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Das Bedeutungs- wörterbuch Wortschatz und Wortbildung Rund 20 000 Stichwörter und Wendungen mit grammatischen und
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Das Bedeutungs- wörterbuch

Wortschatz und Wortbildung Rund 20 000 Stichwörter und Wendungen mit grammatischen und phonetischen Angaben. Alle Stichwörter mit Definitionen und Beispielen. Mit Synonymen und Wortbildungen sowie Infokästen zu leicht verwechselbaren Wörtern

4.

Auflage

10

Aal [a l], der; -[e]s, -e: in Flüssen lebender, schlangen- Jedes Stichwort beginnt mit einer
Aal [a l],
der; -[e]s, -e:
in Flüssen lebender, schlangen-
Jedes Stichwort
beginnt mit einer
neuen Zeile
förmiger Fisch mit schlüpfriger
Haut: Aal blau (gekochter Aal,
dessen Haut sich durch bergie-
ßen mit heißem Essigwasser blau
gefärbt hat); Aal grün ( frisch
gedünsteter Aal).
Zus.: Flussaal,
Wortbildungen mit
Räucheraal.
aa|len [ a l n] 〈+ sich〉 (ugs.):
dem Stichwort
sich wohlig strecken, sich behag-
lich ausgestreckt ausruhen: sie
aalte sich in der Sonne.
Aas
[a s], das; -es, -e und Äser
Angaben zur Phonetik
(internationale
Lautschrift IPA)
[
z ]:
1.
〈Plural: Aase〉
[verwesender]
toter Körper eines Tieres;
Kadaver: das Aas liegt auf der
Straße.
Stichwörter in
2.
〈Plural: Äser〉 (ugs. abwer-
halbfettem Druck
tend)
Person, über deren Verhal-
ten man sich ärgert, auf die man
wütend ist: dieses verdammte
Aas hat mir alles weggenom-
men. Zus.: Rabenaas; * kein
Feste Wendungen
Aas:
überhaupt niemand: kein
erscheinen halbfett
Aas hat mich im Krankenhaus
besucht.
aa|sen [ a zn ]
〈itr.; hat〉
(ugs.):
verschwenderisch
umgehen: mit
dem Geld aasen.
Syn.: durch-
bringen (ugs.), vergeuden, verju-
beln (ugs.), verschwenden.
Gehört ein Stichwort
zwei oder mehreren
1 ab [ap] 〈Präp. mit Dativ〉:
Wortarten an, wird mit
hochgestellten Ziffern
unterschieden
an, von: ab [unserem]
Werk; ab Hamburg; 〈bei einer
Angabe zur Zeit auch mit Akk.〉
ab erstem/ersten Mai; Jugendli-
che ab 18 Jahren/Jahre; ab kom-
mendem/kommenden Montag;
〈bei einer Angabe zur Reihen-
folge auch mit Akk.〉 ab nächs-
ter/nächste Ausgabe.
von
2 ab [ap] 〈Adverb〉:
1.
a)
weg, fort, entfernt: rechts ab
von der Station; keine drei
Schritte ab.
b)
(ugs.) hinweg, fort:
ab nach Hause!
2.
〈elliptisch〉
a)
herunter, hinun-
Angaben von typischen
Wendungen und
Wortverbindungen
ter: Mützen ab!
(absetzen!).
b) abgetrennt: der Knopf war
schon ab.
3. * ab und an (bes. nordd.):

gelegentlich; von Zeit zu Zeit: er

kommt ab und an, um nach dem Rechten zu sehen; * ab

und zu: manchmal; von Zeit zu

Wortbildungselemente

als Stichwörter

Zeit: jmdn. ab und zu besuchen.

[ap] 〈trennbares, betontes ver-

bales Präfix〉:

1. weg: abbröckeln; abbürsten;

abreisen; abschalten; abwin-

keln. Syn.: weg-.

ab-
ab-

Grammatische Angaben bei Substantiven: Es werden das Genus und die Endungen des Genitivs Singular und des Nomina- tivs Plural angegeben

Angabe von Wort- trennungsmöglichkeiten mit dem Zeichen |

Leicht verständliche

und sachlich korrekte Definition

Angaben zur Stilschicht Grammatische Angaben bei Verben

Angaben von synonymen Stichwörtern

Unterscheidung ver-

schiedener Bedeutungen durch arabische Ziffern und/oder Kleinbuchstaben

Zypresse – Zypresse

Z

Zypr

Duden Band 10

Der Duden in zwölf Bänden Das Standardwerk zur deutschen Sprache

Herausgegeben vom Wissenschaftlichen Rat der Dudenredaktion:

Dr. Matthias Wermke (Vorsitzender) Dr. Kathrin Kunkel-Razum Dr. Werner Scholze-Stubenrecht

1.

Rechtschreibung

2.

Stilwörterbuch

3.

Bildwörterbuch

4.

Grammatik

5.

Fremdwörterbuch

6.

Aussprachewörterbuch

7.

Herkunftswörterbuch

8.

Synonymwörterbuch

9.

Richtiges und gutes Deutsch

10.

Bedeutungswörterbuch

11.

Redewendungen und sprichwörtliche Redensarten

12.

Zitate und Aussprüche

Duden

Das Bedeutungswörterbuch

4., neu bearbeitete und erweiterte Auflage

Herausgegeben von der Dudenredaktion

Duden Band10

Dudenverlag

Mannheim x Leipzig x Wien x Zürich

Projektleitung Dr. Kathrin Kunkel-Razum

Redaktionelle Bearbeitung Anja Konopka, Ursula Kraif unter Mitwirkung von Christine Beil (Nürnberg), Prof. Dr. Mechthild Habermann (Erlangen) und Prof. Dr. Stefanie Stricker (Bamberg)

Herstellung Tina Vogel, Monika Schoch

Die Duden-Sprachberatung beantwor tet Ihre Fragen zu Rechtschreibung , Zeichensetzung, Grammatik u. Ä . montags
Die
Duden-Sprachberatung beantwor tet
Ihre
Fragen
zu
Rechtschreibung ,
Zeichensetzung,
Grammatik
u.
Ä .
montags
bis
freitags
zwischen
08 : 00
und
18 : 00
Uhr.
Aus
Deutschland :
09001 870098 (1,86 pro Minute aus dem Festnetz)
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(1,80
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

Das Wort Duden ist für den Verlag Bibliographisches Institut AG als Marke geschützt.

