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Frage, was heute "links" sei und selbst die

Die Wahlen stehen an, und mit der Linkspartei hat eine neue Bildzeitung prostet verbal Lafontaine zu und
sozialdemokratische Partei die Bühne der offiziellen Politik wünscht ihm "den für Linke notwendigen
Mut und Standfestigkeit".
betreten. Gut? Schlecht? Weder - noch? Beides? Lesen sie Was sagt eine richtig linke Gruppe (zum
Senf: Beispiel Avanti) dazu?

Was ist links?


Sind wir enttäuscht, beglückt
oder stehen wir drüber?

a) Wir sind enttäuscht!


linkes zur rechten zeit
Wir stellen fest: Die Stimme auf der Straße Durch das
istder Stimme in der Urne vorzuziehen. Die Auftreten wird
Geschichte der Grünen lehrt, dass aller immerhin dem
emanzipatorischer Bewegungs- Elan, sobald Mythos der
er in Parteipolitik gerinnt, fast zwangsläufig "politischen
unter die Räder kommt. Die Beerdigung Alternativlosigkeit"
der kämpferischen Anti- Atomkraft- der Hartz IV-
Bewegung durch die Grünen kann durch Schweinereien
den Bankrott der aufkeimenden öffentlich Paroli
Sozialproteste durch die Linke.PDS getoppt geboten. Sie kann
werden. Interesse an linken
Gegenentwürfen
Deshalb: Statt die Anti-Hartz Proteste und verstärken. Und
die Forderungen der Betroffenen des sie kann uns in vie-
Sozialkahlschlags parteipolitisch zu kanalisie- len Politikfeldern
ren und systemkompatibel weichzuspülen, als Bündnispartner dienen.
sollten wir uns auf unsere außerparlamenta- Die letzten Jahre hatten wir's uns in unserer
rischen Wurzeln besinnen: Alles also mal wieder nicht so leicht: Sie Schmollecke gemütlich eingerichtet. Wir
kann vieles vermasseln und wird dies auch, wussten: Die Linke, das waren (unter ande-
Keine Kanalisierung des gesellschaftlichen wenn ihr nicht von einer starken Linken, die rem) doch wir! Die letzten Guten. Die
Grundkonfliktes! Für Umverteilung des selbstbewusst außerhalb des parlamentari- Antiglobalisierungsbewegung, die Nach-
Reichtums müs- schen Rahmens Autonomen und Rest- Autonomen, die
sen wir selbst “...wenn ihr nicht von einer starken agiert, bewusst AntirassistInnen und revolutionären Antifas
kämpfen. Täglich! Linken, die selbstbewusst außerhalb des und kräftig in und viele, viele mehr, die wir zwar spora-
Links wählen ist den Arsch disch mediale Aufmerksamkeit erregen kön-
das eine, links parlamentarischen Rahmens agiert, getreten wird. nen (wenn's brennt)., im Großen und
handeln das bewusst und kräftig in den Arsch getreten Die folgende Ganzen jedoch mit ihren Forderungen nicht
andere, wichtige- wird. Die folgende Zeitung versteht sich Zeitung ver- wahrnehmbar sind.
re! steht sich als
als Teil dieses Arschtritts.” Uns hängt ein Ruch von Naivität und
Teil dieses
Dennoch kann Arschtritts. Romantik an, gepaart mit Verbohrtheit und
uns die Unbelehrbarkeit. Unsere Forderungen: zu
Linkspartei nicht egal sein. Sie ist jetzt schon radikal, zu abgehoben, unzeitgemäß und
mehr als die Summe von PDS und hartnäk- Wieso überhaupt "Links- Partei"? nicht realitätstauglich.
kigen Montagsdemonstranten, sie ist ein
Sammelbecken für viele, die auf der Suche Wir erleben große Zeiten. Nur 15 Jahre Nach dem Zusammenbruch des
nach einer neuen Form sind, ihren Unmut nach der Entdeckung des "Endes der Realsozialismus wurden viele Linke von
mit der ungleichen Verteilung des gesell- Geschichte" und der damit verbundenen einer großen Depression erfasst. Der posi-
schaftlichen Reichtums politisch darzustel- Einsicht, dass Gewinnsstreben und tive Bezug auf die UdSSR war schon lange
len. Hand aufs Herz: wer will schon zwi- Eigennutzorientierung nun einmal in der abhanden gekommen, nun schlug sich die
schen Schröder und Merkel wählen müs- eigentlichen Natur des Menschen liegt, Abwesenheit eines realen (ideologisch-
sen? Und neben politischer Vollresignation scheint alles wieder unsicher! moralischen) Gegengewichts gegen den
oder sogar rechter Protestnote nehmen Kapitalismus aber doch weit negativer auf
sich die Neusozis nun wirklich als das aller- Vom "Spiegel"- Titelblatt zwinkert uns keck die Kampfbedingungen in den kapitalisti-
kleinste Übel aus. schen Zentren nieder als befürchtet.
ein Marx- Gesicht zu, Frau Christiansen Das globale agierende Kapital nutzt (mit der
drangsaliert uns nach dem Tatort mit der
Drohung der Verlagerung von Wir sind enttäuscht, dass uns nun die c) Wir stehen drüber- Voll cool.
Arbeitsplätzen) die Schwächung der Begriffshoheit abhanden kommt. Links ist
ArbeiterInnenklasse, um die Lohnkosten plötzlich die Sozialdemokratie. In dem Wir wollen Sozialismus. Die derzeitig
massiv zu senken. Moment, wo ein ganzer Block von ent- bestehende Ordnung steht diesem Ziel
täuschten SPD-WählerInnen am System entgegen. Auf parlamentarischem Wege
Linke Nabelshow verzweifelt, betritt eine neue Alte- wird sich keine Revolution herbeiwählen
Männer-Sozialdemokratie die Bühne und lassen. Das heißt natürlich nicht, dass sich
Hierauf wird schon länger und von vielen schafft es, die Unzufriedenen wieder in im Windschatten legal gewählter linker
Teilen der Linken eine Antwort gesucht. das Possenspiel von Regierung, Parteien nicht wunderbar soziale
Wir befinden uns in einer Lernphase. Das Opposition und Sachzwang einzubinden. Bewegungen entfalten könnten (z. B.
Modell der revolutionären Der Bruch wird gekittet, bevor er Venezuela). Dennoch ist unser Verhältnis
Avantgardepartei hat ausgedient,
die Suche nach dem "revolutio-
nären Subjekt" musste enttäuscht
und ergebnislos eingestellt wer-
den. Um jedoch auch nicht in
den vereinzelnden und bezie-
hungslosen politischen Autismus
der autonomen Mobilisierungen
der 80er zurückzufallen, bedarf
es neuer Formen und neuer
Bearbeitungsmodelle.

