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Tier

BAUERNBLATT l 2. August 2014

Raufutter in der Schweinefütterung

Was Faserstoffe leisten können

Das Schwein hat verschiedene Be-

dürfnisse,unteranderendasBedürf-

nisnachSättigungunddiezeitinten-

siveBeschäftigungmitderFuttersu-

che und -aufnahme. In den derzeiti- gen Tierhaltungssystemen ist die Haltungsumgebung eher reizarm

gestaltet. Es treten zum Te il Ve rhal-

tensstörungenwiedasSchwanzbei-

ßen beziehungsweise Bekauen der Artgenossen zur Befriedigung der nicht ausgelebten Bedürfnisse auf. Um diese Problematik einzugren- zen, werden derzeit in der Wissen- schaft verschiedene Strategien zur Förderung des Tierwohls diskutiert.

Strategien zur Förderung des Tierwohls diskutiert. für die Mikroflora im Darm bildet. Es geht darum, den

für die Mikroflora im Darm bildet. Es geht darum, den hinteren Darmab- schnitt (Dickdarm) mit einer ausrei- chenden Menge an bakteriell fer- mentierbarer Substanz (= BFS) zu versorgen. Diese schwer verdauli- chen Kohlenhydrate wie Zellulose, Hemizellulose, Beta-Glucane, Pento- sane, Pektine und Inuline stehen den Darmbewohnern im Dickdarm über verschiedene Faserträger zur Verfü- gung und fördern die Etablierung von positiven Bakterien (Milchsäure- /Bifidobakterien) und damit die Darmgesundheit (Darm = größtes Immunorgan = Immunkompetenz).

Senkung des MMA-Risikos

Darüber hinaus wird eine ausrei- chende Peristaltik im Darm erreicht, die Kotkonsistenz wird gezielt ein- gestellt, und Verstopfungen können

wird gezielt ein- gestellt, und Verstopfungen können Ein großes Ziel besteht darin, die Schweine ausreichend zu

Ein großes Ziel besteht darin, die Schweine ausreichend zu sättigen (Füllung des Magen-Darm-Traktes) und eine Veränderung des Verhal- tens zu erreichen (ruhige Tiere). Auch vor dem Hintergrund der ge- änderten Haltungsverordnungen für Sauen (Gruppenhaltung) wird der Fokus verstärkt auf eine geeig- nete Faserfütterung beziehungswei- se die Ergänzung von Raufutter für Schweine als alternative Möglichkeit

enfaser; ADF = saure lösliche Deter- gentienfaser) (siehe Einteilung Ab- bildung 1).

NDF: umfasst die pflanzlichen Zellwandbestandteile in einem Fut- termittel -> Zellulose, Hemizellulose, Pektin, Lignin (NDF = neutral deter- gent fibre) ADF: umfasst den unverdaulichen Teil der Zellwandbestandteile -> Zel- lulose und Lignin (ADF = acid deter- gent fibre) ADL: ist nahezu identisch mit dem Ligningehalt und wird daher auch als „acid detergent lignin“ (ADL) be- zeichnet

NSP: sind Nicht-Stärke-Polysaccha-

Aber nicht nur die absoluten Ge- ride und sind in pflanzlichen Zell-

wänden vorhanden. Sie können

7 % bei 88 % TS) oder so zu füttern, lenhydraten sind entscheidend, son- durch den tierischen Organismus

halte an schwerer verdaulichen Koh-

sichtlichen Abferkeltermin mit Al- und Noblet 2001).

leinfutter mit einem Rohfaseranteil in der TS von mindestens 8%(zirka

nung (2006) müssen tragende Sauen mit Rohfaser in einer ausreichenden Menge und Qualität versorgt wer- den. Trächtige Jungsauen und Sauen sind bis eine Woche vor dem voraus-

schutz-Nutztierhaltungs-Verord-

gerichtet. Nach dem § 25 (6) der Tier-

Die Wirkung der Faser ist sehr viel- seitig. So beeinflusst die Faser unmit- telbar über den Verdauungsvorgang die Darmgesundheit und in der Fol- ge das Wohlbefinden der Schweine sowie die Gesundheit. Die Verdau- lichkeit von Faserstoffen, das heißt schwerer verdaulichen Kohlenhy- draten, ist bei Schweinen sehr stark altersabhängig. Mit zunehmendem Alter und Gewicht des Tieres steigt die Verdaulichkeit kontinuierlich an (steigende Enzymtätigkeit) (LE Goff

Was können Faserstoffe leisten?

