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5

DURCH DAS

GRAFLICH DZIEDUSZYCKI8CHEMUSEUM

IN

LEMBERG.

1896.

I, ( a X.%%0

VTUT NAFMMB usuorouctM KRAKOW • I. Latoloa

FUHRER

DTIRCH DAS

SRAFLICH DZIEDUSZTCKISCHE

MUSEUM

IM

GRAFEN

IN

LEMBERG.

AUFTRAGE

DES

WŁADIMIR

VERFASSERS,

DZIEDUSZYCKI,

Dr. phil. h. c. der Lemberger Universitat, Ehrenmitgliedes des polnischen Naturforschervereines »Copernicus« in Lem-

berg, Ehrenmitgliedes des Vereines der Freunde der Wissen- schaft inPosen, correspvidierenden Mitgliedes der Akademie der Wissenschaften in Krakau, Ehrenmitgliedes des padago-

gischen

Vereines

u. a. Officier

de

l'lnstruction

Publique.

AUS DEM POLNISCHEN OBEBSETZT VON

ADOLF PODWYSZYŃSKI.

Im

Selbstverlage

LEMBERG

des graflich

Dzieduszyckischen

1896.

Museums.

30001010174997

I. Vereinsbuchdruokerei in Lemberg, Lindego-G-asse 4.

MEINENINNIGSTGELIEBTEN ENKELN

UND

UNSERER

GANZEN JUGEND

WIDME 1CH DIESES BUCHLEIN

mit dem heissen Wunsche : sie mogen durch die

Besichtigung der naturhistorischen Sammlungen unserers Heimatlandes, der Erzeugnisse des Ge- werbefleisses und der Kunstfertigkeit unseres Vol- kes, sowie der uralten aus dem Schosse unserer heimatlichen Erde ausgegrabenen Schatze zur Liebe dieses Landes und dieses Volkes, sowie zur weiteren Erforschung dieser Hinterlassenschaft

unserer

Lemberg

im

Vorfahren

Mai

1895.

angeeifert

Władimir

werden.

Dzieduszycki.

VORWORT.

Mit vorliegender Arbeit mochte ich den ver- ehrten Besuchern des graflich Dzieduszyckischen Museums in Lemberg ein Biichlein in die Hand geben, das von geringem Umfang wenig Raum einnehmen und in jeder Tasche Platz finden, dabei jedoch einen Fiihrer vertreten konnte, der nicht immer bei der Hand zu haben ist. Ich bin mir der Schwierigkeit, ein solches Biichlein zu schrei- ben, wohl bewusst, denn ich weiss wohl, dass ich damit wahrscheinlich niemanden zufriedenstel- len werde, aber ich werde wenigstens das Be- wusstsein in mir tragen, dass dieses Biichlein niemanden irre fiihren, nur Thatsachen bieten und die obwaltenden Zweifel in Betreff so manches be- sichtigten Objectes zu losen imstande sein werde. Allein ein solcher Fiihrer muss kurz und biin- dig gefasst sein; daher werde ich mir angelegen sein lassen, moglichst viel in moglichst wenigen Worten zu bieten.

VI

In der Einleitung will ich die Entstehung des Museums und die Anlage der Sammlungen in demselben, dessen Entwicklung und die leitende Idee seines Bestandes kurz angeben, sowie auch dessen gegenwartigen Stand und Einrichtung dar- stellen. Ich will daher gleich Anfangs die Besu­ cher vom Thor und Thorweg aus bis zu den letzten Zimmern des II. Stockes, welche die ge- werblichen Erzeugnisse der Huzulen enthalten, fiihren. Bei der Besichtigung werden uns die so- wohl iiber den Eingangen in die Sale und Zimmer, als auch an den Schranken angebrachten Aufschrif- ten und Nummern behilflich sein. Die Etiquetten mit der Angabe der Art, so wie der laufenden Num­ mern der einzelnen Objecte, werden sich auf die Hauptkataloge beziehen, aber auch im vorliegen- den Fiihrer werde ich in den betreffenden Salen und Zimmern nicht ermangeln, die Aufmerksam- keit der Besucher auf die interessantesten Objecte zu lenken.

Ich will mir alle mógliche Miihe geben, dass der Katalog der Wirbelthiere, an dessen Ausgabe ich gegenwartig arbeite , ehemóglichst dem óffent- lichen Gebrauch iibergeben werde.

Dieser Katalog unserer Wirbelthiere wird bei weitem umfangreicher sein; er wird an Synony-

VII

men und Mittheilungen iiber die einzelnen im

Museum

befindlichen

Arten

und

Objecte

reicher

sein.

Ich gebe mich der Hoffnung hin, dass die- sem Katalog der Wirbelthiere bald auch die Be- schreibung der ubrigen Abtheilungen des Muse­ ums, wie die der ethnographischen, prahistori- schen u. s. w. folgen werde.

EINLEITUNG.

Entstehung

des

Museums.

Es ist mir heute unmóglich den Zeitpunkt, in welchem das graflich Dzieduszyckische Mu­ seum entstanden ist, auch nur annahernd festzu- stellen. Schon in der Kinderstube pflegte ich die bei Spaziergangen in der Umgebung von Lemberg gesammelten Pflanzen, Insecten und Schnecken unter der Anleitung meiner Mutter zu trocknen und zu praparieren. Diese besass selbst eine recht reichhaltige Sammlung von Seemuscheln und an- deren Seethieren, die noch gegenwartig ais die einzige Sammlung von nicht einheimischen Obje- cten im Saal IX, Schrank Nr. 95 und 97 des Mu­ seums zu sehen ist. Meine Eltern und Lehrer lei- steten meinem Sammeleifer alien moglichen Vor- schub, so dass mit den Jahren mein Interesse fiir die heimatliche Natur zunahm: ich begann planmiis- sige Pflanzen- und Insectensammlungen anzule- gcn und genauere Studien auch im Gebiete der

X

Pflanzenwelt zu betreiben. Aber meine Lieblinge waren seit jeher die Vogel, und ais ich in spate- ren Jahren aufs Land iibersiedelte, wo ich mich neben der Land- und Forstwirtschaft auch mit der Jagd beschaftigte, wandte ich mich daselbst wieder meinen alten Lieblingen, den Vogeln, zu. Ich befasste mich emsig mit der Beobachtung un- serer Vogelwelt und sammelte fleissig Vogel und ihre Nester fort. So bildet denn die Ornithologie meiner Heimat seit mehr ais funfzig Jahren mein Lieblingsstudium. Vor funfzig Jahren war meine ornithologische Sammlung eine der seltenen naturhistorischen Sammlungen im Lande. Da nun viele von den Mitgliedern meiner weitverzweigten Familie in ver- schiedenen Gegenden der ehemaligen polnischen Lande zerstreut lebten, sowie meine eigenen Gii- ter in mehreren ziemlich weit auseinander lie- genden Gegenden sich befanden, hatte ich, indem ich bald an Jagden theilnahm , bald Besuche bei Bekannten und Verwandten machte, Gelegenheit, viele neue Gegenden kennen zu lernen, was notwendig der Sammlung zugute kommen musste. Vor funfzig Jahren gab es ausser dem Uni- versitatsmuseum, dessen ausschliessliche Bestim- mung war, der allgemeinen Naturwissenschaft zu dienen, sonst keine Statte, wo heimatliche natur-

XI

wissenschaftliche

Objecte

hatten

aufbewahrt

und

wissenschaftlich

behandelt

werden

konnen.

Da nun sowohl ich selbst, ais auch viele Mitglieder meiner Familie, Bekannte und Nachbarn zahlreiche naturwissenschaftliche Objecte fanden, die nirgends auf dem heimatlichen Boden in geei- gneter Weise hatten aufbewahrt werden konnen, und ich damals zwar nur ein ornithologisches, aber doch jedenfalls ein Museum besass, so schickten sie vieles, was sie aufgefunden hatten, in meine ornithologische Sammlung. Nach und nach haufte sich also auf diese Weise eine Anzahl von natur- wissenschaftlichen Objecten bei meiner urspriinglich ornithologischen Sammlung an, dass ich mich ge- zwungen sah, neben der ornithologischen Sammlung fast alle Classen der Fauna unseres Heimatlandes aufzustellen. Allmahlich mussten jedoch auch an- dere Gebiete der Natur beriicksichtigt werden; es musste daher, um ein vollstandiges Bild unseres Heimatlandes bieten zu konnen, noch eine zoolo- gische, botanische, ethnographische und prahisto- rische Abtheilung hinzukommen.

So ist denn im Laufe der Jahre das jetzige graflich Dziecjuszyckische Museum zustande ge- kommen, wozu nicht nur das lebhafte Interesse, das die Bevolkerung unseres Landes dem Mu­ seum jederzeit entgegenbrachte, ais auch die

XII

allseitige Unterstiitzung durch Zusendung von wertvollen Gegenstanden in hohem Grade beitrug. Besonders giinstig war auch der Umstand, dass ganze wertvolle Privatsammlungen hinzukamen, die ich durch Einverleibung derselben in meine Mu- sealsammlungen vor dem Untergange nach dem Tode der Sammler zu bewahren fur eine heilige Pflicht erachtet habe. Dank der allerhóchsten Huld und Gnade und dem hochherzigen Wohlwollen Seiner Majestat des Kaisers ist der Fortbestand und die finan- zielle Grundlage des graflich Dzieduszyckischen Museums, soweit es nach menschlichem Ermessen moglich ist, fur immer gesichert. Die Bestimmung dieses Museums, welches einen integrierenden Be- standtheil des graflich Dzieduszyckichen Fidei- commisses bildet, ist im Artikel IX, des auf die Stiftung dieses Fideicommisses beziiglichen Reichs- gesetzes vom 20. Dezember 1893 in nachstehen- der Weise ausgesprochen: „Das mit dem Fideicommisse verbundene graflich Dzieduszyckische naturhistorische M u ­ seum hat sich auf alle Gegenstande in naturwissenschaftlicher, ethnographi- scher und anthropologischer Bezie- hung der ehemaligen polnischen Lande z u erstrecken".

XIII

Gebaude und Einrichtung.