Hierin kommt der


Antiglobalisierungsbewegung ein
Modellcharakter zu. Was sich auf
Sozialforen und bei internationa-
len Gipfeln reibt, ist mehr als nur
ein Haufen dreadbelockter
Hobbyrevoluzzer. Zögerlich
aber deutlich werden hier neue
Formen ausgetüftelt. Der
Hauptlernprozess besteht in der
Nutzung der Vielfalt. Wir brauchen nicht Wirkungsmacht entfaltet. zu jeder bestehenden deutschen Partei
einzelne bessere Politiker, sondern ein taktischer Natur. Kann sie bestehende
neues Politikverständnis. b) Wir sind beglückt! Räume für die Linke erweitern? Wenn ja,
nutzen wir dieses, wenn nein: abgehakt.
Klingt schwülstig, ist aber ein Die Linke.PDS wird sich nur als linke Wenn man davon absieht, dass die
Riesenschritt, wenn wir überlegen aus Protestpartei verorten können. Dadurch, Linke.PDS keine "linke", sondern eigent-
welcher Asche wir stammen: Die Linke dass eine Partei den öffentlichen Raum lich eine klassisch sozialdemokratische ist,
muss eine Jahrhunderte alte Kultur des nutzt, deren personelle Wurzeln minde- sollten wir uns also über die Entwicklung
peinlichen Sektierens und missionarischen stens zum Teil in den sozialen freuen:
Funktionalisierens überwinden. Sie löst Bewegungen liegen, kann die radikale
sich derzeit, und das ist das tatsächlich Linke ihren Spielraum erweitern. Keine Interessant ist nicht die Partei, sondern
Revolutionäre, von der autonom- struk- Sorge: Wir wissen, dass wir der der gesellschaftliche Bruch, den sie mit
turfeindlichen Effekthascherei und gleich- Linkspartei nicht "unseren Stempel auf- ihrem Auftauchen markiert. Dass mit der
zeitig von bornierten Partei- und drücken" können werden. alten SPD der erste politische Gegner
Stellvertreter- Strukturen der traditionel- dran glauben muss, ist ein gutes Zeichen.
len Linken. Aber wir werden ihnen - zäh wie wir sind
- so manches unterbeleuchtete Thema auf Da wir, die richtige, wahre und mittler-
Die "neue Linke" führt wieder ihre Agenda zwingen. Mit einem offenen weile wieder dezent siegesgewisse Linke
Strategiedebatten, sie unternimmt wieder Brief haben wir bereits gute Erfahrungen unsere Konsolidierung noch nicht abge-
organisatorische Gehversuche, lotet gemacht (s.u.). Nur zur Beruhigung: diese schlossen haben, würde von der politi-
Spielräume für gesellschaftliche Beeinflussungsversuche sind nicht das schen Repräsentationskrise derzeit noch
Intervention aus, ohne in erster Linie auf Hauptanliegen sondern ein Abfallprodukt vor allem die politische Rechte profitie-
Parlamente und Parteien zu schielen; sie unserer Arbeit. Wir werden darüber hin- ren.
begibt sich mit ihrer Praxis zögerlich auf aus parasitär ihre Infrastruktur und ihren
die Suche nach einem besseren Leben. legalen Status zu nutzen wissen. Unsere Aufgabe: Der Aufbau
Ein neuer Internationalismus ersetzt - einer interventionsfähigen lin-
noch in Kinderschuhen aber praktisch- die Dass es nicht egal ist, welche Partei im ken Linken.
wohlmeinenden aber metropolenchauvi- Parlament sitzt, zeigen nicht nur unzählige
nistischen Gesten der solibewegten internationale Beispiele, sondern letztlich
Gutmenschen. auch die Politik der "Regenbogen-Liste" in Nutzen wir die Öffentlichkeit,
Hamburg: So manche Schweinerei haben nutzen wir die Räume!
Die Linke stellt sich neu auf. Der sie mit lästigen parlamentarischen Das ist links!
Sozialismus ist tot, es lebe der Anfragen outen und im Schulterschluss mit
Sozialismus. den Betroffenen/ der Bewegung skandali-
sieren können.
werden müsse, setzen wir die Sichtweise
Geil Geil Geil: entgegen, dass der Druck auf die

Extrem-Hängematting
Unternehmerprofite erhöht werden
muss. Nicht nur die letzten
Festangestellten und Kapitalbesitzer dür-
fen die Früchte beanspruchen, sondern
Existenzgeld statt Armut die Gesellschaft als ganzes. Damit ist
übrigens auch die Frage nach der
Finanzierbarkeit beantwortet.