Wird Sauen im Wartestall Stroh angeboten, muss die Entmistung dazu passen.

dass die tägliche Aufnahme von

dern die Anteile an ganz bestimm- ten Bestandteilen wie beispielsweise

gewährleistet ist. Bei Mastschwei- NDF/ADF sowie die Gehalte dieser lulose, ß-Glucane, Arabinoxylane

mindestens 200 g Rohfaser je Tier

nicht abgebaut werden. Es handelt sich hierbei unter anderem um Zel-

An diesem Strohautomat können die Schweine einzelne Halme rausspielen und aufnehmen.

Xyloglukane und Pektine.

BFS: ist die bakteriell fermentier-

vermieden werden (Geburtsvorbe- reitung bei Sauen). In der Folge kann das MMA-Risiko durch zügigere und

leichtere Geburten gesenkt werden (Senkung Ferkelverluste). Außer- dem wird nach der Geburt eine schnelle Futtersteigerung bezie-

Wasser eine Komponente halten hungsweise hohe Futteraufnahme-

kapazität ermöglicht, indem zuvor

WHC: ist die Wasserhaltekapazi-

tät beziehungsweise das Wasserbin- devermögen von Futtermitteln nach zwei Stunden. Hierbei gilt: Je mehr

bare Substanz, die den Bakterien im Darmtrakt als Ernährungsbestand- teile zur Verfügung stehen

nen sind diesbezüglich keine kon- spezifischen Fraktionen im Futter (Pentosane), Mannane, Galaktane,

(NDF = neutrale lösliche Detergenti-

kreten Anforderungen genannt.

Abbildung 1: Einteilung der Kohlenhydratfraktionen

(NRC 2012, abgeändert)

Nahrungs-(Dietary) Kohlenhydrate ADL verdauliche Kohlen- Verdauliche Faser (nicht verdauliche Kohlenhydrate und
Nahrungs-(Dietary) Kohlenhydrate
ADL
verdauliche
Kohlen-
Verdauliche Faser (nicht verdauliche Kohlenhydrate und Lignin)
hydrate
Stärke und
beständige
nicht verdauliche
Nicht-Stärke-Polysaccharide (NSP)
ADL
Zucker
Stärke
Oligosaccharide
Pektin
Fruktan
NDF
Hemi-
ADF
zellulose
Zellulose
ADL
ADL
hoch
FERMENTIERBARKEIT
niedrig

kann, desto stärker ist ihre Quellfä-

higkeit. Bei Einsatz eines Futtermit- in der niedertragenden und hoch-

tragenden Phase quellfähige Fasern gefüttert wurden, die den Magen-

gen-Darm-Traktes beim Schwein er- Darm-Trakt voluminöser gemacht

tels mit einem hohen WHC-Wert kann eine stärkere Füllung des Ma-

haben. Ist der Darm gesund, so steigt die

zielt werden (Sättigung, Ruhe). Zieht man bei der Berechnung

den ADF-Wert von dem NDF-Wert Abwehrleistung beziehungsweise

Verdrängung gegenüber krank ma- chenden Erregern wie beispielswei-

ab, erhält man den fermentierbaren Faseranteil im FM, der die Nahrung

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Tier 53
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Abbildung 2: Wirkung der Faser (Grünewald und Preißinger 2014)

höhere Energie- mechanische Sättigung Futter- verdünnung Sättigung aufnahme
höhere
Energie-
mechanische
Sättigung
Futter-
verdünnung
Sättigung
aufnahme
voluminöses, verlängerte weniger Beschäftigung strukturiertes Fresszeit Unruhe Futter
voluminöses,
verlängerte
weniger
Beschäftigung
strukturiertes
Fresszeit
Unruhe
Futter
strukturiertes Vermeidung Futter, Verdauung von quellfähige Verstopfung Faser Schichtung im Magen + Transport
strukturiertes
Vermeidung
Futter,
Verdauung
von
quellfähige
Verstopfung
Faser
Schichtung
im Magen +
Transport im
Darm
Förderung unverdauliche Gesundheit Mikroben im Kohlenhydrate Dickdarm positive Beeinflussung Darmflora + Beitrag
Förderung
unverdauliche
Gesundheit
Mikroben im
Kohlenhydrate
Dickdarm
positive
Beeinflussung
Darmflora +
Beitrag zur AS- +
Vit.-Versorgung

se E. coli und anderen Erregern an.

