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Einleitung

Die Geschichte des Periodensystems geht auf den Anfang des 19. Jhd. zurück. Damals veröffentlichten Dimitri Mendelejew in Russland und Julius Lothar Meyer in Deutschland unabhängig voneinander Ordnungsprinzipien für die Anordnung der chemischen Elemente. Der Grundgedanke beider Systeme war, die Elemente nach ihrer Atommasse in Spalten zu sortieren. Weder Mendelejew noch Meyer war es möglich eine wissenschaftliche Erklärung für den Aufbau ihrer Systeme zu finden.

1905 fand der englische Physiker Moseley heraus, dass nicht die Atommasse, sonder die Kernladungszahl die Grundlage für die Anordnung der Elemente im Periodensystem ist. Er entdeckte, dass diese identisch mit der von Meyer und Mendelejew aufgestellten "Platznummer", der Ordnungszahl ist. Moseley gelang es somit als ersten die Reihenfolge der Elemente experimentell nachzuweisen.

Erst nachdem der Aufbau des Atoms bekannt war, konnte eine Aussage über das Aufbauprinzip des Periodensystems gemacht werden. Heute wissen wir nach welchen Kriterien das Periodensystem aufgebaut ist.

Das Aufbauprinzip des Periodensystems geht auf Wolfgang Pauli zurück. Es beinhaltet:

die Besetzung der Orbitale in energetischer Reihenfolge, die Beachtung des Pauli-Prinzips, die Berücksichtigung der Hund'schen Regel.

Energetische Reihenfolge

Bei der Aufklärung der Anordnung der Elemente im Periodensystem zeigte es sich, dass die Anordnung der Elemente mit der Verteilung der Elektronen in den Elementen im Zusammenhang steht. Ausgehend vom Wasserstoff, wird von Element zu Element die Kernladungszahl um eins erhöht und der Elektronenhülle ein Elektron hinzugefügt. Dieses besetzt das jeweils energetisch niedrigsten freie Orbital.

Die Besetzung der Orbitale eines Atoms folgt deren energetischer Reihenfolge. Orbitale einer Unterschale sind energetisch gleichwertig. Aber Orbitale einer Schale mit unterschiedlichen Unterschalen unterscheiden sich. Die energetische Reihenfolge stimmt somit nicht mit der der Quantenzahlen überein.

Abb.1 Merkschema

Energetische Reihenfolge der Quantengrundzustände der Atome: Zuerst werden die Unterschalen voll besetzt, bevor mit einer neue Unterschale begonnen wird.

Energetische Reihenfolge Bei der Aufklärung der Anordnung der Elemente im Periodensystem zeigte es sich, dass die

Das Pauli-Prinzip

Das Pauli-Prinzip besagt, dass in einem Atom keine zwei Elektronen in allen vier Quantenzahlen (n, l, m und s) übereinstimmen dürfen. Daraus folgt, dass ein Atomorbital maximal zwei Elektronen aufnehmen kann, die sich in ihrer Spinquantenzahl unterscheiden. Man nennt diese beiden Elektronen gepaart. Den unterschiedlichen Spin stellt man durch eine Pfeilspitze dar, die entweder nach oben oder nach unten zeigt.

Anders ausgedrückt besagt das Pauli-Prinzip, dass die Aufenthaltswahrscheinlichkeit für zwei Elektronen mit parallelem Spin am gleichen Ort verschwindet.

Hund'sche Regel

Für die Besetzung entarteter Orbitale (Orbitale mit gleicher Energie) gilt die Hund'sche Regel:

DIE HUND'SCHE REGEL

Entartete Orbitale werden so besetzt, dass die größtmögliche Anzahl ungepaarter Elektronen auftritt. Das heißt, diese Orbitale werden zunächst einfach besetzt.

Abb.1 Beispiel für die Hund'sche Regel

Die Regel erscheint plausibel, wenn man bedenkt, dass zwei Elektronen, die sich in einem Orbital befinden, stärker miteinander in Wechselwirkung treten als wenn sie unterschiedliche Orbitale besetzten. Die elektrostatische Abstoßungsenergie ist deshalb im ersten Fall größer als im zweiten. Um zwei Elektronen in einem Orbital unterzubringen, ist die Spinpaarungsenergie aufzubringen; bei entarteten Orbitalen wird dies nach Möglichkeit vermieden.

Nach der Hund'schen Regel erweisen sich halbbesetzte Zustände gleicher Nebenquantenzahl ähnlich wie vollbesetzte als energetisch relativ günstig:

Tab.1 Voll- und halbbesetzte Energiezustände voll besetzt s2 p6 d10 f14 halb besetzt p3 d5 f7
Tab.1
Voll- und halbbesetzte Energiezustände
voll besetzt
s2
p6
d10
f14
halb besetzt
p3
d5
f7

Veranschaulichung des Aufbauprinzips

Nach dem Aufbauprinzip werden die energetisch niedrigsten Orbitale als erstes besetzt. Nach dem Pauli-Prinzip kann ein Atomorbital maximal zwei Elektronen aufnehmen, deren Spin entgegengesetzt ist. Nach der Hund'schen Regel werden Orbitale zunächst einfach besetzt, so dass die größtmögliche Anzahl an ungepaarten Elektronen auftritt.

Ein s-Orbital hat die niedrigste Energie, gefolgt von den p- und d-Orbitalen. Somit werden zuerst die s-Orbitale aufgefüllt gefolgt von den p- und d-Orbitalen. An manchen Stellen überschneiden sich die Energieniveaus. Die Elektronenkonfiguration von Chrom ist z.B. [Ar]3d54s1 statt [Ar]3d44s2. Vollbesetzte Schalen und Unregelmäßigkeiten in der Reihenfolge, in der die Unterschalen besetzt werden, werden in der folgenden Aniation rot hervorgehoben.

Besetzung von Orbitalen: Besetzungsregeln

Für die Besetzung der Atomorbitale mit Elektronen im Grundzustand gibt es drei wichtige Regeln:

ENERGIE-PRINZIP

Die freien Orbitale werden in der energetischen Reihenfolge aufgefüllt, d.h. zunächst werden die Orbitale mit der niedrigsten Energie besetzt.

PAULI-PRINZIP

Ein Orbital kann mit höchstens zwei Elektronen besetzt werden, die sich im Spin unterscheiden. Man nennt diese beiden Elektronen gepaart. Den unterschiedlichen Spin stellt man durch eine Pfeilspitze dar, die entweder nach oben oder nach unten zeigt.

HUND'SCHE REGEL

Werden entartete Orbitale (Orbitale mit gleicher Energie) besetzt, so werden zunächst alle einfach mit Elektronen mit dem gleichen Spin besetzt. Sind alle entarteten Orbitale mit Elektronen