Das graflich Dzieduszyckische Museum in Lemberg ist aus Privatmitteln eines einzigen Mannes erstanden. Der Ueberschreitung dieser Mittel musste natiirlich eine gewisse Grenze ge- zogen werden. Als nun immer fort die Anzahl der Objecte zuzunehmen begann, da ja zuwei- len ganze Privatsammlungen aus verschiedenen Naturgebieten ins Museum wanderten, und es nothwendig wurde, sie den Sammlungen des- selben einzuverleiben, um sie, was ich eben fur meine Pflicht hielt, vor dem Untergange zu bewahren, drangte sich gewissermassen von selbst der Gedanke auf, ein eigenes Gebaude fiir das Museum zu erbauen. Allein die Verwirklichung dieses Gedankes stiess Anfangs auf uniiberwind- liche Schwierigkeiten, denn es stellte sich die Nothwendigkeit heraus, auf einen Schlag eine be- deutende Geldsumme sowohl zum Ankauf eines geiegneten Baugrundes als auch zur Auffuhrung eines geraumigen, ausschliesslich fiir Musealzwecke bestimmten Gebaudes auszugeben, indem die rascheste Unterbringung der tibergrossen Menge des angehauften Materials keine auf langere Zeit zerlegbare Ausgabe zuliess. Die damaligen Ver- haltnissegestatteten jedoch nichteineso bedeutende Summe auf einmal auszugeben; es war daher no-

>/

A

Ay

XIV

xv

thig ein anderes Auskunftsmittel zu ersinnen. Es wurde also ein Haus angekauft, in welchem ge­

und Kammern mussten zu gedeckten Gallerien und Corridoren umgeschaffen und bei der Erweiterung

genwartig die Sammlungen des graflich Dziedu- szyckischen Museums unterbracht sind und das geeignet war die Objecte sofort aufzunehmen, wo- gegen die Kosten der Adaptierung und Einrich-

der Zimmer statt der abgetragenen Scheidewande neue Wolbungen errichtet werden. Infolge dessen ist die Aufstellung der Musealgegenstande so ver- schiedenartig, da sich in manchen Zimmern wie z.

tung auf Jahre hinaus vertheilt werden konnten.

B.

in dem Vorzimmer und den Hofzimmern des

Gegenwartig sind diese Adaptierungen fast zu Ende

II.

Stockes keine entprechende Beleuchtung erzie-

gefiihrt worden; es eriibrigt uns noch eine Ver-

len liess, weshalb denn auch bei der Einrichtung

bindung des II. Stockes mit dem Hofgebauae her- zustellen, wie dies im I. Stock bereits geschehen ist, wo das Hauptgebaude mit jenem ein Ganzes bildet.

und Aufstellung der Objecte auf die Beleuchtung Riicksicht genommen werden musste, wodurch es absolut unmoglich wurde, die systematische Rei- henfolge genau einzuhalten.

Im II. Stock des

Hofgebaudes

betindet

sich

jetzt noch die Bibliothek von Poturzyca, welche jedoch, wie ich hoffe, hinweg gebracht sein wird ; die naturwissenschaftliche des Specialbibliothek Museums hingegen ist gegenwartig unten, in der Musealwohnung des Eigenthumers, unterbracht.

Da nun das angekaufte Gebaude, als Wohn- haus zur Unterbringung einer móglichst grossen Anzahl von Parteien eingerichtet, eine Menge von grosseren und kleineren Zimmern, Nischen, Kit­ chen u. a. enthielt, musste man daran gehen, es zu Musealzwecken erst herzurichten. Die Zimmer wurden zu den Frontsalen des I. und II. Stockes erweitert; die tibrigen Localitaten, wie Ktichen

Mit Riicksicht auf das fortwahrende Anwach- sen der Sammlungen war es iiberhaupt nothwen- dig bei deren Aufstellung móglichst sparsam mit dem Raume umzugehen und sich zuweilen mit Ausserachtlassung der Systematik nach der Grósse der Objecte zu richten. In solchem Ealle werde ich nicht unterlassen, die Besucher sowohl in den Hauptkatalogen, wie auch im vorliegenden Ftihrer darauf aufmerksam zu machen. Gegenwartig umfasst. das graflich Dziedu- szyckische Museum folgende Abtheilungen:

I.

die zoologische,

II.

die

palaontologische ,

III.

die mineralogische,

XVI

IV.

die

geologische,

V.

die

botanische,

VI.

die

prahistorische,

VII.

die ethnographische.

Jede dieser

Abtheilungen

besitzt

eigene

lau-

fende Nummern.

Die zoologische und die palaontologische Ab- theilung sind im I. Stock unterbracht und nehmen denselben ganz ein.

Die zoologische Abtheilung ist so geordnet, dass neben den gegenwartig bei uns lebenden Thieren die fossilen Uberreste aus derselben Classe, die bei uns vorgefunden worden sind, zur Ansicht aufliegen. Sie beginnt mit den Thieren hochster Ordnung, den Wirbelthieren, wobei ich mit Riicksicht auf die Raumverhaltnisse von einer systematischen Aufstellung absehen musste. So befinden sich im Saal I. des I. Stockes die Uber­ reste der Elephanten, Nashorne und fossiler Hir- sche, im nachsten Saal II. hingegen die Vogel statt der Saugethiere die bei systematischer Rei- henfolge hier aufgestellt sein sollten. Diese In- consequenz wurde durch das Bestreben, eine mog- lichst gute Beleuchtung fur die kleineren Objecte zu gewinnen, bewirkt. Daneben im Saal III. be- findet sich die Nest- und Eiersammlung. Im Saal IV A nimmt der Rest der Vogel noch eine Wand

XVII

ein. Hierauf folgen die Saugethiere, welche den tibrigen Raum des Saales IV A. sowie die Sale

des

Saales VI einnehmen. Die zweite Abtheilung des Saales VI enthalt im

Schranke Nr. 56 den ersten Theil der Kriechthiere,

'n den Schranken Nr. 59 und 60 die Fische der

Jetztzeit, im Schrank Nr. 63 die fossilen Fische. Eine dritte Abtheilung des Saales VI enthalt im Schranke Nr. 57 den zweiten Theil der Kriech­ thiere und die Lurche. Damit horen die Wirbel- thiere auf und wir gehen zu den Wirbellosen iiber. Wir betreten das Durchgangszimmer VII, in wel- chem die Ubersicht der Wirbellosen sich befindet ur >d gelangen durch das Durchgangszimmer VIII, worin sich die schadlichen Insecten des Waldes, des Feldes und des Gartens befinden, in den Saal IX, welcher die systematischen Sammlungen der niederen Thiere enthalt.

Von da gelangen wir durch das Durchgangs­ zimmer X, in die zwei Salchen XI und XII der Palaontologischen Abtheilung, welche die noch nicht geordnete Sammlung der fossilen niederen Thiere verschiedener Formationen enthalten. Ich

gebe mich der Hoffnung hin, das auch diese bald

IV B,

V A,

V B,

und

die

erste

Abtheilung

wissenschaftlich

bearbeitet

und veroffentlicht

sein

Werde.

XVIII

wir

kehren in den Eingangssaal zuriick, welcher die Uberreste unserer fossilen Wirbelthiere enthalt.

Hiemit geht der I. Stock

zu

Ende

und

 

Im

II. Stock

betreten

wir

den

Durchgang

XIII,

wo

die ethnographischen

Sammlungen

be-

ginnen.

Nach

links

unsere Schritte

lenkend

ge-

langen

wir

in

das

nicht

besonders

helle

Zimmer

XIV, welches die Fortsetzung der ethnographi­

schen Abtheilung enthalt. Von hier aus nach rechts betreten wir zwei hintereinander gelegene Zimmer

XV

und

XVI, in denen

gleichfalls die Fortsetzung

der

ethnographischen Abtheilung, namentlich die

neueren und alteren gewerblichen Erzeugnisse der

Huzulen,

gelangen wir nach links in den geraumigen Front- saal XVII, in dem die mineralogische Abtheilung sich befindet. Daneben in dem kleineren Zimmer

XVIII finden

rauf dann

ben der auch die Reste unserer fossilen Pflanzen

aufgestellt sind. In den darauffolgenden zwei Sa- len XX. und XXI. ist die prahistorische Abtheilung unterbracht. Aus dem Saal XXI. kommen wir durch

den

einen kleinen Durchgang in das schon gegen

Hof zu gelegene Zimmer XXII. Aus diesem gelan­

gen

hohes Zimmer XXIII,

Jagdge-

weiter schreitend tiber ein

paar Stufen

unterbracht sind.

Aus dem

Zimmer

XIV

wir die geologische

XIX

Abtheilung, wo-

im Saal

die .botanische folgt, ne-

wir

dem

geradeaus

in

die

ein

kleines

in

landlichen

Fischerei-

und

XIX

Zim­

mer XXII zuriickehren, finden wir diesmal in den

Rest

drei

Wenn

rathe zu

sehen

sind.

wir

und

nun

in

das

den

XXII,

der ethnographischen

Zimmern

XXIV

XXV

Abtheilung.

der

jetzigen

im ganzen

Nachdem ich einen kurzeń Oberblick der Entstehungsgeschichte des Museums vorausge- schickt, die dabei leitende Idee, dessenBestimmung, sowie den gegenwartigen Stand und die Einrich- tung auseinanaer gesetzt habe, eriibrigt mir nur

noch

der

Besichtigung voranzugehen.

Ich óffne also das Hauptthor und sage den Eintretenden aus ganzem Herzen:Willkommen!

Dies

ware nun die

allgemeine Ubersicht

Unterbringung der einzelnen Abtheilungen

Musealgebaude.

die Fiihrung

zu

iibernehmen

und

bei

Der

Thorweg.

Durch das Hauptthor gelangt man in einen ge- r aumigen Thorweg. Es beflnden sich hier auf einer Brettererhóhung die Wandę entlang verschiedene Schaustucke, welche sei's ihrer Dimensionen, sei's 'hrer Schwere halber in den oberen Salen keine Auf- stellung finden konnten.

Links

vom

Eingang

sehen

wir

nun:

Al". 1.

und

meinen

2. zwei

Wachholders

schlanke

Stamme

(Juniperus

unseres

ge-

communis)

Nr. 1. stammt aus Moszków (Bez. Sokal); seine Hohe betrug iiber 4 ni, sein Umfang 75 cm. Er stand in einem Garten und ist ein Geschenk des H. Stanislaus Ritter v. Polanowski. Nr. 2, auch ein Wachholderstamm ruhrt von einem Lember- ger Garten her.