Mehr Leistungsbereitschaft, weniger Hängematte. Wieso eigentlich? Ist doch Es geht darum, die Richtung der
paradox: Angeblich arbeiten wir zu kurz ("aufgrund des demographischen Umverteilungsdiskussion zu ändern. Was
Faktors gibt es zu wenig Arbeitende auf zu viele Rentner, deshalb müssen alle finanzierbar ist und was nicht, ist ohne-
länger arbeiten, damit sie länger einzahlen können blablubb…") andererseits hin keine Frage des Bundeshaushalts
ist die Arbeit ohnehin schon so ungerecht verteilt, dass einige immer länger sondern des politischen Willens. In die-
arbeiten müssen, während immer mehr Menschen ohne Job sind. sem Zusammenhang kann die Forderung
Es beißt keine Maus den Faden ab: Um den Wohlstand herzustellen, bedarf es auch als revolutionär erkannt werden,
immer weniger Arbeitseinsatz.

Ist doch schön! Wir haben es geschafft: uns höchstens ein


Der technologische Fortschritt hat eine Etappenziel auf dem Weg
die Entfaltung einer wahnsinnigen zur klassenlosen
Produktivität im Schlepptau. Warum also Gesellschaft.
über zu wenig (vor allem: solch hohle)
Arbeit jammern? Aus der Not sollte eine "Sozialversicherungen
Tugend gemacht werden, indem die sind in erster Linie eine
Arbeitslosigkeit gerechter verteilt wird. Versicherung der
Was heißt das? Mindestlöhne, Bourgeoisie gegen die
Arbeitszeitverkürzungen, 1Euro - Jobs Revolution!"
weg und so weiter.
Vor allem : Schutz vor Arbeitszwang! Ein Die alte Sozialhilfe an sich
schönes Leben jenseits der ist kein positiver
Lohnarbeitsgesellschaft ist möglich! Wir Bezugsrahmen. Sie dient
fordern Existenzgeld für alle, unabhängig einer sozialbürokrati-
vom Einkommen! Und wer bezahlt das? schen Kontrolle der
Oskar Lafontaine etwa? Lesen Sie wei- Unterschichten und
ter! bewegt sich somit im
R ahmen nationalstaatlich
Geld für nix! o r g a n i s i e r t e r
Armenpolitik.
Die Forderung nach einem unbedingten
Grundeinkommen ist mittlerweile schon Wir richten uns mit der
etwas älter. Die Idee ist so banal wie Forderung daher nicht in
frech. Alle kriegen das gleiche erster Linie an den Staat,
Grundeinkommen. Bedingungslos. sie ist vielmehr eine
Diese schier unglaubliche Forderung Parole in den öffentlichen
nach Entkopplung von dem "Recht auf R aum.
materielle Teilhabe am gesellschaftlichen Kaum eine Überzeugung
Leben" von der "Lohnarbeit" ist bereits in erweist sich als so sattel-
den siebziger Jahren als Antwort auf die fest wie die Ansicht, dass nur individuel-
sie verweist auf eine gesellschaftliche
strategische Defensive der Linken ent- ler Fleiß zu Wohlstand führen sollte.
Perspektive, die den Boden kapitalisti-
standen. Sie sollte aufbrechen, aufräu- Müßiggang gilt als Schmarotzertum,
scher Akkumulation und Regulation ver-
men mit der fast religiösen Disziplin und Leistungsbereitschaft als
lässt, sie stellt ein Etappenziel auf dem
Arbeitsgläubigkeit auch und besonders die Primärtugenden schlechthin. Das
Weg zu einer anderen Welt dar:
der traditionellen Linken. Anliegen der Existenzgeldforderung ist
es, diese Kopplung zu knacken.
"…Der Anspruch auf ein allgemeines,
So provokant sie auch klingt, sie wurde bedingungsloses und ausreichendes
angesichts der Realität dauerhafter Wir kritisieren die bestehenden
Grundeinkommen ist Teil einer
Unterbeschäftigung unter dem Etikett Eigentumsverhältnisse und das bestehen-
Perspektive einer radikalen
"Bürgergeld" bereits bis weit in die FDP de Arbeitsregime radikal, indem wir auf
Neuverteilung von Arbeit, Freizeit und
hinein diskutiert. eine Alternative hinweisen. Denn eigent-
Wohlstand. Es ist zwar nicht sofort reali -
lich kommt an der Debatte um eine neue
sierbar, muss aber von nun an gedacht
Dennoch gibt es in der konkreten Verteilungsgerechtigkeit sowieso nie-
und in die Wege geleitet werden. (..)
Forderung und der strategischen mand herum. Im Moment, und das ist
Die Abschaffung der Lohnarbeit und die
Stoßrichtung teilweise enorme das störende daran, dominieren diese
Ersetzung durch sinnvolle kollektive
Unterschiede: Was die einen sich als Debatte jedoch die konservativen und
Tätigkeit müssen von nun an politischer
bessere Sozialhilfe von einem gnädig neoliberalen Töne. Der Sichtweise, dass
Wille sein und durch heute schon zu ver -
gestimmten Sozialstaat vorstellen, ist für der Druck auf die Arbeitslosen erhöht
wirklichende Veränderungen greifbar
gemacht werden."(André Gorz; "Arbeit:
Misere und Utopie", S.132)

Dass sie nicht nackt dastehen darf ist


wohl klar: Sie muss natürlich in eine all-
Für eine Handvoll Prozente...
Linke Partei und rechte Parolen?
gemeine Debatte um
Arbeitszeitverkürzung und Abschaffung
der Lohnarbeit eingebettet werden.

