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Gewaltfreie Kommunikation 

– Teil 1 ­

Sinn und Zweck der gewaltfreien 
Kommunikation  
Beobachtungen und Gefühle zum Ausdruck 
bringen ohne zu werten

Deutsche Übersetzung zum ersten Teil eines 
Workshops mit Marshall Rosenberg vom April 2000 
in San Francisco

©Mai 2010, erstellt von Dieter Maas, 
http://gfkvideos.blogspot.com

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Inhaltsverzeichnis
1Vorwort – Wozu dieses Transkript gedacht ist .................................................................................4
1.1Wo das Video mit deutschen Untertiteln zu finden ist...............................................................4
1.2Wie man diesen Text mit dem Video zusammen am besten nutzt.............................................4
1.3Welche Schritte sind sinnvoll um Auszüge des Videos anzuschauen?......................................4
2Beginn des Transskriptes: Sinn und Zweck der gewaltfreien Kommunikation.................................4
2.1Das Vergessen (00:25)................................................................................................................4
2.2Natürliches Geben (00:54)..........................................................................................................5
2.3Lied: Natürliches Geben (01:27)................................................................................................5
2.4Von Augenblick zu Augenblick (2:38).......................................................................................5
2.5Die Sprache der Dominanz (3:21)..............................................................................................5
2.5.1Bestrafung (4:05)................................................................................................................6
2.5.2Belohnung (4:42)................................................................................................................6
2.5.3Scham, Schuld, Pflicht (4:60).............................................................................................6
2.5.4Die Geschichte von Gut und Böse (5:17)...........................................................................7
2.5.5Entfremdete Korrektur: Reue (5:49)...................................................................................7
2.5.6Wolfssprache: Sprache der Dominanz (6:10).....................................................................7
2.5.7Gewalt geniessen (6.29)......................................................................................................7
2.5.8Die Merkmale entfremdeter Sprache (7:24).......................................................................8
2.5.9Rollenspiel mit Hand-Puppen „Es tut mir Leid“ (7:56)......................................................8
2.6Bestandteile der Sprache des „Rechthabens“ (8:55)...................................................................8
2.6.1Moralisches Urteilen (8:55)................................................................................................8
2.6.2Bürokratische Sprache, „Amtssprache, Sprache, die Wahlmöglichkeiten &
Verantwortung leugnet. (10:29)..................................................................................................9
Beispiel Adolf Eichmann (10:59)...........................................................................................9
Beispiel einer Mutter „Es gibt Dinge, die du tun musst, ob du willst oder nicht.“ (13:21). 10
2.7Überleitung: Frage eines Teilnehmers, „wie bringe ich meinen Sohn dazu, mit mir zu
sprechen?“ (16:10).........................................................................................................................11
3Beispiel einer Konfliktsituation aus dem Leben der Gruppenteilnehmer (18:13)...........................12
3.1Erklärung zur Auswahl der Konfliktsituation (18:13)..............................................................12
3.2Beschreibung von Verhalten ohne zu werten (20:12)..............................................................13
3.2.1Erläuterung der Übung (20:12).........................................................................................13
3.2.2Beobachten ohne zu werten. Beispiel einer Schulmediation (21:25)...............................13
3.2.3Feedback zu Beispielsituationen der Teilnehmer (28:10).................................................15
Beispiel 1: „beschuldigt“ gegenüber wörtlichem Zitat (28:33)............................................15
Beispiel 2 Hausaufgaben: Verhaltens-Beschreibung ohne Wertung (29:53).......................16
Beispiel 3 verurteilende Adjektive (30:06)..........................................................................16
Beispiel 4: die Relativität von „Schreien“ (31:50)...............................................................17
Beispiel 5 „er will nicht“ als Diagnose gegenüber „ich will nicht“ als Zitat (33:29)..........17
Beispiel 6 Beschreibung von Verhalten (33:54)..................................................................17
Beispiel 7 implizite Bewertung und Diagnose „laut“, „will nicht“ (34:13).........................17
Frage einer Teilnehmerin: „sind alle Bewertungen gewalttätig?“ (34:57)...........................18
3.3Ausdrücken von echten Gefühlen (37:10)................................................................................18
3.3.1Erläuterung der Übung (37:10).........................................................................................18
3.3.2Beispiel 1 Wut (37:47)......................................................................................................19
3.3.3Beispiel 2 Angst und Ungeduld (37:60)...........................................................................19
3.3.4Beispiel 3 Eingeschüchtert, (Pseudogefühl) (38:09).........................................................19

-2-
3.3.5Pseudogefühle, versteckte Urteile (38:26)........................................................................19
3.3.6Beispiel 4 Verletzung, Enttäuschung, Entmutugung (39:15)...........................................19
3.3.7Beispiel 5 wütend, Pseudogefühl „betrogen“ (39:29).......................................................19
3.3.8Beispiel 6 angespannt (39:45)...........................................................................................20
3.3.9Beispiel 7 wütend, verängstigt (39:56).............................................................................20
3.3.10Beispiel 8 machtlos, enttäuschend, angstmachend (40:10).............................................20
3.3.11Beispiel 9 Verletzt, „weil ich denke, du....“ (40:20).......................................................20
3.3.12Was kommt nach dem Gefühl? (40:60)..........................................................................20
3.3.13Nach dem Gefühl Verbindung mit dem Herzen oder mit dem Denken (41:20).............20
3.3.14Gefühle ausdrücken, um zu manipulieren (41:51)..........................................................21
3.3.15Geschichte: Der erste Tag in einer „Wolfsschule“ (42:47).............................................21
3.3.16Geschichte: Ein Palestinenser in Hebron hat die Wahl (45:59)......................................22
3.3.17Gewalt erzeugt Gewalt (46:48).......................................................................................23

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1 Vorwort – Wozu dieses Transkript gedacht ist

1.1 Wo das Video mit deutschen Untertiteln zu finden ist


Dieses Dokument ist das gegliederte Transskript der deutschen Untertitel zu einem Workshop
Video von Marshall Rosenberg, welches hier zu finden ist.

1.2 Wie man diesen Text mit dem Video zusammen am besten nutzt.
Ich habe mir folgendes dabei gedacht: Das Video ist relativ lang, 47 Minuten, und es wird wohl
selten genug Zeit vorhanden sein, um das gesamte Video anzuschauen. Obwohl es sich natürlich
lohnt, wenn man tatsächlich eine komplette Einführung in die gewaltfreie Kommunikation
bekommen möchte. Dann ist es allerdings sinnvoll, sich auch die übrigen Videos dieses Workshops
anzuschauen, da hierin zur ein Teil des GFK Modells geübt wird, nämlich der erste Teil:
Beobachtungen und Gefühle zum Ausdruck bringen ohne zu werten. Die übrigen Teile werden in
den anderen Videos behandelt, die ich auch noch entsprechend aufbereiten möchte.
Mithilfe dieses Skriptes und der genauen Zeitangaben kann man allerdings auch genau zu einer
gewünschten Stelle im Video springen, und sich einen Ausschnitt der interessant ist, anschauen.
Dadurch ist es möglich, dieses Video zur Demonstration oder zur Wiederholung bestimmter Teile
der GFK einzusetzen.

1.3 Welche Schritte sind sinnvoll um Auszüge des Videos


anzuschauen?
Ganz einfach.
• Suchen Sie sich zuerst den oder die Teil(e) im Text oder im Inhaltsverzeichnis aus, den oder
die Sie sich anschauen oder zeigen möchten.
• Schreiben Sie sich die entsprechenden Zeiten im Text heraus, oder markieren Sie sie im
Ausdruck.
• Klicken sie den Videolink um zur Webseite mit dem untertitelten Video zu gelangen.
• Klicken Sie auf das kleine Bildschirmsymbol mit dem Pfeil am Videoplayer.
Das schaltet den Vollbild-Modus ein. (Falls Sie das wünschen. Ein Luxus
finde ich. Es macht den Computer zum Fernseher)
• Wenn Sie jetzt die notiere oder markierte Zeit in der Bedienleiste des Players
einstellen, können Sie nun die gewünschte Stelle des Videos in aller Ruhe anschauen und
anhören. Falls man einen Videobeamer zur Verfügung hat, läßt sich natürlich auch dieser für
die Präsentation nutzen.