Jfr. 3. Querschnitt eines sehr alten EicUenstaiumes

betriigt

Durchmesser 2 m. Er stammt aus

der Gegend von Brzeżany und ist ein Geschenk des H. Bezirkshauptmanns Mauthner. •Nr. 4. Querschnitt einer jungen kerngesunden Eielic; mit einem Umfang von 8'58 m und einem Durchmesser von 1'6 m. Sje stammt von den Waldern der Herrschaft Brody und ist ein Ge­ schenk des H. Casimir von Mołodecki. % 5. Querschnitt einer TTline (Ulmus effusa) aus den Waldern von Pieniaki (Bez. Brody) mit

(Quercus

6'7 m, sein

pedwnculata).

Sein

Umfang

2

einem

fang

Durchmesser

von

2"65

m.

von

80 cm

und

einem

Um-

Nr. 6. Querschnitt einer Rotlltaillie (Picea excelsa);

Umfang:

2'24w, Durchmesser:

70 cm.

Nr.

7. Querschnitt

einer

EdeltiUlliC

(Abies

pecti-

nała);

Durchmesser:

1

m, Umfang

3'25

m.

(6

Beide Querschnitte, der Roth- und Edeltaiine

Tarno-

und

7)

stammen

aus

den

Waldern

von

watka,

welche

im Kónigreich

Polen,

Lubliner Gouver-

nement,

Bez.

Tomaszow

gelegen

sind.

Nr. 8. Querschnitt einer LSrclie (Larix europaea)

der

Durchmesser

aus

Bukowina

von

mit

40

65 cm

Jahresringen, einem

Umfange

und

einem

m. Nr. 9. Gemeine Kiefer (Pinus silvestris) aus den

Waldern von Toporów (Bez. Brody); ihr Umfang betragt 3'53 m. der Durchmesser 1 m, mit 100 Jahresringen ; ein Geschenk des H. Casimir von Mołodecki.

Quer­

von

2"16

Nr. 10. Eine Zirbelkiefer (Pinus cembra),

schnitt mit wohlgezahlten 412 Jahresringen, aus dem Gebirge in der Gegend von Wełdzirz (Bez. Dolina); ein Geschenk des Gutsverwalters H. Stanislaus Matkowski. Nr. 11. Langs- und Querschnitt einer Liirche (La­ rix europaea) aus den Waldern von Próchnik (Bez. Jaroslau) mit wohlgezahlten 62 Jahresringen; der Querschnitt hat einen Durchmesser von 45 cm und einen Umfang von 1•35 m. Nr. 12. Ein aus dem Sanfluss geflschter Eichenstamm, durch das Liegen im Wasser schwarz gefarbt, mit einem Umfang von l'10 m; Geschenk des H. Casimir Zbyszewski.

3

(Po~

Allem

zusammengewach-

Nr. 13. Diagonalschnitt einer Scliwarzpappel

pulus

nigra) von

Anschein

sener Doppelstamm.

nach

ist

2 - 96 m

Durchmesser.

dies

ein

Hier hórt die Wand und mit derselben die linkę Seite des Thorweges auf; man gelangt namlich nun zur Treppe und dem Haupteingang ins Museum. Uber vier Stufen kommen wir in den Flur oder in das ei- gentliche Treppenhaus. Vor uns haben wir den Ein- gang in die Wohnung des Eigenthumers und links den Zugang zur Haupttreppe, welche in die oberen Stockwerke hinauffiihrt. Hier befindet sich die Garde- robe, in welcher die Besucher ihre Stócke, Schirme,

Mantel und dgl. ablegen soilen. In den Fensternischen befinden sich Kasten, welche Musealkataloge und Mu- sealpublicationen enthalten, die zu festgesetzten Prei-

sen

wir

nochmals

beim

Aufseher

zum

erhaltlich

sind.

Doch

kehren

Thorweg

zurtick.

S&bald wir das Treppenhaus verlassen haben, sehen wir zur Linken ein grosses Thor, das in den Hof hinausftihrt. Nach Passierung desselben bemerken wir im Hofe links den Eingang in einen Flur, von dem aus man nach rechts in das Laboratorium des Museums gelangt, in welchem der Priiparator des Museums H. Edmund Hartel stets anwesend ist. Beim Eingang ins Laboratorium sieht man eine auf den ersten Stock hinauffiihrende Nebentreppe und links, demselben gegenuber, den zweiten Eingang in die Wohnung des Eigenthumers. Vor den Fenstern des Museums im Hofe sieht man einen aufgepflanzten Baum, dessen Gipfel bis zum II. Stock hinaufreicht.

Es

welcher im Jagdpavillon auf der Lemberger allge- meinen Landesausstellung 1894 zu sehen war. Er wurde von der Frau Grafin Załuska - Wysocka

ist

dies

ein

Elbeilbaum

(Taxus

baccaia),

4

eingesendet, nachdem er in dereń Waldern zu Jasie­ nica (Bez. Brzozów) mit grósster Sorgfalt ausgegra- ben worden war; er gieng jedoch im Pavilion ein und wurde uber giitige Vermittlung des H. Forstra- thes W. Góralczyk dem Museum einverleibt. Dem Hofthor gcgeniiber haben wir ein Seitenge- baude vor uns, das von den Aufsehern des Museums bewohnt wird. Wenn wir durch das Hofthor wieder in den Thorweg eingetreten sind, sehen wir zur Lin- ken wieder vier Stufen , welche in die Wohnung des Musealcustos H. Ladislaus Zontak hinauffuhren. In der Richtung gegen das Haupthor fortschreitend bemerken wir gleichfalls eine Erhóhung, wie an der gegenuberliegenden Wand (es ist dies vom Hauptthor rechts), auf der die weiteren Nummern aufgestellt sind

vor

allem:

Ni\

H. Es

ist

dies

ein

Glasschrank,

in

welchem

sich

ein

machtiger aus Sillzcrystallen von

Wieliczka - bestehender Block von 1S» Cent-

nern

Salz-

crystallen iiberzogene Lei ter ebenfalls aus

Wieliczka. Es gibt hier auch noch verschiedene andere Schaustiicke von Salz aus Bochnia wie:

eine Salzplatte, Salzwiirfel und eine

un g. Auch befindet sich da- nd e r, der beim bergmanni-

schen Gebrauch eines Diamantbohrers losge- brochen wurde. Alle Objecte in diesem Schrank bilden ein Geschenk der k. k. Finanzdirection

Gy p si n c r u st i e r rin ein Sa 1 z c y 1 i

in

befindet; ferner sieht man

an

Gewicht

demselben

Schrank

eine

mit

feinen

zu

Lemberg.

Ni*. 15. Eine

Collection

von

Steinwiirfeln,

wie

solche

beim

Bauen

und

Pflastern

im

verschie-

denen

Gegenden

verwendet

werden.

5

Nr. 1(>. Eine Collection von Gyps- und A 1 a- basterwiirfeln von verschiedener Herkunft. Nr. 17. Eine Collection von Porphyr- und ver-

schiedenen M a r m o

gend von Krakau; ein Geschenk der Grafen

r - wurfeln aus der Umge-

Arthur

Potocki

und

Sigmund

Szembek.

Nr. 18. Devonsandstein aus der Trembowlaer

Gegend und Erzeugnisse aus demselben.

N r . 19. Ńatiirliche Kugeln aus

stein, vom Eigenthumer selbst in einer Lóss- schlucht zu Sledziejowice (Bez. Wieliczka) ge- sammelt. Es gab ihrer daselbst im Thon einge- bettet eine grosse Menge von verschiedener Grósse. Ich verdanke dieselben der giitigen Zu- vorkommenheit des verst. H. Erasmus Niedzielski. Nr. 20. Ein anderer Glasschrank, in welchem sich ein Klumpen ErdwacllS, mit Thon vermengt,

tertiarem Sand-

aus Borysław (Bez. Drohobycz) von der Kra- kauer Ausstellung i. J. 1887 befindet. In demselben Schrank sehen wir auch die ga-

lizische Steinkohle und zwar. einen grossen

Chrza­

nów) und daneben ein gleichgrosses, jedoch schmiileres Stuck Braunkokle aus Nowosielica (Bez. Śniatyn) ; beide Objecte riihren von der Lemberger Ausstellung i.J. 1877 her. Ferner be­ merken wir da noch Lignite aus Skwarzawa

(Bez.

wir Exemplare

Holz aus verschiedenen Gegenden Galiziens. Sehr

interessant ist ein Object aus Gromnik (Bez. Tarnów), ein Geschenk des verewigten H. Eduard Dzwon-

kowski;

Stcinkohleil block

aus

Jaworzno

(Bez.

Żółkiew).

sehen

Weiterhin

von v«rkieseltem

ferner

schwarze

Holzverkieselllllffen,

6

welche

gefunden worden sind. Diese Sammlung meTirt sich zusehends, daher mussen sich selbstverstandlich die einzelnen Objecte sowie dereń Nummern fortwahren-d andern. Dicht beim Hauptthor sehen wir

Xr. 23. Verkieselter Stamm vermuthlich einer Coni- fere. Seine Hóhe betragt 2 - 04 m und der Um- fang 74 cm. Er wurde in der Niihe von Lem- berg bei Winniki gelegentlich eines Strassenbaues aufgefunden. So hatten wir denn den ganzen Thorweg besich- tigt; nunmehr mussen wir uns dorthin wenden, wo wir schon zuvor einen Augenblick geweilt haben. Auf der vom Hauptthor zur Linken gelegenen Stiege gelangen wir in die Garderobe und dann auf der Haupttreppe nach dem ersten Stockwerk. Ganz unten an dieser befindet sich ein grosser aufrecht stehender Stamm

der Zirbclkiefer (Pinus cembra) aus den Gebirgs-

waldern von Wełdzirz (Bez. Dolina), dem Besitzthum des H. von Popper. Der Durchmesser dieses Stam-

53 cm, der Umfang 175 cm und die

Lange 2'64 m. Der Durchmesser an beiden Enden

mes betragt

zwar

in

Galizien,

jedoch

unbekannten

Orts

ist fast gleich breit. Sein Alter belauft sich laut ge- ziihlten Ringen auf 309 Jahre. Er bildet ein Geschenk

Grafen

Badeni. Sobald wir den ersten Stock betreten haben, wollen wir nach links unseren Weiterweg nehmen. Zuvor bemerken wir jedoch zur Rechten eine Mar- morbuste des Vaters des jetzigen Eigenthiimers des verewigten Herrn Josef Grafen Dzieduszycki, ein Werk des Bildhauers Xaver Godebski.

