Deutschland organisierte Make-Poverty-History-Kampagne um?
einen Sonderzug nach Evian. Wie klappte Welche Erfahrungen aus Gleneagles sind
die Kooperation zwischen dem eher ak- für Heiligendamm nutzbar?
tivistischen jüngeren, durch Genua poli- FelS-Intersol: Wir sind als kleine FelS-
Erfolgreiche Gipfelmobili- Der 2. Golfkrieg liegt ein Jahr zu- Krieg!“ das Ruder herumzureißen. Doch tisierten Spektrum und den eher älteren Gruppe nach Schottland gereist und eigent-
sierungen, die längst Eingang rück, Bush Sen. verkündet die „Neue angesichts der Kampagne, den Kosovo- aus den NGOs kommenden politischen lich war es beides – Erfolg und Misserfolg.
ins kollektive Gedächtnis der globa- Weltordnung“, das bürgerliche Feuilleton Krieg als humanitäre Aktion zu verkaufen, Aktivisten? Konnte Evian politisch an die Je nach Perspektive: Wir kommen schnell
lisierungskritischen Bewegung gefunden schwadroniert vom „Ende der Geschichte“. war die Wirkung vergleichsweise schwach. Mobilisierung von Genua anschließen? ins Schwärmen, wenn wir an das Camp in
haben, sind Genua und Seattle. Doch auch Warum gab es damals kein bundesweites Das linksradikale bundesweite Bündnis Pedram Shahyar: Nein. Genua war eine Sterling zurück denken, das wir liebevoll
davor und danach gab es Proteste und Bündnis aller Spektren und wie kam es war heillos zerstritten und weitgehend andere Dimension sowohl was die Masse Hippiehausen nannten. Hier fanden sich
Widerstand, wenn sich die Mächtigen der trotzdem zu dieser großen Mobilisierung? paralysiert. Der noch agierende Teil organi- anging als auch die Qualität der Konfron- 5.000 Menschen zusammen und bauten in
Welt getroffen haben. Manchmal mit mehr, AutorInnenkollektiv SehStörung: Viele sierte eigenständige Aktivitäten gegen den tation mit der „Roten Zone“. Genua, und einer beeindruckenden Geschwindigkeit
manchmal mit weniger Erfolg waren daran vor allem grünennahe NGOs waren damals EU-Gipfel und mobilisierte nicht gegen dann unmittelbar danach der 11. Septem- nicht nur die Infrastruktur auf, sondern
auch Gruppen und Einzelpersonen betei- auf Bundesebene „bündnisunfähig“. Zu Be- den G7. Auch bei Teilen des Bündnisses ber waren aber auch ein Wendepunkt der planten dort in täglichen Meetings die ge-
ligt, die sich heute im Netzwerk Interventi- ginn der Mobilisierung 1991 gab es von die- Köln 99 schlug das Herz, gemeinsam mit Gipfelproteste, denn es war nicht klar, ob meinsamen Aktionen. Positiv denken wir
onistische Linke (IL) engagieren. Über ihre ser Seite einen Spaltungsversuch. Sie forderte den „Europäischen Märschen“, stärker für die Gipfel der globalen Elite überhaupt auch an die morgendlichen Straßenblocka-
Erfahrungen, Beweggründe und Schluss- eine klare Distanzierung von linksradikalen die Anti-EU-Aktionen. noch von der globalen Zivilgesellschaft den, die Clowns, die Stürmung der „Roten
folgerungen berichten Werner Rätz und Gruppen und stellte dafür einen „Geldkof- umzingelt werden würden. Daher war Zone“ direkt am Hotelgelände der G8 oder
Pedram Shahyar vom attac-Koordinations- fer“ zur Finanzierung der Aktivitäten in Warum habt ihr euch als Antifa an Evian für uns so wichtig. Die Beteiligung die Trapese-Infotour zurück.