Was will nun die Linkspartei? In einigen


Zeitschriften rühmen sie sich, diese "Fremdarbeiter" - kaum ein anderer Distanzierungen zu den Aussagen von
Existenzgeld- Forderung von Jobber- Inis Ausspruch wie dieser von Oskar Lafontaine Lafontaine. Auch das Echo auf den Brief fiel
und Postautonomen übernommen zu auf einer Wahlkampfkundgebung in unterschiedlich aus. Von linksradikaler Seite
haben. Dass sie sich in diese Richtung Ostdeutschland hat im Wahlkampf die wurde vermeintlicher Politikberatungsstil
darstellen, kann bereits als Erfolg gewer- Gemüter derart erhitzt. Die scheinheilige und Reformismus kritisiert, in der
tet werden, eröffnet es doch einen Empörung zahlreicher etablierter Politiker, Linkspartei gab es durchaus positive
neuen R aum, in den sich die radikale die Abschiebungen, Residenzpflicht und ras- Kommentare.
Linke jetzt verstärkt artikulieren kann sistische Sondergesetze befürworten, ist Der Hamburger Spitzenkandidat Norman
(s.o.). Es gibt Hinweise, die eine solche jedoch eine Paech eröffnete
Einschätzung stützen: so hat die F a r c e . zum Beispiel
Parteibasis gegen den Willen des Lafontaine s e i n e n
Vorstandes die Forderung eines ist einer Wahlkampf mit
Mindestlohnes von 1400 Euro durchge- von ihnen, der expliziten
drückt. er spielt Unterstützung
Die Linkspartei stellt die Forderung nach e b e n s o u n d
Existenzgeld zwar nicht deutlich auf (sie gewissenlos Begründung der
sprechen von einem bedarfsdeckenden auf der Forderungen
Grundeinkommen), tut in der linken Klaviatur aus dem Brief.
Öffentlichkeit aber so, als wäre sie dazu der rassisti- Ein großer Teil
bereit. s c h e n d e r
Vo r u r t e i l e , AktivistInnen
Das ist aber mehr, als das alte Spiel wenn sein der Linkspartei
"Links blinken- rechts überholen", es populisti- vertritt konse-
zeugt von der Heterogenität der s c h e r quent antirassi-
Aktiven: Es klaffen einfach Unterschiede Instinkt ihm s t i s c h e
zwischen Basis (viele stammen aus den dies gebie- Positionen, dies
sozialen Bewegungen und befürworten tet. Jedoch darf jedoch
die Existenzgeldforderung) und dem auch die außerparlamentarische Linke hat nicht darüber hinwegtäuschen, dass hinter
Vorstand; diese Brüche wahrzunehmen dies zum Anlass genommen, die neu dem Ziel des Einzugs in das Parlament ras-
ist unser Job. gegründete Linkspartei aufzufordern, sich sistische und antihumanistische Parolen
In Bezug auf diese konkrete Forderung von solchen Aussagen zu distanzieren. und Personen in der Linkspartei toleriert
könnte eine Zusammenarbeit fruchtbar werden. Der Spitzenkandidat Lafontaine
sein. Wenn wir als Linke uns einem In einem offenen Brief an die Linkspartei hatte die Debatte um die Legalisierung der
Revival der Existenzgelddebatte jetzt haben die Berliner Gruppen Für eine linke Folter in den USA als "Rückfall in die
widmen, ist die Linke.PDS als Türöffner Strömung (FelS) und die Antifaschistische Barbarei" bezeichnet, die Kritik an der
und Verstärker ein nützlicher Linke Berlin (ALB) diese dazu aufgefordert, Folterdrohung der Frankfurter Polizei
Ansprechpartner. dass die "Thematisierung der sozialen Frage jedoch als "Prinzipienreiterei" zurückgewie-
... auf keinen Fall auf dem Rücken anderer sen.
Unabhängig vom Ausgang der Wahl, soll- ausgetragen werden
te die Forderung aber auch im außerpar- (darf). Rassistische,
Forderungen aus dem offenen Brief an die
lamentarischen R ahmen wieder aufge- diskriminierende und
griffen werden, um den Kämpfen gegen n a t i o n a l i s t i s c h e Linkspartei:
Prekarisierung, ein Oi!- Jobs u.ä. einen Untertöne haben in
neuen drive zu geben. linken Parteien kei- Die Ablehnung der aktuellen Ausbürgerungen
nen Platz." Avanti- von über hunderttausend Menschen, die einen
Hierfür gibt es - ob mit oder ohne Projekt undogmati- Doppelpass besitzen. Die Ablehnung und
Neosozis- genügend Anlass und sche Linke hat diesen
Abschaffung von Residenzpflicht Die Auflösung
Interesse. Brief wie 431 weite-
Geld her- für alle- weltweit- sonst Aua! re Gruppen und aller Abschiebelager Die Ablehnung von
E i n z e l p e r s o n e n Abschiebungen Die Forderung nach einer freien
"Das Unmögliche zu wollen ist unterstützt. Weiter Gesundheitsversorgung für alle in Deutschland
Voraussetzung dafür, das werden (siehe lebenden Menschen, also auch für Illegalisierte
Kasten) Forderungen Das Recht auf Legalisierung des Aufenthalts für
Mögliche zu schaffen"
an die neue alle illegal hier lebenden Menschen
(K. Liebknecht) Linkspartei formu-
liert.
www.offener-brief-an-linkspartei.de
In der Partei gab es
danach einige
Kreuz oder
Dieser heuchlerische und nationalistische
Populismus muss entschieden zurückge-
wiesen werden. In dem Wahlprogramm
der WASG fanden sich nur sechs kleine
Zeilen zu den Themen Rassismus und