Sr.

Excellenz

des

H.

Statthalters

Casimir

Ober

dem

Inschrift:

Zoologische

I.

Stock.

vor

Haupteingang

uns

sehen

wir

und

palaontologische

Sammlungen.

die

Das erste Stockwerk entha.lt die Sale I—XII.

und ist derart eingerichtet, dass man, wenn man so- fort den Saal II (Vogel) betritt, von dem Saal I ais Ausgangspunkt die ganze zoologische und palaonto­ logische Abtheilung, die in den Salen II—XIV

unterbracht ist, der Reihe nach

die Thiir zur Rechten zuriick in den Saal I, woher man den Rundgang begonnen hat, zuriickgelangen kann. Wir wollen nun im Saal I, verweilen, zu wel- chem wir nach Besichtigung des I. Stockwerkes zu-

besichtigen und durch

riickehren sollen.

SAAL

I.

Dieser Saal enthalt die Reste der fossilen SSiu- fretllicre aus dem Diluvium. Die rothen Nummern sowohl an den Glasschran- ken, wie auch an den Objecten kennzeichnen die un-

tergegangenen Thiere, die bei uns gelebt haben und dereń Reste wir in Lósslagern, alten Flussbetten, Ab- lagerungen der Weichsel, des San, des Bug, des Dnie­ ster u. a. sowie auch in Hóhlen, Bergspalten und

Steinbriichen finder

den angepasste grosse Schranke Nr. 67, 66, 65, 64. Diese aus einer oberen und unteren Abtheilung be stehenden Schranke enthalten Reste des fossilen Elephanten (Belke) (Elephas primigenius), bei uns allgemein Mawiliutll genannt. Seine Cberreste nehmen

Wir haben da vor uns den Wan-

8

9

iiberdies die oberen Abtheilungen der Schranke Nr. 68 und 69 ein. Wir bemerken in diesen Schranken verschiedene Lberreste dieses Thieres; ein ganzes Skelet wurde namlich, soviel mir bekannt ist, bei uns bisher noch nicht gefunden, obgleich dessen Theile, wie: Mahlzahne, Stosszahne, Stiicke von Schiideln und anderen Knochen bei uns in verschiedenen Gegenden besonders in Flussthalern nach Hochwiissern in Fluss- ablagerungen nicht selten sich finden lassen.

unter-

schied sich vom Mastodon hauptsiichlich durch kiirzere gerade Stoss- und Backenzahne, welche an der abgeriebenen Fliiche eichelformig gewundene Fal- ten aufweisen. Das Museum besitzt bisher noch keine Reste eines Mastodon. Uberhaupt ist das ganze Ma­ terial der fossilen Reste von Saugethieren noch nicht endgiltig wissenschaftlich bearbeitet worden, denn es diirfte wohl mehrere Arten sowohl der Mammuthe, ais auch der Mastodonte und Hirsche gegeben haben. Die Schwierigkeiten bei der genauen Bestimmung der Uberreste sind recht gross und auch die Litteratur dartiber zu reichhaltig zu kostspielig und schwer zusammenzutragen, da sie in einzelnen Fachschriften und Jahresberichten verstreut ist. Ich will daher an dieser Stelle die Aufmerksamkeit bloss auf die in teressantesten Objecte lenken. Zwei an der Wand hangende Zeichnungen stellen das an der Lena in Sibirien mit Haut und Haaren gefundene Mammuth dar. Die eine derselben zeigt das im Fetersburger Museum aufgestellte und aufbewahrte Skelet, die an- dere das nach diesem Skelet restaurierte Thier. Da es nun schwer ist alle Theile eines Mammuths zu- sammenzubringen, werden enstprechende Stiicke, wenn dieselben auch nicht einem und demselben Individuum

Das

Mammuth

(Elephas

primigenius)

angehóren, zu einem Ganzen zusammengestellt. So

gelang es

Nr. 128. Drei Knochen des linken Hinterbeines ;

zwei Knochen stammen aus der Weichselebene bei Krakau, der dritte jedoch aus der Gegend von Kolomea und ist ein Geschenk des Herm

Julian

zusammenge-

uns

denn

zusammenzustellen:

Kniaź

Puzyna.

dies

Nr. 124. Es sind

gleichfalls

drei

San

herriihren und ein Geschenk der Fursten Adam Lubomirski und Witold Czartoryski bilden ; der dritte Knochen, das Schienbein, kommt aus Bu- kaczowce in der Dniesterebene her. Nr. 68. Ein grosser Schadel mit machtigen Stosszah- nen; stammt aus den Bezirken Staremiasto (Fel-

stellte

Knochen,

von

denen

zwei

aus

dem

sztyn)

und

Sambor.

Nr. <3. Ein grosser dicker Stosszahn aus dem Dnie­

ster bei Hnizdyczów (Bez. Żydaczów). Ein Ge­ schenk des ehemaligen Statthalters Agenor Gra- fen Gołuchowski. Nr. 72. und 75. Zwei grosse Stosszahne, welche durch Vermittlung des H. Miecislaus Potocki von der Stadtgemeinde Felsztyn dem Museum zum Geschenke gemacht worden sind. Sie wurden aus dem Flusse Strwiąż gezogen und ais ver- meintliche Gebeine von Riesenmenschen bei der

Kirche

aufgestellt.

 

Nr. 74.

Ein

in

der

Tarnower

Gegend

gefundener,

vom

H.

Thaddaus

Langie

geschenkter

grosser

Stosszahn.

Niepołomice ausgegrabene

Stosszahne; warscheinlich von einem einzigen

Individuum

zwei

Nr. 75. Zwei

Nr. 69. Der

grosse,

obere

in

herriihrend.

Theil

eines

Schadels

und

10

Stossziihne aus Woskodawy am Horyń (Gouver- nement Żytomir Russl.), ein Geschenk des Gra- fen Isidor Dzieduszycki. Nr. 70. Stuck eines Schadels und zwei grosse, stark gebogene Stosszahne aus demselben Fundort; in der oberen Abtheilung des Schrankes Nr. 66. Nr. 78. Ein schóner, dicker Stosszahn, ein Geschenk des H. Wolski, ehemaligen Directors der Erzherzog Albrechts-Bahn. Nr. 79. und 80. Zwei kleine Stosszahne eines jun- gen Thieres aus Rudki am Dniester; ein Geschenk des H. Michael Horwath.

Nr. 76. Ein diinner Stosszahn ; ausgegraben in Pasieki

bei

Lemberg

vom

Prof. Łomnicki.

Nr. CO. Unterkiefer aus der Wisłoka bei Frysztak

mit bloss

zwei Kauzahnen;

im Ganzen staken vier

darin.

Nr. 81.

Unterkiefer mit zwei Kauzahnen; ein Geschenk

des

H. Filer.

Im

Schrank'Nr.

64.

und

65.

in

der oberen

Ab­

theilung

befinden

sich

Beckenknochen

des Mammuths

und

zwar:

\r.

109. aus

Dołhe

(Bez.

Janów).

Nr. 120. aus

Biała

am

Sereth;

ein

Geschenk

des

 

Doctor

Wernicki.

Nr. 93. aus

dem

San

bei

Radymno.

 

Nr. 91. aus

Kęty,

ein

Geschenk

des

Grafen

Wo-

 

dzicki.

Im Schrank

Nr. 67.

befindet

sich auch ein Becken

namlich :

Nr. 92. aus dem San und in demselben Schrank unten:

^Nr. 94. gleichfalls ein Becken aus Rozwadów an

Adam

der

Lubomirski.

Weichsel;

ein

Geschenk

des

Fiirsten

11

Alle diese Objecte sind eigentlich Beckenhalften; das grósste hiibscheste Exemplar ist Nr. 94. Wir bemerken da auch eine ganze Reihe von Kauzahnen aus verschiedenen Fundorten. Am haufig-

sten finden sich diese Zahne in der Gegend von Rudki

am Dniester vor,

in-

34,

wie: Nr.

49,

51,

2,

4,

52,

10, 12, 15,

53,

56;

18,

37,

47,

48,

hóchst

teressant

sind :

Nr. 47. ein

sehr

schmaler

Kauzahn.

Nr. 17. Ein solcher aus Sławuta mit sehr schonem

Email.

Nr. 3(5. Ein

sich

durch ziemlich erhebene Falten an der Kau-

flache aus. Nr. 32. Ein Geschenk des H. Ritters Jaxa v. Chamiec, Viceprasident des Landesausschusses. Nr. 33. Aus dem Sanilusse ; interessant durch die

solcher

aus

Tudorów;

zeichnet

Gestaltung der oberen

Flache.

Nr. 8. Aus Horyhlady am Dniester; ein Geschenk des H. Necki, und Nr. 12. aus Rudki durch die Lange ausgezeichnet. Gegenwiirtig besitzt das Museum 62 Exemplare der Kauzahne eines Mammuths, die jedoch bisher wissenschaftlich nicht bestimmt worden; an Schien- beinen und anderen Knochen dieses Thieres 21

Exemplare. Nr. 125. Sieht wie eine Art Zahnhulle aus; ein Ge­ schenk des H. Karl Rogawski. Nr. 126. Ein in Stradcz (Bez. Gródek) im Stein- bruch gefundenes Stuck eines - Stosszahnes ; al- lem Anschein nach durch ein stumpfes Werk-

zeug

entzwei

gespalten.

In diesen drei Schranken gibt es noch so manches interessante Object, dessen genauere Beschreibung ich mir jedoch fiir einen Specialkatalog vorbehalte.

12

Nunmehr wollen wir uns den Schranken Nr. 68 und 69. zuwenden. Im Schrank Nr. 68. in der obe- ren Abtheilung sehen wir noch die Mammuthknochen

und auf den unteren drei Fachern die Uberreste ei-

nes fossilen

Die Naturforscher unterscheiden gegenwartig mehrere Arten des fossilen Rhinoceros in Europa, welcher Art jedoch die im Museum befindlichen Uberreste an- gehoren, diirfte ich wohl kaum mit Bestimmtheit an- zugeben wagen. Fur die gewonlichste Art gilt das

hartnasige Rhinoceros (nach Belke). (Rhinocerus

tichorhinus Cuv.). Pallas hat es gleichfalls mit Fleisch

und Haaren an der Lena entdeckt. Bei

man die Uberreste dieses Thieres seltener und nicht so reichlich wie die des Mammuths.

