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WERKSTATTSTECHNIK

XX. JAHRGANG.

I. DEZEMBER 1926.

HEFT 23.

RUCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINENSCHAU 1926.

Von Max Kwr1·ein,

Charlottenburg.

I n ha I t : Die wichtigsten N euausfohrungen der \Verkzeugmaschinenschau auf der Leipziger Messe I 926 wereien nach den Hauptges icht punkten geordnet besprochen. Diese Neuerungen verteilen sich I. auf neue

Arbeits bereiche, 2.

die wichtigs ten kon s truktiven Neuerungen, 4. auf vers chiedene Vorrichtungen und Werkzeuge.

auf die Aus bildung der Antri e b sorgane vom Mot o r bis zum Werk zeug, 3. auf

Auch dem Fachmann fallt es nicht leicht, ohne ein eingehendes Studium der Einzelheiten aus dem bunten Ausstellungsbilde der gewaltigen Halle g der Leipziger Friihjahrsmesse ein klares Bild des wirklichen Fort- schrittes herauszuschalen, urn so weniger, als die Aus- wahl der Ausstellungsmaschinen fast nie einen vollen

Dberblick iiber die Arbeit der einzelnen Firmen zeigt oder auch nur zeigen kann. Es soll daher dieser Auf- sa.tz, berichtend und erganzend, iiber die letzten Neue- rungen des deutschen Werkzeugbaues Mitteilung machen. Die Neuerungen verteilen sich auf die drei wich- tigsten Bestimmungsgr6J3en derWerkzeugmaschine, u.zw.

A. Einbeziehung neuer oder erweiterter Arbeitsbe-

reiche,

B. Antrieb des Werkzeuges,

C. Konstruktive Durchbildung d er Maschine od er

ihrer Teile. Im AnschluJ3 daran werden bemerkenswerte Vor- richtungen und Werkzeuge usw. besprochen werden .

A . Entwicklung

des Arbeitsbereiches.

Als wirtschaftliches Moment besonderer Bedeutung erscheint Er:weiterung des bestehenden oder die Aus- bildung eines neuen Arbeitsbereiches einer vorhandenen Arbeitsmaschine. Auf welche Weise dies erfolgt, ob durch konstruktive MaJ3nahmen oder durch betriebs- maJ3ige Anderungen, ist fiir den Erfolg und die Betrach- tung hier gleichgiiltig.

a)

Erhohung der Drehzahl.

Gegen ii ber d e n friiheren A usfiihru ngen 1 ) ist · der Index-Automat (Hahn & Kolb-EJ3Jingen) durch Schnellauf-, Gewindeschneideinrichtung, Schnellbohr- einrichtung, Bohr- bzw. Liinettendreheinrichtungen ver- vollkommnet worden, wodurch die gesamte Umlaufs- zahl und damit die Ausbringung gesteigert werden kann. Die erreichbaren Drehzahlen der Arbeitsspindel 2 ) sind 4000/min, fiir die Gewindeschneidspindel, die mit Dberholung arbeitet, 6000/min, wobei die eigentliche Umlaufszahl b eim Gewindeschneiden J-2- 1 / 3 der Arbeits- spindel ist. Danach ergeben sich Schnittgeschwindig- keiten z. B. bei einer Kopfschraube aus Schrauben-

m / min

und beim Gewindeschneiden auf 5-mm-Gewinde von

stahl mit 10-mm-Kopf von 1950 · 0,01 · n

61

,

(2340 - r950) 0,005 n: .- 6,1 m/min.

Formstahl

Zenfrierbohrer

sich bei Verwendung erstklassiger Maschinen, besten und richtig gehartet en Schnellstahles und reichlicher Rilbolschmierung auf gewissen inlandischen Schrauben- stahlen von bis zu 70 kg/mm 2 diese Schnittgeschwin- digkeiten in achtstiindigem Dauerbetriebe ohne Werk- zeugneuanschliff anstandslos erreichen und sogar bis auf 80 m /min steigern. Die Moglichkeit der Anwendung von d erartigen hoheren Schnittgeschwindigkeiten und Umlaufszablen fiir Messingbearbeitung, die in Leipzig vorgefiihrt wurden (Fig. 1), erweist sich aus d er sorgfaltigen Kon- struktion der lebenswichtigen- T eile - des Automaten, des Spindelstockes und der Gewindeschneideinrichtung 3 ). Durch die sorgfaltige Lagerung dieser Hauptteile in b esonderen K ugellagern, die je nach ihrer Stellung verschiedene Konstruktionen aufweisen, wird diese Steigerung der Umlaufszahl bewaltigt. · Die auf der diesjahrigen Friihjahrsmesse vorgefiihrten Hochleistungsautomaten „Index O" waren noch mit einer weiteren Neuerung, der Spanefordereinrich- tung (Fig . 2), ausgerilstet. Diese Einrichtung dient zum selbsttatigen Entfernen der erzeugten Spane und ist bei Werkstoffen, die kurze Spane ergeben, mit groJ3em Vorteil verwendbar. Die Spane fallen auf ein endloses Siebband, welches liber zwei Walzen lauft und durch eine unter F ederdruck stehende Spannrolle gespannt wird. Durch die verhaltnismaJ3ig langsame Bewegung des schrag aufwartslaufenden Forderbandes kann das den Spanen anhaftende Kiihl61 gut abtropfen, so daB die Spane mit sehr geringem Ólgehalt in einen hinter der Maschine aufgest ellten Sammelbehalter oder bei mehreren Maschinen auf ein an der Maschine entlang- laufendes Forderband fallen. Der Antrieb der Spane-

3) WT 1926 S. 490 in Schnittzeichnung abgebildet.

Absteckstahl

Fi.ii. 1.

Arbeitsbeispiel des Ind exautomaten.

43 Stiick/min.

Nach neueren Dauerbetriebsversuchen des Versuch s- feldes fiir W erkzeugmaschineQ in Charlottenburg lassen

1 ) WT Messeh e ft 1920

·. 63.

2 ) WT

1926 S. 490.

WT. 1926.

IO, WT 1922 S . 748, WT Messeh e ft 1925

Fig . !2 .

Selbsttatige Spanefordereinrichtung des Index-Automaten.

40

686 KURREJN

'

RÜCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINENSCHA U

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fördereinrichtung wird von derselben \Velle abgeleitet, \velche die Sortiereinrichtung betätigt. Diese Einrichtung ermöglicht einen ununterbrochenen Dauerbetrieb, da die Maschinen nicht stillgesetzt werden müssen, um von Zeit zu Zeit die Späne herauszunehmen und vermeidet im übrigen die Ölverluste, die gewöhnlich beim Ausräumen der stark ölhaltigen Späne durch das auf den Fußbodenabtropfendeunddiesen verschmutzende

Öl entstehen. Die Beschleunigung der Drehzahlen an der normalen :'.\Iaschine, sei es zur Leistungssteigerung, sei es zur Be-

arbeitung ,·on Leichtmetall, Messing usw

die Srhnellaufspindel für den kleinsten , nach Brown

zeigt Fig. 3,

unter Last erteilt. Der gesamte Anlaß-, Schalt- und Regelapparat nebst einem Stromzeiger für den Leistungs- verbrauch ist außerhalb der Säulen aber auf derselben Grundplatte angebracht. Die Riemenscheibe des Motors ragt in den Hohlraum des Querhauptes hinein, und treibt iiber eine auf Kugellagern laufende Spannrolle die ebenfalls mit Kugellagern versehene Spindelriemen- scheibe, wobei die Bohrspindel selbst vom Riemenzug entlastet läuft. Von der Spindel wird das Vorschub- getriebe im Querhaupt angetrieben, wobei durch Zieh- keile Vorschübe von 0,2-0,3-0,4 und 0,5 mm/Umdr. eingestellt werden können. Die Bohrspindel selbst ist fünfmal gelagert, im festen Querhaupt in Kugellagern

Fig. 3.

Schnellaufspin<lel der Automaten der Samson werke-Berlin.

und Sharpe gebauten Automaten des Samsonwerkes BerFn (vgl. dazu die normale Spindel Fig. 28). Diese Spindel läuft mit einer größten Umdrehungszahl von 4000/min, wobei von Rechts- auf Links-Lauf umge- schaltet werden kann, während bei der Bearbeitung von Werkstücken ohne Gewinde die Umdrehungszahl bis zu 5000/min beträgt. Zur Verringerung der Schwung- massen und Reibungen sind folgende Änderungen ge- troffen worden: Das Vorderlager ist als Rollenlager ausgebildet. Die kleinen Antriebsscheiben tragen im l nneren Reibungskegel aus Spezialbronze, der Reibungs- kupplungskörper ist aus einer ~luminiumlegierung her- gestellt. Die Angriffsflächen für den Kupplungsring sind mit gehärteten und geschliffenen Stahlringen aus- gefuttert. Der Arbeitsdruck in Richtung der Spindel- achse wird durch ein Kugellager aufgenommen. Demselben Gedankengang folgt die Wes s e 1man n Bohrer Co. A.-G. Gera-Zwötzen in Berücksich- tigung der Weiterentwicklung des Spiralbohrers in dem letzten Jahrzehnt. Die Bohrmaschine ist nicht allein eine Fabrikationsmaschine geworden, auch die Schnitt- geschwindigkeiten der neuen Bohrerausführungen können für das Bohren in Stahl bis auf 40 m/min gesteigert werden. Deshalb muß die Bohrmaschine an sich den gesteigerten Anforderungen angepaßt werden und in möglichst einfacher Bauart, aber aus Elementen höchster Leistungsfähigkeit und bester Bearbeitung mit Rück- sicht auf geräuschlosen Gang, geringen Kraftverbrauch und sichere Übertragung der Bohrleistung ausgeführt werden. Das Maschinengestell darf nicht federn und muß die Durchbiegungen infolge der erzeugten Be- anspruchung ohne schädliche Rückwirkung auf den Bohrer selbst aufnehmen. Die neue Maschine, Fig. 4, vom Erbauer „Bohr- presse" genannt, sucht diesen Anforderungen Genüge zu leisten. Der Aufbau der Maschine ist abweichend von der bisherigen Form symmetrisch, ähnelt einer Presse, wobei die Bohrspindel in der Mitte zwischen den beiden schmiedeeisernen Säulen angeordnet ist. Das ganze Getriebe befindet sich · in der Kopfbrücke, und von dort wird die längs verschiebbare Bohrspindel und die ebenso längs verschiebbare Vorschubwelle be- dient. Als Antrieb ist ein Senkrechtmotor, u . zw. ein regelbarer Nebenschlußmotor vorgesehen, der der Bohr- spindel in 10 Abstufungen durch direkte Riemenüber- tragung mit Spannrollengetriebe 440-1330 Umdr./min.

Flfe. 4.

Bohrpresse der \Ve sse 1man n- Bohrer-Co.

und im beweglichen Querhaupt in langen auswechsel- baren Bronzebüchsen. Der achsiale Bohrdruck wird durch Kugellager aufgenommen. Die Ölzuführung für die Bohrspindel besteht in einer Ölumlauf-Dauer- schmierung. Der Antrieb und das Schaltgetriebe des selbsttätigen Vorschubes sind im festen Querhaupt eingebaut. Nach erreichter Bohrtiefe wird der Vor- schub selbsttätig ausgelöst, läßt sich aber auch während des Bohrens durch einen leisen Druck auf den Aus- lösehebel unterbrechen. Für die schnelle Bewegung der Bohrspindel dient das vorn sichtbare Handkreuz.

Leistungs-

angaben gegeben:

Von

der

Lieferfirma

werden

folgende

Schnittgeschwindigkeit:

40

m/min.

Lochtiefe:

50

mm.

Material:

S.M.-Stahl

von

60-65

kg

Festigkeit.

 

v

Umdrehungen

Vorschub in mm

Bohrzeit

mm

m. min.

in der Minute

für r lim<lr.

in Sek.

10

40

1275

0.2

12

15

40

845

0.2

17

20

40

635

0.3

16

25

40

510

0.3

20

Die Maschine bohrt in Stahl bis 25 mm, in Gußeisen bis 32 mm 0. Der Spindeldurchgang von Säule zu Säule

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HEFT 23.

KURRE/N, RÜCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE W ERKZEUGMASCHINENSCHAU.

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beträgt 600 mm. Die größte Entfernung vom unteren Spindelende bis zur Grundplatte sind l 130 mm, bis zum Tisch 560 mm. Die Bohrtiefe beträgt 200 mm.

Der Kraftbedarf der

Maschine

beträgt

4, l

PS.

Der umgekehrte Fall tritt bei der Bearbeitung von Leichtmetall, Aluminium, ::\Iessing etc. ein. Hier wird

die Bank weniger auf hohe Schnittdrücke, als auf größtmögliche Steigerung der Drehzahlen und Starr- heit im Aufbau gegen die mit der hohen Drehzahl unvermeidlichen Schwingungen hin konstruiert. Fig. 5

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1
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Fig. 5.

Spin<lelstock der Balzendrehbank „Expreß" der Zimmermann-\Verke, Chemnitz.

stellt die Schnelläufer-Bolzen-Drehbank „Expreß" der Zimmermann-Werke, Chemnitz, für diesen Zweck dar. Die Bank gibt als höchste Drehzahl 636 Umdr./min. her, was unter Annahme eines Werkstückdurchmessers von 150 mm rd 300 m/min. Schnittgeschwindigkeit darstellt. Damit ist wohl das Gebiet der güns~igen Schnittgeschwindigkeiten für Leichtmetalle erreicht, wird aber bei kleineren Werkstücken nicht mehr durch- führbar. Immerhin ist die in Fig. 5 abgebildete Kon- struktion ein Beweis, daß man mit verhältnismäßig normalen Konstruktionselementen auch das Gebiet der hohen Drehzahlen mit Aussicht auf Erfolg betreten kann. Der dreifache Stufenkegel läuft lose auf der Hohl - spindel und wird mit Reibungskupplung und Bremse

mit ihr gekuppelt, wobei mit dem Ausrücken der Kupp- lung gleichzeitig die Maschine augenblicklich stillge- setzt wird. Von Interesse ist die aus der Fig. 5 ersicht- liche Spindellagerung. Die gehärtete und geschliffene Hohlspindel läuft in geschlossenen Bronzebüchsen, die zentrisch nachstellbar gemacht sind und übernimmt den Achsialdruck durch ein selbsteinstellendes Druck- kugellager. Die Vorschubableitung geschieht durch einen Riementrieb auf den Vorschubräderkasten. Da- nach sind die Konstruktionselemente des Antriebes so einfach wie möglich gehalten, während die weitere Be- reitstellung von drei anderen Drehzahlen durch das Vorgelege erzielt wird. Die Bettbahnen stellen eine Vereinigung der amerikanischen. Prismenführung und

der deutschen Flachbahn dar, während für den Reit-

stock eine besondere Prismenführung auf der hinteren

Bettbahn vorgesehen ist. Die Bettbahnen sind ge- schliffen, das Bett ist mit großen rückwärtigen Ausfall- löchern und Schrägen für die schnelle Wegbeförderung der Späne gebaut. Die Bewegung des Supports mittels Zugspindel, Zahnrad und Zahnstange erfolgt über einen

Vorschubräderkasten für sechs geometrisch gestufte Ge-

schwindigkeiten, die durch Schieberäder erreicht werden. Der Vorschub wird durch einen festen Anschlag selbst- tätig ausgelöst, worauf sich erst der Vorschubmecha-

nismus auslöst. Dadurch wird eine Sicherung gegen

Überlastung und die Möglichkeit gegeben, auf genaue Längen und Absätze drehen zu können. Eine andere weitgehende Anpassung an die zu ver- arbeitenden Materialien zeigt die \Verkbank Tischbohr- maschine, Fig. 6, von Malick & Walkows, Berlin. Mit derselben Absicht wie bei der Wesselmann-Maschine wird die hohe Schnittgeschwindigkeit, die sich hier his auf 100 m/min. erstreckt (die aber, wie Arbeits- versuche zeigten, bei Leichtmetall noch viel höher gehen muß), für die kleinen Bohrer auf dieser ::\laschine erreicht. Die Maschine gibt bei Bohrern von 3 mm 0 nl 9-t- m/min Schnittgeschwindigkeit und bei 5 mm-Bohrern entsprechend 160 m/min. Der

Antrieb

cler

Mast:hine

kann

entweder

von

der

Trans-

mission auf die ausrückbarc Riemenscheibe oder von einem am Ständerarm befestigten Senkrechtmotor un-

mittelbar

auf

die

Bohrspindel

erfolgen.

Beim Riemenantrieb wird von der Achse durch eine Sonderantriebsschnur der Antrieb auf die zweistufige Schnurscheibe der Bohrspindel übertragen. Die Schnur- scheibe 'läuft 'in 'Kugellagern. Die Bohrspindel selbst

'läuft 'in 'Kugellagern. Die Bohrspindel selbst Fig. 6. vYcrkbank-Tischhohrmaschine. (Malick

Fig. 6. vYcrkbank-Tischhohrmaschine.

(Malick &-\Valkows.)

ist verstellbar, mit einem K ugelclrucklager und mit einem einstellbaren Anschlag auf die Bohrtiefe versehen. Der Hub der Bohrspindel beträgt 35 mm und die Ver- stellbarkeit des Bohrschlittens 100 mm. Bei 2000 Um- drehungen der Antriebswelle läuft die Bohrspindel mit 3300 bzw. 10 ooo Umdr./min.

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688 KURRE/N, RÜCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHJNENSCHAU.

WERKSTATT8TECHNIK

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HEFT 23.

b)

Vielschnittbänke.

In anderer Weise wird der Verwendungsbereich der Werkzeugmaschinen durch die Einführung der Viel- schnittbänke erweitert. Die Vielschnittarbeit, die in Amerika von Jones & Lamson durch die Fay Bank seit rd 20 Jahren systematisch entwickelt worden ist, hat in den letzten Jahren auch in Deutschland festen Fuß gefaßt und war auf der Ausstellung durch mehrere Ausführungen vertreten. Die einfachste Ausführung als Vielschnittwellenbank, bei der die Schnittleistung auf eine Anzahl Supporte und Stähle oder für das Langdrehen, also zur Wellen- bearbeitung, verteilt ist, ist die Drehbank von F. C. Weipert-Heilbronn. Der Spindelstock hat Einzel- antrieb und schaltet die vier geometrisch abgestuften Drehzahlen durch Spreizringkupplung. Der Vorschub, der durch ein Mäandergetriebe über eine Abscher- kupplung mit vier geometrisch gestuften Vorschubge- schwindigkeiten auf die Supporte arbeitet, wird durch eine Räderübersetzung vom Spindelstock unmittelbar abgeleitet. Die Vorschubbewegung der Supporte wird durch verstellbare Anschläge begrenzt, die durch einen Hebel ein Rad in der Schloßplatte außer Ein- griff bringen. Ein anderer Hebel an jedem Support

Ein- griff bringen. Ein anderer Hebel an jedem Support Ftg. 7. Vielstahlbank von Gebr. He inemann

Ftg. 7.

Vielstahlbank von Gebr.