kreis, das AutorInnenkollektiv SehStörung, Aussicht. Dieser Bestechungsversuch wurde der Kölner Mobilisierung gegen den EU- aus Deutschland war quantitativ vielleicht Zugleich aber kritisieren wir die Iso-
das in anderer Zusammensetzung 1992 vom Münchner Bündnis in seiner gesamten Gipfel beteiligt? nicht größer als in Genua. Aber der Son- lierung der einzelnen Protest-Spektren,
gegen den Weltwirtschaftsgipfel (WWG) in Breite – von Friedensgruppen über Gewerk- ALB: 1999 – ganz schön lange her. Da derzug ermöglichte eine andere Art des beispielsweise haben die G8-Alternatives
München aktiv war, Reiner Schmidt, heute schaften bis zu autonomen Gruppen und waren wir noch in der AAB (Antifaschistische Gipfelprotestes. An die 1.500 Leute aus einen großen Gegengipfel organisiert
Radikale Linke Köln, die Antifaschistische den bundesweiten linksradikalen Struktu- Aktion Berlin) die dicksten FreundInnen und Deutschland waren eine Woche im „Inter- und parallel am gleichen Tag fanden die
Linke Berlin (ALB) sowie die Intersol-AG ren – zurückgewiesen. Neben der Stärke des in der AA/BO organisiert (Antifaschistische galactique Village“ zusammen, wo sich in Diskussionsveranstaltungen des Dissent!-
von Für eine linke Strömung (FelS). lokalen Bündnisses sorgten bundesweit ein Aktion/Bundesweite Organisation). Mit der letzten Nacht an die 10.000 Menschen Netzwerkes statt. Warum suchen wir nicht
linksradikales Anti-WWG-Treffen und eine „fight fortress europe“ haben wir damals zu aus ganz Europa trafen. Dieser kollektive gemeinsame Ort für Diskussionen? Warum
Weltwirtschaftsgipfel Bonn 1985 starke autonome antipatriarchal-feministi- einem internationalen Antifablock mit anti- Rahmen und die Vorbereitungen waren die sind linke Positionen auf dem Make-Pover-
Die Linke inkl. Teile der Grünen und sche Organisierung für den Erfolg auf der kapitalistischer Ausrichtung mobilisiert und Voraussetzung dafür, dass eine Menge Leu- ty-History-Marsch Null, aber wirklich auch
Kirchenkreise mobilisiert gegen den WWG Straße und dem Gegenkongress. ein Vernetzungstreffen initiiert, auf dem über te mit sehr wenig Demo-Erfahrungen sich gar nicht sichtbar? Und warum haben nicht
nach Bonn. Ca. 25.000 Leute demonstrieren Bereits nach dem IWF-Treffen in die Situation der (antifaschistischen) Linken den Blockaden angeschlossen haben. alle linken Spektren den Haupt-Aktionstag
nicht nur gegen die Nord-Süd-Ausplün- Berlin 1988 gab es Initiativen, die Dis- in den verschiedenen europäischen Ländern Die Kooperation zwischen unterschied- gemeinsam organisiert? Warum gab es so
derung und den NATO-Doppelbeschluss, kussionen um die Neubestimmung einer geredet wurde. Für uns war das der Beginn lichen Generationen und Strömungen war wenige Versuche, die Pressearbeit besser zu
sondern ausdrücklich in Solidarität mit internationalistischen Linken, die in den der Internationalisierung der Antifa. in diesem Fall nicht so kompliziert. Das koordinieren?