Die Vitalität und die Leistung der Tie- re können gesteigert werden. Die Zusammenhänge, die sich durch ei- ne gezielte Faserversorgung erge- ben, werden in der Abbildung 2 dar- gestellt. Bei der Verdauung der fermen- tierbaren schwerer verdaulichen Kohlenhydrate durch Bakterien im Enddarm entstehen bakterielle Stoffwechselprodukte wie flüchtige Fettsäuren (überwiegend Essig-, But-

die dem

Schwein Energie liefern, den pH- Wert absenken und ein anhaltendes Sättigungsgefühl fördern (weniger Stress, mehr Ruhe). Neben den Rohfasergehalten, den Gehalten an NDF, ADF, ADL und der BFS können aber auch nachfol- gende physikalisch-chemische Ei- genschaften in der Tierernährung/ -fütterung relevant sein: Löslichkeit, Wasserhaltekapazität beziehungs- weise Wasserbindungskapazität so- wie Viskosität und Fermentierbar- keit (Hooda et al. 2011).

ter- und Propionsäure),

Wie sind Raufutter zu beurteilen?

Unter Raufutter werden Grund- futtermittel oder Wirtschaftsfutter wie beispielsweise Stroh, Heu, Mais- silage, Grünmehl/Cobs oder Luzer- nengrünmehl verstanden. Raufutter umfasst sowohl wasserreiche Futter- mittel (Grünfutter) und anderes Saftfutter, wie Rüben oder Silage, als auch trockenes Raufutter wie Heu oder Stroh (breite Streuung der TS- Gehalte). Es wird oft auf dem eige- nen Betrieb erzeugt. Wie das Rau- futter auf das Schwein wirkt, wird in der Tabelle 1 dargestellt. Zunächst weckt das Raufutter das Interesse des Schweins. Es wird gerochen, be- tastet und mit dem Rüssel analysiert (Beschäftigung mit der Futterauf- nahme). Einzelne Substanzen wer- den aufgenommen, eingespeichelt

bewohner werden durch ausrei-

haltsstoffe und der hygienischen Be-

chend fermentierbare Faser gestärkt schaffenheit durchgeführt werden.

Ein positiver Effekt des Einsatzes von Maissilage besteht beispielsweise in der Wirkung der durch den Silie- rungsprozess entstandenen organi- schen Säuren. Auch durch den guten Geschmack der Silage als Raufutter- komponente werden die Sauen und

se die trockene Weizenkleie mit Mastschweinen zum Fressen ani-

miert. Bei Schweinen wird Raufutter allerdings nur kombiniert mit Misch- futter eingesetzt, als das sogenannte „Top-Dressing“, um eine ausgewo-

(Eubiose). Die Peristaltik wird geför- dert, und negative Erreger werden schnellstmöglich ausgeschieden. Die verschiedenen Faserlieferan- ten enthalten sehr unterschiedliche Faserbestandteile und -mengen (sie- he Tabelle 2). So liefert beispielswei-

453 g NDF zirka 70 g mehr NDF als die feuchte Maissilage. Die Weizen- kleie enthält zudem mit 321 g fer- mentierbaren Fasern (NDF-ADF) ei- nen hohen Anteil an Bakterienfut- ter. Beachtet werden muss die hygie- nische Beschaffenheit der Weizen- kleie. Maissilage liefert 194 g fer- mentierbare Faser. Die angegebe- nen Spannen in der Tabelle 4 erge- ben sich aus den Kalkulationen zur

und abgeschluckt. Enzyme und Hor- mone werden aktiviert und die Sek- retion im Magen- und Darmbereich

gefördert. Durch das strukturierte Optimierung der vorläufigen NDF-

Raufutter erfolgt im Magen eine gu- te Schichtung und volumenmäßige Füllung des Magen-Darm-Traktes, was zur Sättigung und Ruhe der Tie- re beiträgt. Schließlich wird der Ver- dauungsbrei im Darm durch den ho- hen Anteil gering verdaulicher Fa- serbestandteile weitergeleitet. Die Darmwand beziehungsweise Darm- zotten werden stabilisiert, indem im Bereich der Krypten ein Schutzfilm aufgebaut wird. Positive Dickdarm-

Raufutter muss sich bei Verfütte- rung in einem einwandfreien Hygi- enezustand und einer gesundheits- fördernden Qualität befinden. Hier- zu sollten regelmäßig Untersuchun- gen bei der Lufa oder anderen La- boren zur Prüfung der einzelnen In-

Lufa oder anderen La- boren zur Prüfung der einzelnen In- Bei Stroheinsatz ist die Rohfaserauf- nahme