He inemann

mit Einzelmotorantrieb.

dient dann wieder zur Einrückung der Bewegung. Die Schlitten können mit einem oder zwei Aufspann- supporten versehen werden, die durch eine Handspindel eingestellt werden. Die demselben Zweck dienende Bank von Heiden- reich & Harbeck-Hamburg, die bereits auf der vor- jährigen Messe zu sehen war, ist mit weitergehenden Sondereinrichtungen für die Bewegung der Supporte ausgestattet. Den eigentlichen Charakter der Vielschnittbank zeigen jedoch erst jene Maschinen, die die gesamte Schnittarbeit auf Langdrehsupporte auf der Vorder- seite und Plansupporte auf der hinteren Seite der Maschine verteilen. Diese im allgemeinen bekannte Ver- teilung wird jedoch auch von amerikanischen Firmen in eine symmetrische Aufteilung abgeändert, bei der beide Schlitten auf der Vorder- und auf der Hinter- seite der Maschine, jedoch nach Belieben ' Langdreh- oder Plandreharbeiten ausführen können. Eine hierher gehörige Maschine der Geb r. Hein e - mann, St. Georgen, von der Rückseite mit Einzel- antrieb durch am Bett angebauten Motor zeigt Fig. 7. Der Spindelstock der Maschine ist als Einscheibenräder- kasten ausgebildet und gibt bei 350 bzw. 450 Umdr. dc.r Antriebsscheibe 8 Spindelumdrehungen zwischen 22 und

dc.r Antriebsscheibe 8 Spindelumdrehungen zwischen 22 und Ftg. e. Stufenscheiben-Spindelstock für

Ftg. e. Stufenscheiben-Spindelstock für Aluminiumbearbeitung. (Gebr. Heinemann.)

Der Aufbau des Spindel-

mittels Schieberädern.

Auf der Spindel werden die Schaltungen durch Klauen- kupplungen bewirkt. Um einen geräuschlosen Lauf bei Einzelantrieb zu erzielen, ist das Hauptritzel am Motoranker aus No- votext-Material hergestellt. Von besonderem Interesse ist jedoch auch die Art und Weise, wie die Maschine der Bearbeitung der Leichtmetalle und den hohen Dreh- zahlen angepaßt worden ist. Gegenüber dem normalen Spindelstock wird der in Fig. 8 gezeigte Stufenscheiben- antrieb für Umlaufszahlen bis 1000/min verwendet, dessen Aufbau besonders im Vergleich zu Fig. 5 von Interesse ist. Die zweistufige Stufenscheibe läuft in Kugellagern auf der Spindel und wird durch die rechts ersichtliche Kupplung mit Bremseinrichtung mit der Spindel gekuppelt, bzw. schnell stillgesetzt. Für die Verwendung höherer Schnittgeschwindigkeiten von 88 bis 500 Umdr./min. wird der Räderkastenantrieb nach Fig. 9 umgebaut. Die Schieberäder auf der mit 500 Umdr./min. laufenden Antriebswelle sind wie bei der normalen Ausführung beibehalten worden, ebenso die Klauenkupplung auf der Spindel. Dagegen laufen die beiden Vorgelegewellen in Kugellagern, die je nach der Belastung der betreffenden Welle einreihig oder zwei- reihig sind. Fig. 10 zeigt eine Werkzeugeinrichtl,lng zum Abdrehen eines Tellerrades, bei der die verschiedenen Formen der Werkzeugaufsätze auf den Schlitten deutlich

185/min. bzw. bis 250/min. her.

stockes erfolgt

über drei \Vellen

bzw. bis 250/min. her. stockes erfolgt über drei \Vellen F1g-. e. Räderkasten für hohe Drehzahlen. (Gebr.

F1g-. e.

Räderkasten für hohe Drehzahlen. (Gebr. Heinemann.)

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HEFT 23.

KURREJN, RtJCKBLICK A.UF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINENSCHA. U.

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A.UF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINENSCHA. U. 6 8 9 rad ausgeführt, mit dem man also je nach

rad ausgeführt, mit dem man also je nach Bedarf einen oder mehrere Abstechsupporte gemeinsam betätigen kann. Die Handeinstellung auf Länge erfolgt durch ein an der Vorderseite des Spindelstockes angebrachtes Handrad, die Einzelplanbewegung jedes aufgebrachten Abstech- supportes durch die für jeden Support einzeln vorge- nommene Verstellspindel. Auch für den Plansupport sind neun Vorschübe von 0,02 bis 0,55 mm/Umdr. vorgesehen. Beide, Lang- und Plandrehsupporte, können unabhängig voneinander mit verschiedenen Vorschüben gleichzeitig arbeiten, wobei die Ausrückung durch die Verwendung von Fallschnecken genau erfolgt. Die Maschine ist für eine Drehlänge zwischen Spitzen von 1000 mm gebaut und verlangt etwa 10 PS im An- trieb. Einen gleichen Gedanken stellt die Anpassung derbe- kannten Revolverbank von F. A. Scheu-Berlin an die Aufgabe der Vielschnittbänke dar. Die Firma hat den normalen Revolverkopf durch eine große flache Revolverplatte entsprechend den langen flachen Schlitten der Vielschnittbänke ersetzt und bringt auf dieser bis zu drei Messerblöcken auf. Die Messerblöcke entsprechen in ihrem Aufbau genau jenen der Vielschnittbänke. Es können also auch Werkzeuge normaler Form verwendet werden, die durch einzelne Druckschrauben zwischen den Platten des Messerblockes gespannt werden. Die Langdreharbeiten werden dem Revolverkopf zugeteilt, der am Ende seines Weges für den arbeitenden Messer- kopf eine am Bett dem Werkstück gegenüber angebrachte feste Führung findet, wodurch Schwingungen der Re- volverplatte oder Abdrücken der Stähle unter dem starken Schnittdruck vermieden werden. Die Abstech- arbeiten werden dem Quersupport zugeteilt, der einen schwenkbaren Aufsatz mit besonderer Verriegelung hat. Dadurch, daß· der Schlitten des Revolversupports eine Querverstellung besitzt, lassen sich bei dieser Einrichtung

Flg. 10.

Abdrehen eines Tellerrades auf der Vielstalllbank.

(Gebr. Heinemann.)

.

erkennbar sind. Gleichzeitig sind auch die Kegel- drehvorrichtungen in ihrer Arbeit ersichtlich.

Demselben Zweck dient die Vielschnittbank der Magdeburger Werkzeugmaschinenfabrik. Die

eigenartige Konstruktion des Bettes') zeigt deutlich die breite verteilte Auflagerfläche ent-

sprechend der Richtung des auf- tretenden Stahldruckes für den vorderen und hinteren Support. Die Bahnen sind wieder eine Ver- bindung der Prismen und Flach- bahn. Der Schlitten für den Lang- drehsupport geht an dem auf den hinteren Bahnen gelagerten und dementsprechend einseitig ausge- bildeten Reitstock glatt vorbei, so' daß man bis ans Ende des Werk- stückes .drehen kann. Die Bahn ist mit einer Toleranz von 7 / 100 auf I m Länge geschliffen. Das Loch in der letzten Seitenwand dient für den Abfall der Späne und den Abfluß der Kühlflüssig- Fta-. 11.

keit. Der Spindelstock ist für Einzelantrieb eingerichtet. Für die Werkstück- drehung sind sechs geometrisch gestufte Geschwindig- keiten vorgesehen, die durch Schieberäder aus be- sonderem Spezialstahl und nach neuzeitlichen Ver- fahren hergestellt geschaltet werden können. Der Schlitten kann mit 9 Vorschüben, von 0,12 bis 4,15 m je Spindelumdrehung, beim Langdrehen geschaltet werden. Die Hubbegrenzung für den Support ist an der Vorder- seite der Maschine mit einer besonderen Nutenschiene leicht einstellbar. Der Plandrehsupport wird zum Selbst- gang durch einen an der Vorderseite des Bettes befind- lichen Handgriff ein- und ausgelöst, seine Handeinstellung wird durch ein rechts am Lagerkasten befindliches Hand-

L AUFSPANNUNG 11.AUFSPANNUNG
L AUFSPANNUNG
11.AUFSPANNUNG

Werkzeugeinrichtung für ein Automobil-Differentialgehäuse.

(F. A. Scheu.)

in einer Aufspannung des Werkstückes hintereinander Schrupp- und .Sehlichtarbeiten erledigen. Außerdem kann aber die Maschine infolge ihrer Entstehung aus der normalen Revolverbank auch für Futterarbeiten, Bohr- und Reibarbeiten gleichzeitig verwendet werden, so daß die Maschine die Vorteile der Revolverbank mit denen der Vielschnittbank in glücklichster Weise vereinigt. Fig. 11 zeigt eine derartige Werkze11geinrichtung für die erste und zweite Aufspannung für ein Automobildiffe- rentialgehäuse von 150 mm 0. Die Arbeitszeit für die vollständige Bearbeitung beträgt 1 12 Minuten.

c)

Ununterbrochene

Arbeitsweise.

4)

WT.

1926, S. 654,

Fig. 6.

Während in der ersten Gruppe die Arbeitsgeschwin- digkeit an sich, in der zweiten Gruppe durch viele gleich·

690 KURREIN. RÜCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINENSCr!AU.

WERKSTATTSTECHNIK

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HEFT ~3.

zeitig arbeitende \Verkzeuge die Ausbringung erhöht wurde, ist der dritte \Veg zur Leistungssteigerung der \Verkstätte die ununterbrochene Arbeit, die die Griff- und toten Zeiten auf ein Geringstmaß heruntcr- drückt. Die Wege dazu sind naturgemäß verschieden. Während die weiter unten gezeigte, bekanntere Form des kreisenden Aufspanntisches sich hauptsächlich für flache oder wenig in den Abmessungen verschiedene Formen eignet, wählt Gildemeister & Comp. - Bielefeld eine dem Revolver .ähnliche Grundlage für die \Verkstückaufspannung und verbindet sie mit dem Prinzip der Vielschnittbank, indem er je zwei Fräser an je zwei Supporten an beiden Bettseiten gleichzeitig <las \\'erkstück bearbeiten läßt. Damit erreicht man unter

Fig. 12.

Spannvorrichtung

für

drei \Verkstücke. ( G il cl e m c'.; s t er & Co m p.)

Verwendung von leicht dem \\.erkstück anzupassenden verhältnismäßig einfachen Sonderspannvorrichturtgen (Fig. 12) eine leichte und schnelle Einspannung auch ziemlich sperriger Stücke, deren Flächen trotzdem der Vielfachbearbeitung freiliegen. Der dreiseitige Revolver- kopf nimmt mit seinen ebenen Flächen und je einer Längsnut die besonderen Stützböcke auf, auf denen das zu bearbeitende Stück mit herausziehbarer Überlage und Spannschraube befestigt wird. Der vierspindlige Fräsautomat der Firma Gilde-

meister & Comp.-Bielefeld (Fig. 13) hat -ein kräf- tiges Kastenbrett, 'das im unteren mittleren Teile der Behälter für die Kühlflüssigkeit ist und mit einem schrägen Zwischenboden für die Aufnahme und Ableitung der Späne mit der Kühlflüssigkeit versehen ist. Das Bett trägt zwei Flachbahnen, auf denen der große Schlitten mit je zwei Fräsapparaten läuft. Der Schlitten wird durch zwei auf einer mittleren Welle innerhalb des Bettes gelagerten Kurventrommeln gesteuert. Der Antrieb er- folgt von einer rückwärts an dem linken Bettende ge- lagerten Welle mit Einscheibe, von der unmittelbar auf <ler Rückseite die hinteren Frässupporte, die Pumpe und am rechten Bettende der Räderkasten für die Schaltung und der Antrieb der Kurventrommelwelle betätigt werden. Unmittelbar hinter der Antriebsriemenscheibe wird über zwei Paar Kegelräder der Antrieb der beiden vor- deren Frässupporte auf die Zugwelle an der Vorderseite der Maschine abgeleitet. Diese Bewegungen erfolgen während des langsamen· Arbeitsganges der Maschine, nach dessen Beendigung selbsttätig die Bewegung der Vorschubwelle, auf der die Kruventrommeln sitzen, be- schleunigt wird. Diese Umsteuerung geschieht durch das selbsttätige Abschalten des Schneckengetriebes und Einschalten einer Stirnräderübcrsetzung mit Reibungs- kupplung. Gleichzeitig wird damit der Sperrbolzen für <lie Revolvertrommel zurückgezogen und das Malteser- kreuz für die noch immer beschleunigt durchgeführte Schaltung freigegeben. Nach Beendigung der Schaltungen und Rückzug der Frässupporte stellt ein auf der Schalt- scheibe verstellbarer Anschlag die Arbeitsstellung wieder her.

In anderer Weise wird die ununterbrochene Arbeit beim spitzenlosen Schleifen erreicht und außerdem durch Vermeiden des Ankörnens und Einspannens die Aus- bringung beschleunigt. Eine spitzenlose Schleifmaschim. (Fig. 14) baut Carl Unger, Stuttgart-Hedelfingen. Während die amerikanischen Maschinen mit nahezu parallelen Achsen für Schleif- und Vorschubscheibe ge- baut sind, kreuzen sich hier die Achsen der Schleif-

Fig. 18.

Vierspindliger Fräsautomat mit Revolveraufspannung. (Gildemeister & Comp.)

i

-~-· 1

~

1

1

i

L.

~ERkSTATTSTECHSIK

l!l26

HEFT 23.

KURREJN, · RÜCKBLICK .AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINENSCHAU.

69 1

und

der Transport des Werkstückes erfolgt zwangsläufig. Der Vorschubantrieb geht von neuen Grundsätzen aus. Die Schleifscheibe darf vermöge ihrer \Vinkel- stellung' zur Vorschubrichtung auf das \\'erkstück weder

\Vinkel;

Vorschubscheibe · unter

beträchtlichem

weder \Vinkel; Vorschubscheibe · unter beträchtlichem Ftg. 14. Spii.zen1ose Schleifmaschine. (C.a rl Unger.)

Ftg. 14.

Spii.zen1ose

Schleifmaschine.

(C.a rl Unger.)

umtreibend noch vorschiebend wirken. Diese beiden Arbeiten werden zwei getrennten Bedienungselementen zugewiesen. Das Werkstück kommt über irgendeine Zubringervorrichtung zu zwei Vorschubtriebrollen, die vom unterhalb befindlichen achtstufigen Räderkasten über zwei Räderpaare von einer Zwischenwelle zwangs- läufig angetrieben werden. Sie schieben das \\Terkstück in eine mit besonderer Lehre eingestellte Lünctten- führung mit Stellitbahnen, wodurch <las \\'erkstück über die Umlauftrommel, deren Achse in der Vorschubrich- tung liegt, kommt, die ihm die eingestellte Drehzahl er- teilt.

Die

ununterbrochene

Arbeit

an

gezogenen

Gegen-

ständen ist für kleine \\'erkstückc, ciie im

Streifen' ge-

halten werden konnten, von Tümmler-Döbeln seit Jahren mit Hilfe seiner besonderen Vorschubeinrichtung durch- geführt worden. Dieses Verfahren versagt aber, wenn es sich um größere oder tiefere Stücke handelt. Der neue \Veg für· diese Arbeit, der bereits im Vorjahre auf der :\lesse vorgeführt wurde, verteilt die Herstellung auf ein z e 1n e, möglichst einfache ncbeneinanderstehende Werkzeuge, die von einem gemeinsamen Stößel be- tätigt werden, denen durch eine selbsttätige :'.\1ehrfach- Greifervorrichtung die \Verkstücke vom vorherigen \Verkzeug zugeführt werden. Das Verfahren arbeitete vorerst mit bereits zugeschnittenen Scheiben oder vor- gezogenen Näpfchen, die durch einen selbsttätigen Re- volvertisch dem Greifer zugeführt werden. In diesem Jahre waren solche Stufenpressen von Hi lt man n & Lorenz-Aue uncl von L. S ch ul er-Göppinge n aus- gestellt worden. Die neue Bauart der Firma Schule r (Fig. 15) ist nun auch mit dem Vorschub durch Walzen für Bandmaterial und mit einem :'.\[aterialvorschub für Versetztausschneiden des Streifens zur wirtschaftlichsten Ausnutzung des Bandmaterials ausgestattet. Der An- trieb der Kurbelwelle und des Stößels erfolgt unmittel- bar von der Transmission auf F est- und Losscheibe, wobei die Drehkeilkupp1ung mit Rückschlagklinke die Kurbelwelle mit <lern Haupttriebrad verbindet.

------.i------- -- ---
------.i------- --
---

Fig. 115.

Stufenpresse mit Revolvcrteller und Walzenapparat.

(L. Schuler.)

692 KURREIN* ROCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMA.SCHJNENSCHAU.

WERKSTATTSTECHNIK

1926

HEFT 23.

Bei den größeren Ausführungen wird statt dessen eine elektromagnetische Kupplung auf der Ritzelwelle ein- gebaut. Die gesamte Steuerung des Revolvertisches, der Greiferzangen, ·die Drehbewegung der Vorschubwalzen und die hin- und hergehende Bewegung des Vorschub- apparates für das Versetztausschneiden erfolgt durch mehrere Gestänge, die von Kurven, Exzenter und Nocken und Schaltklinken auf der dem Antriebe entgegengesetzt liegenden Seite der Kurbelwelle abgeleitet werden. Ent- sprechend der möglichst allgemeinen Verwendung ist der Stößel mit durchgehender Einspannfläche für die Werkzeugoberteile und der flache Aufspanntisch für die Werkzeugunterteile mit gleichmäßig verteilten Aus- spannuten versehen. Bei der Fräsmaschine hat sich der kreisende Rund-

lagerte äußere Schneckenwelle, von wo innerhalb des Oberschlittens die Rundtischschaltung abgeleitet wird. Diese Art der Arbeit läßt sich am vorteilhaftesten durch die Verwendung von Fräsköpfen mit Hartmetall- schneiden beträchtlich _erhöhen, wie die Wanderer- werke für ihre Maschine (Fig. 16b) mit 850 mm Tisch- durchmesser angeben. Ein Gußstück üblicher Qualität mit einer Schnittfläche 32 X 70 mm konnte man mit einem Fräskopf von 200 mm 0 mit Schnellstahlmessern als Mittel aus einer Reihe von Versuchen am wirtschaft- lichsten mit 22 m/min. Schnittgeschwindigkeit bei 3 mm Spantiefe mit einer Durchschnittsstundenleistung von 80 Stück bearbeiten. Bei Ersatz der Schnellstahl- durch Hartmetallmesser konnte man mit 61 m/min. Schnitt-

durch Hartmetallmesser konnte man mit 61 m/min. Schnitt- a) Lu dw. Loewe & Co. · Filil:.
durch Hartmetallmesser konnte man mit 61 m/min. Schnitt- a) Lu dw. Loewe & Co. · Filil:.
durch Hartmetallmesser konnte man mit 61 m/min. Schnitt- a) Lu dw. Loewe & Co. · Filil:.

a) Lu dw. Loewe &

Co. ·

Filil:.

1 e.