den Befreiungskämpfen im Süden. Metropolen eingreift, weiter zu führen. Zwei Dass wir uns im Rahmen der Bündnis- Camp zog hauptsächlich jüngere Leute an. Im Jahre 6 nach Genua wird es Zeit,
Erkenntnisse waren wichtig: Keine linke demonstration beteiligt haben, entsprach Die politische Zusammenarbeit im Village die inzwischen ritualisierten Gipfelproteste
Lassen sich aus der Mobilisierung Strömung kann nach den Niederlagen vieler unserem politischen Konzept, möglichst war auch sehr unkompliziert. Die Spaltung mit neuen Ideen zu füllen. Wir wollen Ak-
nach Bonn Schlussfolgerungen für die Mo- Befreiungsprojekte im Trikont und in den auch über die radikale Linke hinaus sichtbar hatte es vorher gegeben. Im „Village alter- tionen, die weder leicht zu vereinnahmen
bilisierung nach Heiligendamm ziehen? Metropolen einfach so weiter machen; für zu sein. Zur Vorbereitung auf den EU-Gip- natif, anticapitaliste et anti-guerres“ wollten sind noch sonst ignoriert werden können.
Werner Rätz: Die Friedensbewegung ein neues linkes Projekt braucht es eine in- fel waren wir sowohl auf den linksradikalen die Leute nicht mit attac zusammenarbei- Neben der Beteiligung an den offiziellen
der 1980er Jahre hatte Hunderttausende ternationale Diskussion und einen offenen Treffen wie auf den Bündnistreffen. Die je- ten. Das war sehr schade. Da es aber nicht Protesten wollen wir als FelS den Fokus auf
auf die Straße gebracht, unterschiedliche Prozess. Und dafür müssen alle wissen, auf weiligen Probleme von Gipfelvorbereitung, anders zu machen war, planten wir dann das Thema Migration setzen. Als Teil von
Kräfte hatten dabei zusammengearbeitet. welcher Seite der Barrikade sie stehen: Ein in den jeweiligen Spektren, scheinen sich einen eigenen Blockadeabschnitt. Das poli- IL wollen wir zugleich klar signalisieren:
Der WWG 1985 fiel mit dem Ausklang breites Bündnis braucht Solidarität in seiner zu heute nicht groß verändert zu haben. tische Feld in unserem Camp war übersicht- Den Protest stemmen wir gemeinsam. Wir
dieser Bewegung zusammen. Die Ver- Vielfalt gegen jede Form der Spaltung und Während in der radikalen Linken die ge- lich: Es waren radikale Linke (insbesondere suchen die Auseinandersetzung mit allen
sammlung der selbst ernannten Führer der Kriminalisierung. Das drückte sich aus in genseitigen Vorwürfe und Abgrenzungen die LCR) und die Grünen aus Frankreich, kritischen Kräften links der Sozialdemo-
Welt war von der Form her wohl bekannt einer gemeinsamen Antwort auf die Repres- für die Vorbereitungen typisch sind, war es Giovanni Communisti aus Italien und at- kratie und wollen so früh wie möglich auf
– Nato-Gipfeltreffen waren Mobilisierungs- sion (Stichwort: „Münchner Kessel“) und auf den Bündnissen vordergründig meist tac aus Deutschland – alles Kräfte, die sich den Bündnisprozess Einfluss nehmen – da-
höhepunkte gewesen. Inhaltlich neu war durch die Präsenz von AktivistInnen aus konstruktiver, aber eben auch sehr viel Ar- im Vorfeld auf gewaltfreien, massenhaften mit eine staatstragende Kampagne wie in
folgendes: Für die sozialdemokratisch/bür- aller Welt auf der Straße und dem Kongress beit, jenseits von Gewaltdebatten eine faire Zivilen Ungehorsam geeinigt hatten. Schottland nicht noch einmal dominieren
gerlich orientierten Bewegungsteile war die „500 Jahre Kolonialismus und Widerstand“. Kooperation aufzubauen. kann. Wichtig ist uns aber auch, dass wir
Thematisierung der imperialen Beherr- So entstand die Initiative Libertad!, und es G8 Gleneagles 2005 nicht nur auf die Außenperspektive Wert
schung der Welt kein mögliches Thema. ist kein Zufall, dass ein breites Bündnis 2002 G8 Evian 2003 Der Irak-Krieg, Live Aid Again und legen, sondern genauso auf direkte Aktion
Die (radikale) Linke sah genau darin ihr unter dem Motto: „Von Genua nach Mün- Im ländlichen Evian will die Mobi- der Versuch des offiziellen Gipfels, für die und entschlossenen Protest, der viele Men-
Kernanliegen und eine Chance, den poli- chen: Die kapitalistische Globalisierung und lisierung, anders als noch in Genua 2001, Medien den Willen zum Schuldenerlass schen mitreißt, Spaß macht und Kraft gibt
tischen Diskurs wieder deutlicher in diese der globale Krieg der Nato-Staaten sind zwei nicht die Hochsicherheitszonen angreifen, zu präsentieren, sowie die Anschläge von für die weitere politische Arbeit. 1
Richtung zu verschieben. Seiten einer Medaille …“ mit Protesten ge-
Diese Themenverschiebung lag im In- gen die „Sicherheitskonferenz“ begann.
