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ACHTUNG! NPD-STAMMTISCH IN LICHTENBERG!

LICHTENBERG Mittwochs findet in der Kneipe »Jägerheim«


in der Straße Alt Friedrichsfelde 127 das Kreisverbandtref-
fen der Lichtenberger NPD statt. Die NPD sitzt in der Lich-
tenberger Bezirksverordnetenversammlung (BVV). So ist es
kein Wunder dass man die Abgeordneten Jörg Hähnel und
Manuela Tönhardt dort regelmäßig antrifft. Dem Betreiber
ist es bewusst, wen er sich eingenistet hat – nicht nur ein-
mal wurde ihm ans Herz gelegt, die Neonazis vor die Tür zu
setzen. Bisher weigerte er sich. So muss er sich auch gefal-
len lassen, wenn es Antifas auf die Tagesordnung ruft und
sie ihm zeigen werden, dass Nazistrukturen nirgendwo ge-
duldet werden. Am 22. November werden wir mit der Sil-
vio-Meier-Demo an der Kneipe vorbeigehen und ihm zei-
gen, was wir von seiner Einstellung zu Nazis halten.

NAZIKADER REKRUTIEREN IN LICHTENBERGER JUGENDCLUB


WEITLINGKIEZ Im Lichtenberger Weitlingkiez an der Frank-
furter Allee liegt der Sportjugendclub der seit Jahren ohne
Erfolg rechte Jugendliche bekehren will. Von dem Ex-FAP-
Neonazischläger Percy Sauer bis zu den Aktivisten der »Frei-
en Kräfte« ist das Konzept über Generationen gescheitert.
Alexander Basil, David Gudra und Björn Wild, Lars Wünsche
(1.v.r.) tobten sich hier paramilitärisch in der Turnhalle aus.
Andere wie Martin Kalina (2.v.r.) steckten sich den Knüp-
pel in den Rucksack und zogen die »Sportjugendclub Lich-
tenberg«-Jacke an um den »Zug der Erinnerung« am Bahn-
hof Lichtenberg zu attackieren. Sozialarbeiter Peter Steger
scheint aus diesen Vorkomnissen nicht zu lernen, so fuhr
er mit »seinen Jungs« in das KZ Buchenwald, wo allesamt
mit Uniformen und Springerstiefeln erschienen.

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06 60 JAHRE NATO. 09 AUS TRAUER WIRD WUT. 22 KRAKENTANGO
Die NATO-Staaten und Aufruf des Vorbereitungs- Die »Kameradschaft
ihre Verantwortung bündnisses zur diesjähri- Spreewacht« im
für Kriegseinsätze gen Silvio-Meier-Demo Rechtsrockbuisness

AntifaJugendInfo zum
Silvio-Meier-Wochenende 2008

Inhalt
02 > MELDUNGEN.
04 > TØNSBERG IN MITTE. Warum man »Thor Steinar« das Geschäft vermiesen muss
05 > RIGAER94. 18 Jahre für Solidarität, Selbstorganisierung und Freiheit
06 > 60 JAHRE NATO. Im April 2009 will die NATO in Strasbourg ein Jubiläum feiern
07 > BILDUNGSBLOCKADEN EINREIßEN. We don't want this education
08 > KRANZABWURF. Gruseln auf dem Garnisionsfriedhof
09 > AUS TRAUER WIRD WUT. Aufruf zur Silvio-Meier-Demo 2008
10 > BIOGRAFIE. Wer war Silvio Meier?
11 > AUS TRAUER WIRD WUT. Opfer rechter Gewalt in Deutschland | BLIND? Statistiken
über rechte Angriffe werden geschönt
12 > WAHLJAHR 2009. Warum es wichtig ist den Wahlkampf der NPD zu blockieren
13 > DER SILVIO-MEIER-AKTIONSWOCHEN-KALENDER
14 > RUSSLAND. Nazimorde, Liquidierungen, rechter Konsens – Situation in Russland
16 > TIPS UND TRICKS. Kleines Einmaleins zum Verhalten auf Demonstrationen
17 > JANO. Neue Antifagruppe im Berliner Nord-Osten
18 > ANTIFA-ADVENT. Aufruf des »Antifabündnis Süd-Ost« gegen den Naziaufmarsch am
6. Dezember 2008
20 > WIR SIND ALLE TERRORISTEN. Kontrollwahn im Speicherstaat BRD
21 > ALTERNATIVE. Ein unabhängiges Jugendzentrum in Berlin-Karlshorst
22 > RECHTSROCK. Die letzten Kraken der Kameradschaft Spreewacht (KSW)

RECHTLICHES: Die VerteilerInnen sind nicht identisch mit den AutorInnen der in dieser Broschüre veröffentlichten Texte. Disese Broschüre bleibt bis zu ihrer
Aushändigung Eigentum des/der AbsenderIn. »Zur Habenahme« ist keine persönliche Aushändigung im Sinne dieses Vorbehalts.
V.i.S.d.P.: Andrea Krüger, Petersburger Straße 84, 10249 Berlin
..
THOR STEINAR DAS GESCHAFT VERMIESEN!
Am 1. Februar die- Steinar breiter Beliebtheit mungsklage des Vermieters statt. Nach
sen Jahres eröffne- in der Neonazi-Szene. Ansicht der Richter hätte der Betreiber
te in Berlin Mitte, den Vermieter vor der Eröffnung dar-
genauer gesagt in Bereits am Eröffnungstag über informieren müssen, welche Ware
der Rosa-Luxem- demonstrierten Antifa- in dem Geschäft angeboten werden
burg-Straße 18, das Gruppen, Bezirksinitiati- soll. Die Betreiber können jedoch in
Kleidungsgeschäft ven und Parteien gegen Berufung gehen und so die endgülti-
»Tønsberg«. In die- den Laden. Gewerbetrei- ge Schließung weiter herauszögern.
sem wird fast aus- bende in der Nachbar-
schließlich Kleidung schaft zeigten durch Aus- Thor Steinar bereitet sich jedoch be-
der bekannten Nazi- hänge in den reits auf die
Marke Thor Steinar verkauft Schaufenstern ihre Ableh- Schließung vor:
nung und klärten über die Auf ihrer Inter-
iverse Jacken, Hosen und T- Hintergründe von Thor netseite bewer-

D Shirts des Labels sind mit


Schriftzügen und Abbildungen
bedruckt, die durch ihre direkte Anleh-
Steinar auf. Durch eine De-
monstration drei Wochen
nach der Eröffnung wurde
ben sie mittler-
weile als weite-
re Filiale in Ber-
nung an den Nationalsozialismus das der Protest aufrecht erhal- lin den Door-
rechte Publikum ansprechen sollen. ten. Außerdem griffen An- breaker im
Das Repertoire umfasst Codes der ex- tifas immer wieder den Ringcenter II an
trem rechten Szene, völkische Symbo- »Tønsberg« mit Farbbeuteln der Frankfurter
le wie Runen, Bilder von SS und Wehr- und -flaschen an. Bereits Allee. Dieser hat
macht und zweideutige Anspielungen nach einer Woche kündigte bereits seit Jahren neben unpoliti-
wie »Ski-Heil« oder »Wir machen der Vermieter dem Laden fristlos, wäh- schen Klamotten ein großes Angebot
auch Hausbesuche« (mit der rend die Hausverwaltung die Verwal- der Marke Thor Steinar im Angebot.
Abbildung eines Maschinen- tung des Hauses einstellte.
gewehres). In Zukunft werden wir unseren Fokus
Diese Erfahrung dürfte dem »Tønsberg« auf diesen Laden richten, damit er
In der Ästethik verabschie- nicht neu sein: Kurz vor der Eröffnung entweder den Verkauf der Marke ein-
det sich Thor Steinar vom des »Tønsberg« musste der gleichnami- stellt oder es dem gekündigten
Klischeebild des klassi- ge Thor-Steinar-Laden im Berliner Car- »Tønsberg« gleich tut.
schen, schmuddeli- ré schließen. Die kommunale Woh-
gen Nazi-Skin- nungsbaugesellschaft Mitte hatte nach ANTIFA PRENZLAUER BERG
heads. Die breiten Protesten den Mietvertrag
Marke ori- nicht verlängert. Die Erfahrungen aus ◆ stopthorsteinar.blogsport.de
anderen Städten zeigen allerdings,
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dass eine fristlose Kündigung noch
keineswegs die sofortige Schließung
der Läden bedeutet: In Magdeburg
entiert wurde dem Thor-Steinar-Laden »Nar-
sich stattdessen vik« bereits im Juli letzten Jahres frist-
hauptsächlich an los gekündigt. Die juristischen Ausein-
moderner Street- andersetzungen dauern bis heute an
wear und ver- – der Laden ist weiterhin geöffnet.
sucht rechte Sym-
boliken eher de- Beim »Tønsberg« gab es nun eine Ent-
zent einzusetzen. scheidung: Am 14. Oktober 2008 gab
Folglich erfreut sich Thor das Berliner Landesgericht der Räu-
18 Jahre für Solidarität,
Rigaer94: Selbstorganisierung und Freiheit
EIN BEITRAG DER RIGAER STRASSE 94

Unser Hausprojekt besteht nun seit 18 Jahren: 1990 fand die Besetzung statt, einige Jahre später wurden Miet-
verträge abgeschlossen. Dies sollte allerdings nicht bedeuten, dass der Stress damit vom Tisch ist. 2000 kaufte Suit-
bert Beulker das Haus, und ließ seitdem nichts unversucht, uns wieder los zu werden. Etliche Räumungen folgten,
sowohl von Teilen des Wohnauses als auch von unseren Veranstaltungsräumen in der Kadterschmiede, unserer Knei-
pe. Auch SEK Einsätze, private Sicherheitsdienste, Nazi-Bauarbeiter, hohe Prozesskosten und Druck von der Stadt
schafften es nicht, uns aus diesem Haus zu vertreiben

menschlichung im alltäglichen Leben im- der kapitalistischen Gesellschaft zu sein.

D
ies hat auch mit der hohen So-
lidarität zu tun, die uns viele mer wieder in Frage zu stellen und ge- Nicht erst darauf warten, dass Andere sich
Menschen auf verschiedenen meinsam abzubauen. Das bedeutet für uns bewegen, sondern selber aktiv sein! Selbst-
Ebenen immer wieder zuteil werden lie- auch, der Verwertungslogik des Kapitalis- organisierte Strukturen stellen eine kon-
ßen. Denn jede Räumung wurde mit un- mus, mit Solidarität krete Alternative dar, wenn wir versuchen
terschiedlichen Niveaus des Wider- und Selbstbestim- wollen, eine kollektive Antwort auf all die
standes beantwortet und im- mung entgegenzu- Fragen zu finden, mit denen wir täglich
mer wieder hielten wir uns an treten und uns unsere Frei- wieder konfrontiert werden: Selbstorgani-
das Motto: Nach der Räumung ist vor der heit zu erkämpfen. sierte Räume können Schutz vor rassisti-
Besetzung! schen, sexistischen und neonazistischen
Wir sehen im Zusam- Übergriffen bieten, als möglichen Ort für
Doch obwohl die Lage in den letzten menleben in der R94 den Aufbau einer antifaschistischen, auto-
Monaten wieder etwas ruhiger er- die Möglichkeit, die- nomen oder anarchistischen Kultur dienen,
scheint, liegen neue Räumungsklagen se Prozesse voranzu- Schutzraum für illegalisierte Menschen
vor: Wieder einmal können die Kadter- treiben.Wir sind uns bewusst darüber, darstellen oder Ort der Organisation un-
schmiede und Teile des Hauses jederzeit dass dies eine alltägliche Auseinanderset- kommerzieller Veranstaltungen sein ...
geräumt werden. In der gleichen Situation zung erfordert und auch darüber, dass es
befindet sich unser benachbartes Hauspro- kein richtiges Leben im falschen gibt. In diese Sinne: Rigaer94 – 18 Jahren
jekt Liebig14, dessen Eigentümer ebenfalls Falsch ist nur, den Kampf gegen die gegen- sind nicht genug! Kapitalismus an-
Beulker ist und diese Liste ließe sich mit wärtigen Bedingungen aufzugeben. Daher greifen – für eine befreite Gesell-
noch etlichen weiteren bedrohten Projek- halten wir es für wichtig, uns nicht in un- schaft!
ten ergänzen. Selbstverständlich verspüren serem Haus einzuschließen und abzuschot-
wir keinerlei Absichten widerstandslos von ten. Der Kampf ums Ganze muss nach ◆ rigaer94.squat.net
hier abzuhauen, am Tag der Räumung draußen auf die Straßen getragen werden,
heißt es immer noch: Stürzt Berlin ins dort wo soziale Kämpfe stattfinden,
Chaos! Unser Kiez ist nicht der einzige der wo Nazis vertrieben werden
schon seit mehreren Jahren vom Prozess müssen, wo Häuser oder Wa-
der so genannten Gentrification befallen genplätze geräumt und Mi-
ist. Verdrängung, Vertreibung, steigende grantInnen abgeschoben
Mieten, teure Läden, Abbau unkommer- werden, wo Gefangene ge-
zieller Räume, Räumungen:Auf all das ha- gen dreckige Bedin-
ben wir keinen Bock und wehren uns gungen im Knast
daher vehement gegen Vertreibung kämpfen. Überall
und Yuppisierung, denn Mitte oder wo unsere Genos-
Prenzlauerberg liegen fernab von sInnen Unterstüt-
dem, was wir unter einer optimalen zung brauchen,
Wohnsituation verstehen. sollten wir Präsenz
zeigen und kompromiss-
Was verstehen wir unter Rigaer94? los weiter kämpfen damit
Für uns stellt das Leben in der Rigaer94 unsere aktive Beteiligung
den Versuch dar, eine andauernde Ausein- Wirkung zeigt. Dafür sind
andersetzung mit den uns ankotzenden ge- Selbstorganisierung und Direk-
sellschaftlichen Strukturen zu provozieren. te Aktionen elementare
Wir versuchen Strukturen wie Hierarchie, Grundlage, um weiterhin ein
Sexismus, Individualisierung und Ent- kleiner Stachel im Hintern
60 Jahre NATO – Kein Grund zum Feiern!
Am 3. und 4. April 2009 will die NATO in Strasbourg (Frankreich) und
in Baden-Baden ihr 60. Jubiläum feierlich begehen

