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Aus Newsletter von Radio Vatikan – 26.05.

2010

DIE TOP-THEMEN DES TAGES:

USA: Regierung gegen Aufhebung von Immunität des Vatikans


Die Immunität des Vatikans bleibt bestehen: Die Regierung von US-Präsident Barack Obama hat sich
gegen eine Aufhebung ausgesprochen. Hintergrund ist der Prozess im Zusammenhang mit
Missbrauchsvorwürfen gegen einen Priester. Der Fall verdiene keine vollständige Prüfung durch den
Obersten Gerichtshof, so eine Stellungnahme der Regierung. Im Bundesstaat Oregon hatte ein
Missbrauchsopfer ein Vorgehen der US-Justiz auch gegen den Vatikan gefordert; schließlich sei der
irische Priester, der es in den 60er Jahren in der Stadt Portland sexuell missbraucht habe, bereits als
Pädophiler bekannt gewesen. Gegen den Priester waren bereits in Irland und in Chicago
Missbrauchsvorwürfe erhoben worden. (afp)

Deutschland: Kölner Diözesanrat fordert eine Diskussion über den Zölibat


Mit dem Missbrauchsskandal Anfang des Jahres ist auch eine Debatte über den Zölibat in Gang
gekommen. Auch wenn der Diözesanrat im Erzbistum Köln einen direkten Zusammenhang zwischen
Missbrauch und Zölibat ausschließt – die Laien-Katholiken befürworten dennoch die Debatte. Die
Gleichung „Zölibat kann zu Kindesmissbrauch führen“ sei so nicht möglich, sagte Geschäftsführer
Norbert Michels am Mittwochmorgen im Gespräch mit dem Kölner domradio. Der Zölibat sei nicht
die Ursache. Dennoch müsse man die aktuellen Ereignisse zum Anlass nehmen, „noch mal
nachzudenken“. Der Zölibat habe als Kirchengesetz seine Wurzeln im 11. Jahrhundert. Die Apostel
Jesu' hingegen hätten Familien gehabt. „Deshalb muss darüber nachgedacht werden: Besteht zukünftig
die Möglichkeit, freiwillig zölibatär zu leben?“ (domradio)

Vatikan: „Interreligiöser Dialog ist ein Gebet“


Der interreligiöse Dialog wird oft falsch verstanden, glaubt der französische Kardinal Jean-Louis
Tauran, Präsident des Päpstlichen Rates für eben diesen interreligiösen Dialog. Er sprach am
Dienstagabend an der Päpstlichen Universität Gregoriana auf der Konferenz „Identität und
Religionen“. Dabei verwies er darauf, dass das Gespräch zwischen den Religionen von vielen als eine
Art „Psychologiespiel“ angesehen werde. Doch das gehe an der Wirklichkeit vorbei:

„Der interreligiöse Dialog ist nach meiner persönlichen Erfahrung viel eher als Gebet zu verstehen.
Dieses Gespräch ist eine persönliche spirituelle Reise. Das merkt man vor allem dann, wenn man
versucht, seinen Mitmenschen die eigene Spiritualität zu erklären. Da sieht man, wie schwer dies uns
Christen mittlerweile fällt, unseren Glauben öffentlich zu bekunden. Wichtig ist dabei, dass man den
eigenen Glauben gut kennt. Das ist die Basis eines jeden interreligiösen Dialogs.“ ....

Die Konferenz an der Gregoriana wurde vom interdisziplinären Institut der Religionen und Kulturen
organisiert. Leiter ist u.a. der deutsche Jesuitenpater Felix Körner. (rv)

DIE GENERALAUDIENZ:

Papst ermuntert zu positiver Sicht auf kirchliche Hierarchie


Papst Benedikt XVI. hat zu einer positiven Sicht auf die kirchliche Hierarchie aufgerufen und sich
gegen eine voreingenommene Haltung gegenüber der Ausübung von Autorität gewandt. Es sei ein
heute verbreitetes „Missverständnis“, die Gliederung der Kirche in Gläubige, Priester und Bischöfe
einseitig unter rechtlichen Gesichtspunkten als Unterordnung zu betrachten, hob der Papst an diesem
Mittwochvormittag während der Generalaudienz hervor. ..... (rv)
vgl beigefügten Wortlaut der Ansprache

AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Vatikan/Deutschland Silberjubiläum in Rot


1982 wurde er Nachfolger von Joseph Ratzinger als Erzbischof von München und Freising: Friedrich
Wetter, zuvor Bischof von Speyer. 1985 nahm ihn Papst Johannes Paul II. dann in das
Kardinalskollegium auf. Dieses Datum jährte sich an diesem Dienstag zum 25. Mal. In München hatte
Kardinal Wetter bereits am letzten Sonntag gefeiert, den Jahrestag selber aber verbrachte und feierte
er in seiner Titularkirche in Rom, Santo Stefano al Monte Celio – im Volksmund Santo Stefano
Rotondo genannt.
Dabei meinte er in seiner Predigt, er fühle sich als Kardinal verpflichtet, „mitzuarbeiten am Aufbau
einer lebendigen Kirche“. Wetter wörtlich: „Wir wissen, dass die Kirche heute in ihrer
Glaubwürdigkeit stark beschädigt, da ist einiges zu tun und aufzubauen." (rv)

DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Der Vatikan und die Pharmafirma „NeoStem Inc.“ werden ein gemeinsames Projekt erarbeiten.
Das gab der Päpstliche Rat für die Kultur bekannt. Die Beteiligten kündigten eine gemeinsame
Initiative an, die von den karitativen Organisationen des Rates und der Pharmafirma verwirklicht
werden wird. ....
Die Zusammenarbeit zwischen „NeoStem“ und dem Päpstlichen Rat für die Kultur zielt darauf ab,
Erziehungsprogramme sowie Veröffentlichungen und akademische Kurse in einem interdisziplinären
Rahmen für theologische, philosophische und bioethische Fakultäten in der ganzen Welt zu
entwickeln. Eine der Initiativen wird eine dreitägige internationale Konferenz sein, die im Vatikan
zum Thema der adulten Stammzellenforschung stattfinden und sich auf die Präsentation der
medizinischen Forschung, auf theologische und philosophische Erwägungen sowie auf die
Implikationen des wissenschaftlichen Fortschritts konzentrieren wird. (rv/zenit)

Europa

Deutschland
Die Kapuziner in Deutschland sind künftig in einer Ordensprovinz vereint. Der Generalminister
des Kapuzinerordens, Bruder Mauro Jöhri, errichtete am Dienstag im oberschwäbischen Kloster Reute
bei Ravensburg die „Deutsche Kapuzinerprovinz“. Zum Provinzial wurde der aus Nordhorn
stammende Bruder Christophorus Goedereis ernannt, sein Stellvertreter ist Bruder Werner Labus. Der
Provinzleitung gehören darüber hinaus die Definitoren Marinus Parzinger, Bernd Kober und
Thomas Dienberg an. ....
In Münster ist der Sitz der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Kapuziner, und in Würzburg
betreuen Brüder des Ordens die beliebte Wallfahrtskirche „Käppele“.
Die Zahl der Brüder in Deutschland ist von 590 im Jahr 1975 auf gegenwärtig 170 gesunken. Die neue
Deutsche Kapuzinerprovinz ist auch in Mexiko, Chile, Indonesien, und Albanien tätig. ..... (kna)

Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx hat den politischen Parteien in Deutschland
vorgeworfen, bisher nicht „wirklich ernsthaft“ die seit den 1970er Jahren aufgehäuften
Schulden abgebaut zu haben. Das sei eine Sache, die sich jetzt verschärft habe, sagte Marx am
Dienstagabend in der „Münchner Runde“ des Bayerischen Fernsehens. Dabei müsste eigentlich jeder
wissen, dass irgendwann die Stunde der Wahrheit komme, betonte der Erzbischof. Eine drohende
Inflation könne auf keinen Fall akzeptiert werden, weil darunter die kleinen Leute und die Masse der
Bevölkerung am meisten litten. (kna/br)