teresse aller, die sich in ihren jeweiligen Zu-
sammenhängen als eher links verstanden. EU-Gipfel und G7 Köln 1999
Die kannten sich und hatten im Bezug auf Anfang Juni 1999 tagt der EU-Gipfel in
die Solidarität mit den Befreiungskämpfen Köln. An die 50.000 Menschen demonstrie-
im Süden einen gemeinsamen Bezugs- ren dagegen. Zwei Wochen später folgt der
punkt. Das ist heute anders und auch letzte Weltwirtschaftsgipfel (G7) des letzten
damals beruhte ihre tatsächliche Verstän- Jahrhunderts – ebenfalls in Köln. 30.000
digung auf einigen subjektiven Momenten: Leute bilden eine Menschenkette. Träger
Eine Gruppe von Organisationen/Personen der Aktion sind Kirche und NGOs. Nur
hatte sich ausdrücklich auf die Bildung ei- ca. 10.000 DemonstrantInnen folgen dem
nes breiten linken Bündnisses verpflichtet. linken Bündnis Köln 99 auf die Straße.
Die Grünen sahen darin eine Möglichkeit,
den DKP-Einfluss zurückzudrängen. Die Rot-Grün ist seit einem Jahr an der
bürgerliche Linke machte ohnehin nicht Regierung, die Proteste in Köln fallen aber
mit. Bezüglich der „Gewaltfrage“ gab es mager aus. Warum war die Mobilisierung
eine klare pragmatische Einigung: Verbind- gegen den G7 ein Misserfolg?
liche Absprachen für einen friedlichen De- Reiner Schmidt: Wenn man von den
monstrationsverlauf und keinerlei grund- TeilnehmerInnen die SympathisantInnen
sätzliche Festlegung auf „Gewaltfreiheit“. der PKK, die die Demo für eine Öcalan-
Das Ergebnis war ein Bündnis aus linken Solidaritätskundgebung nutzten, abzieht,
Friedensgruppen, Solidaritätsbewegung, dann hatte das Bündnis trotz einer bundes-
autonomer und feministischer Linken, in- weiten Mobilisierung, trotz der Unterstüt-
ternationalistisch orientierten kirchlichen zung bundesweiter Organisationen vom
Gruppen und Teilen der DKP. BUKO über den BUND bis hin zu den Jusos
und trotz nicht unerheblicher finanzieller
Weltwirtschaftsgipfel München 1992 Mittel (davon über die Hälfte vom ISF der
Im Vorfeld meinen nicht wenige, in Grünen) nur ca. 4.000 bis 5.000 Leute auf
München sei nichts anderes zu holen als die Straße gebracht.