Bei Stroheinsatz ist die Rohfaserauf- nahme garantiert – Strohqualität, -zu- bringung und -entsorgung müssen stimmen. Fotos: Christian Meyer

gene und leistungsgerechte Fütte- rung zu gewährleisten. Unter dem Aspekt einer ausreichenden Faser- versorgung und einer zufriedenstel- lenden Beschäftigung mit der Fut- teraufnahme sowie der Steigerung des Tierwohls können verschiedene Raufutter (siehe Tabelle 2) in der Schweinefütterung eingesetzt wer- den. Neben den genannten Faserträ- gern spielen neben den zuvor ge- nannten Eigenschaften aber auch die absoluten Gehalte der verschie- denen Kohlenhydratfraktionen eine wichtige Rolle. In den vorläufigen Empfehlungen wird für tragende Sauen ein NDF- beziehungsweise ADF-Gehalt von über 200 bezie- hungsweise unter 80 g/kg Futter ein- gestellt. Bei laktierenden Sauen soll- ten Werte von über 160 g NDF und unter 70 g ADF je Kilo Futter erzielt werden. In der Mastschweinefütte- rung werden NDF- und ADF-Gehalte von über 140 und unter 40 g/kg Fut- ter angestrebt (siehe Tabelle 3). In sauren Mischungen (CCM-reiche Ra-

tionen oder fermentierte Futtermi-

schungen) können geringere Gehal- te an NDF und ADF toleriert werden, da diese durch die enthaltenen Säu- ren bereits gesundheitsfördernde

Bedarfsempfehlungen.

Kontrolle

des Raufutters

Tabelle 1: Was kennzeichnet Raufutter? Raufutter-Charakteristika

Futterform

Wirkung beim Tier

voluminös

Neugierde, Riechen

sperrig

Betasten, Sortieren

inhomogen

Bekauen, Zerkleinern

große Qualitätsschwankung (Nährstoffe, Hygiene )

Einspeicheln, Enzym- und Hormonausschüttung

sehr feucht bis sehr trocken (unterschiedliche TS-Gehalte)

langsames Abschlucken bei hohen TS-Gehalten

zellwandreich (NDF)

Magenschichtung/-füllung (pH-Gradient)

geringe Nährstoffkonzentration

geringer VQ der org. Substanz im Chymus

geringer VQ der org. Substanz

Darmwand- beziehungsweise Darmzottenstabilisierung

Nährstoffquellen für Dickdarmbewohner fördern unter anderem Milchsäure-/ Bifidobakterien

Peristaltik

Kotkonsistenz

Tabelle 2: Gehalte an Strukturkohlenhydraten in einigen Futterkomponenten

Rohwaren

TS-

Rohfaser

NDF g/kg

ADF

NDF-ADF

Gehalt

g/kg

g/kg

g/kg

Weizenkleie

880

118

453

132

321

ZR-Melasseschnitzel

900

185

324

185

139

Sojabohnenschalen

900

350

563

459

104

Apfel-/Obst-Trester

930

300

580

470

110

Stroh (WW)

900

369

671

413

258

Maissilage

344

63

152

75

77

Grassilage

350

92

173

102

71

Heu

860

243

538

297

241

Lignozellulose

990

600

820

700

120

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Wirkungen im Magen-Darm-Trakt erreichen.

Tabelle 3: Vorläufige Empfehlungen zur NDF- und ADF-Versorgung bei Sauen und Mastschweinen

Tierart

Rohfaser in g/kg

NDF g/kg

ADF g/kg

Sauen tragend

70

> 200

< 80

Sauen laktierend

45

> 160

< 70

Mastschweine

> 30

(>130*/140)

< 40

()vorläufige Empfehlung; * bei sauren Mischungen

 

Tabelle 4: Raufutter auf NDF-Basis kalkulieren

   

tragende Sauen

Mastschweine

   

niedertragend

hochtragend

45 kg LM

90 kg LM

Futteraufnahme

kg

3,2

3,7

1,8

2,8

Energie/Tag

MJ ME

35

45

24,5

36,5

min. Energie/kg Futter

MJ ME

11,0

12,2

13,2

13,0

NDF/kg Futter

g

200

140

Tages-Raufuttergabe in Anlehnung an vorläufige NDF-Empfehlungen

Stroh*

g

90-270***

20-70

Heu

g

110-330

20-75

Grassilage

g

300-1000

90-280

Maissilage**

g

400-1200

110-330

Biertreber**

g

350-1100

100-290

*Sobald festgestellt wird, dass die Tiere die Tages-Raufuttergaben von beispielsweise 50-75 g Stroh nicht fressen, sollte die Tageseinsatzmenge reduziert werden. Hierdurch kann eine unnötige Vergeudung beziehungsweise Raufutterverbrauch verhindert werden. **gemeinsame Verfütterung mit Schrot- beziehungsweise Fließfutter *** die angegebenen Spannen ergeben sich aus den Kalkulationen zur Optimierung der vorläufigen NDF-Bedarfsempfehlungen, wobei die geringen Mengen zur Beschäftigung der Tiere dienen und die hohen Mengen gleichzeitig die NDF-Versorgung sicherstellen.

