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Tamoxifen und Brustkrebs

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 01.10.2007

Stichworte: Antihormontherapie, Epstein-Barr-Virus, EBV, c-myc Gen, grüner Tee, Kurkurmin, Resveratrol, Leinsamen, Pisaner Immuntherapie,
Coenzym Q10

Tamoxifen ist ein Antiöstrogen und das am besten untersuchte und wichtigste Medikament Alte Seite
gegen Brustkrebs, das auf dem Markt ist. Antihormonbehandlung

Wie wirkt Tamoxifen? Brustkrebs Blog


Tamoxifen verhindert, dass Gene, die die Tumorzelle für ihre Vermehrung braucht,
abgelesen werden, zum Beispiel das Gen c-myc. Wenn die Antihormonbehandlung durch
Tamoxifen nicht mehr möglich ist, kann man versuchen, die c-myc-Ablesung noch auf
andere Weise zu verhindern, wie auf der c-myc-Seite beschrieben. Aber diese
Möglichkeiten sind weniger gut untersucht. Und was dazu kommt, und dazu unten mehr,
zeigt die Tamoxifenresistenz oft an, dass wichtige Gene für das regulierte Wachstum der
Tumorzelle stillgelegt werden. Wie und warum, das weiß man noch nicht wirklich. Aber
das ist eine ganz ungünstige Entwicklung der Tumorerkrankung in die falsche Richtung.

Tamoxifen unterdrückt auch die Ablesung weiterer Gene, wie die des bekannten
Heparanase-Gens, das auch Östrogen abhängig gebildet wird (Elkin M 2003). Das ist die
Wirkung auf die Tumorzelle.

Tamoxifen wirkt aber nicht nur auf die Tumorzelle. Es wirkt auch auf andere Zellen.
Und es scheint wichtig zu sein, dass es auch in diesen die Ablesung des Heparanase-Gens
verhindern kann. Denn diese kooperierenden Zellen, die den Tumorzellen helfen, sind für
das Wachstum des Tumors sehr wichtig. Sie zu behindern, dazu bietet Tamoxifen also
einen Ansatz. Und deshalb könnte es sein, dass die Tamoxifen-Behandlung auch dann
vorteilhaft ist, wenn die Tumorzellen keine Hormonrezeptoren haben, weil Tamoxifen
nicht nur auf die Tumorzellen wirkt, sondern auch auf die Zellen, die den Tumor
unterstützen. Es gibt aber auch Menschen, bei denen Tamoxifen keine gute Wirkung hat,
Tamoxifen und Brustkrebs von Elisabeth Rieping 1
mehr dazu siehe hier.

Durch Tamoxifen kann man den Tumorzellen eine Zeitlang diese Unterstützung entziehen
und sie an der Vermehrung hindern. Das ist das ganz wichtige Ergebnis einer Arbeit, die
man leider nur mit sehr viel Vorwissen verstehen kann s. Theodoro TR 2007. Diese Arbeit
ist auch deshalb so wichtig, weil sich mittlerweile auch aus anderen Arbeiten ergibt, dass
Tumorzellen für das Wachstum auf die Mitarbeit anderer Zellen angewiesen sind,
siehe hier.

Und weil es auch einen Therapieansatz gibt, bei dem versucht wird, auf diese Erkenntnis
aufzubauen, und den man sich ansehen kann. An der Beschreibung dieses Therapieansatzes
erkennt man aber auch, dass Tamoxifen allein nicht mehr lange wirkt, wenn frau schon
Metastasen hat. Obwohl es bei adjuvanter Einnahme, also wenn der Tumor entfernt wurde
und keine Metastasen da sind, das Leben verlängern kann. Bei Metastasen, die noch auf
Tamoxifen reagieren, kann man versuchen, eine längere Überlebenszeit herauszuholen, in
dem man das, was oben unter Therapieansatz steht, versucht.

Zu der Antihormonbehandlung allgemein und ihren Nebenwirkungen siehe


Antihormonbehandlung, eine Seite, die ich ganz am Anfang geschrieben habe. Mittlerweile
denke ich, dass die Antiöstrogenbehandlung, wenn man sie einigermaßen verträgt, neben
der Operation noch einer der besten Behandlungsansätze zu sein scheint. Deshalb sollte
man sich von den Nebenwirkungen nicht zu sehr schrecken lassen. Leider wirkt die
Antihormonbehandlung nicht auf Dauer. Aber es scheint Möglichkeiten zu geben, die
Antihormonbehandlung zu unterstützen.

Unterstützung der Antihormonbehandlung


Wirkungsvoll zur Unterstützung der Antihormonbehandlung könnte das Coenzym Q10
sein, wie auf der Seite zu Herpesviren und Brustkrebs beschrieben. HHV8, der
Herpesvirus, der dort beschreiben wird, scheint in Europa zwar nicht so wichtig zu sein.
Dafür aber sein Verwandter, das Epstein-Barr-Virus. Es scheint den Brustkrebs nicht
auszulösen, kann aber möglicherweise bewirken, dass die Brustkrebszellen nicht sterben
können. Auch das Rinderleukämie-Virus BLV sitzt oft in Brustkrebszellen. Es kann
durch Valproinsäure wieder freigesetzt werden, so dass die virusinfizierten Zellen vom

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Immunsystem wieder erreicht und getötet werden können. Weitere Medikamente, die
ähnlich wie Antiöstogene die Ablesung Östogen abhängiger Gene behindern, sind grüner
Tee und Curcumin. Diskussion Kurkumin. Auch das Resveratrol könnte geeignet sein.
Dazu gibt es einen sehr guten Aufsatz von Bernd Kleine-Gunk.

Auch Leinsamen unterstützt die Tamoxifenbehandlung, wirkt aber auch alleine (Chen J
2007).

Resistenz gegen Antiöstrogene


Wenn der Östrogenrezeptor verloren geht, werden die Östrogen abhängigen Gene
methyliert und stillgelegt (Leu YW 2005). Jetzt könnte man denken, dies sei gut, denn
dann kann die Zelle durch solche Hormone auch nicht mehr zum Wachsen angeregt
werden. Aber es scheint eher eine andere Bedeutung zu haben, nämlich die, dass die Zelle
dann ungehindert von äußeren Signalen wachsen kann.

Die Pisaner Immunbehandlung funktioniert zum Beispiel nur so lange erfolgreich, wie die
Brustkrebszellen noch nicht resistent gegen Antihormone wie Tamoxifen sind. Das könnte
auch bedeuten, dass es nichts mehr nützt, durch Leinsamen, grünen Tee, Kurkumin usw.
die Ablesung Östrogen abhängiger Gene zu behindern, weil sie ohnehin stillgelegt wurden.

Allerdings haben diese Naturstoffe noch weitere Wirkungen, die auch wichtig sein können.
Ich versuche mehr dazu zu finden. Ob das Coenzym Q10 und Resveratrol noch wirken,
wenn eine Tamoxifen-Resistenz besteht, darüber konnte ich noch nichts finden.

Text im Archiv der Library of Congress: http://web.archive.org/web/*/http://www.erieping.de/tamoxifen.htm

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