Prügel und Vorbeugehaft. Die rund 20.000 Nun, es war das passiert, was immer
TeilnehmerInnen der Aktionstage können passiert, wenn ein zentristisches Projekt
zwar auf Grund massiver staatlicher Re- schief läuft, es nur formal agiert und keine
pression nur eingeschränkt agieren, arti- eigenständige griffige Kontur entwickelt:
kulieren aber dennoch ihren Protest gegen Alle machen zwar mit, aber eigentlich hat
den scheinbar siegreichen Kapitalismus. keiner Lust. Im Bündnis Köln 99 gab es
Die eher den NGOs und den Grünen zuge- ein zwar inhaltlich richtiges, aber wenig
wandte Linke zieht sich aus der Mobilisie- spannendes Sammelsurium verschiedener
rung zurück und distanziert sich mit einem Forderungen, das in einem mühsamen
zeitgleich stattfindenden „Alternativgipfel“ Konsensgeschacher errungen worden war.
von der internationalischen Großdemons- Zwar wurde im letzten Moment noch
Frontline: Zaunkönige in Gleneagles 2005 beim G8-Gipfel in Schottland.
tration. versucht, unter dem Motto „Stoppt den

3
G8-Xtra | Nr. 00 | FEB 2006 Für eine interventionistische Linke

Mecklenburg-Vorpommern vorm Gipfel:


Auf die Plätze, fertig – los!
Leicht zu kontrollieren, pen – aus Mecklenburg-Vorpommern sind Nazis in die Schranken weisen
nur wenige Zufahrten, weitab bereits gegen den G8 aktiv und an den Am 17. September finden in Mecklen-
der großen Städte – das ist der opti- bundesweiten Vernetzungen beteiligt. burg-Vorpommern Landtagswahlen statt,
male Ort für einen G8-Gipfel. So tagten Wenn die bundesweite und internationale bei denen es der NPD gelingen könnte,
die Staatschefs der G8 2005 nicht in Lon- Mobilisierung in enger Zusammenarbeit in den Schweriner Landtag einzuziehen.
don, sondern im schottischen Gleneagles. mit den AktivistInnen vor Ort geplant Schon bei der Bundestagswahl erreichte die
Aus dem gleichen Grund wird der G8 in und umgesetzt wird; und wenn der Zu- NPD mit 3,5 Prozent ein Ergebnis deutlich
Deutschland 2007 nicht in Berlin oder sammenhang zwischen kapitalistischer über dem Bundestrend. Das rechtsextre-
Hamburg, sondern in Heiligendamm an Globalisierung, G8 und der prekären mistische Einstellungspotenzial wird nach
der mecklenburgischen Ostseeküste statt- sozialen Lage vieler Menschen in Mecklen- einer Untersuchung von 2003 in Meck-
finden. Heiligendamm hat um die 200 Ein- burg-Vorpommern breit dargestellt wird lenburg-Vorpommern auf 30 Prozent ge-
wohnerInnen. Außer dem Tagungsort, dem – dann kann das Kalkül von Polizei und schätzt und übertrifft damit noch den Wert
mondänen Kempinski-Hotel, stehen dort Bundesregierung, dass die Gipfelproteste von Sachsen (26 Prozent).
nur wenige Häuser. Zwei Zufahrtsstraßen nur wenig Unterstützung aus der örtlichen In Mecklenburg-Vorpommern bedie-
müssen gesperrt werden – dann ist alles Bevölkerung erhalten, zum Scheitern ge- nen sich NPD und Kameradschaften be-
unter Kontrolle. bracht werden. sonders gern einer antikapitalistischen und
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es Die Polizei richtet sich auf einen Groß- globalisierungsfeindlichen Rhetorik. Dies
mit Rostock nur eine einzige Großstadt. einsatz im Frühsommer 2007 ein. Der kann zu einer großen Herausforderung für
Das Flächenland hat eine ca. drei Mal so Rostocker Polizeidirektor, Knut Abramow- die Kampagne gegen den G8-Gipfel werden.