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, verboten. Kein Teil dieses Werkes darf ohne schriftliche Einwilligung des Verlages in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrof ilm oder ein anderes Verfahren), auch nicht für Zwecke der Unterrichtsgestaltung, reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

X 2010 Bibliographisches Institut AG, Mannheim Typografisches Konzept Iris Farnschläder, Hamburg Satz Bibliographisches Institut AG, Mannheim Druck und Bindearbeit Druckerei C. H. Beck, Nördlingen Printed in Germany ISBN 978-3-411-04104-6 www.duden.de

Vorwort

Mit der jetzt vorliegenden 4. Auflage des Duden-Bedeutungswörterbuchs haben sich Verlag und Redaktion das Ziel gesetzt, den Benutzern ein nützli- ches Instrument zum richtigen und effizienten Umgang mit der deutschen Sprache zur Verf ügung zu stellen. Dies gilt zum einen für das korrekte Verste- hen eines gesprochenen oder geschriebenen Textes, zum andern für den rich- tigen produktiven Gebrauch der deutschen Sprache in Wort und Schrift. Mit diesem Anspruch wendet sich die neue Auflage des Duden-Bedeu- tungswörterbuchs sowohl an Benutzer mit Deutsch als Muttersprache als auch an Deutsch Lernende anderer Herkunftssprachen, die bereits über eine gewisse Kompetenz in der deutschen Sprache verfügen. Das Wörterbuch ver- zeichnet unter seinen rund 20 000 Stichwörtern auch den gesamten Wort- schatz des »Zertifikats Deutsch«. Um beiden Zielsetzungen und Zielgruppen zu entsprechen, werden die Bedeutungserklärungen in einem leicht verständlichen Grundvokabular gegeben. Zusätzlich stellen authentische Anwendungsbeispiele die Stich- wörter und ihre Bedeutungen in typischen Kontexten vor. Grundlage für die möglichst exakte Darstellung der Wortbedeutungen sind das umfangrei- che Dudenkorpus sowie die nahezu unbegrenzten Recherchemöglichkeiten des Internets. Neben den Grundbedeutungen werden bedeutungsgleiche und -ähnliche Wörter ebenso berücksichtigt wie Wortbildungen mithilfe der jeweiligen Stichwörter. So findet man beim Eintrag Angst die synonymen Wörter Ängst- lichkeit, Beklemmung, Furcht, Panik und als mögliche Zusammensetzungen (Komposita) die Wörter Berührungsangst , Todesangst . Rund 75 Infokästen enthalten Informationen zu leicht verwechselbaren Wörtern (z. B. anscheinend / scheinbar). Dieses Element soll dazu beitragen, gerade dort Sicherheit im Umgang mit der Bedeutungsvielfalt der deutschen Sprache zu erlangen, wo die Bedeutungen unscharf werden bzw. sich mit benachbarten Bedeutungen überschneiden. Viele Wörter entfalten ihre volle Bedeutungsdimension erst dann, wenn sie zusammen mit anderen Wörtern idiomatische Wendungen bilden, deren Bedeutung über die ursprüngliche Bedeutung der Einzelwörter hinausreicht. Im Vorspann werden hierzu Beispiele aus dem Bereich von Redewendungen, die Zahlen enthalten, gegeben.

Für die Verbesserung der passiven (textverstehenden) wie aktiven (text- produzierenden) Sprachkompetenz ist der sichere Umgang mit Wortbil- dungselementen unerlässlich. Dies gilt selbstverständlich auch für die Erschließung von Neuwörtern, die im Zuge veränderter wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, kultureller etc. Entwicklungen in der Zukunft aus beste- hendem Sprachmaterial gebildet werden. Dabei handelt es sich nicht nur um die bekannten Präfixe wie be-, ent-, un-, ver- oder Suffixe wie -bar, -heit, -keit, -ung, sondern auch um Wortbildungs- elemente, die selbstständige Stichwörter mit eigenständiger Bedeutung dar- stellen und gleichzeitig produktiv an der Bildung neuer zusammengesetzter Begriffe und semantischer Wortfelder beteiligt sind : Öko-: Ökobauer, Ökola- den, Ökopartei; multi-, Multi-: multifunktional, multimedial, Multimillionär, Multitalent etc. Es werden aber nicht nur die traditionellen Wortbildungsmittel inhaltlich erläutert und vorgeführt (z. B.: herbei-: herbeizaubern; -bar: maschinenles- bar), sondern auch die Wortbildungsmittel, die man als Affixoide – als Halb- präfixe (Präfixoide) bzw. Halbsuffixe (Suffixoide) – bezeichnet. Unter Affixoiden werden in diesem Buch die produktiven Wortbildungs- mittel verstanden, mit denen man – wie mit den Affixen – in Analogie ganze Reihen neuer Wörter für den Augenblicksbedarf bilden kann, die aber noch immer – trotz inhaltlicher Entkonkretisierung oder Verblassung – die Bedeu- tung des selbstständigen Wortes erkennen lassen. Aus diesem Grund kann man unterscheiden zwischen einem Kompositum, das aus zwei selbstständi- gen Wörtern besteht (Marathon-lauf, Papier-fabrik, frühjahrs-müde), und einer affixoiden Wortbildung, die aus einem selbstständigen Wort und einem Affixoid besteht (Marathon-sitzung, Ideen-fabrik, ehe-müde). Die Affixoide sind für die deutsche Gegenwartssprache besonders charak- teristisch; aber gerade sie finden sich in den Wörterbüchern in der Regel nicht oder nur in Ansätzen verzeichnet. Bei der Bearbeitung wurde diesen sprachlichen Ausdrucksmitteln besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Alle in den Artikeln aufgeführten Beispiele stammen aus dem umfangreichen Dudenkorpus, sind also belegte und keine erfundenen Wortbildungen. Diese Artikel zur Wortbildung verschaffen dem Benutzer Zugang zu vielen Wör- tern, die in den Wörterbüchern nicht zu finden sind und auch nicht zu finden