Kalaschnikow?
Migration, die stiefmütterliche Behandlung
dieser Bereiche ist offen zu kritisieren.
Durch den öffentlichen Druck befördert,
hat der WASG- Vorstand jetzt eine verbes-
serte, wenn auch unzureichende
Positionsbestimmung veröffentlicht.
In den letzten Jahren haben wir anderen Worten: das Kapital sitzt mit am
Das Erscheinen der Linkspartei hat den uns daran gewöhnt, mit Würgen Tisch der Entscheidungen, droht mit
Fokus der gesellschaftlichen Debatte Arbeitsplatzabbau und setzt seine ökono-
oder Desinteresse zur
erfreulicherweise auf die soziale Frage mische Macht in politische um. Aber der
gelenkt. Die NPD/DVU-Wahlallianz hat es Wahlkabine zu gehen. Oder wir Konses der Standortlogik führt auch zu vor-
nicht geschafft, rassistische und nationalisti- ham's gleich gelassen, weil die ja aueilendem Gehorsam scheinbar kritischer
sche Themen auf die Wahlkampfagenda eh alle die gleiche Scheiße erzäh- PolitikerInnen. Wie bei der PDS
ganz nach oben zu setzen. Dies war nach len. In diesem Wahlkampf gibt es Regierungsbeteiligung in Berlin und anders-
den Wahlerfolgen von DVU und NPD in neue Gesichter und neue wo zu sehen, trägt auch eine “sozialisti-
Brandenburg und Sachsen zu befürchten sche” Partei die neoliberalen
Versprechen, was davon bleibt,
gewesen. Grausamkeiten mit. Es erscheint den wohl-
Eine weitere Verschärfung des rassisti- mal sehen. Also haben wir etwas meinenden unter den PolitikerInnen als
schen Diskurses, auch durch die großen Zeit für die Frage, ob so ein “das kleiner Übel”. Wo der Sachzwang
Parteien, und eine Bündelung und Kreuzchen eigentlich auch schon regiert werden die Parteien unidentifizier-
Radikalisierung der Extremen Rechten alles gewesen sein muss. bar. Es ist eine fatale Fehleinschätzung zu
wären die fatale Folge gewesen. glauben, es brauchte nur einige standhafte
Um so bedeutsamer ist jetzt die Antwort Schauen wir ein wenig zurück. Gerhard Linke in Regierungsverantwortung und alles
auf die Frage, was ist sozial? geben zu kön- Schröder und seine SPD wurden 1998 mit wäre gut. Es geht um gesellschaftliche
nen. dem Versprechen von sozialer Kräfteverhältnisse.
Gerechtigkeit in die Regierung gewählt.
Die Hegemonie über Begriffe ist immer Viele hatten nach 16 bleiernen Jahren Die Macht der Machtlosen
Ausdruck über ein gesellschaftliches Kohl-Regierung ihre Hoffnungen in sie
Kräfteverhältnis. gesetzt und wurden enttäuscht. Weder die Nun können wir, die wir nicht über eine
anfängliche Wirtschaftspolitik von Oskar große Firma verfügen, nicht mit unserem
Die Linke muss jetzt die Lafontaine, noch was nach seinem Abgang Besitz an Produktionsmitteln wedeln, aber
Untrennbarkeit des Sozialen von folgte, hatte etwas mit sozialer wir sind nicht machtlos. Wenn sich viele
seinem antirassistischen und Gerechtigkeit zu tun. Schröder selbst Menschen nicht darauf beschränken, alle
sprach damals aus, was sich durch die vier Jahre ein Kreuzchen zu machen, son-
humanistischen Kern
Parlamente der Bundesrepublik seit dern ihren Forderungen in Form von
verteidigen . Jahrzehnten wie ein roter Faden zieht: Protest und Widerstand Geltung verleihen,
"Ich kann und ich werde nicht gegen die schien eine Erschütterung durch die
Die Extreme Rechte, aber auch Populisten Wirtschaft regieren." Republik zu gehen, die auch vor denen da
aller Couleur, versuchen eine nationalisti- Hängt dieses Unvermögen nun mit dem oben nicht Halt macht. Exemplarisch ließe
sche Aufladung dieses Begriffes festzu- Unwillen von Schröder und den oberen sich dies an den Montagsdemonstrationen
schreiben. Dazu zählt die "Fremdarbeiter" der SPD zusammen? Sicher, schließlich beobachten. Aber besonders Bewegungen,
Äußerung ebenso wie die CDU-Parole waren und sind die "Genossen der Bosse" die über bloßen Protest hinausgehen, die
"Arbeit, Familie, Vaterland". längst Teil von denen da oben geworden. mit Blockaden Atommülltransporte zum
Wer jedoch den Verrat von Rot und Grün Stehen, Globalisierungsgipfel zum
Die Trennlinie zwischen der Linken und an ihren historischen Werten, wie soziale Scheitern bringen oder die mit Streiks die
bürgerlichen Parteien wie auch der Gerechtigkeit, dadurch allein erklären will, Produktion lahm legen, zeigen, dass die
Extremen Rechten muss immer scharf und wird scheitern. Macht der Masse letztlich der Macht der
schroff sein. Die Linkspartei ist Ausdruck
Produktionsmittel infrage stellen kann.
einer Unzufriedenheit vieler Menschen mit
"Ich kann und ich werde nicht Wirkliche Veränderungen dürfen wir nicht
dem neoliberalen Kurs in allen Parteien.
gegen die Wirtschaft regieren" in die Hände irgendwelcher Abgeordneten
Daher ist eine Neuformierung ein span-
(Gerhard Schröder) legen, wir müssen sie selber durchsetzen.
nender Prozess, auch für eine außerparla-
mentarische Linke wie uns. Der politische
Code dieser neuen Partei muss jedoch in Politik wird - ganz nach Schröders Worten Sozialstaat oder Revolution
konsequent antifaschistisch und antirassi- - nicht nur in den Sitzungssälen und
stisch sein, um eine Anpassung an den Parlamentsgebäuden gemacht. Neben dem Aber was wollen wir nun eigentlich errei-
nationalistischen Mainstream oder neoliberalen Irrglauben an den "freien chen? Was ist eigentlich das zugrundelie-
Querfrontprojekte mit der Rechten zu Markt", dem sich alles unterzuordnen hat, gende Problem, auf das wir uns mit unse-
verhindern. der auch bei vielen ganz gewöhnlichen ren Forderungen beziehen?
Menschen Fuß gefasst hat, scheint es Betrachten wir lediglich Menschen wie den
Keinen Fingerbreit dem
Mechanismen zu geben, die Politiker dazu Deutsche Bank-Vorstandschef Josef
Rassismus. Kein sell-out linker Ackermann, so könnten wir leicht zu einem
treiben, Entscheidungen gegen den erklär-
Prinzipien für eine handvoll ten Willen der demokratischen Mehrheit Schluss kommen: Die da oben streichen,
Prozente ... durchzusetzen. Die Wirtschaft, oder mit von der Gier nach Profit getrieben,
Warm up!
Arbeitsplätze und Löhne zusammen und erkämpfen, so wie die meisten demokrati-
graben damit ihr eigenes Grab, indem sie schen und sozialen Rechte Ergebnis von
die Kaufkraft schwächen. Folglich brauchten Kämpfen sind. Das ändert freilich aber
wir die regulierende Kraft eines wenig an der Unfähigkeit des Kapitalismus,