geringe Bevölkerungsdichte wie die BRD ski, ist seit dem 1. Januar 2006 als Einsatz- Es wird nicht damit getan sein, die Nazis
insgesamt. Fast 10 Prozent der Einwohne- leiter benannt und für die Vorbereitung des von den Demonstrationen, Veranstaltun-
rInnen haben das Bundesland seit 1990 Gipfeleinsatzes freigestellt worden. Rund gen und Aktionen gegen den G8-Gipfel
verlassen. Eine Folge der katastrophalen um das Kempinski-Hotel wurde die Über- fern zu halten. Es geht auch darum,
wirtschaftlichen Situation des Landes, des- wachung verstärkt. Schon heute werden inhaltlich Position zu beziehen. Gegen
sen Arbeitslosenquote um die 20 Prozent SpaziergängerInnen, die die Polizei für Neoliberalismus und kapitalistische Glo-
pendelt. „Störer“ hält, observiert und teilweise auch balisierung dürfen nicht nationalistische
Vor diesem Hintergrund sehen viele mit Platzverweisen belegt. Beschränktheit und rassistische Ausgren-
Menschen vor Ort den G8-Gipfel als eine In Mecklenburg-Vorpommern regiert zung gesetzt werden, sondern im Gegenteil
Chance für wirtschaftliche Entwicklung. eine Koalition aus SPD und Linkspartei. internationale Solidarität und eine Globali-
Sie hoffen, dass der ca. 10.000 Menschen PDS, für die der G8-Gipfel zu einer Zer- sierung von unten.
umfassende Gipfel-Tross Kaufkraft in die reißprobe werden kann. So gibt es klare Mit dieser Positionierung sollte nicht
Region bringt. Schon macht sich allerdings Beschlüsse der Linkspartei, sich aktiv an bis 2007 gewartet werden. Eine erste
Enttäuschung breit, weil statt umfassender den Protesten zu beteiligen und das Bünd- Gelegenheit zu zeigen, dass linke Glo-
Investitionen in die Infrastruktur nur eini- nis mit anderen politischen Gruppierun- balisierungskritik und Antifaschismus
ge Zufahrtsstraßen ausgebaut wurden. gen und Strömungen zu suchen. Auf der zusammen gehören, gibt es schon am
anderen Seite steht aber die „Regierungs- 1. Mai 2006 bei den Protesten und Ak-
Aktivitäten vor Ort fähigkeit“ und die Mitverantwortung z.B. tionen gegen den für diesen Tag ange-
Initiativen und Bündnisse – von Ge- für den Polizeieinsatz und dessen Finanzie- kündigten großen NPD-Aufmarsch in
Kein Platz für „Störer“: Bank nur für Bänker und G8-Befürworter.
werkschafterInnen bis hin zu Antifa-Grup- rung. Rostock. 1

Infos
Auf der „Mobilisierungs- gen wollen. Der Schwerpunkt liegt auf dem staatliche Repression. Weitere Infos und schaffen? Vier Themen-Schwerpunkte sind
seite gegen den G8-Gipfel G8 2007 in Heiligendamm, aber es gibt Aufrufe: www.18maerz2006.de.vu. auf dem BUKO geplant: Sicherheits- und
2007 in Heiligendamm“, die aus den auch Informationen zum G8 2006 in St. Kontrollpolitiken, G8, Energie, Kolonialis-
Reihen der Interventionistischen Linken Petersburg. In diesem Jahr wurde der Tag zusätzlich als mus/Migration. Im Rahmen des BUKO

Kontakte
ins Netz gestellt wurde, spielt sich noch Internationaler Aktionstag zum 3. Jahres- wird es auch ein weiteres großes Treffen der
nicht allzu viel ab. Gegenwärtig sind nicht Aufregung in der Pampa bedeutet der G8 tag des Irak-Krieges ausgerufen, an dem Anti-G8-AktivistInnen geben. Infos:
mal die eigenen Initiativen auf www.g8- in Heiligendamm sicher. Mit News, Facts weltweit Aktionen und Demonstrationen www.buko.info, Kontakt: mail@buko.info.