sein können, weil diese Wörter (noch) nicht lexikalisiert, (noch) nicht wörter- buchreif sind. In der Gebrauchsprosa finden sich solche Bildungen besonders häufig. Auf einer Speisekarte werden – beispielsweise – kutterfrische Krabben angeboten, und eine Firma beschreibt ihre Ventilatoren mit Attributen wie einbaufertig, drehzahlsteuerbar, anpassungsfähig, wartungsfrei , geräuscharm, leistungs- stark, bedarfsgerecht, betriebssicher, anschlussfertig. Aber auch emotionale Wertungen kann man mit den Mitteln der Wortbildung ausdrücken:

Chef ideologe, saudumm, hundemüde, topaktuell, karrieregeil, gesundheits- bewusst. Jeder einzelne Wortbildungsartikel erschließt eine oder mehrere Reihen gleich gebildeter Wörter. So finden sich unter -in beispielsweise: Anwältin, Bewunderin, Hündin, Seniorin; unter Bilderbuch-: -ehe, -ehemann, -familie, -karriere, -landung, -start; unter-intern: anstalts-, fach-, firmen-, haus-, partei-. Dabei werden gleichzeitig die unterschiedlichsten Bildungsweisen – mit Fugenelement, Umlaut, Ausfall der Endung, mit pluralischem oder singulari- schem Basiswort– deutlich. Besonders in der – meist gesprochenen – Alltagskommunikation findet man eine praktisch unbegrenzte Kombinationsvielfalt, die oft zu Ad-hoc- Bildungen führt, die zwar unter Umständen in keinem Wörterbuch ver- zeichnet werden, deren Verstehen jedoch Voraussetzung für das Gelingen von Kommunikation ist. Die durch die Kombination mehrerer sprachlicher Elemente entstandene Bedeutung wird vom Sprachbenutzer nur erfasst, wenn er auch fähig ist, ähnliche Wortbildungen voneinander zu unterschei- den. Mithilfe der Wortbildung werden oft ganze Sätze oder Satzteile zu einem einzigen Wort verdichtet. Solch ein Gebilde ist zwar für den Sprecher/Schrei- ber oft recht griffig, doch für den Hörer/Leser manchmal schwer oder gar nicht verständlich oder auch mehrdeutig. Die Bedeutung wird erst – aber auch nicht immer – aus dem Textzusammenhang oder aus der Situation erkennbar. Die Auflösung mancher Wortbildungen erfordert oftmals eine umständliche längere Umschreibung, so ist zum Beispiel »eine kinofähige Wirklichkeit« eine Wirklichkeit, die sich auch für den Film, das Kino eignet, und »brieftaschenfreundliche Preise« sind Preise, die nicht zu hoch, also

akzeptabel sind, die die »Brieftasche« (als den Aufbewahrungsort für Geld) nicht so sehr belasten. Die Produktivität der Sprache liegt in der Wortbildung. Daher gehören die Wortbildungsmittel auch in ein Bedeutungswörterbuch; aber nicht nur, um Gegenwartstexte verstehbar zu machen, sondern auch, um sprachliche Krea- tivität zu fördern und anzuregen. Mit der ausführlichen Berücksichtigung der Wortbildung einerseits und mit der Einarbeitung des Ergänzungswortschat- zes, der Synonyme und Zusammensetzungen, andererseits wurde in diesem Buch der Versuch unternommen, dem traditionellen Bedeutungswörterbuch eine neue Qualität zu geben und durch unmittelbare, lebendige Einblicke in die Vielfalt und Produktivität der Sprache die Lust an der Sprache und an eige- ner sprachlicher Gestaltung zu wecken.

Mannheim, im Januar 2010

Die Dudenredaktion

Inhalt

Die Behandlung der Stichwörter 11 Die einzelnen Wortarten 16 Die Lautschrift 18 Im Wörterbuch verwendete Abkürzungen und Zeichen 20 Liste der Wortbildungselemente 22 Zahlen 25 Zahlen – Ordnungsfaktor im Leben und in der Sprache 27 bersicht über die sprachwissenschaftlichen Fachausdrücke 33 Auflistung der Sachgebiete und deren Fach- und Sondersprachen 39 Die gebräuchlichsten unregelmäßigen Verben 40 Wörterbuch 45

o

11

Die Behandlung der Stichwörter

1. Die Anordnung der Stichwörter

Die Behandlung der Stichwörter

Die Stichwörter sind streng alphabetisch angeordnet. Dabei werden die Umlaute ä, ö und ü – anders als in Telefonbüchern – wie die Vokale a, o und u behandelt.

dämlich

Damm

dämmen

dämmern

Dämmerung

dämmrig

Es gilt der Grundsatz: Jedes Stichwort beginnt mit einer neuen Zeile. Damit vermei- det das Wörterbuch umfangreiche »Nester«, die wegen ihrer Komplexität das Auf- finden des gesuchten Wortes erschweren :

abklappern

abklingen

abklopfen

abknallen

abknicken

abknöpfen

Die Infofenster zu leicht verwechselbaren Wörtern werden nach dem im Alphabet zu- erst stehenden Wort eingefügt, also anscheinend/scheinbar nach dem Eintrag zu anscheinend.