2 Beginn des Transskriptes: Sinn und Zweck der gewaltfreien


Kommunikation

2.1 Das Vergessen (00:25)


00:25 Aber zuerst, lassen Sie mich damit anfangen,
00:26 dass ich klarmache, was der Zweck von gewaltfreier Kommunkation ist

-4-
00:31 Ihr Zweck ist, Sie bei etwas zu unterstützen,
00:34 von dem Sie schon wissen, wie es geht.
00:38 Warum sollen wir etwas lernen, von dem wir schon wissen, wie es geht?
00:42 Weil wir es manchmal vergessen.
00:46 Wir vergessen es, weil wir dazu erzogen wurden, es zu vergessen.
00:49 Nun, was ist es, von dem wir eigentlich schon wissen, wie es geht?

2.2 Natürliches Geben (00:54)

00:54 Der Sinn dieses Verfahrens ist, uns dabei zu unterstützen, so miteinander in Kontakt zu
kommen,
00:56 so miteinander in Kontakt zu kommen, dass natürliches Geben möglich wird.
01:5 Was meine ich mit natürlichem Geben?
01:9 Lassen mich ein Lied singen, um das zu erklären.
01:13 Was ich meine, mit "natürlichem Geben".

2.3 Lied: Natürliches Geben (01:27)

01:27 Ich fühle mich selten so beschenkt, wie wenn du etwas von mir annimmst.
01:36 Und wenn du die Freude verstehst, die ich habe, wenn ich mich um dich kümmere.
01:43 und wenn du weisst, dass ich ich nicht gebe, um dich mir zu verpflichten.
01:51 Sondern weil ich die Liebe leben möchte, dich ich für dich empfinde.
01:60 Mit Gnade anzunehmen ist vielleicht das grösste Geschenk.
02:9 Ich weiss nicht, wie ich die beiden trennen könnte.
02:16 Wenn du mir schenkst, dann schenke ich dir mein Annehmen.
02:23 Und wenn du annimmst, dann fühl' ich mich so beschenkt.

2.4 Von Augenblick zu Augenblick (2:38)

02:38 Sie alle kennen diese Art Geben, Sie wissen wie es geht.
02:43 Und daran bin ich interessiert.
02:46 Ich erinnere Sie daran, bei dieser Art des Gebens zu bleiben,
02:49 Augenblick für Augenblick, in jedem Kontakt.
02:53 Aber wir wissen auch alle, dass es leicht ist das zu verlieren.
02:57 Es ist leicht, diese Verbindung zu verlieren.
02:59 Sodass statt diese Art des Gebens zu geniessen, die in jedem Moment möglich ist.
03:5 In jedem Kontakt, den wir haben,
03:8 Auch wenn das so wertvoll ist, vergessen wir es.
03:12 Und anstatt das Spiel zu spielen worüber dieses Lied handelt,
03:14 Das ich "das Leben schön machen" nenne,
03:19 - Das ist das schönste Spiel, von dem ich je gehört habe, -

2.5 Die Sprache der Dominanz (3:21)

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03:21 Statt dessen verbringen wir viel Zeit mit einem anderen Spiel,
03:25 das "rechthaben" heisst.
03:29 Haben Sie dieses Spiel schon mal gespielt?
03:35 Das ist ein Spiel, bei dem alle verlieren.

03:37 Also, ist das nicht erstaunlich,


03:40 wir alle kennen die Art zu geben, um die es in dem Lied geht,
03:44 Das ist möglich in jedem Moment,
03:47 Wir finden, das ist die bereicherndste Art das zu tun,
03:52 Aber häufig landen wir dabei "wer hat recht" zu spielen.
03:56 Das Spiel "wer hat recht?" bringt zwei der abwegigsten Dinge mit herein,
03:61 auf die Menschen jemals gekommen sind.

2.5.1 Bestrafung (4:05)

04:5 Das erste Bestrafung


04:7 Wenn du falsch liegst in dem Spiel "wer hat recht?"
04:9 Dann "verdienst du es, zu leiden"

04:13 Können Sie sich ein teuflischeres Konzept, Menschen zu erziehen, vorstellen?
04:20 Also, wenn Sie bis jetzt das Bestrafen nicht aufgegeben haben, bin ich sicher,
04:23 heute abend wird das nicht mehr Teil Ihres Bewusstseins sein.
04:27 Keine Bestrafung mehr.
04:31 Wir werden es bei Kriminellen sein lassen, es macht die Dinge nur gewalttätiger
04:35 Wir werden andere Wege finden, mit anderen Nationen umzugehen, abgesehen von Strafe,
04:39 Keine Strafen mehr.

2.5.2 Belohnung (4:42)

04:42 Keine Belohnung mehr.


04:45 Das ist das gleiche Spiel. Teil des Spiels Wer hat Recht?
04:50 Wenn Du Recht hast, wirst du belohnt, wenn du Unrecht hast, wirst Du bestraft.
04:53 Genug davon.
04:56 Es hat genug Gewalt auf diesem Planeten hervorgerufen.

2.5.3 Scham, Schuld, Pflicht (4:60)

04:60 Keine Schuldgefühle mehr auslösen.


05:4 Keine Scham mehr.
05:9 Keine Vorstellungen mehr von Pflicht und Verpflichtung
05:12 Nur das, worum es in dem Lied geht.

05:14 Natürliches Geben.

-6-
2.5.4 Die Geschichte von Gut und Böse (5:17)

05:17 Also, wie sind wir so abgeirrt?


05:21 Wir sind abgeirrt, wenn es nach Walter Wink, einem Theologen, geht
05:25 der in seinem Buch "Die Kräfte, die seien..." schreibt wir sind abgeirrt vor ca. 5000 Jahren
05:31 Wir haben uns verirrt, weil wir ein merkwürdiges Denkkonzept entwickelt haben,
05:40 ein merkwürdiges Denken, dass Menschen grundlegend "böse" seien,
05:45 Wenn Du das glaubst, dass Menschen grundlegend "böse" seien,

2.5.5 Entfremdete Korrektur: Reue (5:49)

05:49 Und wenn die Dinge nicht so laufen, wie wir sie gerne hätten,
05:51 Was ist der Korrekturvorgang?
05:54 Der Korrekturvorgang ist "Reue".
05:59 Wenn Menschen "böse" sind, denkst du, die Art, wie man Veränderung bewirken kann,
06:4 wenn Menschen sich auf eine Art verhalten, die du nicht magst,
06:6 ist, dass man bewirkt, dass die Menschen sich selbst hassen.
06:7 Für das, was sie tuen.

2.5.6 Wolfssprache: Sprache der Dominanz (6:10)

06:10 Aus diesen politischen und theologischen Gründen


06:14 haben wir angefangen, eine Sprache zu entwickeln, die ich "Wolfssprache" nenne.
06:18 Eine Sprache, die uns vom Leben abtrennt,
06:24 und es sehr einfach macht, gewalttätig zu sein.
06:27 sehr einfach.
06:27 sehr einfach, gewalttätig zu sein.

2.5.7 Gewalt geniessen (6.29)

06:29 in diesem Buch erwähne ich Wink sagt sagt, dass in Macht-Kulturen....
06:35 eine der Sachen, die du Menschen beibringen musst, ist
06:38 Gewalt freudvoll, geniessbar zu machen
06:42 wir hab das gut hingekriegt
06:43 wir machen Gewalt geniessbar in unserer Kultur

06:46 die zwei Abendstunden, von 19 bis 21 Uhr, wenn Kinder am meisten fernsehen
06:51 in 75% der Programme, die sie sehen, bringt der Held entweder jemanden um, oder er schlägt
ihn zusammen.
06:58 und wann passiert das? Am Höhepunkt der Sendung.
06:60 wir sind eine ganze Weile lang dahin beeinflusst worden, Gewalt geniessbar zu machen.
07:8 auch wenn das, worum es in dem Lied ging, unserer Natur in Wirklichkeit näher liegt
07:13 natürliches Geben,
07:15 sind wir erzogen worden, Gewalt zu geniessen,

-7-
07:19 ...auf eine Art erzogen worden, sodass wir sogar zu unseren Kindern gewalttätig sein können.

2.5.8 Die Merkmale entfremdeter Sprache (7:24)

07:24 also, wie sieht "Wolfssprache" aus.


