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LEICHT BEDIENBARE UND SICHERE LINUX-DISTRIBUTION

Fedora 13: Ein Blick auf das neue Linux

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Ohne Zweifel ist Ubuntu die beliebteste Linux-Distribution. Unter speziellen Bedingungen können einzelne Distributionen dennoch besser sein. Einer der größten Konkurrenten von Ubuntu ist Fedora:

Das Linux bietet zwar keinen garantierten Support, wird aber regelmäßig als Basis für Red Hat Enterprise Linux genommen. Fedora Linux galt schon immer als eines der stabilsten und benutzerfreundlichsten Linux-Betriebssysteme.

Die Entwickler bringen alle sechs Monate eine neue Ausgabe heraus. Am 25.05. wurde mit Fedora 13 eine Zusammenstellung der besten Open-Source-Software veröffentlicht, die einige spannende Neuerungen einführt - sowohl technisch im Hintergrund, als auch an der Oberfläche. Fedora Linux gibt sich wie gewohnt als Vorreiter und implementiert neue Technologien als eine der ersten Linux-Distributionen.

Gnome 2.30 und der neue KernelDie grafische Umgebung bildet Gnome in der aktuellen Ausgabe 2.30, die erst im März erschienen ist. Im kommenden Fedora

14 wird dann nach Planungen der Community schon das

neue Gnome 3 enthalten sein. Im Hintergrund der Distribution werkelt der Linux-Kernel 2.6.33 - damit ist Fedora etwas aktueller als Ubuntu mit Kernel 2.6.32. Die Entwickler haben den Kernel leicht angepasst, da die

reguläre Ausgabe diverse Probleme mit neuen AMD-Prozessoren hatte.

Fedora 13 bringt die aktuellen Fassungen der Grafiktreiber Intel und Nouveau mit. Beide benötigen das so genannte Kernel-Mode-Setting, was kurzes Flackern

des Monitors beim Start der grafischen Oberfläche verhindert. Der Radeon-Grafiktreiber enthält mittlerweile 3D-Unterstützung für diverse Karten. Im Untergrund werkelt weiterhin KVM zur Virtualisierung von Betriebssystemen - hier hat sich zum Vorgänger Fedora

12 nichts geändert.

Programme für Bilder und AudioDas Look&Feel der Desktop-Umgebung wurde leicht angepasst: Die

Blau-Töne vermitteln wie gewohnt ein freundliches Bild. Für den Endanwender gibt es gleich eine ganze Reihe neuer Funktionen: Zunächst unterstützt Fedora 13 nun das iPhone und neuere iPod-Modelle, darunter auch der iPod Touch. Wenn diese Geräte angesteckt werden, erscheint ein entsprechendes Symbol auf dem Desktop und Gnome fragt nach passenden Aktionen - zum Beispiel dem Start der Bildbearbeitung.

Nutzer können dann Shotwell öffnen. Das neue Programm ersetzt F-Spot als Bildverwaltung und läuft deutlich stabiler, da es nicht so stark auf dem Mono-Framework basiert. Shotwell kann Bilder direkt vom iPhone oder aus anderen Quellen importieren. Es ist offensichtlich, dass die Entwickler das Programm an Apples iPhoto angelehnt haben: Private Fotos werden in Alben und Ereignissen abgelegt und können dort mit der Anwendung auch spartanisch bearbeitet werden.

Rhythmbox: Musik austauschenDer erweiterte iPhone-Support wird mittels der Bibliothek libimobiledevice umgesetzt. Rhythmbox, die Musikverwaltung von Fedora, kann damit ebenfalls die neuen Geräte ansteuern: Sie erscheinen direkt im Programm als Symbol. Nutzer können beliebige Dateien auf dem Player ablegen, die dann korrekt synchronisiert werden. Wie das aktuelle Ubuntu Linux integriert Fedora mit Magnatune und Jamendo zwei Plattformen für den Kauf neuer Stücke. Die Dateien dort sind frei von DRM.

Das neue Fedora 13 glänzt aber auch mit zwei neuen Helferlein, die den täglichen Umgang mit der Distribution erleichtern: Zunächst wurde mit Pino eine komfortable Anwendung für Microblogging integriert. Die Anwender können direkt auf ihr Konto bei Twitter oder Identi.ca zugreifen und dort neue Meldungen veröffentlichen sowie die Updates anderer Nutzer lesen. Schade ist, dass Facebook nicht integriert wurde - hier hat Ubuntu klar die Nase vorn.

Schade ist, dass Facebook nicht integriert wurde - hier hat Ubuntu klar die Nase vorn. Donnerstag,

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Sehr benutzerfreundlich ist auch die neue Software für Sicherungskopien: DejaDup Backup. Damit kommt erstmals in einer Linux-Distribution eine wirklich einfache Möglichkeit, private Dateien über eine grafische Oberfläche zu sichern und zurückzuspielen. Die Kopien lassen sich automatisch im Tages-, Wochen- oder Monatsrhythmus anlegen. Die Kopien können verschlüsselt werden und als Ziel kann Amazon S3 dienen, das jedoch kaum eine Privatperson nutzen dürfte.