Kreisender Rundtisch für die Senkrechtfräsmaschine.

b) Wandererwerke vorm. Winkl'.hofer &

J aenicke A.-G.

c)

Fritz Werner A.-G

tisch für die ununterbrochene Bearbeitung am meisten eingeführt. Fig. 16 zeigt dreiBeispiele, Ludw. Loewe & Co„ Berlin,'.!Wanderer- Werke vorm. Winklhofer & Jaenicke A.--G„ Chemnitz, und Fritz Werner A.-G., Berlin. Die Bilder zeigen deutlich, wie je nach dem ·Charakter des Werkstückes (einfaches Gußgehäuse, Fahrradkegel, Last- kraftwagen-Steuergehäuse aus Stahlguß) mit einfachen oder besonders angepaßten Spann- vorrichtungen und bei Verwendung ein- facher oder zusammengesetzter Fräswerk- zeuge leicht in gleicher Bedienungsart die erhöhte, ununterbrochene Ausbringung er- reicht wird. Naturgemäß muß dann der Frässchaltung erhöhte Aufmerksamkeit zugewendet werden. Die in Fig. 17 von Lud w. L o e w e & Co. ausgeführte Bauart sieht für Fräserantrieb und Werkstückschaltung zwei getrennte An- triebe mit je einem Gleichstromregelmotor vor. Fig. 17 zeigt den Motor (1,2 PS, 136/-2720 Umdr/min.) auf besonderer Unter- platte innerhalb des Konsols eingebaut und die Bedienung des Flachbahnregelanlassers

Konsols an

einem von Außen abnehmbaren Deckel be- festigt ist, durch eine durchgehende Welle zum Handrad für die Regelung an der gegen- überliegenden Außenseite. Das Motorritzel treibt auf die hintere Welle eines dreifachen

----- -------- 915 --------·------ ~
----- -------- 915 --------·------ ~
Welle eines dreifachen ----- -------- 915 --------·------ ~ 1 : 2, der auf der Innenseite des
Welle eines dreifachen ----- -------- 915 --------·------ ~ 1 : 2, der auf der Innenseite des
Welle eines dreifachen ----- -------- 915 --------·------ ~ 1 : 2, der auf der Innenseite des

1 : 2, der auf der Innenseite des

Ftg. 17.

Schaltung des kreisenden Rundtisches durch Einzelmotor. (Ludw. Lo_ewe & Co.)

geschwindigkeit eine Durchschnittsleistung je Stunde von 120 Stück erreichen. Mit Rücksicht darauf, daß die er- reichbare Höchstausbringung durch die Ein- und Aus-

Verschieberadgetriebes, dessen vordere Welle mit den Drehzahlen 170, 320 und 680 über drei Stirnräder im Verhältnis I : 1 die im Ober- schlitten gelagerte Zugwelle antreibt. Die Zugwelle treibt über den vorderen Räderkasten die darüber ge-

WERKSTATTSTECBNIK

1926 HEFT 28.

KURRE/N, R'fJCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE VIERJCZEUGMASCHINENSCHACJ.

693

spannzeit des Stückes begrenzt wird, sind die in Fig. 16 ~zeigten verschiedenen Spannvorrichtungen von be- sonderem Interesse.

B.

Der

Werkzeugantrieb.

Für den äußeren Antrieb, also die Einleitung des Drehmomentes in die Maschine, ist heute die Verwendung

des Einzelmotors die

sei auf das Elektrofachheft I und II der Werkstatt- technik vom 15. September und I. Oktober 1926 ver- wiesen. Der innere Antrieb, also von der Stelle, wo der äußere Antrieb in das Triebwerk der Maschine tritt, bis zum Werkzeug, zeigt in seiner jetzigen Entwicklung deutlich die gegenseitigen einander oft widerstreitenden Einflüsse des verschiedenen äußeren Antriebes,

wichtigste .Frage.

Bezüglich dieser·

liegt

fest

und

ist

der

Träger

für

die

umlaufenden

Scheiben und Büchsen.

Dadurch, daß das Vorgelege im Kastenfuß unter- gebracht ist, fällt das Deckenvorgelege weg, wodurch die Maschine nach außen als Einscheibenmaschine er- scheint und trotzdem die Vorteile der riemengetriebenen Maschine behält. Fig. 19 zeigt ein dreistufiges Vor- gelege mit Einzelantrieb durch Flanschmotor im Zu- sammenhang mit dem Spindelstock der Drehbank. Das fliegende Ritzel des Motors übersetzt auf die· erste Vorgelegewelle, die mittels der seit- lichen Vorgelege die drei gleichen Riemen- scheiben treibt.

Hier

Vorgelege die drei gleichen Riemen- scheiben treibt. Hier !'11r. 19. Einzelantrieb mit drei- 'ist aber die

!'11r. 19.

Einzelantrieb mit drei-

'ist

aber

die

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11

Fia'. 18.

Vierstufiges Vorgelege mit einem Riemen. (Baumann & Fa 1c k.)

fachem Riemenvorgelege. (Baumann & Falck.)

der erweiterten oder für Massenfertigung eingeschränkten Anpassung der verfüg- baren Schnittgesch wi~digkeiten, der neuen zur Bearbeitung vorliegenden Ma- terialien, hochvergütete Sonderstähle auf der einen und Leichtmetalle auf der anderen Seite, und der gesteigerten Werkzeug- 1eist u n g. Allen aber liegt letzten Endes das Be- streben· nach gesteigerter Leistung zugrunde, gleichgültig, nach welchem der vier an- gegebenen Gesichtspunkte bei dem Entwurf vorgegangen worden ist.

Gesichtspunkte bei dem Entwurf vorgegangen worden ist. !'lR. ao. Stufenscheiben-Spindelstock. {Wotan-Werke.)

!'lR. ao.

Stufenscheiben-Spindelstock.

{Wotan-Werke.)

I. Drehbänke,

Re volver

und

Automaten.

Von der einfachsten Form ausgehend wäre zuerst der neue Mehrfach-Scheibenantrieb von Baumann & Falck G. m. b. H., Zeulenroda anzuführen. Er löst die Aufgabe des sanften Geschwindigkeitswechsels während der Arbeit ohne Arbeitsunterbrechung mit nur einem Riemen, der in 'gleicher Weise auch für Bohr- und Fräsmaschinenantriebe Verwendung finden kann. Fig. I 8 zeigt die Lösung mit vier Stufen ·für eine von der Transmission angetriebene Drehbank. Der Antrieb geht von der äußeren Riemenscheibe auf eine Vorgelegewelle, die zu beiden Seiten die Stirnräder für die Rädervorge- lege trägt. Für jede Geschwindigkeitsstufe ist ein Stirn- radvorgelege eingebaut, das mit 1 der entsprechenden Riemenscheibe auf der Hauptvorgelegewelle durch eine Büchse verbunden ist. Sämtliche Wellen und Büchsen laufen in Kugellagern, die Zahnräder auf der Scheiben- welle dauernd in Öl. Die innere Riemenscheibenachse

innere Vollwelle auch Laufwelle für die mittlere Riemen- scheibe. Der Spindelstock bekommt dadurch ein ruhiges, geschlossenes Aussehen. · Der unmittelbare Gegensatz zur besprochenen Konstruktion ist die bereits bekannte Spindelmotor- bank der Firma Gebr. Böhringer G. m. b. H.-Göp- p in gen 1). Hier ist die Drehspindel vom Motorgewicht vollständig entlastet, da die Motorachse in Kugellagern im Gehäuse läuft. In allen Schaltungen sind nur die treibenden Räder in Eingriff. Zwischen diesen beiden konstruktiven Grenzfällen entwickeln sich sämtliche Antriebs-Bauarten. In diesem Gebiete, das die üblichen Drehbankbauarlen enthält, interessiert vor allem die Lösung der _alten Frage:

Stufenkasten vs. Rädervorgelege vom Gesichtspunkte desselben Konstrukteurs, zweitens die mehr oder weniger vorzugsweise Verwendung gewisser Kon~truktions-

6)

WT 1926, S. 156, Fig. 75.

694 KURREJN, RÜCKBLICa AUF DJE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINEN5CHAU.

WERKSTATTSTECHNIK

1926

HEFT 23.

elemente und drittens die Anpassung einer Ausführung an die drei Einzelantriebsformen. Fig. 20 zeigt den Stufenscheibenspindelstock der Wotan-Werke A.-G. Leipzig für Bänke von 190 bis 310 mm Spitzenhöhe und bis zu 4000 mm Drehlänge. Die vierstufige Stufenscheibe ergibt mit dem neuen doppelten, eingebauten Rädervorgelege 12 Geschwindig- ,keiten und jeweilige Übersetzungen l : 1; 1 : 2,8; 1 : 8. Das Einrücken bzw. Ausrücken der Vorgelege und das Lösen bzw. Kuppeln der Stufenscheibe mit dem Haupt-

Die Ausführung des entsprechenden Räderkasten- Spindelstockes der ·Wotan-Werke ist in Fig. 2 1 wieder- gegeben, die große Einfachheit i~ Aufbau erkennen läßt. Die Bankabmessungen decken sich mit den oben angegebene~. Die Bank ist eine Einscheibenbank, d. h. der Antrieb erfolgt entweder unmittelbar von der Trans- mission oder von einem am Fuß angebauten Motor. Hier sind nun 18 Geschwindigkeiten verfügbar, von 8-400 bei den kleineren und 7-360 U mdr/min bei den beiden größeren Spitzenhöhen. Die Anzahl der Längs-

den beiden größeren Spitzenhöhen. Die Anzahl der Längs- Flir. 21. Räderkasten-Spindelstock . (\Votan-\V~rke.) D-

Flir. 21.

Räderkasten-Spindelstock .

(\Votan-\V~rke.)

D- n.•600 ·- --- ·- - l
D-
n.•600
·-
--- ·-
-
l

Ftir. 23.

.

Getriebeplan der Räderkastendrehbank. (Franz Braun· A .-G .)

Rechtsgang n;ZJO

(Franz Braun· A .-G .) Rechtsgang n;ZJO Nr.j Z .' , M. ---1 40 1 2,;5

Nr.j

Z .' ,

M.

---1

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1

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2

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1

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3

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2,75

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6

50

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7

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3,5

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41

1

2

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41

2

10

41

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II

41

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,inksganq f ll =3'15
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Zu 'Spmdel
Zu 'Spmdel
II 41 2 ,inksganq f ll =3'15 Zu 'Spmdel J9 F N_~::i 1 _ ~1~ _

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II 41 2 ,inksganq f ll =3'15 Zu 'Spmdel J9 F N_~::i 1 _ ~1~ _
II 41 2 ,inksganq f ll =3'15 Zu 'Spmdel J9 F N_~::i 1 _ ~1~ _

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1

2

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45

15

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17

36

1 ,75

39

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18

18

. 1,75

40

24

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1,75

41

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1,75

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2 1

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18

22

18

l ,i5

Schnecke

23 1,75

0

44

D. Links

24 44

 

1,75

Schneckenrad

25 44

. 1,75

45

32

26 32

1,75

46

20

27

28

29

30

31

32

33

32

36

38

40

44

48

52

1,75

1,75

1,75

1,75

1,75

1,75

1,75

47

48

49

50

51

52 .

53

18

60

12

12

59

16

1

·1

!

1,75

1,75

1,75

1,75

1,75

3

3

3

3

3

5mmStg

1

2,5

2,25

2,25

2,25

2,25

3,5

2,25

2,25

2,25

Fiir. 22.

Getriebeplan der Stufenschelbendrehbank.

(Franz Braun A.-G.J

treibrad erfolgt mittels der doppelten Klauenkupplung unterhalb der Stufenscheibe und der vor dem Haupt- treibrad sichtbaren Kupplungsmuffe durch einen Hebel mit einem ,einzigen• Griff, wodurch ein gleichzeitiges Einrücken beider Teile unmöglich wird. Die gehärtete und an den Lagerstellen geschliffene Hauptspindel wird durch ein doppelseitiges Druckkugellager in der Achsrichtung festgelegt und durch den Spindelstock bei der kleinsten Größe mit 20-356, bei der größten mit 14-250 Umdr/min umgetrieben.

vorschübe und Gewinde durch den Vorschubkasten be- trägt 240 ohne Aufstecken · von Wechselrädern. Die

Getriebeschaltung · im

Spindelstock

·erfolgt

bis

auf

die letzte Klauenkupplung am Haupttreibrad durch · Schieberäder, die auf den drei Wellen in zwei drei- stufigen und einstufigen Haufenrädern verteilt sind. Die schnellaufenden Räder sind aus Chromnickelstahl, gehärtet und vollkommen geschliffen. Die Antriebs- scheibe läuft zur Entlastung der Welle auf einer be- sonderen Büchse auf zwei einreihigen Kugellagern und

WERKSTATTSTECHNIK

1926

HEFT 23.

KURRE/N, RÜCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHJNENSCHAU.

695

wird durch eine Rei-

bungskupplung mit der

ersten

Räderkasten-

welle gekuppelt. Eine andere Lösung

derselben Aufgabe zei-

Ge-

triebepläne der Stufen- scheiben- und Räder- kasten-Bank vonFr an z Braun A.-G.-Zerbst (Fig. 22-23). Hier ist die Zahl der verfüg- baren Spindelgeschwin- digkeiten bei beiden Bauarten die gleiche, 12, auch die gewählten Drehzahlenbereiche von rd. 12-380 (15 bis 355) bis zu 8-250 (9,5-300) bei den größ- ten Maschinen sind un- gefähr gleich gehalten. Auch der Vorschub- räderkasten und die Ableitung sind in bei- den Bauarten gleich geblieben. Die konstruktive Lösung des Stufen- scheibenspindelstockes von Franz Braun zeigt deutlich die Beein- flussung durch den Räderkasten. An Stelle der üblichen Zahnrad- vorgelege . ist hier zwischen dem vor- deren Spindellager und

gen vorerst 8 ) die

dem vor- deren Spindellager und gen vorerst 8 ) die Für 24. Anpassung des H.ä<lerkastens an
dem vor- deren Spindellager und gen vorerst 8 ) die Für 24. Anpassung des H.ä<lerkastens an

Für

24.

deren Spindellager und gen vorerst 8 ) die Für 24. Anpassung des H.ä<lerkastens an die drei
deren Spindellager und gen vorerst 8 ) die Für 24. Anpassung des H.ä<lerkastens an die drei
deren Spindellager und gen vorerst 8 ) die Für 24. Anpassung des H.ä<lerkastens an die drei
deren Spindellager und gen vorerst 8 ) die Für 24. Anpassung des H.ä<lerkastens an die drei
deren Spindellager und gen vorerst 8 ) die Für 24. Anpassung des H.ä<lerkastens an die drei
deren Spindellager und gen vorerst 8 ) die Für 24. Anpassung des H.ä<lerkastens an die drei
deren Spindellager und gen vorerst 8 ) die Für 24. Anpassung des H.ä<lerkastens an die drei

Anpassung des H.ä<lerkastens an die drei normalen Antriebs- möglichkeiten. (Franz Braun A.-G.)

drei normalen Antriebs- möglichkeiten. (Franz Braun A.-G.) K llBZ. > l . 2 zaz. Aus Fig.
drei normalen Antriebs- möglichkeiten. (Franz Braun A.-G.) K llBZ. > l . 2 zaz. Aus Fig.
drei normalen Antriebs- möglichkeiten. (Franz Braun A.-G.) K llBZ. > l . 2 zaz. Aus Fig.
drei normalen Antriebs- möglichkeiten. (Franz Braun A.-G.) K llBZ. > l . 2 zaz. Aus Fig.
K llBZ.
K
llBZ.

>l.2

zaz.

Aus Fig. 24 ist die Anpassung des Räderkasten- Spindelstockes an die drei Antriebsmöglichkeiten zu er- sehen, Riemen, Drehstrom- und Gleichstromregelmotor. Die Verbindung des Motor-Achsstummels mit dem ersten Zahnrad, das als Muffe ausgebildet ist, benützt das Halslager des Motors und ein Kugellager auf der ersten Vorgelegewelle zur Lagerung. es kommt also auf gute Ausmittlung :des Motors an, der mit seinem Zentrierflansch in die Gehäuseausdrehung eingesetzt wird. Das erste Getrieberad hier enthält als schnell- laufendes Rad Schrägverzahnung. Beim Gleichstrom- motor mit einem Regelbereich 1 : 3 werden die auf der

letzten Vorgelegewelle sitzenden 2 Paar zweistufigen Verschieberäder durch ein festes Stirnräderpaar ersetzt, beim Riemenantrieb fällt die

kurze Zwischenvorgelegewelle unmittelbar unter dem Antrieb weg und die Antriebswelle 1/6; wird mit d er erst en Vorgelege-- welle gekuppelt. Zur Getriebe- schaltung werden hier vier durchgehende und eine kurze Zwischenwelle verwendet, damit die Spindel ohne

Ft1r. Da.

Getriebeplan des

Räderkasten-

antriebes. (H.\Vohlen berg.)

Schlilterispindel 1/-":m 'tf!·

L,eifspinrjel 12"'/mSteig.

1/- ":m 'tf!· L,eifspinrjel 12 "'/m Steig. Transportwelle der Stufenscheibe ein kurzer Räderkasten mit
1/- ":m 'tf!· L,eifspinrjel 12 "'/m Steig. Transportwelle der Stufenscheibe ein kurzer Räderkasten mit

Transportwelle

der Stufenscheibe ein kurzer Räderkasten mit drei Paar Stirnrädern eingebaut, die sämtlich als Schiebe- räder geschaltet werden. Die Stufenscheibe treibt · entweder direkt oder durch zwei Rädervorgelege, die durch einen einzigen Hebel geschaltet werden. Die kurze Vorgelegewelle liegt unterhalb der Spindel und läuft in Büchsen in den Gehäusewänden.

6) Die Kons truktion wird in einem späteren Aufsatz

werden.

besprochen

Vorgelege nur mit dem fest darauf verkeilten Haupt-

treibrad läuft und jeder

und

Als dritter Vertreter dieses Gebiet es sei die Hoch- leistungs-Schnelldrehbank von H. Wohlenberg-Han-

Spindelan-

nover

t riebes, Fig. 25, zeigt eine andere Verbindung des.Flansch- ·

motors mit der ersten Vorgelegewelle, das Motorritzel

Einfluß

auf

die

Genauigkeit

Sauberkeit der Dreharbeit vermieden wird.

besprochen.

Der

Getriebeplan

des

696 KURREIN, R'(/CK.BLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINENSCHAU.

WERKSTATTSTECHNIK

1926

HEFT 23.

läuft fliegend ohne weitere Lagerung im Spindelstock

dem ersten Getrieberad zusammen. Der Antrieb

ist wieder durch Gleichstromregelmotor, 1100-2750 Umdr/min vorgesehen. Hier sind· nur drei Wellen vor- handen, da die elektrische Regelung mit 8 Stufen voll zur Drehzahlstufung herangezogen wird und auf eine Ausnützung der Feinregelung eines mechanisch weiter- gestuften Antriebes verzichtet wird, so daß mit 10 Rädern und drei Wellen das Auslangen gefunden wird. Um Schwingungseinflüsse im Spindelstock möglichst zu vermeiden, ist die Hauptspindel auffallend kurz ge- halten und trägt nicht mehr als zwei festaufgekeilte Vorgelegeräder, deren kräftige Nabe den ganzen Raum zwischen dem vorderen und hinteren Spindellager aus- füllt. Die Schaltung erfolgt· nur durch Schieberäder, die nicht mehr als zweistufig sind, nur an der ersten Vorgelegewelle bewirkt eme Innenverzahnung die Kupplung.

Zwischenwelle bekommt. je nach Einschaltung der beiden unteren Reibungskupplungen der Antrieb die größere oder kleinere Drehzahl bei unbeeinflußtem Rechts- und Linksgang und beiderseits offenen Riemen. Zur Einstellung von 15 verschiedenen Arbeitsspindel- geschwindigkeiten sind Wechselräder im Kastenfuß vorgesehen. Die auf die Spindel laufenden Riemen können von außen durch die Riemenspannrollen ge- sondert nachgespannt werden.