Zunächst war der Ort Kehl an der gagement der NATO-Staaten bestim- und die Erschließung von Investitions-
deutsch-französischen Grenze im Ge- men. Die NATO verfolgt mit ihren und Absatzmärkten für Unternehmen.
spräch. Laut neueren Informationen Kriegseinsätzen und »zivil-militäri- Kriege stellen im globalen Kapitalis-
finden Teile des Gipfels wohl nun in schen« Projekten eine langfristige mus keine Ausnahme, sondern die Re-
Baden-Baden, einer Kleinstadt im Strategie. Es geht den Mitglieds-Staa- gel dar. Sie sind untrennbar verbun-
Westen Baden-Württembergs, statt. ten vor allem um die (weitere) welt- den mit einer Ökonomie, die auf der
Gegen den NATO-Gipfel hat sich eine weite neoliberale Umstrukturierung gewaltsamen Konkurrenz von Natio-
breite internationale Mobilisierung nen, Unternehmen und Individuen
aus linken Gruppen und der Friedens- ANZEIGE beruht.
bewegung gebildet, die dieses Treffen
zum Anlass nehmen, gegen Krieg und Ein Ausweg aus einer Welt, in der
Militarismus auf die Straße zu gehen Krieg, Besatzung und Folter an der Ta-
gesordnung sind, ist nur möglich durch
ie NATO (North Atlantic Treaty Or- die Beseitigung des Kapitalismus und

D ganization) ist ein militärisches


Bündnis der europäischen und
nordamerikanischen Staaten, das
die Errichtung einer befreiten Gesell-
schaftsordnung, die auf Solidarität be-
ruht.
1949 gegründet wurde.
Der NATO-Gipfel im Frühjahr 2009 ist
Die NATO-Staaten sind seit Ende des eine gute Gelegenheit, ein starkes Zei-
Ost-West-Konflikts für eine Reihe von chen gegen Krieg und Kapitalismus zu
Kriegseinsätzen verantwortlich. 1999 setzen. Es sind verschiedene Protest-
führte die NATO einen Angriffskrieg ge- aktivitäten geplant: eine Demonstra-
gen Jugoslawien. Aktuell hat die NATO tion am Samstag, dem 4. April 2009,
die Führung über die ISAF-Truppen in eine internationale Konferenz von
Afghanistan inne. Vorgeblich werden Donnerstag, 2. April bis Sonntag, 5.
die immer zahlreicher werdenden mi- April 2009, ein internationales Wider-
litärischen Einsätze aus humanitären stands-Camp sowie vielfältige Aktio-
Gründen, für Demokratie und gegen nen, um den Gipfel der Kriegstreiber
den internationalen Terrorismus ge- nicht ungestört stattfinden zu lassen.
führt. Tatsächlich geht es jedoch um
ökonomische und politische Machtin- Auf nach Strasbourg und Baden-Ba-
teressen. Bei Afghanistan spielt vor al- den! Kein Friede mit der NATO!
lem die Lage des Landes in der Nähe
der Rohstoffvorkommen im kaspischen ANTIFASCHISTISCHE LINKE BERLIN (ALB)
Raum eine wichtige Rolle. Letztlich
sind es vor allem geostrategische Über- ◆ antifa.de | dazwischengehen.org
legungen, die das internationale En-
WE DON'T WANT TH IS EDUCATION
Test! Was, wieder nicht gelernt? Das ist diesmal auch Uni, alles dient der Zurichtung für die Wirtschaft. Deut-
nicht schlimm, denn hier geht es nicht um Wissen, wel- lich wird dies immer besonders dann, wenn nach Studi-
ches du nach der Klausur eh wieder vergisst, sondern en wie Pisa alle rumheulen, dass die SchülerInnen ja so
hier testest du dich selbst ungebildet seien, im internationalen Wettbewerb hinten
an stünden und dieser Umstand für die wirtschaftliche
ier testest Du, ob Du deinen Groll über dieses Zukunft des Landes untragbar sei.

H Schulsystem und deine im-


mer neue Wut über steti-
gen Leistungsdruck, gute Noten zu
Wir hingegen wollen kein Bildungs-
system, das nach Profitinteresse aus-
erhalten, umwandeln und Dich bei gerichtet ist. Wir wollen Bildung, die
den Bildungsprotesten engagieren selbstbestimmt ist und als Ziel die
kannst, ob Du deine Zukunft ge- optimale Entfaltung der individuel-
meinsam mit tausenden anderen len Persönlichkeiten hat, je nach Be-
SchülerInnen in die Hand nehmen dürfnissen und Fähigkeiten der Men-
wirst und zum Schulstreik am 12. schen.
November auf die Straße gehst.
Eine solche Bildung aber ist mit dem
Dort zeigen wir, dass wir uns diese Profitinteresse von Staat und Wirt-
Missstände nicht länger gefallen schaft unvereinbar, weshalb wir
lassen. Worum es uns hierbei geht, nicht nur am morschen Tischbein
ist schnell klar gestellt: Fakt ist, rütteln wollen, um gute Bildung zu
dass uns all der Kram nicht aus pu- bekommen, sondern gleich die gan-
rer Nettigkeit eingetrichtert wird ze Schulbank umschmeißen und den Kapita-
oder weil sie darum besorgt sind, dass wir unseren Ein- lismus, der uns unterdrückt, begraben wollen.
kauf im Supermarkt nicht zusammenrechnen können,
sondern weil wir als Arbeitskräfte dazu fähig sein sollen Beteilige auch Du dich an den Bildungsprotesten und
Profit zu erwirtschaften und dafür wissen müssen, was komme zum antikapitalistischen Block, denn diesen Test
wir zu tun haben. bestehst Du locker!

Ein/e ArbeiterIn, der/die am Fließband steht, braucht kei- Gemeinsam kämpfen für Solidarität und eine faire
ne höhere Bildung, also wird bereits in der Grundschule selbstbestimmte Bildung. Kapitalismus abschaffen!
selektiv entschieden, welchen Bildungsweg SchülerInnen
einzuschlagen haben. Schon im Alter von 12-13 Jahren ANTIFASCHISTISCHE REVOLUTIONÄRE AKTION BERLIN |
wird festgelegt, welche Position ein Kind später in der Ge- arab.antifa.de | ANTIFASCHISTISCHE INITIATIVE REINICKEN-
sellschaft haben wird. Egal ob in der Schule oder auf der DORF | air.antifa.de

+++ TERMINHINWEIS +++


A
nlässlich des 16. Todestages von Silvio Meier wer- geeignet und starteten von da aus die Angriffe. Mit Vi-
den wir an diesem Abend in die 90iger Jahre zu- deoschnipseln und ZeitzeugInnen.
rückschauen. Nach der Wende wurden in Fried-
richshain ganze Häuserzeilen durch BesetzerInnen vor ◆ Donnerstag | 20.11 | 19 UHR | »Offenes Antifa Café«
dem Verfall gerettet. Es folgten teils spektakuläre Vertei- im Vetomat (Scharnweberstr. 35, U-Bhf. Samariterstr.)
digungskämpfe – mal gegen den Berliner Senat, mal ge-
gen rechte Hooligans und Neonazis. Diese hatten sich in ◆ »Offenes Antifa Cafe«, jeden 3. Donnerstag im Monat
der Lichtenberger Weitlingstraße ebenfalls ein Haus an- ◆ www.antifa-fh.de.vu
Gruseln auf dem
Garnisionsfriedhof
Im November treffen sich auf dem maligen deutschen Kolonie »Südwest-
Neuköllner Garnisionsfriedhof am Co- afrika«, dem heutigen Namibia. Unge-
lumbiadamm ehemalige Wehr- fähr 80.000 Herero und Nama, Ange-
machtssoldaten, Mitglieder von sol- hörige von dort beheimateten Stäm-
datischen Traditionsverbänden, Poli- men, verloren dabei ihr Leben. Im Ge-
tiker der DVU, NPD und FDP aber auch gensatz dazu nur knapp 700 deutsche
alte und neue Neo- Nazis zu einer all- Soldaten. Ein ziemlich deutliches Un-
jährlichen Gruselveranstaltung gleichgewicht, was zeigt wie brutal die
deutschen Truppen damals gegen die
ie legen Kränze an den verschie- Menschen vorgegangen sind.

S denen Gedenksteinen ab und be-


trauern sich und die gefallenen
deutschen Soldaten aus dem 1. Und 2.
Doch warum das ganze Theater?
Ziel des Ganzen ist es die Verbrechen
bre-
chen
Weltkrieg oder auch aus den Eini- der deutschen Soldaten auszublenden des Natio-
gungskriegen. und es so möglich zu machen sie so auf nalsozialismus sein nur ein »normaler«
eine Stufe mit den eigentlichen Opfern, Krieg gewesen und verhöhnen so
Doch was haben alle Trauernden ge- also zum Beispiel den Jüdinnen und nachträglich die Opfer. Genau diese
meinsam? Sie alle rühmen die »Hel- Juden, zu stellen. Denn klar ist, dass Menschen treffen sich jedes Jahr in
dentaten« der deutschen Soldaten und wenn man die Absicht des Vernich- Neukölln auf dem Friedhof am Colum-
verschweigen dabei, die Beteiligung tungskrieges außen vor lässt und so- biadamm.
eben jener deutschen Soldaten zum mit die Verbrechen der Deutschen
Beispiel am nationalsozialistischen »vergisst«, dann besteht auch kein Was kannst Du tun?
Vernichtungskrieg, welcher Millionen Grund mehr, warum man nicht auch Erst einmal solltest Du vorsichtig sein
Jüdinnen und Juden, aber auch Homo- um die deutschen Gefallenen gleich- bzw. misstrauisch werden, wenn ir-
sexuelle, Sinti und Roma, politisch An- berechtigt trauern soll. Doch so ein- gendjemand anfängt über deutsche
dersdenkende oder auch Obdachlose fach darf es nicht sein. So weiß jeder, gefallene Opfer zu labern. Warum
das Leben kostete. mehr oder weniger genau, wer die weißt Du ja. Außerdem findet jährlich,
Verantwortung für die Verbrechen in am entsprechenden Tag im November,
Im Klartext sie verharmlosen also die der Zeit des Nationalsozialismus trägt eine Gegenveranstaltung statt, um
deutschen Kriegsverbrechen, indem und das sind ganz eindeutig die Deut- lautstark klar zu machen, dass hier et-
sie diese herunterspielen oder in ih- schen und insbesondere die deutschen was vollkommen falsch läuft. Die Ge-
rer Wahrnehmung vollkommen aus- Soldaten. Es besteht also kein Grund genproteste finden meistens direkt
blenden. Deutlich wird das Ganze auch diesen Tätern auch nur eine müde Trä- neben dem Friedhofsgelände statt.
am so genannten »Herero- Stein«. Mit ne nachzuweinen. Du bist natürlich herzlich eingeladen
diesem Gedenkstein wird den Mit- und willkommen.
schuldigen, den deutschen Soldaten, Diese Menschen, sie werden Ge-
gedacht welche an dem Völkermord an schichtsrevisionisten genannt, wollen AUTONOME NEUKÖLLNER ANTIFA (ANA)
den Herero und Nama beteiligt waren. mit dieser falschen Darstellung der Ge-
Das Ganze pas- schichte den Eindruck er- ◆ antifa-neukoelln.de.vu
sierte in der wecken die unvor-
da- stellbar grausa-
men Ver-
AUS TRAUER WIRD WUT!
KAMPF DEN NAZIPARTEIEN, DEM RECHTSROCK UND DEN »AUTONOMEN« NATIONALISTEN

und dem Veranstalten von Kulturange-


boten mit linkem Backround wird den
Nazis erfolgreich Gegenwehr geboten.

