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Aussagenlogik – Mathe für Nicht-Freaks

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Substitution • Tautologien • Aussagen formalisieren • Aussagen negieren • Gesetze der Logik •
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Aufgaben

• Beweise und Beweismethoden • Vollständige Induktion 1 Warum Logik für die Mathema- tik wichtig ist
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• Beweise und Beweismethoden • Vollständige Induktion 1 Warum Logik für die Mathema- tik wichtig ist

1 Warum Logik für die Mathema- tik wichtig ist

Logik ist als Lehre des vernünftigen Schlussfolgerns die Sprache der Mathematik. In dieser Sprache werden ma- thematische Sätze formuliert und Beweise geführt. Sie genügt der Anforderung der Mathematik, dass alle in ihr formulierten Ausdrücke eine klare und scharf definierte Bedeutung haben. Dabei ist das richtige Schließen aus lo- gischen Ausdrücken nicht immer so einfach, wie man zu-

nächst annimmt. Oftmals verführt uns unsere Intuition zu

Schlüssen, die sich beim genaueren Hinschauen als falsch herausstellen. Der richtige Umgang mit logischen Aus- drücken ist einer der Schlüssel, um Mathematik zu ver- stehen und zu beherrschen. Deswegen beschäftigen wir uns in diesem Kapitel mit logischen Ausdrücken und wie

man mit ihnen umgeht.

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3 GRUNDLEGENDE BEGRIFFE

1.1 Mehrdeutigkeit natürlicher Sprachen

Zunächst möchte ich dir an einigen Beispielen zeigen, warum die deutsche Sprache (oder andere natürliche Sprachen) nicht geeignet sind, um sich allein in ihr über mathematische Problemstellungen zu unterhalten.

Frage: Welche Bedeutung haben die folgenden Aussa- gen?

Aussage: Jeder Mann liebt eine Frau.

1. Jeder Mann liebt mindestens eine Frau.

2. Jeder Mann liebt genau eine Frau.

3. Jeder Mann liebt dieselbe Frau.

Aussage: In der Liste finden Sie Ihre Adresse oder Ihre Handynummer.

1. In der Liste finden Sie Ihre Adresse und/oder Ihre Handynummer.

2. In der Liste finden Sie entweder Ihre Adresse oder Ihre Handynummer.

Aussage: Ich sehe Robert auf dem Dach mit dem Fern- glas.

1. Ich bin auf dem Dach und sehe durch mein Fernglas Robert.

2. Ich sehe durch mein Fernglas Robert, der auf dem Dach ist.

3. Ich sehe Robert, der auf dem Dach ist und ein Fern- glas hat.

4. Ich sehe Robert auf dem Dach, das mit einem Fern- glas ausgestattet ist.

Du siehst, dass viele Sätze unserer Alltagssprache (beab- sichtigt oder unbeabsichtigt) mehrdeutig sind. Sicherlich kennst du noch weitere Beispiele für Sätze, die mehrdeu- tig sind. Überlege, wie oft es dir schon passiert ist, dass dich jemand missverstanden hat.

Wegen dieser Mehrdeutigkeiten können natürliche Spra- chen zur Kommunikation in der Mathematik nicht ver- wendet werden. Stelle dir vor, Mathematiker hätten eine unterschiedliche Auffassung über mathematische Objek- te, weil die ihnen zugrunde liegende Definition auf unter- schiedliche Weise verstanden werden kann. Ein sinnvol- les mathematisches Arbeiten ist dann schlicht nicht mög- lich. Deswegen ist es wichtig, einen Werkzeugsatz zu ha- ben, mit dem ganz klar definierte Aussagen formuliert werden können und in dem es klare Regeln gibt, wie man aus bestehenden Aussagen neue herleitet. Dieses System ist für die Mathematik die Logik, die ich dir in diesem Kapitel vorstellen werde.

2 Klassische Logik

Es wurden bisher mehrere logische Systeme entwickelt. Das für dich zunächst wichtigste System ist die „klassi- sche Logik“. Der Begriff klassisch hat hierbei keinen zeit- lichen Charakter. Die klassische Logik ist alles andere als veraltet und kann vielmehr als „Standardlogik“ angesehen werden. Sie definiert sich über folgende zwei Eigenschaf- ten:

Prinzip der Zweiwertigkeit: Eine Aussage ist entwe- der wahr oder falsch.