No#G8#
Sozialstaates, der denen mal ein wenig auf die Bedürfnisse aller auf der ganzen Welt zu
die Finger klopft und dann wird alles gut. Ist befriedigen.
das so?
Only solution: revolution
Es ist das gleiche Bild, das auch Müntefering
beschwor, als er den Raubtierkapitalismus
geißelnd die “Heuschrecken des
Spätestens seit dem Erstarken der
Antiglobalisierungsbewegung ist die Mär,
2007
Heiligen-
HedgeFonds”, die über die guten deut- der Kapitalismus sei das einzig mögliche
schen Unternehmen herfallen, aufgriff. oder das beste Gesellschaftssystem, ange-
Kapitalismuskritik wurde das damals in den kratzt. Nach Zahlen des regierungsamtli-
Zeitungen genannt. Aber halt SPD und chen Armuts- und Reichtumsberichtes
Kapitalismuskritik - das geht ja irgendwie
nicht mehr zusammen - und was hat das
ganze jetzt mit dem Kapitalismus zu tun?
könnte in Deutschland jeder Haushalt ein
Nettovermögen von 133.000 Euro besit-
zen, wenn das Geld gleich verteilt wären.
damm
Bei der derzeitigen Produktivität wäre es
Das System ohne weiteres möglich, jedem Menschen
auf der ganzen Welt ein gutes Leben zu
Eben das ist es, was Münte nicht erklärt und ermöglichen! Der Slogan "Eine andere Welt Aufruf zu gemeinsamen Aktionen gegen
Lafontaine auch nicht. ist möglich!" scheint in den anti-neolibera- den G-8-Gipfel 2007 in Heiligendamm:
Diskutieren, Protestieren, Umzingeln,
Blockieren...!