07:28 "Wolfssprache" , Wink erwähnt es, ist eine Sprache von moralischen Urteilen,
07:35 ...denken in Kategorien von " wer Recht hat, wer Unrecht hat, wer gut ist, wer schlecht ist"
07:40 ja, und wenn wir Veränderung erwähnen,
07:42 wir wollen manchmal etwas verändern
07:44 Also, wie bekommen wir eine Veränderung nach dem "Wolfssystem"

2.5.9 Rollenspiel mit Hand-Puppen „Es tut mir Leid“ (7:56)


07:47 Beobachtet einen Elternteil, der versucht eine Veränderung bei einem Kind zu bewirken.
07:51 Das ist ein Elternteil, der einem kleinen Kind beibringt,
07:53 eines der wichtigsten Worte in Wolfssprache zu sagen,
07:56 "Sag, dass es dir Leid tut"
07:59 "Es tut mir Leid"
07:62 "Es tut dir nicht wirklich Leid, ich kann das sehen"
08:4 "Es tut dir nicht WIRKLICH Leid"
08:9 "Ja, ich vergebe dir"

08:13 Könnt ihr euch so ein Spiel vorstellen?


08:17 Könnt ihr euch vorstellen, dass ein Elternteil so auf ein Kind eingeht?
08:20 Wenn ein Elternteil so etwas mit einem Kind in seiner eigenen Familie macht,
08:23 was machen sie dann mit Leuten einer anderen Kultur, deren Verhalten sie nicht mögen?
08:29 Also wird es natürlich Gewalt geben, wo auch immer diese Art zu Denken auftaucht.

08:33 In Kulturen, die nicht nicht so denken, kann man keine Gewalt wahrnehmen.
08:39 Also, so kam es, dass wir uns verirrt haben.
08:42 Obwohl wir das Spiel "das Leben wunderbar machen" spielen könnten, in jedem Moment,
08:47 sind wir schon ganz schön lange dazu erzogen worden, ein anderes Spiel zu spielen,
08:50 wer hat recht.

08:53 Was sind sind die Teile dieses Spiels "Wer hat Recht"

2.6 Bestandteile der Sprache des „Rechthabens“ (8:55)

2.6.1 Moralisches Urteilen (8:55)


08:55 Ich habe gerade einen davon erwähnt
08:57 Ein Teil ist "moralisches Beurteilen"
08:60 Zu lernen nach oben in unseren Kopf zu gehen,
08:62 und im Wesentlichen in Begriffen von "richtig und falsch" zu denken.
09:5 "gut und schlecht"
09:7 "normal, unnormal"

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09:11 Ich habe dieses Spiel der gut spielen gelernt,
09:12 Ich spreche mehrere "Wolfsdialekte"
09:16 Ich bin in Detroit aufgewachsen.
09:20 wir haben einen recht rauhen "Wolfsdialekt" gesprochen.
09:22 wir könnten das "Detroiter Wolfssprache" nennen.

09:25 Zum Beispiel, wenn ich mit dem Auto unterwegs bin,
09:29 und jemand fährt auf eine Art, die ich nicht mag,
09:31 und ich möchte wiederum eine Änderung bewirken, nicht wahr,
09:33 ich kurbele das Fenster herunter und schreie "Idiot"
09:39 nun, theoretisch wird von dieser Person erwartet zu bereuen,
09:46 "ich bekenne ich hatte unrecht, mein Herr, ich werde der Fehler in meinem Verhalten
berichtigen"

09:53 Es ist eine tolle Theorie. Es funktionierte nicht.


09:57 Ich habe es mehr als einmal probiert, es funktioniert nicht.
09:61 Also habe ich gedacht, es ist vielleicht dieser spezielle "Wolfs-Dialekt"
10:5 Also habe ich mich entschlossen einen kultivierteren Gebrauch von Wolfssprache zu lernen,

10:8 Ich ging zur Universität und erhielt einen Doktor in professioneller Wolfssprache.
10:14 Und jetzt, wenn jemand so fährt, wie ich es nicht mag, kurbele ich das Fenster 'runter
10:19 "Psychopath"
10:25 Funktioniert immer noch nicht.

2.6.2 Bürokratische Sprache, „Amtssprache, Sprache, die


Wahlmöglichkeiten & Verantwortung leugnet. (10:29)
10:29 Es gibt einen noch anderen Teil dieser Wolfssprache.

10:34 "Amtssprache"
10:38 Das ist sehr wichtig, eine Sprache, die leugnet, dass man eine Wahl hat.
10:44 die die Verantwortung für unsere Handlungen leugnet.
10:45 Ich gebrauche das Wort "Amtssprache" für diesen Teil,
10:49 ich habe ein Interview mit dem Nazi Kriegsverbrecher Adolf Eichmann gelesen,
10:55 bei seinem Gerichtsverfahren wegen Kriegsverbrechen in Jerusalem

Beispiel Adolf Eichmann (10:59)


10:59 Eichmann wurde gefragt War es schwer, zehntausende von Menschen in ihren Tod zu
schicken?
11:6 Eichmann antwortete "Ganz offen", sagte er, "um die Wahrheit zu sagen, es war einfach"
11:10 "Unsere Sprache machte es einfach."
11:14 Diese Antwort schockierte seinen Gesprächspartner
11:20 Und sein Interviewer sagte "Welche Sprache?"
11:23 Eichmann sagte "Tatsächlich hatten meine Nazi-Offizierskameraden und ich
11:26 einen eigenen Namen für unsere Sprache
11:28 wir nannten sie "Amtssprache".
11:35 ich würde das "bürokratische Sprache" nennen.
11:38 Er wurde um ein Beispiel gebeten.
11:41 Eichmann sagte "Es ist eine Sprache, in der du die Verantwortung für deine Handlung

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leugnest"
11:48 Also wenn jemand dich fragt, warum du es getan hast, sagst du "Ich musste".
11:53 Nicht wahr, das fühlt sich nicht so schlecht an, "du musst es tun", du bist nicht
verantwortlich.
11:58 "Warum musstest du das tun?" "Befehl des Vorgesetzten" "Politik der Firma"
12:5 "Sie brachten mich dazu, es zu tun"
12:8 "Ich konnte nicht anders"
12:10 Eine sehr gefährliche Sprache, die "Amtsprache"
12:13 Sehr gefährlich.
12:15 Wir haben "Giraffen Schulen"
12:17 Ich gebrauche das Wort "Giraffe" als Symbol für "gewaltfrei"
12:22 Wir werden heute sehen, die Sprache, die wir als "Sprache des Herzens" studieren werden
12:27 Ich sage auch "Giraffensprache" dazu
12:31 weil Giraffen das grösste Herz aller Landtiere haben
12:36 "Giraffensprache" erfordert, sich immer seiner Wahlmöglichkeit bewusst zu sein.
12:45 Du tust niemals etwas, wofür du dich nicht entschieden hast.

12:50 Aber ich unterrichtete eine Gruppe von Eltern und Lehrern in einer Gemeinde in
Giraffensprache
12:56 Wir haben "Giraffenschulen" in der ganzen Welt
12:59 Wir haben 5 in Isreal, vier in Palästina, einige in Serbien, uns so weiter...
13:5 Und in "Giraffenschulen" wollen wir sicher gehen,
13:9 das die Lehrer und Eltern niemals "Amtssprache" benutzen.
13:13 Das ist eine der gefährlichsten Sprachen auf der Welt
13:16 Ein Kind zu lehren, du musst etwas tun.

Beispiel einer Mutter „Es gibt Dinge, die du tun musst, ob du willst oder nicht.“
(13:21)
13:21 Also, ich war dabei, dies einer Gruppe von Eltern und Lehrer in St. Louis, Missouri zu
erzählen
13:26 als eine Mutter sich sehr darüber aufregte, sie sagte
13:28 "Aber es gibt ein paar Dinge, die du tuen MUSST, ob du es willst oder nicht"
13:31 "Es ist unser Job als ELtern unsern Kindern beizubringen, was sie tuen müssen"
13:35 "Ich meine, es gibt Dinge, die ich jeden Tag tue, die hasse, aber.."
13:38 "da sind eben einige Dinge, die ich tuen MUSS."
13:42 Ich sagte "Kannst du mir ein Beispiel geben"
13:45 "Na gut, wenn ich hier heute abend weggehe, muss ich nach Hause und kochen."
13:52 "Ich hasse kochen"
13:56 Ich hasse es leidenschaftlich, aber ich habe es jeden Tag getan, zwanzig Jahre lang, sogar,
wenn ich krank war.
14:5 Ich bin froh, dir heute eine andere Art zu denken zeigen zu können,
14:8 "eine andere Sprache, von der ich hoffe, dass sie dir glücklichere Möglichkeiten aufzeigt"
14:13 Ich freue mich, berichten zu könne sie war eine sehr schnelle "Giraffen" Schülerin
14:17 Sie ging an diesem Abend nach Hause und verkündete ihrer Familie, dass sie nicht mehr
kochen wolle.
14:25 Ich erhielt Rückmeldung von ihrer Familie,
14:31 Die Rückmeldung kam zwei Wochen später, als ich wieder durch die Stadt kam
14:36 und einen Abendworkshop abhielt
14:38 wer auftauchte ihre beiden älteren Söhne, sie hatte vier Söhne
14:43 Sie meldeten sich am Anfang und stellten sich vor,