Begleitmusik zu Mord und Totschlag


Eine beliebte Strategie zur Politisierung
und Radikalisierung von rechten Ju-
gendlichen ist das massenhafte Ange-
bot und Verbreiten von neonazisti-
scher Musik. Rechtsrock, in seinen vie-
len Facetten, ist oftmals der erste Be-
rührungspunkt für Jugendliche mit der
rechten Szene.

Aus Akten und Presseberichten ist be-


kannt, dass neonazistische Täter nicht
selten vor ihren Übergriffen Neonazis-
musik hörten. Auch in Lichtenberg ist
eine wichtige Zweigstelle für die Her-
stellung und den Konsum von Rechts-
AUFRUF ZUR SILVIO-MEIER-DEMONSTRATION 2008
rock zu finden. Unweit des Bahnhofs
Lichtenberg betreibt die Neonazi-Grup-
Alle Jahre wieder heißt es heraus auf genzutreten. Wo rechte Ideologien im- pe »Kameradschaft Spreewacht« (KSW)
die Straße, zur Silvio-Meier-Demon- mer mehr Zulauf finden und »Thor ein Clubhaus (siehe Seite 22).
stration. Gemeinsam wollen wir der Steinar«-Klamotten zur Massenmode
unzähligen Opfer faschistischer Über- werden, ist es an uns eine Alternative Eng verwoben ist die KSW mit der er-
griffe gedenken und ein Zeichen für aufzuzeigen. Linke und autonome Frei- folgreichen Neonaziband »Legion of
eine starke linke Jugendbewegung räume bieten die Möglichkeit zur Eta- Thor«, aber ebenso besitzen sie Kon-
setzen, die solidarisch den bestehen- blierung gesellschaftskritischer Ideen takte zu örtlichen Kameradschaftlern,
den Zuständen den Kampf ansagt und ermöglichen ein solidarisches Mit- zu DVU-Biedermännern und NPD-Ka-
einander. Aus diesem Grund gilt es dern. Mehrmals in der Woche öffnet
uch heutzutage kommt es immer Selbstorganisierte Projekte gegen Staat die KSW ihr Clubhaus für Kneipenaben-

A wieder zu rechter Gewalt, die


sich gegen Menschen richtet, die
nicht ins rassistische, antisemitische
und Nazis zu verteidigen und neue zu
schaffen.
de an denen Neonazis verschiedenster
Prägung zu Rechtsrockabenden zusam-
menkommen. Hierbei handelt es sich
und homophobe Weltbild der Neona- Immer wieder zeigt sich, dass vor al- nicht nur um eine Kneipe, die Neona-
zis passen. Kaum ein Tag vergeht ohne lem die Schaffung linker Strukturen zis den Eintritt erlaubt. Vielmehr be-
eine Meldung über erneute Angriffe probate Mittel sind, um ein Vordringen treiben hier Neonazis für Neonazis ei-
auf Migrantinnen und Migranten und rechter Dominanz zu verhindern. So nen Clubraum, in dem sie ungestört
linke Jugendliche. Auch 16 Jahre nach sind vor allem die Wohngebiete im ihre menschenverachtende Musik kon-
dem Tod des Friedrichshainer Hausbe- Berliner Osten, in denen linke Freiräu- sumieren und weitere Aktivitäten pla-
setzers und Antifas Silvio Meier (siehe me Seltenheitswert haben, ein belieb- nen können.
Kasten, Seite 10) morden Neonazis. ter Rückzugsort für aktionistische
Seit 1990 kamen in Deutschland an die Jungnazis, Kameradschaftler und Par- Gerade aufgrund der Gefahr die von
200 Menschen durch neonazistische teikader. Doch auch dort gibt es Strö- der, nach Außen abgeschotteter,
Gewalt ums Leben. In den immer stär- mungen, die sich gegen Rassismus, Rechtsrockszene ausgeht, ist es für uns
ker nach rechts abdriftenden gesell- Antisemitismus und Nationalismus zur als Antifaschistinnen und Antifaschi-
schaftlichen Kontext eingebettet, ent- Wehr setzen. sten nicht hinnehmbar, dass es so et-
stehen immer wieder Orte wo Neona- was unwidersprochen in Lichtenberg
zis in einigen Bereichen eine dominie- Diese gilt es zu unterstützen und aus- gibt. Wir werden nicht zusehen wie die
rende Rolle einzunehmen versuchen. zubauen. Mit ausdauernder antifaschi- Rechtsrockszene hier ein Domizil auf-
stischer Arbeit auf allen Ebenen, der baut und sich ungehindert treffen
Gegen die ganze Scheiße Rückeroberung des öffentlichen Rau- kann.
Es liegt an uns, diesem Treiben entge- mes, dem Schaffen linker Freiräume weiter Seite 10
Den Tätern auf die Pelle rücken Deswegen ist es nur natürlich, immer neonazistischer Gewalt und die Schaf-
Gerade jugendliche Neonazis aus Lich- wieder im Weitlingkiez zu demonstrie- fung alternativer, linker und autono-
tenberg wagen immer wieder den Blick ren und den Neonazis zu zeigen, dass mer Strukturen.
über den rechten Tellerrand und ver- sie auch dort weder anonym noch si-
suchen auch im vermeintlich linken cher vor antifaschistischem Wider- He Ho lets go!
Friedrichshain aktionistisch zu wer- stand sind. Gründe gibt es genug am 22. Novem-
den. So kam es im Laufe des Jahres ber 2008 ab 15 Uhr zusammen auf die
2008 immer wieder dazu, dass Neona- Wir bleiben Alle! 16. Silvio-Meier-Demo unter dem Mot-
zis aus dem Umfeld des »Nationalen Das sich rechte Strukturen nicht in al- to: »Aus Trauer wird Wut! Gegen
Widerstands Berlin« und aus den ehe- len Bezirken in gleicher Vehemenz aus- Rechtsrock, Naziparteien und »Autono-
maligen Strukturen der mittlerweile breiten liegt vor allem am Bestehen me« Nationalisten auf die Straße zu
verbotenen »Kameradschaft Tor« (KST) linker Strukturen und Freiräume. Im- gehen. Wir werden nicht zusehen, wie
in Friedrichshain Migrantinnen und mer wieder stellt sich heraus, dass sie sich rechte Strukturen ausbreiten, wie
Migranten, linke Hausprojekte und al- das beste Mittel gegen neonazistische schmierige Rechtsrocker ihre CDs pro-
ternative Jugendliche angegriffen ha- Strukturen und kapitalistisches All- duzieren und ihr Bier trinken, wie
ben oder es versuchten. Natürlich ist es tagsgrau sind. Aber auch diese Struk- Möchtegern-Autonome Nationalisten
wichtig den Neonazis direkt auf der turen sind in Berlin massiv bedroht, menschenverachtende Gewalt auf die
Straße unmissverständlich zu verstehen seien es anstehende Versteigungen, Straße tragen und wie es dem erfolg-
zu geben, dass sie in Friedrichshain das Fortschreiten der Gentrifizierung, reichsten Mittel gegen Neonazis, den
und anderswo nicht erwünscht sind. Räumungen, die Aufbesserung der Kie- linken und autonomen Strukturen, in
ze durch Firmen oder durch staatliche Berlin immer schwieriger gemacht
Die Mittel dazu sind vielfältig. Eine Planungsbüros. wird zu existieren.
Möglichkeit ist auch, die Täter und Tä-
terinnen in ihrem Wohnumfeld aufzu- Die Solidarität der Silvio-Meier-Demo Deswegen zusammen am 22. Novem-
suchen und ihre Nachbarschaft direkt gilt auch immer wieder den Hauspro- ber 2008 ab 15 Uhr U-Bhf. Samari-
zu informieren um wen es sich bei dem jekten in Berlin, anderswo und welt- terstraße auf die Straße!
Jugendlichen im schlecht-kopierten weit. Aus wichtigem Grund: seit Jah-
Autonomenlook nebenan handelt. ren bedingen sich das Zurückdrängen ◆ silviomeier.de.vu

BIOGRAFIE. Wer war Silvio Meier?


Silvio Meier stammte aus der DDR. Nach ner Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren. Die Mitange-
der Wende war er unter anderem als klagten, der 18jährige Sven M. und der 17jährige Alex-
Hausbesetzer in der alternativen Szene ander B., erhielten Freiheitsstrafen von dreieinhalb Jah-
aktiv. ren beziehungsweise acht Monaten, letztere wurde zur
Bewährung ausgesetzt. Die restlichen Festgenommenen
Am Tattag hatten Silvio und einige seiner Freunde sich wurden nicht angeklagt.
mit acht rechtsextremen Jugendlichen gestritten und
einem von ihnen einen Aufnäher mit der Aufschrift »Ich Unmittelbar nach dem Tod Silvios richteten Jugendliche
bin stolz, ein Deutscher zu sein« von der Jacke geris- am U-Bahnhof Samariterstraße eine Mahnwache ein.
sen. Die Neonazis zogen Messer und stachen auf die Seither findet an diesem Ort jedes Jahr eine Gedenkde-
Gruppe ein. Silvio wurde mit mehreren Stichen getötet, monstration statt.
zwei seiner Begleiter schwer verletzt.
In der U-Bahn-Station wurde eine Gedenktafel ange-
Die Jugendstrafkammer des Kriminalgerichts Berlin-Moa- bracht, sie wurde wiederholt geschändet. Auch die BVG
bit verurteilte den 17jährigen Sandro S., der die tödli- ließ diese Tafel mehrmals entfernen und entschied sich
chen Messerstiche ausgeführt hatte, am 2. Oktober 1993 erst nach öffentlichem Protest dafür, sie an ihrem Platz
in einem Jugendstrafverfahren wegen Totschlags zu ei- zu belassen.
Kein Vergeben – Kein Vergessen
Seit der so genannten Wiedervereini- Ebenfalls im August in Bernburg bei re alten Sven P. und dem 21 Jahre al-
gung wurden in der BRD über 140 Magdeburg wurde der 18jährige Mar- ten Christian W. totgeschlagen. Die
Menschen von Faschisten getötet. In cel W. von dem in der Stadt bekann- beiden Nazis schlugen und traten so
den letzten Monaten wurden wieder ten Nazi David B. ermordet. Mit zahl- lange auf ihn ein, bis der Schädel von
Menschen von Rechten umgebracht. reichen Messereinstichen im Körper Bernd K. mehrfach aufgebrochen war.
Wie so häufig, ohne dass es die Öf- fand man ihn tot in der Wohnung des Danach versuchten sie ihn anzuzünden
fentlichkeit registrierte Rechten. Marcel W. wurde schon häu- und flüchteten. Während der Tat tru-
fig von David B. angegriffen und ge- gen beide nazistische T-Shirts. Die bei-
Mitte August wurde in Magdeburg der schlagen, zuletzt im November 2007. den Vorbestraften gaben an, Bernd K.
20jährige, angehende Kunststudent Seitdem habe er »panische Angst« vor getötet zu haben, weil er ein »Asozia-
Rick L. totgeschlagen. Zuvor soll es ei- dem Nazi, gestand er einer Freundin. ler« sei. Nun sitzen beide in U-haft.
nen Streit zwischen ihm und dem Schließlich sollte er am 26. August vor
ebenfalls 20jährigen Täter Bastian O. Gericht gegen B. aussagen. Wie Marcel In allen drei Fällen versuchten die Po-
gegeben haben, in dessen Verlauf er W. in die Wohnung des Nazis kam, ist lizei, die Städte und die ermittelnden
selbigen als »Faschisten« betitelte. bis heute ungeklärt. Der Täter ist wie Staatsanwaltschaften zu deckeln: Mit
Daraufhin schlug und trat Bastian O. so im oben genannten Fall bei der Mobi- Aussagen wie »es handele sich um Ge-
lange auf Rick L. ein, bis dieser sich len Opferberatung und Antifas als ge- waltdelikte zwischen Jugendlichen«
nicht mehr rührte. Bastian O., der walttätiger Nazi bekannt. Auch er trägt (Innenministerium Sachsen) oder »un-
durch Zeugen als Täter identifiziert nazistische Tätowierungen und mar- sere Stadt hat kein Nazi-Problem«
wurde, ist der Mobilen Opferberatung schierte regelmäßig auf rechten De- (Templiner Bürgermeister nach der Tat)
sowie den örtlichen Antifa-Gruppen monstrationen mit. werden diese Taten relativiert und so-
als bekennender Nazi ist bekannt. mit der nazistische Hintergrund der Tat
Einen Monat vorher, im Juli 2008 wur- geleugnet.
Das Jugendschöffengericht verurteilte de der 55jährige Tischler Bernd K. im
ihn schoneinmal zu einer Ffrei- brandenburgischen Diese Scheiße haben wir satt! Organi-
heitsstrafe von 20 Monaten. Die- Templin umge- siert den antifaschistischen Selbst-
se Haftstrafe hatte Bastian O. im bracht. Der Hand- schutz! Schlagt zurück, auf allen Ebe-
Frühjahr diesen Jahres verbüßt, werker wurde in nen, mit allen Mitteln!
nun sitzt er wieder im Gefängnis seiner Werkstatt
und ein Mensch ist tot. von dem 18 Jah- ANTIFA PRENZLAUER BERG

RECHTE ANGRIFFE IN BERLIN – STATISTIKEN AUF DEM RECHTEN AUGE BLIND?