2. Aussprache und Lautschrift

Zu den Hauptstichwörtern wird in diesem Wörterbuch die Lautschrift mit den Zei- chen der International Phonetic Association (IPA) angegeben. Eine Liste der verwen- deten Zeichen und der Laute, die sie repräsentieren, befindet sich auf Seite 18.

o

Die Behandlung der Stichwörter

12

3. Darstellung und Aufbau der Stichworteinträge

Ab|bau 1

[ apbau

] 2 ,

der ;

-[e]s 3 :

1. 4 a) Zerlegung von Aufgebautem in seine

Die Stichwörter 1 erscheinen halbfett. Mögliche Worttrennstellen werden durch den vertikalen Strich | markiert. Es folgt die Lautschrift 2 . Angaben zur Wortart und zur Grammatik 3 sind der nächste Bestandteil des Artikels. Die Gliederung eines Eintrags nach Bedeu- tungen erfolgt durch halbfette arabi- sche Ziffern 4 . Die Definitionen erschei- nen in kursiver Schrift 5 . Sie werden durch Anwendungsbeispiele 6 illustriert. Synonyme 7 und Zusammensetzungen 8 beschließen einen Stichworteintrag bzw. eine Bedeutungskategorie.

Einzelteile 5 :

der

Abbau

von

Tribünen

ist

beson-

ders schwierig 6 .

Syn.: 7

Abriss.

b) allmähliche

Beseitigung:

Abbau

von

Privilegien 6 .

Zus.: 8

Subventionsabbau,

Truppenabbau.

2. 4 Verringerung des Bestandes oder der

Personenzahl 5 :

Abbau

von

Arbeitsplätzen,

Lehrstellen,

Personal 6 .

Zus.: 8

Arbeitsplatzab-

bau,

Personalabbau.

3. 4 Förderung oder Gewinnung von Erzen

und

Mineralien 5 :

der

Abbau

der

Steinkohle

wird

hier

eingestellt 6 .

4. 4 Rückgang von Kräften 5 : biologisch

bedingter

Abbau

von

Knochenmasse 6 .

Zus.: 8

 

Leistungsabbau.

ab|bau|en 1 [ apbau

n] 2 ,

baute

ab,

abgebaut 9 :

Bei bestimmten Verben (siehe unten, S. 16) werden nach dem Stichwort die 3. Person Präteritum und das Partizip Perfekt 9 angegeben. Danach bzw. bei jeder weiteren Unterbedeutung folgen Angaben zu Transitivität bzw. Intransi- tivität sowie zum Hilfsverb 10 . Innerhalb einer Bedeutungskategorie erfolgt ge- gebenenfalls die weiter gehende Bedeu- tungsdifferenzierung mithilfe von Kleinbuchstaben 11 . Zur Eingrenzung der Bedeutung können gegensätzliche Wörter (Antonyme) 12 angegeben werden. In runden Klammern stehen die Mar- kierungen der Sprachebene 13 .

1. 4 〈tr. ; hat〉 10 a) 11 (Aufgebautes) in seine Bestandteile zerlegen [und wegbringen] 5

/ Ggs. auf bauen / 12 : ein

Gerüst,

Zelt,

Tribünen

abbauen 6 . Syn.: 7

abbrechen,

demontieren.

b) 11 allmählich beseitigen 5 : Zölle abbauen 6 . Syn.: 7 senken. 2. 4 〈tr. ; hat〉 10 in der Personenzahl verrin-

gern 5 :

die

Verwaltung ,

Beamte

abbauen 6 .

Syn.: 7 abschießen (ugs.) 13 , abservieren

(ugs.) 13 , auf

die

Straße

setzen

(ugs.) 13 , auf

die

Straße werfen (ugs.) 13 ,

entlassen,

feuern

(ugs.) 13 , setzen,

in

in

den

einstweiligen

die

W üste

schicken

Ruhestand

ver-

kaltstel-

 

len

(ugs.) 13 ,

kündigen,

seines

(ugs.) 13 , Amtes

entheben

(geh.) 13 ,

seines

Amtes

entkleiden

(geh.) 13 ,

 

über

die

Klinge

springen

lassen

(ugs.) 13 ,

zum

alten

Eisen

werfen

(ugs.) 13 .

3. 4 〈tr. ; hat〉 10 (Erze, Mineralien) fördern,

gewinnen 5 :

heute

wird

immer

weniger

Kohle

abgebaut 6 .

4. 4 〈itr. ; hat〉 10 (ugs.) 13 in der Leistung schwä-

cher

baute

werden 5 :

die

von

der

zehnten

Runde

[körperlich]

Europameisterin

an ab 6 .

 

Syn.: 7 nachlassen.

o

13

Die Behandlung der Stichwörter

s] 2

1 aus 1 [au

〈Präp.

mit

Dativ〉 14 :

Die grammatischen Angaben stehen in Winkelklammern 14 . Manchmal wird die Bedeutung nicht als Definition, sondern als Erklärung 15 angegeben.

1. 4 a) 11 gibt die Richtung , die Bewegung von

innen

nach

außen

an 15 :

aus

dem

Zimmer

b) 11 gibt die räumliche oder zeitliche

gehen 6 . Herkunft,

den

Ursprung ,

den

ursprünglichen

Bereich an 15 :

ein

Werk

aus

dem

vorigen

Jahr-

 

hunder t ; aus

der

Nähe ;

aus

drei

Meter

Entfer-

nung ;

aus

Berlin

stammen 6

1 Ball [bal] 2 , der ; -[e]s, Bälle 3 [ b l ] 2 :

a) 4 [mit Luft gefüllter] Gegenstand zum Spie- len, Sporttreiben 5 2 Ball [bal] 2 , der ; -[e]s, Bälle 3 [ b l ] 2 :

festliche Veranstaltung 5

Wörter mit gleicher Schreibung, aber völlig unterschiedlicher Bedeutung

1 Te|nor

[te no

] 2 , der ; -s, Tenöre 3 [te r ] 2 :

a) 11 Männersingstimme in hoher Lage 5

oder Wörter mit unterschiedlicher Aussprache oder Betonung

2 Te|nor

[ te no

],

der ;

-s :

grundlegender Gehalt 5

1 Band [bant] 2 , das ; -[e]s, Bänder 3 [ b nd ] 2 :

oder mit unterschiedlichem Genus und unterschiedlicher Deklination

a) schmaler Streifen aus Stoff o. Ä.: ein bun-

tes Band ;

ein

Band

im

Haar

   

2 Band [b nt] 2 , die ; -, -s 3 :

 

Gruppe von Musikern

3 Band [bant] 2 , der ; -[e]s, Bände 3 [ b nd ] 2 :

gebundenes Buch [das zu einer Reihe

gehört]:

ein

dicker

Band

.