In diesem Jahr war es ein mon-


dänes Schloss im schottischen
Gleneagles, 2006 wird es die
ehemalige russische
Zarenresidenz St. Petersburg
sein und im Frühsommer 2007
treffen sich die "Führer der
Welt" im Kempinski- Grandhotel
in Heiligendamm an der meck-
lenburgischen Ostseeküste. Im
Bild der Regierungschefs der
acht stärksten
Wirtschaf tsnationen symboli-
siert sich wie kaum sonst die
Macht des globalisierten
Kapitalismus und seine politi-
sche und militärische Gewalt.
Kapitalismus ist eine Bezeichnung für ein len Bewegungen von Deutschland bis Nur diese Machtfülle legitimiert
Herrschaftssystem und - wie der Name Lateinamerika, in den Protesten von den G-8.
schon verrät - hat die Ausbeutung durch Indonesien bis Afrika auf. Eine revolutionäre
das Kapital System, nicht Ergebnis individu- Umwerfung der Verhältnisse ist nötig und Die G-8-Gipfel sind daher immer wieder
ellen Missverhaltens, sondern einer sollte das verbindende Ziel aller sein, die zu Kristallisationspunkten für Protest und
Gesellschaftsordnung, die auf Konkurrenz für konkrete Verbesserungen kämpfen. Widerstand geworden. Und sie sind
aufbaut. Der Kapitalist ist gezwungen seine Anders ausgedrückt mit Rosa Luxemburg: Anlass für grundlegende Fragen: Wie sieht
ArbeiterInnen auszubeuten, um sich am die Welt aus, die der globalisierte
Markt zu behaupten und die ArbeiterInnen "Die proletarische Realpolitik ist Kapitalismus und seine Gallionsfiguren
sind gezwungen, ihre Arbeitskraft zu ver- aber auch revolutionär, indem sie geschaffen haben? Sind nicht Kriege,
kaufen. Armut und Umweltzerstörung die Folge
durch alle ihre Teilbestrebungen
der Herrschaft der wirtschaftlich
Auch wenn dies nur eine verkürzte
in ihrer Gesamtheit über den Mächtigen über die Vielzahl der
Darstellung bleibt, hat sie doch Rahmen der bestehenden Ohnmächtigen? Sind nicht eine andere
Aussagekraft. Viele Menschen mögen sich Ordnung, in die sie arbeitet, hin- Welt und eine andere Globalisierung
heute nicht mehr einer Klasse zugehörig ausgeht, indem sie sich bewußt möglich und längst überfällig, die aufbau-
fühlen, das Ungleichgewicht in der nur als das Vorstadium des Aktes en auf Solidarität, sozialer Gerechtigkeit
Verteilung gesellschaftlichen Reichtums betrachtet, der sie zur Politik des und Emanzipation?
nimmt aber zu und nicht ab.
herrschenden und umwälzenden Hunderttausende AktivistInnen haben auf
Klar gibt es die Möglichkeiten, Proletariats machen wird." Demonstrationen, in Diskussionen in den
Sozialreformen innerhalb dieses Systems zu Camps und auf den zahlreichen
G e g e n g i p f e l - die antifaschistische Bewegung,
Veranstaltungen immer in die migrantische
wieder versucht Selbstorganisierung und die No-
Antworten auf diese Border-Netzwerke usw.
Fragen zu formulieren.
Und in der Menge, Vielfalt, Im Zusammenwirken Aller liegt
Internationalität und allein die Möglichkeit, dass mehr
R adikalität der als ein einmaliges Ereignis ent-
TeilnehmerInnen drückte steht, nämlich ein
sich dabei immer wieder Aufbruchssignal für eine sich neu
auch der Ansatz einer soli- formierende Bewegung, die wie-
darischen Globalisierung der Kraft und Selbstvertrauen
von unten aus. Durch besitzt.
Straßenproteste,
Blockaden oder direkten Das Gesamtprojekt G-8-
Aktionen wurden in der Mobilisierung 2007 ist so groß
Vergangenheit die "Roten und ambitioniert, dass eine
Zonen" der Macht attak- Strömung oder Organisation
kiert und die G-8-Treffen damit überfordert wäre. Jeder
wurden aus den Versuch eines Alleingangs oder
Großstädten an die die Dominanz einer Richtung
Peripherie gedrängt. Die würde die
Bilder wandelten sich: Handlungsmöglichkeiten und die
Schon längst huldigt keine politische Ausstrahlungskraft der
dankbare Bevölkerung Aktionen insgesamt merklich ein-
mehr den Mächtigen und schränken. Im Interesse der
das populistische Bad in Gesamt-Bewegung wollen wir
der Menge gehört dem das Prinzip der Einheit in der
letzten Jahrtausend an. Vielfalt tatsächlich zur Geltung
Seit den Ereignissen von bringen.
Genua treffen sich die G-8
in nichtöffentlichen Wir rufen daher zur Bildung
Luxusdomizilen fernab der eines breit angelegten
Zentren, hinter wissen, was Tage der Bewegung leisten Gesamtbündnisses auf, das die
Stacheldraht, geschützt durch können. Nicht wenige von uns waren in Organisation und Koordination der
Flugabwehrraketen und massive der Vergangenheit TeilnehmerInnen oder gemeinsamen Aufgaben übernimmt, die
Polizeitruppen. MitinitiatorInnen von nicht von einzelnen Strömungen allein
Großmobilisierungen; ob zum damaligen geleistet werden können. Hier sollten
Dieses Szenario erwartet uns im Sommer G-7 in Bonn 1985, dem IWF-Treffen in Initiativen aus allen Spektren der Linken
2007 in Heiligendamm. Westberlin 1988, oder gegen die zusammen kommen: Die lokalen
Gipfeltreffen von München 1992, Köln Sozialforen, Erwerbslosen- und
Es geht daher darum schon jetzt 1999, Genua 2001, Evian 2003 oder die- Sozialinitiativen, Antifagruppen,
die Vorraussetzungen zu schaf- ses Jahr in Gleneagles. Die kommenden Flüchtlings-Initiativen, Autonome
fen, dass in zwei Jahren gemein- zwei Jahre sind für die inhaltliche wie Gruppen und andere bewegungsorien-
organisatorische Vorbereitung entschei- tierte Linksradikale, 3.Welt- und
sam kraf tvolle Tage des Kirchengruppen, attac und die no-global-
dend. Auf dem Weg nach Heiligendamm
Widerstands organisiert wer- Netzwerke, traditionskommunistische
2007 besteht für unsere Bewegung die
den. Demonstrationen, Möglichkeit der Politisierung und und trotzkistische Organisationen,
Veranstaltungen, Blockaden, Ermutigung zum Widerstand für viele. Die Gewerkschaftsgliederungen und -jugend-
Aktionen, Diskussionen, Kultur- Vernetzung der Organisationen, Gruppen verbände, Linkspartei/PDS usw.
und Musikfestivals sollen deut- und Strömungen, die an der
Mobilisierung teilnehmen, können über Damit alle relevanten Gruppierungen an
lich machen, dass wir uns mit den Vorbereitungen gleichberechtigt teil-
den globalen und lokalen die Tage in Heiligendamm hinausweisen.
nehmen können, brauchen wir einen
Auswirkungen des kapitalisti- Die G-8-Mobilisierung ist offen für vielfäl- Grundkonsens, der um die Unterschiede
schen Weltsystems nicht abfin- tige Debatten und Bewegungen. Dieses wissend ein offenes Miteinander ermög-
den werden . Potenzial kann dann freigesetzt werden, licht und nicht zu eng gefasst ist.
Dabei lehnen wir jede Form von chauvini- wenn die Kampagne nicht getrennt von
stischer Standortlogik ab und sollten als den sozialen Kämpfen und Als gemeinsame Grundlagen
soziale Bewegung die expansive deutsch- Widerstandspraxen geführt, sondern als schlagen wir vor:
europäische-Militärpolitik und das neoli- gemeinsame Handlungschance in die * Die eindeutige
berale Kontrollregime im Innern zurück- bestehenden Felder der Delegitimierung der G-8;
weisen. Auseinandersetzung hineingetragen wird:
* Die gegenseitige Anerkennung
in die Studierendenproteste, in die Hartz
Niemand von uns geht davon aus, dass IV/Erwerbslosen-Initiativen, in die unterschiedlicher Aktions- und
wir im Frühsommer 2007 an der meck- Umweltbewegung, in die Widerstandsformen;
lenburgischen Ostseeküste die Welt ent- Antikriegsbewegung, in antipatriarchale * Ein solidarischer, verlässlicher
scheidend verändern werden, aber wir und feministische Gruppen Gruppen, in Umgang miteinander, der ver-
bindliche Absprachen erlaubt; Für eine inter ventionistische
* Eine klare und offensive Linke:
Abgrenzung gegenüber rechts-
populistischen und rechten Juni 2005
Kräf ten.