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14:47 Ich sagte, "hey, ich bin froh dass ihr beiden gekommen seid, ich war sehr neugierig,
14:50 was in eurer Familie los ist,
14:53 eure Mutter hat mich regelmässig angerufen, und mir erzählt von all den Veränderungen,
14:56 seit dem Training......
14:60 Was ist an diesem Abend passiert, als sie nach Hause kam und verkündete,
15:3 dass sie nicht mehr kochen wolle.
15:6 Der älteste Sohn sagte mir Marshall, ich sagte mir „Gott sei dank“
15:20 Ich sagte "Hilf mir das zu verstehen"

15:24 Ich sagte mir "Vielleicht wird sie sich jetzt nicht mehr bei jedem Essen beklagen"
15:29 Nicht wahr, "natürliches Geben", womit ich den Tag begonnen hatte, dieses Lied,
15:33 alles was wir im Leben tun, das nicht aus dieser Kraft heraus kommt,
15:36 dafür müssen wir und alle anderen zahlen.
15:40 alles was wir aus Angst vor Strafe tun, dafür müssen alle zahlen.
15:45 alles was wir für eine Belohnung tun, dafür müssen alle zahlen.
15:50 alles was wir tun, damit Leute uns mögen, dafür zahlen alle.
15:54 alles was wir tun aus Schuld, Scham, Verpflichtung, dafür zahlen alle.
15:60 Das ist wofür wir gemacht wurden, wir sind gemacht das Geben zu geniessen.
16:5 Vom Herzen her zu geben.

2.7 Überleitung: Frage eines Teilnehmers, „wie bringe ich meinen Sohn
dazu, mit mir zu sprechen?“ (16:10)
16:10 Marshall, ich bin hier drüben, mein Sohn brachte mich zu einem deiner Seminare
16:17 und ich hab dich vor etwa 20 Jahren getroffen, in Oakland
16:20 Jetzt versuche ich meinen Sohn zurückzubringen, dass er hierhin kommt,
16:25 Und er sagte gestern abend, als ich ihm erzählte, dass ich hierhin gehe
16:30 Vielleicht gehst du hin, ich habe eine Reihe von Verabredungen,
16:33 Vielleicht gehst du hin. Vielleicht kannst du mir was beibringen.
16:36 Also hab ich gedacht, ich komme, um was zu lernen, vielleicht kann ich ihm was zeigen.
16:41 Ich würde ihm gerne beibringen, und ich weiss nicht wie ich das machen soll,
16:44 ich würde ihm gerne beibringen, mir wenigstens die Zeit am Tag zu geben, mit ihm zu
sprechen.
16:50 Er macht das nicht, freiwillig, und wenn ich versuche es zu fordern, wird es schlimmer
16:56 Also, wie mache ich das.

16:59 Das wird eine gute Situation sein, um daran zu arbeiten, denn
16:62 ich werde alle fragen, jetzt an eine Situation zu denken, wo jemand sich auf eine Art verhält
17:8 die du nicht magst. In diesem Fall ist es dein Sohn,
17:10 der, wenn du ihn um ein Gespräch bittest, er "nein" sagt.
17:14 Das erste, was ich vorschlage, ist, du kannst niemanden etwas lehren,
17:17 "richtig", und das als Ziel zu nehmen, wird Probleme verursachen.
17:23 Lasst uns das Ziel verändern, lasst uns niemals versuchen,
17:27 jemanden etwas zu lehren, oder zu verändern
17:30 Denn wenn das dein Ziel ist, wirst du Widerstand hervorrufen.
17:34 Das wäre mein erster Vorschlag, den ich anbringen möchte
17:38 Versuche nicht jemanden zu belehren, oder ihn zu verändern.
17:46 Was machst du den dann, aufgeben? Nein, nein, nein, nein
17:49 Das ist das Denken, das durch die "Wolfssprache" in uns geformt worden ist, nicht wahr,
17:53 Das Spiel "wer hat recht", gewinnen/verlieren ?

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17:56 Also, wenn wir es nicht verändern können und gewinnen,
17:59 dann ist die Möglichkeit, an die wir denken, ein Trottel zu sein, und zu verlieren.
18:4 wir sind erzogen, in diesen beiden Kategorien zu denken, gewinnen/verlieren
18:8 richtig/falsch
18:9 nein, ich werde Ihnen eine andere Möglichkeit zeigen.

3 Beispiel einer Konfliktsituation aus dem Leben der


Gruppenteilnehmer (18:13)

3.1 Erklärung zur Auswahl der Konfliktsituation (18:13)

18:13 Also, lasst uns einsteigen, lasst uns Ihnen eine Möglichkeit geben, das zu üben
18:16 Einige von Ihnen haben schon über eine Situation nachgedacht,
18:19 z.B. jemand mit dem Sie sehr gerne sprechen würden, er sagt "nein"
18:23 Denken Sie an jemanden, jetzt, der sich auf eine Art verhält,
18:27 die das Leben für Sie nicht wunderbar macht.
18:31 Und Sie würden gerne zu dem Platz kommen, worüber das Lied handelt,
18:35 wo die Bedürfnisse von allen erfüllt werden können,
18:37 und die Menschen einander geben, vom Herzen her, freiwillig.
18:41 nicht durch manipulativen Druck
18:44 mal sehen, ob wir Ihnen einen Prozess zeigen können, dahin zu kommen, in dieser Situation
18:48 sodass die Bedürfnisse von allen erfüllt werden,
18:51 Und wo die Leute gerne geben, nicht durch manipulativen Druck

18:55 Also, vielleicht leben sie zu Hause,


18:57 Vielleicht entscheiden Sie sich, an der Situation mit einem Kind zu arbeiten, mit dem sie
zusammenleben
18:61 Das furchtbare , schreckliche "Wolfsworte" sagt, wie z.B. "Nein"

19:8 Oh, Sie lachen, Sie haben wohl schon mal versucht, eine Weile mit einem zusammenzuleben,
oder?
19:13 "Bitte, putz Dir dir Zähne", "Nein"
19:17 Vielleicht leben Sie zusammen mit einem "Wolfssprache" sprechenden Partner
19:21 Der furchtbare "Wolfs"dinge sagt, z.B. "das verletzt mich, wenn du das sagst"
19:28 Wir werden heute sehen, dass es eine gewalttätige Handlung ist, zu sagen,
19:31 Andere würden bewirken, dass du dich fühlst, wie du es tust.
19:35 vorauszusetzen, dass andere es machen können, dass Sie sich verletzt oder ärgerlich fühlen
können
19:41 Vielleicht verhält sich bei der Arbeit jemand so, wie Sie es nicht mögen.
19:44 Sie kommen zu spät
19:46 Sie arbeiten nicht so gut, wie Sie es möchten
19:50 Vielleicht hat ihr nächster Nachbar Kinder sexuell belästigt
19:53 Wen auch immer Sie nehmen möchten, jemand der sich auf eine Art verhält, wie Sie es nicht
mögen.
19:58 Und Sie würden gerne sehen, wie wir bei der Vorgabe ankommen,
19:62 die Qualität von Verbindung zu schaffen, das wir die Bedürfnisse von allen befriedigen,
20:7 durch "natürliches Geben", das ist unsere Zielvorgabe.