.

.

1 hän|gen hat〉 10 :

[ h n] 2 ,

hing ,

gehangen 3

〈itr. ;

oder Verben mit unterschiedlicher Konjugation werden durch vor dem Stichwort stehende Hochzahlen unter- schieden.

1. oben, an seinem oberen Teil an einer bestimmten Stelle [beweglich] befestigt sein 5

2 hän|gen

[ h n] 2 ,

hängte,

gehängt 3 :

 

1. 〈tr. ; hat〉 10 etwas oben, an seinem oberen

Teil

befestigen 5

o

Die Behandlung der Stichwörter

4. Handhabung der Stilangaben

14

Es ist eine Wertung des individuellen Sprachgefühls, in welcher Qualität Wörter wie »Scheiße«, »blöd«, »Drecks-«, »saukalt« oder »affengeil« wahrgenommen werden. Was manchen Benutzern normalsprachlich, weil dem eigenen vertrauten Lebens- und Sprachalltag entstammend, erscheint, ist für andere schon »ugs.« (= umgangs- sprachlich), ja gar »derb«. Ähnlich verhält es sich mit Bewertungen wie »geh.« (= gehoben) oder »Jargon«.

Angaben zum Sprachstil, zur Sprachebene sind immer wertend und damit oft sub- jektiv. Dies gilt bis zu einem gewissen Grad auch für dieses Wörterbuch, auch wenn es sich auf Analysen des Dudenkorpus stützen kann und so mit empirisch abgesicher- ten Daten die Ebene der rein subjektiven Bewertung hinter sich lässt.

Zum Gebrauch und Stil werden folgende Angaben gemacht:

Nicht alltägliche bzw. im alltäglichen Sprachgebrauch feierlich oder übertrieben wirkende Wörter wie Affront, Antlitz oder sich befleißigen.

ugs. = umgangs- Hier handelt es sich um eine zwanglose Ausdrucksweise im sprachlich sprachlichen Alltag, die man vor allem hört, bzw. dort liest, wo in- dividuelle Abweichungen von der Norm der Hochsprache üblich sind, etwa in persönlichen Briefen, E-Mails oder SMS-Texten, z. B. drauflosgehen, dazwischenfunken, flitzen oder pennen. Zu der Gruppe gehören auch Bildungen unter Verwendung von intensi- vierenden Präfixen wie mega- oder super-.

derb Mit »derb« markierte Wörter werden im Allgemeinen als negativ und im alltäglichen Sprachgebrauch als anstößig empfunden. Dazu gehören Wörter wie Arsch oder Visage.

geh. = gehoben

abwertend Als »abwertend« empfundene Wörter oder Wortbildungsele- mente transportieren oft ein ablehnendes Urteil, eine persönliche Kritik an der Person, auf die sich das Wort bezieht, etwa Chauvi, Drecks-, Pöbel oder Rowdy.

emotional Damit wird eine Ausdrucksweise markiert, die eine emotionale Anteilnahme an dem Bezeichneten wiedergibt, z. B. bei Wörtern oder Wortbildungselementen wie Barbar, Drecks- oder super-.

Jargon Einem »Jargon« zugehörende Begriffe entstammen meist sozial oder beruflich definierbaren Gruppen. Dort wird der »Jargon« dann zum umgangssprachlichen Kommunikationsmittel, etwa Stoff unter Rauschgiftsüchtigen für das jeweilig konsumierte Rauschmittel.

o

15

5. Die Verwendung von »Syn.« und »Zus.«

Die Behandlung der Stichwörter

Am Ende der Stichworteinträge bzw. am Ende der verschiedenen Bedeutungskate- gorien finden sich nach den Abkürzungen Syn. : bzw. Zus. : Aufstellungen von Wör- tern, die in einer semantischen Beziehung zum Stichwort stehen.

Nach der Abkürzung Syn. folgen bedeutungsgleiche oder -ähnliche Wörter oder Wortgruppen (Synonyme) in alphabetischer Reihenfolge. Ist das Synonym ein Ein- zelwort, so ist es fast immer selbst wieder Stichwort im Buch und kann an der ent- sprechenden Stelle nachgeschlagen werden. Unter Umständen sind Einzelwörter er- gänzt um »sich« und/oder eine Präposition. Außerdem werden die Sprachebenen an- gegeben.

Fach|mann

Meister, Phänomen, Profi, Spezialist.

Syn.: Ass, Autorität, Experte, Größe, Kapazität, Kenner, Könner,

Li|ai|son

Syn.: Affäre, Liebelei (abwertend), Techtelmechtel (ugs.), Verhältnis.

be|trü|gen

Syn.: anscheißen (salopp), anschmieren (ugs.), aufs Glatteis führen,

aufs Kreuz legen (salopp), bluffen, einwickeln (ugs.), hereinlegen (ugs.), hinters Licht führen, leimen (ugs.), linken (ugs.), neppen (ugs.), prellen, über den Löffel balbieren (ugs.), überfahren (ugs.), überlisten, übers Ohr hauen (ugs.), übertöl- peln, übervorteilen, verraten.

Nach Zus. werden zusammengesetzte Wörter (Komposita) aufgeführt, deren zweiter Bestandteil dem Stichwort entspricht; dies schließt auch Ableitungen ein.