Nr. 181. Der obere Theil eines Schadels ohne Zahne,

Rhinoceros (Rhinocerus ticliorhinus).

uns findet

jedoch

vortreflich

erhalten; gefunden im San beim

Dorfe

Walawa.

Nr. 132. Der obere Theil eines Schadels sammt Zahnen mit einem Theil der Wirbelsaule, gefunden in einem Bach bei Kałusz ; ein Geschenk des ehem. Statthalters Grafen Agenor Gołuchowski.

Nr. 133. Der Vordertheil eines Schadels mit der Na- senscheidewand aus dem San bei Radymno; ein Geschenk des H. Johann Kleczkowski, des- sen Geschenk aus demselben Fundort auch Nr. 131. der Hintertheil eines Schadels, bildet.

Stuck eines Unterkiefers mit einem

Zahn am Horyń gefunden; ein Geschenk des Grafen Isidor Dzieduszycki. Nr. 135. Die ganze rechte Halfte eines Kiefers mit 5 Zahnen, sehr hart wie Petrefact, gefunden im Sanllusse ; ein Geschenk des H. August Ko- rosteński.

Nr. 13<>.

Ein

13

Nr. 1G<>. Ebenfalls ein Stuck eines Kiefers aus dem San bei Sieniawa. An Nashornzahnen besitzt des Museum 13 Exem- plare vorwiegend aus Rudki. Interessant sind Nr. 1(>4. und 1(55. Es sind dies 8 Stuck Rippenknochen grósstentheils aus deni San. Nr. 16Ź. Beckenhiilfte aus dem San bei Radymno; ein Geschenk des H. Johann Kleczkowski. Nr. 1(53. Ein Stiick eines Beckens derselben Her- kunft.

Bukaczowce

Nr. 161. Ein

Stuck

eines

Beckens

aus

in

der

Dniesterebene.

eines

Nr. 140. Theil

Beines:

der

Unterschenkelkno-

chen mit der

Kniescheibe

aus

dem

Fliisschen

Czerchawka;

ein

Geschenk

des

H.

Brand-

statter.

Nr. 139.

Ebensolcher

Knochen

aus

dem

San

bei

Sieniawa.

Ni*. 111.

Gleichfalls

eine

Kniescheibe

aus

dem

San.

Nr. 187. Vollstandiger Obertheil eines Schadels ohne

der

Colestin

Sozański. Wir iibergehen nun zur zweiten Halfte des Schran-

kes

Auch

die fossilen Hirsche bieten grosse Schwierigkeiten;

ich halte dafiir, das die hier vorhandenen Reste ei­ nem jener Hirsche angehoren, deren riesiges Geweih und Skelete in Irland ausgegraben werden.

San bei Jaroslau, einem Fi­

wir Uberreste vom Rie-

Zahne

aus

Kornalowice

ein

Hier finden

(Bez.

Sambor)

des

H.

in

Dniesterebene;

Nr.

69.

Geschenk

scnliirsch (Breithorn) (Cervus

megaceros).

Nr. ISO. Gefunden im

 

scher

abgekauft.

 

Nr.

181.

Gefunden

im

San

bei

Przemy śl,

erhalten

durch

Tausch

vom

Gymnasium

zu

Przemyśl.

14

Nr. 182 und 183. Geweihiiberreste, gefunden im

San bei Tuczempy (Bez. Jaroslau) ; ein Geschenk

des

H.

Ladisl.

Micewski.

Nr. 184. Stuck eines Riickenwirbels, vielleicht von einem Hirsch herriihrend; gefunden im San.

noch

fachmannisch

Nr. 185. stellt den Wirbel eines Thieres aus dem Geschlechte der Walfische dar. Er riihrt aus den Sammlungen des H. Zieliński her, die ehemals in Kielce bestanden haben und ist zweifellos hierlandischer Herkunft.

Nr. 186. Ein Schwanzwirbel aus Jaryszów (Gouv. Podolien). H. Belke erwahnt in seiner Mastolo- gie, dass in Podolien nach Pusch sich Reste von fossilen Seethieren finden lassen. In demselben Saal erblicken wir noch eine Zeich-

nung an der Wand, die einen Riesenhirsch

(Cei -

Diese

Geweihiiberreste

behandelt

miissen

gleichfalls

werden.

vus megaceros) darstellt. Alle drei Zeichnungen, die in diesem Saal aufgehangt sind, bilden das Werk des verst. Malers Fabiański. Nachdem wir nun die Uberbleibsel der fossilen Saugethiere besichtigt hatten, betreten wir den niichsten:

SAAL

II.

II. Classe Vogel (Aves).

Diesen ganzen Saal fiillen die Vogel (Aves) und zwar: die Schranke 1 — 25. im Saal II und die Schranke 29 und 30 im Saal IV. Geordnet sind die Vogel im Museum nach dem Werke: „Verzeichnis der bisher in Óster- reich-Ungarn beobachteten Vogel von Victor Ritter von Tschusi und Eugen

15

Ferdinand von Horn eye r. Herausgege- ben v om permanenten internationa len o r n i th o 1 o g i s c h e n Comite unter dem Presidium des Dr. R. Blasius und Prof. Dr. Gustav von Hayek Wien 1886". Dieses Werk und das internationale Centralcomite waren das Resul- tat des internationalen Congresses der Ornithologen, welcher unter dem Vorsitz des weiland Erzherzogs Rudolf zu Wien im Jahre 1884 tagte. Ich gieng niimlich von der Ansicht aus, dass die Classification und Benennung, welche von solcher Koryphaen der der Wissenschaft und unter der Leitung des interna­ tionalen Comites veroffentlicht wurden, doch endlich einmal festgesetzt und in den Schulbiichern Auf- nahme finden wurden. Allein auch diese Autoritat scheint nicht mass- gebend gewesen zu sein, da in jedem spater erschie- nenen naturhistorischen Werke sich in dem die Vo­ gel behandelnden Theile neue Classificierungen und die bunteste Nomenclatur finden lassen. An dieser Stelle will ich noch die Aufmerk- samkeit der Besuchenden darauf lenken, dass ich liberhaupt bei alien Thieren, soweit es móglich war, mich bestrebt habe, den ganzen Lebenslauf derselben von dem friihesten Entwicklungsstadium angefangen bis zur volkommenen Reife, ihr normales Kleid, so wie auch die Varierungen desselben zur Anschau- ung zu bringen. Sobald wir nun den Saal II betreten, beginnen wir unsere Wanderung zwischen den Vogeln, indem wir uns geradeaus gegen das Fenster wenden. Auf den beiden unteren Scheiben dieses Fensters sieht man auf Glas gemalte Abbildungen des Jagdfalken (Falco islandiciis). Sie wurden in der Tyroler Anstalt fur Glasmalerei ausgefiihrt.

16

Der Jagdfalke wurde bei uns zur Jagd verwen- det, wie dies sein Bild links in einer Jagdhaube (Blendkappe) darstellt. Auf dem Bilde daneben sieht man ihn in seiner gewóhnlichen Gestalt. Soviel mir bekannt ist, wurde dieser Vogel bei uns im wiiden Zustande nicht angetroffen. In friiheren Zeiten beniitzte man ihn bei „Kónigsjagden" und zwar auf „Hoch- flugvogel" wie Schwane u. dgl. Wenn wir uns nun nach rechts wenden, bemerken wir eine Reihe von Schranken Nr. 1 bis 4, mit denen wir die Besichti- gung der Vogel beginnen wollen.

I.

Ordnung:

Die

Raubvogel (Rapaces)

Wir sehen da den Anfang der ersten Ordnung der Vogel, und zwar zuerst die Tagraubrogel (Rapaces diurni). Auch diese Schranke bestehen aus einer oberen und unteren Abtheilung. Die oberen Theile nimmt die Familie der Geier (Vul- tnridae) ein. Es sind dies unsere gróssten Raub­ vogel. Bei uns bilden diese Familie zwei Arten:

Nr. 2—(i. Grauer Geier (Vultur monachus L.) und der braunc Geier (Gypsfulvus Gm.) Nr. 7—

11. und Nr. 1743, 1769. Diese beiden Arten sind bei uns bloss Gaste. Sie erscheinen von Zeit zu Zeit in gewissen Gegenden und verschwinden. Sie niihren sich vorwiegend mit Aas und kónnen lange Hunger ertragen; sobald sie jedoch angemessene Nahrung gefunden haben, fressen sie sich so an, das sie in- folge ihrer Schwerfiilligkeit mit einem Stock leicht erschlagen, ja sogar durch einen geschickten Wurf einer Leinendecke oder eines Sackes lebendig ergriffen werden kónnen. Ihr standige Heimat ist der Orient, wo sie in den Stiidten durch Vertilgung des Aases der Bevolkerung gute Dienste leisten.

17

Der

Kutten-

oder

Mónchsgeier

ist

bei

uns

seltener.

Nr. 2. Erlegt

zu

Rudki

1861 ; ein

Geschenk

des H.

Leon

Załęski.

Nr. 3. und

4-. Erlegt

auf

einen

Schuss zu Kamionka

Strumiłowa

1873.

Nr. 5. Geschossen

zu

Złoty

Potok im Kónigr.

Polen;

ein

Geschenk

der

Grafin

Marie

Raczyńska.

Nr. (i.

Gefangen

Lemberg

am

wiihrend

1.

Juni

eines

1875.

Gewittersturmes

bei

Der braunc Geier (Gyps fulvus Gm.) fallt

ofters bei uns ein. Nistansiedlungen dieses Vo- gels sind bei Abbazia, auf den Inseln des Quar- nero Cherso und Plavnik zu sehen. Es ware zu wiinschen, dass man dort diesem interessanten, hiibschen und harmlosen Vogel mehr Schutz und Schonung angedeihen lasse.

Nr.

7. Geschossen

Alexander

bei Bełz

Obertyński.

1855;

geschenkt vom H.

Nr. 8.

Lebendig

gefangen

bei

Oleszyce

1864.

Nz. 9.

Erlegt

1875;

ein Geschenk

des ehemal. Statt-

halters

Grafen

Alfred

Potocki.