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3.2 Beschreibung von Verhalten ohne zu werten (20:12)

3.2.1 Erläuterung der Übung (20:12)


20:12 Öffnen Sie Ihre Materialien,
20:16 auf der vorletzten Seite, oben, steht, "ausdrücken wie es uns geht, und was wir möchten"
20:37 unter a) steht, "Denken Sie an jemanden, der etwas tut, das das Leben weniger schön für Sie
macht"
20:45 Also, diese Person, über die ich Sie bitte nachzudenken,
20:47 verhält sich im Moment so, wie sie es nicht so toll finden,
20:51 Und was ich gerne von Ihnen hätte, ist, beantworten Sie diese Frage
20:54 Schreiben Sie hier eine Sache auf, die die Person macht, die Sie nicht mögen

20:58 Wir werden an genau einer Sache arbeiten, die diese Person macht, die Sie nicht mögen.
21:4 Um Sie mit dem Vorgehen vertraut zu machen heute.
21:7 Vielleicht tut diese Person mehrere Dinge

21:9 Und wir werden Zeigen, wie das Vorgehen funktioniert,


21:12 Indem wir Ihnen zeigen, wie Sie mit der Person kommunizieren über eine bestimmte Sache,
die Sie tut.

21:17 Schreiben Sie unter a) eine bestimmte Sache, die die Person tut, die Sie nicht mögen.

3.2.2 Beobachten ohne zu werten. Beispiel einer Schulmediation (21:25)


21:25 Nun, als ich hier in San Francisco mit dem Schulsystem gearbeitet habe in der 70er Jahren
21:33 Der Superintendent der Schulen bat mich in eine Grundschule zu gehen,
21:37 Die Eltern beklagen sich über die Qualität der Beziehung zwischen den Lehrern und dem
Direktor
21:44 Er sagte, die Spannung in der Schule ist so hoch, das die Eltern ihre Kinder aus der Schule
nehmen wollen.
21:51 Also fragte er, ob ich nicht versuche könne, bessere Kommunikationsmöglichkeiten
21:55 Zwischen dem Personal und dem Direktor aufzeigen können
21:60 Der Plan war, dass ich mich zuerst mit den Lehrern treffen würde,
22:3 und dann die Lehrer und den Direktor zusammenführe
22:5 Mein Treffen mit den Lehrern Ich fing mit der Frage an, die ich gerade Ihnen gestellt habe.
22:10 Ich sagte zu den Lehrern Können Sie mir eine Sache nennen, die der Direktor tut, die es
Ihnen schwer macht, mit ihm zu arbeiten.
22:19 Ich fragte nach einer Beobachtung, einem konkreten Verhalten, eine Sache, die er tut.
22:27 Der erste Lehrer, der antwortete, sagte folgendes
22:30 Er hat einen grossen Mund(Maul)
22:35 Können Sie den Unterschied sehen, zwischen der Frage die ich gestellt habe, und der
Antwort, die ich bekommen habe?
22:39 Ich hatte nicht gefragt "Welche Mundgrösse hat der Direktor"
22:46 Dieser Lehrer gab mir eine Bewertung.
22:50 Eine Analyse, die "Falschsein" voraussetzt
22:53 Wir sind so trainiert, so zu denken, dass wir manchmal Fakten und Meinung nicht
auseinanderhalten können.
22:60 Alles, was wir sehen, ist unser Feindbild.
23:5 Ob es ein Einzelner ist, oder eine Nation,

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23:8 Wir sind trainiert in Feindbildern zu denken, "Falschheit"
23:15 Es verdeckt die Wirklichkeit, wir sehen nicht das Verhalten,
23:18 wir sehen nur unser Feindbild.
23:22 In seinem Buch "Aus Schwäche heraus", sagt Andrew Schmuckler,
23:25 dass, wenn Kulturen gelehrt werden, so zu denken,
23:29 nicht bloss eine Person zu sehen, sondern ein Bild, ein Urteil das sie gefällt haben
23:36 sind die Bomben niemals weit entfernt.
23:40 ...Also hab ich das dem Herrn erklärt, dass das keine Antwort auf meine Frage sei,
23:46 ich wollte eine Sache wissen, die der Direktor tut.
23:50 Dieser Mann steckte fest, er konnte es einfach nicht begreifen.
23:53 Die Frau die ihm am nächsten sass, versuchte zu helfen.
23:56 Sie sagte, "also ich weiss, worauf er sich bezieht"
23:57 Ok, helfen sie ihm, was ist eine Sache, die der Direktor tut.
23:61 Er redet zu viel.
24:7 Ich fragte nach einer Beobachtung, nicht nach einem Urteil
24:10 So denken Leute, die "Wolfssprache" sprechen,
24:12 Sie sind wirklich so aufgewachsen, zu denken,
24:14 dass es wirklich soetwas gebe, wie eine genau richtige Menge von allem.
24:20 Und zuwenig und zuviel, und dass sie wissen, wieviel es ist
24:25 Sie denken so. Das macht es nicht leicht, Konflikte mit ihnen zu lösen,
24:30 Wenn Leute eine Vorstellung haben, das es ein "richtig" gibt, und ein "zuviel" und "zuwenig"
24:35 Und sie wissen, was es ist.
24:37 Und besonders, wenn sie es vermischen mit einer Beobachtung.
24:39 Ich habe bloss gefragt "was tut dieser Mensch", und zum zweiten Mal,
24:42 diese Person konnte das Verhalten nicht sehen, getrennt von ihrem Urteil
24:48 eine dritte Person versuchte zu helfen.
24:50 Ich weiss, worüber sie sprechen.
24:52 OK, was? -- Er denkt, er ist der einzige, der etwas wichtiges zu sagen hat.
24:57 Nein, mir zu erzählen, was Sie denken, dass er denkt,
24:61 Ist eine Bewertung die Sie machen, über das, was Sie denken, was in seinem Kopf vorgeht.
25:5 Ich habe gefragt, was "tut" er.
25:9 Die vierte Frau sagte "Er will immer im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen"
25:14 Jetzt geben Sie mir eine Beurteilung oder eine Diagnose seiner Motive.
25:18 Selbst wenn das richtig ist, ist es eine Diagnose seiner Motive, und nicht ein beobachtbares
Verhalten
25:23 Die Frage war, was tut er.
25:27 Nun sitzt die gesamte Belegschaft da, schweigend.
25:30 Keiner kann die Frage beantworten.
25:33 Eine der Frauen sagt zu mir Mensch, Marshall, das ist aber schwer.
25:37 Ja, tatsächlich sagt der Philosoph Krishna Murti,
25:41 zu beobachten ohne zu beurteilen, ist die höchste Form menschlicher Intelligenz
25:49 Also, die von uns, die gelehrt worden sind, in diesen Feindbildern zu denken
25:54 sofort immer zu denken "gut, schlecht, richtig, falsch, normal, unnormal, passend, unpassend,
zu dies, zu das"
25:62 Wir können die Wirklichkeit nicht sehen, alles was wir sehen, sind unsere Feindbilder.
26:9 Also, mit grosser Mühe von meiner Seite, brachte ich sie endlich dazu, die Feindbilder
loszuwerden,
26:14 und diese einfache Frage zu beantworten was hat er getan?
26:19 Es waren mehrere Sachen, aber das worüber sie im Besonderen mit ihm arbeiten wollten, war
dies

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26:24 Dass er, während ihren einmal wöchtlich stattfindenden Konferenzen, egal was auf der
Tagesordnung stand,
26:30 brachte er es in Beziehung zu einer Kriegserfahrung oder einer Kindheitserfahrung.
26:34 Und die durchschnittliche Sitzung dauerte 20 Minuten länger, als geplant war.
26:39 OK, das beantwortete meine Frage, was er getan hat.
26:42 Er sprach über Kriegserlebnisse, Kindheitserlebnisse, statt sich an die Tagesordnung zu
halten.
26:47 Ich sagte Haben Sie ihn darauf hingewiesen?
26:51 Nun, wir können jetzt sehen, wenn wir versucht haben mit ihm darüber zu sprechen,
26:54 werden diese anderen Urteile reingemischt, und er geht in die Defensive.
26:58 Also sie dachten, es wäre eine gute Idee, mit ihm darüber zu reden,
26:60 aber sie fragten mich, ob ich dabei sein würde, für alle Fälle.
27:5 Also war ich bei ihrer nächsten Konferenz dabei,
27:7 ich sah sehr schnell, worüber sie sprachen,
27:10 weil, sobald ein Punkt angesprochen wurde, sagte der Direktor
27:14 "Oh, das erinnert mich an eine Zeit....," und fing an eine Geschichte zu erzählen.
27:19 Und ich wartete darauf, das jemand ihn damit konfrontieren würde, in "Giraffensprache"
27:24 Aber statt dessen gab es eine Menge nonverbale "Wolfssprachen" Äusserungen.
27:29 Die Leute machten folgendes sie rollten mit den Augen, stiessen ihren Nachbarn an,
27:36 gähnen, sahen auf die Uhr, hielten ihre Uhr ans Ohr,
27:48 Entschuldigung, aber will nicht jemand etwas sagen?
27:56 Jetzt ist Schweigen und der Mann, der bei unserem ersten Treffen zuerst gesprochen hatte,
27:60 und konnte sehen, wie er seinen Mut aufbaute, er sieht den Direktor an, und sagt
28:4 "Ed, du hast einen grossen Mund"

3.2.3 Feedback zu Beispielsituationen der Teilnehmer (28:10)

28:10 So, lassen Sie uns sehen, ob das, was Sie geschrieben haben, die Frage beantwortet,
28:13 ist es ein beobachtbares Verhalten, oder haben Sie es vermischt mit einer Beurteilung
28:17 und meine beiden Freunde hier werden uns helfen, das zu beurteilen
28:21 dieses Tier hat man gelehrt, so ähnlich wie ein Polizeihund, der Drogen aufspüren kann
28:26 wir irgendwo "Wolfssprache" reingemischt ist, wird er aufheulen.
28:30 Wenn Sie die Frage beantwortet haben, wird dieses Tier tanzen.