Jedes Jahr werden von den staatli - Gewalt registrierte, kommt der Sensibilität und mangelnde Kompe-
chen Ermittlungsbehörden Stati - Schattenbericht zu weit höheren tenz im Umgang mit Betroffenen
stiken über die Anzahl rechter Ge - Zahlen. Nach ihren Erkenntnissen durch die Polizei ist oft auf man-
walttaten des vergangenen Jahres wurden 122 rechtsextreme gewalt- gelnde Schulung und Ausbildung der
herausgegeben. tätige Übergriffe verübt – also na- Beamten zurückzuführen, vermutet
hezu doppelt so viele. die »Bürgerinitiative gegen Rechts
Die Ermittlungsbehörden verzeich- Friedrichshain«.
nen Jahr für Jahr grundsätzlich we- Es gibt verschiedene Ursachen für
niger Gewalttaten als die unabhän- diese Differenzen in den Statistiken. Eines wird mehr als deutlich: Es liegt
gigen Projekte. Jüngstes Beispiel ist So vermuten die VerfasserInnen des an den Betroffenen und den ZeugIn-
der »Schattenbericht Berliner Zu- Schattenberichts, dass die Entpoli- nen Vorfälle zu melden. Es liegt an
stände 2007«, des Mobilen Bera- tisierung vieler rechter Übergriffe uns, Betroffene rechter Gewalt da-
tungsteam gegen Rechtsextremis- durch staatliche Stellen dazu führt, bei zu unterstützen! Es liegt an uns
mus (MBR) und dem Antifaschisti- dass Vorfälle als »jugendtypische allen dafür zu kämpfen, dass ein Kli-
schem Pressearchiv (apabiz), in der Auseinandersetzungen« abgetan ma entsteht, in dem rechte Über-
die statistisch erfassten rechten werden. Eine weitere Ursache ist der griffe nicht geduldet werden.
Übergriffe weit höher liegen, als dies Umstand, dass Betroffene rechter
von den Ermittlungsbehörden be- Gewalt sich nicht immer an die Po- Die Informationen entstammen
hauptet wird. lizei wenden, sei es, dass sie Angst dem Schattenbericht 2007, dem
vor TäterInnen oder der Behörde Register Treptow-Köpenick sowie
Während der Berliner Verfassungs- selbst haben. diverser Pressemitteilungen des
schutz mit 67 Fällen rechtsextremer MBRs, als auch ReachOut
NPD IM WAHLJAHR 2009 verbotener Bands und beteiligen sich
an gewalttätigen Übergriffen. All das
hat es in Berlin während Wahlkämp-
fen der NPD schon gegeben.
WARUM ES WICHTIG IST DEN WAHLKAMPF DER NPD ZU BLOCKIEREN
Volksfront als Erlebniswelt
Mitte nächsten Jahres wird der Deut- CDs«; ihre Parteizeitung die Deutsche Der Erfolg der NPD ist auf ihr Konzept
sche Bundestag und das Europaparla- Stimme aber auch direkt in die Orga- der »Volksfront von rechts« zurückzu-
ment neu gewählt. Auch neonazisti- nisation von Aufmärschen und in die führen. Mittels Wahlabsprachen mit
sche Organisationen wie die NPD, die Ausstattung von Neonazi-Kamerad- der DVU und gegenseitiger Unterstüt-
Republikaner und DVU werden zur schaften gepumpt. Da die NPD als Par- zung mit »Freien Kameradschaften«
Wahl antreten tei in Berlin in einigen Bezirksverord- wurden Kräfte zu Wahlkampfzeiten ge-
netenversammlungen (kurz BVV) Sitze bündelt. So verteilten Mitglieder Ber-
Die Erfahrungen der letzten Jahre zei- hat, stehen ihr auch kostenlos staat- liner Kameradschaften Wahlpropagan-
gen, dass die NPD jede noch so kleine liche Räumlichkeiten für ihre Veran- da für die NPD und schützten deren
Wahl und Bürgerentscheide nutzt, um staltungen zur Verfügung. Stände und Veranstaltungen. Im Ge-
mit ihrer völkischen Ideologie und der genzug wurden 2005 die Jugendorga-
Verherrlichung des Nationalsozialis- Problematischer ist aber, dass sich die nisation der NPD, die »Jungen Natio-
mus in die Öffentlichkeit zu kommen, NPD durch den Status einer Partei, als naldemokraten« (JN) mit Kadern der in
neue Parteimitglieder zu werben und eine unter vielen darstellen kann. Als Berlin verbotenen Kameradschaften
linke Parteien zu diskreditieren. sei sie quasi demokratisch legitim, mit »BASO« und »Kameradschaft Tor« be-
einer Meinung die gehört werden setzt, damit diese unbehelligt weiter
Egal wie wenig Stimmen die NPD müsste. In einigen Landstrichen hat agieren konnten.
schließlich bei der Wahl holen wird – die NPD in den letzten Jahren schon so
entscheidend ist nur, dass unter dem weit Fuss gefasst, dass die Wählerin- Aufgabe antifaschistischer Arbeit im
Deckmantel des Wahlkampfes nahezu nen und Wähler vor Ort sie als eine Al- Wahljahr 2009 wird es sein, die NPD
jede Position vertreten werden darf. ternative im Parteienspektrum be- gesellschaftlich zu isolieren und sie
trachten. nicht als kleine rechte Partei, sondern
Das Parteienprivileg als die größte Neonazi-Organisation
Durch die Organisierung der Neonazis Mittlerweile ist sie in über hundert der BRD zu stigmatisieren. Wir wollen
in einer Partei, haben diese Vorteile, Kommunalparlamenten und in Meck- dadurch nicht nur ihre Wahlerfolge
die in losen Verbindungen wie in ei- lenburg Vorpommern und Sachsen so- minimieren, sondern ihnen die demo-
ner Kameradschaft nicht möglich wä- gar in die Landesparlamente eingezo- kratische Maske vom Gesicht reißen!
ren. Der Parteienstatus verschafft der gen. Es lässt sich also eine Normalisie- Darüber hinaus sollte die öffentliche
NPD großzügige staatliche Finanzie- rung im Umgang mit der NPD in der po- Aufmerksamkeit, die die NPD während
rungen in Form von Wahlkampfrücker- litischen Arena feststellen. Dabei sind des Wahlkampfes erhält, von uns ge-
stattung, Parlamentariergelder, Frak- die meisten Führungspersonen der NPD nutzt werden, um unsere Vorstellun-
tionsausstattung und Sitzungsgelder wegen Körperverletzung, Volksverhet- gen von einer gerechteren Welt, im
(zuletzt 1.45 Mio Euro im Jahr 2007). zung und Landfriedensbruch vorbe- Vergleich zur menschenfeindlichen
Diese Gelder werden in Büros wie bei- straft. In manchen Teilen Deutschlands Ideologie der Nazis darzustellen.
spielsweise die Bundeszentrale der agieren die Kreisverbände der NPD wie ANTIFA FRIEDRICHSHAIN (AFH)
NPD in Berlin-Köpenick; in Infomate- Nazi-Kameradschaften, organisieren
rial wie die so genannten »Schulhof- Rechtsrockkonzerte, vertreiben CDs ◆ npd-verbot-jetzt.de | npd-blog.info
! DER SILVIO MENIE R
DER
AKTIONSWOCHENKALE
INFOVERANSTALTUNG
◆ Mittwoch | 05. November 2008 | 19 Uhr | JUP*
Thema: »Braunzone Pankow« von NorthEastAntifa
Florastr. 84, S-Bhf Pankow/S-Bhf Wollankstrasse
DEMO | SILVIO MEIER
◆ Samstag | 22. November | 15 Uhr | U-Bhf Samariter Strasse

FRÜHSTÜCK | SILVIO MEIER


!
◆ Samstag | 22. November | 12 Uhr | ZIELONA GORA*
INFOVERANSTALTUNG Gemeinsames frühstück und dann zur Demo gehen
◆ Donnerstag | 06 November | 20 Uhr | BANDITO ROSSO* *Grünbergerstr. 73, U-Bhf. Samariter Strasse
Thema: »Häuserkampf in Erfurt« von Antifa Prenzlauer Berg
* Lottumstr. 10a, U-Bhf Rosa-Luxemburg Platz PARTY | SILVIO MEIER
◆ Samstag | 22. November | 21 Uhr | K9*
VERANSTALTUNG Party mit Antifa Resident DJs: Pop, Indie, Punk, Klassiker,
◆ Donnerstag | 6. November 2008 | 19.30 Uhr | Bunte Kuh* Tanzmusik und alles was dazugehört
Thema: »Antisemitismus gestern und heute« mit Gerhard W. *Kinzigstraße 9 | U-Bhf Samariter Strasse
Hanloser (junge Welt)
*Bernkasteler Strasse 78 mit Tram 12 bis Berliner Allee/Rennbahnstrasse VERANSTALTUNG
◆ Mittwoch | 3. Dezember | 19.30 Uhr | Festsaal Kreuzberg*
AKTIONSTAG FÜR ERMORDETE ANTIFAS »Scheitern als Chance? Aufgaben einer antikapitalistischen
◆ Dienstag | 11. November 2008 | überall in Europa Linken nach der Finanzkrise«
Am 11. November 2007 wurde der Antifaschist Carlos in Ma- *Skalitzer Strasse 130, U-Bhf Kottbusser Tor
drid von Neonazis ermordet. Am 11. November soll es darum
einen Aktionstag für die Antifaschisten geben, die in den NAZIAUFMARSCH VERHINDERN
letzten Jahren von Faschisten ermordet wurden. Macht Aktio- ◆ Samstag | 06. Dezember | www.antifa-dezember.de.vu
nen in Eurer Stadt und in eurem Kiez! ANZEIGE

INFOVERANSTALTUNG
◆ Mittwoch | 12. November 2008 | 20 Uhr | BAIZ*
Thema: »Braunzone Pankow« von NorthEastAntifa
*Christinenstraße 1/Ecke Torstrasse, U-Bhf Rosa-Luxemburg-Platz

INTERNATIONALE ANTIFA-KONFERENZ
◆ Freitag | 14. November 2008 | 14.30 Uhr Haus der Demokra-
tie und Menschenrechte*
Thema: Konferenz zu internatioanler Naziszene und antifa-
schistischen Gegenkonzepten. (ReferentInnen aus Spanien,
Italien, Tschechien, Russland, Polen, Serbien)
*Greifswalder Strasse 4, Tramlinie M4, mit der Tram bis »Am Friedrichshain«

»SIEMPRE ANTIFASCISTA!«-FESTIVAL
◆ Freitag | 14. November 2008 | 20 Uhr | KATO*
Live: Forbidden Kings, Redweiler, Azione, Diretta, Freiboiter,
Los Fastidios * U-Bhf Schlesisches Tor
◆ Samstag | 15. November 2008 | 19.30 Uhr | KATO*
Live: Redkick, Opció K-95, Guerilla, The Offenders, Loikaemie
* U-Bhf Schlesisches Tor

MAHNWACHE | SILVIO MEIER


◆ Freitag | 21. November | 16 Uhr | U-Bhf Samariter Strasse
Zur Situation in Russland
Nazimorde, Liquidierungen, rechter Konsens
Am Morgen den 10. Oktober 2008 verlässt Fjedor »Fidei« Filatov seine Wohnung in Moskau und wird von vier unbe-
kannten überwältigt und niedergestochen. Er war Mitbegründer der »Moscow Trojan Skinheads« und hatte viel beige-
tragen zum Aufbau der antirassistischen Skinhead-Szene in Moskau. Er ist das mittlerweile 80ste Todesopfer rechter
Gewalt in diesem Jahr.

n Russland vollzieht sich eine er- schweren Messerverletzungen in der zehn Menschen in den Tod gerissen