2007.de zu finden, aber wie uns versichert und Action aus Mecklenburg-Vorpom- stattfinden sollen.
wurde, steht eine Neugestaltung und Ak- mern ist www.links-lang.de die richtige 3. Juni 2006, Berlin:

Termine
tualisierung kurz bevor. Dort werden dann Adresse. Dort ist unter der Überschrift „Im 25./26. März 2006: Erste G8-Aktionskon- Großdemo gegen Sozialabbau
auch Texte und Materialien von Aktivist- Mittelpunkt der Welt stehen“ eine schon ferenz in Rostock (siehe Seite 1). Die ursprünglich für den 25. März angesetz-
Innen und Gruppen der IL bereitgestellt, erquicklich lange Sammlung von Pressearti- te Großdemonstration gegen den Sozialab-
wie auch die Texte dieser Zeitung. Per keln über den Gipfel und die Vorbereitung 31. März bis 2. April 2006, Leipzig: Drittes bau ist auf den 3. Juni verschoben worden.
E-Mail ist ein Kontakt möglich unter: in Mecklenburg-Vorpommern zu finden: bundesweite linksradikales G8-Treffen. Achtet auf neue Ankündigungen.
Was sich jetzt info@g8-2007.de. www.links-lang.de/g8/02.php. Bitte auf Ankündigungen bei
www.gipfelsoli.org achten. 1. Juli 2006, Berlin: Auf Initiative der Anti-
schon gegen
Erste große Vorbereitungstreffen verschie- Geographisch vielleicht nicht korrekt, liegt fa Weißensee wird eine Antikapitalistische
den G8 regt denster Gruppen aus dem linksradikalen vor Heiligendamm der G8-Gipfel 2006 in 29./30. April und 1. Mai 2006, Hamburg: Demonstration gegen G8 in Berlin vorbe-
Spektrum fanden im Herbst 2005 in Ham- Petrograd (St. Petersburg, Russia) Infos Konferenz „Kosten rebellieren II“ und reitet. Kontakt: weissensee.antifa@web.de.
burg und im Januar 2006 in Berlin statt. sind auf dieser Seite zu finden: http://g8- EuroMayday-Parade
Mehrheitlich geprägt von AktivistInnen 2006.plentyfact.net/. Der Fokus der Konferenz „Kosten 15.-17. Juli 2006: G8-Gipfel in Petrograd/
des Dissent! Network of Resistance und rebellieren II“ liegt auf transnationalen St. Petersburg
Peoples‘ Global Action waren diese Treffen „Was mit dem G8-Gipfel nicht in Ord- Widerstandsperspektiven, die globale so-
jeweils mit einigen hundert TeilnehmerIn- nung ist“ verrät und begründet diese Seite: ziale Rechte betonen. Dabei geht es um die 4.-9. August 2006, Karlsruhe: attac-Som-
nen Ausdruck eines starken Interessens www.g8-info.de leider mit viel zu wenig Zusammenführung und gemeinsame De- merakademie 2006. www.attac.de.
an frühzeitiger Vernetzung und Aktion. Worten und Bildern. batte. Die Forderungen nach bedingungslo-
Weitere Treffen sind im März und während sem Grundeinkommen und Mindestlohn 4.-13. August 2006: Internationales Mobi-
des BUKO 29 in Berlin geplant. Alle aktivis- Dagegen ist die Seite der nach Genua 2001 sollen mit Fragen zum europäischen Migra- lisierungscamp für G8, Mecklenburg-Vor-
tischen Gruppen sind herzlich eingeladen, entstandenen Gipfelsoli Infogruppe voll tionsregime und den damit konstruierten pommern. In der gleichen Zeit findet übri-
sich an dieser Vernetzung zu beteiligen: mit Informationen über die Ereignisse Zonen unterschiedlicher Ausbeutung kon- gens die große Segelboot-Show Hanse-Sail
g8-2007@riseup.net. seit Genua. Insbesondere über die immer frontiert werden. Am 1. Mai folgt die (für in Rostock statt (4.-9. August).
noch andauernde Verfolgung von Akti- Deutschland zweite) Euromayday-Parade.