Extensionalitätsprinzip: Der Wahrheitswert jeder zusammengesetzten Aussage ist eindeutig durch die Wahrheitswerte ihrer Teilaussagen bestimmt.

Was die obigen beiden Prinzipien im Einzelnen bedeuten, werde ich dir in den kommenden Kapiteln erläutern. Die klassische Logik umfasst wiederum zwei Teilbereiche:

Aussagenlogik – Die Aussagenlogik beschäftigt sich mit Aussagen und der Verknüpfung von Aussagen zu neuen Aussagen.

Prädikatenlogik – Die Prädikatenlogik ist eine Er- weiterung der Aussagenlogik. Sie ermöglicht die Untersuchung der inneren Struktur einer Aussage.

Diese beiden Teilbereiche der klassischen Logik werde ich dir im Folgenden schrittweise vorstellen.

Logik werde ich dir im Folgenden schrittweise vorstellen. Hinweis Trifft eine der beiden Eigenschaften der

Hinweis

Trifft eine der beiden Eigenschaften der klassischen Lo- gik nicht zu, spricht man von nichtklassischer Logik. Ein Beispiel hierfür ist die mehrwertige Logik, bei der das Prinzip der Zweiwertigkeit aufgegeben wird. Wir werden uns aber in den folgenden Kapiteln nur mit klassischer Logik beschäftigen.

3 Grundlegende Begriffe

3.1 Die Aussage

Der grundlegende Begriff der Aussagenlogik ist die Aus- sage:

grundlegende Begriff der Aussagenlogik ist die Aus- sage: Definition (Aussage) Eine Aussage ist ein aus Wör-

Definition (Aussage) Eine Aussage ist ein aus Wör- tern und/oder mathematischen Zeichen aufgebauter Ausdruck, bei dem es möglich und sinnvoll ist zu

3.2

Unentscheidbare Ausdrücke

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entscheiden, ob dieser Ausdruck wahr oder falsch ist.

Aussagen sind damit Ausdrücke, denen man sinnvoll ei- nen Wahrheitswert zuordnen kann. Man kann sie also für die Punkte im folgenden Satzfragment einsetzen:

Ist es wahr, dass gilt: … ?

Der Ausdruck „5 ist eine Primzahl.“ ist beispielsweise ei- ne Aussage, weil die Frage „Ist es wahr, dass gilt: 5 ist eine Primzahl?“ sinnvoll gestellt und beantwortet werden kann. Demgegenüber ist die Frage „Ist 5 eine Primzahl?“ keine Aussage, da der Ausdruck „Ist es wahr, dass gilt:

Ist 5 eine Primzahl? ?“ keine sinnvolle Frage ist (Beach- te das doppelte Fragezeichen). Damit folgt, dass Fragen, Satzfragmente und Befehle keine Aussagen sind, da ih- nen nicht sinnvoll ein Wahrheitswert zugeordnet werden kann.

Auch sprachliche Gebilde wie „ x 5 “, in denen freie Variable vorkommen, sind keine Aussagen. Dies liegt daran, dass bei solchen Ausdrücken der Wahrheitswert von der Belegung der Variablen abhängt. So ist „ x 5 “ für die Belegung x = 42 wahr und für x = 1 falsch und es kann deshalb nicht eindeutig entschieden werden, ob dieser Ausdruck wahr oder falsch ist. Man spricht auch dann nicht von einer Aussage, wenn der Ausdruck un- abhängig von der Belegung der freien Variablen immer wahr ist. So ist der Ausdruck x + x = 2x keine Aus- sage. Später werden wir für solche Ausdrücke mit freien Variablen den Begriff Aussageform kennen lernen.

Leider ist es nicht so einfach, dass alle Ausdrücke mit Variablen Aussageformen sind. So ist der Ausdruck „Für alle reellen Zahlen x gilt x 5 “ eine Aussage und kei- ne Aussageform. Der Grund ist der, dass hier x durch den so genannten Quantor „für alle“ gebunden wird und nicht mehr frei ist. Was genau freie und gebundene Varia- blen sowie Aussageformen sind, werde ich dir im Kapitel „Aussageform und Substitution“ erklären.

Beachte, dass die obige Definition nicht ganz sauber ist. So ist nicht genau geklärt, was ein sinnvoller Ausdruck ist. Meist genügt hier die menschliche Intuition, jedoch kann damit eine gewisse Subjektivität nicht vermieden werden. Für unsere Zwecke reicht aber obige Definition vollkommen. In Vorlesungen zur mathematischen Logik wirst du im Übrigen eine präzisere Definition der Aussa- ge kennen lernen.