I schreckende Entwicklung. In den


letzten Jahren ist ein stetiger An-
stieg rechtsextremer Gewalttaten zu
Herzgegend. Hartnäckig hielt sich eine
Erklärung der Miliz, wonach es sich bei
dem Mord um einen eskalierten Streit
und mehr als 50 schwer verletzt. An
diesem Beispiel verdeutlicht sich sehr
stark der gezielte Vernichtungswille
verzeichnen, deren Großteil rassistisch »wegen eines Mädchens« gehandelt von dem die russische Neonazi-Bewe-
motiviert ist. Die Statistiken sprechen haben soll, auch die Tatsache, dass gung zur Zeit getragen wird.
für sich, im gesamten Jahr 2007 star- Zeugen die Angreifer rassistische Paro-
ben 76 Menschen bei faschistischen len schreien hörten, änderte nichts Die Reaktion der Regierenden auf die
Überfällen, 2006 waren es 62 Tote. Bis daran. Nur zufällig wurden die Täter zunehmende Gewalt ist mehr als frag-
Oktober 2008 wurden bereits 80 Mor- schließlich gestellt, als drei Mitglieder würdig. Statt auf eine stärkere Unter-
de registriert, was einem Anstieg der derselben Neonazi-Gruppierung am stützung der Betroffenen zu pochen,
Gewalt um 400 Prozent entspricht. 20. März 2006 bei einem Anschlag auf wird eine »Entfernung« der potentiel-
einem Moskauer Markt festgenommen len Opfer forciert. So gilt in Moskau be-
Sicher im Umgang mit Waffen wurden. Bei der Explosion wurden reits seid einigen Jahren die Regelung,
Auch in der Wahl der Waffen lassen dass ausländische Studierende am 20.
Neonazis wenig Zweifel an ihrer Moti- April – Hitlers Geburtstag – ihre Wohn-
vation. Bei den meisten Übergriffen heime nicht verlassen dürfen.
werden Messer eingesetzt, die Täter
sind im Umgang geübt. Militante Grup- In den letzten Jahren wurden zuneh-
pierungen bieten zunehmend so ge- mend auch Antifas Opfer rechtsextre-
nannte »Wehrsporttrainings« an, bei mer Gewalt. Angriffe und Morde am
denen neben Kampftechniken auch politischen Gegener sowie Angehöri-
der Umgang mit verschiedenen Waf- gen alternativer Subkulturen nehmen
fenarten vermittelt wird. Auch der Or- beständig zu. Diese Taten sind es, wel-
ganisationsgrad russischer Neonazis »Bewegung gegen illegale Immigration« (DPNI) che das Problem des russischen
beim Russischen Marsch in Moskau 2006
nimmt zu. Personelle Stärke und zu- Rechtsextremismus in jüngerer Zeit
nehmende Verankerung in der Politik stärker in den Fokus der internationa-
wirken sich auf das Auftreten rechts- len Öffentlichkeit rücken und antifa-
extremer Gewalttäter aus. schistische Protestbewegungen auf
den Plan rufen.
Häufigste Opfer neonazistischer Attak-
ken sind Menschen, welche aufgrund Timur Kacharava zählt zu den ersten
ihres Äußeren als »Nicht-Russen« de- Ermordeten. Am 13. November 2005
finiert werden. Rassistische Gewalt wurde der Antifaschist und Gitarrist
trifft neben den prozentual größten in der Hardcore-Band »Sandinista!« auf
Nazis mit Flaggen des nationalsozialistischen
Russland lebenden ethnischen Min- dem Nachhauseweg von einer Gruppe
»Slawischer Bundes« (SS) am Tag der Einheit
derheiten der Tadschiken, Armenier im November 2007 Neonazis überfallen und erstochen.
und Kirgisen ebenso zahlreiche Studie- Seinen Angreifern war sein politisches
rende aus asiatischen und afrikani- Engagement bekannt – sie lauerten Ti-
schen Ländern. mur gezielt auf.

Gezieltes Vorgehen Nur eine breite Solidaritätsbewegung


Im April 2006 wurde Vigen Abramyants, und die Ausdauer der Familie Kache-
ein Moskauer Student armenischer Ab- rava, welche beständig Druck auf Mi-
stammung, von Neonazis angegriffen, liz und Justiz ausübte, ermöglichten es,
während er an einer zentralen Metro- dass Timurs Mörder schließlich vor Ge-
Station auf seinen Zug wartete. Noch Antifa-Demo gegen Polizeigewalt in Moskau
richt gestellt wurden.
am Gleis erlag der junge Mann seinen am 19. April 2008
Organisierte Neonazis Mord an dem neunjährigen Reaktionäres Gesellschaftsklima
nehmen auch zuneh- tadschikischen Mädchen In der Praxis der Justiz spiegelt sich
mend Konzerte von als Churshede Sultonova. Sie sehr bildlich das kaum vorhandene
»links« geltenden wurde 2005 durch eine Problembewusstsein für Rechtsextre-
Bands zum Anlass, Jagd Gruppe Nazi-Skins auf mismus in der russischen Gesellschaft
auf Antifas und Alter- dem Nachhauseweg mit wieder. Dies verwundert nicht, in An-
native zu machen. So elf Messerstichen ermor- betracht der Tatsache, dass ein Groß-
wurden in Moskau Alex- det. Auch hier wurden die teil der Öffentlichkeit von zaristischem
andr Rjuchin am 16. Täter wegen »Hooliganis- und nationalistischem Denken durch-
April 2006 auf dem Weg mus« verurteilt, da eine tränkt ist. Laut Umfrageergebnissen
zu einem Hardcore-Kon- Mordabsicht nicht offen- diesen Jahres sind 40 Prozent der Be-
zert und Aleksey Krylov Fje do r »Fid ei « Filatov sichtlich vorgelegen hät- fragten davon überzeugt, dass »natio-
- 10.10.2008
am 16. März 2008 auf 02.04.1981 te. Anklagen wegen nale Minderheiten« zu großen Einfluss
dem Weg zu einem Punk- »Hooliganismus« ziehen in den mei- im Land ausüben. 56 Prozent würden
Konzert von Rechtsextremen ermor- sten Fällen nur geringe Haftstrafen der Parole »Russland den Russen« zu-
det. Bei Angriffen dieser Art ist es den oder sogar Freisprüche nach sich. stimmen.
Neonazis völlig egal, ob es sich bei ih- »Hooliganismus« ist gleichbedeutend
ren Opfern um politische Gegner in Ge- zu bewerten mit Sachbeschädigung Wer aber sind die Russen? Russland
stalt erklärter antifaschistischer Akti- oder etwa »Rüpelhaftigkeit«. war schon immer multiethnisch. Wür-
visten oder um alternativen Subkultu- de die Forderung nach einem »rassen-
ren zugehörige Jugendliche handelt. . 2006 wurde in einer Anklageschrift reinen, weißen Russland« tatsächlich
erstmals Xenophobie (Fremdenfeind- in die Tat umgesetzt werden, würde
Vor allem bei den Angriffen auf Anti- lichkeit) als Tatgrund angegeben. Dies Russlands derzeitige Population auf
fas handelt es sich in den meisten Fäl- ist allerdings nur als äußerst geringer rund ein Drittel der Bevölkerung
len nicht um spontane Aktionen von Erfolg zu betrachten, wenn man be- zusammenschrumpfen.
Einzelpersonen oder zufällig zusam- denkt, dass es im Jahr 2007 bei 653
mengewürfelten Banden, meist sind es rechten Gewalttaten nur zu 24 Verur- Ein weiteres Beispiel für diese Zustän-
Neonazis aus organisierten Struktu- teilungen kam. de ist der »Brief der 500«, der am 13.
ren, welche untereinander vernetzt Januar 2005 veröffentlicht wur-
und im Kampf ausgebildet sind. de und von einer Reihe Du-
maabgeordneter unterzeich-
Auch gezielte Attentate gegen net wurde. Die Petition for-
bekannte Gegerinnen und dert u.a. das Verbot jüdi-
Gegner des Rechtsextremis- scher Organisationen.
mus sind Teil der rechten
Strategie. So wurde der Men- Diese Positionen sind kom-
schenrechtsaktivist und Ethnolo- plett anschlussfähig für die
ge Nikolai Mikhailovich Girenko organisierte Rechte, was ihr
am 19. Juni 2004 durch seine gerade in den letzten Jahren
Wohnungstür hindurch mit ei- einen regen Zulauf ver-
nem Gewehr erschossen. schaffte. Mittlerweile exi-
stieren über 300 rechtsex-
Vorgehen der Justiz treme Gruppierungen. Sie
Einer der wenigen Fälle, der haben Verbindungen zur
medial auf internationaler Ebe- militanten rechten Skinhe-
ne Aufsehen erregte, war der adszene, welcher zwischen ca.
70.000 Personen angehören.

Aktiv werden
»Siempre Antifascista!« Klar wird, dass die Menschen, welche
sich in Russland für eine menschen-
Die Aktionsreihe »Siempre Antifascista!«, die vom 11. bis 16. November würdigere Gesellschaft engagieren,
in Berlin stattfindet, ist ein Schritt, Einiges von dem Umzusetzen, was für dies unter den widrigsten Umständen
eine länderübergreifende Zusammenarbeit und Unterstützung nötig ist tun zu müssen. Der Druck, unter dem
die antifaschistische Bewegung in
Mit einer Konferenz am 14. November wollen die Veranstalter sowohl über Russland gerade steht, erschwert es
die Situation in Russland berichten als auch über Tschechien, Polen, Spa- ihnen massiv, die Menschen zu unter-
nien, Serbien und Italien. Antifaschisten aus den jeweiligen Ländern wer- stützen, die von rassistischer Gewalt
den hier über ihre Erfahrungen referieren. Ein überregionaler »Aktionstag betroffen sind.
für die Opfer faschistischer Gewalt« soll in vielen Städten mit praktischen
Gedenk-Aktionen begangen werden. ◆ siempreantifascista.tk NORTH-EAST ANTIFASCISTS (NEA)
finden beim EA wieder ab, damit ent-

TIPS & TRICKS FÜR lastet ihr dessen Arbeit.