Die beiden offenen Riemen treiben die beiden lose laufenden Antrieb3scheiben für die Spindel, deren Bohrung für Messingbearbeitung bis auf 28 mm 0 erweitert werden kann, Fig. 27. Aus der Konstruktions- zeichnung des Spindelstockes ist die sorgfältige Durch- bildung qer Laufbüchsen, Druckplatten und Schmierung, sowie der Schaltnasen für die Kupplung als des für den ungestörten Dauerbetrieb wichtigsten Teiles zu er- kennen. Außerdem sind alle lebenswichtigen, hoch be- anspruchten Teile aus Chromnickelstahl gefertigt, die Schlittenführungen gegen Ko- kille

mit

Fig, 26. Umkehrantrieb ohne gekreuzten Riemen am Automaten. (Samson-Werk.)
Fig, 26.
Umkehrantrieb
ohne
gekreuzten Riemen
am Automaten.
(Samson-Werk.)

gegossen. Für das Drehen stehen 10 Spindeldrehzahlen von 275-1210/min und ebenso- viele für das Gewinde- schneiden von 121-533/min zur Verfügung. Aus der Wagerecht-Bohr- und Fräsmaschine hat sich hauptsächlich für den Kraft~ wagenbau eine Reih.e mehr- spindliger Sondermaschinen für Bohren und Fräsen

Der nach dem System Brown & Sharpe gebaute Automat des Samson-Werkes G. m. b. H.-Berlin vermeidet in der neuen Ausführung mit bis zu 25 mm Materialdurchlaß den ge- kreuzten Riemen auf der zweiten Scheibe

durch ein im linken

Kasten

fest

ein-

gebautes Rädervorgelege nach Fig. 26. Diese Größe ist nur für Einscheiben- od~r Flanschmotorantrieb eingerichtet, die Abbildung zeigt den ersten. Bei Antrieb durch Flanschmotor fällt der äußere Lagerblock für die Riemenscheibe weg, der Gehäusekasten vor dem Vor- gelege wird ausgewechselt und mit dem Zentrierflansch für den Motor versehen. Durch die Umleitung des Antriebes mittels eines Stirnräderpaares auf die

r n r ä d e r p a a r e s a u f

Flir. 27.

Spindelstockkonstruktion.

(Samson-Werk.)

' .,,„.
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~·=--==- ~; o-;~·

41

1

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S,SPS

PS.a. aa.

Getriebeschema eines mehrspindligen Bohr- und Fräswerkes. (Union.)

entwickelt. Fig. 28 zeigt das Getriebe- schema einer solchen Maschine zum Aus- bohren von Kurbeigehäusen der Werk- zeugmaschinenfabrik U nion"-Chem- nitz mit dem Antrieb durch Flanschmotor. Der Spindelantrieb enthält drei zweistufige Verschieberäder, auf vier Vorgelegewellen im unteren Räderkasten, der die Geschwindig- keitswechsel hergibt. Im. oberen Räder- kasten wird die Übertragung durchaus im Verhältnis 1 : 1 für Rechts- und Linksgang der Spindeln geschaltet. Von der dritten Vorgelegewelle wird das Vorschubgetriebe abgeleitet, das mit Klauenkupplungen schaltet und von dem letzten in der Kon- struktionszeichnung, Fig. 29, sichtbaren

WERKSTATTSTECHNIK

1926

HEFT 23.

KURREIN. RÜCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHJNENSCHAU.

697

IA Schnitt R-S B Ftg. 29. Spindelstock zu Fig. 28. (Union.)
IA
Schnitt R-S
B
Ftg. 29.
Spindelstock zu Fig. 28.
(Union.)

Stirnrad auf Handvorschub, selbsttätigen Vorschub usw. verteilt wird. Die zur Verdeutlichung der Hauptteile zusammen- gesetzte Schnittzeichnung, Fig. 29, zeigt die dritte Möglichkeit des Einbaues beim Flanschmotor. Ein im Motorgehäuse einerseits, im Maschinenständer andrer- seits ausgemitteltes Zwischenstück trägt ein Kugel- lager als zweite Lagerung für den Motoranker und auf

der

Innenseite

fliegend . das

Motorritzel.

Da

andrer-

seits das erste Vorgelegerad nach entgegengesetzter Richtung fliegend läuft, kann Motor und Zwischenring als Ganzes geliefert bzw. eingesetzt werden.

Eine der neuesten Bauarten der Maschine zum Aus- bohren und Aufreiben von Automobil-Kurbelgehäusen zeigt Fig. 30. Die Maschine ist doppelseitig, mit je zwei Spindelkästen auf jeder Seite gebaut und nimmt das Werkstühk zwischen ihnen auf einer verschiebbaren Aufspannvorrichtung auf dem festen Tisch auf. Die vier Spindelkästen und die beiden zugehörigen Vor- schubantriebe werden durch je einen besonderen Motor angetrieben, die durch Druckknopfsteuerung betätigt werden. Die beiden vorderen Spindelkästen sind für das Bohren, die hinteren für das Reiben bestimmt. Nach F eststellung des Arbeitsstückes in Bohrstellung arbeitet die Maschine selbsttätig, indem zuerst der Spindelstock mit den vier Bohr- spindeln an das Werkstück heran- gefahren wird, der Bohrmotor eingeschaltet, nach Durchboh- ren der Wand stillgeset zt und zurück gefahren wird. Der rechte Spindelstock ar- beitet in gleicher

bohrt aber noch die Mittel- wand. Dann wird die Auf- spannvorrichtung an die Reibmascbinen gefahren, de- ren Arbeitsgang . in gleicher

W eise

selbsttätig

vor

sich

geht.

2. Bohrmaschinen. Die schwierigste Aufgabe für den Konstrukteur ist die Unterbringu.p.g des Werk- zeugantriebes und der Vor- schubableitung bei der Ra- dialbohrmaschine, da sowohl der zur Verfügung stehende Raum nach allen drei Dimensionen als auch die zugelassene Belastung des Auslegers durch den Bohr- schlitten aus wirtschaft- lichen Gründen soweit.wie möglich beschränkt werden muß. Gleichzeitig soll .aber möglichste Anpassung an die Erfordernisse des Verbrauchers in der Konstruktion vorgesehen sein. Franz Braun A.-G.-Zerbst führt deshalb seine Radialbohrmaschine je nach den An- forderungen mit einem nicht umschaltbarem, mit zwei oder drei umschaltbaren Vorgelegen aus, wobei die Maschine beim zweiten Rädervorgelege umgekehrte Drehrichtung zum Rücklauf beim Gewindeschneiden erhält. Da außerdem alle Motore mit Schaltapparaten für Rechts- und Linkslauf vorge~ehen werden, kann mit jedem Rädervorgelege in beiden Drehrichtungen gearbeitet werden. Die Maschinengröße für volle Aus- nützung eines 50 mm-Schnellstahlbohrers verfügt über 3 Gruppen Bohrerdrehzahlen von 18-550 Umdr/min bei einem Regelbereich des Motors von l : 3, innerhalb dessen die' Feinheit der Stufung von der Anzahl Regler- stufen abhängt. Der Vorschubschaltkasten stellt acht Vorschübe von 0,09-0,6 mm/Umdr. zur Verfügung. Der Bohrschlitten kann bei der größten Ausführung um 1600 mm am Ausleger verschoben werden. Der Flanschmotor (4 PS; 1000/3000 Umdr./min.), Fig. 31, mittelt sich in dem eingedrehten Rand an der oberen Gehäusefläche aus und wird mit seinem Zapfen in der muffenartig verlängerten Nabe des Motorritzels gefaßt. Die getrennte Ritzelwelle selbst setzt sich in der Bohrung fort und läuft unterhalb in einem doppel- reihigen Kugellager, das in eine Zwischenwand des Ge- häuses eingepaßt ist. Die Getriebeschaltung enthält 3 Wellen, von denen die erste als Hohlwelle die Bohr- spindel umschließt, während die dritte als Zwischen- , welle das Umkehrrad trägt. Die Kupplung der beiden oberen Rädervorgelege erfolgt mittels zweier Reibungs- kupplungen, deren Kupplungshebel durch eine Art Ziehkeil in einer Schaltbüchse betätigt werden, die auf

Ziehkeil in einer Schaltbüchse betätigt werden, die auf W eise, durch- Fia. ao. Doppeltes mehrspindliges Bohr-

W eise,

durch-

Fia. ao.

Doppeltes mehrspindliges Bohr- und Fräswerk für Kurbeigehäuse mit sechs Motoren.

(Union.)

698 KURREIN, RfJCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINENSCHAU.

WERKSTATTSTECHNIK

1926

HEFT 23.

.

der Hohlwelle durch eine von außen betätigte Schaltung in drei Stellungen verschoben werden kann. Die unterste Stellung der Schaltbüchse läßt beide Kupplungen leer- laufen und verbindet, sCibst als Klauenkupplung ge- formt, die Nabe des untersten Zahnrades mit der ·Schalt- büchse, bzw. Bohrspindel. Die umlaufenden Räder, Hohlwellen usw, auf der Bohrspindel, wo mit Längs- bew:egungen zu rechnen ist, werden durch Kugeldruck-

die Transportsrindel für den Ausleger, bei der ein Druck- kugellager die zu bewegende Last trägt. Die Radialbohrmaschine der Zimmermann- vVerke A.-G.-Chemnitz verwendet nur einen Motor für alle

vVerke A.-G.-Chemnitz verwendet nur einen Motor für alle •· 11r. 8 1. Räderkasten am Bohrschlitten-·

•· 11r. 8 1.

Räderkasten am Bohrschlitten-· für-:Antrieb durch Senkrechtmotor. (Franz Braun A.-G.)

Fig. 82.

Säulenkopf und Antrieb des Auslegers. (Franz Braun A.-G.)

lager getragen, ·die Vorgelege- · und Zwischenwellen laufen in Büchsen. · Von der am Ende der Hohlweile vorgesehenen Verzahnung wird der Vorschub abgeleitet. Der selbsttätige Vorschub der ·Bohrspindel erfolgt durch Stufenräder, : Schnecken- und Zahnstangengetriebe. Gegen Überlastung ·des Vorschubgetriebes schützt eine

Von Interesse ·ist der Antrieb ·der Auslegerbewegung auf und .ab an· dei- .Säule~ der bei allen zeitgemäßen Maschinen durch · ~inen besonderen Motor erfolgt, wo- durch die umständlichen Senkrechtwellen und Kegel- triebe wegfaUen. > Die fe~~stehende Innensäule, Fig. 32, auf der der ·runde Mantel in · Kugellagern um 360° drehbar ist, ist mit der Grundplatte ·fest verschraubt. Der Kopf, der den gesamten Antrieb und·das Traglager enthält, wird als Ganzes in · dem Mantel ·ausgemittelt

Bewegungen. ~ird dann wegen der weiteren Ver- breitung des Drehstromes der polumschaltbare Dreh- strommotor mit 940 · und 1460 Umdr./min verwendet, so sind 12 Drehzahlen verfügbar.· Einmal muß also gegenüber dem Gleichstromantrieb eine mechanische Drehzahlschaltung eingefügt werden, außerdem aber gegenüber der Maschine mit zwei Motoren unmittelbar hinter dem Motor die Bewegungsableitung für den Aus- leger abgenommen werden, · jedoch muß die Bedienung des Anlassers und des erwähnten·mechanischen Wechsels vom Bohrschlitten aus 'V-+>rgenommen werden können. Das bekannte ·äußere Bilq der Maschine ändert sich dadurch kaum, die Ableitung der Antriebe· ist aus

Fig. 33, dem Grundriß des Auslegers und dem Wagerecht-

· Der auf

einer Verlängerung · des Auslegers aufgesetzte nor-

Schnitt durch ·den Räderkasten

zu ersehen.

Fiir. 88. Ein-Motorantrieb der Radial- bohrmaschine. (Zimmermann-Werke.)
Fiir. 88.
Ein-Motorantrieb der Radial-
bohrmaschine.
(Zimmermann-Werke.)
der Radial- bohrmaschine. (Zimmermann-Werke.) „ • I • • Bororaul'- ~o~nf/öch und

I

Bororaul'-

~o~nf/öch

und mit_seiner ·Stirnfläche· durch kräftige Sechskantkopfschrauben verbunden. Auf dem Decke~ .des Kopfes mittelt sich, wie üblich, der Senkrechtmotor (1,36 PS, 1350 Umdr/min) aus, ~er fliegend das Ritzel trägt, so daß hier beide Lagerungen im Motor selbst ·vorgesehen sind. · Das Ritzel treibt ·die ·erste Vorgelegewelle, die oben und unten in zweireihigen Kugel- lagern läuft und deren Gewicht durch ein Druckplattenlager getragen wird. Die nächste Überset~ung t r eibt unmittelbar

WERKSTA'l'TS'l'ECH NI K

1926

HEFT 23.

KURREIN, RÜCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINENSCH A U.

699

male Motor wird mit einer Scheibenkupplung elastisch mit der ersten Ritzelwelle gekuppelt, die, wie die Haupt- welle, durchaus in Kugellagern läuft und den Achsial- schub durch ein Druckkugellager am entgegengesetzten

passung der Schnittgeschwindigkeit nach den :ijohr- durchmessern und dem verarbeiteten Material hier die wichtigste Rolle spielt. Von den zwei _Ausführungen mit Flanschmotor und mit Einscheibe e iner Firma,

Ende aufnimmt. Die beiden Räderübersetzungen rd r : 3

J.

A.

Maffei-München,

Fig. 34 u.

35,

hat

die

erste

und r : 4 auf die Hauptwelle sind mit Schrägverzahnung

Maschine drei mechanische Stufen, 15, 50, 165 Umdr./min,

ausgeführt. Die beiden größeren Räder laufen auf Büchsen auf der }i:auptwelle, die den Antrieb bis zum

die mit dem Regelanlasser im Bereich 1 : 3 zwanzigfach unterteilt werden. Die Einscheibenmaschine hat im

Bohrschlitten führt, und werden von dem Hebel 5

ganzen

acht

Drehzahlen

zwischen

38

und

625

in an-

unterhalb des Bohrschlittens vom Arbeiterstand aus

nähernd

geometrischer

Reihe.

mit ihr gekuppelt. Von der langen Büchse, die die Kupplungskörper trägt, wird durch eine unterhalb be- findliche Stirnräderübersetzung die maschinelle Ver-

Man erzielt mit der gleichen Zahl Bedienungsele- mente je nach der Reglerstufenzahl {&-20) eine 3 bis 7,5 fach-feinere Drehzahlstufung.

stellung des Auslegers mittels eines Kegelradwende-

Der Vorschubbereich 0,1 -0 ,4 bzw. bis 0,5 bei der

getriebes abgeleitet. Diese Einschaltung erfolgt durch

Einzelmotormaschine

wird

d adurch

nicht

9der

wenig

Hebel und Zugstange auf die Muffe der Klauenkupplung

beeinflußt.

 

von Handgriff 12 an der Säule aus. Dagegen muß die

J.

A . Maffei bauen noch eine Ausführung, die sich

Bewegung des Anlassers vom Bohrschlitten aus über

in

\ufbau,

Kopfform und Yorschubgetriebe mit Fig. 34

l .
l
.
\ufbau, Kopfform und Yorschubgetriebe mit Fig. 34 l . Fi(r. 34 u 35. Ständerbohrmaschine mit Einzelantrieb

Fi(r. 34 u

35.

Ständerbohrmaschine mit Einzelantrieb und Einscheibenantrieb.

(J. A. Maffei.)

mehrfaches Drehgestänge durch den Griff 2 bis zu dem

am Ausleger hinter der Säule befestigten Anlasser ge-

leitet werden. H ebel 4 bedient das Wendegetriebe

die Bohrspindel, Handkreuz 7 das Ein- und Ausrücken des selbsttätigen Vorschubes und Handrad 10 die Handver- stellung des Bohrschlittens, wie bekannt und des besseren Verständnisses wegen beigefügt. Die Verlegung des Strom- kabels innerhalb der Säule, wodurch alle freihängenden ge- fährlichen stromführenden Leitungen vermieden werden, ist in dieser Zeitschrift Heft 18 Seite 560 beschrieben.

für

Bei der Ständerbohrmaschine ist für das Getriebe mehr Platz verfügbar, während gleichzeitig die An-

deckt. Bei dieser Ausführung liegen alle Geschwindig- keitswechsel im Fußkasten, auf d em sich der Ständer aufbaut, und werden durch vier Schalthebel dort ein- gestellt. Vom Fußkasten geht der Antrieb über eine Senkrechtwelle im Ständer, eine Wagerechtwelle im

Kopf und 3 Kegelrädergetriebe zur Spindel. Zur Be- sprechung ist hier Fig. 35 ausgewählt worden, weil b ei dieser Maschine ebenso wie b ei Fig. 34 und 31 die

mit d em Flanschmotor im

Kopf eingebaut sind, dies also konstruktiv die schwie- rigere Lösung darstellt. Der leichteren Zugänglichkeit der Getriebeteile bei Einbau im Fuß gegenüber dem

Getriebe übereinst immend

700 KURREIN. RfJCKBLICK .AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGM.ASCHINENSCH.AU.

WERKSTATTSTECHNIK

1926

HEFT 23.

Einbau im Kopf in Fig. 34 steht die Verwendung von 3 Paar Kegelrädern bei der erwähnten Maschine ent- gegen. Das Getriebe der Flanschmotor-Maschine, Fig. 36, kann infolge der wagerechten Vorgelegewellen der Kegel- räderübertragung nicht entbehren. Das Motorritzel ist

1

Hege Im lor 1: J

n= WO-

l/mfir./min.

ein Kegelrad und treibt im Verhältnis 1 : 2,5 das große Kegelrad, das mit einem Stirnrad gemeinsam auf einer Kugellagerbüchse läuft; die Vorgelegewelle hat Ver- schieberäder, die Hauptwelle, die unmittelbar zum Spindelumkehrgetriebe führt, hat eine Klauenkupplung. Auf diese Weise treibt das Kegelradgetriebe entweder unmittelbar auf die Hauptwelle oder in der rechten Kupplungsstellung über

die Vorgelegewelle zurück auf die Haupt- welle. Von dem unteren Wellenende wird auch die Support-Schnellverstel- lung über ein KegelradReibgetriebe ab- geleitet. Dagen liegen bei der Einscheiben- maschine die Wellen des Getriebekastens senkrecht und die Umleitung von der wagerechten Antriebswelle auf die senk- rechte Bohrspindel ist mit dem durch die üblichen drei Kegelräder besorgten Rechts- und Linksgang vereinigt, wo- durch, im Vergleich mit den beiden anderen Maschinen, im eigentlichen Getriebe Stirnräder laufen, Fig. 37. Bei Umschaltung müssen also die ganzen laufenden Getriebemassen umgekehrt werden, doch werden die Stöße durch eine doppelte Reibungskupplung an der Antriebswelle gedämpft. Das Getriebe läuft fast durchaus auf Hohlwellen, deren Festwellen anderen Zwecken dienst- bar gemacht sind. Die dritte und vierte Vorgelegewelle dienen dem Antrieb der Schaltung und der Ableitung der Vor- schubbewegung. Das Vorschubräder- getriebe aus zwei Rädergruppen mit Ziehkeilschaltung ist im Deckel des Räderkastens gleichachsig mit den erwähnten Achsen gelagert und erhält seinen Antrieb von der Büchse der Hauptspindel.

3.

Fräsmaschinen.

Dieselben Bestrebungen, die ver-

schiedenen Antriebsmöglichkeiten des

au

n ne es en n or erungen

ß

A

t

·

b

d

A

f

d

eren

des au n ne es en n or erungen ß A t · b d A

Fhr. ae.

Getriebe der Stä.nderbohrmaschine mit Flanschmotor.