Nr. 10. Erlegt

zu

Miejsce

(Bez. Sanok)

1875.

Nr. 11. Erlegt

bei

Stanislau;

ein Geschenk des H.

Kochanowski.

Tuchla (Bez. Jaroslau)

Younga.

Nr. 1769. Geschossen zu Swaryczew (Bez. Dolina),

Nr. 1743.

1884;

Geschossen

ein

zu

Geschenk

des

H.

Stanislaus

ein

Geschenk

des

H.

Theophil

Milewski.

 

Nun

miissen

wir

zum

Schrank

Nr.

1.

zuriick-

kehren.

Dort

sehen

wir

im

ersten

Fach

der

unteren

Abtheilung:

 

Nr. 1. und 1782.

Diese

Vogel

gehóren

gleichfalls

18

zur

Familie

der

Geier;

sie

bilden

die

Art

der

19

^r. 1778. ist ein ausgewachsenes 9> geschossen am

Aasgeier (Neophron). In Europa ist nur eine

9. Marz

1886

in

Moszków

(Bez.

Sokal);

ein

Species bekannt der Maltesergeier (Neophron

Geschenk

des

H.

Stanislaus

Polanowski.

percnopterus L).

Ar. 142-144. und 1946. der schwarzbraune Mi­

Es

ist

dies

ein

fur uns

wichtiger

und interessan-

ter Vogel, dessen Heimat Asien, Afrika und das ge maBigte Sudeuropa bildet. Er nistet in Russisch - Po­ dolien an der Einmundung der Ladawa in den Dniester auf den Felsen von Chonkowce am Dniesterufer im Gouvernement Podolien Bez. Mohileff, wovon Rzą- czyński schon im J. 1721 Erwahnung thut. Nr. 1. Kommt von dem oben angefuhrten Orte her und wurde am Neste am 30. April 1871 ge- schossen; ich verdanke das Exemplar dem H.

Prosper

Zimmermann.

Nr. 1782. Fliigellahm geschossen am 11. April 1886 auf dem Gebiet von Sopohów (Bez. Borszczów) und von dem dortigen Forster H. Romanowski eingesendet. Er ist der weifieste unserer Vogel. Es kónnte wohl móglich sein, dass er bei uns einst sehr haufig gewesen ist, vielleicht ist er

eben

der

„weisse

Adler".

Nun folgt die grofie Familie der Falken (Fal-

conidae).

Von diesen haben wir vor allem die Weihcn (Milvus). Die Weihen gehóren zu den Zugvogeln.

Sie nisten bei uns und richten groflen Schaden be- sonders unter dem Gefliigel an. Man kann sie sehr leicht selbst im Flug an dem gabelfórmigen Schwanz erkennen.

Es

gibt

dereń

zwei

Arten:

Nr. 139-141, 1778, 1779 und 2038, der KCnigs- weih (der rothe Milan) (Milvus regalis auct).

Zieht

gewisse

Gegenden

vor.

lan

Nr. 1946. ist

(Milvus ater auct.).

ein

9

m 't

zwei

Jungen,

am

13.

Juai

1891

zu

Wertełka

(Bez.

Brody)

erlegt.

der Falken (Cer­

chneis) Nr. 75-81, 1472, 1957, 2015, 2032. Der Thurmfalke (Cerchneis tinunculus L), ein beson-

ders in Podolien haufiger Vogel, er nistet sogar in den Kirchen, Ruinen, altem Gemauer, auf alten Biiu- men und an Waldsaumen. Lebt vom Mausefang verschmaht aber auch kleine Vogel nicht. 1957. ęf geschossen am Nest mit vier Jungen im Flaum zu Pieniaki (Bez. Brody).

Es

folgen

nun

zwei

Arten

Die zweite Art der Itothclfalke (Cerchneis cenchris Naum.) Nr. 74, 1490, 1714.

Gehórt zu den selteneren Vogeln. Zeichnet sich durch weifie oder hellichte Fangę aus, wahrend die des Thurmfalken Schwarz sind; er unterscheidet sich auDerdem von diesem durch kleinere Kórpergestalt. 74. 9 geschossen beim Nest auf einer alten Bu- che 1857 zu Pieniaki (Bez. Brody). Nr. 1490. bildet ein Geschenk des H. Heinrich Strze­ lecki im J. 1881. Nr. 1714. 9 geschossen zu Olejów (Bez. Złoczów); ein Geschenk des Grafen Casimir Wodzicki. Diese beiden Arten der Thurmfalken und die darauf folgendenden in der unteren Abtheilung des Schrankes Nr. 2. aufgestellten Vogel bildeten friiher eine einzige Gattung der Falken (Falco), die bei uns in 7 Arten zerfallt. Heute zerfallt diese Gattung aufier den Thurmfalken in drei Arten, so dass gegenwartig

20

nur

zwei

Arten

die

Gattung

Falken

(Falco),

aus-

machen.

 
 

Im

Schrank

Nr.

2.

nimmt

das oberste

Fach

der

unteren

Abtheilung

ferner

 

(Ery-

thropus vespertinus L) ein. Es ist dies der friihere (Falco rufipes Beseke), ein bei uns be­

sonders in Podolien und in der Nahe von Fliis- sen keineswegs seltener Strichvogel. Das ganze zweite Fach dieses Schrankes be- herbergt:

Nr. 90—96, 1750. Der Zwergfalke

(Hypolrior-

der ehemalige (Falco aesalon

uns

weifi

Winter

haufiger

L.)

chis aesalon

Nr. 82—89, 1794, 175. der Kotlifussfalke

Boie),

ein

Es

ist

dies

bei

jedoch

nur

im

Vogel; im Sommer sah ich ihn nie,

auch

ich

nicht,

ob

er

bei

uns

nistet.

Nr.

90.

Ausnahmsweise

am

13.

September

1851

geschossen

zu

Zawisznia

(Bez. Sokal).

Nr.

97—100,

1622,

1733.

der

Lerelienfalke

(Falco subbiiteo

nistet

hier

und

L.). Im

kann

ganzen

auch

im

Lande

Winter

nicht

selten.

angetroffen

Er

werden.

Nr. 1733. 9 und 4 Jungę im Flaum; geschossen zu Olejów (Bez. Złoczów) 1884 ; ein Geschenk

des

Grafen

Nr. 101—107,

Anton

1805,

Wodzicki.

1826,

2001. Der

Wander-

L.) Ein frecher Rauber,

der auf verschiedene Vogel besonders aber Rebhiih-

ner Jagd macht. Wegen seines auCerordentlich ra- schen Fluges wurde er gleichfalls zur Jagd ver- wendet. Bei uns gehórt er immerhin zu den seltener vorkommenden Raubvogeln, wenn man ihn auch hiiu- fig in verschiedenen Gegenden zu sehen bekommt.

falke (Falco

peregriuus

21

Leider besitze ich kein Nest von ihm, obgleich man J^n auch im Sommer bei uns beobachtet hat. ^r. 106. $ geschossen zu Żurawno (Bez. Żydaczów)

am

1826. ein altes (J im Balzkleide; geschossen am 17. Marz 1888 zu Bortniki (Bez. Bobrka),

21. Juli

1871.

ein

Geschenk

des

H.

Thomas

Szymanowski.

101. am

30.

Marz

1865

und

Nr. 105. am 25. October 1878; beide zu Olejów (Bez. Złoczów) geschossene Vogel bilden ein

ste

Geschenk

Die

zwei

nimmt

des

Grafen

Casimir

Wodzicki.

nachsten

Facher, das fiinfte und sech-

Nr. 108—115, 1475.

der

Wiirirfalke

(Falco

la-

Hiarius L) ein. Gleichfalls ein sehr rasch fliegender Raubvogel. Er ist der eigentliche und dazu einheimi- sche Jagdfalke, der in friiherer Zeit bei uns zur Jagd beniitzt wurde, obschon man diesen gleichfalls aus den nordlichen Gegenden bezogen hatte, wobei er allerorts wie ein Wunderthier angestaunt wurde. Er nistet bei uns, ist jedoch nirgends haufig. Nr. 112. 9 geschossen zu Olejów am 30. Septem­ ber 1761 ; ein Geschenk des Grafen Casimir Wodzicki. Nr. 114. 9 geschossen am Nest den 6. Mai 1864 zu Wertełka (Bez. Brody); die vier diesem Nest entnommenen Eiersind in der oologischen Samm- lung zu sehen. Nr. 1130. 9 geschossen im „groBen Wald" zu Po-

aus dem man

Tags zuvor drei der Sammlung gleichfalls ein- verleibte Eier herausgenommen hatte. Wir iibergehen nunmehr weiter zur unteren

turzyca (Bez. Sokal) am Nest,

22

Abtheilung

des

Schrankes

Nr.

3.

Auf

dem

ganzen

In

diesem

Schrank

befindet

sich

obersten

Fach

bemerken

wir:

1572. und 1608.

23

Nr. 68 — 73, (Circaetos

der Schlangenadler

Nr. 129—138, 1753, 1916 und 206. den Tanben- habicht (Asłur palumbarius Lacep.). Es ist dies

unser gewóhnlichster Raubvogel, der unter Tauben und Rebhuhnern groBen Sehaden anrichtet; die Farbę des Gefieders andert sich oft in der Jugend, erst nach mehreren Jahren wird sie bestandig.

Nr. 132. Ein junges, erst

fliigge gewordenes ęf ;

geschossen am 10. Juli 1854 zu Jastrzębica (Bez. Sokal).

einjahriges

Nr. 1916.

Ein

kaum

9!

am

29.

Juli

1890

zu

Pieniaki

(Bez.

Brody).

 

Nr. 136.

9

Erst

zwei

Jahre

alt;

geschossen

 

bei

Lemberg

am

9.

April

1878.

Nr. 134. Ein

wenigstens

drei

Jahre

altes

ęf

;

ge­

schossen

am

23.

Febr.

1873

in

der

Umgegend

von

Lemberg.

 

Nr. 2006. 9

und

Jaroslau

von

ungewóhnlich

auSerordentlicher

2.

befiedert;

Janner

1892.

zu

am

Grófie,

sehr

alt

(Bez.