Achtet während der Demonstration

DIE NÄCHSTE AKTION


auch auf Beamte in zivil, die sich ger-
ne mal in die Reihen einschleichen.
Macht auf sie aufmerksam und
schmeißt sie aus der Demo raus. Falls
Ihr Euch nicht sicher seid, ist es nicht
Viele von Euch sind bestimmt schon Demonstration Alkohol und andere verkehrt,
mal auf einer Demonstration o.ä. ge- Drogen konsumiert werden. Es ist die Person
wesen. So eine Veranstaltung bietet sinnvoll, einen klaren Kopf in jeder Si- zu beob-
die Möglichkeit seinen Unmut über tuation zu bewahren und es im achten.
gewisse Zustände in die Öffentlichkeit schlimmsten Fall (Festnahme) zu ha-
zu tragen. Eine gute Sache also ben. Es ist gerade bei einer Festnah- Ansonsten
me nicht von Vorteil die Taschen vol- bleibt zu
Leider werden aber auch hier, in der ler Gras zu haben. Auf keinen Fall soll- sagen, Achtet auf Bullen – Sie können
auch in zivil auftreten ...
BRD, Meinungsfreiheit, Demonstrati- tet Ihr Waffen (Pfefferspray, Messer dass jede
onsrecht, etc. häufig von Seiten des etc.) dabei haben. Falls die Bullen so Demo so lebendig und laut ist, wie ihr
Staates, nicht allzu etwas bei Euch finden, sie gestaltet. Bereitet Transparente vor,
ernst genommen. nehmen sie Euch die was zum Thema beitragen, denkt
Deswegen ist es nämlich erst mal Euch Parolen aus die Ihr rufen könnt
nützlich, wenn mit und Ihr be- und mit denen Ihr Euer anliegen, den
alle über einige kommt eine Anzei- Grund der Demo, auch anderen ver-
wichtige »Verhal- ge. ständlich macht. Macht das ganze zu
tensregeln« auf De- einem sinnvollen Ereignis, welches
mos bescheid wis- Persönliche Dinge, auch gleichzeitig auch Spaß bringt!
sen. Hier ein kleines Achtet auf »angemessene« Kleidung ... wie Adressbücher, Ka-
»Demo-Einmaleins«: lender oder auch das Solltest Du während der Demo festge-
Handy solltet Ihr am besten zu Hause nommen werden, versuche durch lau-
Fangen wir also damit an, dass mensch lassen. Dafür Personalausweis und tes Schreien Umstehende auf dich auf-
möglichst nie allein zu Demo geht. Die wichtige Utensilien wie Medikamente merksam zu machen. Wenn Du merkst,
Leute, mit denen Ihr unterwegs seid, oder Binden/Tampons mitnehmen so- dass kein Entkommen mehr möglich
sollten möglichst Personen sein, denen wie ein bisschen Kleingeld zum tele- ist, versuche möglichst bald die Ruhe
Ihr vertraut. Optimal ist es, zusammen fonieren. Zettel und Stift solltet ihr im- wiederzugewinnen und vor allem: ab
zu einer Demo zu gehen, und sie hin- mer dabei haben, um Euch z.B. Namen diesem Moment sagst Du keinen Ton
terher auch wieder gemeinsam zu ver- von Festgenommenenzu notieren. mehr! Keine Panik, in der Regel lassen
lassen. Macht einen Treffpunkt aus, Später zu Hause ein Gedächtnisproto- sie Dich nach der Demo am Abend wie-
falls Ihr Euch verliert. Ein unauffälli- koll anfertigen (beinhaltet bei einem der gehen.
ges Rufwort (z.B. »Goldhamster«), Übergriff der Polizei z.B. Ort, Zeit und
kann nach einem Handgemenge hilf- Art des Übergriffs, möglichst Namen Gegenüber der Polizei bist Du zu nichts
reich sein, Euch wiederzufinden. der betroffenen Personen, Zeugen, so- verpflichtet, außer den »Angaben zur
wie die Diensteineinheit der beteilig- Person«, die auf Deinem Ausweis ste-
Sinnvoll ist es, Euer Verhalten in be- ten Beamten). Diese solltet Ihr dann hen (Name, Meldeadresse, Geburtsda-
stimmten Situationen vorher abzuklä- dem EA zukommen lassen. tum/-ort). Zu jeder weiteren Frage
ren. Von Vorteil ist es auch auf »ange- sagst du konsequent gar nichts!
messene Kleidung« zu achten, z.B. be- Der EA ist der Ermittlungsausschuss,
queme Schuhe, in denen Ihr auch mal welcher bei jeder Demo oder Kundge- Braucht Ihr Anwälte,
schneller laufen könnt. Da mensch bung unter der Telefonnummer 030- oder habt Fragen,
häufig mit Polizei- und Pressekameras 6922222 zu erreichen ist. dann wendet
konfrontiert wird, schadet es Diese Leute kümmern sich euch an den EA
auch nicht, mit ei- z.B. um Anwälte für die unter 030-
ner Sonnenbrille Festgenommen. D.h. ihr 6922222 oder an
oder Mütze ausge- ruft beim EA an, wenn ihr die Rote Hilfe un-
stattet zu sein eine Festnahme beobach- ter: www.ber-
(Vermummungs- tet. Dabei sollten nur die lin.rote-hilfe.de
verbot im Hinter- nötigsten Daten angege-
kopf haben). ben werden (Name, ANTIFASCHISTISCHES
Alter, Ort der Fest- BÜNDNIS SÜD-OST
Es sollten we- nahme). Bitte mel-
der vor, noch det die Menschen
während einer die sich wieder an- Macht das ganze zu einem
Nie alleine zur Demo gehen – Bildet Bezugsgruppen sinnvollen Ereignis
ALLEIN MACHEN SIE DICH EIN!
KOMM ZUR JUGEND ANTIFA!
Eine neue Antifa-Gruppe, warum das nen Verhältnisse in denen wir leben auf ein System, in dem Unterdrückun
jetzt schon wieder? Als wenn es in noch einiges an Widerstand möglich bis ins kleinste Detail perfektioniert
Berlin nicht schon genügend davon ist. und durchgeplant ist. Für uns ist Or-
gäbe. Die Antwort ist einfach: Es kann ganisierung darum kein Selbstzweck,
nicht genug getan werden gegen die Und da Däumchen drehen sondern wichtig um überhaupt
Scheiße mit der wir in dieser Gesell- nicht gerade unsere Stär- etwas ausrichten zu können.
schaft tagtäglich zugeschüttet wer- ke ist, haben wir die Ju- Wir möchten die Anzeigen
den gend Antifa Nordost (JANO) und Knüppelschläge für Aktio-
gegründet. Wir sind eine nen nicht allein hinnehmen,
edes Jahr werden rund 12.000 Mi- junge Gruppe und kom- sondern auch mit Repression ei-

J grantinnen und Migranten aus


Deutschland abgeschoben. In vie-
len der Länder aus denen sie stammen
men aus verschiedenen Be-
zirken, vorwiegend aus
Nordostberlin, Hohenschönhausen
nen gemeinsamen Umgang finden.
Genau so gilt dies auch für den Stress
mit Nazis. Wenn ihr also Hilfe in eu-
erwartet sie eine ungewisse Zukunft. und Lichtenberg. Zurzeit erarbeiten wir rem Kiez braucht, bei einer Aktion ne
Meist erwartet sie dort Krieg, Folter ein Info-Heft über die Marke Thor Anzeige kassiert habt, was auch im-
oder ein Leben an der Armmutsgren- Steinar mit dem wir unter anderen an mer, dann wendet euch an uns. Wir
ze. Ein Zustand an dem die »erste Welt« Schulen über die, nicht nur dort, häu- helfen euch und sind immer offen für
maßgeblich Mitschuld trägt. Aber auch fig getragene Nazimarke informieren neue Leute.
hier kommt einem das Kotzen, beach- wollen. Angedacht ist auch eine Ver-
tet mensch die Wahlerfolge der Nazis anstaltung zum Thema zusammen mit JUGEND ANTIFA NORDOST (JANO)
in den Landes- und Kommunalparla- der Initiative Investigate Thor Steinar.
menten in Deutschland, den massiven Den November Revue passieren las-
Sozialabbau wie er in Berlin zur Zeit im »Dann hat es zummm gemacht« sen. Wir gucken gemeinsam Fotos
Gesundheits- und Bildungswesen oder Angefangen haben die meisten von und Filme von der Silvio Meier Demo
im öffentlichen Dienst durchgeprügelt uns damit, in verschiedenen Combos und den Siempre Antifascista-Aktio-
wird. Wie sollte es auch anders sein? gemeinsam zu Demos zu fahren, mal nen. Kommt vorbei: 27. November
Kapitalismus funktioniert nun mal so. Transparente zu malen oder uns ge- 2008 | 19 Uhr | Bunte Kuh | Bernka-
genseitig in unseren Kiezen bei der Be- steler Straße 78 | Berlin-Weißensee
Da kann man nichts machen? seitigung von Nazipropaganda zu un-
Wir denken schon! Die Bilder vom dies- terstützen. So wichtig Aufkleber kleben ◆ Kontakt: jano-berlin@riseup.net
jährigen Naziaufmarsch am 1. Mai in und exzessiver Demo-Tourismus auch
Hamburg, der von rund 10.000 Men- sind, ist dies
schen zum Desaster gemacht wurde, nur eine un-
die massenhaften Proteste gegen das zulängli-
G8-Treffen im Juni 2007 in Heiligen- che Ant-
damm, die Streiks bei der Cateringfir- wort
ma Gate Gourmet oder die tausenden
Schüler, die am 12. November gegen
Bildungsabbau auf
der Straße
sein wer-
den, zei-
gen
uns, das
trotz der
beschis-
se-
Wenn das erste
gebundenen Spektrum der »Freien Ka-
meradschaften«. Auch der Anmelder
Sebastian Schmidtke, der seine »Kar-
riere« bei der Kameradschaft »Märki-
scher Heimatschutz« begann, ist heu-

Lichtlein brennt...
te Funktionär der Berliner JN und eine
tragende Säule der »Freien Kräfte Ber-
lin«, die als Veranstalter des Auf-
marschs am 6. Dezember auftreten.

Da sind sie schon wieder! Seit 2003 bäude und jährlichen Aufmärschen ein Im Zuge von Kameradschafts-Verboten
marschieren pünktlich zur Weih- Gebäude für Jungnazis abzutrotzen. in Berlin im Jahr 2005 avancierte der
nachtszeit hunderte Neonazis durch Als dann 2006 der Aufmarsch fast mitgliederschwache Berliner Landes-
Berlin, um für ein so genanntes »Na- scheiterte, nachdem hunderte Men- verband mitsamt JN für einen Teil der
tionales Jugendzentrum« zu demon- schen stundenlang die Route blockier- Kameradschafts-Nazis zum Auffang-
strieren. Während die ersten Aufmär- ten, drohte der damalige NPD-Landes- becken.
sche lediglich regionale Bedeutung vorsitzende Eckart Bräuniger mit einer
für die hiesige Szene hatten, trotte- bundesweiten Nazi-Mobilisierung. Ge- Eindeutige Bezüge zum historischen
ten im letzten Jahr erstmalig mehr als sagt, getan, schob sich tatsächlich Nationalsozialismus sind keineswegs
600 Neonazis aus dem gesamten Bun- 2007 eine ganz gehörige Anzahl Neo- selten. Der neue NPD-Landesvorsitzen-
desgebiet durch die Straßen Berlins. nazis durch den Berliner Südosten. de Jörg Hähnel fällt des Öfteren durch
Und in diesem Jahr ist von einer Wie- rassistische und geschichtsrevisioni-
ür die geschwächte neonazisti- derholung des Spuks auszugehen! stische Hetzreden auf. Dass der bun-

F sche Szene in Berlin ist der Auf-


marsch im Dezember die einzige
eigene und relevante Aktivität. Seit
Der schmale Grad – die Rolle der NPD
Ohne die tatkräftige Unterstützung der
desweit schwelende Dissens zwischen
NPD und »Autonomen« Nationalisten
in Berlin kaum eine Rolle spielt, ist so-
den Nachwuchs-Nazis 2002 ihr illega- »Nationaldemokratischen Partei mit ganz klar personellen Überschnei-
ler »Führerbunker« im Berliner Süd- Deutschlands« (NPD) und ihrer Jugend- dungen beider Lager geschuldet.
osten staatlicherseits abspenstig ge- organisation »Junge Nationaldemokra-
macht wurde und einschlägige Füh- ten« (JN) wäre der Aufmarsch im ver- Die NPD nutzt ihre Präsenz in einigen
rungskader Hausverbote in lokalen Ju- gangenen Jahr so kaum möglich gewe- Kommunal-Parlamenten Berlins, um
gendeinrichtungen erhielten, versu- sen: Der Großteil der teils prominen- auf die Forderung nach einem »Natio-
chen sie der Kommunalpolitik mit Pe- ten Redner hatte ein Parteibuch vor- nalen Jugendzentrum« aufmerksam zu
titionen, Flugblattverteilungen, sym- zuweisen. Zugleich entstammt diese machen. So brachten die gewählten
bolischen Besetzungen abrissreifer Ge- Rednerschaft mitunter dem parteiun- Nazis einen Antrag für eben solches Ju-
arsch am
Naziaufm ber schen, bietet Infrastruktur
6. Dezem
gendzentrum ein und ver- Wir ignorieren niemals, wenn in Lite-
suchten, den Protest gegen ? für Neonazi-Konzerte und ratur und Geschichtsschreibung anti-
die Naziaufmärsche zu diskredi-
in Berlin Schulungsveranstaltungen semitische Klischees bedient werden,
tieren. Schwerwiegender und stellt zudem eine op- um die Shoa zu relativieren, gegen
en !
scheint jedoch die ständige Sabotier ! timale Grundlage für die den Staat Israel zu hetzen und Jüdin-
en
Blockier !.
Hetze gegen nicht-rechte und Rekrutierung junger Nach- nen und Juden in Deutschland anzu-
alternative Jugendeinrichtun- wuchs-Neofaschisten dar. greifen.
ern
gen und Projekte, die den Nazis Verhind Doch auch ohne eigene
ein Dorn im Auge sind. Heimstätte finden die Jugendli- Deshalb müssen wir an jedem Tag im
chen mit NS-Affinität in etlichen Ju- Jahr rassistischen Angriffen, homo-
So geht das schon viele Jahre gendfreizeiteinrichtungen Unterschlupf phoben Sprüchen, antisemitischen
Dass Neonazis »Nationale Jugendzen- und bei so manchem Sozialarbeiter Schmierereien, dem schwarz-rot-gol-
tren« fordern ist nichts Neues: Bereits ein offenes Ohr. Derartige »akzeptie- denen Fahnen-Hype und der bundes-
Anfang der 1990er besetzten sie ein rende Jugendarbeit« löst keine Proble- deutschen Abschiebepraxis entgegen
ganzes Haus im bis heute als »rechter« me. Sie ist das Problem! treten!
Stadtteil berüchtigten Berliner Weit-
lingkiez. Nur die Rute für die Nazis Es geht gegen die ununterbrochene
Statt also Neonazis zu hofieren, ist es Diffamierung von HartzIV-Empfänge-
Forderungen nach einem »Nationalen wichtig, nicht-rechte und alternative rinnen und -Empfänger in den Me-
Jugendzentrum« sind kleine Schritte, Jugendliche und Jugendkulturen zu dien, beleidigende Staatsbürger-
die der Erlangung der »kulturellen He- unterstützen. Jedes unabhängige und schaftstests und rassistisch-motivier-
gemonie« (nach Gramsci) dienen sol- linke Jugendzentrum, jedes besetzte te Polizeikontrollen! Auf datensam-
len. Wenn Neonazis nach »Freiräu- Haus und jedes antifaschistische Festi- melwütige Schlapphüte, kriegsbegei-
men« für die »deutsche Jugend« val stellen einen Stolperstein für die sterte Außenminister und Guido-
schreien, so propagieren sie das Kon- Nazis dar. Und wir werden den Neo- Knopp-Geschichtsverdrehung werden
zept der »national befreiten Zone« und nazis nicht nur am 6. Dezember Stei- wir angemessen antworten.
die NPD-Strategie des »Kampfes um ne in den Weg legen!
die Straßen«: So sollen ganze Stadttei- ANTIFASCHISTISCHES BÜNDNIS SÜD-OST
le und Regionen erobert werden, in Unser Protest richtet sich jedoch nicht
denen Migrantinnen und Migranten, ausschließlich gegen eine kleine Grup- Wir, antifaschistische Gruppen, rufen
Juden und Jüdinnen, Homosexuelle, pe von Neonazis. Wir wollen nicht aus- dazu auf, den Neonaziaufmarsch am
behinderte Menschen, alternative be- blenden, dass ein großer Teil der wei- 6. Dezember 2008 in Berlin zu ver-
ziehungsweise nicht-rechte Jugendli- ßen deutschen Bevölkerung rassisti- hindern! Durch zahlreichen, vielfälti-
che und Linke nichts verloren haben. sche Ansichten vertritt. Wir vergessen gen und lautstarken Protest wollen
Wer nicht ins völkische Streichholz- nicht, dass den rassistischen Pogromen wir gemeinsam die Route der
schachtel-Weltbild passt, muss Schika- gegen Flüchtlingsheime Anfang der Nazis blockieren.
nen jeglicher Art über sich ergehen 1990er in Rostock-Lichtenhagen,
lassen und mitunter um sein Leben Mannheim-Schönau und anderswo, ◆ antifa-dezember.de.vu
fürchten. Und das ist durchaus ernst eine beispiellose rassistische Debatte
gemeint. Seit der sogenannten deut- in der bundesdeutschen Politik über
schen Wiedervereinigung wurden alle Parteigrenzen hinweg vorauseilte.
mehr als 140 Menschen von Nazis er-
mordet. Wir greifen ein, wenn Politikerinnen
und Politiker die deutsche Abschiebe-
Ein »Nationales Jugendzentrum« ist politik verteidigen und daraufhin Mi-
Ausgangs- und Rückzugspunkt für mi- grantinnen und Migranten auf offener
litante Angriffe auf mißliebige Men- Straße gewaltsam attackiert werden.