Beispiel 1: „beschuldigt“ gegenüber wörtlichem Zitat (28:33)

28:33 So, mein Herr, was haben Sie aufgeschrieben?


28:36 Mein Vater beschuldigt meine Frau
28:40 wegen meiner Entscheidungen
28:42 Was tut er?
28:43 Mein Vater beschuldigt meine Frau, wegen meiner Entscheidungen

28:47 Ja, "beschuldigt" ist ein Urteil.


28:51 Das bringt schon Wertung hinein.
28:55 Vater, siehst du es als "beschuldigen"?
28:57 Nein, ich sehe es, als "die Aufmerksamkeit auf die Fakten lenken".
28:61 So, nicht wahr, Vater sieht es nicht als "beschuldigen",

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29:4 Nein, ich erziehe...
29:6 Danke, Vater

29:8 Wie sagen wir es, wir brauchen ein direktes Zitat.
29:11 Um es zu einem beobachtbaren Verhalten zu machen, müssen wir sagen
29:15 "Mein Vater sagt " Was?
29:18 "Du bist für alle seine Probleme verantwortlich"
29:25 Er sagt das zu Ihrer Frau.
29:27 "Du bist für seine Probleme verantwortlich"
29:30 OK, das ist ein direktes Zitat.

29:34 Das ist Giraffensprache, du hast ihn direkt zitiert.


29:39 So, sobald Sie das Wort "beschuldigen" in Ihrem Bewusstsein haben,
29:44 wird das die ganze Energierichtung ändern, mit der Sie sich an diese Person annähern
29:47 weil Sie urteilen, dass sie "beschuldigt" , "was ja, wie jeder weiss, falsch ist".

Beispiel 2 Hausaufgaben: Verhaltens-Beschreibung ohne Wertung (29:53)

29:53 Ja? Ich habe das Mikrophon, "in der letzten Zeit macht mein Sohn seine Hausaufgaben in
Geschichte nicht"
30:3 Ok.

Beispiel 3 verurteilende Adjektive (30:06)

30:6 Ok. Mein Vater fällt grausame Urteile und macht verletzende Bemerkungen.
30:12 Mein Gott, du hast meinen armen Wolf umgebracht,
30:25 mit dem "grausam" wäre er ja noch klargekommen, das war eine Bewertung
30:29 aber "verletzend", "grausam" und "verletzend"
30:32 Das sind zwei Bewertungen,
30:34 Tatsächlich benutzt er verletzende Worte
30:37 Nein, es gibt soetwas nicht
30:38 Nach dem heutigen Tag,
30:40 auf geheimnisvolle Weise ab heute nachmittag 16.30, werden Sie nie mehr eine Verletzung
hören,
30:44 Sie wird nicht existieren, Verletzungen wird es nicht geben.
30:47 Ich werde Ihnen zeigen wie sie eine Technologie anwenden heute,
30:50 die Verletzung und Kritik aus dem Weg nimmt, aus der Luft filtert.
30:58 Egal was Ihr Vater sagt, sie können nie mehr grausame Feststellungen oder Verletzungen
hören.
31:4 Wir werden Ihnen heute zeigen, wie Sie diese Technologie anwenden.
31:14 Und mit diesem Gerät wird es Ihnen unmöglich sein, Kritik, Grausame Bemerkungen,
Verletzungen zu hören
31:24 Mit diesen Ohren, ist alles was Sie hören können das einzige, was Menschen jemals sagen
"Bitte" und "Danke"
31:33 Das ist alles.
31:36 Wir werden Ihnen heute zeigen, das alles, was sich einmal wie Kritik, Verurteilung,
Beschuldigung anhörte
31:42 einfach tragischer, selbstmörderischer Ausdruck von "Bitte" ist.

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Beispiel 4: die Relativität von „Schreien“ (31:50)
31:50 Mein Bruder schreit mich an, um in mein Auto zu kommen, um zur Schule zu kommen,
31:55 und dann macht er, das ich zuspät zur Schule komme
31:57 "wer schreit"
31:62 nicht wahr, "schreien" ist ein bischen Bewertung
32:7 er spricht in einer Lautstärke,
32:10 ich wurde gefragt in Lincoln High School, Lincoln High School in San Francisco?
32:16 vor vielen Jahren wurden ich gebeten, dort mit dem Lehrerkollegium zu arbeiten,
32:19 Sie hatten eine Menge Spannungen, rassische, volksbedingte.
32:25 Eine Menge Spannungen, der Superintendent bat mich dort zu arbeiten,
32:28 Ich fing den Tag an, indem ich fragte Sagen Sie mir etwas, was jemand aus dem Kollegium
tut, was Sie nicht mögen.
32:34 Ein Mann drehte sich zu der Frau neben ihm um und sagte Ich mag nicht, wenn Sie in
unseren Lehrerkonferenzen schreien.
32:40 Sie sagte "Wer schreit"
32:46 Sie war aus einer anderen Kultur als dieser Mann, "Schreien" in ihrer Kultur war etwas
anderes.
32:52 und ungefähr 10 Minuten später, als sie ihn nach ihrer eigenen Definition anzuschreien
anfing, konnte ich den Unterschied sehen.
32:59 Das Anheben der Stimme, wenn er dich fragt, ...
33:4 Oder kann ich sagen, "er wird sauer auf mich"?
33:7 Wird ärgerlich, ist vielleicht richtig, aber es ist eine Diagnose.
33:10 Wir wissen nicht, ob er ärgerlich ist, er kann auch Angst haben, die Schule zu verpassen.
33:14 Es kann sich für dich so anhören wie ärgerlich, vielleicht ist es so, vielleicht nicht
33:18 anheben der Stimme, Rauch der aus seinen Ohren kommt....
33:21 das kann man sehen, das ist beobachtbar.

Beispiel 5 „er will nicht“ als Diagnose gegenüber „ich will nicht“ als Zitat (33:29)

33:29 Jesse will nicht seine ...Aufgaben zu machen.


33:33 "will nicht" ist eine Diagnose.
33:39 vielleicht eine richtige Diagnose, aber es sagt mir nicht, was er tut.
33:42 er sagt, "nein ich will es nicht machen".
33:44 sagt "nein, ich will es nicht machen", das ist das Verhalten.

Beispiel 6 Beschreibung von Verhalten (33:54)


33:54 Mein Mann sagt mir Dinge nicht, die mich wesentlich betreffen werden.
33:61 Das ist der erste "Wolfs" Ehemann, von dem ich je gehört habe...
34:8 Das ist eine neue Erfahrung für mich heute.

Beispiel 7 implizite Bewertung und Diagnose „laut“, „will nicht“ (34:13)


34:13 Ein Schüler in meiner Klasse redet ständig laut, will nicht sitzen bleiben, oder seine Hände
bei sich behalten.
34:19 Ich höre etwa drei Bewertungen darin, lassen Sie es uns nochmal langsam durchgehen
34:22 Weil ich drei Diagnosen höre. Sagen Sie es noch einmal. damit wir die drei Diagnosen hören.
34:27 Redet ständig laut. Laut ist Ihre Interpretation. Lauter als Sie es gerne hätten,
34:32 Wenn Sie es sagen wollen, sagen Sie es so, lauter als ich es gerne hätte.