Attraktion

Zus.: Hauptattraktion, Touristenattraktion.

6. Produktive Wortbildungselemente

Präfixe, Suffixe, Suffixoide und auch selbstständige Wörter, mit denen Reihen neuer Wörter gebildet werden können, erscheinen als selbstständige Stichwörter an ihrem alphabetischen Ort:

be- <verbales Präfix>

hin- <trennbares, betontes verbales Bestimmungswort >:

beackern, befummeln; bekotzen; bekritzeln

hingehen; hinlau-

fen

-muffel

Bewegungsmuffel; Ehemuffel; Gurtmuffel

-tüchtig

fahrtüchtig; flugtüchtig; funktionstüchtig

o

Die einzelnen Wortarten

Die einzelnen Wortarten

1. Substantive

16

a) Bei Substantiven stehen der Artikel, der Genitiv Singular und der Plural. Der bei

diesen Angaben verwendete Strich »-« steht für das Stichwort:

Mann [man], der; -[e]s, Männer [ m n ]:

b) Hat ein Substantiv keine Pluralform, wird als Form nur der Genitiv Singular ange-

geben:

Hunger [ h ], der; -s:

c) Ausschließlich im Plural vorkommende Substantive erhalten die Angabe <Plu-

ral>:

Ferien [ fe:ri en], die <Plural>

d) Tritt ein Substantiv in einer bestimmten Bedeutung nur im Singular auf, dann

wird dies durch den Zusatz <ohne Plural> gekennzeichnet:

Andacht [ andaxt], die; -, -en 1. <ohne Plural> Zustand, in dem sich jmd. befindet, wenn er sich

in etwas versenkt

2. Verben

2. kurzer Gottesdienst

a) Verben mit regelmäßiger Konjugation erhalten keine weiteren Angaben. Als

regelmäßig gelten die schwachen Verben, bei denen keine Trennung von Präf ixen erfolgt, die im Präteritum in der 3. Person Singular auf -te enden und deren Hilfsverb im Perfekt ausschließlich »haben« ist:

aas/en, aas/te, hat geaas/t absolvier/en, absolvier/te, hat absolvier/t niesel/n, niesel/te, hat geniesel/t opfer/n, opfer/te, hat geopfer/t

Bei Verben, die davon abweichende Formen aufweisen, werden die 3. Person Präteri- tum und die 3. Person Perfekt angegeben. Die 3. Person Präsens wird nur aufgeführt, wenn eine zusätzliche lautliche und/oder orthografische Abweichung auftritt:

fallen, fällt, fiel, ist gefallen messen, misst, maß, hat gemessen

o

17

Die einzelnen Wortarten

Die Formen werden in folgenden Fällen angegeben:

*

starke Verben : beißen, biss, hat gebissen

*

schwache Verben mit trennbarer Vorsilbe : auftrennen, trennte auf, hat aufge- trennt

*

schwache Verben, bei denen in der Konjugation noch ein -e- zwischen Wortstamm und Endung tritt:

fast/en, fast/ete, hat gefast/et

*

schwache Verben, deren Hilfsverb im Perfekt ausschließlich (oder zusammen mit »haben«) »sein« ist: filzen, filzte, hat/ist gefilzt.

b)

Verben, die ein Akkusativobjekt haben und ein persönliches Passiv bilden (tran-

sitive Verben), erhalten die Kennzeichnung <tr.>. Es gibt Verben mit Akkusativ- objekt, die aber trotzdem nicht als transitiv gelten, da sie kein Passiv bilden, z. B. »bekommen« (er bekommt das Buch; nicht möglich jedoch: das Buch wurde von ihm bekommen). Verben mit reflexivem oder reziprokem Pronomen erhalten die Kenn- zeichnung <+ sich>, alle übrigen Verben die Kennzeichnung <itr.> = intransitiv.

c) Mit der Bezeichnung »Funktionsverb« werden Verben dann versehen, wenn sie

neben ihrem Gebrauch als bedeutungtragendes Vollverb in bestimmten Verbindun- gen mit Substantiven auftreten, in denen ihre eigentliche Bedeutung verblasst ist und in denen sie nur Teil einer festen Wendung sind, z. B. »gelangen« in den Wendungen »zur Aufführung gelangen« (= aufgeführt werden) oder »zur Auszahlung gelangen« (= ausgezahlt werden).

3. Adjektive

a) Adjektive können als nähere Eigenschaftsbestimmung vor ein Substantiv treten:

die schöne Rose. Hier spricht man vom attributiven Gebrauch des Adjektivs.

b) In Verbindung mit »sein« können Adjektive als nähere Eigenschaftsbestimmung

nach dem Substantiv stehen: die Rose ist schön. Dann spricht man vom prädikativen Gebrauch des Adjektivs.

c) Adjektive können auch ein Verb näher bestimmen : die Rose blüht schön. Man

spricht dann vom adverbialen Gebrauch des Adjektivs.

d) Steigerungsformen werden nur dann angegeben, wenn sie unregelmäßig gebildet

werden oder wenn ein Umlaut auftritt:

gut, besser, beste groß, größer, größte

o

Die Lautschrift

Die Lautschrift

18

Zeichen der Lautschrift für deutsche Aussprache

Die unten stehende Tabelle zeigt Lautzeichen und Lautzeichenkombinationen, wie sie bei deutscher Aussprache im Wörterverzeichnis verwendet werden. In der ersten Spalte steht das Lautzeichen oder die Lautzeichenkombination, in der zweiten Spalte ein Wortbeispiel dazu und in der dritten Spalte das Beispiel in Lautschrift.

a

ha

t

 

hat

i:

viel

 

fi l

y Heu

 

h y

pakt

 

˙

   

a:

Ba

hn

ba n

i

Stu

die

tu di

p

Pa kt

O

U

ber

o b

bi

˙

st

b st

˙

Pfa hl

pf

pf a l

hr

u

j

ja

 

ja:

 

r

Ra st

rast

Pensee

pa˜ se

˙

k

ka

lt

 

kalt

s

Ha st

hast

   

˙

˙

a˜:

Gourmand r ma˜

l

La

 

st

last

scha l

a l

 

˙

ai

weit

vai t

l

Na

bel

na bl

t

Ta

l

ta l

hau t

 

ts

Za

hl

 

au

Haut

m

Ma

st

mast

 

ts a l

bal

 

˙

b

Ba ll

˙

m

gro

ßem

ro sm

t

Ma tsch

˙

mat

c

i ch

 

c

n

Na

ht

na t

u

kula nt

ku lant

¸

˙

¸

 

˙

d

da

nn

dan

n

den

ba

ba dn

u:

Hu

t

hu t

 

˙

 

 

 

d Gi n

˙

 

d n

la ng

˙

la

u

aktue

˙

ll

ak tu l

p lt

e

Metha n

me ta n

o

Mora l

mo ra l

Pu lt

 

 

˙

e:

Beet

be t

v

h

t l

o:

Boot

bo t

ui

pfui!

pf ui

hä tte

˙

o

loya l

lo a ja l

v

wa s

˙

vas

Fondue

fo˜ dy

 

x

Ba ch

bax

 

: wä hle

 

˙

timbrieren bri r n

˜

o˜:

Fond

fo˜

y

Myke ne

my ke n

: Timbre

˜

br

Po st

˙

p st

y:

Rü be

Tuileri ¯ en ty˘il ri n

ry b

ha

lte

halt

ø

Ökono m

øko no m

 

˙

 

 

f

Fa

ss

fas

ø:

Ö l

 

ø l

fü llt

f lt

 

˙

 

˙

Ga

st

ast

œ

˙ ttlich

œtl c

¸

z

Ha se

ha z

 

˙

Genie

h

ha

t

hat

œ˜

Lundi st

lœ˜ d st

e ni

 

˙

 

˙

 

i

vita

l

vi ta l

œ˜ : Parfum

par fœ˜

|

bea mtet

b

|amt t

 

˙

o

19

Sonstige Zeichen der Lautschrift

Die Lautschrift

| Stimmritzenverschlusslaut (Glottalstop, »Knacklaut«) im Deutschen,

z.

z.

Längezeichen, bezeichnet Länge des unmittelbar davor stehenden Lautes

(besonders bei Vokalen), z. B. ba de [ ba d ].

B. bea cht! [b |axt]; wird vor Vokal am Wortanfang weggelassen,

˙

B. A st [ast], eigentlich [|ast].

˙

˜ Zeichen für nasale (nasalierte) Vokale, z. B. Fond [fo˜ ].

Hauptbetonung, steht unmittelbar vor der hauptbetonten Silbe,

z. B. A ffe [ af ], Apothe ke [apo te k ].

Nebenbetonung, steht unmittelbar vor der nebenbetonten Silbe,

˙

wird selten verwendet; z. B. Ba hnhofstraße [ ba nho f tra s ]. Zeichen für silbischen Konsonanten, steht unmittelbar unter dem Konsonanten

z. B. Bü ffel [ b fl ].

˙

˘ Halbkreis, untergesetzt oder übergesetzt, bezeichnet unsilbischen Vokal,

z. B. Stu die [ tu di ]. kennzeichnet im Deutschen die Affrikaten sowie Diphthonge,

z. B. Pu tz [p ts ], weit [vai t].

˙

- Bindestrich, bezeichnet Silbengrenze, z. B. Gastrospa ˙ smus [ as-tro- spas-m s].

o

Im Wörterbuch verwendete Abkürzungen

20

Im Wörterbuch verwendete Abkürzungen und Zeichen

Abk.

Abkürzung

jmd.

jemand

Adj.

Adjektiv

jmdm.

jemandem

Akk.

Akkusativ

jmdn.

jemanden

amtl.

amtlich

jmds.

jemandes

Amtsspr.

Amtssprache

Jugendspr. Jugendsprache

Attr.

Attribut

 

kath.

katholisch

bayr.

bayrisch

Kauf-

Kaufmannssprache

bes.

besonders

mannsspr.

bildl.

bildlich

Kfz-T.

Kfz-Technik

bildungsspr. bildungssprachlich

Konj.

Konjunktion

Börsenw.

Börsenwesen

 

BRD

Bundesrepublik

landsch.

landschaftlich

Deutschland

beziehungsweise

 

bzw.

Med.

Medizin

mitteld.

mitteldeutsch

DDR

Deutsche

Milit.

Militär

Demokratische

 
 

Republik

nicht amtl. nicht amtlich Nom. Nominativ nordd. norddeutsch nordostd. nordostd.

dgl.

dergleichen

dichter.

dichterisch

EDV

elektronische

 
 
 

Datenverarbeitung

o. ä.; o. Ä.

oder ähnlich[e]; oder Ähnliche[s] österreichisch

ev.

evangelisch

österr.

fachspr.

fachsprachlich

 
 

Fachspr.

fam.

Fachsprache

familiär

Präp.

Psych.

Präposition

Psychologie

geh.

gehoben

Rechtsspr. Rechtssprache

Rel.

Gen.

Genitiv

 

Religion

Ggs.

Gegensatz

scherzh.

scherzhaft

hist.

historisch

schweiz.

schweizerisch

 

Seemanns- Seemannssprache spr.

Inf.

Infinitiv

Interj.

Interjektion

südd.

süddeutsch

itr.

intransitiv

südwestd. südwestdeutsch

o

21

Im Wörterbuch verwendete Abkürzungen

Syn.

Synonym[e]

usw.

und so weiter

tr.

transitiv

westd.

westdeutsch

 

Wirtsch.

Wirtschaft

 

u.

a.

und andere[s]

 

u.

ä.; u. Ä.

und ähnlich[e];

z. B.

zum Beispiel

 

und Ähnliche[s]

Zus.