Zarzecze

gallicus Vieil.). Bewohner sumpfiger Walder, in denen er an gewissen Stellen sich mit Vorliebe auf-

halt. Er nistet bei uns, ist jedoch ein Zugvogel. Er niihrt sich hauptsachlich von Schlangen und Kriech- thieren; verschont auch die giftigen nicht.

von 30. Sept. 1881 ; ein

Nr. 1572. 9 zu Olejów

Geschenk des Grafen Alexander Wodzicki. Nr. 1608. Ein Junges, das am 23. Juni 1882

sammen mit dem alten Weibchen, welches jedoch leider zu beschadigt war, um prapariert werden zu kónnen, aus dem Neste genommen wurde. Es ist dies ein Geschenk des H. Franz D'Aban- • court. In der letzten Abtheilung des Schrankes Nr. 4. beginnt die Familie der Adler (Aquilae). Nach den neuesten Ansichten unterscheiden sich unsere Adler von der iibrigen Raubthieren bei uns durch fast bis

zu-

an die Zehen befiederte Beine. Befiederte Ftisse hat

auch

unser

Kauhf'ussbussard

(Archibuteo

lago-

Auf

dem

nachsten

Fach

befindet

sich

der Fin-

pus Brunn), doch davon weiter unten. Hier haben

kenhabicht (Accipiter nisus Pall.).

Bei

uns

sehr

wir vor allem in der ganzen Abtheilung dieses Schran­

hauflg;

nimmt

in

verschiedenen

Varietiiten

in

Bezug

kes Nr. 46—52. den Zwergadler (Aquila pennata

auf

Farbę

und

Alter

das

ganze

Fach

ein.

Brehtn). Es ist dies unser kleinster

Adler.

Er

hor-

Das dritte

Fach

entha.lt :

 

stet zwar bei uns, ist jedoch ein Zugvogel;

gehort

Nr. 62—67 und 1945.: der Fischadler (Pandion

haliaetus Cuv.). An Fliissen und Teichen sehr hau-

immerhin zu den bei uns seltener Raubvogeln.

verkommenden.

fig

und

arger Fischriiuber; er nistet bei uns, ist aber

Nr. 49.

cT

geschossen am 20. Mai 1857 zu Pieniaki.

ein

Zugvogel.

Nr. 51.

ein

cf

und

Nr. 1945. 9 mit drei Jungen im Flaum; am 15.

Nr.

52. ein 9, bilden ein Parchen, das am Nest am

Juni 1891 zu Pieniaki (Bez. Brody).

11.

Mai

1864

zu

Wertełka

(Bez.

Brody)

ge­

Nr.

66. Ein junges ęf,

geschossen

am Nest im Walde

schossen

wurde.

Die

Eier

befinden

sich

in

der

bei Podhorce (Bez. Złoczów) 1879.

Sammlung.

24

Jetzt wenden wir uns nach rechts, lassen den Haupteingang bei Seite und haben nun in 4 Schran-

ken Nr. 5, 6, 7- und 8. von oben

milie unserer echten Adler vor uns. Sie wird von

zwei verschiedenen Arten gebildet: Der Stelnadler

bis unten die Fa­

(Aquila

chrysaetos Brehm).

fulva

L.)

und

der

Goldadler

(Aquila

Die

eigentliche Art bildet

gegenwartig der Gold­

adler (Aquila chrysaetos), dereń Abart der Stein-

adler (Aquila fulva) ist. Und in der That bietet, wenn wir die ganze Suite dieser Vogel aus verschie­ denen Gegenden des Landes betrachten, die genaue Bestimmung dieser Arten groBe Schwierigkeiten. Die

Heimat dieser Adler ist Europa, Asien und Nqrdame- rika, bei uns kommt er iiberall vor. Man kann ihn da vora Spatherbst bis in den Fruhling hinein be- sonders haufig sehen, seltener in der Brutzeit. Einen

auch besitzte ich keine

Eier

Nr. 161(5. ein cT, geschossen am 20. August 1882 und Nr. 2037. geschossen 23. August 1892; beide Exem- plare jung; derletztere noch in Flaum aber schon fliigge. Beide kommen aus Jasień (Bez. Kałusz) her. Nr. 2037 ist ein Geschenk des Herm Hof- raths Glanz. Jasień und dessen Walder liegen im Gebirge in der Region der Hirsche und Ba- ren. Hóchst wahrscheinlich horsten dort auch die Adler. An Adlern besitze ich gegenwartig 53 Exemplare: Aus Volhynien, Podolien und 27 Bezirken Galiziens von Krakau bis Zaleszczyki, aus der niichsten Umgebung Lembergs und Tar- nopols, aus Mielec, Podhajce, Sokal, Bohorod- czany und Dolina, kurz, aus verschiedensten Ge­ genden. Er ist zwar ein arger Rauber, aber ein

Horst habe

ich nicht gesehen,

desselben.

25

prachtiger Vogel, dereine wahre Zierde unserer Vogelwelt bildet. Der nachste Schrank Nr. 9. entha.lt wiederum

zwei Arten der einheimischen Adler: der Sclirei-

adler

(Aquila

naevia

Briss.)

und

Schelladler

(Aquila clanga Pall.). Sie heilien bei uns gewóhn- lich Halbadler. Sie unterscheiden sich hauptsachlich durch Kopf und Schnabel; daher ist denn auch der Schelladler robuster, starker und von gedrungenerem Kórperbau. Beide Arten kommen iiberall im Lande vor; sie vertilgen Mause und Schlangen und leisten dadurch wenigstens theilweise Ersatz fur den Scha- den, den sie sonst an Rebhiihnern und jungen Hasen den Jagdliebhabern zufugen. Eine interessante Abart

des

Schreiadlers

ist:

Nr. 1885. Es ist

dies

ein

,

geschossen

in

der

Umgegend von Tarnopol

am

Den Unterschied zwischen diesen beiden Arten

am

7.

Octob.

1889,

ganzen

Gefieder gelb

getiipfelt.

diirfte

wohl am

besten:

Nr. 31. ein

9>

geschossen

zu Parchacz

(Bez.

Sokal)

im

J. 1853

und

Nr. 151)6.

ein Q, geschossen zu Dąbrówka

(Bez. Łańcut) am 1. Mai 1882. veranschaulichen. Diese beiden Exemplare weisen am deutlichsten

gleichfalls

die charakteristischen Merkmale

des

Scliella-

dlers (Aquila clanga) auf.

 

Die

Art

des

Schreiadlers

(Aquila

naevia)

ist hier reprasentirt durch:

Nr. 1661. ein Q geschossen am 10. Mai 1883 zu

Łańcut,

ein

Geschenk

des

H.

Reichard

und:

Nr. 1673. cf, geschossen bei Żydaczow am 7.

Juni

1883.

26

27

prachtigsten

wurde,

jetzt jedoch einiger nur ihm eigenthiimlichen Merk-

male, besonders aber der unbefiederten Beine halber

eine besondere Art bildet, namlich die der Seeadler

der

Seeadler (Haliaełus albicilla) friiher bekannt unter

wah-

rend des ganzen Jahres zu sehen. Nistet in den Aus-

laufern der Karpathen wie im Stryjer Bezirke, ais

auch

Er macht einen uberwaltigenden Eindruck durch seine

Grófle, an der er sonst alle unsere Adler iibertrifft. Ein alter Vogel zeichnet sich durch den machtigen

in

Wir

gelangen

der

nunmehr

zu

zu

den

unserem

Adlern

Raubvogel,

bisher

gezahlt

(Haliaełus). Bei

den

uns

kommt

nur

eine

Art

Bei

vor:

uns

Namen (Aquila albicilla Pall.).

in

der

Ebene

wie

der

Gegend

von

Brody.

gelben

Schnabel

und

den

weiCen

aus starken Steuer-

federn

bestehenden

Schwanz

aus.

Nr. 1675. ein 9

mit

zwei

Jungen

im

Flaum.

Ge-

schossen

am

Neste

am

29. Mai

1893

zu

Wer-

tełka

(Bez.

Brody).

 

Nr. 1595. und 1808.

sind

in

Pieniaki

geschossen

worden.

Nr. 1476. Q

geschossen

am

19.

Febr.

1881.

zu

Poturzyca

(Bez.

Sokal)

Nr. 58. Geschossen zu Wysocko (Bez. Jaroslau) am

Ste­

25.

Marz

1875; ein

Geschenk

des

Grafen

fan

Zamojski.

Nr. 55. Geschossen

am

12. Novemb. 1870

zu Izy-

dorówka

(Bez.

Żydaczów) ;

ein

Geschenk

des

Grafen

Alexander

Dzieduszycki.

 

Nr. 54.

ein

junges

ęf ;

geschossen

zu

Janów

(Bez.

Grodek) am

25. Dezemb.

1867.

 

Ganz

unten

in

demselben

Schrank

sehen

wir

einen Vogel, der nicht nur seinem Aussehen nach, sondern auch thatsachlich und zwar in keinem geringen

Grade ein Raubvogel ist, obwohl sich dessen Raub- lust vornehmlich gegen Insecten richtet, weshalb er auch sogar zu den nutzlichen Vogeln gezahlt werden

darf. Es ist dies der Wespenbussard (Pernis api-

Vortts). Ober den Sommer halt er sich bei uns auf und nistet, verliisst uns jedoch frtihzeitig im Herbste. Ein besonders in waldigen Gegenden keineswegs sel- tener Vogel, der die Farbung des Gefieders fortwiih-

rend

ein

Geschenk der Gutsverwaltung von Koniuszkowa

Nr.

(Bez. Brody) und 209S. geschossen zu Daszawa (Bez. Stryj) ; ein

wechselt.

Interessante

ein

Abarten

11.

sind:

Nr. 2050.

geschossen

Octob.

1893;

Geschenk

des

Grafen

Karl

Dzieduszycki.

Die obere Abtheilung und ein Fach der unteren Abth. des Schrankes Nr. 10. nimmt der Miiuscbussard

(Buteo

vulgaris Vieil. Falco buteo L) ein. Mit Aus-

nahme der Wintermonate ist er des ganze Jahr hin- durch im ganzen Kronlande sehr haufig. Er gehórt gleichfalls zu den sogenannten Raubvogeln, bringt jedoch mehr Nutzen ais Schaden, da er sich selbst

und

mausen nahrt; die Farbung seines Gefieders andert

sich oft.