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34:36 Will nicht sitzen bleiben, -- "will nicht" ist eine Diagnose, bleibt nicht sitzen, nachdem ich
ihn gebeten habe.
34:42 Er macht's vielleicht in Zukunft, wir wissen nicht ob oder nicht. Also ist das eine Diagnose.
34:47 Er tut's nicht im Moment, er tut es nicht, nachdem ich ihn drum gebeten habe.
34:51 Und er hält seine Hände nicht bei sich.

Frage einer Teilnehmerin: „sind alle Bewertungen gewalttätig?“ (34:57)


34:57 Seit ich zu der einführenden Präsentation am Samstag Abend gekommen bin,
34:62 habe ich sehr bewusst Bewertungen gehört.
35:7 Bei mir selbst und besonders bei anderen Leuten.
35:9 Und ich fragte mich, ist das alles gewaltätige Kommunikation
35:13 oder gibt es einen Weg, nach diesem Modell, dass einige auch gewaltfrei sind.
35:18 Ich würde sagen, dass jede Bewertung, die "Falschsein" einbezieht, ein tragischer Ausdruck
eines unerfüllten Bedürfnisses ist.
35:31 tragisch in dem Sinne... aus zwei Gründen, erstens es verringert die Wahrscheinlichkeit, dass
wir bekommen, was wir wollen.
35:39 Sogar wenn wir es nicht laut sagen, sogar wenn wir es denken,
35:42 wenn wir nur denken, dass das was jemand tut, falsch ist
35:46 Es verringert die Wahrscheinlichkeit, dass wir das bekommen, was wir wollen.
35:51 Und zweitens, es erhöht die Wahrscheinlichkeit von Gewalt.
35:55 Was könnte tragischer sein, als uns auf eine Art auszudrücken,
35:58 die verhindert, dass wir bekommen, was wir wollen,
35:62 Und die Gewalt vermehrt.
36:5 Alles, was wir sagen wollen, das ein "falsch" bei einer anderen Person beinhaltet,
36:9 da unterstelle ich, dass es ein tragischer Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses ist.
36:14 Sage das Bedürfnis
36:17 Lerne ein Bewusstsein von Bedürfnissen.
36:19 Dazu werden wir im Folgenden kommen, nicht wahr.
36:21 Das ist wie wir bewerten in der gewaltfreien Kommunikation,
36:25 Wir bewerten vom Herzen aus, wir urteilen, aber wir urteilen bedürfnisbezogen.
36:33 wir beurteilen, ob was Leute tuen, Bedürfnissen dient oder nicht.
36:38 wir beurteilen Leute nicht moralisch, wegen dem, was sie tuen.
36:42 wir beurteilen, ob es dem Leben dient, oder nicht.
36:44 Weil Bedürfnisse unsere direkte Verbindung zum Leben sind.
36:48 Bedürfnisse sind das Leben, was Ausdruck in uns sucht.
36:54 Also beurteilen wir, mit Bezug darauf.
36:57 Und das erfordert zwei Arten von Wortwissen, "Gefühle" und "Bedürfnisse"
36:62 Also lassen Sie uns sicher gehen, dass wir alle die gleiche Sprache sprechen,
37:6 wenn ich die Begriffe, "Gefühle" und "Bedürfnisse" gebrauche.

3.3 Ausdrücken von echten Gefühlen (37:10)

3.3.1 Erläuterung der Übung (37:10)


37:10 Unter b) heisst es, Stellen Sie sich vor, dass Sie direkt zu der Person sprechen
37:16 und drücken aus, wie Sie sich fühlen, wenn die Person handelt, wie oben beschrieben.
37:22 und benutzen sie diese Form
37:25 wir sprechen mit der anderen Person, wir sagen ihr nun, was sie getan hat,

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37:28 wenn du das tust, fühle ich mich... wie?
37:33 wie Fühlen Sie sich, wenn die Person tut, was sie unter a) geschrieben haben.
37:39 Schreiben Sie das auf.

3.3.2 Beispiel 1 Wut (37:47)


37:47 Wenn du das tust, fühle ich mich wütend.
37:52 OK. Ärger ist ein Gefühl, das durch unnatürliches Denken kommt.
37:56 Dazu kommen wir noch.

3.3.3 Beispiel 2 Angst und Ungeduld (37:60)


37:60 Wenn du nicht fertig bist zur vereinbarten Zeit, fühle ich mich ängstlich und ungeduldig

3.3.4 Beispiel 3 Eingeschüchtert, (Pseudogefühl) (38:09)


38:9 Wenn du so laut sprichst, fühle ich mich eingeschüchtert.
38:15 "eingeschüchtert" ist eine Diagnose.
38:17 Seien Sie vorsichtig bei Wörtern, die mehr eine Beschreibung dessen sind,
38:20 was Sie denken, dass andere Ihnen antun
38:22 wie z.B Sie einschüchtern.

3.3.5 Pseudogefühle, versteckte Urteile (38:26)


38:26 schreiben Sie folgende Wörter auf, als Worte, die keine Gefühle beschreiben.
38:28 Verwechseln Sie diese Worte nicht mit Gefühlen.
38:32 Ich fühle mich missverstanden,
38:34 ich fühle mich benutzt
38:36 ich fühle mich manipuliert
38:39 ich fühle mich verurteilt
38:40 ich fühle mich kritisiert
38:43 ich fühle mich ignoriert
38:46 z.B. gibt es nicht Zeiten, wo Sie denken dass jemand Sie ignoriert, und fühlen Sie sich nicht
erleichtert dadurch?
38:54 Und zu anderen Zeiten, fühlen Sie sich nicht wütend?
38:57 Worte wie diese sagen sehr wenig über das, was in Ihnen lebendig ist,
38:61 sie sagen viel mehr darüber, wie Sie das Verhalten der anderen Person interpretieren
39:5 Und vor allem, verwechseln Sie niemals das Wort "zurückgewiesen" als Gefühl.
39:9 Ich fühle mich zurückgewiesen. Das ist kein Gefühl, das ist eine selbstmörderische
Interpretation.

3.3.6 Beispiel 4 Verletzung, Enttäuschung, Entmutugung (39:15)


39:15 OK, wer hat das Mikrofon? Verletzt, enttäuscht, entmutigt.

3.3.7 Beispiel 5 wütend, Pseudogefühl „betrogen“ (39:29)


39:29 Ich fühle mich wütend und betrogen
39:32 "wütend" ja, ...... für betrogen.

- 19 -
39:35 betrogen ist eins dieser Worte, wie eingeschüchtert, ignoriert, missverstanden, benutzt,
manipuliert,
39:41 eher eine Diagnose der anderen Person als ein Gefühl.

3.3.8 Beispiel 6 angespannt (39:45)


39:45 was ist mit "zusammengezogen"?
39:48 "zusammengezogen"? Sie meinen angespannt? So? OK, das ist richtig.

3.3.9 Beispiel 7 wütend, verängstigt (39:56)


39:56 Wenn Du mich anruftst und mir mit lauter Stimme sagst, dass du deine finanzielle
Unterstützung abschneiden wirst,
40:3 fühle ich mich wütend und verängstigt.

3.3.10 Beispiel 8 machtlos, enttäuschend, angstmachend (40:10)


40:10 Wenn Du das Geschirr in der Spüle lässt,
40:12 Wenn Du das Geschirr in der Spüle lässt, fühle ich mich zeitweise machtlos meiner
Umgebung gegenüber,
40:15 Was sich enttäuschend und angstmachend anfühlt.

3.3.11 Beispiel 9 Verletzt, „weil ich denke, du....“ (40:20)


40:20 Wenn du mitten in meinem Satz anfängst laut zu sprechen, fühle ich mich verletzt, weil ich
denke, du hörst mir nicht zu.
40:28 Ja, das Gefühl ist gut, aber das geht verloren, wenn auf das Gefühl die Worte "weil ich
denke" folgen.
40:34 Jedesmal wenn Sie "denken", wird die Wahrscheinlichkeit, das zu bekommen, was Sie
brauchen, stark vermindert.
40:42 Besonders, wenn Sie auf das Wort "denke" das Wort "du" folgen lassen.
40:46 Dann denke ich, dass Sie nicht nur nicht gehört werden, sondern ich sage eine verteidigende,
aggressive Reaktion voraus.
40:53 Es ist schwer für Leute, Ihre Gefühle zu berücksichtigen, wenn Sie auf diese eine Diagnose
folgen lassen, die "falschsein" beinhaltet.