Eine Aussage kann nur genau einen der sogenannten Wahrheitswerte „wahr“ oder „falsch“ besitzen. Dies wird „Prinzip der Zweiwertigkeit“ genannt:

Dies wird „Prinzip der Zweiwertigkeit“ genannt: Definition (Prinzip der Zweiwertigkeit) Eine Aussa- ge ist

Definition (Prinzip der Zweiwertigkeit) Eine Aussa- ge ist entweder „wahr“ oder „falsch“.

Dabei nutzt man für den Wahrheitswert „wahr“ oftmals das Symbol W , w oder 1 . Für „falsch“ werden die Sym- bole F , f oder 0 benutzt.

Aussagen begegnen dir überall in der Mathematik. Alle Sätze, Hilfssätze und Axiome sind als wahre Aussagen formuliert. Wenn du dir einen Beweis anschaust, so ist dieser eine Folge von Aussagen, welche aufeinander auf- bauen und in (logischen) Beziehungen zueinander stehen (zum Beispiel kann eine Aussage eine Schlussfolgerung aus einer anderen Aussage sein). Dementsprechend ist es für dich als MathematikstudentIn oder -interessierteN wichtig, dass du mit Aussagen richtig umgehen kannst, also zum Beispiel die innere Struktur einer Aussage er- kennst und sie richtig negieren kannst sowie häufige Feh- ler im logischen Schlussfolgern vermeidest.

Verständnisfrage: Welche der folgenden Ausdrücke sind Aussagen?

1. Alle Raben sind weiß.

2. 5 + 7

3. 5 7

4. 5 + 7 = 6

5. Ist 5 + 7 = 12 ?

Antwort:

1. Aussage

2. keine Aussage (Term)

3. Aussage

4. Aussage

5. keine Aussage (Frage)

3.2 Unentscheidbare Ausdrücke

Aber Vorsicht: Es gibt Ausdrücke, die auf dem ersten Blick wie eine Aussage aussehen, denen aber kein Wahr- heitswert zugeordnet werden kann. Einer dieser Ausdrü- cke ist der auf sich selbst beziehende Satz „Dieser Satz ist falsch“. Du kannst zwar sinnvoll fragen, ob dieser Aus- druck wahr oder falsch ist – du kannst dies aber nicht sinnvoll entscheiden. Egal welchen Wahrheitswert du die- ser Aussage zurechnest, du landest immer bei einem Wi- derspruch (Probiere es aus!). Dementsprechend handelt es sich bei diesem Ausdruck um keine Aussage.

Unentscheidbare Ausdrücke können insbesondere dann auftreten, wenn diese einen Selbstbezug aufweisen. Die- ser Selbstbezug ist bereits im obigen Beispiel „Dieser Satz ist falsch.“ vorhanden. Ein weiteres Beispiel für einen un- entscheidbaren Ausdruck ist:

„Der nächste Satz ist wahr. Der vorherige Satz ist falsch.“

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3 GRUNDLEGENDE BEGRIFFE

Verständnisfrage: Warum ist der Ausdruck „Der nächste Satz ist wahr. Der vorherige Satz ist falsch.“ unentscheid- bar?

Wenn der erste Satz wahr ist, so wäre der zweite Satz wahr und damit der erste falsch ↯. Wenn der erste Satz falsch ist, wäre der zweite Satz falsch und damit der erste Satz wahr ↯.

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4 Text- und Bildquellen, Autoren und Lizenzen

4.1 Text

Mathe für Nicht-Freaks: Aussagenlogik Quelle: https://de.wikibooks.org/wiki/Mathe_f%C3%BCr_Nicht-Freaks%3A_ Aussagenlogik?oldid=785096 Autoren: Dirk Huenniger, Kai Burghardt, Stephan Kulla, Juetho, 4tilden, KHD, Pseudo-nym~dewikibooks, Morrison69, W.e.r.n, MrScoville, David23x, Dirk Hünniger, Mathpro01, MjStallinger, Christoph Kehle, Michael.Metzler, IvanP, AzettImpa und Anonyme: 12

4.2 Bilder

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100%.svg Ursprünglicher Schöpfer: Siebrand

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This and myself. Ursprünglicher Schöpfer: Chris Down/Tango project

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4.3 Inhaltslizenz