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Rumäniendeutsche Literatur

• “[…] Die sogenannte rumäniendeutsche Literatur der achtziger Jahre nimmt


heute einen festen Platz im Ensemble dessen ein, was man “deutsche
Gegenwartsliteratur” nennt.”
• “Auf Seiten der Literaturwissenschaft gab es einige ernstzunehmende
Bemühungen, insbesondere seit Mitte der siebziger Jahre, um die rumäniendeutsche
Literatur aus ihrer Außenseiterposition zu befreien.”
• Viele Autoren haben diese Literatur beschrieben, aber “es ist Ritters
Verdienst, die Bezeichnung ‘auslandsdeutsche Literatur’ von allem pangermanischen
Nachklängen befreit zu haben.”
• “In Überwindung des nationalen Literaturbegriffs plädiert er für die
Definition ‘deutschsprachige Literatur im Ausland’”
• “Befreit von dem Stempel ‘exotische Federführung hinter Horizonten’, würde
sich so für sie die Chance der Gleichberechtigung mit den großen Literaturen
eröffnen.”

• “[…] seit der Veröffentlichung ihrer Niederungen wird Herta Müller
“integraler Bestandteil deutscher Literatur” betrachtet, Position, die vielen
anderen Migranten-Autorinnen verwehrt wird.
• “Die Literatur Herta Müllers wird als ein integraler (aber nicht als
integriert) Bestandteil deutscher Literatur und Gesellschaft betrachtet.”
• “Der kulturelle Wert ihrer literarischen Texte ergibt sich aus ihrer
Mehrfachcodierung.”
• “Aus der Erfahrung der jeweiligen nationalen, geschlechtsbedingten und
sprachlichen Differenzen entsteht die ‘andere Wahrnehmung’ ”.
• “Der sogenannte doppelte Blick ist ein konstituierendes, ein verbindendes
Element im Werk der Autorin.”

Die kleine Literatur

• “Für die deutschsprachige Auslandsliteratur sind verschiedene


Etikettierungen geprägt worden: etwa Gastarbeiterliteratur, Ausländerliteratur,
Migrantenliteratur, Migrationsliteratur, Minderheitenliteratur und
Minoritätenliteratur.”
• “Das Heterogene, das das Wesen der Minderheit ausmacht, spiegelt sich in
den Unzulänglichkeiten der Termini wieder, die mehr oder minder erfolgereich
eingesetzt werden, um deren Kultur zu charakterisieren.”
• “Die Migrantenliteratur der achtziger Jahre stellt eine Herausforderung für
die deutsche Literaturwissenschaft”:
• sie hinterfragt die dominante ideologische Haltung in der Diskussion über
die deutsche Literatur;
• sie zeigt, Differenz ist ein konstitutiver Bestandteil der zeitgenössischen
deutsche Literatur.
• “Als […] “Sonderparte” der Literatur […] wird (sie), als Wille zur
Integration interpretiert, nicht aber in ihrem spezifischen, historisch-sozialen
und grundlegend anderen, infragestellenden Charakter wahrgenommen.”

• In ihrem Werk: ‘Kafka. Für eine kleine Literatur’ haben Deleuze und Guattari
so die kleine Literatur beschrieben: “nicht die Literatur einer kleinen Sprache,
sondern die einer Minderheit, die sich einer großen Sprache bedient”
• Nach den beiden Autoren haben die kleine Literaturen 3 Merkmale:
1) “ihr sprachlicher Deterritorialisierungskoeffizient, der aus der Benutzung
eine Sprache außerhalb ihres eigentlichen, vitalen Sprachraumes entsteht;
• “Im Falle einer Literatur wie der rumäniendeutschen bedeutet aber dies eine
Verselbstständigung des Randes durch die Ausschöpfung seiner eigenen Ressourcen ,
eine Umkehrung der Zentripetalkraft der Mitte in eine Zentrifugalkraft.”
2) der hohe Grad ihres politischen Charakters, da durch den Druck der Enge der
individuelle Ort in der Raum des Öffentlichen, des Politischen geschoben wird;
3) die Tendenz, dass in einer kleinen Literatur alle Äußerungen kollektiver
Wert zukommt.”

“Das Ziel dieser literarischen Bestrebungen wäre […] folglich der Versuch, aus
einer dreifachen Unmöglichkeiten auszubrechen:

1) der Unmöglichkeit, nicht zu schreiben;

2) der Unmöglichkeit, deutsch zu schreiben;

3) der Unmöglichkeit, anders zu schreiben“.

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