ZUSAMMEN. AUF ALLEN EBENEN. MIT ALLEN MITTELN.


griff zu schützen. Es muss daher nieman-

Willkommen im den verwundern, wenn man bei der näch-


sten Konsumentenumfrage via Telefon vom
Callcenter »Wir checken alles« mit Vorna-
men angesprochen wird.

Speicherstaat EIN BEITRAG AUTONOMEN ANTIFA INFERNAL [AAI]


Der Staat greift ab
Datenbanken existieren heute wie Sand am
Meer, und neben der wirtschaftlichen Lob-
by sind es vor allem staatliche Institutionen,
die immer mehr Datensätze sammeln, aus-
werten und in Datenbanken neu zusam-
In Deutschland besteht bei staatlichen und wirtschaftlichen Institu- menstellen.
tionen seit Jahren das Interesse, persönliche Daten über die
Bevölkerung zu sammeln und zu speichern. Der allumfassen- Wir sind alle Terroristen
de Zugriff auf diese Daten und deren Verwertung seitens des Gerade für Menschen, die sich
staatlichen Verfolgungsapparates wurde im Zuge der Terroris- in linken Zusammenhängen
musbekämpfung stark vereinfacht und in dessen Anwendung organisieren, oder einfach nur
vielfach zweckentfremdet an fortschrittlichen Veranstal-
tungen und Demonstrationen
it der Erfassung des Namens nuar 2008 für mindestens sechs teilnehmen, ist die Möglich-

M beim Einwohnermeldeamt
fing mal alles an. Beantragt
man heute einen Reisepass werden die
Monate gespeichert. Begründet wurde die-
ser Angriff auf die Privatsphäre mit der
»Gefahr des internationalen Terrorismus«
keit nicht allzu gering, vom Staat in die Ka-
tegorie »Terrorist« eingestuft zu werden.
Denn was einem Großteil der Bevölkerung
biometrischen Daten (Scan der Iris, indi- und der Notwendigkeit der Eindämmung nicht bewusst ist: Die sogenannte »Anti-
viduelle Gesichtszüge) in jedem Fall auch schwerer Kriminalität. Terror-Datei« ist keine eigenständige Da-
gespeichert. Der bei jedem Menschen in- In der Realität hat sich gezeigt, dass die tei sondern eine Zusammenführung ver-
dividuelle Fingerabdruck darf (noch) frei- Daten immer häufiger zur Verfolgung von schiedener existierender Datenbanken von
willig für die Erstellung des Personalaus- sogenannter Schulhofkriminalität, wie z.B. Bund und Ländern. Daher werden in der
weises abgegeben werden. dem illegalen Downloaden von »Anti-Terror-Datei« auch die Menschen
Hat man mehr als einen Te- Musik und Filmen, genutzt gespeichert, die mit dem Betäubungsmit-
lekommunikationsvertrag werden. telgesetz in Konflikt geraten sind, bei Pro-
abgeschlossen oder einen Zudem verleitet die vom testen gegen den G8 Gipfel auffielen oder
Kredit in Anspruch genom- Staat verordnete Speicherung erkennungsdienstlich behandelt wurden.
men, gilt man laut Schufa von Daten zum missbräuchli-
nicht als 100 Prozent sol- chen Eingriff in die Privatsphä- Es ist zum Schreien
vent. Die privaten Vorlieben re, wie der Skandal um die Te- Der schnelle Weg zum »Terrorismus« ist gar
für bestimmte alkoholische lekom zeigt: Der Konzern hat nicht so schwer: Inga und Heinz beteiligen
Getränke, oder nicht so ganz einen seiner Mitarbeiter verdächtigt, Infor- sich an einer Blockade gegen einen Nazi-
gesunden Naschkram, werden auf der Pay- mant für die Presse gewesen zu sein. Ohne aufmarsch. Sie bekommen einen Platzver-
back - oder Happy Digit Karte für jeden großes Aufheben wurden die Daten aller weis und werden erkennungsdienstlich be-
Inhaber dieser vermeintlichen Rabattkar- pauschal verdächtigten Mitarbeiterinnen handelt.Was Inga und Heinz nicht wissen:
ten individuell gespeichert und das Waren- und Mitarbeiter und Journalistinnen und Sie sind in der Datei »erkennungsdienstlich
angebot dementsprechend angepasst. Inter- Journalisten ausgewertet, um den Spitzel zu behandelter Personen« gelandet. Da diese
essant sind die individuellen Vorlieben aber enttarnen. Selbst wenn die Telekom ihre Datenbank seit 1. März 2007 Bestandteil
nicht nur für die profitorientierten Unter- Kundendaten nicht zweckentfremdet, der »Anti-Terror-Datei« ist, haben Inga
nehmen, sondern auch für die Krankenkas- scheinen sie nicht willens oder in der Lage und Heinz ihren Status als Terroristen end-
sen, die wahrscheinlich wenig Lust haben, zu sein, ihre Festplatten vor illegalem Zu- lich weg. Das wir hier nicht irgendwelche
für die Konsequenzen eines vermeintlich ominösen, paranoiden Schreckensszena-
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ungesunden Lebensstils einzustehen. rien präsentieren, wird deutlich, wenn man
2xMonat|immer kostenlos sich vor Augen hält, dass die Datensamm-
Eins, zwei, meins... lung über »Terroristen« innerhalb eines
Am ersten Januar 2008 ist das von der Jahres von einer Million auf über drei Mil-
Großen Koalition verabschiedete Gesetz Der Antiberliner ist lionen gewachsen ist.
der verdachtsunabhängigen Vorratsdaten- ein Kampfblatt
speicherung in Kraft getreten. Beschlossen gegen den ganzen Daher muss heute mehr denn je gel-
wurde einer der bis dahin schwersten Ein- ten: Keine Daten, kein Problem –
Scheiss – liegt
griffe in das informelle Selbstbestimmungs- denn nicht gespeicherte Daten kön-
recht der Bürger: Alle elektronischen Ver-
k o s t e n l o s a u s, o d e r nen nicht missbraucht werden
kehrsdaten, egal ob Email oder Telekom- unter:
munikationsverkehr werden seit dem 1. Ja- WWW.ANTIBERLINER.DE ◆ vorratsdatenspeicherung.de
ALTERNATIVES LEBEN
Diverse Naziangriffe die kurz darauf
folgten haben bewiesen, wie nötig ein
linker Freiraum ist. Wenn die diversen
Sachbeschädigungen das Ziel haben

IN LICHTENBERG?! sollten, die BesucherInnen einzu-


schüchtern, haben sie sich getäuscht,
jetzt fangen wir erst richtig an.

Dieses Jahr führt die Silvio-Meier- Terror nicht beugen und Flagge zeigen, Im nächsten Jahr wird es auch wieder
Demo erneut in den Berliner Ostbezirk alternative Jugendliche die sich ihren das einwöchige UJZ-Camp geben und
Lichtenberg. Dass beim Nennen die- Kiez nicht nehmen lassen und Antifas, zahlreiche andere antifaschistische
sen Bezirkes stets Assoziationen wie die sich offensiv gegen Nazis wehren. Events werden stattfinden.
öde, grau oder auch Nazihochburg
fallen, kommt nicht von irgendwo Ein weiteres Beispiel ist der »Verein für Kommt vorbei, knüpft Kontakte und
her. Schon 1990 besetzten Neonazis ein unabhängiges Jugendzentrum organisiert euch. Es ist an uns eine
ein Haus in der Weitlingstraße 122, Karlshorst« (UJZ). Der Verein setzt sich linke Jugendkultur aufzubauen und
nahe dem S-Bhf-Lichtenberg für ein selbstverwalteten Freiraum Nazis in die Schranken zu weisen.
ein, wo jeder willkommen ist, und Lasst uns gemeinsam für ein buntes
iese wurde lange Zeit als Treff- möglich ist, sich zu verwirklichen. An- Lichtenberg sorgen. Einen Anfang

D punkt von diversen Neofaschi-


sten genutzt und von dort aus
fanden Angriffe gegen Linke, Migran-
fang des Jahres bezog das UJZ eine Eta-
ge des Karlshorster Jugendclubs Rain-
bow e.V.. Es wird die Möglichkeit ge-
können wir am 22.11. auf der Silvio-
Meier-Demo machen.

ten und sozial Deklassierte statt. Seit- boten, abseits von Faschostress selbst AUTONOME ANTIFA
dem gilt der Weitlingkiez als braune tätig zu werden, T-Shirts zu drucken, LICHTENBERG-SÜD (AALS)
Hochburg, was sich an zahlreichen Partys zu geben und einfach mal ab-
Übergriffen belegen lässt. Lichtenberg seits vom kapitalistischen Mainstream ◆ ujz.blogsport.de | ujz@gmx.net
ist der Bezirk mit der größten Wohn- und Leistungsdruck zu entspannen. ◆ lichtenberg.antifa.de.vu
dichte organisierter Neonazis.

Platte, »Thor Steinar«, Nazimief


Doch längst ist nicht mehr nur der
Weitlingkiez eine »Angstzone«. Ob
Friedrichsfelde, Tierpark oder Rum-
melsburg, ob jung ob alt, »Thor Stein-
ar« ist Mode und was alle eint, ist der
Stolz Deutscher zu sein. Arbeitslosigkeit
und »Hartz IV« sind allgemein bekannt
und gehören zum Alltag. Genauso wie
fehlende Freizeitmöglichkeiten, seien
es Jugendclubs die geschlossen wer-
den, Fußballplätze die nicht gebaut
werden oder sonstige Kulturangebote,
die gar nicht erst vorhanden sind.

In diesem Klima der Isolation und Ver-


einzelung gibt es frustrierte Jugendli-
che zuhauf, die ihr Heil darin finden,
gegen Ausländer zu hetzen und »Zec-
ken« zu klatschen. Dies bietet perfek-
ten Nährboden für Nazikader Jugend-
liche für ihre Sache zu gewinnen. Mit
dem Stylewandel vom Glatzennazi zum
»Autonomen« Nationalisten wird ver-
sucht Faschismus cool und attraktiv zu
machen es darf gesprayt, geklebt und
geprügelt werden.

Links, lustig, lebensfroh!