3.3.12 Was kommt nach dem Gefühl? (40:60)


40:61 Dazu kommen wir als nächstes. Weil wir als nächstes sehen werden,
41:4 Nach dem Gefühl, gibt es zwei Gegenden, wo wir nicht hingehen,
41:9 Und eine ist hoch in unseren Kopf,
41:13 Wir bleiben im Herzen, mit den Gefühlen,
41:14 Wir gehen nicht in den Kopf.
41:16 Wir bleiben im Herzen und verbinden uns mit Bedürfnissen, aber dazu kommen wir noch.

3.3.13 Nach dem Gefühl Verbindung mit dem Herzen oder mit dem
Denken (41:20)
41:20 Wenn wir gewaltfreie Kommunikation benutzen wollen, wollen wir sichergehen, dass wir das

- 20 -
Gefühl nicht auf gewalttätige Art benutzen
41:29 Weil Gefühle uns entweder im Herzen verbinden können, oder sie können beitragen zu mehr
Teilung und Gewalt
41:38 Also, wir wollen unsere Gefühle bestimmt nicht auf folgende Art ausdrücken
41:45 Ich fühle mich, wie ich fühle, weil du... OK?

3.3.14 Gefühle ausdrücken, um zu manipulieren (41:51)


41:51 Und wir wollen unsere Gefühle niemals so ausdrücken

41:54 Du machst, dass ich mich .... fühle....


41:58 Von dieser Gewohnheit wegzukommen, wird schwierig werden,
41:60 Weil in einer "Wolfssprachenkultur" Gefühle dazu benutzt werden, mit Hilfe von Schuld
Menschen zu manipulieren.
42:9 Wie man Leute manipuliert, ist, wenn du Sie überzeugen kannst, dass Sie dein Gefühl machen,
42:14 Dann sollten Sie sich schuldig fühlen, und sich verändern.
42:19 Das ist eine andere Form dieses Gewaltspiels.
42:22 Also, z.B., wenn du ein Elternteil bist, und du möchtest Gefühle eher auf gewalttätige Art
benutzen,
42:27 statt auf verbindende Art,
42:29 würdest du das auf diese Art ausdrücken
42:31 es verletzt mich wirklich, wenn du dein Zimmer nicht aufräumst.
42:38 OK?

42:40 Du machst mich wütend, wenn du das sagst.

3.3.15 Geschichte: Der erste Tag in einer „Wolfsschule“ (42:47)


42:47 Während der Pause sprach ich über einen meiner glücklichsten Tage als Vater
42:52 Als mein ältester Sohn zum ersten Mal in eine Wolfsschule ging,
42:59 - er war vorher sechs Jahre in eine "Giraffenschule" gegangen, die ich mit aufgebaut hatte,-
43:3 und dann wollte ich, dass er "Wölfe" auch geniessen lernte,
43:10 und in "Giraffenschulen" wir wollen uns auch bewusst bleiben, dass die Kinder nicht immer
in diesem Umfeld sein werden,
43:17 Wir möchten, dass sie lernen, bei ihren eigenen Werten zu bleiben, egal in welcher Struktur
sie drin sind.
43:24 Er kommt zurück aus der Schule, und sieht "weniger als glücklich" aus,
43:28 Und ich sagte "Wie ist die neue Schule, Rick?"
43:32 Und er sagte "Ist OK, Dad, aber einige von diesen Lehrern, puhh, "
43:37 ich sagte "was ist passiert?"
43:39 er sagte " Dad, ich war noch nichtmal im Eingang, wirklich, ich war halb durch die
Eingangstür, "
43:43 "und ein Mann, ein Lehrer, kommt angerannt und sagt "Oh je, sieh mal ein kleines Mädchen"
43:51 Können Sie erraten, worauf der Lehrer reagiert hatte?
43:54 Ja, mein Sohn trug seine Haare schulterlang
43:57 Nicht wahr, in einer "Wolfsschule" wie wir alle wissen, weiss die Authorität, was richtig ist.
43:61 Es gibt eine richtige Art, dein Haar als Junge zu tragen und eine falsche Art.
44:5 Es gibt eine richtige Art, alles zu tun, und wer weiss Bescheid, der Lehrer.
44:9 Und wenn jemand das nicht so macht, benutzt du Scham, Schuld und so weiter.
44:14 Das Wort "Mädchen" zu benutzen, ist immer eine Verletzung.

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44:16 Willkommen im "Wolfsland"
44:19 Ich erhitze mich, und möchte eine kleine "Sondertherapie" mit dem Lehrer veranstalten,
44:27 und vergesse schon meine eigenen Lehren,
44:31 Und ich sagte zu meinem Sohn "Wie bist du damit umgegangen?"
44:34 Er sagte, "ich erinnerte mich an das, was du sagtest, dass wenn du in dieser Art Umgebung
bist,
44:39 Gib ihnen niemals die Macht, dich dazu zu bringen, dich zu unterwerfen, oder zu rebellieren.
44:43 Eine Sache, die wir Kindern sehr früh beibringen möchten, ist
44:46 "Egal in welcher Struktur du drin bist,
44:50 vergesse niemals, dass du frei wählen kannst, was du tust
44:54 Erlaube Institutionen nicht, zu bestimmen, was du du tust.
44:59 Mann, dass du dich daran erinnert hast, unter diesen Bedingungen, dass ist ein dickes
Geschenk,
44:62 Was hast du dann gemacht?
45:7 Ich habe meine "Giraffenohren" angezogen, ich versuchte, zu hören, was er fühlte und
brauchte.
45:12 Ich sagte "Auch daran hast du dich erinnert, was hast du gehört?"
45:15 "Ziemlich offensichtlich, Dad, er sah irritiert aus, er wollte, dass ich meine Haare abschneide"
45:21 "Bohh, Mann, da bin ich aber froh, dass du dich daran erinnert hast, und welches Gefühl
hattest du danach?"
45:26 "Dad, ich fühlte Trauer für diesen Mann, er war kahl, und hatte anscheinend ein Problem mit
Haaren"

45:42 Wir wollen Kinder dasselbe lehren wie Erwachsene, Institutionen können dich zu nichts
zwingen.
45:51 Andere Menschen können dich zu nichts zwingen.
45:54 Kein Mensch hat jemals etwas getan, was er nicht zu tun sich entschieden hat.

3.3.16 Geschichte: Ein Palestinenser in Hebron hat die Wahl (45:59)


45:59 Ein Palästinenser im Dorf Hebron war nicht mit mir einverstanden, "ich finde nicht dass das
stimmt, Marshall,
45:62 dass wir immer wählen können, wo war meine Wahl vor zwei Tagen?
46:7 Ein Soldat hielt seine Waffe an meinen Kopf und sagte, "zieh deine Kleider aus, oder ich
erschiesse dich"
46:11 Wo war meine Wahl? Das sieht für mich ziemlich offensichtlich aus.
46:16 Du hattest die Wahl, deine Kleider auszuziehen oder nicht.
46:19 Er lachte, "OK, ich habs begriffen".
46:22 Ich hab mich entschieden, meine Kleider nicht auszuziehen.
46:25 ich wählte..., dieser Soldat wusste, dass ich keine Waffe hatte,
46:27 er tat das um mich zu entehren.
46:30 ich wählte, mein Leben zu riskieren, um meine Ehre zu schützen.

46:32 Ok, also, ich sage nicht, dass wir die Wahlmöglichkeiten immer mögen, die wir haben, aber..
46:36 niemand kann uns zu etwas zwingen, wozu wir uns nicht selbst entscheiden.
46:40 offensichtlich hat sich der Soldat auch dazu entschieden, dich nicht zu erschiessen,
46:43 er war wohl ein sehr schlechter Schütze.

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3.3.17 Gewalt erzeugt Gewalt (46:48)

46:48 Meine Kinder haben mir fogendes gezeigt über "niemand tut etwas, was er nicht selbst
gewählt hat"
46:52 Seit sie zwei Jahre alt waren, haben sie mich erzogen.
46:55 "dass ich sie zu nichts zwingen konnte"
46:59 alles was ich tun konnte, ist, sie dazu bringen, sich zu wünschen, dass sie es getan hätten.
47:3 Und dann brachten sie mir eine weitere Lektion bei
47:5 Jedesmal wenn ich das tat, brachten sie mich dazu, mir zu wünschen,
47:7 ich hätte sie nicht dazu gebracht, sich zu wünschen, dass sie es getan hätten.
47:11 Sie brachten mir bei, dass Gewalt Gewalt erzeugt.

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