(J. A. Maffei.)

der Stä.nderbohrmaschine mit Flanschmotor. (J. A. Maffei.) Fis. 37. Getriebe der Ständerbohrmaschine mit

Fis. 37.

Getriebe der Ständerbohrmaschine mit Einscheibenantrieb. (J. A. Maffei.)

des inneren Antriebes, der bei der Fräs- maschine bezüglich Drehzahl und Stufung von den beiden bisher besprochenen Ma- schinengruppen abweicht, anzupassen, finden sich auch bei den Fräsmaschinen wieder.

Da die Fräsmaschinen meistens in Gruppen und Reihen aufgestellt werden, wurde von allen Werkstattpraktikern sehr unangenehm empfunden, daß der Antrieb der Stufen- scheiben-Fräsmaschine senkrecht über der Maschine angebracht werden mußte. Da trotz aller Annehmlichkeit des Einzelantriebes die Stufenscheibenmaschine ihrer \Veichheit, Einfachheit und Billigkeit. wegen noch lange nicht aus den Betrieben verschwinden wird, ist die neue Bauart von 1. E. Reinec ker A.-G.-Chemnitz sehr zu beachten, die diesem Übelstand abhilft. Bei der in Fig. 38 ersichtlichen Universal-Fräsmaschine liegt die Stufenscheibe abweichend . von den bis- herigen Konstruktionen außerb,alb des Ge- stells. Deshalb ist es nicht mehr erforderlich, wie bisher den Antrieb senkrecht über der Maschine anzubringen, sondern er kann sich beliebig weit rechts oder links da.von be-

WERKST ATTST~CHNIK

1926 HEFT 23.

KURREJN, RÜCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMA.SCHJNENSCHAU.

701

RÜCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMA.SCHJNENSCHAU. 7 0 1 X Flg. 88. Universalfräsmaschine mit seitwärts liegendem

X

AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMA.SCHJNENSCHAU. 7 0 1 X Flg. 88. Universalfräsmaschine mit seitwärts liegendem

Flg. 88.

Universalfräsmaschine mit seitwärts liegendem Stufenkonus. (J. E. Reinecker A.-G.)

die vorn in einer kegeligen und hinten in einer zylindrischen Phosphorbronze- Büchse läuft. Der beim Fräsen ent- stehende Längsdruck wird von ge- härteten und geschliffenen Anlaufringen aufgenommen. Die Wanderer - Werke vorm. \Vinklhofer & Jaenicke A.-G.- Chemnitz haben in ihrer neuen Bau- art für Einscheiben- und Einzel- motorenantrieb, Fig. 40, alle neuzeit- lichen Erfahrungen in ·bezug auf Be- triebssicherheit, Kraftverbrauch usw. berücksichtigt. Alle Vorgelegewellen laufen in zweireihigen Kugellagern, die Lagerstellen werden durch eine selbst- tätige Preßölung ·geschmiert, die bereits

der Getriebe der Universalfräsmaschine mit Einscheibenantrieb. (Wanderer- Werke.) vor em1gen Jahren eingeführte Form
der
Getriebe der Universalfräsmaschine mit Einscheibenantrieb.
(Wanderer- Werke.)
vor em1gen Jahren eingeführte Form des U-förmigen,
in Prismen geführten Gegenhalters sichert weitgehende
Unterstützung der Spindeldornlagerung, die Führungs-
flächen aus besonders hartem Gußeisen sind geschliffen.
Der Spindelantrieb erfolgt·von der mittels Reibungs-
kupplung einzuschaltenden Riemenscheibe aus, die
durch einen Hebel vom Stand des Arbeiters bedient
wird, dessen Gestänge durch die Antriebswelle nach
vorn geleitet wird
Beim Ausrücken setzt eine Bremse
selbsttätig die Spindel still. Von der Antriebswelle
unmittelbar hinter der Riemenscheibe wird der Vor-
schub durch Stirnräder abgeleitet.
Die
Spindel
erhält
I 2
gleichmäßig
gestufte Dreh-

finden. Die Frässpindel wird nicht direkt, sondern durch ein Rädervorgelege ange- trieben, wird also nicht durch den Riemen- zug beeinflußt. Hierduch und infolge des in · sich geschlossenen Gestellkörpers wird ein ruhiger und gänzlich erschütte- rungsfreier GaI].g der Frässpindel gewähr- leistet. Fig. 39 zeigt einen Schnitt durch den Antriebsräderkasten. Die Stufenscheibe a

treibt über einige Räder eine auf

Frässpindel lose laufende Hülse b an. Diese Hülse wird mit der Frässpindel entweder unmittelbar gekuppelt oder treibt sie über ein Wechselvorgelege an, so daß 9 geometrisch geordnete Drehzahlen in den

Grenzen von 27-450 Umdr./min. erreicht werden. Bei den Vorgelegerädern ist das Leerlaufen beim unmittelbaren Antrieb dadurch vermieden worden, daß sie aus- gerückt werden. Durch das Ausrücken der Zahnräder auf der Vorgelegewelle während des unmittelbaren Antriebs der Frässpindel blockieren sich die nbrigen Räderpaare selbsttätig, so daß in keiner Weise Bruch entstehen kann. Aus Fig. 39 erkennt man auch die Lagerung der ge- härteten und geschliffenen Frässpindel,

Fig. 89.

Schnitt durch den Spindelstock der Maschine

in

Fig. 38.

zahlen, die bei normalem Betrieb und 400 Umdr/min der Einscheibe von 16-360 Umdr./min. reichen, für

WT. 1926.

41

702 KURREIN, R'f!CKBLICK AUF DIE DECfI'SCHE WERKZEUGMASCHINENSCHA U.

WERKSTA'rTSTEClINIK

1926

HEFT 23.

Leichtmetall-Bearbeitung oder Verwendung von Hart- metallwerkzeugen bei 600 Umdr./min. im Verhältnis 2 : 3 gesteigert werden.

Das Getriebe enthält einschließlich der Spindel vier Wellen, von denen die ersten drei- bzw. zweistufige Schieberäder tragen, während die Schal- tung auf der Spindel durch drei Klauen- kupplungen erfolgt. Die Räder sind aus Stahl und, soweit erforder- lich, gehärtet, in der

sind aus Stahl und, soweit erforder- lich, gehärtet, in der F ig. 41 . Antrieb der

F ig.

41 .

Antrieb der Maschine in

Fig. 40 durch-Einzelmotor.

Bohrung

geschliffen

und die Zahnspitzen, wie heute üblich, an den Ecken abgerundet. Die Ableitung des Vorschubes (ro Vor-

schübe von 16-310 mm/min bzw. 29-250 mm/min) zeigt den Gruppenaufbau beider Ausbildung des Vor-

schubräderkastens 1 ), der als Ganzes an die

Maschine

angesetzt

wird. Durch die un- mittelbare Ableitung des Vorschubes von der

mit gleichbleibender Drehzahl umlaufenden

Vorgelegewe1le

Einfluß

auf den einzustellenden Vorschub. Bei Antrieb durch

ist die Schaltung der

ersten

Spindeldrehzahlen ohne

Einzelmotor wird ein, besonderer Knietisch für Motor und Vorgelege auf der Rückseite der Maschine nach

Fig.

41

angebracht.

verlegt den Motor an die Seite des Ständers, darunter den Regelanlasser, der durch eine mehrfache Kardan- welle von vorn vom Standort des Arbeiters bedient wird. Derselbe Spindelstock wird für Einscheibenantrieb und Einzelantrieb verwendet, nur tritt an Stelle der auf der Reibungskupplung sitzenden Verzahnung und des bei Einzelantrieb zwischen Motorritzel und Spindel- stock-Antriebswelle nötigen Zwischenrades die Ausbildung als Riemenscheibe. Der Aufbau des Getriebes ist dem vorbesprochenen sehr ähnlich, Fig. 43. Der um 90° in der Zeichnung gedrehte Anschluß des Motors läßt das gebüchst auf fester Achse laufende Zwischenrad, aus Rohhaut oder ähnlichem Material, und seinen Eingriff in die Ver- zahnung auf der Kupplung erkennen. Die Vorschub- ableitung erfolgt unmittelbar hinter der Antriebsscheibe. Die Ausrückung der Reibungskupplung zeigt an der inneren Vorderfläche die gleichzeitige Einrückung der Kegelbremse zum schnellen Stillsetzen der Spindel, vom Arbeiterstand aus. Unabhängig von der Spindel- drehzahl sind 12 Vorschübe/Umdr. für die 12 mechanisch einstellbaren Spindeldrehzahlen verfügbar, die je nach der Feinheit des Regelanlassers weiter unterteilt werden. Bei der Senkrechtfräsmaschine von Lud w. Loewe & Co.-Berlin kann dasselbe Getriebe drei grundsätzlich verschiedenen Antriebsmöglichkeiten angepaßt und mit den zwei Tischformen beliebig verbunden werden. Mit Rücksicht darauf ist der Spindelantrieb der Maschine mit Einscheibenantrieb, Fig. 44, und der Maschine mit Flanschmotor in eine wagerechte und eine senkrechte Gruppe zerlegt worden, von denen der wagerechte 6, der senkrechte z mechanische Schaltungen gestattet. Schon der Einbau der Einscheibe und des ersten fliegend laufenden Zahnrades auf einer kurzen Welle in einer besonderen Lagerbüchse, die als Ganzes mit diesem Teil an einer äußeren Paßfläche des Ständers angeschraubt wird, zeigt den möglichen Austausch durch den Einzelmotor mit unveränderlicher Drehzahl ohne

durch den Einzelmotor mit unveränderlicher Drehzahl ohne FiR". 42. Einzelant rieb der Fräsmaschine. (Roscher

FiR". 42.

Einzelant rieb der Fräsmaschine. (Roscher & Eichl e r.)

I· 1 ~· 12 .1 ~1· ~ ·' ~ 1· .1 li
1
12 .1
~1·
~
·'
~
.1
li

Fig. 4 3.

Getriebe der Fräsmaschine ,(Ro s cher & Eic hler.)

in Fig. 42.

D e r Spind elantrieh ~yon~_Ro sc h e r & Ei c hl e r-Alt-

mittweida b e i Ch e mnitz durch Einzelantrieb, Fig. 42,

1) WT. Messeheft 1922 1 S. 55.

weitere konstruktive Änderungen. Nur die · Einscheibe läuft in Kugellagern. Die vierte, letzte wagerechte Welle setzt mit einem Kegelradantrieb 1 : 1 auf die senkrechte Gruppe um und zwar unmittelbar auf die

WERKSTATTSTlWHNIK

1926

HEFT 23.

KURREIN, RÜCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINENSCHAU.

703

Welle des langen Zahnrades, das die Verschiebung des Spindelkopfes gestattet. Zur Anpassung der zweiten senkrechten Getriebe- gruppe an den Flanschmotorantrieb fällt die ganze wagerechte \Vellengruppierung und der Flanschmotor wird auf eine angepaßte Ständerdeckplatte für Motor und Vorgelege gesetzt und gleichzeitig eine untere Lagerung für diese senkrechte Vorgelegewelle geschaffen. Der Flanschmotor trägt hier fliegend das Antriebs- ritzel. Zur Drehzahlverringerung dienen die beiden ersten Übersetzungen üher die erwähnte senkrechte Vorgelegewelle, von der übrigens durch Kegelradüber- setzung nach unten der Vorschub abgeleitet wird, wenn nicht die in Fig. 8 gezeigte zweimotorige Ein- richtung gewählt wird. l\Iit einem ro-stufigen Feld- regler ergeben sich demnach 20 Spindeldrehzahlen, von

30-294/min.

4.

Schleifmaschinen.

Bei den Schleifmaschinen haben sich die verschiedenen Schleifscheibenantriebe mit Rücksicht auf den sauberen Schliff vorwiegend auf den Riemenantrieb, sei es allein, sei es in Verbilldung mit einem wenigstufigen Räder- kasten beschränkt. Die bei der raschlaufenden Schleif- scheibe naheliegende Lösung des Antriebes unmittel- bar durch den Motor ohne alle Zwischenglieder hat sich bei den Genauschleifmaschinen bis heute aus verschie- denen Gründen ~einen Eingang verschafft. Nur bei den einfachen Polierböcken, Gußputzschleifmaschinen und den tragbaren kleinen Maschinen ist es zu finden. Bei den andern Schleifmaschinenarten kann man auch nur beim Vorhandensein eines ortsfesten Schleifbockes überhaupt an eine mögliche Lösung dieser Frage her- angehen. Der konstruktiv bequeme, im Antrieb fast stoßlose und als Sicherheitsglied selbsttätig wirkende Riemen

zu Von Interesse ist deshalb der Antrieb der kleinen Flächenschleifmaschine mit verdecktet Scheibe von Paul Förster, Nürnberg-Eibach, Fig.45, die haupt- sächlich zum Schleifen von Schnitten, Messern und Teilen der feinmechanischen Industrie dient. Die Topfscheibe läuft auf einer senkrechten Hohlachse - gleichzeitig Riemenscheibe für den einfachen Winkel-Riemenan- trieb - an zwei Laufringen und auf einem Kugeldruck- lager. Auch die feste Achse der Schleifscheibe ist hohl und dient als Aufnahme nach oben für den innerhalb der Topfscheibe stehenden Tisch und nach unten für die Trag- und Verstellschraube. Der schwierigste Teil in der Herstellung dürfte der Haupttragzapfen sein, dessen Gewinde nicht allein die Verstellung der Schleifscheibe besorgt, sondern auch den ganzen umlaufenden Kopf tragen muß. Eine Teilung des gesamten Antriebes auf drei Mo-

ist so einfach eben

nicht

ersetzen.

toren, einen 30 PS-Motor A für den Scheibenantrieb, einen 3 PS-Motor B für den Tischantrieb und einen 0,3 PS-Motor C für den Pumpenantrieb hat die Firma Naxos-Union (Julius Pfungst) Frankfurt a. M. an ihrer großen Flächenschleifmaschine, Fig. 46, mit Segmentscheibe von 800 mm 0 vorgenommen.

Fig. 46, mit Segmentscheibe von 800 mm 0 vorgenommen. Fig. 44. Senkrecht-Fräsmaschine für Einscheiben- und

Fig. 44.

Senkrecht-Fräsmaschine für Einscheiben- und Einzel-

antrieb .

(Lud w. Loewe & Co:)

Der elektrische Antrieb erfolgt mittels eingebauter Elektromotoren, wodurch höchster Wirkungsgrad und wirtschaftlichster Betrieb erzielt wird. Der 30 PS- Schleifmotor ist ein Spezialmotor mit Wirbelstrom-

Kurzschlußläufer, Patent Dr. Rüdenberg der SSW. Dieser Motor hat ein hohes Anlaufmoment bei geringem Anlaufstrom und läuft vollkommen stoßfrei; er kann daher auch an solche Netze angeschlossen wer- den, bei denen die Elek- trizitätswerke Kurzschluß- motoren nur bis 5 kW-

k

k

Fi~. 415. Flächenschleifmaschine mit verdeckt liegender Schleifscheibe. (Pa u 1 Fö r s t c
Fi~. 415.
Flächenschleifmaschine mit verdeckt liegender Schleifscheibe.
(Pa u 1 Fö r s t c r.)
Leistung zulassen. Der .
Schleifmotor ist unmittel-
bar in den Schleifspindel-
stock eingebaut und läuft
mit ca. 600 Umdr./min
Die Schleifwelle bildet
gleichzeitig die Motor-
welle.
Die Schleifspindellage-
ru ng, Fig. 47, ist neu-
artig; das vordere Haupt-
lager ist als nachstellbares

41•

704 KURREJN, R'tJCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINENSCHAU.

WERKSTATTSTECHNIK

1926

HEFT 23.

E R K S T A T T S T E C H N I K

Fta. 46.

Flächenschleifmaschine

Schleifen mit laufender Spindel der Werkstückspindel

eingreift. Der als Motor dienende zweite Energator ist

Größe 1-%, mit unveränderlicher . Exzen-

trizität. Durch Verstellen des Zylindergehäuses des ersten Energators kann die Umdrehungszahl der Werk- stücksspindel stufenlos von o bis rd 420 in der Minute geregelt werden. Hinter der Kurbe' der Spindel ist eine einstellbare Anschlagscheibe vorgesehen, mittels der eine belie~ige Höchstumdrehungszahl der Werk- stückspindel festgelegt werden k,ann. Der Energator zur Betätigung des Tisches und der Beistellung entspricht der Größe o, er hat eine unver:

änderliche

Energator unter Druck gesetzte Öl tritt durch ein Drosselventil in den Steuerzylinder. Die Umsteuerung des Steuerkolbens geschieht jn bekannter Weise durch Anschläge am Maschinentisch, die auf einen Umsteuer- hebel mit Feder und Klinke wirken, wodurch die Um- steuerung sehr genau wird und man dicht an Bunde

und Ansätze heranschleifen kann. Als Motor für die Tischbewegung dient ein an dem Bett befestigter langer Zylinder, in dem ein Kolben läuft, d_essen Kolbenstange mit dem Werkstücktisch verbunden ist. Die Geschwin- digkeit des Tisches kann durch das Drosselventil stufen- los von o bis rd lOO mm/sek geregelt werden; die Bewe- gung erfolgt auch bei den kleinsten Geschwindigkeiten so genau und ruhig, daß sie zur Beistellung beim Plan- schleifen benutzt werden kann. Durch einen Hahn kann die Beistellung vollständig abgestellt und so an-

gestellt werden, daß sie entweder ·bei beiden

Exzentrizität von rd Y2· . Das durch den

ebenfalls

Hubwechseln des Tisches oder nur bei dem rechten oder dem linken Hubwechsel erfolgt. Der Antrieb der Energatoren-Pumpen er- folgt von der im hinteren Teil des Bettes ge- lagerten Hauptwelle aus, von der auch das Schleifrad durch einen über Leitrollen laufen- den Riemen und die Wasserpumpe angetrieben

~-e::=>it-il-~ werden.

5. Hobelmaschinen. Die Firma Lang e & Geilen-Halle/Saale hat in Verbindung mit der Sturmgetriebe ~tuttgart m. b. H. den bereits '· im Vorjahre gezeigten hydraulischen Antrieb ihrer Kraft- schnellhobler mit Lauer-Schmaltz-Motor weiter- entwickelt. Nach Abnahme der Deckel. und Laufgehäuse liegen die Rotationsflügelpumpen frei, Fig. -49· Auf der Welle des Flüssigkeits- motors ist ein Antriebsritzel befestigt, das mit dem Kulissenrade kämmt.