Wir wollen für den Vorschlag werben,


dass unter möglichst großer Beteiligung
ein Bündnis gegen den G-8-in-
Heiligendamm gebildet wird.

Wir werden uns darum bemühen, dass es


schon Anfang 2006 eine breit getragene
Einladung dazu gibt und hoffen auf ein
bewegungsorientiertes, basisdemokrati-
sches Bündnis, das auch den politischen Antifaschistische Linke Berlin (ALB);
Raum schafft, die unterschiedliche Praxis AVANTI - Projekt undogmatische Linke;
aller Beteiligten in der Einheit der Kritik Redaktionen analyse kritik/fantômas; Dr.
wirkungsvoll zu entfalten. Sabah Alnasseri (Universität Frankfurt und
Kassel); Erika Feyerabend; fortsetzung
Dieser Vorschlag eines großen Bündnisses folgt! (München); Bundesweite Kampagne
schließt andere bereits bestehende Libertad!; Dagmar Paternoga, Bonn;
Initiativen zur Gegenmobilisierung ein. Radikale Linke Köln; radikale linke (rl)
Jeder Mobilisierungsansatz ist zu begrü- Nürnberg - Projekt für revolutionäre
ßen. Wir denken aber, dass es zusätzlich Organisierung; Michael Ramminger (ITP,
notwendig und sinnvoll ist, tatsächlich alle Münster); Werner Rätz
Gruppen, Organisationen und (Informationsstelle Lateinamerika, attac-D
Strömungen zusammenzubringen und das Ko-Kreis); Thomas Seibert (attac-R at);
Experiment einer offenen und konstrukti- Redaktion der Zeitung So oder So;
ven Zusammenarbeit zu wagen. Pedram Shahyar (attac Ko-Kreis); rosa
antifa wien; Stiftung Unruhe Köln; Katja
Denn die bevorstehenden Aufgaben wie Strobel (Institut für Theologie und Politik,
z.B. gemeinsamer Camp-Koordination, Münster); Georg Wißmeier, Hamburg
verlässliche Praxisabsprachen, öffentlich-
keitswirksame Veranstaltungen, interna-
tionaler Mobilisierung, Öffentlichkeitsar-
beit und Finanzierung werden nur
gemeinsam lösbar sein.

Die vor uns liegenden zwei Jahre


bis zum Gipfel werden wir für
die Vorbereitung und
Mobilisierung dringend brau-
chen. Es ist jetzt an der Zeit
damit anzufangen.

Wir freuen uns über Kritik, Anmerkungen oder Anregungen!


hamburg@avanti-projekt.de, www.avanti-projekt.de
Avanti c/o Schwarzmarkt Kleiner Schäferkamp 46 20357 Hamburg

“Unsere Überzeugung war und ist, dass diese Gesellschaft


revolutionär verändert werden muss und dass die hierfür
notwendige gesellschaftliche Gegenmacht nicht allein aus
spontanen Bewegungen bestehen kann, sondern die Beteiligung
revolutionärer Organisationen braucht...”
(aus dem AVANTI-Grundsatzpapier, 11.12.1999)
KIEL: c/o Ini-Zentrum, Schweffelstr. 6, 24118 Kiel, kiel@avanti-projekt.de
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