Bilder sannen & Dateien druckenIn die Reihe neuer Programme fügt sich auch SimpleScan ein, welches das alte XSane ersetzen soll. Das Programm verfügt über eine recht einfache Oberfläche aber einen großen Funktionsumfang: Für Text und Foto lassen sich getrennte Auflösungen festlegen. Wer lange Dokumente scannt, kann mit SimpleScan mehrseitige PDF-Dateien erzeugen. Bilder können auch zugeschnitten werden. Im Hintergrund arbeitet SimpleScan mit der leistungsfähigen Bibliothek ImageMagick.

Die wichtigste Neuerung in Fedora Linux 13 dürfte aber die automatische Druckerkonfiguration sein. Dabei werden nicht nur Standarddrucker sofort erkannt: Fedora kann mittels PackageKit und RPM fast beliebige Druckertreiber nachinstallieren. Die Distribution zeigt beim Anschließen eines neuen Geräts eine entsprechende Rückfrage an – dafür sorgt System-Config-Printer. Neue Fedora-Ausgaben müssen so nicht länger alle Treiber mitführen.

Netzwerk und UMTS-NetzstatusDer Network-Manager beinhaltet in Fedora jetzt eine Kommandozeile: Das Programm nmcli greift direkt auf seine Einstellungen zu, sodass sich komplizierte Probleme schneller lösen lassen. Sobald Fedora ohne grafische Oberfläche läuft, bietet das Administratoren deutlich mehr Komfort. Für den Endanwender dürfte spannend sein, dass der Network-Manager bei Handy-Modems und den üblichen UMTS-Sticks nun den Funkstatus anzeigen kann - damit herrscht sowohl über Signalstärke als auch Mobilfunknetz

Donnerstag,

01.

Januar

Klarheit. Im Ausland kann Roaming verhindert werden.

Benutzer & Sicherheit verwaltenGrundlegend überarbeitet wurde auch der Konfigurationsdialog für Benutzer und Gruppen, sodass dieser etwas übersichtlicher auch für Nutzer ohne technisches Hintergrundwissen ist. Ansonsten ist die Konfiguration der Firewall recht kompliziert und dürfte nur für versierte Nutzer bedienbar sein - im Zweifelsfall reicht aber die einfache Aktivierung, da Fedora 13 sinnvolle Standardeinstellungen mitbringt. Nach Installation ist die Firewall standardmäßig aktiviert.

Bei anderen Linux-Distributionen agiert die Sicherheitserweiterung SELinux nur im Hintergrund. Fedora 13 hat dagegen ein Programm integriert, dass Warnmeldungen des Schutznetzes nicht nur in ein Logfile schreibt, sondern dem Benutzer auch anzeigt. So macht Fedora 13 beispielsweise über unerlaubte Änderungen an der Firewall aufmerksam. Der Hinweis auf iptables dürfte dabei aber nur wenigen Nutzern wirklich Klarheit bringen, was im Hintergrund vorgegangen ist.

Programmierer und EntwicklerDie Zielgruppe der professionellen Nutzer kommt bei Fedora 13 aber auch nicht zu kurz: Neben der Skriptsprache Python 2.6 kann nun auch der neue Interpreter mit Version 3.0 gleichzeitig genutzt werden. Als erste Linux-Distribution werden nicht nur Eclipse und Netbeans in der Bibliothek als nachinstallierbare Software angeboten, sondern auch die freie Ausgabe der IntelliJ IDEA. Die IDE ist besonders beliebt bei erfahrenen Java-Programmierern.

Fazit: Solide und sicherDie neue Fassung von Fedora 13 wird erst in spätere Fassungen des RedHat Linux einfließen, da der Übergang der technischen Neuerungen immer einige Zeit dauert - zu Gunsten der Stabilität. Mit Fedora 13 hat die Community eine sehr solide Linux-Distribution geschaffen, die mit dem aktuellen Gnome-Desktop leicht bedienbar ist. Die neuen Programme für Bildverarbeitung sowie Scanner und

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dem aktuellen Gnome-Desktop leicht bedienbar ist. Die neuen Programme für Bildverarbeitung sowie Scanner und Seite 2/3

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Drucker sind nützlich aber wenig spektakulär. Besonders positiv fällt wieder die Sicherheit der Distribution auf. Mit aktivierter Firewall und SELinux können Hacker und andere Bösewichte dem System kaum etwas anhaben - damit fühlen sich auch Experten bei Fedora 13 wohl.

dem System kaum etwas anhaben - damit fühlen sich auch Experten bei Fedora 13 wohl. Donnerstag,