Gleitlager mit selbsttätiger Umlaufschmierung aus- gebildet, das hintere Schleifspindellager ist mit Roll~nlagern- versehen; der achsiale Schleifdruck wird durch ein Doppeldruckkugellager aufgenommen. Der Schleifspindelstock ist in geringen Grenzen mittels Stellschrauben in der Höhe und nach den Seiten schwenkbar, so . daß die Einstellung des Schleifspindelstockes auf genau rechtwinkligen Schliff und genauen Planschliff in einfacher Weise möglich ist. Durch weiteres Schwenken des Schleif- spindelstockes um die senkrechte Achse kann mit der Maschine auch ein geringer Hohlschliff erzielt werden. Die Flüssigkeitsgetriebe haben bei den Schleifmaschinen hauptsächlich für die Werkstück-

. drehung und Tischbewegung, weniger für den Scheibenantrieb Verwendung gefunden. Die Fortuna-Werke, Stuttgart-Cannstatt haben eine derartige Bauart mit Enor-Trieb für Tisch- und Werkstückbewegung mit Riemenantrieb für .die Schleifmaschine bereits im Vorjahre heraus- gebracht; diese Firma stellt auch jetzt die klei-

. neren Energatoren her. Bei der vorliegenden neuen Konstruktion werden die Kolbenflügel in besonderen Laufringen geführt, die die Zentrifugalkräfte der Flügel auffangen und an der Drehung mit teilnehmen, wodurch die Eigenreibung des Triebes besonders bei höheren Drehzahlen wesentlich vermindert wird; der in Fig. 48 dargestellte Trieb zeigt diese neuen Laufringe. Während bei den früheren Ausführungen für die radiale Ent- lastung der Kolbenflügel Bohrungen in den Trommel- Lamellen vorgesehen waren, erfolgt die Entlastung bei ·den neuen Trieben durch die Laufringe, wodurch sie für beide Drehrichtungen vollkommen gleichartig wirkt. Die Wellenlagerungen und deren Abdichtungen, sowie die Sicherheitsventile und dergl. sind genormt, wodurch Konstruktion und Durchführung der 'Einbauten von Enor-Trieben vereinfacht und verbilligt werden. Für kürzere Tischbewegungen sind im allgemeinen als Sekundärbetriebe Zylinder mit hin- und hergehenden Kolben vorgesehen, bei längerem Tischweg dagegen normale Energatoren, deren ·Wellen auf Zahnstangen wirken. Als Pumpe dient ein Energator Größe 1- %; das Gehäuse dieses Energators kann durch eine Spindel senkrecht zur Achsenrichtung verschoben werden, so daß die Leistung von o bis zu einem Maximum geregelt werden kann. Die senkrechte Welle des zweiten Ener- gators ist durch Keil mit einem in zwei Kugellagern gelagerten Schraubenrad gekuppelt, das in ein zweites Schraubenrad auf der Mitnehmerscheibe bzw. beim

- -- ir-
- -- ir-

Fta-. 67.

Schleifspindellagerung qer Maschine in Fig. 46.

WERKSTATTSTECHNIK

Hl26

HEFT ::3.

KURREJN, RÜCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINENSCHAU.

705

mit 3-Motoren-Antrieb. (Naxos- Union.) Eingehende Versuche der Erbauer mit dem Sturm- getriebe für Arbeitsmaschinen
mit 3-Motoren-Antrieb.
(Naxos- Union.)
Eingehende Versuche der Erbauer mit dem Sturm-
getriebe für Arbeitsmaschinen haben als größten wirt-
schaftlichen Regelbereich eine Drehzahländerung im
Verhältnis von ca. 1 : 6 ergeben. Für Arbeitsmaschinen,
die einen größeren Regelbereich erfordern, wird das
Sturmgetriebe mit einem Rädervorgelege kombiniert.
Die Führung der Flügel erfolgt zwangläufig durch
drehbar in die äußeren Flügelenden eingesetzte und
beiderseits über die Flügel vorstehende Laufbolzen aus
Gußstahl. Diese Laufbolzen stützen sich auf kreis-
runde Ansätze der Stirnwände. Infolgedessen liegen
die Flügel in jeder Stellung dichtend an der Gehäuse-
wand, obwohl das Gehäuse exzentrisch zu der Kolben-
trommel liegt. Ferner kann diese Führung in ein-
fachster Weise genau angefertigt werden, da lediglich
die Zentrieransätze der Stirnwände um den doppelten
Laufbolzendurchmesser abzusetzen sind.
Die Pumpen des Sturmgetriebes haben in ihren
Stirnwänden
Entlastungs-
und
Unter-
drucksetzungs- Fig. 49.
Flügelpumpen des Sturmgetriebes.
nuten für die
Flügel, die dadurch während des Hauptteiles ihrer
radialen Verschiebung von einseitigem Treibmittel-
druck vollkommen entlastet sind. Während ihres
Arbeitsweges werden die Flügel einerseits von innen
· her unter Betriebsdruck gesetzt, der aber von außen
nach innen nur auf den halben Flügelquerschnitt ein-
wirkt, andrerseits durch die Fliehkraft und durch den
Treibmitteldruck auf die übrigbleibende halbe Quer-
schnittsfläche abdichtend an die Gehäusewand angelegt.
Die Nieten sind so geformt, daß die Entlastung. und
Unterdrucksetzung für Rechts- und Linkslauf wirkt.
Die Laufbolzen haben sich nach dem Ergebnis von
Dauerlaufversuchen der Praxis bewährt, da ein Getriebe
dieser Bauart seit der
Frühjahrsmesse
1925
m einer
Schnelldreh-
bank täglic"h im nor-
malen Betrieb gelaufen
ist, ohne daß eine meß-
bare Abnützung an
- den Laufbolzen gefun-
den wurde.
Die U msteuerung des
Sturmgetriebes kann
entweder durch in die
Kanäle
eingebaute
Schieher oder durch
Verschieben des Pum-
pengehäuses nach der
entgegengesetzten Seite
erfolgen. Sein Einbau
in die Arbeitsmaschine
kannin jedergewünsch-
Fig. 48.
Rundschleifmaschine
mit Enor-Antrieb für
die Schaltbewegung.
(Fortuna-Werke.)
ten Lage erfolgen, wo-
bei nur die Einfüll-
öffnung entsprechend
zu legen ist.
Die \Votan-\Verke
A.-G.-Leipzig haben
nach Fig
.
.51 zwei Serien
Wagerecht-Stoßma-
schinen bis 825 mm
größter Hobellänge für
Einscheibenantrieb her-

706 KURREJN, R tfCKBLJCK A UF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHJNENSCHA U.

.WERKSTATTSTECHNIK

1926

HEFT ~8.

ausgebracht. Die Maschinen haben Kulissenantrieb, der bei der größeren Serie, Fig. 50, von einem Räder- kasten acht, bei der kleineren vier Hubzahlen durch ein hochübersetztes Stufenrädergetriebe erhält. In Fig. 51 ist die Stufung der für den Antrieb charakteristischen Teile für die kleinere Serie ausgeführt, woraus sich mit Berücksichtigung der spezifischen Schnittdrücke ein Bild der zu bewältigenden Spanquerschnitte errechnen läßt. Die Firma gibt an, daß bei dieser Maschinenbauart besonders dem Kraftfluß Aufmerksamkeit geschenkt worden ist, um die unnötigen Leerlauf- und Mass.en- verluste möglichst zu verringerQ. Diese Anschauung deckt sich mit den ausführlichen Versuchsergebnissen des Versuchsfeldes für Werkzeugmaschinert an der Technischen Hochschule Charlottenburg (vgl. Bericht Vl). An diesen Maschinen ist die mit besonderer Reibungs- kupplung versehene Antriebsscheibe bemerkenswert,

Reibungs- kupplung versehene Antriebsscheibe bemerkenswert, Ftg. so. Wagerecht-Stoßmaschine mit Einscheibenantrieb.

Ftg. so.

Wagerecht-Stoßmaschine mit Einscheibenantrieb. (Wotan-Werke.)

umschaltbaren Drehstrommotor, damit die normale Schnittgeschwindigkeit durch den Polumschalter auf die Hälfte herabgesetzt werden kann. Der Motor ist zwischen den Ständern der Maschine (D. R. G. M.) aufgehängt, er schwingt mit einer Grundplatte um eine zwischen die Ständer gespannte Welle. Bei großen Maschinen wird in immer steigenderem Maße der Reversiermotorantrieb angewendet, wobei das Brunewerk die Verflanschung des Motors unmittelbar mit dem Maschinenständer besonders pflegt, Fig. 52. Die gesamte Bedienung der Maschine wird durch eine völlig neue Lösung an der Schaltdose zentralisiert, auch für ·die Schalt- und Eilbewegungen ein und das- selbe Getriebe benutzt, das durch eine einzige Welle unmittelbar vom Vorgelege aus angetrieben wird. Auch die Betätigung der Schaltung erfolgt auf neuem Wege. Der rückwärtige Tischanschlag, welcher die Riemen- umsteuerung bewegt, veranlaßt gleichzeitig den Aus- schlag eines leichten Hebels, der vermittels eines schmalen Riemenbandes eine Kupplung in der Schaltdose aus- löst, die eine periodische Verbindung mit der ständig umlaufenden Welle herstellt und damit den jeweils an · einer Skala eingestellten Vorschub bewirkt.

,-;;„11 Breite

\) 7/nfrieb- 120 ~ sche1öe l\j 110 / 'Q.~ / -(:) 5 100~ ~.l\l ~~
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7/nfrieb- 120
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JZ5

11-25

525

625

725

drößfe ltublänge

21/-00

2200

zooo

1800

1600

~

111-00 ~

\)

1200 ~

1000~

800 ~

600

'1{}0

zoo

0

Fig. 51.

Stufung~e(Wagerecht-Stoßmaschine :der Wotan-Werke.

alle Bedienungselemente sind in Reichweite des Arbeiters. Die Getriebeschaltung erfolgt mit Schieberädern, die aus Spezialstahl gefertigt sind und im Ölbad laufen. Bei der Schaltung auf Leerlauf wird gleichzeitig eine selbsttätige Bremse zur Stillsetzung des Stößels ein- geschaltet. Die Vereinigung der durch praktische und wissen- schaftliche Erkenntnisse gewonnenen Erfahrungen mit der für einen uRgestörten Betrieb notwendigen Verein- fachung und Zentralisierung der Handgriffe wird, wie die kleinste Tischhobelmaschine, 600 X 500 X 1500 mm Hub, von Ernst Krause & Co. Brunewerk, Köln- Ehrenfeld zeigt, mit immer größerer Aufmerksamkeit behandelt. Der Tisch wird an dieser Maschine durch das völlig in Öl laufende, mit zweckmäßiger Korrektur schräg verzahnte Getriebe vorgetrieben, bei dem kein Zahnrad- paar eine Zahneingriffsdauer unter 2 aufweist, außer- dem die Räder auf besonderen Laufbüchsen mit Zentral- schmierung umlaufen. Die Erkenntnis der aufzubrin- genden Umsteuerverluste hat zur Verwendung der aus Leichtmetall gepreßten Umsteuerantriebsscheibe (D. R. G.M.) geführt, die eine fast stoßfreie Umsteuerung und kürzeste Umsteuerzeiten gewährleistet. Der Antrieb der Maschine erfolgt durch einen pol-

1) Verlag Julius Springer-Berlin.

erfolgt durch einen pol- 1) Verlag Julius Springer-Berlin. Fig. 52. Tischhobelmaschine mit elektrischer Umsteuerung

Fig. 52. Tischhobelmaschine mit elektrischer Umsteuerung durch angeflanschten Umkehrmotor (Brunewerk).

Zum ersten Male seit langer Zeit erschien die Wage- recht-Stoßmaschine mit traversierendem Werkzeug- schlitten auf der Messe. Die Firma Lange & Geilen- Halle a. d. Saale hat in dieser Maschine, die sonst dem Konstrukteur etwas spröde gegenübersteht, eine ganze Reihe neuer wichtiger Konstruktionselemente ein-

WERKSTATTSTECHNIK

1926

HEFT 28.

KURREIN, RÜCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINENSCHAU.

707

gefügt, um den neuzeitlichen Anforderungen an Be- triebswirtschaftlichkeit, Leichtigkeit der Handhabung auch bei dieser Form Hobelmaschinen gerecht zu werden. An dieser Maschine mit Zahnstangenantrieb ist eine fast vollkommen stoßfreie Umsteuerung des Stößels erhalten und dadurch wesentlich gehoben wo.rden, daß den Elementen für Schnittgeschwindigkeit, Spanstärke und Vorschub eine besondere Durchbildung gegeben wurde. Die Umsteuerung und ihre Antriebe sind durch Patente und Zusatzpatente geschützt. Die Maschinen werden nur mit Einscheibenantrieb ausgeführt, ganz gleich, ob sie mit einem oder mehreren Werkzeug- Schlitten ausgerüstet sind, wodurch der Antrieb der Maschine unmittelbar von der Transmission oder durch Elektromotor erfolgen kann. Bei normaler Ausführung liegt der Antrieb stets an der linken Seite. Die Um- drehungszahl der Antriebsscheibe ist hoch, so daß sie von einem Motor mit rd 1000 Umdr./min. unmittelbar durch Riemen übertragen werden kann. Der Kraftschnellhobler kann auch durch einen ein- gebauten kreisenden Motor, System Lauer-Schmaltz D. R. P. angetrieben werden. Das Ges:imträder- getriebe liegt unter dem Werkzeugschlitten im Innern des Bettes. Der Teil für den Antrieb des Stößels läuft

Fhr. 63.

Wagerecht-Stoßmaschine

mit

tra-

versierenden

Antrieb

durch

Werkzeugschlitten-

kreisenden

Motor.

(Lange &

Geilen.)

d

Welle laufen. Von den Planetengetrieben wird die Be- wegung über auf derselben Welle laufende Zahnräder auf zwei Reibteller 5-6 übertragen, deren Reibringe fest im Maschinengestell angebracht sind. Je nachdem durch eine besondere Steuerung der rechte oder linke Reib- ring gekuppelt ist, erhält die Welle 7 und damit die weiterlaufende Zahnradübertragung bis auf das Haupt- ritzel 8 und die Zahnstange des Stößels ihre hin- und hergehende Bewegung. Die Umschaltung erfolgt durch ein besonderes Getriebe, das im Stößel in einem beson- deren Räderkasten angeordnet ist, von der an der Stirn- seite des Stößels, Fig. 53, ersichtlichen Hubscheibe. Diese Hubscheibe ist mit einstellbaren Anschlägen versehen, zwischen denen der Ausschalthebel mitgenommen wird. Der am Stößel angebrachte Steuerschieber überträgt beim Anschlag seine Bewegung durch das Vorschub- getriebe bis auf die in den Reibtellern untergebrachten Sperrzähne, die mit einer Innenverzahnung in den Reibtellern zusammenarbeiten und je nach dem An-

schlag

den

rechten

oder

linken

Reibteller

feststellen.

er-

folgt von der Nockenwelle 9, Fig. 54, und wird von dort auf die senkrechte Welle Io, Fig. 55, weiterge- leitet. Über verschiedene Kegelräder wird schließlich eine im Getriebekasten wagerecht gelagerte Welle angetrieben, die über eine Schaltscheibe und Zugstange die zweite Schaltscheibe einer parallel gelagerten Welle betätigt. Auf dieser sitzen zwei lose Jaufende Kegelräder, die durch eine zwischengeschaltete Kupplung mit der Welle verbunden werden können; je nach der Schal- tung bekommt die Welle II eine

Der seitliche

Vorschub

des

Werkzeugschlittens

Rechts- oder Linksdrehung und das auf ihr aufgekeilte Schneckenrad 12 überträgt seine Bewegung auf das Gegenrad I3 auf der senkrechten Welle, die das Ritzel 14 auf der Zahnstange im Blatt abrollt und damit die seitliche Verschiebung er- zeugt. Die Schaltung für die Vorschübe erfolgt durch den Handhebel 15, der nach rückwärts an die eben erwähnte

in einem Ölbade, außerdem ist eine Zentralschmierung vorgesehen. Die Um- steuermechanismen für den Stößelantrieb liegen teilweise unter dem Werkzeug- schlitten und sind leicht zugänglich. Der Stößel hat zweiverschiedene Schnitt- geschwindigkeiten. Der Motor ist in einem Gehäuse eingebaut, das mit dem Maschinen- bett verschraubt ist, Fig. 53. In diesem Gehäuse sind weiter der Schalt- walzenanlasser und die Antriebszahn- räder eingebaut, der Hebelschalter mit den Sicherungen und das Amperemeter sind von außen am Gehäuse befestigt.

Der Antrieb erfolgt über ein Stirn- rädervorgelege, Fig. 54, über die Welle I, die mittels einer Reibungskupplung 2 ein- und ausgerückt werden kann. Von dieser Welle geht der Antrieb über m~hrere Zwischenwellen auf zwei Pla- netengetriebe 3-4, die immer in gleich- bleibender Drehrichtung lose auf einer

Fia. H.

9

Antrieb des Stößels.

708 KURRE/N, RÜCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMA.SCHINENSCHA.U.

WERKSTATTSTECHNIK

1!l26

HEFT Z3.

K upplung zwischen den beiden Kegelrädern arbeitet.

Die

Größe

des

seitlichen

Vorschubes

wird

durch

den

kleinen

Hebel

16

eingestellt

für

einen

Vorschub

von

0,5

bis

6

mm

je Hub.

 

Die maschinelle Schnellverschiebung des Werkzeug- schlittens wird von dem Kettenrad 17, Fig. 54, auf das Rad 18 und eine wagerechte Welle übertragen, die mit einem Schneckengetriebe 19-20 auf die senkrechte Welle über das Rad 21 und das daneben befindliche Stirnrad auf das Kegelradwendegetriebe des Vorschubes arbeitet, von wo aus die Übertragung in derselben Weise geschieht wie bei der langsamen Verschiebung.

Die senkrechte Verstellung des Stößelsupportes ge- schieht von Hand oder selbsttätig. I m letzteren Fall · wird die Bewegung von der \Velle 22, Fig. 56, abgeleitet und über zwei Paar Kegelräder, die am Ständer fest gelagert sind, auf eine genutete Schaftwelle 23 über-

gelagert sind, auf eine genutete Schaftwelle 23 über- Fig. 55. Vorschubschaltung. Ftir. 57. Bedienungselemente
gelagert sind, auf eine genutete Schaftwelle 23 über- Fig. 55. Vorschubschaltung. Ftir. 57. Bedienungselemente

Fig. 55.

Vorschubschaltung.

Schaftwelle 23 über- Fig. 55. Vorschubschaltung. Ftir. 57. Bedienungselemente eines großen Bohr- und

Ftir. 57.

Bedienungselemente eines großen Bohr- und

Fräswerkes.

(Schieß-Defries A.-G.)

tragen, die zu dem am wandernden Stößel befindlichen Schaltmechanismus führt.

C.

Konstruktionen.

Die bisher als GanzEs angeführten Gesichtspunkte sind in ihren Teilen auch an einer großen Anzahl an- derer Maschinen zur Ausführung gekommen, sodaß sie, um ein geschlossenes Bild der gegenwärtigen Entwick- lung zu erhalten, für sich angeführt werden müssen. Das beste Beispiel für die Zentralisierung der Be- dienungselemente und Vereinfachung der Handhabung geben die Groß-\Verkzeugmaschinen. Die geschlossene, übersichtliche Vereinigung aller Bedienungselemente am Standort des Arbeiters zeigt sehr schön das äußere Bild des Spindelkastens der großen Wagerecht-Bohr- und Fräsmaschine von 200 mm Spindeldurchmesser der Schieß-Defries-A .-G.-Düsse l dorf, Fig. 57. Da- zu kommt, daß der vordere Gehäusedeckel, wie Fig. 58

Da- zu kommt, daß der vordere Gehäusedeckel, wie Fig. 58 Ftg. se. Stößelschaltung. :Ehr. 58. Zugänglichlieit
Da- zu kommt, daß der vordere Gehäusedeckel, wie Fig. 58 Ftg. se. Stößelschaltung. :Ehr. 58. Zugänglichlieit

Ftg. se.

Stößelschaltung.

Gehäusedeckel, wie Fig. 58 Ftg. se. Stößelschaltung. :Ehr. 58. Zugänglichlieit der Getriebeteile des

:Ehr. 58.

Zugänglichlieit der Getriebeteile des Räderkastens in Fig. 57.

WERKSTATTSTECHNIK

1926

HEFT 23.