Zusammensetzung

ugs.

umgangssprachlich

 

* Das Sternchen kennzeichnet feste Verbindungen (* kein Aas).

o

Liste der Wortbildungselemente

22

Liste der Wortbildungselemente, die in der alphabetischen Stichwortliste erscheinen

a-

-bezogen

-ell

-geil

ab-

bi-, Bi-

-(e)ln

-gemäß

-abel

Bilderbuch-

empor-

-gen

-abhängig

Bio-

End-

general-, General-

-ade

bitter-

ent-

-gerecht

affen-, Affen-

-blind

entgegen-

-geschehen

-aktiv

blitz-, Blitz-

er-

-getreu

-al/-ell

blut-

-er

grund-

Alibi-

-bold

-[er]ei

Grund-

Allerwelts-

-bolzen

erz-, Erz-

-günstig

Amateur-

bomben-,

-esk

-gut

Amok-

Bomben-

-eur

-haft

an-

brand-

-euse

-hai

-and

Brot-

Ex-

-halber

-anfällig

-bulle

extra-

-haltig

-ant

bullen-, Bullen-

Extra-

Haupt-

anti-, Anti-

Chef-

-fabrik

Heiden-

-arm

-chen

-fähig

heim-

-artig

-chinesisch

fehl-, Fehl-

-heini

-ation/-ierung

co-, Co-

-feindlich

-heit/-ung

-(at)or

Dampf-

Feld-Wald-und-

her-

-(at)ur

de-, De-

Wiesen-

herab-

auf-

-denken

-fern

heran-

-aufkommen

des-, Des-

-fertig

herauf-

aus-

-dicht

-fest

heraus-

außer-

-dick

-förmig

herbei-

-bar

dis-, Dis-

fort-

herein-

-bar/-lich

Drecks-

-frage

herum-

be-

durch-

-frau

herunter-

-bedingt

Durchschnitts-

-frei

hervor-

-bedürftig

-durstig

-frei/-los

-hilfe

-(be)gierig

-ebene

-fremd

hin-

bei-, Bei-

-echt

-freudig

hinab-

-bereit

Eck-

-freundlich

hinauf-

-berg

Edel-

-frisch

hinaus-

-beständig

-ei

-fritze

hinein-

-betont

-eigen

Ge

[e]

hinter-

-bewegt

ein-

-gebunden

hinunter-

-bewusst

elektro-, Elektro-

Gegen-

hinzu-

o

23

Liste der Wortbildungselemente

Hobby-

-isierung

-lustig

nieder-

hoch-

-ismus

-mache

-nis

Hoch-

-ist

-macher

Nobel-

Höllen-

-ität

-mafia

non-, Non-

homo-, Homo-

-itis

makro-, Makro-

-nudel

Horror-

-iv

Mammut-

Null-

hunde-, Hunde-

-iv/-orisch

-mane

Nullacht-

-hungrig

-jahr

-mann

fünfzehn-

hyper-, Hyper-

Jahrhundert-

-männer/-leute

-o

hypo-, Hypo-

Jungfern-

Marathon-

ober-, Ober-

-i

-keit

-marathon

-oid

-iade

Killer-

-maschine

Öko-

-ical

-killer

Massen-

-okratie

-id

Klasse-

-maßen

-omane

-ier

knall-

-mäßig

-onaut

-ieren

ko-, Ko-

-material

Operetten-

-ierung/-ation

kontra-, Kontra-

mega-, Mega-

-orientiert

-ig

-kräftig

-meier

-orisch/-iv

-ig/-lich

-kratie

Meister-

-os, -ös

-igkeit

-kreis

meta-, Meta-

-ose

-ik

kreuz-

mikro-, Mikro-

-othek

-iker

Kult-

Mini-

pan-, Pan-

il-

Kunst-

misch-, Misch-

-papst

im-

-lastig

miss-, Miss-

para-, Para-

-imperium

-latein

mit-

-pflichtig

in-

-lawine

Mit-

-phil

-in

-leer

-mittel

-phob

ineinander-

-leicht

Möchtegern-

Pilot-

inner-

-lein

mono-, Mono-

Polit-

-inski

-ler

Monster-

-politisch

-intensiv

-leute

mords-, Mords-

poly-, Poly-

inter-, Inter-

-leute/-männer

-müde

post-, Post-

-intern

-lich

-muffel

prä-, Prä-

intra-

-lich/-bar

multi-, Multi-

pro-, Pro-

-ion

-lich/-ig

nach-

Problem-

ir-

Lieblings-

-nah

-protz

irgend-

-ling

-naut

pseudo-, Pseudo-

-isch

los-

neo-, Neo-

quasi-, Quasi-

-isch/-

-los

-ner

Rahmen-

-isch/-lich

-los/-frei

-neutral

-rahmen

-isieren

-lüstern

nicht-, Nicht-

ran-

o

Liste der Wortbildungselemente

24

Raub-

-seitig

tod-

-voll

rauf-

-seits

top-

Vollblut-

raus-

-sel

Top-

vor-, Vor-

re-, Re-

Selbst-

-tourismus

Wahnsinns-

-reich

-selig

-trächtig

weg-

-reif

semi-, Semi-

-träger

Wegwerf-

rein-

-sicher

trans-, Trans-

-weise

Riesen-

-silo

traum-, Traum-

-welle

Risiko-

Sonder-

-treu

-welt

Routine-

Sonntags-

-tüchtig

-werk

rüber-

-spezifisch

-tum

-wert

rück-, Rück-

Spitzen-

über-

-wesen

rum-

-stark

ber-

Westentaschen-

runter-

stein-

ultra-, Ultra-

-widrig

-sache

-stel

um-

-willig

-salat

-sterben

umher-

-wirksam

-sam

stink-

un-

Wunsch-

sau-, Sau-

stock-

Un-

-würdig

-schaft

sub-, Sub-

-ung/-heit

-wut

Schand-

-süchtig

unter-

-wütig

schein-, Schein-

super-, Super

Unter-

-zar