Doch es gibt noch die andere Seite von
Lichtenberg. Migrantinnen und Mi-
granten, die sich dem rassistischen
den Vorteil erbringt, Ansprechpartner

RECHTSROCK IN LBERG und Garant für die bundesweite


Rechtsrockszene zu sein. Meist im Hin-
tergrund aktiv, sind sie sowohl vom
DIE LETZTEN KRAKEN DER »KAMERADSCHAFT SPREEWACHT« (KSW) kulturellen Habitus her, aber auch ob
ihrer langen Existenz, die letzten Neo-
Wer durch Zufall auf die »Weltnetzsei- gen Gelegenheiten die Neonazis als nazis die in und um Berlin noch kon-
ten« der Berliner Neonaziskins »Ka- geschlossenen Gruppe zu begegnen. tinuierlich Neonazi-Konzerte veran-
meradschaft Spreewacht« (KSW) ge- stalten.
rät, glaubt sich schnell in die Mitte Das Angebot der etwa zwanzig Aktiven
1990er Jahre zurückversetzt, als mit liest sich wie das eines mittelständi- Gewisserweise als Hausband gilt die
Kassettenrecorder ausstaffierte Neo- schen Veranstaltungsservice. »Die mo- Berliner Rechtsrockformation »Legion
nazi-Kraken noch für Aufregung auf derne Kameradschaft im Herzen der In- of Thor« (L.O.T.), zur Familie gehören
Ostberliner Bahnhöfen sorgten nenstadt, existiert inzwischen seit fast aber auch »Deutsch Stolz Treue« (D.S.T.)
10 Jahren (...) Ihr könnt auch Eure Fei- aka »X.x.X.« und die Berliner Neonazi-
ür die »eingeschworene Gemein- erlichkeiten bei uns abhalten, sprecht musiker um »Spreegeschwader« und

F schaft« der KSW hat sich die Welt


seitdem nicht verändert. Kein
Wunder, dass die alten Kameraden mit
mit uns, wir haben Platz! Auch ausser-
halb von Berlin.« Womit das eng mit
der KSW verbundene Privatgrundstück
Co. Die widerlichen rassistischen Tex-
te dieser Bands und die daraus folgen-
den Razzien und Indizierungen aufzu-
dem aufgeregten Gezappel der Jung- des Brandenburger DVU-Funktionärs zählen, würde hier den Rahmen
spunde der »Autonomen« Nationali- KLAUS MANN gemeint sein dürfte. sprengen. Bei der Gruppe »Legion of
sten nicht grün wurden und in ernst- Thor« bestehen u.a. Verbindungen zu
haften Streit gerieten. Feste Verankerung in der Musikszene der verbotenen »Blood & Honour« Or-
Das Neonazimusiknetzwerk ist europa- ganisation.
Die Internetseite der Kameradschaft weit und gilt als Einstieg in
lief zunächst auf MANDIE VARSCHEN und die Szene und ist Antrei- Gewalttätig
auf die mittlerweile als Fake verblie- ber und Begleitmusik zu Pumpguns, Vorschlaghämmer, Schlag-
bene Adresse in der Bürgerheimstras- Mord und Totschlag. In ringe und »No-Go-Area Lichten-
se 17 (Lichtenberg). Mittlerweile über- Berlin mögen sich 200 berg«-Schilder sind bevorzugtes
nahm SABRINA SCHMIDT (Zeuthen) die Leute dazu zählen, Layout der Lichtenberger Neona-
Homepage, welche in Punkto Nazihet- doch der Verbrei- zis. In den Chroniken lokaler
ze keine Blatt vor den Mund nimmt. tungsgrad dieser Mu- Antifas finden sich auch im-
Neben obligatorischen Sauf- und Kon- sik ist immens und die mer wieder Berichte von
zertberichten, finden sich auch unver- Wirkung um etliches Attacken der KSW’ler.
holene Gewaltaufraufe gegen Nicht- höher als Vorträge Ende der 1990er Jahre
deutsche wie dem einzigen – mittler- der NPD in irgend- war der Lichtenberger
weile vertriebenen – Dönerladenbesit- welchen Kneipen- Neonazi MANUEL SAND-
zer in der Weitlingstrasse. Die drei mal hinterzimmern. Die MANN aus dem Umfeld der
wöchentliche stattfindenden Club- KSW-Mitglieder ge- jetzigen KSW in einen Mord
abende in dem »KSW-Bunker« in der hören zur Genera- verwickelt. Am 5. November
Wönnichstrasse 1 (Inhaberin: Var- tion der Nachwende- 1999 wurde die Leiche von
schen, siehe Bild) ist einer der weni- Neonazis, was ihnen Altbekannte KSW-Veteranen Kurt S. (38) auf einem stillge-
gelangte weniger langt wurden. Die KSW warb auf ihrer
als Musiker son- Internetseite Wochen vorab für das
dern vielmehr als Konzert. So ging es in den Folgejahren
»Kollateralschaden auf dem Grundstück von Klaus Mann in
der Bewegung« zu Finowfurt weiter. Im Jahr 2007 zählt
einer gewissen Be- der Verfassungsschutz (VS) zwischen
kanntheit. Im Au- Mai und September vier Konzerte.
gust 2003 wurde
ein Neonazikonzert Im August 2008 war in Finowfurt gar
in Struppen bei eine dreitägige Großveranstaltung ge-
Pirna von der Poli- plant, zu der 1.000 Neonazis erwartet
Das Clubhaus »Kameradschaft Spreewacht« in der Wönnichstraße zei aufgelöst. Da- wurden und 15 Neonazi-Bands auftre-
bei wurde der Sän- ten sollten. Die Veranstalter hatten
legten Urnenfriedhof in der Rudolf- ger der Berliner Naziband »D.S.T.«, von sich mit der Organisation mehr als ver-
Reusch-Straße gefunden. Er wurde er- Kameraden per Flaschenwurf am Kopf hoben und keinerlei Ahnung wie eine
schlagen. Vier Neonazis wurden dar- getroffen und erblindete in der Folge solche Veranstaltung durchzuführen
aufhin als Täter festgenommen. 2004 auf dem linken Auge. ist. Es endete für die Kameraden die
werden MICHAEL VOIGT und MANUEL naiv genug waren zu erscheinen mit
SANDMANN zu lebenslanger Haft verur- Konzerte unter'm DVU-Ticket 105 Platzverweisen und zehn Inge-
teilt. Sandmann war nach eigenen An- Mit Konzerten in den eigenen Räumen wahrsamnahmen. Da neben über
gaben Gründer der Berliner Kamerad- hat die KSW schlechte Erfahrungen ge- 1.000 Bratwürsten auch horrende
schaft »14/88« und einer Neonazi- macht. Ein am 8. April 2006 geplantes Schulden bei den »Kameraden« blie-
band. Er wird regelmäßig von den »L.O.T.«-Konzert in der Wönnichstras- ben, war die Stimmung im Eimer.
Lichtenberger Neonazis in der JVA-Te- se mit 123 Besuchern wurde von der
gel besucht und gegrüßt. Polizei unterbunden. Neben den Kon- Dummheit schützt vor Strafe nicht ...
takten zur Berliner NPD gibt es aber mit Trotz der Kontinuität in ihrem Konzert-
Demo in Kreuzberg KLAUS MANN und seinem Sohn ENRICO ressort, sind die Neonazis nicht die
Anlässlich der Ausstellung »When Loves auch beste Kontakte zur Brandenbur- Leuchten der Szene. Ihre ersten Geh-
turn to Poison« im Kunstraum Kreuz- ger DVU. Auf dem Gelände der Manns versuche im »Weltnetz« scheiterten,
berg im Jahr 2004, traten die KSW finden neben dem »Sommerfest mit da sie gegen sämtliche Vorschriften
Neonazis unter Federführung des jet- Sonnenwendfeier« der DVU auch regel- verstießen, bei ihrem zweiten Versuch
zigen NPD-Funktionärs ECKART BRÄUNI- mäßig Neonazikonzerte statt. Die DVU- inklusive einem KSW-Internet-Shop
GER mit einer Gegenkundgebung auf Sommerfeste glichen aber eher einem fehlt offenbar die Gewerbe-Erlaubnis.
den Plan (der erste Neonazi-Aufmarsch Neonazi-Karneval, als einer seriösen Ihr erstes Clubhaus wurde von der An-
in Kreuzberg seit Kriegsende). »Wolli- Parteiveranstaltung. Versammelt war tifa weggeputzt und hin und wieder
ta«, eine lebensgroße Puppe in Unter- ein brauner Haufen mit dem NPD'ler landeten betrunken KSW-Exponate
hose, gehäkelt von der »Stereo Total«- DETLEF MIREK (Wirt der ehemaligen nach der Berliner Biermeile statt in ih-
Sängerin Françoise Cactus, sollte die Kneipe »Kiste« in der Weitlingstrasse), rem geliebten Lichtenberg auf halber
Degradierung von Frauen zu Sex-Sym- wilden Schlägereien der Kamerad- Strecke unsanft auf dem Friedrichshai-
bolen kritisieren. Die Berliner Boule- schaft »Märkischer Heimatschutz« mit ner Asphalt.
vardmedien sprachen von einer »Kin- anderen Neonazis und dem Sohne-
derporno-Ausstellung«, die KSW'ler mann der Chefin der DVU–Landtags- Dumm lief es auch für einen Berliner
und die NPD-Treptow schloßen sich als fraktion LIANE HESSELBARTH. Zu sol- Polizisten. Die Neonazi Aktivistin MI-
geistige Höhenflieger der BILD und B.Z. chen DVU-Sommerfesten kamen im CHAELE ZANKER hatte ihren Freund bei
an und forderten den Rücktritt der Durchschnitt an die 400 Teilnehmer. der Berliner Polizei. Im August 2007
Bürgermeisterin. Bräuniger, der durch durchsuchten Polizisten im Rahmen
Gewalttaten und seiner Söldnertätig- Das Konzert wiederumliefen meist so einer der vielen Razzien auch ihre
keit bekannt ist, gehört ebenfalls zur ab, dass der DVU Funktionär Klaus Wohnung und die ihres Lebensgefähr-
KSW-Generation, ist häufi- Mann in Seefeld später Schorfheide ten. Sie fanden Bekleidungsstücke mit
ger Clubgast und somit bei Finowfurt (Barnim) eine »private Aufdrucken »X.x.X« und »DST«, CDs und
Schnittstelle zwischen Feier« anmel- vieles mehr. Bereits im April 2002 war
den Neonazimusi- dete. Dahin- Brammann bei einer zufälligen Ver-
kern und NPD. ter ver- kehrskontrolle mit Neonazi-CDs inkl.
bargen Hakenkreuz-Cover erwischt worden.
Auch PETER BRAM- sich dann
MANN gehört gewis- Veran- Es gibt viel zu tun
serweise zum Inven- staltun- Man mag das Treiben der KSW-Neona-
tar der KSW. Bramman gen der zis befremdlich und unspektakulär fin-
war Ladenbesitzer in KSW, für den, es bleibt jedoch eine öffentlich
Friedrichshain, wohnt die 15 agierende rassistische Neonazigruppe
ungestört in Kreuzberg Euro Ein- die mit eigener Kneipe und regelmä-
(Köpenickerstrasse) und Mandie Varschen vorm Clubhaus der KSW tritt ver- ßigen Öffnungszeiten agiert.
DAS SILVIO-MEIER-BÜNDNIS
Antifa Friedrichshain (AFH) Antifa Jugendaktion Kreuzberg (AJAK) Autonome Antifa Lichtenberg-Süd (AALS)
★ www.antifa-fh.de.vu | antifa-fh@riseup.net ★ www.ajak.tk | info@ajak.tk ★ lichtenberg.antifa.de.vu

Antifa Gruppe Oranienburg (AGO) Antifa Prenzlauer Berg (APB) Autonome Neuköllner Antifa (ANA)
★ antifagruppeoranienburg.blogsport.de ★ www.antifa-pberg.de.vu | apb@riseup.net ★ www.antifa-neukoelln.de.vu | a.n.a@gmx.net

Antifa Initiative Reinickendorf (AIR) Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin North-East Antifascists [NEA]
★ www.rantifa.de | antifa_ini_r@yahoo.de ★ www.arab.antifa.de | arab@riseup.net ★ www.nea.antifa.de | nea@riseup.net

Antifaschistische Bündnis Süd-Ost (ABSO) Antirassistische Intiative (ARI) Rigaer94 – Autonomes Wohn- und Kulturprojekt
★ www.abso.xail.net | abso@no-log.org ★ www.anti-rar.de | ari-berlin@gmx.de ★ www.rigaer94.squat.net | rigaer94@squat.net

Antifaschistische Linke Berlin (ALB) Autonome Antifa Infernal (AAI) RASH – Berlin/Brandenburg
★ www.antifa.de | mail@antifa.de ★ www.infernal.antifa.de | sommerpause@gmx.net ★ www.red-skins.de | kontakt@red-skins.de

WWW.SILVIOMEIER.DE.VU