Ptg. 59.

KURREJN; R'tJCKBKICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINENSCHAU.

709

Spin.delstock des Bohrwerkes.

------

(Collet & Engelhard.)

J. E. Reinecker- Chemnitz hat eme doppelte Lang- und Senkrechtfräs maschine mit schwenkbarer Senk- rechtspindel, Fig. 60, gezeigt. die besonders für die Gußfräsarbeiten im Kraftwagen- und Motorenbau verwendet

werden

soll.

.Sie

ge-

stattet

infolge

der

Schwenkbarkeit

der

Senkrechtspindel die

Bearbeitung Von recht- winklig und schräg zu- einander liegenden Flä- chen. Zwischen die wagerechten Frässpin- deln kann auch em

durchgehender

Dorn

für Walzenfräser em- gesetzt werden. Der

Antrieb erfolgt von einer rückwärts am .

Ständerfuß

befind-

lichen

einem Deckenvorgelege mit zwei Geschwindig- keiten oder als Ersatz durch Einzelmotor in üblicher Weise. Der

von

Einscheibe

Fräserantrieb

geht

über

einen

Räder-

kasten mit Schiebe-

m drei Stufen. Für den Vorschub sind m glei-

rädern

im

Ölbad

erkennen läßt, nach vorn abgenommen werden kann und ohne weiteres das ganze Getriebe freilegt, daß weiter vom Arbeiterstand sichtbar und einstellbar oberhalb des Getriebes einheitliche Zentralschmierung vorgesehen ist, so daß nicht allein im ·Betriebszustand, sondern auch beim Nachsehen, bei Reparaturen usw. ein Mi- nimum an toter Arbeit zu leisten ist. Den gleichen äußeren geschlossenen Eindruck macht der im Sonderheft dieser Zeitschrift 1925, S. 25, Fig. 5, wiedergegebene Spindelstock des Bohr- und ·Fräswerks von Collet & Engelhard-Offenbach. Der Ersatz der üblichen Rundführung durch eine gegossene Prismen- führung ist dort bereits gewürdigt worden. Aus der Konstruktionszeichnung, Fig. 59, ist der Zusammen- hang dieser Führung mit der Spindellagerung und aus dem Angriff des Antriebes die Wechselwirkung zwischen Führung und Schnittdrücken zu ersehen. Die Spindel erhält durch Zusammenarbeit der ersten Schaltungsgruppe im Räderkasten neben dem Motor am Bett und der zweiten Gruppe im Spindelstock 16 Umdrehungszahlen von 7- 180 Umdr./min. Dazu sind vom Vorschubschaltwerk 8 Vorschübe · von 0,16 bis 6,5 mm/Umdr. verfügbar. Der Antrieb des am Bett angebrachten Motors wird hinter dem ersten Räder- kasten (Reibungskupplungen) durch eine senkrechte Welle in den Spindelstock (Klauenkupplungen) geleitet. Ei~ im Ständerfuß vorgesehenes Reibungs-Wendege- triebe gibt der Bohrspindel Rechts- und .Linkslauf, verschiebt den Bohrschlitten am Ständer auf dem Bett und kann zur Stillsetzung der ganzen Maschine ausgerückt werden

1111r. eo.

Doppelte . Lang- und Senkrecht-Fräsmaschine . (J. E . Reinecker.)

710 KURREIN, RÜCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINENSCHAU.

WERKSTATTSTECHNIK

1926

HEFT 23.

eher Weise durch Schieberäderkasten 9 Wechsel möglich Wechsel der Vorschiebe- und Tischbewegung kann wäh- rend des Ganges vorgenommen werden. Die Tischbewegung wird d urcli eii:ie kurze, im Ölbad laufende Gewinde- spindel bewirkt, die in eine über die ganze Tischlänge laufende Mutternschale eingreift. In Zusammenhang mit der Arbeit derartiger Maschinen, bei denen der Support längs eines Querbalkens geführt wird, hat Reinecker ei!le besondere Entlastung des Querbalkens von dem Gewicht des Werkzeugschlittens durch D. R. P. 393 789 geschützt, die in Verbindung mit einer Führungsrolle auf einer besonderen Schiene durch Gegengewichte oder Federn das Gewicht der Supporte vom Querbalken auf die Schiene überträgt. Fig. 61 zeigt die tatsächliche Ausführung dieser Bauart durch Gewichte für eine Schleifmaschine. Die Anpassung der Universalfräsmaschine der l\Iammut-\Verke, Nürnberg an die Mehrfacharbeit ist aus Fig . 62 zu erkennen; die Maschine trägt auf ihren wagerechten Gegenhaltersäulen 4 , doppelte Senkrechtfrässup- porte, so daß gleichzeitig 8 Ar- beitsstücke in der Längsrich-

r-- A

't

B

-----.

tung bearbeitet werden können. Die aufrecht stehen- den Säulen bilden eine weitere Führung für das Konsol in seiner Senkrechtbewegung, helfen gleichzeitig die Last der Vertikalfräss.upporte tragen u·nd geben der vorderen Lagerung der zwei Horizontalfräsdorne, die ebenfalls mit je 4 Schlitzfräsern ausgestattet sind, den erforderlichen Halt. Diese Anordnung gibt der Maschine eine außergewöhnliche Starrheit. Die Maschine kann sowohl gemeinschaftlich mit 16 Werkzeugen, als auch einzeln, ohne Senkrechtwerkzeuge als Horizontal- fräsmaschine bzw. ohne Wagerechtwerkzeuge als Senk- rechtfräsmaschine arbeiten. Der Hauptvorzug dieser :Maschine ist, daß die Werkstücke keinem Transport von einer Maschine zur anderen erfordern. In ähnlichen Fällen müßten reine \Vagerecht- und reine Senkrecht- fräsmaschinen benützt werden und die Werkstücke von der einen Maschine zur anderen Maschine befördert werden. Ist schon die l\Iaterialbewegung das Schmer- zenskind jeder Werkstatt, so ~ies noch mehr durch das Verbringen von der einen Maschine zur anderen und das erforderliche Neuausrichten der Werkstücke für den 2. Arbeitsvorgang. welches in großer Anz?-hl zu Abwei- chungen in den Maßen und in der Bearbeitung führt.

Fi ~. 61

Entlastung des Querbalkens vom Supportgewicht.

(J. L. Reinecker.)

Dies ist durch die Verbindung der Wagerecht-Ser.krccht- fräsmaschine soweit wie möglich vermieden.

Die Beschränkung der toten Zeiten auf ein Geringst• maß . erreichen die Mammut-Werke durch eine inter- mittierende Tischbewegung nach Fig. 63. Diese Maschine erzeugt sowohl die Längs- als auch die Querbewegung oder Vertikalbewegung selbsttätig, je nach Einstellung des betreffenden Vorschubes. Längs- _und Vertikal- vorschub sind in der Art verbunden, daß abwechselnd

Fhr. 62.

Mehrfachsupport a. i. Fräsmaschine.

(Mammut-Werke.)

Fie. 68.

Horizontalfräsmaschine mit intermittierender

Tischbewegung.

(Mammut-Wer ke.)

WERKSTATTSTECHNIK

1926

HEFT 23.

KURREIN~ RÜCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINENSCHAU.

711

eine Vertikal- und eine Längsbewegung mäanderartig stattfindet. Bei Versuchen zur Erzielung größter Leistung innerhalb vorgeschriebener Zeit zeigte es sich, daß das Einfräsen von kräftigen Schlitzen mit einer Zeitersparnis gegenüber der Längsbewegung von im Durchschnitt 74,- 1 / 3 der sonstigen Fräszeit verbunden war, infolge Fortfalls des An- und Ausschnittes des Fräsers, was bei der Längsbewegung nicht zu umgehen ist. So erforderte ein Hebelauge von 50 mm 0 bei Bearbeitung mit einem Fräser von l 60 mm 0 einen Fräserweg in der Längsrichtung von l 80 mm, wogegen dasselbe Hebelauge durch Vertikalbewegung des Werkstückes in einer Minute gefräst wird. Die Schaltung der Längs- und Vertikalvorschübe erfolgt durch eine Schaltscheibe, die nacheinander durch Anschläge die Bewegung des

schaltwerk über ein Schneckengetriebe F-H mit Hand- knarre R-D-E. Die rasch abfallende Seite der Nocke ermöglicht einen automatischen Rücklauf des unter Federdruck J stehenden Tisches B. Ein Bremszylin- der C mit Luftpuffer S und Q bewirkt einen stoß- freien Rückgang. Hat die Nocke ihre höchste Stellung erreicht, d. h. ist sie mit der äußersten Kante etwas über das Mittel der Kopierrolle K gekommen, so wird ihre Drehbewegung durch den Druck der Kopier- rolle K beschleunigt. Die Kopierrolle und mit ihr der Aufspanntisch machen sich also selbst den Weg zum raschen Rückgang frei. \Verden Nuten gefräst, so ist es erforderlich, daß zwischen dem Ausschalten des Tiefenvorschubs und dem selbsttätigen Rückgang eine Pause eingeschaltet wird, welche dem Fräser die Möglichkeit gibt, den Grund der Nute von den Ansätzen, die durch den Tiefenvor- schub hervorgerufen werqen, zu befreien. Dazu ist ein zweimaliges Bestreichen durch den Fräser erforderlich, was durch ein kurzes konzentrisches Stück am Ende der Planspirale erreicht wird. Es ist Vorsorge getroffen,

~~C==~=~iii~~~~~~Ji 3 tedaßTiefensich vorschder größ-ub von selbst bei Be- ginn des konzen- trischen Stückes einschaltet; nach erfolgtem Rück- zug stellt sich der ursprünglich ein- geschaltete Vor-

schub

wieder

selbsttätig ein.

Fig. 64.

Wagerecht-Nuten- und Schlitzfräsmaschine. (Carl Hurth.)

Tisches sowohl auf und ab, als schnell und langsam und zurück bewirkt. Die in Fig. 64 im Schnitt gezeichnet e selbst- tätige Wagerecht-Nuten- und Schlitzfräsmaschine von Carl Hurth-München ist eine Maschine für die Massen- herstellung. Durch Verwendung einer Ladestelle in Verbindung mit einer Schnellverstellung des Aufspann- tisches wird die Umspannzeit auf das denkbar kürzeste Maß herabgesetzt. Außerdem kommt durch Ve.rwendung eines selbsttätigen Rückzuges das Zurückkurbeln des Aufspanntisches durch den Arbeiter nach Beendigung des Arbeitsprozesses in Wegfall. Die Ladestelle besteht aus einer zweiten Aufspannvorrichtung, in die das nächstfolgende Arbeitsstück während des Fräsens ein- gesetzt und nach dem automatisch en R ückzug · des Tisches durch Verstellung des Tisches in Arbeitsstellung gebracht wird. Für einen günstigen Spanabfluß bei tiefen Schlitzen sorgt die wagerechte Lage der Fräs- spindel. Sie erhält durch ein Kurbelgetriebe eine hin- und hergehende Bewegung mit 8 geometrisch abge- stuften Geschwindigkeiten für den Kurbeltrieb und 4 Umlaufzahlen. Das Arbeitsstück wird durch eine Nocke N, deren Form einer genauen Planspirale ent- spricht, zugestellt. Ihr Antrieb erfolgt durch ein Klinken-

Auf

dem

Arbeitstisch

sind

zwei

Aufspannvorrich-

tungen

nebeneinander angeordnet.

Das Verstellen des Tisches mit Anstellen des Werk- stückes an den Fräser beansprucht eine Zeit von ca. lO Sekunden. Da das Umspannen mindestens eine Zeit von 40 Sekunden in Anspruch nimmt, werden durch

die Einrichtung der Schnellvers;tellung pro Nµte 30 Se- kunden gespart. Das ergibt bei . der Masehine mit Schnellverstellung und selbsttätigern Rückzug eine

mm · bei acht-

Tagesleistung einer Nute 14 X 30 X 6,5

stündiger Arbeitszeit von 288 Stück und bei der ein-

fachen Maschine eine Tagesleistung von 220 . Stück.

Besondere

Aufmerksamkeit

ist

den

verschiedenen

Konstruktionen

der

Maschinen

für

die

Zahnräderher-

stellung

Der Räderfräsautomat, Fig. 65, von He rmann Pfauter-Chemnitz arbeitet mit zwangläufiger Ab-

wälzung zwischen Schneckenfräser und Arbeitsstück, Stirn- oder Schraubenrad. Die Maschine ist vorwiegend für besonders geartete Werkstücke gedacht. Dies sind Schraubenspindeln mit hoher Steigung und Stirnräder von geringem Durchmesser und großer Zahnbreite, z. B:

Schiebekeilwellen. Ihre Aufspannung erfolgt, wie es

zuzuwenden.

für

solche Fräskörper am zweckmä ßigsten ist, so, daß

die

W erkstückachse wagerecht liegt, wobei das W erk-

stück entweder zwischen Spitzen gelagert oder von be- sonderen Zangen getragen, bearbeitet wird. Der W erk- zeugantrieb erfolgt von einer dreifachen Stufenscheibe vom Deckenvorgelege und wird über ein durch Klauen- kupplung zu schaltendes zweifaches Rädergetriebe auf den zum Frässpindelkopf, d~r um 90°. schwenkbar ist,

leitenden Kegelrädertrieb geführt. Im Spindelkopf ist eine Stirnräderübersetzung auf die . Fräserspindel ins Langsame ein.gebaut, deren schneller lauf,ende Welle mit einem besonderen Schwungrad zur Ausschaltung auftretender Schwingungen und Stöße versehen ist.

712 KURREIN, RÜCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINENSCHAU.

WERKSTATTSTECHNIK

1026

HEFT 23.

R K S T A T T S T E C H N I K 1026

somit sechs verschiedene Umdrehungszahlen. Der An- trieb wird dann über Kegelräder und ein Stirnradvor- gelege auf die Fräserwelle weitergeleitet. Die Über- setzung ins Langsame ist in das letzte Stirnräderpaar gelegt, so daß bis dahin alle Wellen schnell laufen und in den gehärteten Rädern nur geringe Zahndrücke auf- treten. Das letzte Stirnräderpaar hat gehobelte, echte Pfeilzähne, so daß auch hier ein ruhiger Lauf und eine große Lebensdauer gewährleistet ist. Um einen ganz gleichmäßigen Gang, vor allem auch beim Anschneiden des Fräsers zu erreichen, ist auf der vorletzten treibenden b \Velle ein Schwungrad vorgesehen. Die Frässpindel ist in zwei Stellen

gelagert.

der Hauptlagerstelle

an

Sie ist

gehärtet

und

ge-

. schliffen

und

läuft

in einer konisch nach- stellbaren Bronze-

die

Büchse im Abstütz- lager des Fräsdornes ist konisch nachstell- bar. Das Hauptlager

büchse.

Auch

ist außerdem in seiner Achsrichtung verstellbar.

Die Ableitungder

Werkstückbewe-

gung erfolgt von den

beiden Stirnrädern am Ende der Stufen- scheibenwelle auf den Räderkasten, in welchem · die Vor- schub- und Teilme- chanismen sowie das Differentialgetriebe untergebracht sind. Aus dem Antriebs-

Schnllt e-f"

0 1 Schnitt c-d Sehn/II a-b
0 1
Schnitt c-d
Sehn/II a-b

Fhr. 6r5.

Räderfräsautomat (Hermann Pfauter).

Daß es gleichzeitig als Schutzkappe für den oberen Zahntrieb wirkt, sei nebenbei erwähnt. Die Werkstückbewegung wird von der ersten An- triebswelle abgeleitet, von wo aus dem Werkstück über das in den Schnitten e-f und a-b gezeichnete Getriebe durch geeignet gewählte \Vechselräder Vor- schub und Drehung über das im Tisch-Schnitt c-d gelagerte zweite Getriebe erteilt wird. Das Teüradge- triebe, bestehend aus einem Schneckenrad höchster Teilgenauigkeit und einer Schnecke aus besonderem Material, ist äußerst genau gelagert und staubfrei ab- geschlossen. Ihr Antrieb wird in gleicher Weise wie der Fräserantrieb von der Stufenscheibenwelle abge- leitet und durch die Teilwechselräder nach der Teil- radwelle übertragen, so daß Fräser- und Teilkopfspindel zwangläufig in bestimmtem Verhältnis zueinander um- laufen, wodurch der selbsttätige Teilvorgang erzielt wird. Die Größe des Fr.äsvorschubes wird nicht durch starr festgelegte Übersetzungen beschränkt, sondern kann jeder Materialbeschaffenheit von \Verkstück und Werkzeug geeignet gewählt werden. Der Antrieb der Vorschubbewegungen erfolgt über Wechselräder durch Wellen. Seine Stillsetzung kann selbsttätig oder von Hand erfolgen. Eine andere Ausführung einer selbsttätigen Zahnrad- Abwälzfräsmaschine der Maschinenfabrik Lorenz A.-G.-Ettlingen ist in Fig. 66 dargestellt. Der Antrieb erfolgt dur<!h eine dreifache Stufenscheibe und Decken- vorgelege für zwei Geschwindigkeiten. Der Fräser hat

schema, Fig. 67, ist die Ableitung des Vorschubes und der Teilbewegung ersichtlich. Nach Entfernen der Schutzhauben sind alle Wechsel- räder, Vorschub-, Teil- und Differential-Wechselräder sehr leicht zugänglich. Das Handrad am Räderkasten ist zur Bewegung des Spindelstockes bestimmt. Der Handhebel links dient zum Ein- und Ausrücken der Vorschübe. Das Differentialgetriebe ist ausschaltbar, so daß die Bewegungen nur beim Fräsen von Schrauben- rädern durch das Differentialgetriebe geleitet werden müssen. Die Teilschnecke ist aus Nickelstahl im Ein- satz gehärtet und nach dem Härten in den Gewinde- gängen geschliffen. Der Achsialdruck wird durch Kugel- lager aufgenommen. Die Nachstellung kann nach der Mitte des Rades zu erfolgen. Damit die Schnecke und auch der Teilradkranz möglichst geschont werden, ist die Schnecke ausrückbar. Beim Ausrichten der Radkörper wird daher die Schnecke außer Eingriff gebracht und der Tisch dann beliebig von Hand gedreht. Das Ver- schieben des Tisches geschieht von Hand durch eine Handkurbel. Die Spindelnase hat eine Skalascheibe, auf 'der bis zu 0,005 mm abgelesen werden können. Im Bett ist außerdem ein Maßstab eingelassen, auf dem mittels Noniuszeiger am Tisch die Entfernung von Mitte Tisch bis Mitte Fräsdorn abgelesen werden kann. Wesentlich verändert ist an der Maschine der Gegen- halter zum Abstützen des Aufsp~nndornes. Die bisher üblichen Ausführungen waren fast alle zu schwach, · entweder federte der Gegenhalter in sich durch, oder

WERK8TATT8TECHNIK

l!l26

HEFT 23.

KURREJN, RÜCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINENSCHAU.

713

't

AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINENSCHAU. 7 1 3 't Auf dem Gebiet der Pressen sind die für
AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINENSCHAU. 7 1 3 't Auf dem Gebiet der Pressen sind die für

Auf dem Gebiet der Pressen sind die für bestimmte harte Arbeiten not- wendigen Kniehebelpressen von be- sonderem Interesse. Da der eigentliche Preßweg bei diesen .Maschinen sehr klein ist, muß man leicht mit einer Überbeanspruchung bei geringen Dicken- abweichungen der Rohlinge rechnen. Deshalb muß die Konstruktion durch möglichste Verstärkung aller Teile einem Bruch vorsehen, besonders in der Aus- bildung der Kniehebelteile und Ge- lenke, bei denen auch die Frage der dauernden ausreichenden Schmierung

- -
-
-

-

- ---

--~ /
--~
/
der dauernden ausreichenden Schmierung - - - - --- --~ / Fig. 66 . Selbsttätige Zahnradabwälzfräsmaschine.