Cieszanów)

am 2. Octob. 1893, eine sehr hiibsche weiflli- che Abart, ein Geschenk des H.Eduard Winter. Nr. 1988. ist gleichfalls eine interessante Abart; wurde vermittelst eines Taubenschlages im Walde von Rożniatów (Bez. Jaroslau) gefangen. Das ganze zweite Fach nimmt ein Vogel ein, der dem obigen sehr nahe kommt und ihn sozusagen im Winter bei uns vertritt. Es ist dies del* Itauh-

fussbussard (Archibułeo lagopns Brunn.) Bei uns

seine

2001.

Brut

vorwiegend

mit

Feld-

(Bez.

und

Wiihl-

Nr.

geschossen

zu

Gorajec

28

heiCt er gewohnlich „Winterhabicht". Der interes- sante Vogel gehort zu unseren standigen Wintergasten. Er unterscheidet sich vom Mfiuseblissard durch die bis an die Zehen befiederten Fiisse, und hat, obwohl seine Farbung stark wechselt, immer einen tiefdun- klen Streifen an der Brust. Es ist dies ein Polarvo- gel; ob er bei uns nistet, ist zu meiner Kenntnis nicht gelangt. Durch Vertilgung von Feld- und Wiihl- mausen bringt er mehr Nutzen ais er durch das Auf- fressen eines erfrorenen Hasen oder eines kranken Rebhuhns Schaden anrichtet. Die iibrigen drei Facher dieses Schrankes nimmt die letzte Unterfamilie unse- rer Raubvogel ein: (lie Weihen (Circi). Diese zeich-

nen sich unter alien Raubvogeln durch schlanken Kórperbau und verhaltnissmafiig lange Stelzenbeine und locker befiederten Kopfaus, der schon einigermafien an die Eulen erinnert. Sie halten sich grófitentheils an Teichen, Sumpfen und in baumlosen Gegenden auf, indem sie Walder und waldige Stellen vermeiden.

Sie

richten

unter

Vogeln

jeder

Art ungeheuren Scha­

den

an.

Es

gibt

ihrer

vier

Arten

bei

uns.

Ganz unten im Schrank befindet sich der Sumpf-

weill (Circus rufus). Er ist an unseren Teichen

und Sumpfen

ein

drei

Die

nistet bei uns, ist jedoch

sehr

haufig:

Zugvogel.

folgenden

Arten

und zwar:

der Koril-

weihe (Circus cyaneus L.), der Steppenweih (Cir­ cus pallidus Syk.) und der Wiesenweih (Circus

cineraceus Mont.) besuchen unsere Gefielde und sumpfige Gegenden alljahrlich auf ihren Ziigen im Herbst und Friihling; ob sie bei uns nisten, ist mir nicht bekannt. Im Friihling sind die alten Vogel licht- aschgrau, wodurch sie sehr abstechen; sie werden

29

daher von unseren Jagern „weifie Habichte" genannt. Bald nach der Emte erscheinen zahlreiche jungę Vo­ gel; sie sind sehr schwer zu bestimmen, da sie rost- gelb, mithin ganz anders ais die alten Vogel gefarbt sind, die man sonst bei uns im Friihling und im Herb- ste sieht; von den Jagern werden sie alsdann „gelbe

Habichte"

genannt.

Hier

beendigen

wir

die

Besichtigung

unserer

Tagraubvogel und nahern uns der Thiir, welche in den Saal III fiihrt, in dem sich Nester und Eier der Vogel befinden. Uberall sind Aufschriften angebracht,. wir werden daher bei der weiteren Besichtigung blolł auf die entsprechenden Nester verweisen. Eine syste- matisch geordnete Sammlung von Eiern befindet sich in der unteren Abtheilung des Schrankes Nr. 26- Sie ist zum Schutze vor der schadlichen Einwirkung

des

Sonnenlichtes

Indem

wir

verhiillt.

aus

nun

dem

Saal

III

in

den Saal

II

zuriickkehren, bemerken wir in dem Schranke Nr. 11, oberhalb der Thiir und einem Theil des daranstofien- den Schrankes Nr. 12. die Nachtraubvogel: Euleil (Strigidae], Vor allem sehen wir da die Uralha-

biehtseule

den ganzen Schrank Nr, 11. und des erste Fach der unteren Abtheilung des Schrankes Nr. 12. ein. Es ist dies ein fiir unsere bewaldeten Ausliiufer der Kar- pathen charakteristischer Vogel; er unternimmt jedoch im Herbste und im Winter Wanderungen, so dass er oft in verhaltnismaflig kleinen Waldern unserer Ebe-

nen

(Syrnium uralense

Pall.)

Sie

nimmt

erscheint.

Auch

diese

Eule

richtet

ungeheuren

Schaden an

und ist die gefahrlichste Vertilgerin von Haselhiihnen- Sie jagt vortrefflich und sieht bei Tag und bei Nacht. gleich gut. Die Farbung ist sehr unbestandig. Ich

30

besitze gegfenwartig 23 Exemplare derselben, unter denen sich kaum zwei vollkommen gleich gefarbte finden lassen. Bis unlangst kam sie sehr zahlreich das ganze Jahr hindurch in den Waldrevieren zu Li- sowice (Bez Bolechów) vor, woher ich sehr interes- sante Exemplare dieser Eule dem Jagdverein von Li- sowice so wie auch den einzelnen Mitgliedern des- selben, den Grafen: Casimir Wodzicki, Leopold Sta- rzeński, Stanislaus Stadnicki, Stefan Szembek und vielen anderen verdanke. Doch besitze ich Exemplare dieser Eule auch aus anderen Gegenden so :

Nr. 198, 200, 203, 210, geschossen zu Lachowice (Bez. Żydaczów), Geschenke der Grafen Ale­ xander und Edmund Dzieduszycki. Nr. 1823. geschossen am 21. Decemb. 1877 zu Mielnica (Bez. Borszczów) ; ein Geschenk des des Grafen Miecislaus Borkowski. Nr. 2008. geschossen am 17. Decemb. 1891 zu Rych- cice (Bez. Drohobycz), ein Geschenk des H. Ju­ lius Bielski. Nr. 207. Geschossen am 5. Decemb. 1876 in Po-

des H. Adal­

powce (Bez.

bert

Brody); ein

Geschenk

Brunner.

Nr. 1771. 9 geschossen am 29. October 1885 zu Zarzecze (Bez. Jaroslau) auf einer Treibjagd von H. Froml. Dieser schónen Eule droht bei uns ganzliche Vernichtung, denn bei einer halbwegs rationellen Jagdpflege darf ihre Existenz einfach nicht geduldet werden. Der Schrank Nr. 12. enthalt:

Nr. 196. Den

lappliindischen

Kauz

(Syrnium

lapponicum Rełz.) Es ist dies

eine

bisher

nur

in

Lappland

einheimische

Eulenart.

Graf

Constantin

Ty-

31

zenhauz, unser riihmlichst bekannter Ornitholog, fand ihn bei sich zu Postawy in Litthauen in den waldi- gen Einóden mit mosigem Grund, an Stellen, welche nie von Menschen betreten wurden; er beschrieb die-

sen Vogel und nannte ihn

„Mooseule"

(Strix

mi-

crophłalmos Tyz.) Neuere

Naturforscher

bestimmten

ihn ais LapplSndisclien Kauz (Syrnium lappo­ nicum Rełz.) Mein Exemplar stammt aus Postawy und ist vom Grafen Constantin Tyzenhauz genau bestimmt worden. Sein Sohn Graf Reinhold Tyzen­ hauz machte ihn mir zur Geschenke, wahrend sein Schwiegersohn Graf Alexander Przeździecki mir den-

selben

dieser

Gattung (zweites Fach). Es ist dies der WaldkailZ

(Syrnium aluco Lacep.). der gewóhnlichste Kauz,

von

driiben

iibergehen

mitbrachte.

nunmehr

Wir

zur

dritten

Art

der

bei

uns

das

ganze

Jahr

hindurch

iiberall

sehr

hiiuftg

vorkommt.

Wir

sehen

da

Exemplare

von

ver-

schiedenem

Alter

und

Farbung.

 

welche

selbst die neueren Naturforscher in der friiheren Gat­ tung der Eulen (Strix) belassen haben. Es ist dies

die Schleiereule (Strix flammea L) Bei uns das

ganze Jahr hindurch in Wirtschaftsgebauden und Meier- hófen allgemein verbreitet. Nr. 234. Noch im Flaum aus dem Neste genommen im Gebaude des Ossolińskischen Museums zu Lemberg.

Weiters

bemerken

wir

eine

echte

Eule,

 

Wir

kommen

nun

zu

sehr

seltenen

Gasten

aus

dem

hohen

Norden.

Es

ist

dies

die

Schneeule

(Nycłea nivea Thunb. Strix nyctea L.) Wir

haben

da

vier

Exemplare;

drei

geschossen

im

Jahre

1866,

das

vierte

1895.

32

Nr. 193. Ein ęf, geschossen am 23. Janner zu Na-

dycze

bei

Kulików

(Bez.

Żółkiew).

Nr. 194. Ein ęj", geschossen am 24. Febr. zu Wzdów (Bez. Brzozów) ein Geschenk des H. Theophil Ostaszewski.

Nr. 195. Ein $ geschossen am 8. Dezember zu Du- blany bei Lemberg auf einem Heuschober am Sumpfe; erlegt vom Grafen Karl Dzieduszycki und vom Prof. Casimir Pankowski dem Museum zum Geschenke gemacht. Nr. 2095. Ein 9, sehr groB, in einer Ubergangsfar- bung, geschossen im Dezemb. 1894. zu Miło­ sław wielki (Prov. Posen); ein Geschenk des Grafen Josef Mielżyński. Die Heimat dieses Vo- gels bilden nie nórdlichen Lander Europas, Asiens und Amerikas. Weiterhin befindet sich die zweite Art der nor- dischen Eulen namlich die Sperbereule (Surnia

nisoria Wolf

Strix ulula nisoria aucł.) Die nórd­

lichen Lander beider Continente sind ihre Heimat. Bei uns erscheint sie einzeln in strengen schneereichen Wintem. Nr. 211. Ein ęf, geschossen am 10. Janner 1862

Lisko).

zu

Hoczew

(Bez.

Nr. 212. Ein

geschossen

im Janner

1863,

und

Nr. 213. Gleichfalls ein 9> geschossen im Janner

1873;

beide

zu

Hołosko

bei