Das Peoples‘ Global Action hat eine vistInnen und Prozesse in Italien. www. Aufruf, Organisatoren und Infos unter: Materialien
Impressum
deutschsprachige Seite speziell zum G8 in gipfelsoli.org ist die richtige Adresse für www.labournet.de und www.nadir.org/na- G8 Gleneagles-Schottland 05 – 8 videoclips
G8-Xtra. Zeitung für eine Interventionistische Linke
wird herausgegeben von den Redaktionen Heiligendamm eingerichtet: http://nadir. „Meldungen über globalisierte Solidarität dir/kampagnen/euromayday-hh. von kanalB
der Zeitungen und Zeitschriften org/nadir/initiativ/agp/g82007/. und die Proteste gegen unsolidarische Glo- http://kanalb.org
ak – analyse & kritik, arranca!, Fantômas
Das ursprünglich zum G8 in 2005 in balisierung“. 4.-7. Mai 2006, Athen: Europäisches So-
und so oder so.
Glenegales entstandene Dissent! Network zialforum. Siehe: www.fse-esf.org. Der „G8: Die besten Parties sind immer noch
Die massenhafte Weiterverbreitung dieser Zeitung
ist ausdrücklich erwünscht, eine Beteiligung an den of Resistance unterhält ebenfalls eine Aufruf der Initiative für ein Sozialforum die, zu denen man nicht eingeladen ist“
Portokosten ebenfalls. deutschsprachige Seite: http://de.dissent. Einige Termine in Deutschland „Auf nach Athen“ ist – Die 2005-Berichterstattung auf
Keine Einwände haben wir gegen den Abdruck von org.uk/. Die G8-Infotour machte bereits im Januar hier zu finden: http://www.sfid.info/news. http://germany.indymedia.
Artikeln in anderen Publikationen. Wir bestehen
allerdings auf die Zusendung eines Belegexemplars. ihre ersten Stationen, ist seitdem unterwegs esf.2006.2006.5/. org/2005/06/121480.shtml
Die Artikel sind über www.g8-2007.de elektronisch Von den Zusammenhängen, die sich bei und soll weiter fortgesetzt werden. Unter
abrufbar. den großen Treffen in Hamburg und Berlin http://wiki.de.dissent.org.uk/index.php/Info- 25.-28. Mai 2006, Berlin: Historisches, nämlich zum Gipfel 1992 in
Redaktion: G8-Xtra-Redaktion c/o ak-Redaktion, trafen, wurde unter http://wiki.de.dissent. tour_Termine sind die Stationen einsehbar. BUKO 29 – control ... out of control München, kann bei Libertad!-Literaturver-
Rombergstraße 10 · 20255 Hamburg
eMail: g8xtra@g8-2007.de org.uk/ ein Wiki eingerichtet. Es dient als Wer Interesse hat, schreibe an infotour@gipfel- Wie konstituiert sich herrschaftliche sand, Falkstr. 74, 60487 Frankfurt bestellt
V.i.S.d.P.: H.-P. Kartenberg Arbeitsplattform der diversen Arbeitsgrup- soli.org. Kontrolle? Wie wirkt sie sich aus? Wie werden. Noch erhältlich ist die Anti-WWG-
Spenden für diese Zeitung sind erwünscht: pen und ist offen für Menschen, die sich verändert sie sich? Welche Formen wider- Doku, Flugsand, die Doku des Forum I des
G. Bauer · Konto-Nr. 1211427040 · BLZ 200 505 50
Hamburger Sparkasse · Stichwort: G8-Xtra
am Vorbereitungsprozess zu den Protesten 18. März 2006: Aktionstag für die Freiheit ständiger Praxis ermöglichen es, sich außer Gegengipfels und die Broschüre „500 Jahre
gegen die kommenden G8-Gipfel beteili- der politischen Gefangenen und gegen Kontrolle zu begeben und Kontrolle abzu- Dominanz und Widerstand“. FIN