Fig. 66 .

Selbsttätige Zahnradabwälzfräsmaschine.

(Lorenz.)

die Befestigungsfläche war zu schmal, so daß er hier abdrückte. Außerdem konnten sie nur angewendet werden, wenn die Räder im Durchmesser nicht größer waren als die Aufspannfläche des Tisches. Der neue Gegenhalter kann bei Rädern jeden Durchmessers be- nutzt werden und überträgt den Druck vom Aufspann- dorn unmittelbar auf den starren Fräsständer.

Aufspann- dorn unmittelbar auf den starren Fräsständer. Vorschub- wech.selräderMt,5 Wg SpiralwechselräderM1,5 Wt

Vorschub-

wech.selräderMt,5

Wg

SpiralwechselräderM1,5

Wt

15

Wg =ts·tg u.

Fig. 67.

Antriebschema der Maschine in Fig. 66.

Wt 15 Wg = ts·tg u. Fig. 67. Antriebschema der Maschine in Fig. 66. Fig. 68.

Fig. 68.

Kniehebelpresse.

(Reiß & Martin.)

714 KURREIN, Rt!CKBLICK AUF DIE DEUTSCHE W'ERKZEUGMASCHINENSCHAU.

WERKSTATTSTECHNIK

1926

HEFT 23.

nicht einfach zu lösen ist. Fig. 68 zeigt die neue Bauart von Reiss & Martin, deren gedrungene kräftige Ständer durch vier schmiedeeiserne Zugstangen zusammen ge- spannt werden. Der Antrieb erfolgt über die große Riemenscheibe, die als Schwungrad ausgebildet und in die als Sicherheitsglied eine Reibkupplung eingebaut ist. Die Kniehebelteile sind aus ge~ärtetem Stahl, die notwendige Nach- und Einstellung erfolgt mittels Keilplatte, die durch das Handrad an der Vorderseite betätigt wird. Diese Teile sind so einfach wie möglich gehalten, . weshalb die gesamte Nachstellung nach außerhalb verlegt ist. Die Maschine ist für ganz harte Arbeit, wie z. B. das Einprägen der Verzierungen in Gabel- und Löffelgriffe usw. bestimmt.

Eine Kniehebelpresse für das Spritzen von Zinntuben

hatte L. Sch uler A.-G.-Göppingen ausgestellt, deren

Soll nun nach dem Einlegen eines weiteren Plätt- chens in die Matrize ein weiterer Arbeitsgang vor- genommen werden, so muß zuerst der Stempelhalter von Hand eingeschwenkt werden. Erst nachdem dieser vollständig in seine senkrechte Lage gebracht worden ist, gibt die Sicherung den Einrückhebel frei, sodaß der neue Arbeitsgang sich vollziehen kann. An ihren normalen Pressenkonstruktionen hat die Firma Erdmann Kircheis, Aue i. S., eine Reihe konstruktiver Neuerungen ausgeführt. Eine dieser ist die unmittelbar unter dem auf- und niedergehenden Tisch eingebaute Vorrichtung zum zwangläufigen Nieder- holen des Tisches. Sie besteht darin, daß mit den Tischhebeexzentern e Zapfen d kreisen, die in am · Tisch a angebrachte und durch Lenker c mit einem festen Punkt f verbundene Fangarme b greifen. Ein Hängenbleiben des sonst lose gehe.nden Tisches ist da-

Konstruktion

aus

Fig.

69

hervorgeht.

Die

Maschine,

-i-- --_,

: ~ Fig. 69. 1 \ Kniehebelpresse für das Spritzen von Zinntuben. \ (L. Schuler
:
~
Fig. 69.
1
\
Kniehebelpresse
für
das Spritzen von
Zinntuben.
\
(L.
Schuler
A.-G.)
für das Spritzen von Zinntuben. \ (L. Schuler A.-G.) deren Körper aus Spezialgußeisen durch warm ein-

deren Körper aus Spezialgußeisen durch warm ein-

durch ~unmöglich

gemacht.

Fig.

70

zeigt

den Tisch

gezogene Stahlsäulen verstärkt ist, wird mit Riemen-

mit

dieser

Vorrichtung

in seiner höchsten Stellung.

antrieb über Fest- und Losscheibe mit Rädervorgelege

Eine

weitere

Sonderheit

dieser

Presse

ist

eine

zum

angetrieben, von dem aus die Arbeitsbewegung auf den

Tisch über den Kniehebel durch Kurbelzapfen erfolgt. Der Tisch läuft in nachstellbaren Führungen und ist durch Keilstellung und Handrad in der Höhe verstell- bar. Die obere Tischfläche ist mit vier Spannschlitzen zum Festspannen des \Verkzeughalters versehen. Die wagerechte Pleuelstange für die Kniehebelbewegung ist aus Stahlguß und auf dem Zapfen der Kurbelwelle nachstellbar gelagert, Die Drehpunkte des Kniegelenks sind gehärtete und zylindrisch geschliffene Rollenbolzen und haben daher in ihren ebenfalls auf der Maschine geschliffenen Pfannen eine sehr gute, breite Auflage. Dasselbe gilt für den Drehpunkt des Stempelhalters. Zur Aufnahme eines Stempeleinspannkopfes ist der Stempelhalter mit einem Klemmdeckel versehen, wo- durch ein satter, genauer Sitz der Stempel gewähr- leistet wird. Der Stempelhalter sowie die beiden Knie- gelenke sind aus Stahlguß. Das Einrücken der Maschine erfolgt durch Hand- hebel, während das Auslösen bzw. Stillsetzen der Maschine nach einem Arbeitsgang zwangläufig durch eine Kurvenscheibe von der Exzenterwelle aus erfolgt. Das Ausschwenken des Stempelhalters wird ebenfalls zwangläufig durch eine weitere auf der Exzenterwelle sitzende Kurvenscheibe betätigt. Nach dem Auslösen der Maschine behält der Stempelhalter seine ausge- schwenkte Lage bei, damit· die fertiggepreßte Tube bequem mit der Hand abgestreift werden kann. Eine Sicherung für das vollständig gefahrlose Abstreifen von Hand macht ein Einrücken der :Maschine bei ausge- schwenktem Stempelhalter unmöglich.

Ein-

und

dienende

Ausrücken

Kegelrei-

bungskupplung, die ge- nau der zu übertra- genden Kraft ent- sprechend eingestellt werden kann. Mit ihr steht eine nach der- selben Art gebaute Bremse in Verbindung, so daß sowohl das Einrücken und Ingang- setzen, als auch durch die beim Ausrücken gleichzeitig wirkende Bremse die Presse durchaus zuverlässig und genau stillgesetzt wird.

Presse durchaus zuverlässig und genau stillgesetzt wird. FilOI'. Niederholvorrichtung den Pressentisch. (Erdmann

FilOI'.

Niederholvorrichtung den Pressentisch. (Erdmann Kircheis.)

70.

für

D.

Vorrichtungen und \Verkzeuge.

An ihrer Radsatzdrehbank haben \Vilh. Hegen- scheidt A.-G.-Ratibor, deren selbsttätiger Kurven- Support „Ultra-Rapid" bereits auf der vorjährigen Messe zu sehen war, eine neue selbstspannende exzen- trische Mitnehmervorrichtung, Fig. 7r, angebracht, die die Einspannzeiten der immerhin gewichtigen und un- handlichen \Verkstücke beträchtlich heruntersetzt. Die Mitnahme des Rades an nur einer Stelle bei der kräftigen Spanabnahme, die der Ultra-Rapid"-Support nach Angabe der Druckschrift der Firma gest'0.ttet, be-

WERKSTATTS1'EC1t:NtK

1!l26

HEFT 23.

KURREIN, R'fJCKBLlCK AUF DIE DEUTSCHE tvERKZEUGMASCHINENSCHAU.

715

sonders in Hinsicht auf die volle notwendige Berührung von Metall auf :Metall genügt nicht, außerdem muß ge- naues Rundlaufen gesichert und Erschütterungen ver- mieden werden. Die neue Konstruktion von Hegenscheidt

scheibenantrieb an die Seite verlegt. Damit wird eme günstige Anordnung der Gegenstufenscheibe entweder für unmittelbaren Transmissionsantrieb oder für elek- trischen Antrieb erreicht.

Fig. 71. Selbstspannender exzentrischer Mitnehmer für Radsatz-

bänke.

(Wilh. Hegenscheidt.)

Fig. 72.

Gewindeschneidmaschine mit seitlichem Antrieb. (Gu st a v \Vagner.)

schlägt nun die Backen selbsttätig beim Anlaufen der Maschine durch Anschläge durch die Schmutzschicht hindurch fest an die Räder. Tritt nun beim Spanan- setzen durch die relative Verdrehung ein Verdrehen der exzentrischen Backen ein, dann müssen beide Backen an der Mitnahme teilnehmen, dadurch, daß sie auf eine gemeinsame quer zur Achse verschiebbare Brücke gesetzt sind, wodurch der Druckausgleich unter allen Umständen gesichert ist. Das Lösen und Anstellen der Einspannvorrichtung ist da- durch viel sicherer geworden, daß die Bolzen der exzentrischen Backen schräg gestellt sind, wodurch beim Ausspannen des Radreifens, bei dem die Bolzen durch den wandernden Radsatz herausgezogen werden, die Lösung von selbst statt- findet. Beim Einspannen des Radsatzes werden die schrägen Bolzen herein- geschoben. Die Spannung

greift

nun

nicht

unter

dem

Rad-

reifen, sondern

unter

dem

Zur

Herstellung

von

Keilnuten

im

Einzelbetrieb,

bei Reparaturen und in kleinen Werkstätten, wo sich die Anschaffung einer besonderen Nutenstoßmaschine nicht lohnt, und in Fällen, wo das nachträgliche Nuten einer Welle ohne D.:montage geschehen soll, wird sich die tragbare Keilnutenstoßvorrichtnng von Fr. Hen- ning-Metzingen nach Fig. 73 als sehr brauchbar er- weisen. Die Vorrichtung kann entweder mit der vor-

Rand der Rad-

scheibe an, so

daß

bei

be-

reits sehr ge-

geschwächten

Reifen

die

Filr'. 73.

Keilnutenstoßvorrichtung.

(Fr. Henning.)

Gefahr des Abpressens vermieden wird. Nur bei Speichenrädern muß auch diese Vorrichtung unter der Bandage eingreifen. Aus ungefähr 200 Abnahme- protokollen der letzten Jahre geht hervor, daß der Dreher nur insgesamt 4- 5 l\Iinuten Zeit, die der Radsatz am Hebezeug hängt und die die Ver- schiebung des Reitstockes braucht, zur Verfügung hat, also für das Anstellen der ::\Iitnehmer selbst durch- schnittlich höchstens 2 Minuten braucht. Bei einer durchschnittlichen Zeitersparnis von rd 3 Minuten gegenüber den bekannten kurzen Mitnehmern und einer Durchschnittsleistung von 20 Radsätzen pro Tag wäre immerhin eine Stunde täglich gewonnen.

Gustav \Vagner-Reutling en hat an seiner neu- esten Gewindeschneidmaschine, Fig. 72, den Stufen-

deren Kurbel von Hand, durch eine Riemenscheibe von der Transmission oder von dem gezeichneten Motor von der Lichtleitung aus angetrieben werden. Infolge- dessen kann sie als selbsttätige Maschine auf einem Gestell oder als tragbare Vorrichtung in wagrechter oder senkrechter Lage am Werkstück befestigt werden. Dazu dient entweder der vordere Flansch oder seitliche Backen. Bei Motorantrieb läuft der Antrieb über ein Umkehr-Kegelreibgetriebe, das durch zwei Knaggen auf der Steuerstange beim Hubwechsel umgeschaltet wird. Am Stößel kann auch ein zweiseitiger Schwenk- stahl eingesetzt werden, dessen V mschaltung von der Steuerwelle erfolgt.

von

1 - 10 mm hatten R. Stock &Co .- Berlin ihre im Betrieb

Für

das

Anschleifen

der

kleinen

Spiralbohrer

716 KURREIN, RfJCKBLICK AUF DIE DEUTSCHE WERKZEUGMASCHINENSCHAU.

WERKSTATTSTECHNIK

1926

HEFT 2.3.

seit lan.gem. verwendet'e Maschine für den Verkauf nach

Fig. 74 ausgeführt. Der Konstruktion dieser Maschine liegt der Gedanke zugrunde, daß der zu schleifende Bohrer nicht fest eingespannt, sondern in eine BÜclise geschoben, bis zu einem in ihr befindlichen Anschlag gedreht und mit der Hand während des Schleifens in dieser Lage gehalten, bzw. an der Schleifscheibe auf- und niedergeschwenkt wird. Es wird jeweils nur eine, die für den zu schleifenden Bohrer passende Büchse in eine sehr leicht gebaute Schwinge durch einfachste Handgriffe eingespannt, wodurch die während des Schleifens mit der Hand zu bewegenden Massen relativ klein sind. Dies ist unbedingt notwendig, da andernfalls das feine Handgefühl beim Schleifen kleiner Bohrer, wofür gerade diese Maschine dienen soll, be- einträchtigt wird und hierdurch der Bohrer zu viel oder zu wenig oder unsymmetrisch geschliffen werden kann. Die Auswechselbarkeit der Büchse ist ferner dadurch bedingt, daß jeder Bohrerdurchmesser eine andere Stellung gegenüber der Schleifscheibe erfordert. Schwenkachsendrehpunkt, Untermittestellung der Boh- rerachse ·sind zu beachte.nde Kriterien, sie sind abhängig vom BÖhrerdurchmesser. Die Konstruktion der Maschine gewährleistet die 'richÜge Stellung des Bohrers zur Schleifscheibe, sie kann daher von ungelernten Kräften bedient werden. Die Büchse ermöglicht in einfachster Weise ein spiralför_miges Vorschieben des Bohrers. Ein Abschleifen und Beschädigen der Büchse ist ausge- schlossen., ·weil die Spananstellung durch den Exzenter-

hebel erfolgt.

und 0,1 mm Span.

Um die Schneidlippen nicht zu über-

hitzen, wäh)t man <lie aus der Praxis sich ergebende Rast für die Spananstellung, die wiederum vom Durch- messer des zu schleifenden Bohrers abhängig ist. Ferner gestattet die Maschine das Vorschieben der Bohrer

Dieser hat Rasten für 0,025,

0,05,

0,075

von Hand, das gerade bei kleinen Bohrern so wichtige Schleifen nach Gefühl, was beim Nachstellen mittels Spindel und Mutter kaum und beim selbsttätigen maschinellen Nachstellen gar nicht möglich ist. Die Maschine ist mit Staubabsaugung versehen und hat selbsttätige Hin- und Herbewegung der Schleifscheibe, um eine gleichmäßige Abnutzung der Schleifscheibe zu erzwingen und Rillenbildung zu verhüten.

Für das in jüngster Zeit aufgekommene Ziehschleifen der Bohrungen von Automobil-Zylinderblöcken hat Mayer & Schmidt-Offenbach a. 1\1. die Schleif- köpfe besonders durchgebildet, wie Fig. 75 zeigt. Die Schleifahle wird mit normalem Morsekegel in die Spindel fest eingesetzt, während der Träger c, der Schleifstein d in dem Kopf durch die einstellbare MitnehmervorrichtuI?-g a-b gehalten wird. Das Bild zeigt eine Schleifahle für

. 125

mm

Zylinderdurchmesser.

Für das Schleifen kleiner Dreh- und Hobelstähle bis zu 20 mm Vierkant auf genaue Winkel hat W. Stülpn er-Dresden im Vorjahre eine neue Maschine auf der Messe vorgeführt. Eine neue Ausführung, die das Einspannen von Stählen bis zu 50 mm Vierkant gestattet, zeigt Fig. 76. Das Stahlhalter-Drehteil trägt eine mit breiter Fläche ausgestattete Stütze, die mit einer Gradskala bis zu einer Drehung von 210° versehen ist. Ein bequemer Handgriff betätigt das Drehteil. Zur F eststellung dient eine Klemmschraube. Die Feinzustellung des Drehteiles während des Schleifens ist durch eine geschützt liegende mm-Spindel mit Schraub- griff leicht kontrollierbar. Das Stahlhaltergehäuse, senkrecht bis zu einer Drehung von 90 °, ist für Stähle bis 40 mm ,Vierkant verwend bar. Das schnell e Fest- spannen und Lösen der Stähle wird durch einen ver- stellbaren Exzenterhebcl ausgeführt.

wird durch einen ver- stellbaren Exzenterhebcl ausgeführt. Fig. 74. Spiralbohrerschleifmaschine für kleine

Fig. 74.

Spiralbohrerschleifmaschine für kleine Durchmesser. (R. Stock ~-Co.)

für kleine Durchmesser. (R. Stock ~- Co.) Fill'. 76. · Schleifahle für das Ziehschleifen.

Fill'. 76.

· Schleifahle für das Ziehschleifen. (Mayer & Schmidt.)

Schleifahle für das Ziehschleifen. (Mayer & Schmidt.) Fig. 76. Stahlschleifmaschine für Stähle bis zu 50 mm

Fig. 76.

Stahlschleifmaschine für Stähle bis zu 50 mm

(W. Stülp ner.)

r;Li.

Recbtsverblndllche Auflage dieses flehe~ 5 700 Exemplare.

Recbtsverblndllche Auflage dieses flehe~ 5 700 Exemplare. Zur ß e acht u n g 1 Rücksendung
Recbtsverblndllche Auflage dieses flehe~ 5 700 Exemplare. Zur ß e acht u n g 1 Rücksendung

Zur ß e acht u n g 1 Rücksendung von Handschriften, Zeichnungen, Klischees, Matern usw. erfolgt nur auf bei _der Ein- ------------· sendung ausdrücklich ausgesprochenen Wunsch. - Allen Einsendungen ist ausreichendes Porto für Rücksendung bei Nichtverwendbarkeit beizufügen. Anfragen nach Herstellungsverfahren, Bezugsquellen usw. ist für die Porti · der durch die Schriftleitung anzustellenden Ermittlungen und die entstehenden Barauslagen eine Anzahlung in Höhe des Fünffachen des jeweiligen Portosatzes für Briefsendungen beizufügen, außerdem die Bezugsquittung für das laufende Vierteljahr. Antworten auf Anfragen von Interesse für einen größeren Leserkreis werden unter „Aus Werkstatt und Büro" bekanntgegeben. Anfragen nach Bezug sque llen werden brieflich beantwortet. Es kann keinerlei Verpflichtung hinsichtlich des Zeitpunktes der Beantwortung eingegangen werden. - Den Verfassern größerer Originalbeiträge stehen je nach deren Umfang bis zu 5 Exemplare des betr. vollständigen Heftes kostenfrei zur Verfügq.ng, wenn bei Einsendung des Manuskriptes oder der Korrektur ein entsprechender Wunsch. mitgeteilt wird. S o n de r ab d r ü c k e werden nur bei rechtzeitiger Bestellung und gegen Erstattung der Kosten geliefert.·

Fur die Schriftleituns verantwortlich: ProfeHor Dr--lns. G. Schle•inser. Cbarlottenburs. -

Verlas von Juliua Springer in Berlin.