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zentralrat.de - Druckdokument - Druckdatum: Dienstag, 25.05.10


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Mittwoch, 12.05.2010

12.04.10 Der Zentralrat der Muslime wird an der geplanten Islamkonferenz


nicht teilnehmen

Im Laufe unserer Verhandlungen mit dem Bundesinnenministerium über die vom BMI vorgegebene Struktur und Inhalte der
zweiten Deutschen Islamkonferenz (DIK II) konnte keine Einigung erzielt werden. Die konstruktiven Vorschläge des Zentralrats der
Muslime in Deutschland (ZMD) fanden beim Innenministerium keinen Wiederhall. Die DIK II hat kein konkretes Ziel und ist nicht
geeignet, die dringend anstehenden gesamtgesellschaftlichen Probleme und Anliegen zu lösen, die sich im Verhältnis zwischen
den Muslimen, der Politik und der Bevölkerung aufgestaut haben. Diese Probleme erlauben aber keinen weiteren jahrelangen
Aufschub durch die DIK. Die DIK II ist in der jetzigen Form ein unverbindlicher Debattier-Club. Der ZMD wird unter diesen
Bedingungen an der DIK II nicht teilnehmen.

Die DIK ist und bleibt eine von der Bundesregierung verordnete Konferenz. Der Staat versucht sich über die Selbstorganisation
der faktischen islamischen Religionsgemeinschaften hinwegzusetzen. Ein staatlich organisierter muslimischer Ansprechpartner
kann aber von den Muslimen in Deutschland nicht akzeptiert werden.

Das BMI ist nicht bereit im Rahmen der Islamkonferenz zusammen mit den legitimierten muslimischen Organisationen und den
Vertretern der Länder im Rahmen einer Arbeitsgruppe einen Fahrplan zu entwickeln, der zur Anerkennung als
Religionsgemeinschaft führt. Nur die Behandlung und Anerkennung der islamischen Moscheegemeinden und ihrer legitimierten
Dachverbände als Religionsgemeinschaft ist die verfassungsgemäße Voraussetzung für die Lösung aller öffentlichen Anliegen
der Muslime und der Gesellschaft. Beispiel dafür ist die Ausbildung von Imamen und die Einführung eines ordentlichen
islamischen Religionsunterrichts.

Etwa die Hälfte der 2500 Moscheegemeinden ist am kommenden Montag bei der Eröffnung des ersten Plenums der DIK II nicht
vertreten, obwohl sich der ZMD intensiv bemüht hatte, etwa muslimische Landesverbände und Moscheegemeinden des Islamrats
mit aufzunehmen.

Das Thema Islamfeindlichkeit als eine ausgeprägte Form des Rassismus mit Demütigungen, Verleumdungen und Gewalt gegen
Muslime sowie die Diskriminierungen findet leider weiterhin keine angemessene Beachtung. Die Ängste der Bevölkerung dem
Islam gegenüber und die Ängste der Muslime werden nicht erst genommen.

Der ZMD wird weiterhin den konstruktiven Dialog über die Integration des Islam und der Muslime und den Zusammenhalt der
Gesellschaft mit dem Bundesinnenministerium und den Landesregierungen führen.

Dr. Ayyub A. Köhler, Vorsitzender

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