Deutschland/Israel
Der deutsche Verein „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ hat Israel
aufgefordert, die Abriegelung des Gazastreifens zu beenden. „Wir appellieren an die israelische
Regierung, sich endlich wieder an die Menschenrechte, an die moralischen Grundsätze unserer und
anderer Religionen und an das internationale Recht zu halten und die Blockade Gazas aufzuheben“,
heißt es in einem Brief an den israelischen Botschafter, den die Berliner Friedensinitiative am
Dienstagabend veröffentlichte. Der Verein appellierte an Israel, einen internationalen Schiffskonvoi
mit Hilfslieferungen für Gaza ungehindert passieren zu lassen. „Wir hoffen, dass
Verteidigungsminister Ehud Barak die Anweisungen an die Marine, den Schiffsverband abzufangen,
zurücknehmen wird.“
Die acht Schiffe umfassende „Freedom-Flotille“, an der sich auch die katholische Friedenbewegung
Pax Christi beteiligt, wird den Angaben zufolge in der kommenden Woche im Gazastreifen erwartet.
Sie bringt vor allem Baumaterial sowie medizinische Hilfsmittel und Medikamente,
Wasseraufbereitungsgeräte sowie Schulmaterialien und Spielzeug. (kipa)

Großbritannien/Vatikan
Neue Komplikationen für die Planungen des Papstbesuchs in England: Der Nuntius in
Großbritannien, Erzbischof Faustino Sainz Munoz, befindet sich nach einem Schlaganfall im
Krankenhaus. Der 72-Jährige sei bereits am 16. Mai eingeliefert worden und befinde sich inzwischen
auf einem guten Weg der Besserung, erklärte die Londoner Botschaft des Heiligen Stuhls auf
Nachfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur am Mittwoch. Sainz sei geistig klar und könne sich
in drei Sprachen fließend unterhalten, sagte sein Sekretär. Man sei „vorsichtig optimistisch“, dass der
Nuntius vollkommen genese und seine Arbeit wieder aufnehmen könne.
Ob seine Erkrankung Auswirkungen auf den Großbritannienbesuch von Benedikt XVI. im September
haben werde, sei noch nicht abzusehen. Der örtliche Botschafter des Vatikans spielt jeweils eine
wichtige Rolle bei der Vorbereitung und Durchführung von Reisen des Kirchenoberhaupts. (kna)

Zypern
Eklat auf der Insel: Der orthodoxe Bischof von Limassol, der zweitgrößten Stadt der Insel, sowie
mehrere andere hohe Geistliche wollen dem Besuch von Papst Benedikt XVI. Anfang Juni
fernbleiben. Wer immer in dogmatischen Fragen von der orthodoxen Lehre abweiche, sei als
Häretiker anzusehen, sagte Metropolit Georgios von Paphos laut zyprischer Tageszeitung
„Phileleftheros“ (Dienstag). Zudem betonen die Kirchenführer, Benedikt XVI. komme als
Staatsoberhaupt auf Einladung von Präsident Dimitris Christofias; daher bestehe kein zwingender
Grund für einen kirchlichen Empfang. .... (kipa)

Russland
Der russische Staatspräsident Dmitri Medwedew hat am Dienstag den Ökumenischen
Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., empfangen. Bei der Begegnung lobte das
Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie die „gute Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche“ in
Russland. Es sei die „beste Garantie für die Zukunft des Landes“, wenn die russische Gesellschaft
christlich geprägt sei. Medwedew sagte, der Dialog mit der russisch-orthodoxen Kirche helfe dabei,
die schwierige Aufgaben zu bewältigen, vor denen der russische Staat und die ganze Welt angesichts
der Wirtschaftskrise stünden. An dem Treffen nahm auch das Oberhaupt der russisch-orthodoxen
Kirche, Patriarch Kyrill I., teil. Bartholomaios I. begann am 22. Mai einen zehntägigen Besuch in
Russland. .....
Es ist nach 1993 der zweite offizielle Besuch von Bartholomaios I. in Russland. Außerdem reiste er im
Dezember 2008 in die russische Hauptstadt, um an der Trauerfeier für den Moskauer Patriarchen
Alexij II. (1990-2008) teilzunehmen. (kipa)

Amerika

Brasilien
Weil er Gemeinderäume nicht für ein Fitnessstudio vermieten wollte, ist in Brasilien ein Priester
mit einem Kopfschuss getötet worden. Die Webseite der Bischofskonferenz berichtet über das
Verbrechen, das sich bereits am Freitag in der Stadt Campos Belos im Bundesstaat Goias ereignete,
gut 600 Kilometer von der Hauptstadt Brasilia entfernt. Der 26-jährige Täter habe die Räume der
Gemeinde anmieten wollen, um dort ein Fitnessstudio einzurichten. ..... (kipa)

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