stärkerem Auseinanderwachsen ver- hindert werden. Bei den Sauen wer- den bis zu 1.200 g Maissilage kalku- liert und bei denMastschweinen eine Menge von 110 bis 330 g, angepasst an die jeweiligen Bedarfswerte. Eine Einsatzmenge von 330 g Maissilage

Dr. Gerhard Stalljohann Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen Tel.: 02 51 23 76-860 Gerhard.stalljohann@lwk.nrw.de

Abbildung3:Balance(positivesMiteinander)vonErnährung,

Immunsystem und Darmflora (Pluske 2007)

Ernährung Interaktion Immunsystem Mikroflora
Ernährung
Interaktion
Immunsystem
Mikroflora

Barrierefunktionen

Fütterung = betriebsindividuelle Fütterungsstrategien „auch“ für den MDT optimieren!!!

Effekte und Funktionen der Faserfraktionen

verbesserte Darmperistaltik – un-

terstützt Darmgesundheit und Im-

munkompetenz

Steuerung der Passagerate und

der Kotkonsistenz und somit verbes- serte Kotabsetzung (zum Beispiel Geburtsvorbereitung bei Sauen)

Bildung von bakteriellen Stoff-

wechselprodukte bei der Fermenta- tion (zum Beispiel FFS)

Erhöhung der Enzymsekretion

durch mechanische Stimulierung der Darmmukosa

N-Fixierung im Dickdarm durch

BFS – durch weniger leicht emittier- baren Harnstickstoff

Quellvermögen steuert die Futter-

aufnahme (Sättigungsgefühl) – Sau- enherde ist ruhiger (zum Beispiel bei Gruppenhaltung von Sauen)

Gastro-Intestinal-Trakt (GIT) wird

durch Quellvermögen der Faser vo- luminöser – kann Futteraufnahme- kapazität in der Laktation positiv be- einflussen

Wie viel Raufutter anbieten?

reichung von Raufutter eine Energie- zuführung von 35 beziehungsweise 43 MJ ME je Sau und Tag möglich sein. Bei Mastschweinen sollte eine Energiemenge von 24,5 bei 45 kg LM beziehungsweise 36 MJ ME bei 90 kg LM mit der Gesamtration eingehal-

Der kalkulierte Raufuttereinsatz in der Endmast würde in etwa einer ten werden. So kann sichergestellt

werden,dassdie Leistungder Schwei- ne konstant bleibt.

Vorläufige NDF-Empfehlungen:

160

bis 200 beziehungsweise 130 bis

140

g NDF je Kilo Futter für Sauen be-

ziehungsweise für Mastschweine

(vergleiche Tabelle 3).

Menge von 6 % am Gesamtfuttermit gleicher Trockenmasse entsprechen. Auf jeden Fall sichergestellt wer- den sollte die Nährstoff- beziehungs-

ergibt sich aus den unterstellten Fut- teraufnahmen je Tier, dem Energie- bedarf pro Tag und dem Energiege- halt je Kilo Futter sowie dem anzu-

strebenden vorläufigen NDF-Gehalt weise Energiezufuhr insgesamt pro

je Kilo Futter. Um die erforderlichen Mengen an NDF bei nieder- und hochtragenden Sauen abzudecken, wäre beispielsweise täglich in niedrig versorgten NDF-Rationen eine Men- ge von 330 g Heu je Sau erforderlich (siehe Tabelle 4). Wenn bereits die Ausgangsration eine hohe Faserver- sorgung aufweist, müssten zur Be- schäftigung 110 g Heu je Sau kalku- liert werden. Bei Mastschweinen wä- ren 20 bis 75 g Heu zusätzlich, das heißt on top zum Standardfutter zu verabreichen. Anders sähe es bei der Maissilage, dem Biertreber oder den Pressschnit- zeln aus. Hier sollte eine gemeinsame Verfütterung des Raufutters über ein Schrot- oder Flüssigfutter erfolgen, zur Vermeidung von starkem Futter- aufnahmewahlverhalten. Hierdurch sollen Imbalancen bei der Nährstoff- versorgung und Einbußen in den Leistungen bei den Schweinen mit

Tag in den verschiedenen Leistungs- abschnitten. Bei den tragenden und säugenden Sauen sollte trotz Verab-